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Archiv der Kategorie 'Drama'

4 BLOCKS – STAFFEL 2 (Eye See Movies/AV-Visionen)

am 06. November 2018 unter Drama, TV-SERIE abgelegt

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Ein Jahr nach dem dramatischen Showdown mit den Cthulhu hat sich für die Hamadys viel verändert: Abbas steht wegen Mordes vor Gericht, Amara hat mit Latif einen Neuanfang gewagt und Toni kann endlich wie erhofft ins Immobiliengeschäft einsteigen. Zudem übernimmt er den Drogenhandel in Berlin Kreuzberg und Neukölln. Doch richtig glücklich ist er damit nicht, denn sein Vorgänger AL-Safi trachtet ihm nach dem Leben. Eigentlich will Toni auch noch immer aussteigen, und versucht sich in Immobilien. Doch dann werden seine Konten eingefroren und auch dieses Vorhaben scheitert wieder – es scheint, dass es ihm einfach nicht vergönnt ist, ein ehrliches Geschäft aufzuziehen. Dann töten seine Männer, in einem von ihm nicht genehmigten Racheakt, auch noch einige Tschetschenen, die nun auch ihre Finger im Spiel haben und ihrerseits Vergeltung wollen.

Nachdem die erste Staffel überragende Kritiken bekam, war es natürlich nicht ganz einfach da etwas nachzulegen, auch weil die moralische Instanz des Vorgängers, durch den Tod von Vince fehlt und so auch die spannende Frage, ob der Spitzel entdeckt wird, in der Fortsetzung natürlich nicht vorhanden ist, auch wenn man versucht die Rolle des Zeki ein wenig in diese Richtung gehen zu lassen.

Die Stärken und Schwächen der ersten Staffel sind gleichgeblieben. An manchen Stellen ist mir das einfach etwas zu viel „alder, ich f.icke deine Mudder und ich schwöre“-Gelaber was doch stark klischeehaft wirkt.

Die männlichen Darsteller sind, wenn man mal ganz ehrlich ist, nicht wirklich gut, was aber die Authentizität unterstreicht, denn hierfür hat man ja bewusst Laien genommen. Herausragend allerdings Kida Khodr Ramada, der der mit Abstand beste Schauspieler unter den Herrschaften ist und für die Darstellung in Teil 1 ja einen Grimme-Preis erhielt. Auch den beiden Damen der Famile Hamady sind durchaus sehenswerte Darstellungen gelungen.

Die erste Staffel zeigte bereits hohe Qualität in Sachen Inszenierung. Damit jetzt auch gar nichts schiefgehen konnte, organisierte man mit Oliver Hirschbiegel (Das Experiment) und Özgür Yıldırım (Boy 7) 2 absolute Top-Regisseure im Bereich Cinema, die die Serie eben eher nach einem langen Kinostreifen aussehen lassen, denn nach einer Fernsehproduktion.

Wer den Vorgänger mochte, dem dürfte auch die neue Staffel gefallen. Grundsätzlich hat man die Geschichten um die Hamadys durchaus interessant und relativ nachvollziehbar weitergesponnen. Und auch für eine dritte Staffel ist die Chance noch gegeben.

Am Set soll es übrigens immer wieder zu größerem Stress gekommen sein. Dazu schreibt WIKIPEDIA

„insbesondere durch die Besetzung von verschiedenen Rollen aus der Hip-Hop-Szene wie die beiden Hauptdarsteller Latif (Massiv) und Abbas (Veysel), aber auch Nebendarsteller wie Gringo, Eunique und Gzuz, aber auch Verbindungen einiger der anderen Darsteller zur organisierten Kriminalität. So berichteten die Medien immer wieder, dass es angeblichen Stress zwischen tatsächlichen Gangstern, Kneipenwirten und den Darstellern gegeben hätte.“

Inwiefern das stimmt kann ich natürlich nicht beurteilen, unterstreicht aber, die von mir oben angeführte Authenzität und ich denke, solch eine Serie kann man einfach nicht durchweg mit gestandenen und bekannten Darstellern besetzen, da diese nicht in diesem Milieu groß geworden sind und sich daher dort auch schwer hineinversetzen können. Insofern ist diese Wahl schon gut. Kida Khodr Ramadan soll übrigens privat ein total netter und cooler Typ sein – kann man sich gar nicht vorstellen, bei der Rolle die er hier spielt :o )

