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Archiv der Kategorie 'Drama'

DIE HÄNDE MEINER MUTTER (Lighthouse)

am 11. Juli 2017 unter Drama abgelegt

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Markus ist 40 Jahre alt, beruflich mäßig erfolgreich und mit Monika verheiratet. Zusammen haben sie einen Sohn. Am Geburtstag seines Vaters wird er durch einen blöden Zufall von seiner Vergangenheit eingeholt. Seine Mutter Renate hat ihn als Kind sehr oft sexuell missbraucht. Zuerst versucht er das ganze abermals zu verdrängen, doch dann geht er in die Offensive und besucht einen Psychologen. Als er seiner Mutter einen Brief schreibt und sie damit konfrontiert, bittet sie ihn um Verzeihung. Doch das reicht Markus nicht und erst recht nicht seiner Gattin, die Renate zwingt, dieses Geheimnis öffentlich zu machen und sich damit selbst anzuklagen.

Starken Tobak bekommt der Zuschauer hier geboten. Nun ist Florian Eichinger auch nicht wirklich für Filme bekannt, die als lockere Unterhaltung durchgehen, doch dieser Streifen ist schon sehr sperrig.

Einige Handlungen der Protagonisten sind für mich nur schwer nachvollziehbar. Zudem finde ich die vermeintlichen Rückblenden etwas gewöhnungsbedürftig, denn in diesen wird der erwachsene Markus gezeigt, der die sexuellen Handlungen über sich ergehen lassen muss.

Natürlich kann man hier schlecht einen 9jährigen einsetzen, der an den Genitalien der Mutter herumspielt. Stattdessen aber den erwachsenen Markus mit Kindessprache zu versehen, wirkt auf mich eher ungewollt komisch, denn bewegend.

Auf der Habenseite stehen allerdings die schauspielerischen Leistungen, wobei man im Besonderen anmerken muss, zu welch guter Darstellerin sich Jessica Schwarz gemausert hat, die immerhin mal „nur“ als Viva Moderatorin angefangen hat.

Die Zielgruppe für diesen Film ist mehr als überschaubar, zumal Eichinger seinen Film auch ohne jeglichen Einsatz von Musik gedreht hat, was das ganze noch sperriger macht. Im TV wäre er am besten bei Arthaus aufgehoben. Zur Primetime im ZDF kann ich mir DIE HÄNDE MEINR MUTTER nur schwerlich vorstellen.

Fazit: Das Thema ist interessant und sicher auch wichtig und die Geschichte glaubwürdig erzählt. Trotzdem bleibe ich dabei das ich die „sexuellen Übergriffe“ nicht mit einem erwachsenen Hautdarsteller gezeigt hätte – dann lieber nur das Kopfkino bedienen…

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THE GIRL WITH ALL THE GIFTS (Universum Film)

am 05. Juli 2017 unter Drama, Horror, Suspense abgelegt

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Eine Pilzinfektion hat große Teile der Menschheit ausgerottet. Daher laufen nun die sogenannten Hungries durch die Gegend, die wie der Name schon sagt, ständig Hunger haben und sich von Blut und Fleisch ernähren. Hoffnung scheint es nur durch eine kleine Anzahl infizierter Kinder zu geben, die dabei helfen sollen, einen Impfstoff zu finden. Größtenteils können Sie ihren Fressimpuls unterdrücken. Besonders in ein Mädchen setzt man große Erwartungen – Melanie ist intelligent und auch erstaunlich emphatisch für eine Infizierte. Als jedoch die Basis von einer riesigen Horde Hungries überrannt wird, können außer ihr nur ihre Lehrerin Helen, Sergeant Parks, ein Soldat und Dr. Caldwell entkommen. Melanie muss vor allem geschützt werden, denn sie ist wohl die letzte Hoffnung der restlichen Menschheit.

