Kalender

März 2017
M D M D F S S
« Feb    
 12345
6789101112
13141516171819
20212223242526
2728293031  

Videotie bei Twitter

  • Twitter hat Schluckauf...

Archiv der Kategorie 'Drama'

IMPERIUM (Universum Film)

am 06. Dezember 2016 unter Drama, Thriller abgelegt

289650

Nate Foster ist ein junger FBI-Agent, der allerdings nur im Innendienst eingesetzt wird. Seine Kollegin Angela glaubt jedoch, das er für einen Undercover-Auftrag bestens geeignet ist. Es geht ein Gerücht um, dass bald ein Anschlag vorgesehen ist, der von einer rechten Neonazi-Organisation durchgeführt werden soll. Gegen den Willen seines Chefs begibt sich Nate in diese Szene und muss neben dem Äußeren auch seine kompletten Gewohnheiten ändern. Mit Ausnahme von Angela weiß niemand, das er nun dort undercover ermittelt. Es gelingt ihm jedoch relativ schnell Fuß zu fassen, wobei ihm sein breites Wissen hilft. Je weiter er jedoch zu den hohen Tieren der Szene gelangt, desto gefährlicher wird es für ihn.

IMPERIUM ist der erste Film den ich mit Radcliffe sehe, bei dem ich nicht immer gleich an Harry Potter denken muss. Das liegt sicher zum einen an seinem Äußeren, als auch seiner Rolle, in der er natürlich komplett gegen den Strich besetzt ist. Seine Darstellung ist, das kann ich nicht anders sagen, grandios. Ihm zur Seite steht Toni Colette, über deren Qualitäten sich eh nicht streiten lässt.

Nun sollte man aber etwas aufpassen, denn der Trailer lockt einen ein wenig auf die falsche Fährte, denn IMPERIUM ist kein Thriller, sondern ein Drama mit vielen spannenden Momenten. Der oft genannte Vergleich mit AMERICAN HISTORY hinkt dabei doch stark, denn der Ansatz ist hier ein völlig anderer.

Was hier sehr gut herausgearbeitet wurde ist, das es in der rechten Szene sowohl totale Hohlbratzen gibt, die es einfach geil finden da mitzulaufen, sowie auch hochintelligente Menschen, die die deutlich größere Gefahr darstellen. Denn ein unauffälliger Familienvater ist hier eigentlich der größte Drecksack, obwohl er nach außen ein unscheinbares Leben führt, während ein Hassprediger nicht mal im Ansatz so gefährlich ist, wie er scheint.

Fazit: Spannendes Drama, mit hervorragenden Darstellern. Insbesondere Radcliffe habe ich noch nie so gut gesehen. Wen die Thematik interessiert, kann bedenkenlos zugreifen.

6-chucky121222241134116222445322

CARACAS, EINE LIEBE (Universum Film)

am 06. Dezember 2016 unter Drama abgelegt

280551

Als der Zahntechniker Armando von der Rückkehr seines Vaters erfährt, gerät sein geordnetes Leben aus der Bahn. Beide verbindet ein traumatisches Kindheitserlebnis, über das Armando nicht sprechen will. Zudem holt er sich regelmäßig junge Kerle ins Haus, um sich vor ihnen zu befriedigen. So auch Elder, einen kriminellen Straßenjungen, den Armando kurz zuvor kennengelernt hat und der sich zusehends in ihn verliebt. Um ihm zu gefallen und nah zu sein, ist Elder bereit, dessen Vater zu töten.

Juhu Kunst, Endlich mal wieder ein Film für sämtliche Feuilleton-Seiten der TAZ, WELT oder sonstigen Gazetten.

Ich persönlich habe es wirklich geschafft, den Film komplett durchzuhalten, was meiner Meinung nach einer meiner größten Leistungen der letzten zwanzig Jahre darstellte.

Der Film ergibt (für Kunstbanausen wie mich) überhaupt keinen Sinn. Wieso Armando so handelt ist schon nicht nachvollziehbar, warum sich allerdings ein Stock-Hetero ausgerechnet in einen 30 Jahre älteren Mann verliebt, bleibt komplett ungeklärt.

Ebenso wirr ist es, das Elder Armando beim ersten Treffen zusammenschlägt, letzterer ihn aber wieder und wieder aufsucht. Wo liegt da bitte der Sinn, zumal Armando ja doch gar nicht schwul zu sein scheint. Jetzt komplett verwirrt? So gings mir auch.

