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Archiv der Kategorie 'Drama'

DIE FARBE DES HORIZONTS (Universum Film)

am 15. November 2018 unter Biopic, Drama abgelegt

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Die lebenslustige Tami möchte am liebsten die ganze Welt erkunden. Kaum hat die junge Kalifornierin ihren Abschluss in der Tasche, fährt sie einfach mal nach Tahiti. Dort lernt sie den etwas älteren Segler Richard kennen und lieben. Ein befreundetes Ehepaar bietet den beiden an, ihr Boot gegen eine hohe Aufwandsentschädigung zu überführen, was den beiden natürlich gut gefällt, denn so kann man mit dem Hobby noch etwas Geld verdienen. Doch mitten auf dem Pazifik, mittlerweile 2000 Seemeilen vom nächsten Festland entfernt, geraten sie plötzlich in einen gewaltigen Hurrikan. Als Tami aus ihrer Ohnmacht erwacht, ist ihr Boot nur noch ein Wrack und Richard schwer verletzt – sie kann ihn zwar retten, aber er ist ihr keine große Hilfe. Schafft sie alleine den Kampf gegen die hohe See zu gewinnen?

Am besten weiß man über diese Geschichte gar nichts, denn dann sind einige interessante Wendungen noch spannend. Ich kannte diese schon, weil ich sie mal in der Presse gelesen hatte. Daher war mir bekannt wie das ganze endete.

Da ich Shailene Wodley extrem gerne mag. habe ich mir den Streifen dann doch angesehen. Zuerst die positive Nachricht: Es ist kein Liebesfilm, auch wenn Madame in der ersten halben Stunde wie ein Honigkuchenpferd dauergrinst und damit wirklich kurz vorm Chargieren steht, ändert sich das aber glücklicherweise mit zunehmender Spieldauer und das Überleben der beiden auf dem Meer gewinnt die Oberhand in der Geschichte.

Baltasar Kormakur hat als Regisseur ja schon jede Menge Erfahrung mit der Arbeit auf hoher See, denn einer seiner ersten Filme war ebenfalls ein Drama auf dem Ozean – der vielgelobte THE DEEP, der mir aber ein wenig zu elegisch geriet. Aber durch die nötigen Vorkenntnisse schaffte er hier mit speziellen Aufnahmen, oft halb aus dem Wasser, halb an der Oberfläche, teilweise sehr interessante Perspektiven.

Nach dem Film kann man sich noch mit den Hintergründen befassen, denn es gibt zahlreiche Extras, wobei ich immer noch nicht verstehe, wieso UNIVERSUM diese nie deutsch untertitelt. Die wahre Geschichte ist bei Wikipedia einsehbar.

Fazit. Grundsolides Drama mit ordentlichen Darstellern und ganz gutem Spannungsaufbau – sehr schön ist die Wende gegen Mitte des Streifens. Trotzdem gefällt mir Frau Wodley mit kurzen Haaren besser, was aber nichts an der Qualität des Films ändert :o ).

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8 MILLIONEN WEGE ZU STERBEN (Koch Media)

am 15. November 2018 unter Drama, Klassiker, Thriller abgelegt

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Der Polizist Matthew Scudder erschießt im Dienst einen Unschuldigen. Er stürzt in eine Krise, die in einer Depression und schweren Alkoholkrankheit mündet und ihn seinen Job sowie seine Familie kostet. Als vor seinen Augen ein Callgirl erschossen wird, ermittelt er auf eigene Faust. Schnell findet Matthew heraus, dass hinter dem Mord der Drogenbaron Angel steht, der alles daran setzt, ihn ebenfalls tot zu sehen. Es kommt zu einem unerbittlichen Showdown…

Der Film ist mehr als ordentlich besetzt. Neben Jeff Bridges in der Hauptrolle sind unter anderem Andy Garcia und Rosanna Arquette zu sehen. Im Jahre 1986 war der Film ein mittelmäßiger Erfolg. Die Synchronisation hat man nicht verändert, aber es ist immer das gleiche. Haben wir wirklich in diesem Jahrzehnt so dumme Sprüche gemacht? Switcht man auf den englischen Ton um, ist das ganze wesentlich erträglicher.