Oh man, schon wieder ein Zombiefilm werden viele sagen und ehrlich gesagt war das auch mein erster Gedanke Hätte mir jemand diesen Streifen nicht wärmstens ans Herz gelegt, hätte ich ihn mir wahrscheinlich gar nicht angeschaut, denn das Thema ist allerspätestens seit WALKING DEAD jetzt echt auserzählt.

Überraschenderweise schafft GIRL WITH ALL THE GIFTS es aber, neue Aspekte einzubringen. Die Idee mit den Zombiekindern ist durchaus originell. Auch das Melanie erstaunlich viel Empathie zeigt, aber dennoch, wenn sie Hunger hat, ihrem Fressreiz nicht widerstehen kann, sonst aber fast ein normales Kind ist, kannte man zumindest aus anderen Streifen mit der Thematik noch nicht.

Das Glenn Close mal in einem Horrorfilm inklusive Untoten mitspielen wird, hätte sie wahrscheinlich vor 10 Jahren auch noch nicht vermutet. Sie liefert eine überraschend starke Leistung ab und ist, neben Melanie, der mit Abstand interessanteste Charakter.

Mitte des Films geht ihm mal kurzfristig etwas die Luft aus und insgesamt hätten 20 Minuten weniger wohl auch gereicht. Trotzdem bleibt er, auch weil man nie weiß, was denn nun als nächstes passieren wird, durchaus spannend und zieht in den letzten 30 Minuten dann wieder enorm an.

Das Ende ist dann sicherlich Geschmackssache. Wer hier ein klassisches Happy-End erwartet wird enttäuscht sein. Zudem kann ich die Reaktion bzw Aktion von Melanie kurz vor Ende des Streifens nicht wirklich nachvollziehen. (mehr geht aus Spoilerrgründen nicht)

Wer dachte das wirklich das Genre tot ist, wird hier positiv überrascht, auch weil man es schafft, einen Horrorfilm mit einem Drama zu kombinieren, was nur ganz selten funktioniert.

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PERSONAL SHOPPER (Universum Film)

am 05. Juli 2017 unter Drama abgelegt

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Maureen, hat keine Lust mehr auf Amerika. Daher lebt sie in Paris, doch das ist ein teures Pflaster, also verdient sie sich ihren Lebensunterhalt als sogenannter Personal Shopper für die exzentrische, aber gut betuchte Kyra. Kürzlich verstarb ihr Bruder und beide hatten ausgemacht, das der, der zuerst verstirbt, dem anderen aus dem Jenseits eine Nachricht zukommen lässt. Also wartet Sie nun auf Zeichen und bald kommen die auch in Form von seltsamen Botschaften.

Wie kann man aus so einer Geschichte einen Film machen? Das fragt sich sicherlich der Zuschauer auch – zumindest so lange bis er vor dem Fernseher weggedöst ist.

Es ist eigentlich komplett uninteressant, Madame Stewart die ganze Zeit beim Shoppen zu beobachten und der Handlungsstrang mit dem Bruder passt überhaupt nicht dazu. Eigentlich erschließt sich mir der komplette Sinn des Films nicht, es sei denn man möchte endlich mal die Titten von Stewart sehen, die dem geifernden männlichen Zuschauer dann auch präsentiert werden.

Manchen mag das reichen, doch mir ist das leider etwas zu wenig, denn der Film weiß nicht mal, in welches Genre er gehört. Drama? Na ja dramatisch langweilig stimmt schon. Thriller? Da sollte zumindest ab und an mal Spannung aufkommen.

Da ich mir nicht vorstellen kann, das Stewart Geld benötigt, bleiben mir daher die Gründe in diesem kruden Streifen mitzuwirken, unklar. Vielleicht war sie jemandem noch einen Gefallen schuldig.

So bleibt unter dem Strich ein gut besetztes Kleinod der gepflegten Langeweile….

