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Archiv der Kategorie 'Drama'

PIN CUSHION (Ion-New-Media/Splendid)

am 11. Dezember 2018 unter Drama abgelegt

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Iona und ihre Mutter Lyn waren schon immer Außenseiterinnen und deshalb auch die besten Freundinnen. Nach einem Umzug in eine andere Stadt, ändert sich jedoch alles. Teenager Iona findet einen Freund und will unbedingt zu einer eine Mädels-Clique dazugehören. Ihre „Freundinnen“ meinen es jedoch alles andere als gut mit ihr und wollen sie nur ärgern und ausnutzen. Auch Mutter Lyn kommt mit der Nachbarschaft nicht klar. Dazu verschlechtert sich das Verhältnis zwischen beiden immer mehr.

An diesem Streifen ist sehr vieles ungewöhnlich. Die Geschichte, bzw. die Art und Weise wie sie erzählt wird, die Darsteller und auch der Vertrieb, denn ION-NEW-MEDIA steht normalerweise eher für derbere Sachen aus dem Horrorbereich.

So ist PIN CUSHION auch ganz schwer zu bewerten. Ich kenne auf Anhieb 2 Leute, die diesen Streifen ganz toll finden werden, aber auch einige, die den Kopf schütteln würden. Das liegt unter anderem auch den teils surrealistischen Szenen, die die Regisseurin immer wieder einfließen lässt und die eine Traumwelt zeigen, in die sich Iona immer wieder flüchtet, um so der Umwelt zu entgehen.

Die beiden Hauptdarstellerinnen machen einen sehr guten Job, wobei ich das Mädel noch nie gesehen habe. Joana Scanlan als Mutter hingegen ist doch ein recht bekannter Fernsehstar in ihrer Heimat und dreht da sehr viel. Sie spielt die spleenige Mutter wirklich überzeugend – eine Rolle, die gar nicht so einfach zu bewältigen ist.

Auch wenn das ganze sich nach einem Coming Of Age Drama anhört, gibt es hier noch deutlich mehr Facetten zu erblicken. Zudem fällt auf, das sowohl der Beginn und auch der Schluss sehr plötzlich kommen. Es gibt weder eine lange Einführung, noch einen klassischen Showdown, was zum Erzählstil aber passt.

Eine objektive Bewertung ist hier nicht möglich – wie bereits oben erwähnt. Für Leute, die gerne Dramen sehen mit experimentierfreudigen, optischen Einlagen, könnte das was sein. Mainstreamschauer sollten Abstand nehmen, daher auch keine abschließende Bewertung.

THE MIRACLE SEASON (Koch Media)

am 04. Dezember 2018 unter Biopic, Drama abgelegt

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Caroline und Kelley sind nicht nur beste Freundinnen, sondern auch beide begeisterte Volleyball-Spielerinnen. Als Teamleaderin hat die lebensfrohe und bei allen beliebte Caroline die Mannschaft der Highschool zum Meistertitel geführt und nun träumen die beiden davon, das Kunststück in der neuen Saison zu wiederholen, was vor ihnen ganz wenige erreicht haben. Doch dann kommt Caroline bei einem Unfall ums Leben. Die taffe, aber warmherzige Trainerin Kathy Bresnahan will, dass die schüchterne Kelley auf dem Platz in Carolines große Fußstapfen tritt. Doch die ist dafür gar nicht der Typ, zudem trauert sie zu sehr um ihre Freundin, die sie schon im Kindergarten kannte. Doch sie weiß auch, dass sie sich zusammenreißen muss – schon für Caroline.

Hach ja, Geschichten aus dem wahren Leben sind dann doch immer wieder die herzergreifensten, denn die Ereignisse haben so wirklich stattgefunden und sorgten wohl damals in Amerika auch für eine große Betroffenheit.

Man muss aber sagen, das der Film es schafft, den typisch amerikanischen Kitsch, der gerne bei solchen Geschichten herauskommt, ganz gut zu umgehen. Natürlich gibt es hier wieder die „Du kannst alles schaffen“-Attitüde, die bei solchen Dramen nie fehlen darf.

