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Archiv der Kategorie 'Reviews'

GHOSTLAND (Capelight/Alive)

am 02. August 2018 unter Reviews abgelegt

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Nach dem Tod ihrer Tante bezieht Colleen mit ihren Töchtern Beth und Vera, das alte, leer stehende Haus der Verstorbenen, das sich als sehr unheimlich erweist. Es wimmelt von Spielzeug und Puppen. Gleich in der ersten Nacht werden sie von brutalen Einbrechern überfallen. Das Trauma sitzt tief und prägt die Schwestern bis ins Erwachsenenalter.  Beth hat ihre persönliche Bewältigung im Schreiben gefunden und ist mittlerweile erfolgreiche Autorin von Horrorliteratur. Vera hingegen lebt immer noch mit der Mutter in dem alten Haus und leidet unter schlimmer Paranoia. Als Beth von ihrer Schwester einen seltsamen Anruf bekommt, eilt sie zu ihr.
Das hätte sie mal besser gelassen…..

ICH bespreche einen Film von Pascal Laugier. Leute die mich kennen, halten das sicher für keine gute Idee, denn im Gegensatz zu der allgemeinen Meinung vieler Horrorfans, halte ich dessen Kultstreifen MÄRTYRS für absoluten Müll, bei dem es wirklich an allem fehlt – besonders an Atmosphäre.

Aber hee, der Mann kann ja doch was. Dies bewiest er uns jetzt mit dem wirklich gelungenen Ghostland, der eigentlich eine im Grundsatz eher simple Houseterror-Geschichte erzählt, die aber im Verlaufe des Films eine sensationelle Wende erfährt, die dem Film richtig Pluspunkte beschert.

Im Gegensatz zu Märtyrs gelingt dem Regisseur hier auch eine schöne Atmosphäre, unterlegt von einem kongenialen Soundtrack, aufzubauen, an dem Mylene Farmer, die die Mutter der beiden Kids spielt, übrigens nicht mitgeschrieben hat. Die „Madonna“-Frankreichs, die dort Stadien füllt und hier kaum bekannt ist, spielt die Rolle auch durchaus ansprechend.

Zwar bleibt hier auch jegliches Motiv der Einbrecher im Unklaren und die beiden sind zudem schon morbide Figuren – das ist aber immer noch 1000 mal besser als dieses unsägliche Sado-maso-alter-Leute Geschwurbel wie in Märtyrs.

Sehr stimmig auch der Abschluss. Die Szene in der Mylene Farmer sagt „willst du das wirklich tun“ und das darauffolgende Geschehen ist nicht nur von der Idee grandios, sondern auch toll bebildert.

Zudem hat man beim Casting alles richtig gemacht. Da die Ereignisse schließlich 16 Jahre auseinander liegen, brauchte man für Beth und Vera natürlich 2 verschiedene Schauspielerinnen. Besonders gelang das mit der Besetzung von Crystal Reed und Emilia Jones, die sich im normalen Leben wirklich NULL ähnlich sehen, hier aber tatsächlich die gleiche Person sein könnten.

Insgesamt ist die Geschichte aber nicht wirklich neu. Dennoch ist das eben alles spannend inszeniert und die beiden Wendungen sind klasse – genau wie die Ausstattung des Hauses und des „Wagens“

Wie der Film es geschafft hat, in dieser Version ungeschnitten ab 16 durch die FSK zu kommen, ist mir unbegreiflich. Insbesondere die seelischen Grausamkeiten sind doch teilweise sehr verstörend, und auch sonst gibt es einige deftige Gewalteinlagen.

In einem ändere ich meine Meinung jedoch nicht, denn Laugier hat definitiv einen an der Klatsche und wirkt im Interview, als hätte er sich 1 Kilo Speed reingepfiffen. Wahrscheinlich kann man aber auch nur so solche Drehbücher schreiben. In diesem Film ist es überraschend gut umgesetzt worden.

