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Archiv der Kategorie 'Drama'

JONATHAN (Lighthouse)

am 16. Mai 2017 unter Drama abgelegt

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Jonathan pflegt seit Jahren seinen krebskranken Vater Burghardt und muss sich zusammen mit seiner Tante Martha auch noch um den Bauernhof kümmern. Da sich Burghardts Zustand zusehends verschlechtert, holt man Pflegerin Anka zur Hilfe, in die sich Jonathan verliebt. Dann taucht plötzlich ein Jugendfreund des Vaters auf. Und mit ihm kommt ein lang gehütetes Familiengeheimnis ans Licht, das die Situation noch kompliziert. Einerseits ist Jonathan froh, das dieser ihm die Arbeit mit seinem Vater abnimmt, andererseits ist er eifersüchtig auf den Eindringling, der ein besseres Verhältnis mit Burghardt pflegt, als Jonathan je zu seinem Vater hatte…

Der Streifen ist vor allem eines nicht: Unterhaltungskino für zwischendurch. Der Film ist an manchen Stellen schon erschreckend realistisch gespielt, so dass man desöfteren gar nicht denkt, das es sich hierbei um eine fiktive Geschichte handelt, sondern eher um eine Dokumentation eines realen Ereignisses.

Das diese Authentizität so hoch ist liegt vor allem an dem latent unterschätzten Andre Hennicke, der hier mal wieder eine brillante Leistung als krebskranker und unnahbarer Vater darstellt. Wieso er nur ganz selten in größeren Produktionen mitspielt, erschließt sich mir nicht, denn seine Darstellungen sind wirklich immer gelungen. Vielleicht liebt er eben aber auch den deutschen Independentfilm mehr als das Mainstreamkino.

Immer wieder bekommt der Zuschauer auch kleine Tierchen in kurzen Einstellungen präsentiert, die sich in schwierigen Situationen befinden, wie Fliegen und Schmetterlinge und oft nicht wirklich vorwärts kommen. Ich deute das so, das sie praktisch das Leben von Jonathan darstellen sollen – kann aber auch eine Fehlinterpretation meinerseits sein.

Der Streifen ist insbesondere im letzten Abschnitt ziemlich erschütternd, nur das Ende ist ein kleiner positiver Lichtstrahl.

Fazit: Gutes deutsches Independent-Kino, das allerdings auch nur für Klientel dieser Streifen geeignet ist. Wer es gewohnt ist Til Schweiger Filme zu sehen oder Fuck Ju Göthe für hohe Filmkunst hält, sollte die Finger von diesem eindringlichen Drama lassen.

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CAT FIGHT (Koch Media)

am 16. Mai 2017 unter Drama, Komödie abgelegt

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Auf einer New Yorker Dinnerparty treffen sich Veronica und Ashley wieder. Die eine ist mit einem steinreichen Typen verheiratet, hat eigentlich alles und ist dennoch unzufrieden. Ihre ehemals beste Freundin hingegen dümpelt vor sich hin und hofft immer noch, das ihre Bilder als große Kunst entdeckt werden. Die Freude über das Wiedersehen ist schnell vorbei, denn beide erinnern sich daran, das ihr Verhältnis gegen Ende der Bekanntschaft nicht das beste war. So gibt ein Wort das andere und die beiden verprügeln sich im Hausflur. Veronica fällt daraufhin ins Koma. Als sie 2 Jahre später erwacht, ist sie pleite, ihr Mann und Sohn sind gestorben. Ashley hingegen ist eine gefeierte Künstlerin. Zunächst kommt Veronica bei ihrer ehemaligen Haushälterin unter und versucht sich auf das neue Leben einzustellen, doch als sie einen Bericht in einem Magazin über ihre verhasste Rivalin liest, sinnt sie auf Rache.

Die folgt dann auch. Der weitere Verlauf des Streifens ist sicherlich weit hergeholt, aber unglaublich schwarzhumorig. Dagegen wirkt VERY BAD THINGS fast lahm. Hier wird sowohl verbal als auch mit den Fäusten kräftig ausgeteilt.

