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Archiv der Kategorie 'Drama'

THE FOREIGNER (Universum Film)

am 01. März 2018 unter Drama, Thriller abgelegt

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Durch einen unglücklichen Zufall wird Fan, die Tochter des Lokalbesitzers Quan, bei einem Bombenattentat getötet. Sie war die letzte verbliebene Verwandte, nachdem er im Krieg schon Frau und die beiden anderen Kinder verlor. Nun sinnt er auf Rache. Dazu versucht er vom britischen Regierungsbeamten Liam Hennessy Namen der Täter zu bekommen, die für diesen Anschlag verantwortlich sind. Doch dieser verweigert die Aussage. Als Quan ihn mit kleinen Attacken wie zum Beispiel einer Bombe in der Toilette, zum Reden bringen will, fährt dieser schwere Geschütze auf, denn auch er hat einiges zu verbergen.

Ich muss mir einen Film mit Jackie Chan ansehen – das ist schon starker Tobak, denn dieser Mann geht eigentlich gar nicht, bezogen auf die Rollen die er in seinem Leben so gespielt hat. Alles recht dämliche Buddy-Komödien gepaart mit Astronauten-Kung-Fu.

Doch was ist denn mit dem passiert? Hat er eine Schauspielschule besucht? Er spielt die Rolle des verbitterten Vaters, der nichts weiter will, als seine Tochter zu rächen, erstaunlich nuanciert und glaubwürdig.

Zur Seite steht ihm Pierce Brosnan, der momentan anscheinend jedes Quartal einen neuen Film dreht und dabei kaum mal einen Ausfall hat, denn die letzten Streifen wie NOVEMBER MAN oder auch NO ESCAPE waren allesamt sehr gelungen. Da er genug Kohle hat, spielt er nun wohl die Rollen, auf die er Lust hat.

Insgesamt ist es an manchen Stellen allerdings etwas schwierig dem Film zu folgen, es sei denn man ist Fachmann im Bereich der IRA-Geschichte. Ich weiß darüber nur grob Bescheid und musste an manchen Stellen dann einfach über manche Dinge hinwegsehen, die allerdings auch nicht wirklich entscheidend für den Film an sich sind, dessen Grundgeschichte sich dann doch eher um die Rache Chans geht.

Nun kann man natürlich auch wieder sagen, dass es weit hergeholt ist, das ein 60-jähriger Mann, mal so eben einige trainierte Spezialisten ausschaltet – da diese Szenen aber eher begrenzt sind kann man damit auch leben.

So bleibt unter dem Strich ein durchweg spannender Streifen, in dem wie bereits erwähnt die Darstellung des Jackie Chan erstaunt. Brosnan ist eh immer gut. Längen gibt es so gut wie keine, trotz langer Laufzeit.

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WHAT HAPPENED TO MONDAY? (Splendid Film)

am 21. Februar 2018 unter Action, Drama, SciFi, Suspense, Thriller, mystery abgelegt

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Wir befinden uns in der nahen Zukunft. Die Bevölkerungsdichte ist auf einem sehr kritischen Stand angelangt und die Regierungen der Länder beschließen eine EIN-KIND-POLITIK, was eben bedeutet, dass jede Familie nur noch ein Kind haben darf. Sollten zum Beispiel Zwillinge geboren werden, muss eines der beiden in einen Cryo-Schlaf versetzt werden, in der Hoffnung, dass sich durch diese Maßnahme die Bevölkerung wieder reguliert und diese Kinder in 30 Jahren ein normales Leben führen können. Die Tochter von Terence Settman bekommt gleich 7 Kinder auf einmal. Da er gute Kontakte hat, schafft er es, dieses Geheimnis zu verbergen und gibt den Kindern die Namen der Wochentage. Jedes von Ihnen darf daher auch eben nur an diesem Tag, der seinem Namen entspricht in die Öffentlichkeit, weil die Gefahr ansonsten zu groß wäre, entdeckt zu werden. Das geht auch 30 Jahre lang gut, doch eines Abends kommt eine der Schwestern nicht mehr nach Hause. Die anderen sechs haben natürlich jetzt das Problem, das sie nicht wissen was passiert ist. Schnell müssen sie feststellen, dass die Regierung von ihrer Existenz weiß.

