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Archiv der Kategorie 'Drama'

FAMILIYE (AV-Visionen)

am 22. August 2018 unter Drama abgelegt

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In Berlin Spandau leben die drei türkischen Brüder Danyal, Miko und Muhammed. Miko ist spielsüchtig und hat nahezu bei jedem im Viertel Schulden, während sein Bruder mit einem Down-Syndrom geboren wurde und kurz vor der Abschiebung in eine Klinik steht. Dann kommt Danyal nach 5 Jahren endlich wieder aus dem Knast und will sich bemühen, seinem Bruder ein Vorbild zu sein und einer soliden Arbeit nachzugehen. Doch er wird schnell von der Vergangenheit eingeholt, zumal die Schuldner ihre Kohle sehen wollen und Miko diese nicht begleichen kann. Mit ehrlicher Arbeit kann man so viel nicht verdienen und so muss er, trotz aller ehrenhaften Bemühungen, wieder einmal ein Angebot annehmen, das ihn wieder in den Knast bringen könnte.

Eigentlich bin ich nicht so wirklich die Zielgruppe für diesen Film, doch nach der grandiosen Serie 4 Blocks, die eigentlich auch nicht zu meinen typischen Genres gehörte die ich normalerweise s0 schaue, und trotzdem grandios fand, habe ich ihn mir dann doch gegeben.

Insgesamt ist der Film auch durchaus gelungen. Die Probleme, die die Protagonisten untereinander haben, sind reine Insider-Sachen – Deutsche haben damit gar nichts zu tun. Es wird sehr gut verdeutlicht, das die Türken in Berlin mehr oder minder in ihrem eigenen Staat leben, was ja eigentlich nicht Sinn der Integration sein kann, aber auch da nicht unbedingt ein tolles Leben führen, wie viele immer meinen.

Mit Abstand am überzeugendsten fand ich die Darstellung des Danyal, der aus dem Knast kommt und wirklich versucht seinen Bruder dazu zu bewegen, einen ehrlichen Job anzunehmen, der sich aber natürlich dafür zu stolz ist. Auch die Komponente mit dem behinderten Bruder ist sicherlich seltener in so einem Streifen zu finden, wurde aber gut herausgearbeitet.

Natürlich kommt man auch hier um einige Klischees nicht herum, wie zum Beispiel die beiden Typen, die aussehen wie ZZ Top mit etwas kürzerem Bart – das war mir dann schon etwas überzogen und das der Kriminalbeamte auch noch Ausländer ist, wirkte mir zu konstruiert.

Ich lebe nicht in Berlin, habe aber in Kritiken gelesen, das die Welt dort wirklich so ist wie hier dargestellt. Ich wollte ja schon immer dort hinziehen, aber in diese Ecke müsste es dann doch nicht sein.

In einem sehr interessanten Interview erklärt Co-Produzent Moritz Bleibtreu, wie er an das Projekt kam. Ungewöhnlicherweise war er überhaupt nicht an dem Streifen beteiligt, sondern wurde nur gebeten, ihn sich anzuschauen. Da er davon angetan war, ließ er seinen Kontakte spielen um ihn in die Independent-Kinos zu bringen. Bleibtreu (wie immer sympathisch und rhetorisch begabt) zeigt sich in Redelaune und sinniert über das deutsche Kino, was sehr unterhaltsam ist.

Der Streifen ist übrigens komplett in schwarz/weiß gedreht. Als man den Regisseur fragte warum er dieses Stilmittel benutzte, meinte er, das es in diesem Teil Berlins auch nichts wirklich schönes buntes gibt und die Welt dort in tristem schwarz-weiß authentischer rüberkommt. Ein durchaus interessantes Statement, das nochmals untermauert, dass auch viele Türken nicht unbedingt das Leben führen, was sie sich mal erträumt haben.

Fazit: Insgesamt eine gelungene Milieustudie, die man fast schon die Arthouse-Ecke packen kann. Die Darsteller sind natürlich nicht überragend, da alle keine Profis, was aber anderseits auch ganz gut passt, denn mit professionellen Schauspielern hätte das ganze eher gekünstelt gewirkt.

PS: Zum Glück für mich hält sich auch der Anteil des deutschen Hiphop in Grenzen :o ).

