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Archiv der Kategorie 'Komödie'

ONE CUT OF THE DEAD (Koch Media)

am 29. Mai 2019 unter Horror, Komödie abgelegt

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In Panik und mit einer Axt in den zitternden Händen, versucht die junge Frau, sich ihren zombiefizierten (klasse Wortwahl) Freund vom Leib zu halten. Leider vergebens. Da stürmt plötzlich Higurashi wutentbrannt heran: Schon wieder hat sein semi-talentierter Cast eine Szene versaut – im 42. Take! Der Nachwuchsregisseur will doch einfach nur einen blutigen Zombiefilm drehen. Als aus heiterem Himmel echte Zombies auf der Bildfläche erscheinen, sind Higurashis Probleme gelöst. Flugs schnappt er sich die Kamera und hält damit auf seine Crew und die Schauspieler, die endlich in echter Panik vor den realen Untoten Reißaus nehmen.

Der Pressetext ist in diesem Fall mal wirklich gelungen – ich hätte es nicht besser schreiben können und wie man an diesen Zeilen erkennen kann, hat der Streifen eine wirklich witzige Grundidee.

Als ich auf imdb nachschaute strahlte mich hier eine 7,8 als Durchschnittsbewertung an, mit der ich so meine Probleme habe, denn seit wann mag man dort asiatische Horrorfilme mit Trash-Appeal?

Auch wenn ONE CUT OF THE DEAD durchaus unterhaltsame Momente hat, finde ich persönlich, das sich die Grundidee mit zunehmender Spieldauer ein wenig erschöpft. Als Kurzfilm, von sagen wir mal 30 Minuten, wäre das hier wirklich amüsant geworden, doch irgendwann ist es etwas ermüdend, den dauernd weglaufenden Darstellern beizuwohnen, zumal sich in der Geschichte auch nicht wirklich mehr was tut.

In den letzten Jahren fiel mir nun schon öfters auf, das viele neue Ideen auf den Markt kamen, die aber eben eher nicht geeignet sind für 90 Minuten oder deren Regisseure es nicht schaffen, eben diese unterhaltsam zu füllen. Ein Beispiel hierfür ist auch POLAROID, zudem es aber immerhin einen Kurzfilm gibt. Auch da ging die Langfassung nicht wirklich auf.

Fazit: Ich liege mit meiner Bewertung etwas unter dem allgemeinen Feedback. Die teilweise überragenden Kritiken im Internet, sowohl auf imdb als auch auf amazon, kann ich so nicht nachvollziehen. Habe ich da ein Kunstwerk verschlafen?

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HEARTS BEAT LOUD (Sony Pictures)

am 08. Mai 2019 unter Drama, Komödie abgelegt

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Der alleinerziehende Vater Frank Fisher bereitet sich seelisch und moralisch darauf vor, seine Tochter Sam aufs College zu schicken, denn sie möchte unbedingt Ärztin werden. Zur selben Zeit wird er gezwungen, seinen seit Jahrzehnten bestehenden Plattenladen zu schließen, mit dem er sehr schöne Erinnerungen verbindet. Frank überredet Sam dazu, ihre wöchentlichen Jamsessions in eine Vater-Tochter-Band umzuwandeln, in der Hoffnung, durch die Liebe zur Musik den Kontakt zu ihr aufrechterhalten zu können. Diese zögert zunächst, doch als ihre erster Song ein kleiner Hit wird und auf einer Indie-Playliste von Spotify erscheint, begeben die beiden sich auf eine musikalische Reise und mittlerweile ist sich auch Sam nicht mehr sicher, ob sie den Schritt noch vollziehen will, denn sie hat sich mittlerweile in Rose verliebt.

So ein wenig könnte man den Streifen als eine Mischung aus ONCE und HIGH FIDELITY beschreiben. Zudem ist er mir insgesamt ein wenig zu kurz. Viele Dinge werden nur grob angerissen und eigentlich gäbe die Geschichte Stoff für zumindest eine Mini TV-Serie her.