Die Goldene Palme gabs für diesen Streifen, was eigentlich unfassbar ist, Anscheinend muss man für so einen Preis nur einen wirren Film einreichen, der zudem teilweise auf einer Szene die 10fache Zeit verharrt, als notwendig und man dadurch ständig gegen den Schlaf ankämpft.

Für mich ist das hier Caracas, eine Grütze.

2chuckys

THE ONES BELOW (Meteor/Alive)

am 30. November 2016 unter Drama, Suspense, Thriller abgelegt

Download

Kate und Jack wohnen in einem schönen kleinen Haus in London und sind überglücklich, denn sie erwarten ihr erstes Kind. Als neue Nachbarn ins leerstehende Erdgeschoss ins Untergeschoss einziehen, scheint zunächst alles perfekt, denn auch Theresa ist schwanger. So freunden sich die beiden Frauen schnell an. Man trifft sich dann zu einem gemeinsamen Abendessen, bei dem Theresa ein wenig viel Alkohol trinkt. Als sie und ihr Mann gehen wollen, stolpert Madame über die Katze die vor der Tür sitzt und das Unheil nimmt seinen Lauf. Theresa verliert ihr Kind und sie und ihr Mann geben Kate und Jack die Schuld dafür. Wenige Tage später sind sie ausgezogen, kommen aber nach ein paar Wochen wieder zurück und entschuldigen sich für die bösen Worte und die Anschuldigungen, scheinen jedoch irgend etwas im Schild zu führen.

THE ONES BELOW ist ein kleines, aber feines Drama mit reichlich Thriller-Elementen, das erstaunlich gut besetzt ist. David Morrissey kann sich seit WALKING DEAD vor Angeboten kaum mehr retten und auch Clemence Poesy sehe ich sehr gerne.

Was den Film von vielen anderen Thrillern abhebt ist, das er praktisch NUR im Hellen spielt. Man geht ja immer davon aus, das man im Dunkeln bessere und spannendere Szenen einfangen kann, aber hier ist wirklich nahezu alles am Tag gedreht. Das sieht man so selten.

Die Story ist jetzt nicht sonderlich originell und man ahnt relativ schnell wie der Hase läuft. Das macht aber nichts, da ansonsten das Gesamtpaket absolut stimmig ist.

Das David Farr hier seinen ersten Spielfilm abliefert, sieht man an ihm nun wirklich nicht an. Der Streifen hat meiner Meinung nach den Look eines A-Movies, auch weil die Einrichtungen des Hauses und der Garten sehr edel ausgestattet wurden.

Unter dem Strich ein netter kleiner Thriller für zwischendurch, der zwar nicht lange haften bleibt, aber dennoch erstaunlich gut unterhält.

5-chucky2233122333311112313142312

EQUALS (Koch Media)

am 22. November 2016 unter Drama, SciFi abgelegt

279724

Nachdem die Welt von einem atomaren Krieg heimgesucht wurde, schalteten Wissenschaftler bei Menschen die Emotionen ab. Diese arbeiten, essen, gehen nach Hause und schlafen. Eine recht unbefriedigende Existenz, die viele das Leben kostet, da sie in ihrem Dasein keinen Sinn erkennen und sich das Leben nehmen. Auch Silas und Nia gehören zu dieser Gattung. Doch beide verspüren mit der Zeit eine gewisse Anziehungskraft. Als sie sich heimlich treffen, lernen sie kennen, wie schön es ist, einen anderen Menschen zu berühren und ihm nahe zu sein. Diese Treffen häufen sich, sind aber sehr gefährlich, denn werden sie entdeckt gelten sie als „infiziert“ und werden aus dem Verkehr gezogen. Dann wird Nia schwanger….

In diversen Foren habe ich nun schon mehrmals gelesen, das EQUALS eine Kopie von Equilibrium darstellt. Das einzige was die Filme gemeinsam haben ist, das man die Emotionen der Menschen unterdrückt. Ansonsten hat letztgenannter, auch mit der Verbrennung der Bücher und dem extra entwickelten Kampfstil meiner Meinung nach einen ganz anderen Ansatz und gehört nicht einmal dem gleichen Genre an.

Stilistisch erinnert EQUALS stark an den von mir sehr geschätzten GATTACA, verfeinert jedoch noch dessen Look, was wohl auch daran liegt, das man heute technisch mehr Möglichkeiten hat.