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BODYCHECK (Justbridge)

am 22. August 2018 unter Drama, Klassiker abgelegt

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Der 17-jährige Farmersohn Dean Youngblood will unbedingt Profi in der kanadischen Eishockey-Junioren-Liga werden. Obwohl sein Vater gegen diese Karriere ist, schließt Dean sich den Hamilton Mustangs an. Auf dem Weg dorthin, bekommt er jedoch ganz schon auf die Fresse, denn in diesen unteren Ligen wird mehr geprügelt als gespielt. Als sein bester Freund Derek bei einem Spiel schwer lebensgefährlich verletzt wird, verlässt er das Team und geht auf die Farm zurück. Das Ende seiner Karriere, bevor sie begonnen hat?

Als ich den Film damals als kleiner Steppke gesehen habe fand ich ihn natürlich toll. Ein Typ der sich durchbeißt, dann natürlich auch noch ein süßes Mädel abbekommt und Karriere macht. Nach diesem Schema liefen alle Filme aus diesem Jahrzehnt ab, durchsetzt mit der „wenn du es willst kannst Du alles schaffen“-Attitüde.

Mittlerweile weiß ich aufgrund meines Alters natürlich das das Käse ist, weil viel zu viele Faktoren eine Rolle spielen. Deshalb gehe ich an Filme meiner Jugend immer eher mit gemischten Gefühlen heran.

Insgesamt muss ich aber sagen, dass sich der Streifen erstaunlich gut gehalten hat. Trotz seiner strammen Laufzeit von 105 Minuten kommt nie Langeweile auf und die Geschehnisse sind einigermaßen glaubwürdig. Die Dialoge sind wie immer bei Filmen aus der Zeit, ich formuliere es mal freundlich, „anders als man sie heute führen würde“, aber das war nunmal damals so. Insgesamt war ich aber doch überrascht, das mir der Film auch heute noch gefallen hat. Auch die Szenen auf dem Feld haben die Zeit gut überstanden und wirken nicht antiquiert, sondern dynamisch.

Apropos gefallen. Das kann man auch zur Restauration des Bildes sagen. Das ist nämlich besser, als manche neue Blu-Ray die ich in diesem Jahr gesehen habe. In den Innenaufnahmen ist das Bild im Hintergrund leicht verwaschen, aber das ist Jammern auf ganz hohem Niveau. Ansonsten gibt es hier weder Filmblitzer, knackige Farben und nicht den Hauch von irgendwelchem Filmgrieseln. Hier hat man hervorragende Arbeit geleistet.

Dazu gibt es noch ein schickes Mediabook mit einem wunderschönen Inlay von 20 Seiten Geschichte rund um den Film. Der Regisseur war übrigens früher selbst Eishockeyspieler und weiß wovon er spricht.

Wer den Film schon immer haben wollte – hier ist er – in einer wirklich gelungenen Umsetzung.

I KILL GIANTS (Koch Media)

am 08. August 2018 unter Drama, SciFi abgelegt

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Riesen gibt es wirklich! Sie lauern in den Wäldern und warten nur auf die passende Gelegenheit, um die Heimatstadt der 15-jährigen Barbara anzugreifen. Kein Wunder, dass die neue Schulpsychologin Mrs. Mollé diese Geschichte wenig überzeugend findet. Stattdessen setzt sie alles daran, der cleveren jungen Eigenbrötlerin zu helfen. Doch die fantasievolle Barbara hält weiter an ihrer Mission fest: Gemeinsam mit ihrer einzigen Freundin Sophia will sie die gigantische Bedrohung aufspüren und sich einem finalen Kampf stellen.

Das ist der Pressetext, den ich ganz bewusst hier rein kopiert habe. Nehmen wir mal an, der geneigte Zuschauer liest diese Geschichte und ist zusätzlich noch Fan von Fantasy-Filmen. Zudem steht auf den Cover „von den Produzenten von Harry Potter“. Na dann wird doch sicherlich gerne zugegriffen – und man wird gegen Ende komplett enttäuscht sein, denn die Fantasy-Elemente belaufen sich insgesamt vielleicht auf 10 Minuten.