Das wäre alleine schon wünschenswert gewesen, wegen den hervorragenden Darstellern. Den grummeligen alten Rockvater, der den schönen Zeiten von früher hinterher trauert und der den Laden eigentlich nur noch aus Erinnerung führt, nimmt man Nick Offermann jederzeit ab. Auch Toni Colette sieht man immer wieder gerne, ebenso Sasha Lane.

Den absoluten Höhepunkt des Streifens stellt allerdings die unglaublich knuffige Kiersey Clemons dar, die eine sensationelle Leistung abliefert und noch dazu mehr als ordentlich singen kann, denn die Gesangsparts wurden von ihr selbst übernommen.

Der Soundtrack zu dem Streifen wird zudem so ziemlich jedem gefallen, der Musik von U2 (eher die früheren Sachen) und New Order mag. Hier wird zwar überall mächtig geklaut, dies jedoch auf eine dermaßen charmante Art und Weise, dass man dem Songschreiber Keegan De Witt (mir völlig unbekannt) das überhaupt nicht krumm nimmt. Der performt den Titelsong schon seit Jahren, allerdings gefällt mir die Version im Film deutlich besser.

Insgesamt ein schöner Film, der zwar anfangs den ein oder anderen kleinen Hänger hat, später dann aber zur Höchstform aufläuft. Trotzdem bin ich wie bereits erwähnt der Meinung, dass man viele Dinge noch etwas ausführlicher hätte erzählen können, obwohl der Streifen immerhin doch 93 Minuten geht. Vielleicht wollte ich aber auch nur einfach noch mehr von den Darstellern sehen und gute Musik hören.

Hätte Herr H. den Titelsong nicht zufällig auf seiner Facebook-Seite gepostet, wären mir Musik und Film nie über den Weg gelaufen. Daher ein Gruß. Wieso man allerdings im Zeitalter der BLU RAY und sogar 4K, diesen Streifen nur auf DVD veröffentlicht, wird wohl das Geheimnis der Firma SONY bleiben.

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THE DIAMOND JOB (Koch Media)

am 01. Mai 2019 unter Action, Komödie, Thriller abgelegt

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Die New Yorker Kleinganoven Eddie und Paul sind auf Bewährung und arbeiten in einem Diner, dessen Chef ein ziemlich fieser Drecksack ist. Da kommt ihnen das Angebot doch gerade recht nach London zu fliegen um für eine Dame einen Raubzug zu begehen. Zudem sind die 30000 Dollar pro Nase auch kein Pappenstiel. Also ab in die britische Hauptstadt und den Job erledigen. Leider ist dieser nicht ganz so einfach wie gedacht, denn das Objekt der Begierde hat durchaus auch einige andere Interessenten. Und welche Rolle spielt eigentlich ihre Auftraggeberin, de etwas biedere Katherine?

Nun ist die Story jetzt nichts wirklich Neues und der Film ist insgesamt doch deutlich konventioneller gestaltet als zuerst angenommen, denn der Vergleich mit Tarantino und Ritchie auf dem Cover ist schon weit hergeholt, wobei mir das wenig ausmachte, da ich beide nicht besonders mag. Letztgenannten zumindest noch eher, als den für mich völlig überbewerteten Tarantino, der ja immer kurz vor der Heiligsprechung steht.

Die erste Frage die sich mir aber stellt ist, wieso wandelt man den Titel BLUE IGUANA zu „Diamond Job – Gauner. Bomben und Juwelen“ um? Kann mir da jemand mal den Sinn erklären?Das ist ja genauso schlimm wie weiland GOTCHA im TV in „Küsse, Schüsse und SPIONE“ umzubenennen, zumal der Originaltitel auch den Film viel besser repräsentiert.