Die Story dieses Films ist absolut klasse. In Zeiten der Innovationslosigkeit und ständigem Wiederholen bekannter Geschichten sind originelle Plots rar geworden – da freut man sich doch über so eine gelungene Grundidee.

Zudem ist der Streifen hervorragend besetzt, denn hier spielen unter anderem Willem Defoe, Glenn Close und der unverwüstliche Robert Wagner in einer kleinen Rolle mit.

Was jedoch Noomi Rapace hier abliefert ist sensationell. Da die Geschwister sich natürlich in ihrer Art komplett unterscheiden, muss sie hier praktisch (zumindest anfangs) 7 verschiedene Rollen spielen, was sie wirklich klasse erledigt, zumal die charakterliche Bandbreite und die äußerlichen Unterschiede der Schwestern sehr groß sind.

Gegen Ende opfert der Film zwar seine tolle Story ein wenig der Action, was sich aber aufgrund der Geschichte andererseits auch nicht vermeiden lässt, denn da die Geschwister gejagt werden, bleiben natürlich Action-Szenen nicht aus.

Tommy Wirkola, dessen beide DEAD SNOW Filme, zu Kultstreifen neueren Datums avancierten, bekam hier mal richtig Kohle in die Hand und das sieht man dem Film auch an.

Insgesamt hinterlässt der Film einen hervorragenden Gesamteindruck und obwohl er hier gefühlte 5 Genre durcheinanderwirbelt, gelingt der Spagat sehr gut. Dazu kommt eine überraschende Wende gegen Ende.

Fazit. Spannender und gut gespielter Sci-Fiction-Thriller mit einer grandiosen Hauptdarstellerin und tollen Effekten. Vielleicht hätten 20 Minuten weniger auch gereicht, aber das ist Jammern auf ganz hohem Niveau.

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DEAD ZONE – MEDIABOOK (Koch Media)

am 14. Februar 2018 unter Drama, Klassiker, mystery abgelegt

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Die Geschichte dieses Streifens dürfte den meisten bekannt sein, daher nur eine kurze Zusammenfassung.

Fünf lange Jahre lag der Englischlehrer Johnny Smith nach einem Unfall im Koma, bevor er mit einer besonderen Gabe erwacht: Berührt er andere Menschen, kann er in deren Zukunft sehen – und diese auch verändern. Doch je öfter er diese benutzt, desto schwächer wird sein Körper. Als er nach einem Händeschütteln mit dem Präsidentschaftskandidaten Greg Stillson sieht, dass dieser einen Atomkrieg mit der Sowjetunion anzetteln wird, will er diesen stoppen und riskiert dafür sein eigenes Leben.

Der Film erscheint von Koch Media in einem wunderschönen Mediabook, wie man es von der Firma gewohnt ist. Das Wort BOOK passt hier wirklich gut, denn man hat sich hier eine unglaubliche Mühe gegeben und beleuchtet in dem Einband viele Dinge und Hintergründe des Films.

Auch die Extras sind gelungen, denn dort gibt es Interviews unter anderem mit Regisseur Cronenberg, die neueren Datums zu sein scheinen. Dessen damalige Besetzung war doch eher überraschend, da der Kanadier eigentlich dafür bekannt ist, nur eigene Geschichten zu verfilmen und zudem DEAD ZONE für seine Verhältnisse ein recht konventioneller Film ist.

Das Beste kommt jedoch zum Schuss und das ist das Bild. Ich habe schon viele Filme gesehen, die neu abgetastet wurden, aber die Qualität dieses immerhin 35 Jahre alten Streifens ist grandios. Keine Blitzer, keine Körner, keine Schlieren, hier findet sich wirklich nichts was man aussetzen könnte. Anscheinend war das Ausgangsmaterial extrem gut, denn wenn man an den Klamotten nicht erkennen könnte, dass das hier ein älterer Streifen sein muss, könnte man meinen er wäre gerade gedreht worden. Hervorragende Arbeit.