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MEAN DREAMS (Meteor/Alive)

am 28. Juni 2017 unter Drama abgelegt

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Jonas wächst in einem sehr ländlichen Teil Amerikas auf einer Farm auf und arbeitet trotz seiner erst 15 Jahre im eigenen Betrieb mit. Eigentlich führt er aber ein recht langweiliges Leben bis er Casey kennenlernt. Die Gleichaltrige ist mit ihrem Vater Wayne, der bei der örtlichen Polizei arbeitet, gerade erst hergezogen. Anfangs gibt sich ihr Dad als freundlich und gelassen. Doch bald merkt Jonas, das dieser Mann seine Tochter mies behandelt. Als er ihn bei einem illegalen Geschäft beobachtet und feststellen muss, das der liebe Papa auch über Leichen geht, versucht er Casey aus dessen Klauen zu befreien – und entwendet die Kohle aus dem Drogendeal, was natürlich nicht ohne Folgen bleibt.

Die Geschichte hört sich im ersten Moment relativ unspektakulär an. Junge lernt Mädchen kennen, verliebt sich und haut mit ihr ab. Doch MEAN DREAMS hat mir insgesamt außerordentlich gut gefallen.

Das liegt erst einmal an den beiden grandiosen Hauptdarstellern. Die mir persönlich vollkommen unbekannten Sophie Nelisse und Josh Wiggins liefern hier eine tolle Leistung ab. Gerade das sehr nuancierte Spiel der beiden, das zudem extrem glaubwürdig wirkt, hievt den Streifen auch über die ein oder andere kleine Länge. Zudem gefällt, das hier nicht völlig unrealistische Sexszenen gezeigt werden, sondern das die Verliebtheit sich mehr im Kopf der Zuschauers abspielt.

Dazu gesellt sich eine fantastische Kameraführung. Leider weiß ich den Namen des Verantwortlichen nicht mehr, aber was dieser hier für Bildkompositionen, insbesondere auch mit Licht und Schattenspielen, zaubert ist klasse. Der Regisseur hat auch erkannt, was er hier für ein Talent an der Kamera hat. Denn in den Extras geht man eben auf dessen Arbeit explizit ein.

Bill Paxton, der dieses Jahr doch einigermaßen überraschend verstarb, liefert als sadistischer Vater ebenfalls eine gute Performance ab. Colm Feore sieht man eh immer gern.

Zudem ist MEAN DREAMS für einen Streifen, der eigentlich eher dem Drama zuzuordnen ist sehr spannend und mutiert teilweise zum Thriller. Die Flucht der beiden Kids ist zudem realistisch geschildert und nicht mit irgendwelchen dämlichen Actionszenen vollgepackt.

Für mich ist das hier ein Geheimtipp. Nicht weil der Film jetzt eine unfassbar innovative Handlung hat, aber die schauspielerischen Leistungen, die kleinen Wendungen und die tolle Kamera sind im Gesamtbild komplett stimmig.

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DAS MORGAN PROJECT (Fox)

am 08. Juni 2017 unter Drama, Horror, SciFi abgelegt

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Die toughe Krisenmanagerin Lee wird zu einem abgelegenen Ort geschickt, an dem sie die Fortschritte eines geheimen Experiments begutachten soll. Zudem kam es zu einem Vorfall, denn Morgan, eine gerade mal 5 jährige, künstlich erschaffene, aber humanoide Lebensform, hat eine Mitarbeiterin des Labors schwer verletzt. Lee soll prüfen, ob das Experiment außer Kontrolle geraten ist und abgebrochen werden muss – was zur Folge hätte, das auch Morgan nicht überleben darf. Zudem wird noch ein Psychologe dazu geholt. Bei dessen aggressiver Befragung rastet „es“ komplett aus und Lee ist sich nun sicher, das man es eliminieren muss, doch die Mitarbeiter die das menschliche Wesen ins Herz geschlossen haben, bereitet dieser Gedanke Probleme. Eben diese bekommen sie aber auch, als Morgan abhauen will.