Zudem muss man schon anmerken, dass der Streifen in der deutschen Synchronisation schon einiges an Humor verliert, nicht weil diese schlecht ist, sondern weil es einfach nicht möglich ist, manche Dialoge so zu übersetzen, wie sie eben im englischen klingen. Insbesondere die Sprüche von Deacon sind da zu nennen. Trotzdem habe ich mehrfach laut gelacht, weil einige Gags doch wirklich saßen und recht trocken kommen.

Sam Rockwell sehe ich eh immer gerne und auch die anderen Darsteller, vor allem Ben Schwartz liefen hier eine durchweg gute Leistung ab. Zudem hat der Film ein paar erstaunlich clevere Wendungen zu bieten und auch der Schluss ist überzeugend – man hatte hier wohl auch Platz für eine Fortsetzung im Auge, die es aber wohl nicht geben wird.

Fazit: Amüsante und teilweise recht brutale Actionkomödie, die man sich aber, wenn man des englischen mächtig ist, im Original anschauen sollte.

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LORO (Universum Film)

am 10. April 2019 unter Biopic, Drama, Komödie abgelegt

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Italien im Jahr 2008: Das Land ist geprägt von der Gier nach Reichtum und Macht und im Mittelpunkt steht natürlich der Besitzer des AC MAILAND und ehemalige Ministerpräsident Silvio Berlusconi , dem alle in den Hintern kriechen, um ein bisschen Macht und Geld abzubekommen. Sergio zum Beispiel betreibt einen kleinen Callgirl-Ring und will ebenso wie seine Partnerin Tamara endlich auch seine Träume verwirklichen. Doch Berlusconi ist nur scheinbar der mächtigste Mann des Landes und der größte Medienmogul Europas. Er brütet auf seiner Sommerresidenz vor sich hin, ist ausgebrannt und hat mit zahlreichen Klagen zu kämpfen – seine Ehe ist ein Witz. Als ihn dann auch noch ein enger Vertrauter verrät, beschließt Berlusconi, sich nicht weiter dem Schicksal zu ergeben und wieder Ministerpräsident zu werden.

Wie es der beknackte Millionär immer wieder geschafft hat, sich in die Regierung wählen zu lassen, ist bis heute ein größeres Geheimnis als das, wer die Modern Talking Platten gekauft hat. Niemand konnte sie ausstehen, aber jede war auf Nummer Eins in den Charts und so ging es auch mit Berlusconi. Angeblich hassten ihn alle, aber es gelangen ihm mehrere Comebacks. Wenn die Italiener sonst keine Politiker hatten in dieser Zeit dann gute Nacht.

Das Ganze funktioniert als Satire auch recht ordentlich und lange Zeit wird auch der Name des Protagonisten gar nicht verraten, aber es ist eben auch ein Paolo Sorenntino Film. Ein Mann der ohne die sozialkritischen Komponenten nicht auskommt und der seinen Werken immer einen gewissen Anspruch verleiht.

LORO geht aber satte 2 ½ Stunden und irgendwann hat man dann doch die ganzen Intrigen und Ereignisse leid. Natürlich hält sich der Regisseur nur an wahre Geschehnisse und das Leben des Berlusconi kann man auch nicht schnell in einigen Minuten abhandeln – mir persönlich geht das ganze aber viel zu lang und manche Dinge wiederholen sich zu oft, zumal die satirische Komponente gegen Ende auch etwas weniger wird.

Eine Bewertung kann ich hier unmöglich abgeben, denn es wird viele geben die davon schwärmen, einige andere werden das ganze viel zu lang und streckenweise auch öde finden, besonders die, die die Geschichte des Berlusconi nicht kennen.