Die Restauration ist mal wieder sehr gelungen, Man wiederholt sich da ständig, aber KOCHs Restaurator holt wirklich immer jede Menge aus den Streifen heraus. Der Ton ist solide, aber das Bild ist klasse. Die Farben sind intensiv, grieseln sieht man kaum, genauso wenig wie Blitzer. Da sollte sich WARNER mal ein Beispiel dran nehmen,

Auf mich persönlich wirkt der Streifen ein wenig in die Jahre gekommen, heute würde man vieles mit deutlich mehr Action versehen. Die vielen guten Bewertungen auf diversen Seiten allerdings zeigen, das der Film durchaus seine Anhänger hat

Diese können mit der Umsetzung absolut zufrieden sein. Diesbezüglich eine wirklich klare Kaufempfehlung.

HEREDITARY (Splendid )

am 06. November 2018 unter Drama, Horror abgelegt

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Annie Graham lebt zusammen mit ihrem Mann Steve und ihren beiden Kindern Peter und Charlie etwas abgelegen am Waldrand. Als Annies Mutter Ellen, das Oberhaupt der Familie, zu der sie aber keinerlei wirklichen Draht mehr hatte, stirbt, muss sich die Familie danach mit mit mysteriösen und grauenhaften Ereignissen auseinandersetzen. Denn Omi beschäftigte sich mit okkulten Geschichten und Flüchen. Für Annie, Steve, Peter und Charlie beginnt plötzlich ein Wettlauf gegen ihr dunkles und unheilvolles Schicksal, welches ihre Ahnen ihnen hinterlassen haben…dann stirbt Charlie durch einen unglücklichen Unfall. Annie sucht Hilfe bei einer Glaubensgemeinschaft und lernt dabei die liebevolle Joan kennen – doch der Schein trügt.

Der Film stand bei mir etwas länger herum – daher kommt meine Rezension eine Woche nach der Veröffentlichung. Das lag daran, dass ich auf gewisse Filme einfach Lust haben muss und ich ihn schon vorab gesehen hatte und ich wollte, die für einen Horrorfilm ungewöhnlich langen 130 Minuten Laufzeit, noch einmal voll genießen.

Das eigentlich grandiose an dem Streifen ist ja, dass er die ersten 30 Minuten absolut gar nichts mit diesem Genre zu tun hat, sondern man bekommt hier ein Familiendrama kredenzt, das enormen Wert auf ausgearbeitete Charaktere legt.

Danach geht das Grauen dann aber richtig los und die letzte Stunde ist, speziell was Atmosphäre (die mich stark an BABADOOK erinnerte ) und besonders Kameraführung betrifft, mit das beste was ich in den letzten Jahren gesehen habe. Dazu gesellt sich ein kongenialer Soundtrack, der fast den ganzen Film lang im Hintergrund leise poltert und wabert. Viel besser geht das eigentlich nicht und erinnert fast schon an die guten alten Zeiten eines John Carpenter, wobei HEREDITARY keinesfalls altbacken wirkt.

Gabriel Byrne hat sich in den letzten Jahren rar gemacht, ist aber ein begnadeter Schauspieler, Toni Colette hat man hier mal richtig auf hässlich getrimmt und tritt nach KRAMPUS schon in ihrem zweiten Horrorfilm in kürzester Zeit auf. Beide Darsteller haben in diesem Film auch als Executive Producer mitgewirkt.

Etwas grenzwertig sind die letzten 5 Minuten. Die hätte ich persönlich etwas anders gestaltet oder sie einfach ganz weggelassen, das ist mir persönlich dann einen Tick too much, will aber jetzt nicht spoilern – das soll jeder für sich entscheiden.

Fazit: In Sachen Atmosphäre und Stimmung mit das beste seit des ersten Conjuring-Teils, allerdings mit deutlich weniger Action. Die bereits erwähnte fantastische Kameraarbeit und der Score machen HEREDITARY zu einem DER Horrorhighlights des Jahres 2018.