Ridley Scott hat diesen Film produziert, was nicht weiter verwunderlich ist, denn sein Sohn Luke liefert hier seinen ersten Langfilm ab und bewegt sich dabei durchaus auf den Spuren des Vaters, der ja dem Science-Fiction Genre auch nicht unbedingt abgeneigt ist.

Zwar ist MORGAN PROJECT nicht zwingend logisch (man könnte hier einiges aufführen); dafür aber von enormer Intensität. Die beiden vermeintlichen Hauptdarsteller Kate Mara (was eine coole Sau) und Anna Taylor Joy (genauso cool und hübsch) liefern sich ein fulminantes Duell, sowohl verbal als auch körperlich, Zudem sind die Nebenrollen mit Prominenz bestückt. Paul Giamatti, Jennifer Jason Leigh und Toby Jones sind unter anderem mit an Bord.

Anfangs braucht man allerdings ein wenig Geduld, den der Steifen beginnt mit einem relativ langen Prolog. Dieser ist aber notwendig, da man hier auf viele Punkte des Experiments detailliert eingeht. Hätte man das kürzer gestaltet wären die „hier wird ja nix erklärt“-Stimmen sicher wieder laut geworden.

Das ich einen Film der Firma FOX bewerte kommt eher selten vor, denn als riesiger Major tut man sich mit Bemusterungen, vorsichtig formuliert, etwas schwer. Zudem sind die Budgets der Filme weit über denen die eigentlich auf meiner Seite besprochen werden sollen.

MORGAN PROJECT hat aber trotz des coolen Looks, auch durch seine etwas krude Story, eher einen B-Movie Charme, wenn er auch sehr professionell in Szene gesetzt wurde. Die Effekte sind gut dosiert und auch gelungen.

Fazit: Ein kleiner Geheimtipp, der allerdings nicht allen zusagen wird, auch weil die Action nicht zwingend im Vordergrund steht.

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ALLIED (Paramount/Universal Pictures)

am 08. Juni 2017 unter Drama, Suspense abgelegt

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In ALLIED wird und die Geschichte des des englischen Geheimdienstoffiziers Max Vatan und der französischen Résistance-Kämpferin Marianne Beausejour erzählt, die sich im geheimen Auftrag der Alliierten in Casablanca zusammentun, um ein Attentat zu verüben. Offiziell sind sie da schon verheiratet. Dies passiert später jedoch auch wirklich, denn das Paar hat sich beim Auftrag ineinander verliebt. Doch dann wird Marianne verdächtigt, eine verdeckte deutsche Agentin zu sein. Sollte sich dies als wahr herausstellen, weiß Max, was er zu tun hat – sie umgehend zu eliminieren.

Einen Film mit einem doch sehr großen Budget bespreche ich selten, denn er ist eigentlich nicht wirklich das was ich auf meiner Seite so präsentiere. In diesem Fall mache ich jedoch mal eine Ausnahme, weil mit der Streifen sehr gut gefallen hat.

Zwar ist das Ende doch relativ leicht abzusehen, doch bis dahin bekommt man einen stilsicheren und hervorragend gespielten Krimi der alten Schule zu sehen, in der die Hauptdarsteller überraschend gut aufspielen, zumal beide nicht wirklich zu meinen Favoriten gehören. Besonders Frau Cotillard, deren latenter Hang zum Overacting mich meist nervt, spiet erstaunlich nuanciert.

Robert Zemeckis, der legendäre Macher von Back to the future meldet sich nach längerer Abstinenz (obwohl so alt ist THE WALK ja auch noch nicht) mal wieder als Regisseur zurück und hat sich dafür ein sehr gutes Drehbuch ausgesucht. Die Figuren und die Konflikte, in denen sie sich bewegen sind glaubwürdig und nicht immer durchschaubar. Die Geschichte ist interessant und Menschen die sich gar nicht in den Wirren des zweiten Weltkrieges auskennen, bekommen sogar noch ein wenig Wissen vermittelt.