DAS SCHÖNSTE MÄDCHEN DER WELT (Universum Film)

am 19. Februar 2019 unter Drama, Komödie, Reviews abgelegt

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Roxy ist neu in der Klasse und gerade von ihrer alten Schule geflogen. Zudem hat sie null Bock auf die anstehende Klassenfahrt nach Berlin. Im Bus freundet sie sich mit dem sensiblen Außenseiter Cyril an, der sie mit seinem Wortwitz überrascht und den sie auch auf Anhieb gerne hat. Doch aufgrund seiner großen Nase, für die er nahezu täglich verspottet wird, denkt er eh, dass er bei ihr keine Chance hat . Roxy scheint sich außerdem mehr für den gutaussehenden Rick zu interessieren, der allerdings ein wenig hilflos wirkt und nicht gerade Intelligenz ausstrahlt. Als auch noch Aufreißer Benno ein Auge auf Roxy wirft und Cyril mitbekommt, dass es eine Wette gibt, wie schnell Benno sie ins Bett bekommt, versucht er Rick zu helfen und schreibt für ihn coole Songtexte und romantische SMS. Doch das erste Date wird natürlich eine Katastrophe und die Chancen von Benno scheinen wieder zu steigen.

Eine romantische Komödie – na da hat man ja hier den richtigen genommen um eine Bewertung abzugeben, denn das ist ein Genre, das mir normalerweise gar nicht liegt. Aber ich bin großer Kämpfer für den deutschen Film, deshalb habe ich mir diesen Streifen dann doch angesehen und war überrascht.

Die Geschichte ist sehr schön erzählt und die Chemie zwischen Luna Wedler und Aaron Hilmer passt einfach perfekt. Zudem gesellt sich mit Damian Hardung einer aus dem Club der roten Bänder dazu, der hier aber einen völlig anderen Charakter spielt.

In den Nebenrollen ist der Film ebenfalls gut besetzt worden. Insbesondere Heike Makatsch als Lehrerin, hat in ihrer rabiaten Art so manche Lacher auf ihrer Seite und Anke Engelke spielt die Mutter von Cyril überraschend zurückhaltend und glaubwürdig.

Was zudem verwundert ist, das in dem Film tatsächlich Musik aus dem Genre Hip-hop dominiert, was nun wahrlich nicht mein Fall ist. Insbesondere das deutsche dümmliche Aneinanderreihen von Fäkaltexten, welches bei den Kiddies heutzutage angesagt ist, nervt mich seit Jahren. Hier aber hat man wirklich gute Songs geschrieben und die Worte sind sehr poetisch und keinesfalls platt.

Das Ende ist von der Idee zwar sehr gelungen, aber sorry Leute, so läuft das im echten Leben leider nicht ab – dies kann ich aus eigenen Erfahrungen berichten und auch mein Umfeld hat diese gemacht. Mehr kann ich nicht dazu sagen, weil ich sonst spoilern würde.

Unter dem Strich ein durchgängig unterhaltsamer Streifen, der zwar im Grunde eine Komödie ist, untergründig jedoch auch Dinge wie Mobbing oder Verrohung der Jugend aufgreift und diese gut in die Geschichte integriert. Auch wenn mir das Ende einen Tick zu weit hergeholt wirkt, kann man hier trotzdem viele Chuckies vergeben, da der Gesamteindruck hervorragend ist.

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DAS HAUS DER VERGESSENEN/MEDIABOOK (Koch Media)

am 31. Dezember 2018 unter Horror, Komödie abgelegt

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Das Ghettokind Poindexter, den alle nur Fool nennen, geht auf Raubzug, um Geld für seine kranke Mutter zu besorgen. Mit zwei schrägen Einbrechern macht er sich auf ins schaurige Haus der reichen Robesons – und damit seinem Spitznamen “Fool” alle Ehre: Es entpuppt sich als regelrechte Festung, aus der es kein Entkommen gibt. Bei den Besitzern handelt es sich offensichtlich um ein mordlüsternes, geisteskrankes Geschwisterpaar. Die beiden Kumpels befinden sich bald auf deren Speisekarte, aber Fool bekommt Hilfe von der Tochter der beiden Irren, die im Haus eingesperrt ist, wie auch viele weitere Kinder im Keller-

Zwischen NIGHTMARE 3 und SCREAM, drehte der leider viel zu früh verstorbene Wes Craven noch diesen kleinen Horrorstreifen, der in weiten Teilen eher eine Komödie ist, die aber immerhin doch auch einiges an Blut parat hält. Dazu kommen wirklich witzige Einlagen (der Hund, der ungewollt durch das Haus „skatet“ schießt dabei den Vogel ab).