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FEINDE (Universum Film)

am 23. Oktober 2018 unter Drama abgelegt

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New Mexico, 1892: Der verdiente Offizier Joseph Blocker ist wenig begeistert als er den Auftrag bekommt, den kranken Cheyenne-Häuptling Yellow Hawk , der die vergangenen sieben Jahre im Gefängnis verbrachte, in dessen Stammesland nach Montana zu begleiten. Dies ist der letzte Wunsch des als unerbittlich bekannten Indianers. Blocker und Yellow Hawk haben eine gemeinsame Vergangenheit – und die ist alles andere als gut, weswegen Blocker den Auftrag nur äußerst widerwillig annimmt. Gemeinsam mit einigen Soldaten und der Familie des Häuptlings bricht man dann aber doch auf. Unterwegs stoßen sie auf die junge Witwe Rosalie Quaid deren gesamte Familie kaltblütig von Komantschen umgebracht wurde. Die traumatisierte Frau schließt sich ihnen an und die Gruppe setzt ihren gefährlichen Weg quer durch das unwegsame Land und eine extrem feindselige Umgebung fort. Denn allen Beteiligten ist klar, das die blutrünstigen Komantschen noch irgendwo lauern und das man nur eine Chance hat zu überleben, wenn man zusammenarbeitet,

Ich bespreche einen Western – das ist soweit mir bekannt erst der zweite in meiner gesamten Schreiberkarriere, wobei der andere, nämlich Brimstone auch im Gegensatz zu diesem Film kein klassischer Vertreter des Genres war.

Christian Bale glänzt in der Rolle des ausgebrannten Offiziers und sogar Rosamund Pike, die ich für komplett überbewertet halte, liefert eine hervorragende Darstellung ab, die ich ihr nicht zugetraut habe.

Irgendwie ist es aber bei Western so, das die immer ins Elegische abgleiten müssen, denn auch FEINDE bringt satte 134 Minuten zusammen – insgesamt vielleicht 20 zu viel, was auch daran liegt, das der Regisseur etwas selbstverliebt in seine Landschaftsbilder ist, die wirklich toll sind, aber eben den Streifen nicht wirklich voran bringen.

Trotzdem gibt es genug Wendungen, um den Zuschauer bei der Stange zu halten, und eben hohe Schauspielkunst, was hauptsächlich an Bale liegt, der sich hierfür eigentlich eine Oscar-Nominierung verdient hätte

Eine Bewertung ist für mich allerdings nahezu unmöglich, denn die könnte ich nur gebe,n wenn ich eine Vergleichsmöglichkeit hätte. Mir hat FEINDE insbesondere von der Stimmung sehr gut gefallen, so das auch andere Fans dieses Genres sicherlich meiner Meinung sind – die guten Bewertungen überall auf den einschlägigen Seiten zeigen es ja auch.

DAS GEHEIMNIS VON MARROWBONE (Universum Film)

am 16. Oktober 2018 unter Drama, Thriller abgelegt

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Um ihrem gewalttätigen Ehemann zu entkommen, flieht Rose mit ihren vier Kindern von England nach Amerika und lässt sich dort auf dem abgelegenen Anwesen Marrowbone nieder. Doch Rose erkrankt aus heiterem Himmel und stirbt wenige Tage später. Dies kann durchaus zu einem Problem werden, denn keiner der Söhne ist bereits 21 und man kann ihnen daher das Haus wegnehmen. Also muss man vor den Einwohnern verbergen, das die Mutter nicht mehr lebt, da sonst das Waisenhaus droht. Das gestaltet sich jedoch zunehmend schwerer, denn der neugierige Anwalt Porter hat Lunte gerochen und Jack ist in ein Mädchen verliebt. Zudem scheint es in dem Haus zu spuken. Man hört merkwürdige Geräusche und insbesondere der kleinste der vier, Sam, erzählt ständig von einem Geist….

Um das erst einmal klarzustellen. Sowohl Cover als auch Trailer, als auch Titel deuten hier auf einen Horrorfilm hin Das ist MARROWBONE aber nicht. Zwar sind ein paar kleine Elemente enthalten, doch eigentlich ist das hier ein Sozialdrama, welches in den 60ernn spielt und später mit etwas Thrill und ganz leichten Horrorschnipseln ausgeschmückt wird.