Auf der anderen Seite – schaut man sich den Streifen nicht an, verpasst man aber auch ein wirklich schön bebildertes und auch glaubwürdiges Drama, das in einer Kleinstadt spielt und mit einer wirklich putzigen Hauptdarstellerin besetzt ist.

Die Auflösung des Ganzen bekommt man erst knapp vor Ende und auch diese hat mir gefallen. Da ich dieses Genre eigentlich gar nicht mag, habe ich mir diesen Film bis zum Schluss aufgehoben von allen Neuheiten, die ich da hatte. Mir hat der Streifen gut gefallen weben weil er ein völlig anderes Genre bedient als man glaubt – bei anderen Menschen dürfte das genau anders herum sein.

Die Effekte sind eigentlich recht gelungen, auch wenn natürlich hier kein Potter-Budget am Start war. Zoe Saldana versucht sich mal wieder als Schauspielerin – mit mittelprächtigem Erfolg. Sorry nix gegen die Dame, aber in Filmen wie COLUMBIANA ist sie einfach besser aufgehoben, die Psychotherapeutin nimmt man ihr nur bedingt ab.

Fazit: Nicht das was man erwartet, aber trotzdem oder deswegen (je nach Sichtweise) gelungen, zumal hier nebenbei auch noch Themen wie Mobbing angesprochen werden. Die neuklugen Sprüche der kleinen Barbara sind außerdem klasse. Aber man darf eben keinen reinen Fantasy-Streifen erwarten.

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DONT MOVE (Tiberius)

am 08. August 2018 unter Drama, Thriller abgelegt

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Ein Campingtrip mitten im Paradies wird zu einem ziemlichen Alptraum… Adam und seine Frau Gwyn wandern durch die Wälder Australiens. Ein Trip, um wieder zueinander zu finden, denn aufgrund dessen, das er sehr viel herumreist, ist sie sehr oft alleine. Das hat auch dazu geführt, das sie eine Affäre hatte, die sie mit diesem Urlaube beenden will.. In der Nacht stellen sie erschrocken fest, dass eine Schlange in ihr Zelt gekrochen ist. Jede Bewegung könnte nun ihre letzte sein, denn ein Biss des giftigen Tieres endet tödlich. Problem ist: Sie haben nur eine einzige Dosis des lebensrettenden Gegenmittels bei sich. Wehrlos und gefangen in ihrem Zelt sind die beiden völlig auf sich allein gestellt. In dieser ausweglosen Situation stößt Adam zufällig auf Nachrichten von Gwyns Affäre…

Zuerst einmal handelt es sich hierbei um einen Thriller und nicht um einen Horrorfilm, wie das Cover vermuten lässt. Gemischt mit Versatzstücken des Dramas.

Eigentlich ist die Handlung recht unspektakulär. Interessant wird es eben im Zelt. Was ist wenn man von einer schwarzen Mamba eingezingelt ist und gerade erfahren hat das die Gattin einen Lover hat. Versucht man alles um sie zu retten oder ist man sich selbst der Nächste?

Diese Konstellation ist durchaus interessant, insgesamt für einen Spielfilm aber etwas zu wenig, denn trotz der recht knackigen Laufzeit ist es eben schwer, die an sich seltsame Lage so lange auszureizen.

Das hat die Regisseurin auch erkannt und fährt deshalb ein paar Trick auf in Sachen Kameraführung. Zum Beispiel die Idee das Zelt auf dem Kopf zu zeigen und immer wieder zur nächsten Szene zu schwenken ist klasse und hab ich so noch nie gesehen. Aber auch in anderen Situationen ist die Kameraführung eigentlich das Highlight des Streifens.

Insgesamt ist das durchaus ein solider Film der in der Mitte etwas durchhängt und auch die ein oder andere unlogische Stelle hat (wies löscht man nicht einfach Nachrichten des Liebhabers?). Zu Gute halte ich ihm, das er keine mutierten Monster oder sonstige Viecher auffährt, sonder einfach nur die Gefahren der Natur sprechen lässt. Das Ende ist leider etwas weit hergeholt.

Natürlich erfindet DONT MOVE das Genre nicht neu, für einen spannenden Abend jedoch ist er vollkommen ausreichend. Zudem halte ich die Regisseurin für talentiert.