Ich fand, dass der Streifen, der mittlerweile ja auch schon 27 Jahre auf dem Buckel hat, die Zeit recht gut überstand, auch wenn manche Dialoge natürlich noch den typischen 80er Slang beinhalten und die Überzeichnung des vermeintlichen Ehepaars an manchen Stellen etwas over the top ist.

Jedoch packt Craven in seinen Streifen jede Menge Sozialkritik dazu, die zwar eher unterschwellig vermittelt wird, aber dennoch einen wichtigen Teil einnimmt.

Die Restauration ist mal wieder gut gelungen. Das Bild liefert satte Farben, keinerlei Rauschen und wirklich nur ganz selten kurze Blitzer, die aber glaube ich anderen Menschen, die nicht so genau hinsehen, gar nicht auffallen. Der Ton ist ebenfalls in Ordnung.

Das schöne Mediabook bietet zudem ein Inlay mit Infos zum Film und einigen Bildern. Als Extras gibt es unter anderem einen Audiokommentar von Wes Craven und ein Making of.

Fazit: Erstaunlich gut gealterte Fingerübung des Horrormeisters in einer technisch sehr zufriedenstellenden Variante. Wieso der der Streifen den dämlichen Titel HAUS DER VERGESSENEN trägt, wissen nur die Leute, die ihn 1991 so tauften – er passt nämlich nicht.

HOUSESITTER (Koch Media)

am 03. Oktober 2018 unter Komödie abgelegt

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Eigentlich hat Architekt Newton Davis alles, was er sich immer wünschte. Einen tollen Job, die große Liebe und sogar schon ein gemeinsames Traumhaus. Und dann kommt der große Knall: Becky hat nämlich überhaupt keine Lust zu heiraten und auch nicht mit ihm in diesem Haus zu wohnen. Da steht er nun – fast pleite, denn in dieses Gebäude hat er fast sein ganzes Geld hineingepumpt. Frustriert kommt es danach zu einem One Night Stand mit der Kellnerin Gwen. Das sieht diese aber ganz anders, denn als sie seine Geschichte hört, fährt sie einfach in die Kleinstadt, gibt sich als Ehefrau von Newton aus und zieht auch sofort ins Haus ein. Bis der „Gatte“ dies mitbekommt, hat sie mit ihrem Charme schon alle angesteckt und es scheint kein zurück mehr zu geben.

Wenn es etwas gibt, wo man immer befürchten muss, das es fürchterlich in die Hose geht, sind es Komödien aus den 80ern und Anfang der 90er. Der Humor hat sich heutzutage einfach zu sehr verändert und von wenigen Beispielen abgesehen („Dream Team“, „Immer Ärger mit Bernie“) fragt man sich immer, wieso man das alles mal lustig fand.

HOUSESITTER jedoch besteht den Test of Time erstaunlich gut. Die Dialoge wirken keinesfalls altmodisch und die Geschichte könnte auch heute so gedreht werden.

Goldie Hawn ist hier natürlich in einer Paraderolle zu sein, denn die quirlige, kleine Gattin von Kurt Russell, war schon immer prädestiniert für Komödien und feierte in diesem Genre auch die größten Erfolge, wie auch Steve Martin.

Um beide ist es aber mittlerweile sehr ruhig geworden. Ich kann mich nicht erinnern, einen in den letzten Jahren mal auf der Leinwand gesehen zu haben – wahrscheinlich genießen sie ihre Rente.

Das Bild des Streifens ist in Ordnung, hat in hellen Szenen jedoch hier und da mit Grieseln zu kämpfen, besonders bei den Außenaufnahmen. Der Ton ist in Ordnung, spielt bei einer Komödie aber auch nicht wirklich eine große Rolle.