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THE CURED (Splendid)

am 10. Mai 2018 unter Drama, Horror, Reviews abgelegt

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Wieder einmal hat ein tödlicher Virus ein ganzes Land dahingerafft, in diesem Fall Irland. Glücklicherweise wurde ein Heilmittel gefunden, das 75 % der Menschen, die damit infiziert wurden, wieder zu normalen Lebewesen macht. Doch diese sind in der Bevölkerung nicht gerade willkommen, da man Angst vor ihnen hat. Zudem können sie sich an alle Gräueltaten, die sie während der Krankheit begingen, erinnern. Auch Senan ist einer von ihnen, hat aber Glück im Unglück, denn seine Schwägerin Abbie nimmt ihn bei sich auf. Zudem war das Heilmittel wie erwähnt nur bei 75 % der Menschen erfolgreich und die Regierung berät nun, was mit dem Rest passieren soll, die in unterirdischen Zellen eingesperrt sind. Von den ewigen Schikanen und dem Hass der ihnen entgegenschlägt angewidert, schließen sich zudem die Geheilten zusammen und wollen für ihre Rechte kämpfen. Doch das führt zu einer weiteren Katastrophe.

Wie man an der Zusammenfassung deutlich erkennen kann, handelt es sich hierbei nicht um einen Horrorfilm, sondern um ein Drama, das im Horror-Genre spielt,was ein großer Unterschied ist. Eigentlich ist das ganze sogar eher ein sozialkritischer Film.

Wieso Ellen Page in einen Streifen auftaucht, der in Irland gedreht wurde, ist mir nicht bekannt. Noch dazu hat sie diesen mitproduziert, was auch ungewöhnlich ist, denn sie ist nun nicht wirklich bekannt dafür, dieses Genre zu bedienen.

Für ein Regiedebüt sieht das ganze auch sehr ordentlich aus. Mit vielen Blaufiltern und tristen Kulissen wird eine trostlose Atmosphäre erzeugt, die die Geschichte sehr gut unterstützt.

Mit Ausnahmen der letzten 20 Minuten fehlen hier allerdings nahezu jegliche Action-Elemente und auch die Horrorfreaks kommen nicht wirklich auf ihre Kosten. Das erinnert mich ein wenig an ARRIVAL, von dem viele enttäuscht waren, weil er eben doch weitestgehend kein Science-Fiction-Film, sondern ein Drama war.

Daher ist die Zielgruppe für CURED sehr schwierig. Dem Freund des Massakers wird zu wenig Blut geboten und Fans des Drama-Genres mögen im Allgemeinen keine Filme über Zombies.

So bleibt unter dem Strich ein gut gefilmtes und gespieltes Sozialdrama, mit einigen kleinen Längen, das aber, wie bereits erwähnt, nicht sehr viele Menschen ansprechen wird, was schade ist, denn am Film selbst gibt es wenig zu meckern.

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THE ARRIVAL (NSM/Alive)

am 10. Mai 2018 unter Reviews abgelegt

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Charlie Sheen spielt in dem spannenden Sci-Fi Thriller den Astronomen Zane Zaminksi (wer um Himmels willen läßt sich dermaßen beknackte Namen einfallen?), der ähnlich wie Jodie Foster in “Contact”, der festen Meinung ist, das es außerirdisches Leben gibt. Als er eines Nachts extraterrestische Signale auffängt, will ihm keiner glauben, erst recht nicht sein Chef, der ihn zur Belohnung auch noch entläßt. Als Zane aber hartnäckig weiterforscht, in dem er alle umliegenden Satelitenschüsseln als Empfänger “mißbraucht” hört er die gleichen Signale wieder, stellt allerdings fest, das diese aus Mexico stammen. Trotzdem ist er überzeugt davon, das diese nicht irdischen Ursprungs sind. Daraufhin versucht er vor Ort herauszufinden, was sich dahinter verbirgt. Doch die Wahrheit ist viel weitgreifender und erschreckender als angenommen.