So lohnt sich die Anschaffung des Mediabooks und des Filmsauf jeden Fall, zumal er die Zeit erstaunlich gut überstanden hat und man sich DEAD ZONE auch heute noch gut anschauen kann, was nicht bei vielen Filmen aus den 80ern der Fall ist.

I REMEMBER YOU (Concorde)

am 06. Februar 2018 unter Drama, Thriller, mystery abgelegt

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Der Isländer Garðar kommt eigentlich aus der Stadt, doch auf einer abgelegenen Insel mitten im Nirgendwo hat er ein altes Haus erstanden, das er jetzt auf Vordermann bringen will. Seine Frau Katrin und ihre gemeinsame Freundin Líf wollen ihm dabei helfen und zunächst sieht es danach aus, als würde alles nach Plan verlaufen. Doch dann geschehen mysteriöse Dinge. Parallel dazu bekommt man die Geschichte des Psychologen Freyr erzählt, der seinen Sohn verloren hat und in der Einsamkeit nun schon Jahre versucht, den Schicksalsschlag zu überwinden. Die beiden Handlungsstränge laufen langsam ineinander über, denn die Geschichten sind eng miteinander verwoben.

Die Isländer können mittlerweile auch ganz ordentliche Filme drehen. Überhaut haben alle Länder aus dem hohen Norden enorm aufgeholt. Nicht nur gute Spielfilme, sondern vor allem tolle Serien wie DIE BRÜCKE, LIFJORD oder KOMMISSARIN LUND kommen aus dem Norden Europas.

I REMEMBER YOU macht aber wieder einmal den Fehler, im Trailer einen Horrorfilm anzukündigen, was dieser Streifen einfach nicht ist. Eher ein Kriminalfilm mit einigen übernatürlichen Elementen. Grundsätzlich ist das ja nicht schlimm, doch warum man immer falsche Erwartungen weckt, kann ich nicht wirklich nachvollziehen.

Der Film hat eine sehr schöne Atmosphäre, ist an manchen Stellen aber etwas langatmig gestaltet. Gegen Ende bekommt das ganze mehr Fahrt und besonders ab dem Zeitpunkt, wo beide Geschichten zusammenlaufen, wird er dann richtig gut.

Wem es nichts ausmacht, dass es sich hier nicht wirklich um einen Horrorfilm handelt, kann durchaus einen Blick riskieren, denn insgesamt würde ich I REMEMBER YOU als gelungen bezeichnen, dem aber an manchen Stellen ein bisschen weniger Blaufilter gut getan hätte.

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6 BELOW (Universum Film)

am 06. Februar 2018 unter Biopic, Drama abgelegt

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Im Februar 2004 startet Ex-Eishockeyspieler Eric LeMarque eine Snowboardtour durch die höchsten Gipfel der Sierra Nevada. Auf ihn wartet ein Prozess wegen eines Unfalls. Bis dahin will er nochmal den Kopf freikriegen, denn eigentlich steht er vor einem Scherbenhaufen. Seine Karriere hat er durch Drogen und seinen Dickkopf ruiniert und auch zu seinen Eltern hat er ein schlechtes Verhältnis. Als er trotz miesen Wetters eine Abfahrt herunterboardet verirrt er sich irgendwann im Schneegestöber und irrt tagelang, fernab jeglicher Zivilisation, umher und kämpft ums Überleben.

Da es sich hier um eine wahre Geschichte handelt, ist es wohl erlaubt zu spoilern, denn wenn Eric nicht überlebt hätte, gäbe es diesen Film ja nicht. Sein Leben läuft mittlerweile in geordneten Bahnen, obwohl er beide Beine verlor, was sowohl im Abspann, als auch den Extras gezeigt wird. Allerdings finde ich es etwas merkwürdig das es bei Universum Film im Jahre 2018 bei allen Extras keine deutschen Untertitel gibt – das sollte man doch ändern.