Letztendlich funktioniert der Streifen aber auch als reiner Unterhaltungsfilm, was unter anderem an der herausragenden Besetzung liegt, die für einen doch eher kleinen Film erstaunlich ist.

Die Trainerin wird von Helen Hunt gespielt, um die es in den letzten Jahren recht ruhig gewesen ist. Als Vater der verunglückten Caroline ist William Hurt zu sehen und auch für die beiden Rollen der Teenagerinnen wurden mit Danika Yarosh und Erin Moriarty 2 Damen verpflichtet, die reichlich Erfahrung mitbringen.

Herausragend sind hier außerdem die Extras. In den Interviews erläutern alle Darsteller, wieso sie ihre Rollen unbedingt spielen wollten und das die beiden Mädels wochenlanges Training absolvierten. Da die Geschehnisse erst wenige Jahre her sind, leben auch alle Beteiligten wie der Vater und die Trainerin noch und halfen dabei, den Film mitzugestalten und das merkt man auch. Da ist viel Liebe zum Detail vorhanden.

Da sich der Herz-Schmerz-Anteil glücklicherweise doch stark in Grenzen hält und man zudem interessante Einblicke in das amerikanische Jugendsport-System erhält, lohnt der Film durchaus. Der Unterhaltungsfaktor und die Authentizität stören sich auch in diese Falle nicht, was bei vielen Streifen dieses Genres oft der Fall ist.

An manchen Stellen lebensbejahend, an anderen traurig, bietet der Film sehr gute, ich würde sogar sagen partiell erstaunlich anspruchsvolle Unterhaltung und wird zarten Gemütern ein Tränchen ins Auge zaubern.

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BOARDING SCHOOL (Capelight/Alive)

am 27. November 2018 unter Drama, Horror, Suspense abgelegt

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Die nächtlichen Albträume ihres 12-jährigen Sohnes Jacob gehen den Eltern auf den Nerv. Als seine Großmutter stirbt, wird das Verhalten des ohnehin schon hochsensiblen Jungen immer sonderbarer und er kleidet sich mit den alten Sachen der Oma und findet Gefallen daran. Daher suchen Jacobs Eltern Hilfe bei dem strengen Schuldirektor Dr. Sherman der gemeinsam mit seiner Frau ein exklusives Internat für Problemkinder leitet. Das nächste Schuljahr soll Jacob an dieser Lehranstalt verbringen, die aber alles andere als eine normale Schule zu sein scheint. Als ein Mitschüler unter seltsamen Umständen ums Leben kommt und eine Reihe weiterer merkwürdiger Ereignisse geschehen, kommt Jacob allmählich hinter den wahren Grund für seinen Aufenthalt an der Boarding School – denn von hier scheint es keinen Rückweg nach Haue mehr zu geben.

Wenn man auf einschlägigen Seiten nachsieht, steht überall, dass es sich hierbei um einen Horrorfilm handelt – dem ist mitnichten so. Eigentlich ist das ganze nämlich ein Drama mit leichten Thriller und Horrorelementen.

Der Regisseur hat sich dabei allerdings viel vorgenommen. Er versucht hier so viele Themen auf einmal unterzubringen, dass vieles nicht komplett ausgearbeitet ist. Mobbing, Transsexualität, Schönheitsideale, erste Liebe, Tourett-Syndrom, Angst vorm Versagen usw. und dann auch noch Horror dazu, wirkt doch etwas überladen.

Trotzdem hat mir Boarding school gut gefallen, was vor allem den Darstellern geschuldet ist, denn die beiden Jungmimen Jacob Felsen und Christine Holcomb liefern hier geradezu sensationelle Leistungen ab. Dazu gesellt sich Will Patton, dem seine Rolle als strenger und auch durchgeknallter Lehrer sichtlich Spaß bereitet.