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ALLES GELD DER WELT (Universum Film)

am 02. August 2018 unter Biopic, Drama, Suspense, Thriller abgelegt

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1973 wird der 16-jährige Paul, Enkel des milliardenschweren Öl-Magnaten J. Paul Getty, in Rom entführt. Die Kidnapper verlangen läppische 17 Millionen Dollar Lösegeld, doch Opa denkt nicht im Traum daran dieses zu bezahlen. Der moderne Dagobert Duck und Griesgram hält das Ganze für eine Inszenierung und fürchtet Nachahmer – schließlich hat er 13 weitere Enkel und wäre danach (wenn er jedes Mal zahlen würde) pleite. Nur Pauls verzweifelte Mutter Gail kämpft weiter um das Leben ihres Sohnes. Unermüdlich versucht sie, den alten Getty umzustimmen und verbündet sich schließlich mit dem Sicherheitsberater, dem Ex-CIA Mann Fletcher Chase. Dieser steht eigentlich auf der Gehaltsliste von Getty, doch dessen Verhalten widert ihn an und so versucht er seine Kontakte spielen zu lassen ….Den beiden bleibt aber nur noch wenig Zeit, bis das Ultimatum abläuft – und ein Ohr fehlt dem Jungen bereits….

Anscheinend war es jedem außer mir bekannt, dass der Film schon fertig gedreht war und dann die Szenen mit Christopher Plummer komplett nochmal eingespielt wurden, da dessen Rolle mit Kevin Spacey besetzt war, der aber nach seinen Skandalen (die ich persönlich aber völlig überbewertet finde und nicht rechtfertigen den Mann dermaßen niederzumachen) nicht mehr Ridley Scotts Vertrauen besaß, bzw. man fürchtete, dass der Film an den Kinokassen abschmiert.

Obwohl Spacey eigentlich eh viel zu jung war, hat man diesbezüglich mit Christopher Plummer, der Zeit seines Lebens für meine Begriffe als einer der unterschätztesten Schauspieler in die Filmgeschichte eingehen wird, die perfekte Besetzung gefunden.

Allerdings (und dafür habe ich Zeugen^^), war mein erster Eindruck nach dem Film, dass er dramaturgisch doch merkwürdig daherkommt und zusätzlich einen mauen Spannungsbogen hat. Alles wirkt irgendwie zusammengestückelt und passt nicht zur bekannten Professionalität des Regisseurs. Aber die Erklärung woran das liegt, habe ich ja jetzt hierfür bekommen.

Zwar wird der Streifen im zweiten Abschnitt deutlich besser, bis dahin zieht sich das Ganze aber ganz schön in die Länge und Mark Wahlberg finde ich irgendwie fehlbesetzt, ohne dass dies an seiner schauspielerischen Leistung läge, aber irgendwie kaufe ich ihm das Ganze nicht ab.

Auch hier wird wieder behauptet, das sich das Gezeigte ganz nahe an den tatsächlichen Ereignissen des Jahres 1973 bewegt, was ich in manchen Punkten aber nur bedingt glauben kann, weil mir viele Dinge recht unglaubwürdig erscheinen (würde zu vielen Spoilern führen).

Wer sich für die Geschichte interessiert, kann das ganze bei Wikipedia nachlesen, da gibt es einen sehr interessanten Bericht.

Eine echte Entdeckung in diesem Streifen ist Charlie Plummer, der mit seinem nuancierten Spiel und den Kulleraugen alle aussticht und, so weit mir bekannt, nicht mit Christopher verwandt ist.

So bleibt unter den Strich ein grundsolides Entführungsdrama. Aber man hat von Scott schon besseres gesehen. Die Oscar-Nominierung für den mittlerweile 88-jährigen Christopher Plummer halte ich allerdings für vollkommen gerechtfertigt – nicht nur weil er die Rolle perfekt verkörpert, sondern weil er auch innerhalb weniger Wochen die ganzen Nachdrehs schaffte – und das in diesem Alter.