Wenn man schon Vergleiche zieht, dann fällt mir eine Platte von Mike Batt namens ZERO ZERO ein, die es auch als Video gibt. Diese könnte durchaus Vorbild für EQUALS gewesen sein. Auch da verliebt sich ein Mann in ein Mädchen, obwohl dies eigentlich gar nicht mehr möglich scheint.

Meine Begeisterung für Kristen Stewart und Nicholas Hoult hält sich eigentlich stark in Grenzen, doch was die beiden hier bieten, besonders in den Szenen, in denen sich beide annähern, ist emotional fast schon ergreifend.

Frau Stewart ist in der letzten Zeit eher in kleineren Filmen zu sehen, was ihr sichtlich guttut. Auch in CAMP-X-RAY lieferte sie bereits eine sehr gute Leistung ab.

EQUALS ist ein hervorragendes Drama mit tollen Schauspielern und einer subtilen Handlung. Wer hier viel Action erwartet, wird gänzlich enttäuscht.

Mich persönlich hat das nicht im Geringsten gestört, es wird aber auch Leute geben die maulen „da passiert doch nix“. Tut es wohl, nur eben auf einer anderen Ebene. Nichts für das Mainstream-Publikum.

6-chucky12122224113411622244532

05chucky11221112122

DER NACHTMAHR (Koch Media)

am 22. November 2016 unter Drama, Horror abgelegt

DNM_Artwork-Poster.indd

Tina ist 17 Jahre alt und ständig in den Berliner Discotheken unterwegs. Doch bei einer Poolparty bricht sie zusammen. Danach ist nichts mehr so wie es war, denn sie hat nun einen Begleiter. Ein kleines merkwürdiges Wesen, das aber anscheinend nur sie sehen kann. Ihre Eltern halten sie für verrückt und überlegen sie in die Klapse zu stecken. Mit der Zeit jedoch gewöhnt sich Tina an ihren neuen Freund, und spürt eine seltsame Nähe, denn seinen Schmerz fühlt auch sie. Doch kann wirklich nur sie dieses Kreatur sehen?

Mit dieser Frage spielt der Film eigentlich die komplette Laufzeit und bildet den zentralen Kernpunkt der Geschichte.

Für einen deutschen Streifen ist DER NACHTMAHR schon reichlich skurril und bricht Genre-Konventionen, wobei ich dieses Tierchen von Anfang an eher putzig, denn abstoßend finde.

Die mir komplett unbekannte Carolyn Genzkow meistert ihre schwierige Rolle hervorragend, denn sie muss gerade im emotionalen Bereich viele verschiedene Facetten zeigen. Das sie im ganzen Film recht heiße Klamotten trägt, dürfte den männlichen Zuschauern zudem gefallen.

Der Film gibt im Vorspann schon eine Warnung, das er ziemlich laut ist und das nervt manchmal wirklich ein bisschen. Am besten sollte man die Fernbedienung bereithalten, denn von einem leisen Gespräch springt der Ton plötzlich auf Hardcore-Techno um – teils ohne Vorwarnung.

Im Internet habe ich gelesen, das der Film gerade einmal 100.000 EURO gekostet hat. Das sieht man ihm nun wirklich nicht an, und so richtig glauben kann ich es auch nicht, denn das ganze wirkt wirklich wie ein professioneller A-Film, nur eben aus deutschen Landen.

Leider fällt es mir schwer eine Bewertung zu verteilen, da ich ja immer versuche, diese einigermaßen neutral zu halten. Ich persönlich finde den Film gelungen, bin aber auch Fan des deutschen Independent-Kinos. Ich bin mir sicher viele werden hier den Kopf schütteln. Ein klassisches Love it or hate it Ding. Daher entfällt die Bewertung.

THE DEVIL YOU KNOW (Tiberius)

am 22. November 2016 unter Drama, Thriller abgelegt

124811

Zoes Schauspiel-Karriere ist auf dem aufsteigenden Ast. Ihr Problem ist aber, das ihre Mutter, eine ehemalige Diva, imaginär über ihr thront. Diese beendete ihre Karriere, als ihr Mann erschossen wurde. Der Mörder wurde nie gefunden und ein Restverdacht gegen Kathryn blieb immer zurück. Dann bekommt sie wieder Drohbriefe, inmitten den Vorbereitungen zu ihrem geplanten Comeback. Versucht Zoe ihre Rückkehr zum Film zu verhindern oder ist es etwa Kathryns neuer Ehemann?