Fazit: Spritzige und an machen Stellen wirklich urkomische Komödie, deren Ende allerdings ein wenig arg kitschig gerät. Trotzdem wirklich auch heute noch lustig und sehenswert, alleine schon wegen der beiden Hauptdarsteller.

GRINGO (Universum Film)

am 20. September 2018 unter Action, Komödie, Thriller abgelegt

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Harold Soyinka ging es blendend, als er morgens zur Arbeit aufbrach, doch dann kommt es knüppeldick. Erst erfährt er, das er faktisch pleite ist, danach scheint sich anzudeuten, dass die Firma verkauft werden soll und er seinen Job verliert und dann stellt er auch noch fest, das seine Frau fremdgeht – und das über Skype. Also übernimmt Harold die Initiative und täuscht eine Entführung vor, denn für gewisse Leute kann der gute durchaus gefährlich werden, denn er hat seit Jahren im Rahmen der Firmentätigkeit mit einem mexikanischen Drogendealer zusammengearbeitet – selbstverständlich ohne das zu wissen. Dieser benötigt aber ebenfalls seine Dienste und hält ihr für den Chef des Unternehmens. Und dann hetzt ihm sein wirklicher Boss auch noch seinen Bruder auf die Pelle, einen ehemaligen Söldner. So wird er plötzlich von der halben Welt gejagt – ohne genau zu wissen warum.

Diese Ausgangslage führt dann zu recht unterhaltsamen Abschnitten, in denen David Oyelowo als harmloser und hilfloser Angestellter, durchaus komödiantisches Talent beweist, obwohl er in der Vergangenheit doch eher anspruchsvolle Filme drehte. (NINA oder SELMA seien hier erwähnt)

Auch der Rest des Castes ist wahrlich hochkarätig. Charlize Theron, Joel Edgerton, Amanda Seyfried und einige andere mehr, tauchen hier teilweise sogar nur in kleineren Rollen auf.

Das Drehbuch ist fein ausgeklügelt, denn die ständig vorhandenen Wendungen sind nur schwer zu erahnen und gerade gegen Ende wird es dann komplett chaotisch, wobei das Wort in diese Fall positiv gemeint ist.

Allerdings dauert es ein wenig bis der Streifen in die Gänge kommt und man auch die Geschichte durchschaut. Zudem ist es gar nicht so einfach GRINGO einem Genre zuzuordnen. Actionkomödie triffts wohl am ehesten, wobei auch durchaus Thrillerelemente vorhanden sind.

Der Film ist an manchen Stellen überraschend brutal. Das fällt einem im ersten Moment gar nicht so sehr auf, doch wenn man mal genauer drüber nachdenkt, gibt es schon einige Szenen (Stichwort Kopfschuss oder großer Fußzeh) die nicht ohne sind. Von daher geht die FSK-Freigabe 16 auch durchaus in Ordnung.

Leider nimmt der Trailer in diesem Fall wieder zu viel vorweg und nahezu alle guten Szenen sind da bereits vorhanden. Ein Phänomen, das sich insbesondere bei Horrorstreifen oft beobachten lässt und da frage ich mich schon, wer so etwas zusammenschneidet.

Ich habe diesen erst im Nachhinein gehen und konnte ohne vorgefertigte Meinung oder Wissen an GRINGO herangehen und bin insgesamt positiv überrascht, denn insbesondere gegen Ende ist das Drehbuch, wie bereits oben kurz erwähnt, extrem pfiffig.

Sehen aber nicht alle so, denn die Durchschnittsbewertungen im Internet sind nicht besonders gut, was ich nicht verstehen kann. Ich fand GRINGO sehr unterhaltsam.