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EYE ON JULIET (MFA/Alive)

am 02. August 2018 unter Drama abgelegt

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Dies ist der offizielle Text zur Beschreibung des Films

EYE ON JULIET ist ein Film über die Liebe in Zeiten der totalen Überwachung und über das Überwinden von Vorurteilen. Es ist ein Film, der es schafft, gleichzeitig spannend und intensiv wie auch romantisch und einfühlsam zu sein – was er nicht zuletzt dem Hauptdarsteller Joe Cole verdankt. Der Oscar-nominierte, kanadische Regisseur Kim Nguyen selbst bezeichnet das Drama als “utopische Träumerei, die Mauern der Technologie und des Glaubens zu stürzen, die unsere Welt auf so viele Arten spalten.”

Oh je, oh je, das hört sich nach derartig schwerer Kost an, das mancher sicher keine Lust hat, sich den Streifen anzusehen. Doch so Arthousemäßig wie das dort beschrieben wird, ist EYE ON JULIET gar nicht…..es handelt sich um ein wirklich interessantes Drama, mit einer spannenden Ausgagslage, denn Joe sitzt eben Tausende von Kilometern weit entfernt und versucht ihr mit Hilfe einer Drohne, über die er mit ihr sprechen kann, zu helfen.

Das ist mal grundsätzlich eine wirklich nette Idee. Nach einem etwas langwierigen Anfang kommt der Streifen dann auch in die Gänge und die Geschichte entwickelt sich sehr interessant weiter.Wie es Joe gelingt dem Mädchen, in das er sich irgendwie auch verliebt hat, zu helfen, ist wirklich einer der originellsten Ansätze der letzten Jahre und eine der strangesten Liebesgeschichten, wobei ich EYE ON JULIET nicht wirklich als einen romantischen Film bezeichnen würde.

Zudem muss ich trotzdem sagen, das man am Ende des Streifens meint, das hier irgendwie noch ein wenig mehr drin´gewesen wäre, ohne das ich genau definieren kann, was mir gefehlt hat oder was genau man hätte anders machen können. Ein wenig mehr Spannung hätte man aufgrund der Thematik durchaus einfließen lassen können.

Die letzten 5 Minuten hingegen finde ich großartig und bilden einen gelungen Abschluss, unter einem der ungewöhnlichsten Filme des laufenden Jahres.Trotz kleiner Abzüge in der B-Note gibt’s hierfür:

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MOLLYS GAME (Universum Film)

am 20. Juli 2018 unter Biopic, Drama, Suspense abgelegt

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MOLLY’S GAME beruht auf einer recht obskuren, realen Geschichte. Für den Zuschauer beginnt alles als sie eines Nachts von schwer bewaffneten FBI-Agenten festgenommen wird. Sie ist sich keiner Schuld bewusst, denn sie organisierte zwar Poker-Runden für reiche Gäste unter anderem Schauspieler oder Sportler. Sie nahm sich aber kein Geld von den Einsätzen und Gewinnen, denn das wäre strafbar gewesen,.Leider stellte sich heraus, das auch die russische Mafia an diesen Spielen teilnahm, was dem FBI gar nicht gefiel. Merkwürdig wird es, als Molly die Namen ihre Gäste verschweigt und sich damit noch tiefer in die Misere reitet, aus der sie der renommierte Anwalt Jaaffey nun herauspauken soll, Kein leichtes Unterfangen.

Molly gibt es wirklich und beim googeln kann man eine recht ausführliche Biographie nachlesen – wenn ich das nun alles auch erzählen würde, könnte das zu Langeweile des Lesers führen.Wenn man keine Ahnung hat, wer die Dame ist, sollte man sich meiner Meinung nach aber vorher gar nicht informieren, sondern einfach den Film genießen, der laut der echten Molly Bloom, ganz nahe an der Realität ist, wie sie in den Extras bestätigt.

Da mittlerweile bekannt sein sollte, das ich Jessica Chastain extrem gerne sehe, weil sie irgendwie in jeder Rolle überzeugt, war der Film für mich eh schon Pflicht, hätte aber nicht gedacht, dass er so spannend ausfällt.

Großartig auch die tollen Wortduelle zwischen Chastain und ihrem Anwalt Idris Elba, die sich bei ihren Begegnungen einen gekonnten Schlagabtausch liefern. Ich bleibe auch dabei, das der Mann einfach für positive Rollen geschaffen ist. Die beiden Filme, in denen er den vermeintlich Bösen spielte, fand ich kompletten Müll.