Grundsätzlich ähnelt der Streifen dann auch Filmen wie Jungle oder 127 Hours, in dem Menschen unfassbares erlebt und überlebt haben.

Eigentlich nicht so mein Genre. Ich habe mir den Film eher wegen des Hauptdarstellers angeschaut, denn Josh Hartnett mochte ich schon immer. Um ihn ist es in den letzten Jahren ziemlich ruhig geworden, nachdem er mit genialen Streifen wie FACULTY oder 30 DAYS OF NIGHT recht viel Geschick bei seiner Filmauswahl bewies.

Trotz der recht langen Laufzeit halten sich die langatmigen Abschnitte die mich z.B. bei 127 Hours störten hier in Grenzen, zumal mal in Rückblenden die Geschichte des Hauptdarstellers erzählt bekommt.

In der Rolle seiner Mutter ist übrigens die von mir eh geschätzte Mira Sorvino zu sehen, wobei sie ihren Sohn dann schon mit 11 Jahren entband, denn Hartnett ist eben nur soviel jünger als Sorvino, was aber nicht wirklich stört.

Insgesamt ein unterhaltsamer und gut gespielter Film mit beeindruckender Naturkulisse. Wer solche Filme mag, kann bedenkenlos zugreifen.

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FROZEN MONEY (Lighthouse Film)

am 23. Januar 2018 unter Drama, Suspense, Thriller abgelegt

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Das Pärchen William und Dawn ist auf dem Heimweg von einem geschäftlichen Gespräch, das leider anders verlief als gedacht, denn er hat den Job nicht bekommen, was er ihr aber verheimlicht. Das Geld geht zur Neige und Dawn, Tochter aus reichem Haus hat auch relativ hohe Ansprüche. Da das Wetter mies ist, nehmen sie 2 Anhalter mit, die angeblich Geschwister sind. Das ungleiche Quartett trifft einige Kilometer später auf einen völlig durchgefrorenen Mann, der blind durch die Gegend tappt. Man packt ihn in den Wagen und fährt ihn in die nächste Rettungsstelle, doch es ist zu spät. In seinem Mantel findet sich eine Zeichnung mit mysteriösen GPS-Koordinaten sowie eine Goldmünze. Da in der Nähe in den letzten Jahren mehrere Raube stattgefunden haben, liegt die Vermutung nahe, dass diese Koordinaten auf die Beute hindeuten. Nachdem man eine Nacht drüber geschlafen hat, begibt man sich zu viert auf die Suche, ist jedoch für so etwas zu schlecht ausgestattet, denn der Winter zeigt seine raue Seite. Die Gier nach dem Gold treibt die vier allerdings voran und natürlich beginnt jeder dem anderen zu misstrauen.

FROZEN MONEY ist vor allem eines: Mal etwas völlig anderes. Die Mischung aus Drama, Thriller und, ja man kann fast sagen Abenteuer-Film, ist sehr unterhaltsam und hält einige überraschende Wendungen parat.

Zudem ist der Streifen exzellent gedreht. Der noch recht unbekannte Regisseur wird in Zukunft sicherlich noch zu beachten sein, denn er schafft es (wie auch immer) dem Zuschauer die eisige Kälte und die Leiden der Protagonisten so zu vermitteln, das man beim zusehen fast mitfriert. Das gelingt unter anderem mit vielen Bildern aus der Höhe, die die frostige Atmosphäre wunderschön unterstreichen.

Die Besetzung ist für einen kleinen Independent-Film zudem ordentlich. Jamie Bamber und Marie Avgeropoulos sind unter anderem mit dabei, wobei letztere sichtlich Spaß an der Rolle der rotzigen Göre hat.