Erst gegen Ende mutiert das Geschehen dann zu einem Horrorfilm und gelegentlich kommt sogar mal ein wirklich trockener Spruch, so dass ich zweimal laut lachen musste. Der Abschluss ist zudem extrem gelungen und rundet das Geschehen ab. Schade nur, das es hiervon keine Fortsetzung geben kann.

Trotzdem hätte man vielleicht einige Dinge weglassen können, denn dadurch wirkt der Film thematisch eben etwas over the top. Gut unterhalten hat mich BOARDING SCHOOL jedoch allemal.

Fazit: Ein Streifen weit entfernt vom Mainstream. Meine Bewertung ist daher in diesem Fall auch eher subjektiv, denn Menschen die sich auf den Film nicht einlassen können und ihn nicht mögen, kann ich durchaus verstehen.

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HÖRE DIE STILLE (Tiberius)

am 27. November 2018 unter Drama, Suspense abgelegt

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Ukraine 1941: Eine Gruppe deutscher Soldaten sucht tief in feindlichem Gebiet nach Schutz und Essen. Gestrandet in einem kleinen Dorf finden sie dort zu ihrer Überraschung fast nur Frauen vor, die alle auch der deutschen Sprache mächtig sind. Ihre Männer wurden nach Ausbruch des Krieges deportiert oder ermordet. Die Frauen und Soldaten kommen sich voller Hoffnung rasch näher, aber nach einem Mord ändert sich die Stimmung schlagartig. Als ein zweiter Mord passiert kommt es zu einer Eskalation, die viele Leben kostet.

Wenn es nun jemanden gibt der KEIN Experte für Schreiben von Kritiken im Genre Kriegsfilm ist, dann bin ich das. Eigentlich habe ich mir den Streifen nur angeschaut, weil er eine Abschlussarbeit von 20 Filmstudenten einer Filmhochschule ist und mich interessiert immer, wer denn in Zukunft auf deutschen Bildschirmen zu sehen sein wird.

Der Film beginnt etwas schleppend. Man zeigt das Leiden der Soldaten und wie sie das Dorf relativ friedlich einnehmen, sich aber dann langsam mit den Damen anfreunden. Tempo bekommt der Film dann nach dem bereits erwähnten Todesopfer – dann wird der Streifen sogar richtig gut, auch wenn sich mir das Motiv des Mordes nicht ganz erschließt.

Denn aus dem etwas lahmen Kriegsdrama wird dann fast ein Thriller, denn die Soldaten versuchen herauszufinden, wer ihren Leutnant umgebracht hat und sind dabei nicht gerade zimperlich, doch die Damen lassen sich das nicht bieten und als eine von ihnen aufgehängt werden soll, nur aufgrund eines Verdachts, eskaliert die Situation dann völlig.

Das ist überraschend spannend und gegen Ende stapeln sich dann auch die Leichen und der Bodycount ist hier höher als bei einem Slasher.

Der weibliche Nachwuchs hat mir insgesamt etwas besser gefallen. Ihre darstellerischen Leistungen sind gelungen, während manche der Männer doch noch etwas steif und unbeholfen wirken. Der Regisseur hat bislang nichts außer TV-Serien inszeniert und da auch nicht gerade hochwertigen Stoff. Insofern ist es überraschend, das er das Szenario optisch schön einfängt.

Fazit: Nach etwas langsamen Beginn wird HÖRE DIE STILLE richtig gut, auch weil er das Genre wechselt. Man muss auch nicht unbedingt Fan von Kriegsfilmen sein um den Streifen gut zu finden. Hat mich überrascht.

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THE SWELL – WENN DIE DEICHE BRECHEN (Justbridge)

am 22. November 2018 unter Drama, Suspense, TV-SERIE abgelegt

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Nachdem der Sturm vorbei ist, stehen die Überlebenden vor der erschütternden Tatsache, dass nichts mehr in ihrem Leben so sein wird wie es einmal war. In sechs aufregenden Episoden entdeckt der Zuschauer Momente der Freude, Trauer, rasender Wut, Güte, und in der gegebenen Situation am wichtigsten, Widerstandsfähigkeit. Das ist der offizielle Pressetext, den ich doch ein wenig kurz und auch nicht wirklich ansprechend finde. Daher eine kleine Ergänzung. Nach dem erwähnten Sturm wurden weite Teile von Belgien und vor allem der Niederlande vollkommen überschwemmt und zig Tausende Menschen verloren ihr Leben. Wir sehen nun sowohl verschiedene Einzelschicksale, als auch die Reaktionen der Politik auf dieses Desaster, das man durch eine Evakuierung zumindest im Ausmaß hätte eindämmen können.