Dabei halten sich Liebesgeschichte und Krimihandlung einigermaßen die Waage, so das das Pendel nicht zu stark in eine Richtung ausschlägt. Die 2 Stunden kamen mir zudem relativ kurz vor.

Wer gerne alte Spionagestreifen wie etwa ENIGMA zu seinen Favoriten zählt, kann hier eigentlich bedenkenlos zugreifen.

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ACCIDENTS (Lighthouse)

am 30. Mai 2017 unter Drama abgelegt

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Bevor es zu einem tödlichen Unfall in einer Mine in einer kleinen Gemeinde irgendwo in den USA kam, herrschte Harmonie in dem Örtchen, doch nun ist alles anders. Minenmanager Bill will keine Verantwortung übernehmen, denn er handelte nur nach Vorschrift. Seine Frau Diana leidet unter den Anfeindungen der anderen Bewohner. Als deren gemeinsamer Sohn TJ eines Tages nicht mehr nach Hause kommt und auch wochenlang nicht gesehen oder gefunden wird, beginnt Diana eine Affäre mit Amos, dem einzigen Überlebenden des Minenunglücks. Der wiederum wird von seinen Kollegen unter Druck gesetzt auch ja die „Wahrheit“ beim Gerichtstermin auszusagen. Obwohl der Tod von TJ ein Unfall war, leidet der vermeintliche Mörder Owen seelisch sehr darunter – trotzdem erzählt er niemandem etwas.

Wie man an der Zusammenfassung erkennen kann, handelt es sich hier um mehrere Handlungsstränge, die erst mit der Zeit zusammengeführt werden. ACCIDENTS ist daher eher ein unabhängiger Blick auf eine Kleinstadt und wie sich das Leben der Mitbewohner von einem auf den anderen Tag schlagartig ändern kann, als klassisches Erzähl-Kino.

Chloe Sevigny, Josh Lucas, Elisabeth Banks – es gibt schlechtere Besetzungen für eine kleine Independent-Produktion, die übrigens auf dem SUNDANCE-Festival zu sehen war.

Am meisten überrascht mich hierbei Banks, deren schauspielerische Qualitäten ich eher für beschränkt halte, die hier aber eine ungewöhnlich intensive und glaubwürdige Vorstellung abliefert. Chloe Sevigne hat leider zu wenig Screentime.

Insbesondere das Minenunglück wird am Anfang des Streifens nur kurz erwähnt und erst mit zunehmender Spieldauer bekommt der Zuschauer die ganzen Hintergründe und Zusammenhänge erklärt, da man sich zu Beginn sehr auf den Charakter des Owen konzentriert, der von dem mir unbekannten Jacob Lofland hervorragend authentisch dargestellt wird.

ACCIDENTS ist nichts zum nebenher schauen. Man sollte sich doch ausschließlich auf die sehr gut ausgearbeiteten Charaktere konzentrieren, die wie bereits erwähnt, auch sehr gut besetzt wurden .

Menschen die Filme wie WINTERS BONE mögen, kommen hier voll auf ihre Kosten – zu denen zähle ich auch. Das Mainstream-Publikum wird das hier als langweilig empfinden.

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JONATHAN (Lighthouse)

am 16. Mai 2017 unter Drama abgelegt

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Jonathan pflegt seit Jahren seinen krebskranken Vater Burghardt und muss sich zusammen mit seiner Tante Martha auch noch um den Bauernhof kümmern. Da sich Burghardts Zustand zusehends verschlechtert, holt man Pflegerin Anka zur Hilfe, in die sich Jonathan verliebt. Dann taucht plötzlich ein Jugendfreund des Vaters auf. Und mit ihm kommt ein lang gehütetes Familiengeheimnis ans Licht, das die Situation noch kompliziert. Einerseits ist Jonathan froh, das dieser ihm die Arbeit mit seinem Vater abnimmt, andererseits ist er eifersüchtig auf den Eindringling, der ein besseres Verhältnis mit Burghardt pflegt, als Jonathan je zu seinem Vater hatte…

Der Streifen ist vor allem eines nicht: Unterhaltungskino für zwischendurch. Der Film ist an manchen Stellen schon erschreckend realistisch gespielt, so dass man desöfteren gar nicht denkt, das es sich hierbei um eine fiktive Geschichte handelt, sondern eher um eine Dokumentation eines realen Ereignisses.