Die Story hat ein durchaus beachtliches Potenzial. Was man jedoch hier raus macht ist mehr als ernüchternd, denn der Film pendelt hilflos zwischen Mutter-Tochter Konflikt und Möchtegern-Thriller hin und her, ohne jemals in Schwung zu kommen.

Wie man es dann schaffte Rosamund Pike und Lena Olin für diese beiden Rollen zu gewinnen ist mir schleierhaft. Dazu gibt es einen 1-minütigen (!) Auftritt von Jennifer Lawrence, die auf dem Cover aber groß erwähnt wird. Auch deren Auftritt ist mir unerklärlich. Kam sie zufällig mal am Set vorbei? Oder bot man ihre für diese Mörderrolle Geld das sie nicht ausschlagen konnte?

Das dramatische an allem ist, das der Streifen handwerklich absolut sauber inszeniert ist. Die Regie und die Kamera sind exzellent und auch die Atmosphäre stimmt – nur die Geschichte trägt eben den Film nicht, der nach 63 !!!! Minuten mit dem Abspann beginnt.

Fazit: Ein merkwürdiger Film, der einen mit vielen Fragen zurücklässt und die beziehen sich weniger auf die Geschichte sondern auf die Entstehung dieses Streifens.

2chuckys

05chucky11221112122

SING STREET (Kinowelt)

am 08. November 2016 unter Drama, Komödie abgelegt

286081

Irland in den Achtzigern. Conor wächst in Dublin auf – seine Familie ist relativ arm und in der Schule ist er auch Außenseiter. Durch seinen Bruder und dessen umfangreicher Plattensammlung, entflieht er durch Musik aus der Tristesse. Dann lernt er eines Tages die hübsche Raphina kennen und bittet sie in dem neusten Video seiner Band mitzuspielen. Die freut sich über das Angebot und sagt zu. Das kleine Problem ist nur: Er hat gar keine Band. Doch die ist schnell gefunden, denn einige andere Jungs, die ebenfalls eher Außenseiter sind, beherrschen zum Glück einige Instrumente. So wird in wenigen Tagen die Band SING STREET geboren. Als sie ein Stück von DURAN DURAN covern meckert Conors Bruder das Kopien sinnlos sind und man eigenes erschaffen muss. Also beginnt Conor Songs zu schreiben und die sind erstaunlich gut.

SING STREET ist ein fantastisches Kleinod. Natürlich richtet sich der Streifen eher an die Generation Ü 40, da jüngere viele Dinge und auch das Lebensgefühl der 80er nicht nachvollziehen können.

Ferdia-Welsh Peelo, der noch nicht eine (!) einzige Filmminute auf seinem Konto hat, spielt Conor so klasse, dass ich mich komplett in ihn hineinversetzen konnte, da er soweit von meiner Person und meinem damaligen Charakter nicht entfernt war. Aber auch die anderen Jungs der Band sind so putzig, das man sie alle sofort totknuddeln könnte.

Eine sensationelle Idee war es, das Conors Bruder sehr viele Stilrichtungen der 80er hört und somit die Band nach jedem neuen Input anders klingt. Zwischen Hall and Oates, Duran Duran, Jam und Cure ist alles dabei.

Zu dem jeweils neuen Song wechselt Colon auch immer das Outfit. Sieht er heute noch aus wie Robert Smith von CURE, gleicht er eine Woche später Tony Hadley von Spandau Ballett. Und auch die Songs klingen dann nach der jeweiligen Band und das ohne billige Plagiate zu sein. Ein interessanter und sehr kreativer Einfall  wie ich finde.

Für die Songs selbst zeichnet Gary Clark verantwortlich, der Ende der 80er Jahr mit der Band Danny Wilson kleinere Erfolge feierte. Da ich beide Alben der Band besitze und sie grandios finde, trifft er natürlich auch genau meinen Nerv. Wobei die Songs so gut sind, das sie so ziemlich jedem 80er Jahre Fan gefallen werden.

Da ich bekanntlich sehr geizig bin bei der Vergabe der Höchstnote, weil mir die in vielen Foren zu leichtfertig gezogen wird, habe ich lange darüber nachgedacht, was ich an diesem Film kritisieren könnte, aber selbst kleinere Dinge, die man beanstanden könnte, werden durch den tollen Gesamteindruck regelmäßig ausgeglichen.