Dawid Twohy, der mit “Pitch Black” zeigte, das er es versteht, aus wenig Budget viel zu machen und danach bewies, das man ihm auch besser nicht mehr Geld zur Verfügung stellen sollte (”Riddick”), schrieb auch gleich das Drehbuch zu dem spannenden, wenn auch nicht immer ganz logischn Streifen.Bild hinzufügen

Charlie Sheen sieht man eh immer gerne und auch Ron Silver, der meiner Meinung viel zu wenig gute Rollenangeote in Majorfilmen bekam, spielt seine Rolle als zwielichtiger Chef, der ein Geheimnis verbirgt, absolut überzeugend.

Sicher, die Effekte würden heute deutlich besser aussehen und an manchen Stellen merkt man dem Film das eher geringe Budget auch an, das macht ihn auf der anderen Seite aber auch symphatisch, zumal Twohy das durch gute Einfälle (ich sage nur “Staubsauger” und “Badewanne”) und ständig wechselnde Schauplätze wettmacht.

Die 110 Minuten gehen rum wie im Flug und man bekommt sofort Lust auf die Fortsetzung, die allerdings bei weitem nicht so gut ist wie der Vorgänger .

Wer diesen Film noch nicht gesehen hat und auf Geschichten um Außerirdische steht, kann getrost zugreifen.

IM AUGE DES WOLFES (Koch Media)

am 26. September 2017 unter Action, Reviews, Suspense, Thriller abgelegt

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Yanis Zeri und sein Team, bestehend aus seinem jüngeren Bruder Amine, Eric, Yasser und Franck, haben sich auf Überfälle von Transportern spezialisiert. Davon kann man ganz gut leben. Leider begeht jedoch Amine in seiner Gier einen schweren Fehler und man steht plötzlich in der Schuld einer großen Gang, mit denen nicht zu spaßen ist. Die verlangt von Yanis das er einen weiteren Überfall auf einen Transporter mit Drogen durchführt – erst dann ist seine Schuld getilgt. Zunächst scheint alles glatt zu laufen, doch dann kommt es zu einer Katastrophe.

Die Geschichte hört sich im ersten Moment etwas beliebig und bekannt an, hat aber doch einige Facetten, die man so noch nicht gesehen hat.

Zum Beispiel spielt die Polizei in diesem Streifen eigentlich gar keine Rolle, sondern es geht um 2 Verbrecherbanden, die ihre Coups aus völlig unterschiedlichen Motiven durchführen und die sich plötzlich im persönlichen Krieg befinden,

Obwohl auch Yanis Bande natürlich nicht wirklich zu den Guten gehört, ergreift man doch automatisch Partei als Zuschauer für diese, was einen interessanten Schachzug des Drehbuchs darstellt.

Zudem werden im Laufe des Films auch die Familienmitglieder der kleinen Gang vorgestellt. Dies passiert aber auf sehr geschickte Weise, denn statt den Zuschauer mit ewig langen Einführungen der Charaktere zu langweilen, baut man die Vorstellung der Figuren, die gegen Ende alle eine wichtige Rolle übernehmen, nebenbei und ohne viel Zeitaufwand ein.

Sami Bouajila sieht man eigentlich immer gerne. Kaum einer verkörpert den bedächtigen, französischen Gangster mit Migrationshintergrund (huch das darf man ja heute gar nicht sagen) so gut wie er. Er muss jedoch auch etwas aufpassen, das er auf diese Rolle nicht zu sehr reduziert wird, denn viele seiner Charaktere sind doch recht ähnlich. Die anderen Schauspieler sagen mir persönlich nichts, bieten aber gute Leistungen.

Frankreich hat sich in den letzten 15 Jahren zu einem wirklich guten Land gemausert, was das Genre Action-Thriller angeht. Das fing eigentlich mit DAS TÖDLICHE WESPENNEST an. Seitdem schwappen immer wieder spannende und meist sehr kurzweilige Streifen zu uns herüber.