Ich betone das deshalb, weil die meisten Menschen sonst wieder mit einer ganz anderen Vorstellung an diesen Film herangehen werden und sich danach fragen, wo hier der Horror geblieben ist, den der Trailer suggeriert.

Als Familiendrama weiß der Streifen nämlich durchaus zu überzeugen und die vier Geschwister, von denen ich nur Charlie Heaton kannte, weil er in STRANGER THINGS mitspielt, machen ihre Sache durchaus ordentlich.

Wer also hier ein gutes Drama sehen will, kommt auf seine Kosten – ich befürchte nur das die wenigsten mit dieser Erwartung an MARROWBONE herangehen werden und dann enttäuscht sind. Der Streifen bekommt auf imdb eine sehr gute Durchschnittsnote, der ich mich auch in etwa anschließen würde.

Zudem gibt es gegen Ende noch einen sehr schönen Twist, auf den ich nie und nimmer gekommen wäre und der das ganze dann noch ein wenig aufwertet und einen halben Chucky dazu ergattert.

Fazit: Ansprechendes Familiendrama in schöner Optik und guten Darstellern. Allerdings weit entfernt von einem Horrorfilm, darüber muss sich jeder im klaren sein, der diesen Streifen kauft oder ausleiht.

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JOSHUA (Koch Media)

am 16. Oktober 2018 unter Drama, Thriller abgelegt

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Die Welt der Familie Cairn ist einigermaßen in Ordnung. Vater Brad ist Banker an der Wall Street, Mutter Abby hat soeben Sprössling Lily zur Welt gebracht, leidet allerdings unter Depressionen. Ihr neunjähriger Sohn Joshua ist ein hochbegabtes Kind, das sogar mindestens eine Klasse überspringen soll und für sein Alter schon virtuos am Klavier ist. Als jedoch das Baby nicht aufhören will zu schreien, dreht Abby irgendwann durch. Zudem stellt Joshua merkwürdige Fragen. Kurz darauf verunglückt die Mutter von Brad und in dem regt sich der Verdacht, das sein Sohn gar nicht so ein Unschuldslamm ist, wie es nach außen scheint.

In der ersten Veröffentlichung als DVD von 2007 stand als Untertitel noch KIND DES TEUFELS – das hat man sich hier zum Glück erspart, denn das ist mal wieder kompletter Unsinn, denn der Film hat mit einem Horrorfilm nun mal gar nichts zu tun und ist eigentlich nicht mal ein Thriller, sondern ein Psychodrama.

Hätte man sich den ersten Teil des Namens einer der Hauptdarsteller mal besser zu Herzen genommen, das ist nämlich Sam ROCKwell, der hier mit Vera Farmiga die Eltern des gar nicht so harmlosen Rackers spielt.

Denn Tempo fehlt diesem Film von Anfang an. Man versucht zwar sehr schön dem Zuschauer die Charaktere näher zu bringen, verwendet dafür allerdings doch etwas viel Zeit, denn es dauert eigentlich fast 50 Minuten, bis mal endlich etwas nennenswertes passiert.

Der Junge der Joshua gibt, liefert allerdings eine formidable Leistung ab und spielt die beiden gestandenen Stars locker an die Wand und das nur mit minimalen Gesichtsausdrücken. Jedoch hat man von ihm nicht mehr viel gesehen in den letzten 10 Jahren, was mich wundert, denn der Junge hat Talent. Lediglich im STAR TREK REBOOT als ganz junger SPOCK hatte er einen kurzen Auftritt.

JOSHUA ist kein schlechter Film, er kommt nur einfach zu spät in die Gänge. Zudem ist das Ende sehr abrupt und wird nur von Leuten verstanden werden, die dem englischen mächtig sind (mehr kann ich aus Spoilergründen leider nicht verraten).

Kann man sich ansehen, muss man aber nicht – hier wurde etwas Potenzial verschenkt, dachte sich wohl auch Farmiga und spielte ein paar Jahren später in ORPHAN mit, der ähnlich gelagert, aber deutlich spannender ist.