Sandra Oh und Anna Heche hier beide gegen den Strich zu besitzen erweist sich zudem als Glücksfall, denn ihre verbitterten Gesichtsausdrücke und Handlungen machen dem Duo sichtlich Spaß. Dazu gibt es noch ein wirklich gelungenes Ende.

Das der Film eine FSK 16 erhalten hat, ist durchaus berechtigt, denn insbesondere wenn die beiden Damen sich keilen, geht das ganz schön hart zur Sache – fast ein wenig zu übertrieben dargestellt.

Die Wende etwa zur Hälfte des Filmes ist sehr gelungen und auch die Idee, die Nebenfiguren, die früher die armen Säue waren, gesellschaftlich im zweiten Teil über die beiden Hauptdarstellerinnen zu stellen, ist eine pfiffige Idee.

Für Freunde des schwarzen Humors ist das hier wirklich ein gelungenes Filmerlebnis, obwohl mir jetzt auf Anhieb nichts vergleichbares einfällt, eventuell Tucker and Dale – nicht von der Handlung, aber von der Art des Humors.

Fazit: Gelungene Komödie, die allerdings für Menschen die eher auf Mainstream stehen, gänzlich ungeeignet ist. Leute die HOT FUZZ mochten, könnten das hier auch gut finden.

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ALONE (Capelight/Alive)

am 03. Mai 2017 unter Drama, Horror abgelegt

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Auf einer abgelegenen Kanalinsel stellt eine Gruppe Teenager in einem Jugendheim fest, dass alle Erwachsenen verschwunden sind. Das ist zunächst sehr angenehm, kann man sich doch nach Lust und Laune in der Einrichtung austoben. Doch irgendwann gehen die Lebensmittel aus und man fährt in die Stadt. Doch dort geht Angst und Panik um, denn anscheinend sind alle Erwachsenen zu Bestien mutiert, die auch nicht davor zurückschrecken, ihre eigenen Kinder zu töten. Als jedoch einer der Jugendlichen ebenfalls an der mysteriösen Krankheit erkrankt und mutiert, bekommt die Theorie, das dieses Virus nur Erwachsene betrifft, Risse…..wem kann man noch trauen?

Der Streifen fängt ein wenig klischeebeladen an. Viel Gelaber über Alkohol und Sex wie man es aus so vielen Splatterfilmen kennt, da Teenager anscheinend keine anderen Gesprächsthemen zu haben scheinen. Doch nach 20 Minuten bekommt ALONE Gott sei Dank die Kurve und wird zu richtig interessantem Genrekino, das Drama und Horror miteinander vermengt.

Der mit Abstand interessanteste Einfall ist jedoch hierbei die fast schon philosophische Frage: Wann ist ein Mensch erwachsen? Dieser Streifen zeigt, das dies nicht unbedingt vom Alter, sondern vom der Lebenserfahrung abhängig ist. Diese kluge Idee erweist sich als Glücksgriff, denn so weiß man nie, wer als nächster betroffen ist.

In den wirklich interessanten Extras erfährt man, das ALLE Jugendlichen zum ersten Mal vor der Kamera standen. Insbesondere bei dem Darsteller des Bastian ist das eigentlich unfassbar, denn er agiert hier, als hätte er nie etwas anderes getan, zumal seine Figur sehr viele verschiedene Nuancen und Gefühle darstellen muss. Auch seine Film-Freundin spielt extrem glaubwürdig.

Ich verrate sicher nicht zu viel, wenn ich sage das es hier kein Happy-End gibt. Eines möchte ich aber unbedingt herausheben. Mich stören in Filmen oft Liebesszenen weil diese einfach die Handlung nicht voranbringen und gerne ausführlich gezeigt werden. Wie der Regisseur aber den ersten Sex der beiden Hauptdarsteller in Szene gesetzt hat, mit geschickter Ausleuchtung und Kameraführung, dazu mit einfühlsamer Musik unterlegt ist absolut virtuos. Selten habe ich eine solch schöne Liebesszene gesehen.