Fazit: Auch durch die recht knackige Laufzeit gibt es hier kaum Längen und die Story ist nicht uninteressant. Zudem geht es hier an manchen Stellen recht heftig zur Sache. Die Figuren wirken für einen Film dieses Genres überraschend glaubwürdig.

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EINER GEGEN ALLE (Koch Media)

am 26. September 2017 unter Reviews abgelegt

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Die russische Mafia plant ein großes Ding, nämlich den Einbruch in eine Bank mit einer ganz sicheren Rückzugsmöglichkeit. Dazu heuert man Victor an, der bekannt dafür ist, auch komplizierte Safes zu knacken. Für diesen hat man sich etwas ganz besonderes ausgedacht. Mit dabei ist auch Rapido, ein guter Freund des Diebes, der sich aber mittlerweile mehr den Drogen hingibt, statt konstruktiv etwas zu leisten und das schlimmste daran ist, dass er das Geheimnis von Victor kennt. . Der ist nämlich Undercover-Agent der Polizei.

Nichts Neues an der verdeckten Ermittler-Front. Das haben wir so oder so ähnlich nun wirklich schon sehr oft gesehen. Der letzte Teil des Films bringt aber immerhin eine interessante Wende, mit der man nicht wirklich rechnen kann.

Schauspielerisch liefert Javier Gutiérrez mal wieder die beste Leistung ab. Der Rest des Castes ist solide, aber nicht wirklich überragend. Dazu gesellen sich mal wieder jede Menge Russenklischees – das dürfte Putin nicht gefallen.

Wieso der Film übrigens EINER GEGEN ALLE heißt, kann ich nicht wirklich nachvollziehen, denn der Titel passt eigentlich gar nicht zu dem was man hier sieht. Wer ist denn der eine? Victor? Und was ist dann mit Rapido und dem Chef der Polizei? Na gut, über die dusselige deutsche Namensgebung habe ich mich ja schon oft genug aufgeregt, diese ändert ja auch nicht wirklich was an der Qualität des Films und die ist ok.

Denn unter dem Strich bleibt ein grundsolides Drama mit Thriller-Elementen und ein wenig klassischer Polizei-Arbeit. Der Streifen hat mich einigermaßen unterhalten und ist für eine einmalige Sichtung in Ordnung, nur sind eben die Geschichten um verdeckte Vermittler-Einsätze zu oft erzählt worden und können, wenn man dann als Zuschauer erfährt, das der eigentlich böse Kerl ja ein Cop ist, nicht mehr wirklich überraschen und genau dieses Problem hat auch dieser Streifen.

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STEPHEN KING SPECIAL: KATZENAUGE/WERWOLF VON TARKER MILLS (Koch Media)

am 18. September 2017 unter Horror, Klassiker, Reviews abgelegt

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Mitte und Ende der 80er erlebten KING Verfilmungen ihre absolute Hochzeit. Ich glaube kein Autor wurde so oft in Bildern umgesetzt, wie der Meister des Grauens.

KOCH veröffentlicht nun 2 dieser Streifen, von denen insbesondere der eine Kultstatus genießt.

KATZENAUGE sind 3 Kurzgeschichten, die eigentlich nur lose verbunden sind, eben durch ein Kätzchen das 3 Abenteuer erlebt. Die beiden ersten Geschichten sind auch heute noch sehr unterhaltsam.

James Woods versucht sich, das Rauchen abzugewöhnen und sucht dabei professionelle Hilfe auf. Diese Firma greift jedoch zu recht unorthodoxen Methoden, um dem Kunden die Sucht auszutreiben.

Im Zweiten Teil begeht Robert Hays den Fehler mit der Frau eines Millionärs und Zockers anzubandeln. Der kommt beiden auf die Schliche und bietet dem Nebenbuhler einen perfiden Deal an.