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DER GROSSE EISENBAHNRAUB (Koch Media)

am 24. Mai 2018 unter Klassiker, Komödie, Suspense abgelegt

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Der Londoner Gentleman-Ganove Edward Pierce plant mal wieder einen Coup, diesmal soll dieser aber ein besonderer sein. Als erster Dieb will er Mitte des 19. Jahrhunderts einen fahrenden Zug um eine größere Ladung Goldbarren erleichtern. Hilfe bekommt er hierbei von seinem alten Kumpel Robert Agar und seiner Geliebten Miriam. Doch das Unternehmen gestaltet sich schwieriger als gedacht.

Was soll ich hier noch mehr schreiben, die meisten dürften diesen Film eh kennen, in dem Michael Crichton, der die Vorlage schrieb, auch selbst Regie führte und einen erstaunlichen Cast auf die Beine stellte.

Sean Connery, Donald Sutherland und die damals noch relativ unbekannte Lesley-Anne Down, die später durch FACKELN IM STURM Berühmtheit erlangte, sind mit dabei.

An manchen Stellen wirkt der Streifen zwar etwas antiquiert (und das nicht nur weil er um 1850 spielt), insgesamt bietet er aber auch nach 40 Jahren noch durchaus solide Unterhaltung mit Sean Connery in einer Paraderolle.

Das Bild ist für Koch-Verhältnisse nicht so gut wie gewohnt. Man sieht doch in vielen Szenen einiges an Grieseln, Filmblitzer sind keine zu erkennen , aber das Ausgangsmaterial scheint in diesem Fall recht schlecht gewesen zu sein. Der Ton hingegen schallt in ordentlichem 2.0 durch die Boxen, was völlig in Ordnung geht, denn die Aufmotzung auf Dolby 5.1 oder noch höher klingt meistens gekünstelt.

Für Freunde des Streifens eine solide Veröffentlichung, mit einem Starensemble der Extra-Klasse.

HOUSE HARKER (Koch Media)

am 02. Mai 2018 unter Horror, Komödie abgelegt

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Die Brüder Charlie und Gerry Harker sind direkte Nachkommen des legendären Vampirjägers Jonathan Harker. Doch ihr Glaube an die Familiengeschichte rund um die Jagd auf Vampire macht sie in der heutigen Zeit nicht zu Helden, sondern zum Gespött der Stadt. Zudem gehen die Gelder aus und das Haus soll verkauft werden. Da kommt man auf eine geniale Idee. Mit Hilfe eines Schauspielers soll die Jagd auf einen „echten“ Vampir realisiert und gefilmt werden, was sicherlich mit einer netten finanziellen Spritze verbunden ist. Pech ist aber, das der engagierte Schauspieler wirklich auf der Hinfahrt auf einen Vampir trifft und dieser ihn um die Ecke bringt. Nun wartet eben ein echter Blutsauger auf die ahnungslosen Harkers…

HOUSE HARKER springt so ein wenig auf den Humor von TUCKER UND DALE auf, ohne jedoch dessen Qualität zu erreichen. Dafür sind leider einige Witze ziemliche Rohrkrepierer, andere komischerweise erstaunlich lustig. Ob da wieder die deutsche Synchronisation schale Gags eingebaut hat – es steht zu befürchten?

Die Idee an sich ist ganz putzig und das Finale ist mit der FSK Freigabe 16 fast schon grenzwertig. Vor 10 Jahren wäre der nicht mal ungeschnitten durchgegangen, doch bei Horrorkomödien ist man in der letzten Zeit doch etwas gnädiger geworden.

Die Charaktere sind zwar nicht wirklich glaubwürdig und die Nummer mit dem Stift hinter dem Ohr ziemlich bescheuert, dem entgegen stehen aber auch ein paar wirklich gelungene Einfälle.

Solche Filme sind dann immer schwer zu bewerten. Zudem tue ich mich grundsätzlich schwer mit Komödien aus dem Horrorgenre, weil sie einfach oft zu sehr in Quatsch abdriften. Dieser Film findet eine gesunde Mitte und ist recht unterhaltsam, wenn auch nicht der ganz große Wurf.

Scheinbar sind viele aber nicht meiner Meinung, denn die Kritiken in Internet sind erstaunlich gut.

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