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WILDLING (Capelight/ALIVE)

am 06. November 2018 unter Drama, Horror abgelegt

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Eingesperrt in einem kleinen Zimmer eines abgelegenen Waldhauses und völlig isoliert von der Außenwelt, wächst Anna, unter der Obhut eines mysteriösen Mannes auf, den sie nur als „Daddy“ kennt, auf Mit schaurigen Geschichten über ein kinderfressendes Ungeheuer schürt er seit jeher ihre Angst vor der Welt außerhalb ihres Gefängnisses, so dass sich das Mädchen, selbst wenn sie könnte, nicht trauen würde, das Haus zu verlassen. Dann entdeckt die Polizei nach einem Schuss, das mittlerweile 16 jährige Mädchen. Der nette weibliche Sheriff Ellen Cooper nimmt den verstörten Teenager fürsorglich bei sich auf. Zunächst läuft alles gut und Anna beginnt das neue und normale Leben zu genießen. Doch schon bald kommt es zu einer Reihe beunruhigender Ereignisse. Zudem spürt sie merkwürdige Veränderungen in und an sich.

Der Film startet großartig. Gerade die ersten 20 Minuten, wird dem Zuschauer sehr schön erzählt, wie „Daddy“ sein Kind ängstigt, er aber versucht irgendwo eine Vaterrolle einzunehmen. Dafür hat man Vorzeige-Psychopath Brad Dourif engagiert, der hier, zumindest in der ersten Phase, mal ein ganz anderes Gesicht zeigen darf. Später mutiert er dann wieder mal zur Furie.

Frau Tyler bemüht sich immerhin ihre 2 Gesichtsausdrücke zu variieren, während Bel Powley mit ihren riesigen Kulleraugen eine hervorragende Leistung abliefert, denn diese Rolle ist schwer zu spielen, wie man auch in den Extras sieht.

Die Geschichte mag den ein oder anderen an WHEN ANIMALS DREAM erinnern. Während dieser allerdings eher als Drama inszeniert wurde, fährt man hier deutlich mehr Horrorelemente auf und für Herrschaften die gerne das rote Zeug spritzen sehen, wird auch die ein oder andere Szene geboten.

Gegen Ende wird, das sonst insgesamt eher subtile Geschehen, dann aber zu sehr mit dem Holzhammer beendet. Nicht das man nach 60 Minuten abschalten muss, aber die Action-Szenen wollen irgendwie nicht ganz zum bis dahin gesehenen Rest passen.

Trotzdem auch aufgrund der guten Darstellerin eine weitere interessante Variante dieses Themas.

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4 BLOCKS – STAFFEL 2 (Eye See Movies/AV-Visionen)

am 06. November 2018 unter Drama, TV-SERIE abgelegt

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Ein Jahr nach dem dramatischen Showdown mit den Cthulhu hat sich für die Hamadys viel verändert: Abbas steht wegen Mordes vor Gericht, Amara hat mit Latif einen Neuanfang gewagt und Toni kann endlich wie erhofft ins Immobiliengeschäft einsteigen. Zudem übernimmt er den Drogenhandel in Berlin Kreuzberg und Neukölln. Doch richtig glücklich ist er damit nicht, denn sein Vorgänger AL-Safi trachtet ihm nach dem Leben. Eigentlich will Toni auch noch immer aussteigen, und versucht sich in Immobilien. Doch dann werden seine Konten eingefroren und auch dieses Vorhaben scheitert wieder – es scheint, dass es ihm einfach nicht vergönnt ist, ein ehrliches Geschäft aufzuziehen. Dann töten seine Männer, in einem von ihm nicht genehmigten Racheakt, auch noch einige Tschetschenen, die nun auch ihre Finger im Spiel haben und ihrerseits Vergeltung wollen.

Nachdem die erste Staffel überragende Kritiken bekam, war es natürlich nicht ganz einfach da etwas nachzulegen, auch weil die moralische Instanz des Vorgängers, durch den Tod von Vince fehlt und so auch die spannende Frage, ob der Spitzel entdeckt wird, in der Fortsetzung natürlich nicht vorhanden ist, auch wenn man versucht die Rolle des Zeki ein wenig in diese Richtung gehen zu lassen.