Auf dem Soundtrack, den ich mir besorgen werde, sind übrigens alle Songs der Band drauf, aufgefüllt mit Hits aus den 80ern, allerdings eher welchen aus England, von denen viele nicht wirklich nach Deutschland schwappten. Während JAMS „A TOWN CALLED MALICE“ in England ein Riesenhit war, lief die Nummer hier unter unbekannt.

Vielleicht der beste Film des Jahres: Hier passt einfach alle zusammen von der allerersten Minute. Auch die Synchronisation ist erstaunlich gut ausgefallen. Für alle Menschen 40 + die Musik lieben ein absolutes Muss!!!

8chuckys1

SCHERZO DIABOLICO (Donau Film/Alive)

am 11. Oktober 2016 unter Drama, Horror abgelegt

278618

Der unscheinbare Anwalt Aram hat daheim ständig Ehekrach, weil er viel zu viele unbezahlte Überstunden macht. Doch dem will er nun ein Ende setzen. Er entführt die Tochter seines Chefs und quält diese mit Essensentzug und Nacktaufnahmen. Irgendwann lässt er sie aber frei, auch weil es ihm einfach nicht im Blut liegt, so etwas längere Zeit durchzuziehen. Doch das hat gereicht, da sein Chef sich nicht mehr seinen Aufgaben widmen kann und gefeuert wird. Aram übernimmt seinen Platz und hat nun das Leben, welches er sich schon lange ersehnt hat. Doch er hat nicht mit der Rache seines Opfers gerechnet, denn leider war sein Verbrechen nicht perfekt.

Ich weiß gar nicht, ob ich jemals einen Film aus Mexiko gesehen habe. Wenn, dann kann ich mich nicht mehr erinnern.

Der Streifen wirkt keineswegs billig und hat auch keinen dilettantischen Look, so dass man ihn in die B-Movie Ecke verfrachten würde. Ich denke eher, dass er für die Verhältnisse des Landes schon eine relativ große Produktion war, es sei denn ich unterschätze hier die Filmindustrie von Mexiko.

Erstaunlich ist die sehr gute Synchronisation, denn Donau Film ist eine eher kleine Firma. Da sieht man aber, das, wenn man sich etwas Mühe gibt, so etwas auch nicht Unmengen Geld verschlingen muss.

Im ersten Abschnitt bekommen wir hier eher ein Drama geboten über einen Mann, der alles versucht, es aber keinem wirklich recht machen kann, während es im zweiten Teil derbe zur Sache geht und der Blutzoll enorm ansteigt. Das der Film so über die FSK kam grenzt an ein Wunder, denn insbesondere zwei Szenen sind schon recht derbe.

Der Film ist durchweg nur mit klassischer Musik, von recht bekannten Komponisten, unterlegt, was zunächst etwas gewöhnungsbedürftig ist, im Laufe des Films aber sogar eine gewisse Bedeutung erlangt.

Fazit: Nichts für die breite Masse, aber auch nichts für die Trash-Fraktion und daher schwer zu empfehlen. Ich persönlich fand ihn überraschend gut. Und für die Schlussszene gibt’s nen halben Chucky extra, die ist nämlich absolut klasse.

5-chucky223312233331111231314231

05chucky11221112122

MR. COLLINS ZWEITER FRÜHLING (Koch Media)

am 06. Oktober 2016 unter Drama, Komödie abgelegt

282555

Obwohl Danny Collins noch immer ein treues Stammpublikum hat, ist er des Tourens müde. Zudem hat er seit 20 Jahren keinen einzigen neuen Song mehr geschrieben. Als er es dann endlich versucht, gehts komplett in die Hose, denn die Fans sind eben mit gealtert und wollen nur die ollen Kamellen hören. Da bekommt er von seinem Manager einen Brief überreicht, den ihm John Lennon 1971 geschrieben hat, der ihm aber vorenthalten wurde. Dieser verändert sein Leben und seine Einstellung. Er sagt die Tour ab und versucht Kontakt zu seinem 30jährigen Sohn zu bekommen, dem er immer nur Geld geschickt, aber nie getroffen hat. Doch der ist wenig begeistert, das Daddy Interesse zeigt. Lediglich die Hotelmanagerin erkennt, dass in Danny ein ganz anderer Mensch steckt, als der, den er vorgibt zu sein.

KOCH MEDIA veröffentlicht in letzter Zeit einige dieser sogenannten FEELGOOD-FILME und beweist dabei ein recht sicheres Händchen.