Das diese Authentizität so hoch ist liegt vor allem an dem latent unterschätzten Andre Hennicke, der hier mal wieder eine brillante Leistung als krebskranker und unnahbarer Vater darstellt. Wieso er nur ganz selten in größeren Produktionen mitspielt, erschließt sich mir nicht, denn seine Darstellungen sind wirklich immer gelungen. Vielleicht liebt er eben aber auch den deutschen Independentfilm mehr als das Mainstreamkino.

Immer wieder bekommt der Zuschauer auch kleine Tierchen in kurzen Einstellungen präsentiert, die sich in schwierigen Situationen befinden, wie Fliegen und Schmetterlinge und oft nicht wirklich vorwärts kommen. Ich deute das so, das sie praktisch das Leben von Jonathan darstellen sollen – kann aber auch eine Fehlinterpretation meinerseits sein.

Der Streifen ist insbesondere im letzten Abschnitt ziemlich erschütternd, nur das Ende ist ein kleiner positiver Lichtstrahl.

Fazit: Gutes deutsches Independent-Kino, das allerdings auch nur für Klientel dieser Streifen geeignet ist. Wer es gewohnt ist Til Schweiger Filme zu sehen oder Fuck Ju Göthe für hohe Filmkunst hält, sollte die Finger von diesem eindringlichen Drama lassen.

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CAT FIGHT (Koch Media)

am 16. Mai 2017 unter Drama, Komödie abgelegt

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Auf einer New Yorker Dinnerparty treffen sich Veronica und Ashley wieder. Die eine ist mit einem steinreichen Typen verheiratet, hat eigentlich alles und ist dennoch unzufrieden. Ihre ehemals beste Freundin hingegen dümpelt vor sich hin und hofft immer noch, das ihre Bilder als große Kunst entdeckt werden. Die Freude über das Wiedersehen ist schnell vorbei, denn beide erinnern sich daran, das ihr Verhältnis gegen Ende der Bekanntschaft nicht das beste war. So gibt ein Wort das andere und die beiden verprügeln sich im Hausflur. Veronica fällt daraufhin ins Koma. Als sie 2 Jahre später erwacht, ist sie pleite, ihr Mann und Sohn sind gestorben. Ashley hingegen ist eine gefeierte Künstlerin. Zunächst kommt Veronica bei ihrer ehemaligen Haushälterin unter und versucht sich auf das neue Leben einzustellen, doch als sie einen Bericht in einem Magazin über ihre verhasste Rivalin liest, sinnt sie auf Rache.

Die folgt dann auch. Der weitere Verlauf des Streifens ist sicherlich weit hergeholt, aber unglaublich schwarzhumorig. Dagegen wirkt VERY BAD THINGS fast lahm. Hier wird sowohl verbal als auch mit den Fäusten kräftig ausgeteilt.

Sandra Oh und Anna Heche hier beide gegen den Strich zu besitzen erweist sich zudem als Glücksfall, denn ihre verbitterten Gesichtsausdrücke und Handlungen machen dem Duo sichtlich Spaß. Dazu gibt es noch ein wirklich gelungenes Ende.

Das der Film eine FSK 16 erhalten hat, ist durchaus berechtigt, denn insbesondere wenn die beiden Damen sich keilen, geht das ganz schön hart zur Sache – fast ein wenig zu übertrieben dargestellt.