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DIE UNZERTRENNICHEN (Koch Media)

am 03. Oktober 2018 unter Drama, Klassiker abgelegt

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Beverly und Elliot Mantle sind als eineiige Zwillinge nicht nur in ihrem Beruf als Gynäkologen, sondern auch bei der Damenwelt durchaus erfolgreich. Man teilt sich dabei jede Frau, was denen natürlich gar nicht auffällt, Nur die Schauspielerin Claire durchschaut das Spiel der beiden. Kein Problem für Elliot, dann wird sie halt fallen gelassen und irgendwann kommt die nächste. Doch Beverly hat in diesem Fall damit ein großes Problem, denn für Claire empfindet er deutlich mehr als es ihm lieb ist. Für sie beginnt er sich von seinem Zwilling abzunabeln, was allerdings zu schwerwiegenden Problemen führt und in einer Katastrophe zu enden scheint.

Der Film aus dem Jahre 1987 stammt schon aus einer Zeit, wo Regisseur David Cronenberg, seine schrägsten Stoffe schon hinter sich hatte und mit DIE FLIEGE, dem Remake eines Streifens aus den 50ern sogar einen Kinohit landete.

Ich will jetzt nicht sagen das DIE UNZERTRENNLICHEN nun totales Mainstreamkino sind, aber im Vergleich zu seinen früheren Werken deutlich weniger verstörend.

Ich kann mich noch erinnern, das die Kritiker damals erstaunt waren, wie es dem Regisseur gelang, den guten Jeremy Irons gleich zweimal auf die Leinwand zu bringen, Heute ist das bei der Technik keine Sensation, damals war das deutlich aufwändiger und hatte einen gewissen WOW-Effekt.

Der Streifen selbst hat die 30 Jahre gut überstanden. Das Psychodrama ist auch heute noch sehenswert und Jeremy Irons spielt hier beide Personen fantastisch, was nicht einfach ist, da beide ja völlig unterschiedliche Charaktere sind.

Zudem hat man dem Streifen eine wirklich wunderschönes Mediabook spendiert, mit einem tollen Cover und auch jeder Menge Extras. Es gibt Audiokommentare, Interviews, ein Making of und vieles mehr. Das Bild ist hervorragend, der Ton tut seinen Zweck.

Es gibt schon einige Veröffentlichungen des Streifens, besonders auf DVD, Wenn man Fan des Films ist, sollte man sich aber dieses Mediabook zulegen, denn es lässt wirklich in allen Bereichen keinerlei Wünsche offen.

RACER AND THE JAILBIRD (Koch Media)

am 25. September 2018 unter Action, Drama abgelegt

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Gino ist ein Gangster in Brüssel, der mit seinen Kumpels regelmäßig Banken überfällt. Als er die Rennfahrerin Bibi kennenlernt, beschließt er, sein Leben komplett zu ändern, denn sie ist seine große Liebe, die diese auch erwidert. Doch bei dem letzten Coup geht etwas schief und er landet im Knast – und das für mindestens 10 Jahre. Vorbei ist es mit dem neuen erträumten Leben. Aber Bibi ist bereit auf ihn zu warten, sehr zum Missmut ihrer Familie. Doch dann tritt eine dramatische Wendung im Leben der beiden ein.

Anscheinend veröffentlicht KOCH nur noch Filme mit Überlange, denn dieser Streifen geht wieder satte 130 Minuten. Allerdings muss man in diesem Fall sagen, das diese nicht langatmig werden. Die Vergleiche mit Bonnie und Clyde, die auf der Rückseite des Covers angestellt werden, sind natürlich kompletter Schwachsinn, denn ich sehe hier und weit und breit keine Bonnie.

Der Film ist eine Mischung aus Drama und Actionanteilen, wobei ersteres Genre klar im Vordergrund steht. Die Beziehung der beiden Protagonisten wird sehr schön herausgearbeitet und da die Chemie zwischen den beiden Darstellern stimmt, auch gut vermittelt.

Überhaupt bin ich überrascht, dass Frauenschwarm Schoenearts so nuanciert und ansprechend agiert, denn die vielen Facetten, die sein Charakter zu bieten hat und auch die innere Zerrissenheit sich zwischen Freunden und einer Frau entscheiden zu müssen, wird von ihm glaubwürdig dargestellt.