Alles in allem ist ALONE ein Streifen der noch lange nachwirkt, weil er sehr intensiv ist. Die Kritik die ich mancherorts gelesen habe, das das Gesehene langweilig ist, kann ich nicht nachvollziehen, es muss ja nicht immer Dauergemetzel sein. Ebenso wenig wie den vollkommen bescheuerten deutschen Titel denn DONT GROW UP, passt viel besser zu dem Streifen. Aber das macht den Film ja nicht schlechter.GEHEIMTIPP

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DER FALL KALINKA (Koch Media)

am 03. Mai 2017 unter Biopic, Drama abgelegt

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Am 10. Juli 1982 stirbt die 14 Jahre alte Tochter des Unternehmers André Bamberski unter merkwürdigen Umständen, als sie gerade in den Ferien bei ihrer Mutter Dany und deren deutschen Freund, dem Arzt Dieter Krombach am Bodensee verweilt. Da das Mädchen eben noch sehr jung war und die Todesursache völlig unklar ist, wird eine Autopsie durchgeführt, die aber, wie sich herausstellt, sehr schlampig durchgeführt wurde. Bamberski erfährt, das Krombach bei dieser anwesend war. Als er weiter nachforscht und seine Ex Frau ihm gesteht, das er Kalinka tags zuvor angeblich ein Mittel gespritzt hat, durch das sie schneller braun wird, klingeln bei dem Vater die Alarmglocken. Er ist sich sicher, das Krombach seine Tochter erst schachmatt gesetzt, dann vergewaltigt hat und für ihren Tod mitverantwortlich ist und will Gerechtigkeit, doch die Justiz steht ihm dabei immer wieder im Weg. Aber er gibt nicht auf und ist fest entschlossen, den Tod seiner Tochter zu rächen.

Diese Geschichte hat sich tatsächlich so ereignet. Oftmals bekommt der Zuschauer ja mittlerweile den Satz „beruht auf wahren Begebenheiten“ kredenzt, obwohl das bestenfalls die realen Ereignisse gerade mal streift.

Wie man in den Extras erfährt, ist das hier aber genauso passiert, zumal der Vater des Mädchens noch lebt und dem Regisseur auch das ok für den Film gab.

Die schauspielerischen Leistungen dieses Dramas, das gegen Ende sogar fast zum Thriller wird, sind herausragend. Daniel Auteuil liefert eine brillante Vorstellung ab und auch Sebastian Koch als sein „Gegenspieler“ weiß zu überzeugen. Überhaupt ist der Cast bis in kleinere Rollen, wie etwa Bamberskis Anwalt oder seiner neuen Lebensgefährtin sehr gut besetzt.

Als Zuschauer bekommt man ein Gefühl der Wut, das sich Verbrecher aufgrund der komplizierten Rechtsprechung einzelner Länder, ihren Strafen einfach so entziehen können, denn selbst nachdem der Arzt nachweislich ein weiteres Mädchen vergewaltigt hat, läuft er immer noch auf freiem Fuß herein – skandalös.

Fazit: Ein Film, den fast niemand kennt, der sich aber auf jeden Fall lohnt anzuschauen. Die Geschichte ist flüssig erzählt, die Darsteller sind grandios. Die IMDB Bewertung von 6,9 ist viel zu niedrig.

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DAS UNBEKANNTE MÄDCHEN (Lighthouse)

am 26. April 2017 unter Drama abgelegt

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Eines Abends, eine Stunde nachdem die Ärztin Jenny ihre Praxis geschlossen hat, läutet es an ihrer Tür. Da der Tag aber sehr stressig war, öffnet sie nicht mehr. Einige Stunden später erfährt sie von der Polizei, das das Mädchen, welches bei ihr geklingelt hat, ermordet wurde. Jenny beginnt das schlechte Gewissen zu plagen, zumal man keinerlei Ausweispapiere gefunden hat und sie nun irgendwo anonym beerdigt werden soll. Sie kauft zunächst eine Parzelle auf dem Friedhof und versucht dann herauszufinden, wer die Unbekannte war. Im Laufe ihrer Nachforschungen stößt sie allerdings auf ziemlich zwielichtige Typen und gerät selbst in Gefahr.