Die Stärken und Schwächen der ersten Staffel sind gleichgeblieben. An manchen Stellen ist mir das einfach etwas zu viel „alder, ich f.icke deine Mudder und ich schwöre“-Gelaber was doch stark klischeehaft wirkt.

Die männlichen Darsteller sind, wenn man mal ganz ehrlich ist, nicht wirklich gut, was aber die Authentizität unterstreicht, denn hierfür hat man ja bewusst Laien genommen. Herausragend allerdings Kida Khodr Ramada, der der mit Abstand beste Schauspieler unter den Herrschaften ist und für die Darstellung in Teil 1 ja einen Grimme-Preis erhielt. Auch den beiden Damen der Famile Hamady sind durchaus sehenswerte Darstellungen gelungen.

Die erste Staffel zeigte bereits hohe Qualität in Sachen Inszenierung. Damit jetzt auch gar nichts schiefgehen konnte, organisierte man mit Oliver Hirschbiegel (Das Experiment) und Özgür Yıldırım (Boy 7) 2 absolute Top-Regisseure im Bereich Cinema, die die Serie eben eher nach einem langen Kinostreifen aussehen lassen, denn nach einer Fernsehproduktion.

Wer den Vorgänger mochte, dem dürfte auch die neue Staffel gefallen. Grundsätzlich hat man die Geschichten um die Hamadys durchaus interessant und relativ nachvollziehbar weitergesponnen. Und auch für eine dritte Staffel ist die Chance noch gegeben.

Am Set soll es übrigens immer wieder zu größerem Stress gekommen sein. Dazu schreibt WIKIPEDIA

„insbesondere durch die Besetzung von verschiedenen Rollen aus der Hip-Hop-Szene wie die beiden Hauptdarsteller Latif (Massiv) und Abbas (Veysel), aber auch Nebendarsteller wie Gringo, Eunique und Gzuz, aber auch Verbindungen einiger der anderen Darsteller zur organisierten Kriminalität. So berichteten die Medien immer wieder, dass es angeblichen Stress zwischen tatsächlichen Gangstern, Kneipenwirten und den Darstellern gegeben hätte.“

Inwiefern das stimmt kann ich natürlich nicht beurteilen, unterstreicht aber, die von mir oben angeführte Authenzität und ich denke, solch eine Serie kann man einfach nicht durchweg mit gestandenen und bekannten Darstellern besetzen, da diese nicht in diesem Milieu groß geworden sind und sich daher dort auch schwer hineinversetzen können. Insofern ist diese Wahl schon gut. Kida Khodr Ramadan soll übrigens privat ein total netter und cooler Typ sein – kann man sich gar nicht vorstellen, bei der Rolle die er hier spielt :o )

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FEINDE (Universum Film)

am 23. Oktober 2018 unter Drama abgelegt

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New Mexico, 1892: Der verdiente Offizier Joseph Blocker ist wenig begeistert als er den Auftrag bekommt, den kranken Cheyenne-Häuptling Yellow Hawk , der die vergangenen sieben Jahre im Gefängnis verbrachte, in dessen Stammesland nach Montana zu begleiten. Dies ist der letzte Wunsch des als unerbittlich bekannten Indianers. Blocker und Yellow Hawk haben eine gemeinsame Vergangenheit – und die ist alles andere als gut, weswegen Blocker den Auftrag nur äußerst widerwillig annimmt. Gemeinsam mit einigen Soldaten und der Familie des Häuptlings bricht man dann aber doch auf. Unterwegs stoßen sie auf die junge Witwe Rosalie Quaid deren gesamte Familie kaltblütig von Komantschen umgebracht wurde. Die traumatisierte Frau schließt sich ihnen an und die Gruppe setzt ihren gefährlichen Weg quer durch das unwegsame Land und eine extrem feindselige Umgebung fort. Denn allen Beteiligten ist klar, das die blutrünstigen Komantschen noch irgendwo lauern und das man nur eine Chance hat zu überleben, wenn man zusammenarbeitet,

Ich bespreche einen Western – das ist soweit mir bekannt erst der zweite in meiner gesamten Schreiberkarriere, wobei der andere, nämlich Brimstone auch im Gegensatz zu diesem Film kein klassischer Vertreter des Genres war.