Zudem ist der Streifen exzellent synchronisiert. Normalerweise sollte man das nicht extra erwähnen müssen, doch in letzter Zeit kommt es immer öfter vor, das diese den ganzen Film zerstört. Schon mehrfach habe ich in jüngster Vergangenheit auf den englischen Ton umgeschaltet, weil die deutschen Stimmern nicht zu ertragen waren.

Mit FROZEN MONEY beweist das kleine Label Lighthouse mal wieder gutes Gespür für gelungenes Independent-Kino. Der Streifen wirkt in Sachen Professionalität auch eher wie ein A-Movie, obwohl das Budget gering war. Eine besondere Erwähnung soll hier noch die mehr als originelle Schlusspointe finden, die man nie und nimmer voraussehen kann.

Fazit: Ein gelungener Genre-Mix, mit einem guten Regisseur und Darstellern ergibt in der Summe spannende Unterhaltung.

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DAS GESETZ DER FAMILIE (Koch Media)

am 23. Januar 2018 unter Drama, Thriller abgelegt

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Seit Generationen leben die Familienmitglieder des berüchtigten Cutler-Clans in Gloucestershire in England. Natürlich haben sie keine Kohle, aber dafür kann man ja in umliegende Häuser einbrechen. Die Polizei ist vollkommen machtlos und wird dabei auch noch vorgeführt, was einigen dort mächtig stinkt. Chad der Sohn von Cutler, sehnt sich allerdings nach einem ruhigen und bürgerlichen Leben, was seinem Vater gar nicht gefällt. Als dieser mitbekommt das Chad bei einem Bekannten einziehen will, verhindert er dies, denn sein Einfluss ist enorm und er ist der Auffassung das sesshaft werden nicht in die Familientradition passt. Nach einem fast misslungenen Bruch beginnt Chad, der für seine Frau und seine beiden Kinder etwas Besseres will, als er selbst hatte, sich gegen seinen Vater aufzulehnen.

Britisches Independentkino ist immer Geschmackssache.In den meisten Fällen auch meiner. Doch dieser Streifen hat 2 Probleme:

Bis er mal in die Gänge kommt dauert es einfach zu lang. Die gelungene letzte halbe Stunde entschädigt dann für einiges und auch das Ende ist stimmig – bis dahin hat man sich aber viel zu sehr mit Nebenfiguren beschäftigt, die gar keine tragende Rolle spielen. Was soll zum Beispiel dieser komische Typ der im Lager rumhüpft?

Das zweite Problem ist sein Hauptdarsteller. Während man Gleeson natürlich das rotzige, britische Familienoberhaupt noch abnimmt, ist Fassbender als angeblich prolliger Sohn die Fehlbesetzung des Jahres. Ich habe nichts gegen den Schauspieler, aber diese Rolle will einfach nicht zu ihm passen. Ob das an seinem Typ liegt oder an seinen Vorgängerrollen? Ich weiß es nicht.

Allerdings ist der Film jetzt auch kein Totalausfall – die positiven Dinge habe ich ja oben beschrieben, aber die Geschichte hätte mehr Potenzial gehabt, wäre der Streifen auch mit etwas mehr Tempo ausgestattet.

Als Milieustudie durchaus ok, ist der Streifen von dem, auf dem Cover beschriebenen „spannenden Thriller“, meilenweit entfernt. Solide, mehr aber auch nicht. Beim nächsten Mal sollte der Regisseur mal einen Darsteller engagieren, dem man den typischen Briten abnimmt. Fassbender ist es jedenfalls nicht.