Die Wende etwa zur Hälfte des Filmes ist sehr gelungen und auch die Idee, die Nebenfiguren, die früher die armen Säue waren, gesellschaftlich im zweiten Teil über die beiden Hauptdarstellerinnen zu stellen, ist eine pfiffige Idee.

Für Freunde des schwarzen Humors ist das hier wirklich ein gelungenes Filmerlebnis, obwohl mir jetzt auf Anhieb nichts vergleichbares einfällt, eventuell Tucker and Dale – nicht von der Handlung, aber von der Art des Humors.

Fazit: Gelungene Komödie, die allerdings für Menschen die eher auf Mainstream stehen, gänzlich ungeeignet ist. Leute die HOT FUZZ mochten, könnten das hier auch gut finden.

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ALONE (Capelight/Alive)

am 03. Mai 2017 unter Drama, Horror abgelegt

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Auf einer abgelegenen Kanalinsel stellt eine Gruppe Teenager in einem Jugendheim fest, dass alle Erwachsenen verschwunden sind. Das ist zunächst sehr angenehm, kann man sich doch nach Lust und Laune in der Einrichtung austoben. Doch irgendwann gehen die Lebensmittel aus und man fährt in die Stadt. Doch dort geht Angst und Panik um, denn anscheinend sind alle Erwachsenen zu Bestien mutiert, die auch nicht davor zurückschrecken, ihre eigenen Kinder zu töten. Als jedoch einer der Jugendlichen ebenfalls an der mysteriösen Krankheit erkrankt und mutiert, bekommt die Theorie, das dieses Virus nur Erwachsene betrifft, Risse…..wem kann man noch trauen?

Der Streifen fängt ein wenig klischeebeladen an. Viel Gelaber über Alkohol und Sex wie man es aus so vielen Splatterfilmen kennt, da Teenager anscheinend keine anderen Gesprächsthemen zu haben scheinen. Doch nach 20 Minuten bekommt ALONE Gott sei Dank die Kurve und wird zu richtig interessantem Genrekino, das Drama und Horror miteinander vermengt.

Der mit Abstand interessanteste Einfall ist jedoch hierbei die fast schon philosophische Frage: Wann ist ein Mensch erwachsen? Dieser Streifen zeigt, das dies nicht unbedingt vom Alter, sondern vom der Lebenserfahrung abhängig ist. Diese kluge Idee erweist sich als Glücksgriff, denn so weiß man nie, wer als nächster betroffen ist.

In den wirklich interessanten Extras erfährt man, das ALLE Jugendlichen zum ersten Mal vor der Kamera standen. Insbesondere bei dem Darsteller des Bastian ist das eigentlich unfassbar, denn er agiert hier, als hätte er nie etwas anderes getan, zumal seine Figur sehr viele verschiedene Nuancen und Gefühle darstellen muss. Auch seine Film-Freundin spielt extrem glaubwürdig.

Ich verrate sicher nicht zu viel, wenn ich sage das es hier kein Happy-End gibt. Eines möchte ich aber unbedingt herausheben. Mich stören in Filmen oft Liebesszenen weil diese einfach die Handlung nicht voranbringen und gerne ausführlich gezeigt werden. Wie der Regisseur aber den ersten Sex der beiden Hauptdarsteller in Szene gesetzt hat, mit geschickter Ausleuchtung und Kameraführung, dazu mit einfühlsamer Musik unterlegt ist absolut virtuos. Selten habe ich eine solch schöne Liebesszene gesehen.

Alles in allem ist ALONE ein Streifen der noch lange nachwirkt, weil er sehr intensiv ist. Die Kritik die ich mancherorts gelesen habe, das das Gesehene langweilig ist, kann ich nicht nachvollziehen, es muss ja nicht immer Dauergemetzel sein. Ebenso wenig wie den vollkommen bescheuerten deutschen Titel denn DONT GROW UP, passt viel besser zu dem Streifen. Aber das macht den Film ja nicht schlechter.GEHEIMTIPP

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