An dieser Stelle musste sich der Drehbuchautor entscheiden, ob er das ganze nun als ein Drama oder einen Thriller fortführt. In diesem Falle hat er sich für ersteres entschieden.

Die Geschichte ist gut und schlüssig erzählt. Die Charakterzeichnung ist exzellent, denn spätestens Mitte des Films kennt man die Person Jenny mit all ihren Stärken und Schwächen, was eine hohe Identifikation bewirkt.

Ihre „polizeilichen“ Nachforschungen sind zudem realistisch dargestellt. So würde ein normaler Mensch versuchen herauszufinden, was einem anderen zugestoßen ist, bzw. wie und wer er war. Da wird nicht wie in anderen Filmen in irgendwelche Institutionen eingebrochen und die Protagonistin mutiert auch nicht zur Internet-Ikone, die dort alles mit 3 Mausklicks findet was sie sucht.

Allerdings gerät DAS UNBEKANNTE MÄDCHEN in der Mitte etwas langatmig. Gegen Ende bessert sich das aber wieder, wobei 20 Minuten kürzer in diesem Fall auch gereicht hätten, zumal es einige Abschnitte gibt, die nicht wirklich nötig gewesen wären.

Dazu verzichtet man komplett auf den Einsatz jeglicher Musik, was auch immer ein Experiment ist, das oft schiefgeht, weil diese nun einmal das Gesehene untermalt und den Zuschauer fesselt.

Fazit: DAS UNBEKANNTE MÄDCHEN ist eine französische Indie-Produktion, die im Arthouse Kanal deutlich besser aufgehoben ist als im Mainstream. Die Hauptdarstellerin ist glaubwürdig und spielt exzellent. Über die ein oder andere Länge muss man da eben hinwegsehen.

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AUF EINNMAL (MFA+/ALIVE)

am 26. April 2017 unter Drama abgelegt

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Ein Mann rennt wild durch die Straßen – er kommt direkt vom Krankenhaus, wo er Hilfe holen wurde, denn in seiner Wohnung ist ein Gast seiner Party umgekippt und ringt mit dem Leben. Anna so der Name der Dame, verliert diesen Kampf und stirbt. Nun sieht sich Karsten mit einigen Fragen konfrontiert. Wieso hat er nicht einfach den Notruf gewählt statt ins Krankenhaus zu rennen? Dann stellt sich heraus, das keiner weiß wer Anna eigentlich war, denn niemand hatte sie zur Party eingeladen und auch keiner scheint sie zu kennen. Als Karsten in die Schusslinie gerät und wegen unterlassener Hilfeleistung vor Gericht steht, hat das sowohl private als auch berufliche Auswirkungen für ihn.

Ein messerscharfer Psychothriller beschreibt die doch recht renommierte Filmseite „filmstarts“ diesen Streifen. Da stellt sich mir die Frage, ob die den gleichen Film gesehen habe wie ich: Das hier ist von einem Psychothriller so weit entfernt wie Peter Altmaier vom Posten des Weight Watchers Vorsitz.

AUF EINMAL ist ein lupenreines Drama, das immerhin einige Wendungen bereithält, die allerdings alle langsam und nicht mit dem Hammer kommen. Auch das Ende ist durchaus gelungen und partiell auch etwas überraschend.

Zwischendurch allerdings verliert sich der Streifen in zu vielen Wirrungen und wirkt dadurch etwas unbeholfen. Der Hauptdarsteller ist zudem weit entfernt, ein Sympathieträger zu sein, was es für den Zuschauer nicht einfacher macht.

Die Ausgangslage des Films hat durchaus Potenzial, das hier aber leider nicht ausgeschöpft wird. So bleibt unter dem Strich ein grundsolides Drama, mit vielen bekannten Gesichtern,die man aber nicht wirklich zuordnen kann.

Für Fans des Deutsches Independentkino aber durchaus einen Blick wert.