Gegen Ende wird das ganze dann doch recht dramatisch und man wandelt als Zuschauer wieder auf dem dünnen Eis, Mitleid mit dem eigentlich „Bösen“ zu haben, denn eigentlich ist Gigi kein schlechter Mensch, der sein Leben ja auch ändern wollte.

Insgesamt hat mir RACING (was sicher darauf anspielt das BIBI Rennfahrerin ist)AN DTHE JAILBIRD sehr gut gefallen. Man sollte nur nicht mit der Erwartung eines Actionfeuerwerks an den Streifen herangehen, dann wird man enttäuscht sein. Wer ein gut gespieltes Drama sehen will, ist hier richtig, Die 130 Minuten vergehen wie im Flug und danach dachte ich sofort, das dem Ganzen sogar eine Miniserie gut getan hätte, um alles komplett auszuerzählen.

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UNDER FIRE (Justbridge)

am 25. September 2018 unter Action, Drama, Klassiker, Suspense abgelegt

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Drei US-amerikanische Journalisten berichten 1979 über die Revolution in Nicaragua. Russell Price ist ein Kriegsfotograf, dekoriert mit vielen Preisen. Mit vor Ort sind auch die Reporterin Claire Stryder und deren Ehemann Alex Grazier. Price versucht sich immer neutral zu verhalten und sich nicht in die Geschehnisse einzumischen, was aber immer schwieriger fällt, da er auch so etwas wie ein Gewissen hat. Im Krieg zwischen den nicaraguanischen Machthabern und den Rebellen wird er vor die Entscheidung gestellt, nicht mehr nur Fotos, sondern Politik zu machen. Als Grazier von Regierungstruppen erschossen wird und er davon Bildmaterial besitzt, gerät er in Lebensgefahr.

Mittlerweile hat der Streifen auch satte 35 Jahren auf dem Buckel. Die Besetzung ist durchaus imposant, denn Nick Nolte, Gene Hackman und Jean-Louis Trintignant sind unter anderem mit dabei.

Der Film hat die Zeit auch sehr gut überstanden. Am Anfang gerät das ganze zwar etwas geschwätzig, aber nach einer guten halben Stunde geht’s dann richtig los und gerade im letzten Abschnitt ist der Streifen richtig spannend und wirkt auch sehr realistisch. Besonders interessant und auch gut herausgearbeitet ist hierbei der Konflikt, in den Russel Price gerät.

Überragend ist hier das Bild. Sollte man Nick Nolte oder Gene Hackman nicht kennen, könnte man meinen, es wäre ein ganz neuer Film, der eben im Jahre 1979 spielt. Das Bild ist auf absolutem TOP-Niveau. Hier ist keinerlei Grieseln zu sehen, auch Blitzer sind nicht vorhanden. Ich kenne mindestens 20 neue Blu Rays von Filmen, die mit so einem grandiosen Transfer nicht aufwarten können. Auch der Ton ist mehr als ordentlich aufgemotzt und die Kampfszenen und Actioneinlagen dröhnen aus den Boxen.

Das ganze erscheint als wunderschön gestaltetes Media-Book mit dem Original Filmplakat als Cover. Noch dazu gibt es ein 20seitiges Booklet, das sich mit den damaligen Geschehnissen in Nicaragua beschäftigt und auch Informationen vom Set liefert.

Merkwürdigerweise war der Streifen damals ein echter Flop und spielte nicht mal sein Geld wieder ein, trotz der guten Besetzung und des hervorragenden Regisseurs Roger Spottiswide, der ja später richtig bekannt wurde und mit Filmen wie SCOTT UND HUTSCH oder AIR AMERICA Erfolge feierte.

Fazit: Eine hervorragende Umsetzung eines ordentlich gealterten Streifens, den man heute auch noch gut schauen kann. Zudem ist das Mediabook sehr schön gestaltet.