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ORBITER 9 (Koch Media)

am 09. Januar 2018 unter Drama, SciFi abgelegt

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Die junge Helena lebt isoliert auf einem interplanetaren Kolonialschiff. Nachdem ihre Eltern dieses vor einigen Jahren verlassen haben, hatte sie keinerlei Kontakt mehr zu einem anderen menschlichen Wesen. Doch die Motivation, auf einem neuen Planeten eine Kolonie zu gründen, treibt sie weiterhin an. Eines Tages hat das Schiff ein Problem und so wird ein Techniker von einer nahegelegenen Raumstation gerufen um den Fehler zu beheben. Für Helena natürlich ein ganz besonderes Erlebnis. In den 2 Tagen in denen Alex bei ihr ist bauen die beiden so etwas wie eine Freundschaft auf, die auch etwas weitergeht und in der Kiste endet. Als Alex sich verabschiedet, denkt Helena das dies für immer so sein wird, doch nichts ist so wie es scheint und die beiden werden sich bald wiedersehen.

Schwierig, schwierig diesen Film zusammenzufassen ohne zu viel zu verraten, denn die Wende nach etwa 30 Minuten ist nicht vorhersehbar und hat mich komplett überrascht. Die Mischung aus Liebesgeschichte und Sciencefiction funktioniert allerdings erstaunlich gut, was angesichts des Herstellungslandes auch erwähnenswert ist, denn ich kenne auf Anhieb keinen einzigen Sci-Fi Film aus Spanien.

Die beiden Hauptdarsteller machen ihre Sache sehr gut und auch die zweite Wende kurz vor Schluss wirkt glaubwürdig und gelungen. Clara Lago die Helena darstellt, hat anscheinend einen Faible für extravagante Geschichten denn auch ENDE in dem sie eine Hauptrolle spielte, wandelte auf sehr ungewöhnlichen Genrepfaden.

Allerdings darf man hier eines nicht erwarten: Rasante Actioneinlagen. Der Film hat eher ruhigere Streifen wie GATTACA oder MOON zum Vorbild, bei denen es mehr um die Charaktere geht, die hier auch sehr gut herausgearbeitet werden.

Dennoch oder gerade deswegen ist ORBITER 9 meiner Meinung nach ein LOVE IT OR HATE IT Film. Menschen die oben genannte Vorbilder gut fanden, dürften auch diesen hier mögen, andere werden das Ganze einfach schlichtweg als langweilig empfinden.

Ich zähle allerdings definitiv zu ersteren, weshalb ich dem Streifen auch eine recht hohe Note verteile, aber auch Verständnis dafür habe, wenn es Menschen gibt, die ORBITER 9 nicht mögen werden.

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CRUEL SUMMER (Splendid)

am 09. Januar 2018 unter Drama, Thriller abgelegt

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Der autistische Teenager Danny macht alleine einen Campingtrip an einen Angelsee. Für ihn ein Abenteuer, denn aufgrund seiner Erkrankung lebt er doch ziemlich isoliert vom Rest der Welt. Der Loser Nicholas, ein hirnloser Proll hat aber aus irgend einem schwer nachvollziehenden Grund Danny auf der Hatelist. Als er sich da immer weiter hineinsteigert und noch die Wut dazukommt, das seine Freundin mit ihm Schluss gemacht hatte sucht er sich 2 Kumpels und erfindet eine Geschichte, nämlich das Danny pädophil ist und kleine Kinder begrabscht. So schaukelt sich das Trio immer weiter an dieser Unwahrheit hoch, dass man sich aufmacht und den autistischen Jungen für etwas zu bestrafen, das er gar nicht getan hat.

Inwieweit das wieder einmal eine angeblich wahre Begebenheit ist und wenn ja, wie nahe sich das Ganze am Geschehenen aufhält, vermag ich nicht zu beurteilen.

Fakt ist aber das Regisseur Escott einen Film mit Sicherheit sehr oft gesehen hat, nämlich EDEN LAKE. Auch wenn die Geschichte da etwas anders gelagert ist, machen auch hier Typen Jagd auf zwei eigentlich unschuldige Personen und dies auch im Wald.

Natürlich hat CRUEL SUMMER nicht ganz die Qualität des Vorbildes, was bei einem Ausnahmefilm auch recht schwierig ist. Dennoch gibt es hier recht verstörende Szenen zu sehen und insbesondere die Darstellung des gepeinigten Autistenjungen ist, obwohl nicht übermäßig brutal was Splatterzenen angeht, doch sehr intensiv.