Gerade die politischen Passagen sind meiner Meinung nach die gelungensten der Serie, die in 6 Folgen a 45 Minuten aufgeteilt wurde. Denn wie man selbst in der Not noch versucht, den anderen über den Tisch zu ziehen, um einen eigenen Vorteil aus der Katastrophe zu schöpfen, passt genau zu dem Bild, das ich von der EU habe. Hier geht es nur noch um Geld und die Macht. Das wurde sehr schön herausgearbeitet und ist insbesondere in den letzten beiden Folgen sehr gut umgesetzt worden.

Aber auch einige der Einzelschicksale, die uns präsentiert werden, sind nicht unoriginell. Wer denkt zum Beispiel daran, dass bei einer solchen Überschwemmung schließlich alle Typen die im Knast sitzen, da drinne ersaufen? Was macht ein Wärter in dieser Situation? Insbesondere wenn zu wenig Personal da ist? Lässt er sie laufen oder riskiert er sein Leben wenn 20 Gefangene gegen einen stehen? Auch dieser Abschnitt ist sehr interessant geschildert.

Insgesamt hat die Serie optisch gutes TV-Niveau, die Stürme und Überflutungen sehen durchaus realistisch aus und auch die Kulissen wurden sehr gut hergerichtet.

Zwar hätte man die letzten 3 Folgen auch auf 2 kürzen können, weil es dort an manchen Stellen etwas zu melodramatisch wird, aber das gehört wohl zu einem Katastrophenszenario irgendwie dazu.

Der Geschichte mit der zerbrochenen Familie wird meiner Meinung etwas zu viel Zeit gewidmet. Sehr schön jedoch íst der Part, in dem ein alter Mann, der sich gerade umbringen wollte, ein Kind rettet und dadurch neuen Lebensmut erhält.

So bleibt unter dem Strich eine sehenswerte TV-Miniserie, die viele Aspekte einer solchen Katastrophe zeigt, besonders wenn man als Land darauf nicht vorbereitet ist. Die Darsteller sind überwiegend gehobenes TV-Niveau, der Look ansprechend.

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THE BOYS FROM BRAZIL (Koch Media)

am 22. November 2018 unter Drama, Klassiker, Suspense abgelegt

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Der junge Nazi-Jäger Kohler deckt in Paraguay eine Verschwörung von Alt-Nazis unter der Führung des Wissenschaftlers Josef Mengele auf. Er findet bei dem Hauptverfolger der Nazis Ezra Lieberman zunächst jedoch kein Gehör. Als Kohler jedoch ermordet wird und weltweit Männer umgebracht werden, wird Lieberman aufmerksam. Er geht Kohlers Hinweisen nach und entdeckt eine Liste von Adolf Hitler-Klonen, die auf der ganzen Welt verteilt leben und jetzt ins Teenageralter kommen. Doch jetzt ist auch Mengele aufmerksam geworden..

Was für eine Geschichte. Unglaublich, dass man sich bereits im Jahre 1978 mit dem Thema klonen beschäftigte und da natürlich seiner Zeit weit voraus war. Auch wird dort bereits erklärt, wie der ganze Vorgang funktioniert und zwar vom jungen Bruno Ganz, der den Wissenschaftler spielt, welcher von dem Gedanken fasziniert ist.