DER NEBELMANN (Koch Media)

am 20. September 2018 unter Drama, Thriller abgelegt

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Bereits vor einigen Jahrzehnten ging in einem kleinen Dorf in den Alpen ein Kindesentführer um, auch wenn das von offizieller Seite niemand bestätigen wollte. Dann verschwindet plötzlich wieder ein Mädchen und man stellt sich die Frage, ob es es sich um den gleichen Täter handelt. Der selbstverliebte und pressegeile Star-Ermittler Vogels wird mit dem Fall beauftragt und stößt auf eine gläubige Gemeinschaft und einer Mauer des Schweigens. Dann entdeckt er auf einem Video eines Freundes der Entführten, immer wieder einen weißen Jeep, der einem Lehrer gehört. Ohne große Beweise zu haben, das dieser Wagen etwas mit dem Verbrechen zu tun hat, spielt er diese Aufnahmen der Presse zu und es beginnt eine Hetzjagd auf den Pädagogen und das Dorf wendet sich komplett von ihm ab.

DER NEBELMANN hat ein Problem – und das ist seine Länge. Auf satte 130 Minuten kommt der Streifen, dessen Geschichte aber so eine Dauer eigentlich nicht hergibt und der Film daher partiell sehr dialoglastig ausfällt.

Das hört sich aber negativer an, als es eigentlich ist, denn gegen Ende gibt es sage und schreibe 3 Wendungen, die zwar nicht zwingend logisch, aber allesamt überraschend daherkommen. Insbesondere die Schlusspointe ist originell.

Jean Reno ist zwar dick auf dem Cover abgebildet, hat aber eine eher kleinere Rolle und spielt den Psychiater, der Vogels verhört, nachdem dieser einen Autounfall hatte. Dies ist eigentlich das Ende der Geschichte. Von da an wird immer wieder mit zahlreichen Zeitsprüngen gearbeitet, was meiner Meinung nach dem Film einfach zu viel Tempo nimmt. Ich denke eine stringente Abfolge hätte dem Streifen besser getan.

Auch Toni Servillo spielt die Rolle des selbstverliebten Ermittlers ansprechend. Überhaupt kann man gegen den Cast nichts einwenden. Auch die mir unbekannten Darsteller machen ihre Sache gut und der Streifen wirkt insgesamt auch sehr homogen.

In den Extras quasselt der Drehbuchautor ohne Luft zu holen – wäre der Streifen in dem gleichen Tempo gedreht, ginge hier richtig die Post ab. Zudem scheint er auch ein wenig selbstverliebt zu sein – wie sein erdachter Ermittler.

In einer Nebenrolle ist übrigens Greta Scacchi zu sehen, von der mir schon ewig kein Film mehr aufgefallen ist. Das war die Darstellerin, die die Rolle in Basic Instinct ablehnte und Sharon Stone damit zu Weltruhm verhalf.

Unter dem Strich eine Mischung aus Drama und Thriller, bei dem einen nur die Laufzeit ein wenig zu schaffen macht. Für die Charakterzeichnung nimmt man sich sehr viel Zeit – manchmal zu viel. Die Schlusswendungen und die letzten 30 Minuten an sich, entschädigen aber für den ein oder anderen Leerlauf.

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A THOUGHT OF ECSTASY (Koch Media)

am 11. September 2018 unter Drama abgelegt

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Wir schreiben den Sommer 2019: Frank erkennt in einem neu erschienenen Buch seine eigene, zwanzig Jahre zurückliegende Lebensgeschichte wieder. Er erinnert sich an seine Freundin Marie, mit der er eine intensive Beziehung hatte – bevor sie plötzlich nach Amerika verschwand. Daraufhin beschließt er, sich auf den Weg zu machen, um sie zu suchen.

Ich halte die Zusammenfassung bewusst kurz, denn wenn man das so liest, klingt das ja erst mal gar nicht uninteressant und man könnte meinen, man bekommt hier (wenn man das Cover vorher nicht gesehen hat) eine romantische Liebesgeschichte erzählt – doch dem ist mitnichten so. Denn wer weiß, für welche Art Film Regisseur RP Kahl, der auch die Hauptrolle spielt, steht, dem ist klar was er hier zu sehen bekommt.

Juhu, das Arthouse-Feuileeton schreit aus allen Rohren: KUNST, KUNST, KUNST und man überstürzt sich mit Lobeshymnen. Gleich auf mehreren Portalen habe ich Begriffe wie „Ausnahmefilm“ und „einer der besten Streifen aller Zeiten“ gelesen.