Dia letzte Geschichte hat das Problem, das die Effekte überholt sind, denn der kleine Schurke, der die kleine Drew Barrymore heimsucht, wirkt heute doch sehr antiquiert.

DER WERWOLF VON TARKER MILLS hat ein ähnliches Problem, denn natürlich sind über 30 Jahre später in Sachen Effekte ganz andere Dinge möglich. Dennoch ist die Geschichte spannend erzählt und mit Gary Busey und Corey Haim (den ich früher unheimlich gern gesehen habe, der aber leider Suizid beging) auch ordentlich besetzt.

Das kleine Städtchen TARKER MILLS wird von einer grauenhaften Mordserie erschüttert. Menschen werden auf bestialische Weise abgeschlachtet. Nur der an den Rollstuhl gefesselte Marty glaubt zu wissen, wer dafür verantwortlich ist. Doch niemand hört ihm zu – außer seiner Schwester, mit der er den Kampf gegen das Wesen aufnimmt.

Für Sammler der Verfilmungen sind beide Veröffentlichungen sicherlich Pflicht. Denjenigen kann ich auch gutes berichten, denn was hier in Sachen Bild herausgeholt wurde, ist schon fast sensationell, zumindest auf meinem Plasma-TV.

KATZENAUGE unterschiedet sich von neueren Produktionen lediglich durch die etwas blasseren Farben, ansonsten ist Bildrauschen nahezu nicht vorhanden. Ebenso gelungen auch die andere Restauration. Dort blitzt es anfangs ein paar Mal, danach ist das Bild aber genauso gut. Da hat man wirklich tolle Arbeit geleistet.

Fazit: 2 Veröffentlichungen für King Fans. Die Umsetzung ins Jahr 2017 ist hervorragend gelungen. Zudem sind beide Streifen, wenn man bei den Effekten Abstriche macht, auch heute noch gut ansehbar.

BEVOR DER WINTER KOMMT (Polyband/WVG)

am 05. August 2015 unter Reviews abgelegt

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Paul ist ein erfolgreicher Arzt und seit 30 Jahren glücklich mit Lucie verheiratet. Doch in einer Bar lernt er die junge und unkomplizierte Lou kennen. Sie versucht auch, sich ihm anzunähern, doch Paul wehrt dies ab. Als der Arzt plötzlich täglich Blumen geschickt bekommt, ist er sich sicher, das diese von ihr stammen. Als er bei einer OP einen Zusammenbruch erleidet wird er beurlaubt. In dieser Zeit macht er sich viele Gedanken. Ist seine Ehe noch in Ordnung? Wieso ist ihm sein Sohn so fremd geworden? Als Paul Lou wiedertrifft, kommen ihm immer mehr Zweifel an seinem Leben…

Selten habe ich einen Film gesehen, der in der A-Note fast nichts richtig macht, in der B-Note aber eigentlich die volle Punktzahl erhalten müsste.

Erstere verteile ich immer für die Geschichte und die ist hier einfach zu langatmig erzählt, zumindest für einen Film der auf eine satte Laufzeit von 110 Minuten kommt. Zu viele Dinge wiederholen sich und die Story geht nicht wirklich nach vorne. Als man nach einer guten haben Stunde glaubt, das der Film nun ein wenig Spannung bekommt, bremst Regisseur Phillippe Claudel diese sofort wieder aus.

Das ist schade, denn sonst macht er hier wirklich alles richtig. Der Cast ist brillant. Insbesondere Frau Scott Thomas spielt ihre Rolle überragend. Daniel Auteil ist ganz schön rund geworden, schauspielerisch aber natürlich über jeden Zweifel erhaben.

Dazu gesellen sich schöne Kameraaufnahmen, ein glasklares Bild und ein wirklich gelungener Soundtrack. Hier kann man echt nicht den Ansatz eines negativen Punktes vergeben.