Anscheinend fanden diese Idee viele interessant, denn was hier an bekannten Darstellern mitwirkt ist unglaublich. Neben Ganz und dem jungen Steve Guttenberg als Kohler, sind auch noch James Mason, Laurence Olivier, Gregory Peck (als Mengele), Lilli Palmer und der ganz junge Sky Dumont, im Abspann noch als Guy Dumont geführt, dabei. Das nenne ich mal eine Besetzung.

Mich wundert es, das es bislang noch kein Remake gab oder zumindest einen Film mit einer ähnlichen Handlung neueren Datums. Zudem hat der Streifen die Zeit sehr gut überstanden, denn die Dialoge wirken keinesfalls altbacken.

Das Bild ist absolut erstklassig, ganz wenige Blitzer sind zu sehen, ansonsten ist hier alles glasklar und sieht aus, als wäre es ein neuer Film. Etwas merkwürdig finde ich nur das Vollbildformat. Auf diversen Internetseiten wird gemeckert, das der Film immer nur geschnitten zu haben war. Diese Version ist 122 Minuten lang und dürfte somit vollständig sein. Man kann mir aber auch schreiben, wenn ich damit falsch liege.

Fazit: Eine echte Lücke in meinem Wissensbereich, denn ich hatte den Streifen nie vorher gesehen und mir auch nicht furchtbar viel davon erwartet, da gerade Filme aus den 70ern natürlich dem Zeitgeist von heute nicht wirklich widerspiegeln. Dieser hier ist eine absolute Ausnahme und wandert in die Sammlung :o ).

DIE FARBE DES HORIZONTS (Universum Film)

am 15. November 2018 unter Biopic, Drama abgelegt

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Die lebenslustige Tami möchte am liebsten die ganze Welt erkunden. Kaum hat die junge Kalifornierin ihren Abschluss in der Tasche, fährt sie einfach mal nach Tahiti. Dort lernt sie den etwas älteren Segler Richard kennen und lieben. Ein befreundetes Ehepaar bietet den beiden an, ihr Boot gegen eine hohe Aufwandsentschädigung zu überführen, was den beiden natürlich gut gefällt, denn so kann man mit dem Hobby noch etwas Geld verdienen. Doch mitten auf dem Pazifik, mittlerweile 2000 Seemeilen vom nächsten Festland entfernt, geraten sie plötzlich in einen gewaltigen Hurrikan. Als Tami aus ihrer Ohnmacht erwacht, ist ihr Boot nur noch ein Wrack und Richard schwer verletzt – sie kann ihn zwar retten, aber er ist ihr keine große Hilfe. Schafft sie alleine den Kampf gegen die hohe See zu gewinnen?

Am besten weiß man über diese Geschichte gar nichts, denn dann sind einige interessante Wendungen noch spannend. Ich kannte diese schon, weil ich sie mal in der Presse gelesen hatte. Daher war mir bekannt wie das ganze endete.

Da ich Shailene Wodley extrem gerne mag. habe ich mir den Streifen dann doch angesehen. Zuerst die positive Nachricht: Es ist kein Liebesfilm, auch wenn Madame in der ersten halben Stunde wie ein Honigkuchenpferd dauergrinst und damit wirklich kurz vorm Chargieren steht, ändert sich das aber glücklicherweise mit zunehmender Spieldauer und das Überleben der beiden auf dem Meer gewinnt die Oberhand in der Geschichte.

Baltasar Kormakur hat als Regisseur ja schon jede Menge Erfahrung mit der Arbeit auf hoher See, denn einer seiner ersten Filme war ebenfalls ein Drama auf dem Ozean – der vielgelobte THE DEEP, der mir aber ein wenig zu elegisch geriet. Aber durch die nötigen Vorkenntnisse schaffte er hier mit speziellen Aufnahmen, oft halb aus dem Wasser, halb an der Oberfläche, teilweise sehr interessante Perspektiven.

Nach dem Film kann man sich noch mit den Hintergründen befassen, denn es gibt zahlreiche Extras, wobei ich immer noch nicht verstehe, wieso UNIVERSUM diese nie deutsch untertitelt. Die wahre Geschichte ist bei Wikipedia einsehbar.