Christian Bale glänzt in der Rolle des ausgebrannten Offiziers und sogar Rosamund Pike, die ich für komplett überbewertet halte, liefert eine hervorragende Darstellung ab, die ich ihr nicht zugetraut habe.

Irgendwie ist es aber bei Western so, das die immer ins Elegische abgleiten müssen, denn auch FEINDE bringt satte 134 Minuten zusammen – insgesamt vielleicht 20 zu viel, was auch daran liegt, das der Regisseur etwas selbstverliebt in seine Landschaftsbilder ist, die wirklich toll sind, aber eben den Streifen nicht wirklich voran bringen.

Trotzdem gibt es genug Wendungen, um den Zuschauer bei der Stange zu halten, und eben hohe Schauspielkunst, was hauptsächlich an Bale liegt, der sich hierfür eigentlich eine Oscar-Nominierung verdient hätte

Eine Bewertung ist für mich allerdings nahezu unmöglich, denn die könnte ich nur gebe,n wenn ich eine Vergleichsmöglichkeit hätte. Mir hat FEINDE insbesondere von der Stimmung sehr gut gefallen, so das auch andere Fans dieses Genres sicherlich meiner Meinung sind – die guten Bewertungen überall auf den einschlägigen Seiten zeigen es ja auch.

DAS GEHEIMNIS VON MARROWBONE (Universum Film)

am 16. Oktober 2018 unter Drama, Thriller abgelegt

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Um ihrem gewalttätigen Ehemann zu entkommen, flieht Rose mit ihren vier Kindern von England nach Amerika und lässt sich dort auf dem abgelegenen Anwesen Marrowbone nieder. Doch Rose erkrankt aus heiterem Himmel und stirbt wenige Tage später. Dies kann durchaus zu einem Problem werden, denn keiner der Söhne ist bereits 21 und man kann ihnen daher das Haus wegnehmen. Also muss man vor den Einwohnern verbergen, das die Mutter nicht mehr lebt, da sonst das Waisenhaus droht. Das gestaltet sich jedoch zunehmend schwerer, denn der neugierige Anwalt Porter hat Lunte gerochen und Jack ist in ein Mädchen verliebt. Zudem scheint es in dem Haus zu spuken. Man hört merkwürdige Geräusche und insbesondere der kleinste der vier, Sam, erzählt ständig von einem Geist….

Um das erst einmal klarzustellen. Sowohl Cover als auch Trailer, als auch Titel deuten hier auf einen Horrorfilm hin Das ist MARROWBONE aber nicht. Zwar sind ein paar kleine Elemente enthalten, doch eigentlich ist das hier ein Sozialdrama, welches in den 60ernn spielt und später mit etwas Thrill und ganz leichten Horrorschnipseln ausgeschmückt wird.

Ich betone das deshalb, weil die meisten Menschen sonst wieder mit einer ganz anderen Vorstellung an diesen Film herangehen werden und sich danach fragen, wo hier der Horror geblieben ist, den der Trailer suggeriert.

Als Familiendrama weiß der Streifen nämlich durchaus zu überzeugen und die vier Geschwister, von denen ich nur Charlie Heaton kannte, weil er in STRANGER THINGS mitspielt, machen ihre Sache durchaus ordentlich.

Wer also hier ein gutes Drama sehen will, kommt auf seine Kosten – ich befürchte nur das die wenigsten mit dieser Erwartung an MARROWBONE herangehen werden und dann enttäuscht sind. Der Streifen bekommt auf imdb eine sehr gute Durchschnittsnote, der ich mich auch in etwa anschließen würde.

Zudem gibt es gegen Ende noch einen sehr schönen Twist, auf den ich nie und nimmer gekommen wäre und der das ganze dann noch ein wenig aufwertet und einen halben Chucky dazu ergattert.