Wer des englischen mächtig ist, sollte den Streifen im O-Ton schauen, denn die Synchronisation ist nicht so übermäßig gelungen und im Original wirkt das ganze noch viel drastischer.

Ein wenig nervt zwar das die Herrschaften FUCK YOU und FICK DICH doppelt so oft sagen wie Michael Douglas FICKEN in Basic Instinct, und das war schon verdammt häufig und ging mir damals schon furchtbar auf den Zeiger.

Andererseits unterstreicht die Gossensprache natürlich auch das Milieu aus dem die Protagonisten stammen und bilden dadurch einen guten Kontrast zu dem wohl behüteten Danny.

So bleibt unter dem Strich ein verstörendes und intensives Werk, das auch nachwirkt, aber sicher nicht jedermanns Sache ist. Zartbesaitete sollten einen großen Bogen um CRUEL SUMMER machen.

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DIE ERFINDUNG DER WAHRHEIT (Universum Film)

am 05. Dezember 2017 unter Drama, Thriller abgelegt

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In Washington, ist es vor allem wichtig, hinter den Kulissen die Strippen zu ziehen. Das kann Elizabeth Sloane besonders gut, denn sie ist die brillante, selbstsichere und völlig skrupellose Lobbyistin der alteingesessenen Kanzlei George Dupont. Als sie dabei helfen soll ein umstrittenes Waffengesetz auf den Weg zu bringen, macht sie jedoch überraschenderweise einen Rückzieher, kündigt und schlägt sich auf die andere Seite. Nun hat die Waffenlobby sie als Gegnerin und muss schwere Geschütze auffahren. Doch wieso tut Sloan das? Ein Gewissen hatte sie doch vorher auch nicht?

Nun könnte man meinen, dass dies alles sehr trocken werden könnte, denn der Film wird aufgrund der Geschichte natürlich überwiegend von Dialogen dominiert und auch die Spannungsmomente stellen sich erst gegen Ende ein.

Dem ist jedoch nicht so, denn auch mit intelligenten Gesprächen und geschliffenen Dialogen kann man einen Film extrem interessant gestalten, wie MISS SLOAN (so der Originaltitel) eindrucksvoll unter Beweis stellt. Der Streifen erinnert mich ein wenig an den ebenfalls gelungenen, aber leider bis heute nicht auf Blu Ray erschienenen RUFMORD.

Ich weiß nicht ob dieser Film hier aufgrund seines Entstehungsdatums schon bei den letzten Oscars dabei sein konnte, aber sollte dies so gewesen sein, hat man hier in der Jury etwas bzw. jemanden übersehen, nämlich eine grandiose Jessica Chastain, deren Filmauswahl mir im Allgemeinen sehr gut gefällt, denn zwischen diesem Streifen hier und zum Beispiel „Mama“ liegen, auch in ihrem Aussehen, Welten.

Wie sie hier die unterkühlte und unnahbare Lobbyistin gibt und teilweise komplett unmoralisch handelt, wird von ihr dermaßen genial dargestellt, das es in weiten Teilen erschreckend realistisch wirkt und man spätestens nach einer Stunde glaubt die Schauspielerin ist gar keine, sondern betreibt diesen Job in ihrem normalen Leben. .

Den Höhepunkt des Films stellt dann das völlig überraschende Ende dar, das man fast schon in die SIXTH SENSE-Final-Ecke stecken kann (das man immer wieder gerne hernimmt, wenn ein Film eine große Überraschung bietet), denn darauf kann man wirklich nicht kommen, obwohl es im Nachhinein sowohl stimmig, als auch nachvollziehbar ist.

Fazit: So spannend kann Politik sein. Obwohl der Streifen eigentlich eher ein Drama ist, sind die Thrillerelemente geschickt eingestreut und ergeben so im Gesamtbild einen der besten Filme des abgelaufenen Jahres. Sensationell die Vorstellung von Frau Chastain.

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