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COME AND FIND ME (Splendid)

am 19. April 2017 unter Drama, Thriller abgelegt

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Es ist mittlerweile ein Jahr her, das Claire verschwand. Eines Morgens wachte David auf uns eine Freundin lag nicht neben ihm. Nach einigen Tagen realisierte er, das sie sich aus dem Staub gemacht hat. Doch warum? Es gab keinen größeren Streit und die beiden passten auch gut zusammen. Oder wurde sie entführt? Auch nach dieser langen Zeit kann sich David mit den offenen Fragen nicht abfinden und forscht weiter nach ihrem Verbleib. Doch die Angelegenheit wird immer mysteriöser, zumal sich herausstellt, das Madame weder Claire hieß und auch nicht an das College ging das sie ihm genannt hat. Als er einen unentwickelten Film findet, gibt es neue Hinweise, denen er nachgeht. Doch langsam dämmert ihm, das er sich damit auch in Lebensgefahr begibt, denn einige der Bilder führen ihn in dubiose Kreise.

Ich habe die Zusammenfassung gefühlte 20 Mal umgeschrieben, weil ich immer wieder der Meinung war, zu viel zu verraten. Für den Rezensenten eher nervig, bedeutet das aber meist, das der Film gelungen ist – so auch in diesem Fall.

Die Art und Weise wie man in Rückblenden, während der Nachforschungen die David betreibt, das Verhältnis der beiden erzählt bekommt, ist sehr schön inszeniert. Das nimmt zwar immer wieder etwas Tempo aus dem Streifen, schadet ihm aber in keinster Weise, wie es vielen Filmen geht, die sich in diesen Rückblenden gerne verhaspeln. Hier wirkt das alles komplett stimmig.

Noch dazu ist David kein Superheld. Seine Handlungsweisen sind absolut nachvollziehbar und er mutiert auch nicht innerhalb der ungewöhnlich langen 112 Minuten zu einem Superagent, wie es ja in vielen Streifen der Fall ist, in denen sich die Protagonisten dann plötzlich cool aus den größten Gefahren befreien. Das wird hier komplett vermieden. Das macht den Charakter nicht nur glaubwürdig, sondern auch sympathisch.

Aaron Paul sagt mir erstmal gar nichts. Kann mich auch nicht erinnern, ihn mal in irgend einem Film gesehen zu haben, liefert aber eine tolle Leistung ab. Ebenso Annabelle Wallis, die aber auch einen interessanten Charakter gezeichnet bekommen hat.

Die letzten 20 Minuten sind zwar ein wenig konfus und die Wende zum Schluss ist nicht ganz so überraschend wie sie gerne wäre. Zudem bekommt der Zuschauer nicht alles erklärt, sondern muss sich das ein oder andere selbst zusammenreimen. Klasse hingegen jedoch wieder das Ende, bei dem der Regisseur statt einer wüsten Ballerorgie (die sich angeboten hätte) einen fast schon romantischen Ausklang findet.

COME AND FIND ME ist für mich ein kleiner Geheimtipp. Der eher schmal budgetierte Film hat eine sehr eigenwillige Struktur. Dazu gibt es passend noch einen elektronischen, aber eher zurückhaltenden Soundtrack, der das Gesehene angemessen untermalt.

Fazit: Wirklich interessante Mischung aus Thriller und Drama mit einer schönen Atmosphäre und einem ungewöhnlichen Erzählstil. Auf den muss man sich allerdings einlassen.

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SHUT IN (Universum Film)

am 19. April 2017 unter Drama, Horror abgelegt

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Mary Portman ist eine anerkannte Kinderpsychologin, benötigt aber selbst Unterstützung, seit ihr Mann und ihr Sohn einen Autounfall hatten, Ersterer starb dabei, letzterer liegt bewegungsunfähig im Bett und muss von ihr betreut werden. Besonders den gehörlosen 9 jährigen Tom hat sie in ihr Herz geschlossen, doch die Therapie mit ihm soll abgebrochen werden. Zudem leidet Mary an Halluzinationen, hört Geräusche, hat das Gefühl, das Personen in Zimmern herumlaufen. Dann zieht auch noch ein Sturm auf und sie und ihr Sohn sind völlig von er Außenwelt abgeschnitten. Anscheinend befindet sich aber ein ungebetener Gast im Haus – und der hat schlechte Laune.