Natürlich ist die Geschichte sehr konstruiert, aber dennoch originell und absolut überragend besetzt. Pacino spielt den angestaubten Musiker mit Verve, wandelt dabei aber oftmals haarscharf am Overacting vorbei, was bei ihm eher selten ist. Trotzdem kann niemand der nüchtern ist, einen Betrunkenen so gut spielen wie Pacino.

Ein weiteres Highlight ist der mittlerweile 85 jährige Christopher Plummer, den man sich wirklich perfekt als Pacinos Manager vorstellen kann und der für sein Alter erstaunlich fit wirkt. In Nebenrollen gibt es dann noch Jennifer Garner und Annette Benning zu bewundern. Nicht schlecht der Cast – für so einen kleinen Film.

Die Wandlung des Hauptdarstellers ist durchaus nachvollziehbar und obwohl der Streifen deutlich mehr in Richtung Drama driftet, sind doch einige humorvolle Momente dabei, wobei der Bus von Collins die Grenze des guten Geschmacks deutlich unterschreitet.

Das Ende hat mir sehr gut gefallen, denn es bleibt relativ offen und der Zuschauer kann sich den Rest selbst ausmalen. Sogar eine Fortsetzung ist denkbar.

Unter dem Strich eine nette Geschichte mit guten Darstellern und sehr schönem Soundtrack, da man hier auch viele Lennon Stücke eingestreut hat.

5-chucky223312233331111231314231

05chucky11221112122

UNTER DEM SAND (Koch Media)

am 27. September 2016 unter Biopic, Drama abgelegt

280507

Wir schreiben das Jahr 1945. Der Zweite Weltkrieg ist zu Ende und die Deutschen haben diesen verloren. Allerdings ist der Horror für manche noch nicht vorbei, denn deutsche, junge Soldaten, teilweise noch Kinder, sind nun Kriegsgefangene in Dänemark. An den Stränden des Landes liegen geschätzte 2 Millionen Minen und die Soldaten sind dazu auserkoren, diese alle zu entschärfen. Der Film konzentriert sich auf ein Dutzend von ihnen, die in einem Gebiet am Nordseestrand 45000 Minen entfernen sollen. Dafür garantiert man ihnen dann die Ausreise nach Deutschland, was bei diesem Todeskommando jedoch nur eine kleine Hoffnung ist. Der teils sadistische Aufseher Carl, entwickelt jedoch mit der Zeit freundschaftliche Gefühle für die Jungs, doch das hilft auch nichts – die Minen müssen alle entschärft werden, erst dann naht die Freiheit. Aber tut sie das wirklich?

Und die nächste Geschichte, die auf wahren Begebenheiten beruht, aber selbst in Dänemark nicht sehr bekannt ist, da sich das Land für diese Aktion schämt. Auf der anderen Seite kann man auch verstehen, das man dafür nicht die eigenen Leute nahm, sondern diejenigen, die auch für den Krieg und die große Ansammlung der Minen mitverantwortlich waren.

Und das ist das interessante an dem Film von Zandvliet. Er ergreift für keine der beiden Graupen Partei, sondern überlässt diese (durchaus schwierige) Wahl dem Zuschauer.

In den Extras erfährt man, das nahezu der gesamte Film mit Handkamera gedreht wurde, was ich gar nicht glauben kann, denn auch während Sturm und den sehr schönen Aufnahmen des Strandes, wackelt die Kamera nicht einen Moment.

Schauspielerisch gibt es auch absolut nichts auszusetzen. Während der Dreharbeiten waren die Jungs wohl auf ähnlich engem Raum untergebracht wie im Film selbst, was diese wohl auch unglaublich zusammenschweißte. Sämtliche Darsteller agieren wirklich wie ein Team.

Für Roland Möller ist es im zarten Alter von 43 Jahren die erste Hauptrolle überhaupt. Da sind einige der jungen Soldaten schon wesentlich bekannter bei uns, wie zum Beispiel Joel Basman, den man in Deutschland schon in vielen Hauptrollen gesehen hat.

Fazit. Eine noch nie verfilmte (Ausnahme eine Doku) wahre Geschichte, die von tollen Darstellern und einer schönen Atmo getragen wird. Zudem sind die Dialoge sehr realistisch und die Handlungsweisen nachvollziehbar. Für mich ein Geheimtipp für Menschen die dem Mainstream entfliehen wollen, denen aber Kunstfilme zu gestelzt sind.

6-chucky12122224113411622244532