Fazit. Grundsolides Drama mit ordentlichen Darstellern und ganz gutem Spannungsaufbau – sehr schön ist die Wende gegen Mitte des Streifens. Trotzdem gefällt mir Frau Wodley mit kurzen Haaren besser, was aber nichts an der Qualität des Films ändert :o ).

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8 MILLIONEN WEGE ZU STERBEN (Koch Media)

am 15. November 2018 unter Drama, Klassiker, Thriller abgelegt

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Der Polizist Matthew Scudder erschießt im Dienst einen Unschuldigen. Er stürzt in eine Krise, die in einer Depression und schweren Alkoholkrankheit mündet und ihn seinen Job sowie seine Familie kostet. Als vor seinen Augen ein Callgirl erschossen wird, ermittelt er auf eigene Faust. Schnell findet Matthew heraus, dass hinter dem Mord der Drogenbaron Angel steht, der alles daran setzt, ihn ebenfalls tot zu sehen. Es kommt zu einem unerbittlichen Showdown…

Der Film ist mehr als ordentlich besetzt. Neben Jeff Bridges in der Hauptrolle sind unter anderem Andy Garcia und Rosanna Arquette zu sehen. Im Jahre 1986 war der Film ein mittelmäßiger Erfolg. Die Synchronisation hat man nicht verändert, aber es ist immer das gleiche. Haben wir wirklich in diesem Jahrzehnt so dumme Sprüche gemacht? Switcht man auf den englischen Ton um, ist das ganze wesentlich erträglicher.

Die Restauration ist mal wieder sehr gelungen, Man wiederholt sich da ständig, aber KOCHs Restaurator holt wirklich immer jede Menge aus den Streifen heraus. Der Ton ist solide, aber das Bild ist klasse. Die Farben sind intensiv, grieseln sieht man kaum, genauso wenig wie Blitzer. Da sollte sich WARNER mal ein Beispiel dran nehmen,

Auf mich persönlich wirkt der Streifen ein wenig in die Jahre gekommen, heute würde man vieles mit deutlich mehr Action versehen. Die vielen guten Bewertungen auf diversen Seiten allerdings zeigen, das der Film durchaus seine Anhänger hat

Diese können mit der Umsetzung absolut zufrieden sein. Diesbezüglich eine wirklich klare Kaufempfehlung.

HEREDITARY (Splendid )

am 06. November 2018 unter Drama, Horror abgelegt

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Annie Graham lebt zusammen mit ihrem Mann Steve und ihren beiden Kindern Peter und Charlie etwas abgelegen am Waldrand. Als Annies Mutter Ellen, das Oberhaupt der Familie, zu der sie aber keinerlei wirklichen Draht mehr hatte, stirbt, muss sich die Familie danach mit mit mysteriösen und grauenhaften Ereignissen auseinandersetzen. Denn Omi beschäftigte sich mit okkulten Geschichten und Flüchen. Für Annie, Steve, Peter und Charlie beginnt plötzlich ein Wettlauf gegen ihr dunkles und unheilvolles Schicksal, welches ihre Ahnen ihnen hinterlassen haben…dann stirbt Charlie durch einen unglücklichen Unfall. Annie sucht Hilfe bei einer Glaubensgemeinschaft und lernt dabei die liebevolle Joan kennen – doch der Schein trügt.

Der Film stand bei mir etwas länger herum – daher kommt meine Rezension eine Woche nach der Veröffentlichung. Das lag daran, dass ich auf gewisse Filme einfach Lust haben muss und ich ihn schon vorab gesehen hatte und ich wollte, die für einen Horrorfilm ungewöhnlich langen 130 Minuten Laufzeit, noch einmal voll genießen.

Das eigentlich grandiose an dem Streifen ist ja, dass er die ersten 30 Minuten absolut gar nichts mit diesem Genre zu tun hat, sondern man bekommt hier ein Familiendrama kredenzt, das enormen Wert auf ausgearbeitete Charaktere legt.