Fazit: Ansprechendes Familiendrama in schöner Optik und guten Darstellern. Allerdings weit entfernt von einem Horrorfilm, darüber muss sich jeder im klaren sein, der diesen Streifen kauft oder ausleiht.

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JOSHUA (Koch Media)

am 16. Oktober 2018 unter Drama, Thriller abgelegt

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Die Welt der Familie Cairn ist einigermaßen in Ordnung. Vater Brad ist Banker an der Wall Street, Mutter Abby hat soeben Sprössling Lily zur Welt gebracht, leidet allerdings unter Depressionen. Ihr neunjähriger Sohn Joshua ist ein hochbegabtes Kind, das sogar mindestens eine Klasse überspringen soll und für sein Alter schon virtuos am Klavier ist. Als jedoch das Baby nicht aufhören will zu schreien, dreht Abby irgendwann durch. Zudem stellt Joshua merkwürdige Fragen. Kurz darauf verunglückt die Mutter von Brad und in dem regt sich der Verdacht, das sein Sohn gar nicht so ein Unschuldslamm ist, wie es nach außen scheint.

In der ersten Veröffentlichung als DVD von 2007 stand als Untertitel noch KIND DES TEUFELS – das hat man sich hier zum Glück erspart, denn das ist mal wieder kompletter Unsinn, denn der Film hat mit einem Horrorfilm nun mal gar nichts zu tun und ist eigentlich nicht mal ein Thriller, sondern ein Psychodrama.

Hätte man sich den ersten Teil des Namens einer der Hauptdarsteller mal besser zu Herzen genommen, das ist nämlich Sam ROCKwell, der hier mit Vera Farmiga die Eltern des gar nicht so harmlosen Rackers spielt.

Denn Tempo fehlt diesem Film von Anfang an. Man versucht zwar sehr schön dem Zuschauer die Charaktere näher zu bringen, verwendet dafür allerdings doch etwas viel Zeit, denn es dauert eigentlich fast 50 Minuten, bis mal endlich etwas nennenswertes passiert.

Der Junge der Joshua gibt, liefert allerdings eine formidable Leistung ab und spielt die beiden gestandenen Stars locker an die Wand und das nur mit minimalen Gesichtsausdrücken. Jedoch hat man von ihm nicht mehr viel gesehen in den letzten 10 Jahren, was mich wundert, denn der Junge hat Talent. Lediglich im STAR TREK REBOOT als ganz junger SPOCK hatte er einen kurzen Auftritt.

JOSHUA ist kein schlechter Film, er kommt nur einfach zu spät in die Gänge. Zudem ist das Ende sehr abrupt und wird nur von Leuten verstanden werden, die dem englischen mächtig sind (mehr kann ich aus Spoilergründen leider nicht verraten).

Kann man sich ansehen, muss man aber nicht – hier wurde etwas Potenzial verschenkt, dachte sich wohl auch Farmiga und spielte ein paar Jahren später in ORPHAN mit, der ähnlich gelagert, aber deutlich spannender ist.

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DIE UNZERTRENNICHEN (Koch Media)

am 03. Oktober 2018 unter Drama, Klassiker abgelegt

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Beverly und Elliot Mantle sind als eineiige Zwillinge nicht nur in ihrem Beruf als Gynäkologen, sondern auch bei der Damenwelt durchaus erfolgreich. Man teilt sich dabei jede Frau, was denen natürlich gar nicht auffällt, Nur die Schauspielerin Claire durchschaut das Spiel der beiden. Kein Problem für Elliot, dann wird sie halt fallen gelassen und irgendwann kommt die nächste. Doch Beverly hat in diesem Fall damit ein großes Problem, denn für Claire empfindet er deutlich mehr als es ihm lieb ist. Für sie beginnt er sich von seinem Zwilling abzunabeln, was allerdings zu schwerwiegenden Problemen führt und in einer Katastrophe zu enden scheint.

Der Film aus dem Jahre 1987 stammt schon aus einer Zeit, wo Regisseur David Cronenberg, seine schrägsten Stoffe schon hinter sich hatte und mit DIE FLIEGE, dem Remake eines Streifens aus den 50ern sogar einen Kinohit landete.