Doch leider zieht sich eben die Geschichte zu sehr.

Trotzdem gebe ich dem Film im Gesamteindruck noch eine gute Bewertung, wobei hier mit etwas mehr Spannung und einer Straffung der Laufzeit deutlich mehr möglich gewesen wäre.

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ANOMALIE (Maritim/Alive)

am 07. Juli 2015 unter Reviews abgelegt

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Christy ist eine sogenannte Träumerin. Sie sieht dort sowohl Dinge die bereits passiert sind, als auch welche die in der Zukunft passieren werden. Eines Tages taucht in einem Traum ein kleiner Junge auf, der sehr traurig zu sein scheint. Mit zunehmender Dauer sieht sie diesen auch im realen Leben als Flashback. Als die ersten ihrer Freunde tot aufgefunden werden, vermutet sie, das dieser Junge damit etwas zu tun hat und forscht nach…

ANOMALIE schreit praktisch in jeder Minute „ich hätte ein toller Film werden können wenn….“, doch leider bleibt es nur bei Durchschnitt.

Die Schauspieler agieren teilweise auf eher bescheidenem Niveau, wobei die beiden Hauptcharaktere ihre Sache gut machen. Der Junge hingegen sieht klasse aus, richtig spooky gestylt, hat aber für meine Begriffe zu wenig Screentime. Die Wende am Ende ist durchaus gelungen, wenn auch nicht ganz unvorhersehbar.

Die Synchronisation befindet sich wieder eher in der unteren Qualitätsskala, wobei ich mir abgewöhnt habe, das in die Bewertung einfließen zu lassen, weil da ja weder Regisseur noch der Film etwas für können.

Allerdings habe ich mich die 90 Minuten auch nicht gelangweilt, nur wären eben noch sehr viel mehr Möglichkeiten da gewesen, das ganze etwas gruseliger zu gestalten.

Fazit: Solider kleiner Horrorfilm mit geringem Budget aber einem wirklich gruseligen Geist. Die FSK 18 Freigabe ist ein Witz.

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FREEDOM WRITERS (Paramount)

am 02. April 2015 unter Reviews abgelegt

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Man kann sie mögen oder nicht – Hilary Swank hat schon sehr viele verschiedene Rollen verkörpert, die andere ihrer Zunft in ihrem ganzen Leben wohl nicht schaffen werden. Das spricht für sie. Außerdem hat sie ein wirklich gutes Gespür bei ihrer Rollenauswahl.

In „Freedom Writers” verkörpert Swank die unerfahrene, aber dennoch engagierte Lehrerin Erin Gruwell, die einer hoffnungslosen Klasse zugeteilt wird. Die unterschiedlichen Rassen mögen sich nicht und der Unterricht ist eigentlich nur eine Farce. Doch eines Tages ändert eine kleine Zeichnung die festgefahrene Meinung der Kids. Als „Miss G” diese einem Schüler entwendet und darauf einen Afroamerikaner erkennt, mit den für ihn typischen Merkmalen wie die dicken Lippen, schafft sie es der Klasse klarzumachen, dass sie auch in ihrer Gang nichts sind – sollten sie erschossen werden, sind sie keine Helden, sondern nach einigen Wochen einfach nur vergessen. Das rüttelt die Schüler erstmals wach. Dann beginnt sie über das Dritte Reich und den Holocaust zu erzählen und schafft es die Jugendlichen für die Geschichte zu interessieren. Da die Schulleitung allerdings nicht gewillt ist, sie in ihren außergewöhnlichen Methoden zu unterstützen, nimmt Gruwell noch zwei Nebenjobs an, um den Jugendlichen Büchern zu kaufen und ihnen einen Ausflug ins Museum für Geschichte zu ermöglichen. Daran geht letztendlich auch ihre Ehe kaputt. Doch Gruwell kämpft weiter für ihre Klasse. Die Schüler sollen fortan Tagebücher schreiben, die sich die Lehrerin (wenn die Person es möchte) ansehen wird. Was sie da teilweise zu lesen bekommt, schockiert sie zutiefst. Ihre ungewöhnlichen Maßnahmen an die Kids heranzukommen, stoßen zudem nicht auf viel Gegenliebe bei dem Direktor und seiner Assistentin. Zudem hat „Miss G” nicht die Befähigung, die Klasse auch noch in den nächsten Jahren zu unterrichten, da sie keine Erfahrung mit Elftklässlern hat und auch nicht die nötigen Voraussetzungen mitbringt. Doch die Schüler kämpfen um ihre Lehrerin, die sie aus der Lethargie und ihren festgefahrenen Meinungen und Vorurteilen herausgerissen hat.