Selten ist es der Fall, das gleich 2 meiner Lieblingsschauspieler in einem Thriller zu sehen sind.. Naomi Watts rettet selbst die größte Gülle mit ihrer Präsenz und Oliver Platt mochte ich schon immer.

Dazu gesellt sich der kleine Jacob Tremblay der schon BEFORE I WAKE vorm Absturz bewahrte und Charlie Heaton aus STRANGER THINGS (wo bleibt da bitte die Fortsetzung???). Nicht die schlechteste Besetzung für eine eher kleine Produktion.

Skandalös ist es aber, das der von mir so geschätzte Peter Outerbridge (RE-GENESIS in der er die Hauptrolle spielte, ist für mich eine der besten Serien aller Zeiten) nur so eine kleine Rolle hat.

Der Film wird in allen Foren komplett niedergemacht und zerrissen. Das kann ich leider nur bedingt nachvollziehen. Die ersten 60 Minuten ist das Ganze ein sehr behutsam aufgebautes Drama mit Thriller-Elementen – ohne Blut, ein wenig wie THE OTHERS in der Neuzeit.

Ok, pünktlich zum Showdown packt der Regisseur dann den Holzhammer aus und sein Film mutiert in einem sehr konventionellen Finale, das aber nun auch nicht so schlecht ist das man dem Film weniger Punkte geben muss, als Schrott wie ID2.

Trotzdem wäre es mir lieber gewesen, SHUT IN hätte seinen ruhigen Erzählstil beibehalten. Die Wende kurz vor Schluss ist zudem gelungen und wie diese dem Zuschauer (über einen Skype-Anruf) vermittelt wird, erst recht.

So bleibt unter dem Strich ein durchaus gelungener Streifen, der im letzten Drittel seine Linie leider etwas verlässt. An den schauspielerischen Leistungen gibt es gar nichts auszusetzen. Für meinen Geschmack reicht das für

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SNOWDEN (Universum Film)

am 07. April 2017 unter Biopic, Drama, Thriller abgelegt

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Worum es in diesem Film geht, und wer dieser Mann ist, dürfte wohl so ziemlich jedem bekannt sein, der die letzten 10 Jahre nicht in einem Bunker gelebt hat, daher hier nur eine ganz kurze Zusammenfassung. Nachdem seine militärische Karriere an einem komplizierten Beinbruch scheitert, wechselt der geniale Programmierer Edward Snowden zur CIA. Für diese schreibt er Programme, die es der Regierung ermöglichen, andere auszuspionieren. Doch mit der Zeit kommen ihm Zweifel an dem was er da tut, erst recht als er entdeckt, das auch die eigene Bevölkerung vor der Überwachung nicht mehr sicher ist. Zudem ist er erschüttert, wie Menschen per Drohnenangriffe eben mal andere töten und dann gemütlich nach Hause gehen. Nach einiger Zeit hat er so viele skandalöse Dinge gesehen, das er sich genötigt sieht, diese zu veröffentlichen. Auch wenn ihm bewusst ist, das sein Leben, wie er es kennt, vorbei sein wird.

Wer anders außer Oliver Stone kann so etwas verfilmen? Eigentlich keiner. Das Gewissen der USA, hat schon mit JFK bewiesen, das er einen an sich recht trockenen Stoff, interessant umzusetzen vermag. Auf der anderen Seite weiß man natürlich bei ihm auch nie genau, was wahr ist und was er dazugedichtet hat. Daher bekommt man am Anfang des Streifens gleich den Hinweis, das einige Dinge etwas dramatischer gezeigt werden, als die in der Realität wirklich waren.

Das liegt aber meiner Meinung nach durchaus im Ermessensspielraums eines Regisseurs, der die Leute ja auch unterhalten will, und SNOWDEN ist nunmal keine Dokumentation.