Danach geht das Grauen dann aber richtig los und die letzte Stunde ist, speziell was Atmosphäre (die mich stark an BABADOOK erinnerte ) und besonders Kameraführung betrifft, mit das beste was ich in den letzten Jahren gesehen habe. Dazu gesellt sich ein kongenialer Soundtrack, der fast den ganzen Film lang im Hintergrund leise poltert und wabert. Viel besser geht das eigentlich nicht und erinnert fast schon an die guten alten Zeiten eines John Carpenter, wobei HEREDITARY keinesfalls altbacken wirkt.

Gabriel Byrne hat sich in den letzten Jahren rar gemacht, ist aber ein begnadeter Schauspieler, Toni Colette hat man hier mal richtig auf hässlich getrimmt und tritt nach KRAMPUS schon in ihrem zweiten Horrorfilm in kürzester Zeit auf. Beide Darsteller haben in diesem Film auch als Executive Producer mitgewirkt.

Etwas grenzwertig sind die letzten 5 Minuten. Die hätte ich persönlich etwas anders gestaltet oder sie einfach ganz weggelassen, das ist mir persönlich dann einen Tick too much, will aber jetzt nicht spoilern – das soll jeder für sich entscheiden.

Fazit: In Sachen Atmosphäre und Stimmung mit das beste seit des ersten Conjuring-Teils, allerdings mit deutlich weniger Action. Die bereits erwähnte fantastische Kameraarbeit und der Score machen HEREDITARY zu einem DER Horrorhighlights des Jahres 2018.

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WILDLING (Capelight/ALIVE)

am 06. November 2018 unter Drama, Horror abgelegt

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Eingesperrt in einem kleinen Zimmer eines abgelegenen Waldhauses und völlig isoliert von der Außenwelt, wächst Anna, unter der Obhut eines mysteriösen Mannes auf, den sie nur als „Daddy“ kennt, auf Mit schaurigen Geschichten über ein kinderfressendes Ungeheuer schürt er seit jeher ihre Angst vor der Welt außerhalb ihres Gefängnisses, so dass sich das Mädchen, selbst wenn sie könnte, nicht trauen würde, das Haus zu verlassen. Dann entdeckt die Polizei nach einem Schuss, das mittlerweile 16 jährige Mädchen. Der nette weibliche Sheriff Ellen Cooper nimmt den verstörten Teenager fürsorglich bei sich auf. Zunächst läuft alles gut und Anna beginnt das neue und normale Leben zu genießen. Doch schon bald kommt es zu einer Reihe beunruhigender Ereignisse. Zudem spürt sie merkwürdige Veränderungen in und an sich.

Der Film startet großartig. Gerade die ersten 20 Minuten, wird dem Zuschauer sehr schön erzählt, wie „Daddy“ sein Kind ängstigt, er aber versucht irgendwo eine Vaterrolle einzunehmen. Dafür hat man Vorzeige-Psychopath Brad Dourif engagiert, der hier, zumindest in der ersten Phase, mal ein ganz anderes Gesicht zeigen darf. Später mutiert er dann wieder mal zur Furie.

Frau Tyler bemüht sich immerhin ihre 2 Gesichtsausdrücke zu variieren, während Bel Powley mit ihren riesigen Kulleraugen eine hervorragende Leistung abliefert, denn diese Rolle ist schwer zu spielen, wie man auch in den Extras sieht.

Die Geschichte mag den ein oder anderen an WHEN ANIMALS DREAM erinnern. Während dieser allerdings eher als Drama inszeniert wurde, fährt man hier deutlich mehr Horrorelemente auf und für Herrschaften die gerne das rote Zeug spritzen sehen, wird auch die ein oder andere Szene geboten.

Gegen Ende wird, das sonst insgesamt eher subtile Geschehen, dann aber zu sehr mit dem Holzhammer beendet. Nicht das man nach 60 Minuten abschalten muss, aber die Action-Szenen wollen irgendwie nicht ganz zum bis dahin gesehenen Rest passen.

Trotzdem auch aufgrund der guten Darstellerin eine weitere interessante Variante dieses Themas.

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