Ach ja ist das so? Also wenn ich das mal als normaler Zuschauer, und das sind sicher die überwiegende Mehrheit der Käufer, betrachte, ist dieser Streifen ziemlicher Humbug und vor allen Dingen eins – tot sterbenslangweilig. Aber hee das ist Kunst und Kunst muss so sein.

Wie bereits erwähnt die Idee ist ja grundsätzlich nicht übel, doch diese ständigen erotischen Einlagen, die der Zuschauer kredenzt bekommt und die ja auch so künstlerisch sind, finde ich persönlich einfach nur zum Gähnen langweilig, haben aber sicher einen Sinn, der sich mir aber nicht erschließt.

Zudem blamiert sich Deborah Unger, die mal für wirklich gute Filme stand, in dem sie mit 56 Jahren einen auf kühle Domina macht, was man ihr nun wahrlich nicht abnimmt. Sie hat den Streifen auch mitproduziert.

Der Regisseur bezeichnet seinen Film als „Erotikthriller“. Erotik? Ja, reichlich sogar, doch wo bleibt der Thrill? Habe ich den irgendwie nicht erkannt oder bin ich zu früh eingeschlafen?

Fazit: Kunst bleibt Kunst und da kann jemand wie ich wohl nicht mitreden, deshalb lasse ich den Streifen auch ohne Bewertung, weil ich sonst bestimmt verbal auf die Mütze bekomme.

THE ENDLESS (Meteor/Alive)

am 11. September 2018 unter Drama, SciFi, Suspense, Thriller abgelegt

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Zehn Jahre sind vergangen, seit die Brüder Aaron und Justin den Klauen des religiösen Kults entkommen sind, in dem sie einst aufwuchsen. Doch nun taucht plötzlich ein Videoband auf, durch das die Vergangenheit wieder allgegenwärtig ist. Aaron war damals noch klein und sein Bruder erzählte ihm all die Jahre, dass er ihn aus der Sekte befreit hätte ,die seiner Meinung nach einen kollektiven Selbstmord plante. Trotzdem kann ihn Aaron überreden, der Gemeinschaft einen Besuch abzustatten. Man wird auch erstaunlich freundlich aufgenommen. Zudem scheint es den Mitgliedern gut zu gehen, denn sie wirken gesund und sind kaum gealtert. Doch irgend etwas stimmt nicht, denn wieso fliegen Vögel in merkwürdigen Formationen und man sieht bis zu 3 Monde am Abend? Als das Brüderpaar der Wahrheit auf die Spur kommt, ist diese bitter für alle Beteiligten.

Auch THE ENDLESS ist kein einfacher Film, doch handelt es sich hier explizit nicht um Kunstkino, sondern einen Thriller mit künstlerischem Touch, was bedeutet, das auch der Normalbürger wie ich diesen schauen kann, ohne gleich Roger Ebert zu sein.

Leichte Kost ist THE ENDLESS aber keineswegs, denn auch nach 2-maliger Sichtung des Streifens habe ich noch immer nicht alles verstanden. Ich versuche hier auch bewusst relativ wenig zu verraten – man sollte den Film einfach selbst schauen und ihn auf sich wirken lassen. Einen Referenzfilm hierfür zu finden, ist dabei äußerst schwer, denn THE ENDLESS ist dafür einfach zu speziell.

Auf vielen Seiten wird er aber gut bewertet und auch der Schnitt auf imdb von 7,2 deutet daraufhin, dass auch andere diesen Film mögen, der, das muss man allerdings schon anmerken, sehr langsam beginnt und erst nach einer Weile Fahrt aufnimmt, weil man auch versucht, die damalige Flicht des Brüderpaars herauszuarbeiten.

Selbst die Zuordnung des Genre fällt hier schwer. Ein wenig Sozialdrama, Science Fiction, Thriller – von allem ist etwas dabei.

Fazit: Sicher nicht für jedermann ,ist dieser Streifen mit einigen Preisen ausgezeichnet worden und dies nicht ganz zu Unrecht. Man bekommt zwar keine leichte Kost geboten, doch insbesondere der letzte Abschnitt und einige Ideen sind herausragend, obwohl auch hier nicht viel Budget zur Verfügung stand. Wer allerdings alles erklärt haben möchte, wird enttäuscht werden.

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