Bei Stone ist es wie bei Soderbergh – wenn der Mann ruft, kommen sie alle und belegen dafür selbst kleine Nebenrollen wie etwa Timothy Olyphant oder Nic Cage. Mit Lewitt hat er zudem den perfekten Snowden gefunden, der seinem Original sogar ein bisschen ähnlich sieht.

In den sehr interessanten Interviews bekommt man sogar erklärt, das der Hauptdarsteller die Gestik, den Gang und sogar die Sprache seines lebenden Vorbildes imitiert. Respekt!! Oliver Stone äußerst sich in den Extras noch ausführlich zu seinen Beweggründen den Film zu machen und wie seine Meinung zu Snowden ist, der am Ende des Films tatsächlich noch einige Minuten sich selbst spielt – eine gelungene Idee.

Fazit: Bei dieser realen Vorlage kann man als Regisseur nicht viel falsch machen und so hat Stone hier einen spannenden und hervorragend gespielten Streifen hingelegt.. Auch wenn einige Dinge etwas verändert wurden, damit das Geschehene unterhaltsamer wird, hält er sich wohl doch weitestgehend an die Fakten. An die Nummer mit dem Zauberwürfel glaube ich jedoch nicht.

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EIN AMERIKANISCHES IDYLL (Splendid)

am 07. April 2017 unter Drama abgelegt

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Seymour Levov, von allen nur der „Schwede“ genannt ist ein herausragender Footballspieler. Er heiratet seine Traumfrau Dawn und übernimmt in den späten Fünfzigern die Fabrik seines Vaters. Also dann noch ein Kind geboren wird, scheint das Glück perfekt. Doch als Merry erwachsen wird, ist der Vietnamkrieg in vollem Gange. Sie bekennt sich ganz klar dagegen und hat auch kein Problem damit, ihren Protest offen zu zeigen. Als Sie in Verdacht gerät eine Bombe gezündet und Menschen getötet zu haben, verschwindet sie aus dem Leben ihrer Eltern. Nach einigen Jahren ist die Ehe der beiden am Ende und Dawn hat kein Interesse daran ihre Tochter zu finden, nur Seymour sucht weiterhin nach ihr und glaubt die vielen bösen Dinge nicht, die über sein kein Kind verbreitet werden.

Ewan Mc Gregor hat in den letzten 10 Jahren nicht einen wirklich schlechten Film gedreht und sich als Schauspieler hervorragend entwickelt. Wer hätte nach Trainspotting gedacht, das er überwiegend in anspruchsvolleren Rollen zu sehen sein wird? Ein amerikanisches Idyll ist nun sei Regiedebüt – und es ist sehr schwer zu bewerten.

Der Streifen hat zwar eine gute Geschichte, gerät an manchen Stellen aber etwas geschwätzig. Die Besetzung ist hervorragend, doch insbesondere die von mir eigentlich sehr geschätzte Jennifer Connelly verfällt im Laufe des Films ins Chargieren, was man von ihr überhaupt nicht gewohnt ist. Dakota Fanning ist einigermaßen glaubwürdig, bekommt aber teilweise vom Drehbuch recht überkandidelte Sätze vorgeschrieben. Am besten schneidet diesbezüglich hierbei der Regisseur und Hauptdarsteller ab, sowie David Straithairn, der den Rahmen der Geschichte bildet, als er den Bruder von Seymour auf einer Klassenfeier widertrifft.

Der Film kann sich nicht entscheiden, ob er nun ein Drama oder doch lieber Krimi (Thriller möchte ich hier nicht verwenden) sein will und hat diverse Unterbrechungen im Tempo, was doch stört und droht in manchen Passagen an seinem eigenen Anspruch zu ersticken. Dennoch ist er natürlich edel bebildert und geschnitten.

Ganz schwer zu bewerten dieser Streifen. Ich denke der normale Zuschauer wird sich langweilen, der Arthouse Fan wird hieran Gefallen finden und das Feuilleton mit Sicherheit in Euphorie verfallen. Daher ist alles drin zwischen:

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