Ich will jetzt nicht sagen das DIE UNZERTRENNLICHEN nun totales Mainstreamkino sind, aber im Vergleich zu seinen früheren Werken deutlich weniger verstörend.

Ich kann mich noch erinnern, das die Kritiker damals erstaunt waren, wie es dem Regisseur gelang, den guten Jeremy Irons gleich zweimal auf die Leinwand zu bringen, Heute ist das bei der Technik keine Sensation, damals war das deutlich aufwändiger und hatte einen gewissen WOW-Effekt.

Der Streifen selbst hat die 30 Jahre gut überstanden. Das Psychodrama ist auch heute noch sehenswert und Jeremy Irons spielt hier beide Personen fantastisch, was nicht einfach ist, da beide ja völlig unterschiedliche Charaktere sind.

Zudem hat man dem Streifen eine wirklich wunderschönes Mediabook spendiert, mit einem tollen Cover und auch jeder Menge Extras. Es gibt Audiokommentare, Interviews, ein Making of und vieles mehr. Das Bild ist hervorragend, der Ton tut seinen Zweck.

Es gibt schon einige Veröffentlichungen des Streifens, besonders auf DVD, Wenn man Fan des Films ist, sollte man sich aber dieses Mediabook zulegen, denn es lässt wirklich in allen Bereichen keinerlei Wünsche offen.

RACER AND THE JAILBIRD (Koch Media)

am 25. September 2018 unter Action, Drama abgelegt

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Gino ist ein Gangster in Brüssel, der mit seinen Kumpels regelmäßig Banken überfällt. Als er die Rennfahrerin Bibi kennenlernt, beschließt er, sein Leben komplett zu ändern, denn sie ist seine große Liebe, die diese auch erwidert. Doch bei dem letzten Coup geht etwas schief und er landet im Knast – und das für mindestens 10 Jahre. Vorbei ist es mit dem neuen erträumten Leben. Aber Bibi ist bereit auf ihn zu warten, sehr zum Missmut ihrer Familie. Doch dann tritt eine dramatische Wendung im Leben der beiden ein.

Anscheinend veröffentlicht KOCH nur noch Filme mit Überlange, denn dieser Streifen geht wieder satte 130 Minuten. Allerdings muss man in diesem Fall sagen, das diese nicht langatmig werden. Die Vergleiche mit Bonnie und Clyde, die auf der Rückseite des Covers angestellt werden, sind natürlich kompletter Schwachsinn, denn ich sehe hier und weit und breit keine Bonnie.

Der Film ist eine Mischung aus Drama und Actionanteilen, wobei ersteres Genre klar im Vordergrund steht. Die Beziehung der beiden Protagonisten wird sehr schön herausgearbeitet und da die Chemie zwischen den beiden Darstellern stimmt, auch gut vermittelt.

Überhaupt bin ich überrascht, dass Frauenschwarm Schoenearts so nuanciert und ansprechend agiert, denn die vielen Facetten, die sein Charakter zu bieten hat und auch die innere Zerrissenheit sich zwischen Freunden und einer Frau entscheiden zu müssen, wird von ihm glaubwürdig dargestellt.

Gegen Ende wird das ganze dann doch recht dramatisch und man wandelt als Zuschauer wieder auf dem dünnen Eis, Mitleid mit dem eigentlich „Bösen“ zu haben, denn eigentlich ist Gigi kein schlechter Mensch, der sein Leben ja auch ändern wollte.

Insgesamt hat mir RACING (was sicher darauf anspielt das BIBI Rennfahrerin ist)AN DTHE JAILBIRD sehr gut gefallen. Man sollte nur nicht mit der Erwartung eines Actionfeuerwerks an den Streifen herangehen, dann wird man enttäuscht sein. Wer ein gut gespieltes Drama sehen will, ist hier richtig, Die 130 Minuten vergehen wie im Flug und danach dachte ich sofort, das dem Ganzen sogar eine Miniserie gut getan hätte, um alles komplett auszuerzählen.

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