So ist aufgrund der spannenden Erzählweise der Film auch für Menschen interessant, die von Poker nichts verstehen. Die wenigen Szenen, bei denen man die Karten sieht, werden zudem sehr gut von Molly aus dem Off erklärt, so das auch jeder problemlos mitkommt, der dieses Spiel nicht beherrscht.

So bleibt unter dem Strich ein hervorragend gespieltes Drama, mit vielen spannenden, aber auch einigen amüsanten Momenten. Auf jeden Fall sehenswert.

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LEICHEN UNTER BRENNENDER SONNE (Koch Media)

am 10. Juli 2018 unter Action, Drama, Thriller abgelegt

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An einem flirrend heißen Sommertag auf Korsika treffen in einer Burgruine mit Meerblick aufeinander: Malerin Luce und ihre beiden Lover, ein spleeniges Gangster-Trio, das gerade einen blutigen Überfall auf einen Gold-Transport durchgeführt hat, zwei in schweres dunkles Leder gekleidete Motorrad-Cops und drei scheinbar arglose Touristen. Ohne Rücksicht auf Verluste gehen alle Beteiligten aufeinander los, im Kampf um Leben und Tod – und um 250 Kilo reines Gold. Am nächsten Morgen gleicht das verlassene Örtchen einem blutigen Schlachtfeld…

So (leicht verändert) der Pressetext. Immerhin hat man es geschafft, meine Zusammenfassung, um 2 Zeilen zu übertreffen, denn mir wären definitiv nicht mehr eingefallen. Die Geschichte passt auf ein Post-It, soll aber wohl auch nicht zwingend die Intention sein.

Hier geht es darum in künstlerischen Kameraaufnahmen und Bildverfremdungen zu zeigen, das Arthouse-Kino auch schön brutal sein kann. Zudem bin ich froh, das ich das Internet habe, denn neben dem mir bekannten Giallo, hatte Italien auch den Poliziotti zu bieten, an dem sich dieser Film angeblich orientiert. Na dann.

Nach einer durchaus interessanten Einführung mit 2 pfiffigen Ideen, kommt erst mal Langeweile. Nach dem Überfall und dem Eintreffen der Polizei wird das ganze aber sogar recht spannend und hat in diesem Abschnitt sogar eine stringente und nachvollziehbare Handlung zu bieten.

Leider begeht man am Schluss den Fehler sich zu sehr in seine Bildverfremdungen zu verlieben und so geraten die letzten 10 Minuten leider arg überzogen.

Die beiden Regisseure haben vorher auch schon AMER gedreht und der ist auch perfekt als Referenz geeignet. Wer den mochte dürfte auch hier seine wahre Freude haben. Für Menschen die einen gradlinigen Actionthriller sehen möchten, dürfte das ein wenig too much Arthouse sein.

Ich selbst kann mich auch nicht wirklich entscheiden, denn teilweise waren die verwendeten Ideen (zum Beispiel die ständigen Zeitangaben) originell, manchmal aber übertreibt man es dann wieder total mit den bildlichen Experimenten.

Eine realistische Bewertung kann ich hier nicht geben, denn es wird Leute geben die begeistert aufschreien und von Kunst schwärmen, und andere werden das als kompletten Schrott bezeichnen. Ich liege irgendwo dazwischen.

SUGAR MOUNTAIN (Lighthouse)

am 03. Juli 2018 unter Drama, Thriller abgelegt

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Miles hat ein Suchtproblem, er zockt einfach gerne. Als er das Erbe der Mutter durchgebracht hat und noch dazu bei dem brutalen Ganoven Joe Bright in der Kreide steht, kommt ihm eine Idee. In der öden Wildnis von Alaska wollen sie (seine Freundin und sein Bruder) sein Verschwinden vortäuschen. Daraufhin wird die ganze Stadt nach ihm suchen und es wird eine große Publicity geben, durch die man, per Rechteverkauf, an der Geschichte richtig viel Geld verdienen kann. Keine schlechte Idee, wie sich herausstellt, doch dann taucht Miles nicht mehr auf. Hat er sich verirrt und lebt er gar nicht mehr?