Der Inhalt dieses Films ist wesentlich komplexer als es zunächst den Anschein hat. Insbesondere die Geschichte über Hitler und den Holocaust nimmt eine große Zeit des Films in Anspruch und bewirkt den Wandel in den Köpfen der Schüler.

Jeder, der sich die Geschichte des Films auf der Cover-Rückseite durchliest, wird sofort sagen „Ach nee, wieder ein dämlicher Dangerous Minds-Abklatsch”. Doch das Gegenteil ist der Fall. Da, wo der Film mit Michelle Pfeiffer nur an der Oberfläche kratzte, sticht „Freedom Writers” tief hinein.

Sowohl die Lehrerin als auch das „Freedom Writers”- Projekt (welches beinhaltete, dass alle Schüler ihre Tagebücher am Ende des Schuljahres in eine Buchform brachten) sind keine erfundenen Figuren – die Personen gab es allesamt wirklich. Die echte Erin Gruwell kommt auch in den Extras zu Wort und zeigt sich beeindruckt von dem Film. Auch Hillary Swank schiessen beim Abschied nach den Dreharbeiten tatsächlich Tränen in die Augen. Das fand ich schon sehr ergreifend. Überhaupt lohnen sich bei diesem Film die Extras, da man dort die wahren Hintergründe genauestens geschildert bekommt.

Dass es ein Film dieses Genres schafft, bei mir an manchen Stellen Gänsehaut hervorzurufen, rechne ich dem Streifen hoch an. Die einfühlsame Erzählweise von Regisseur La Gravenese und das unbedarfte Spiel der Kids, die alle null schauspielerische Erfahrung mitbrachten, ergeben im Gesamtbild ein überzeugendes Werk, das zum Nachdenken anregt und nachhaltig Rassismus anprangert.

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HOME SWEET HOME (Mad Dimension/ALIVE)

am 19. November 2013 unter Horror, Reviews, Suspense, Thriller abgelegt

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Sarah und Frank kommen von einer Party zurück in ihr schickes Zuhause. Dort sind sie allerdings nicht alleine, denn bereits seit Stunden lungert dort ein recht fieser Verbrecher herum, der mal Lust hat ein paar Menschen zu quälen.

Das wars. Mehr gibt es nicht zu erzählen, denn dieser Film bietet einfach nicht mehr Handlung. Was sich jetzt allerdings relativ banal anhört, ist durchaus raffiniert inszeniert.

Alleine schon die 15-minütige Anfangssequenz, in der man den Eindringling in dem Haus herumlaufen sieht, wie er dieses ausspioniert und sich auf seine Bluttaten vorbereitet, sind durchaus atmosphärisch in Szene gesetzt und auch mal etwas Neues.

Überhaupt lebt der Film von der filigranen Kameraarbeit und den durchaus ordentlichen Schauspielern. Dazu gibt es gegen Ende noch eine kleine fiese Überraschung.

Der Splattergehalt ist nicht allzu hoch, die FSK Freigabe geht aber trotzdem in Ordnung.

Ein kleiner, feiner Thriller, der aus einer Minimal-Story fast das Maximum herausholt.

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