Juhu es gibt Geschichten, die noch nicht 100 mal erzählt wurden und diese findet man meistens immer in kleineren B-Movies, weil die Majors alles was man eh schon oft gesehen hat, immer wieder durchkauen.

Allerdings muss man sagen, das es sich hierbei mitnichten um einen Thriller handelt, wie der Trailer suggeriert, sondern eher um ein Drama mit spannenden Momenten und einigen, recht intelligenten Wendungen.

Der einzige mir bekannte Darsteller ist SAW 1 Opfer Cary Elwes, der den Sheriff spielt – die anderen Darsteller habe ich noch nie gesehen, aber insbesondere das Brüderpaar wurde sehr gut besetzt.

Dazu gibt es schöne Landschaftsaufnahmen, wobei ich nicht weiß, ob diese wirklich in Alaska gedreht wurden, denn da ist es doch sehr kalt. Der Titel des Films bezieht sich übrigens auf den Namen der Kleinstadt, in der der Film spielt.

Es müssen nicht immer 100 Millionen Dollar zur Verfügung stehen und Megastars, um einen feinen Film abzuliefern. Auch wenn SUGAR MOUNTAIN insgesamt einen Tick zu lang ausfällt, mit seinen fast 2 Stunden, ist die Geschichte gut und interessant bis zum Ende, welches auch logisch erscheint.

Zudem ist der Streifen hervorragend synchronisiert, was mich bei dem kleinen Label Lighthouse eh immer wundert, denn wenn man sich mal andere Indie-Produktionen anschaut, muss man auf das englische Original umswitchen, da die deutschen Stimmen nicht zu ertragen sind.

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THE CAVE (Lighthouse)

am 26. Juni 2018 unter Drama, Thriller abgelegt

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Es ist sehr lange her, das das Pärchen Charlotte und Adrian ihren besten Kumpel Viktor gesehen hat, also beschließen sie ihn, spontan zu einer Höhlentour einzuladen, denn das ist das gemeinsame Hobby der 3 Protagonisten. Man trifft sich also um die Unternehmung zu starten und das in einer Höhle die noch ziemlich unerforscht ist. Als man entdeckt, dass hier schon vorher jemand war und ein Zelt zurückgelassen hat, ist man überrascht, macht sich aber keine weiteren Gedanken und erforscht weiterhin das Umfeld. Vor Adrian war Charlotte mit Viktor zusammen, der dies ihrer Meinung nach aber längst vergessen und überwunden hat – wenn sie sich mal da nicht täuscht. Als ein schmaler Gang einstürzt, gerät man in große Gefahr und auch die Stimmung unter den Herrschaften wird immer schlechter.

THE CAVE bekommt im Internet sehr gemischte Kritiken. Natürlich ist die Geschichte, dass die eine die Ex-Freundin des anderen ist etwas weit hergeholt – auf der anderen Seite ist es aber auch erfrischend, endlich mal wieder einen Thriller zu sehen, bei dem es keine Aliens, Mutanten, Monster oder sonstiges gibt.

Die Spannung wird nur aus der Lage der drei Darsteller und deren gegenseitiges Misstrauen bezogen und das erweist sich als genialer Schachzug, denn die Umgebung und menschliche Gefühle können auch reichen, um einen spannenden Thriller zu inszenieren.. Es müssen nicht immer Mutierte sei wie in dem (wenngleich auch gelungenen) DESCENT.

Der Streifen kommt mal wieder aus dem hohen Norden, wo man für Subtilität bekannt ist, allerdings nicht aus Schweden, das Vorreiter dieser Art Filme war, sondern aus Norwegen, wo auch schon sehr gute Produktionen entstanden, zum Beispiel die COLD PREY Teile.

Die Darsteller sind dem Zuschauer unbekannt, liefern aber eine sehr gute Leistung ab, zudem bleibt das Ende irgendwie offen, ein Nachklapp ist durchaus noch möglich, was ich begrüßen würde.

Fazit: Ein Film der seine Hauptspannung nur aus der räumlichen Enge bezieht, ist mal was ganz anderes. Da er nur knackige 78 Minuten geht, gibt es hier auch fast keinen Leerlauf. Mir hat der Streifen sehr gut gefallen, kann mir aber auch vorstellen dass es Menschen gibt, die das Nichtvorhandensein von Übersinnlichem stört.

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