Kalender

Juni 2017
M D M D F S S
« Mai    
 1234
567891011
12131415161718
19202122232425
2627282930  

Videotie bei Twitter

  • Twitter hat Schluckauf...

Archiv der Kategorie 'Drama'

DAS MORGAN PROJECT (Fox)

am 08. Juni 2017 unter Drama, Horror, SciFi abgelegt

images

Die toughe Krisenmanagerin Lee wird zu einem abgelegenen Ort geschickt, an dem sie die Fortschritte eines geheimen Experiments begutachten soll. Zudem kam es zu einem Vorfall, denn Morgan, eine gerade mal 5 jährige, künstlich erschaffene, aber humanoide Lebensform, hat eine Mitarbeiterin des Labors schwer verletzt. Lee soll prüfen, ob das Experiment außer Kontrolle geraten ist und abgebrochen werden muss – was zur Folge hätte, das auch Morgan nicht überleben darf. Zudem wird noch ein Psychologe dazu geholt. Bei dessen aggressiver Befragung rastet „es“ komplett aus und Lee ist sich nun sicher, das man es eliminieren muss, doch die Mitarbeiter die das menschliche Wesen ins Herz geschlossen haben, bereitet dieser Gedanke Probleme. Eben diese bekommen sie aber auch, als Morgan abhauen will.

Ridley Scott hat diesen Film produziert, was nicht weiter verwunderlich ist, denn sein Sohn Luke liefert hier seinen ersten Langfilm ab und bewegt sich dabei durchaus auf den Spuren des Vaters, der ja dem Science-Fiction Genre auch nicht unbedingt abgeneigt ist.

Zwar ist MORGAN PROJECT nicht zwingend logisch (man könnte hier einiges aufführen); dafür aber von enormer Intensität. Die beiden vermeintlichen Hauptdarsteller Kate Mara (was eine coole Sau) und Anna Taylor Joy (genauso cool und hübsch) liefern sich ein fulminantes Duell, sowohl verbal als auch körperlich, Zudem sind die Nebenrollen mit Prominenz bestückt. Paul Giamatti, Jennifer Jason Leigh und Toby Jones sind unter anderem mit an Bord.

Anfangs braucht man allerdings ein wenig Geduld, den der Steifen beginnt mit einem relativ langen Prolog. Dieser ist aber notwendig, da man hier auf viele Punkte des Experiments detailliert eingeht. Hätte man das kürzer gestaltet wären die „hier wird ja nix erklärt“-Stimmen sicher wieder laut geworden.

Das ich einen Film der Firma FOX bewerte kommt eher selten vor, denn als riesiger Major tut man sich mit Bemusterungen, vorsichtig formuliert, etwas schwer. Zudem sind die Budgets der Filme weit über denen die eigentlich auf meiner Seite besprochen werden sollen.

MORGAN PROJECT hat aber trotz des coolen Looks, auch durch seine etwas krude Story, eher einen B-Movie Charme, wenn er auch sehr professionell in Szene gesetzt wurde. Die Effekte sind gut dosiert und auch gelungen.

Fazit: Ein kleiner Geheimtipp, der allerdings nicht allen zusagen wird, auch weil die Action nicht zwingend im Vordergrund steht.

6-chucky1212222411341162224453222

05chucky11221112122131

ALLIED (Paramount/Universal Pictures)

am 08. Juni 2017 unter Drama, Suspense abgelegt

293201

In ALLIED wird und die Geschichte des des englischen Geheimdienstoffiziers Max Vatan und der französischen Résistance-Kämpferin Marianne Beausejour erzählt, die sich im geheimen Auftrag der Alliierten in Casablanca zusammentun, um ein Attentat zu verüben. Offiziell sind sie da schon verheiratet. Dies passiert später jedoch auch wirklich, denn das Paar hat sich beim Auftrag ineinander verliebt. Doch dann wird Marianne verdächtigt, eine verdeckte deutsche Agentin zu sein. Sollte sich dies als wahr herausstellen, weiß Max, was er zu tun hat – sie umgehend zu eliminieren.

Einen Film mit einem doch sehr großen Budget bespreche ich selten, denn er ist eigentlich nicht wirklich das was ich auf meiner Seite so präsentiere. In diesem Fall mache ich jedoch mal eine Ausnahme, weil mit der Streifen sehr gut gefallen hat.

Zwar ist das Ende doch relativ leicht abzusehen, doch bis dahin bekommt man einen stilsicheren und hervorragend gespielten Krimi der alten Schule zu sehen, in der die Hauptdarsteller überraschend gut aufspielen, zumal beide nicht wirklich zu meinen Favoriten gehören. Besonders Frau Cotillard, deren latenter Hang zum Overacting mich meist nervt, spiet erstaunlich nuanciert.

Robert Zemeckis, der legendäre Macher von Back to the future meldet sich nach längerer Abstinenz (obwohl so alt ist THE WALK ja auch noch nicht) mal wieder als Regisseur zurück und hat sich dafür ein sehr gutes Drehbuch ausgesucht. Die Figuren und die Konflikte, in denen sie sich bewegen sind glaubwürdig und nicht immer durchschaubar. Die Geschichte ist interessant und Menschen die sich gar nicht in den Wirren des zweiten Weltkrieges auskennen, bekommen sogar noch ein wenig Wissen vermittelt.

Dabei halten sich Liebesgeschichte und Krimihandlung einigermaßen die Waage, so das das Pendel nicht zu stark in eine Richtung ausschlägt. Die 2 Stunden kamen mir zudem relativ kurz vor.

Wer gerne alte Spionagestreifen wie etwa ENIGMA zu seinen Favoriten zählt, kann hier eigentlich bedenkenlos zugreifen.

6-chucky1212222411341162224453222

ACCIDENTS (Lighthouse)

am 30. Mai 2017 unter Drama abgelegt

378535

Bevor es zu einem tödlichen Unfall in einer Mine in einer kleinen Gemeinde irgendwo in den USA kam, herrschte Harmonie in dem Örtchen, doch nun ist alles anders. Minenmanager Bill will keine Verantwortung übernehmen, denn er handelte nur nach Vorschrift. Seine Frau Diana leidet unter den Anfeindungen der anderen Bewohner. Als deren gemeinsamer Sohn TJ eines Tages nicht mehr nach Hause kommt und auch wochenlang nicht gesehen oder gefunden wird, beginnt Diana eine Affäre mit Amos, dem einzigen Überlebenden des Minenunglücks. Der wiederum wird von seinen Kollegen unter Druck gesetzt auch ja die „Wahrheit“ beim Gerichtstermin auszusagen. Obwohl der Tod von TJ ein Unfall war, leidet der vermeintliche Mörder Owen seelisch sehr darunter – trotzdem erzählt er niemandem etwas.

Wie man an der Zusammenfassung erkennen kann, handelt es sich hier um mehrere Handlungsstränge, die erst mit der Zeit zusammengeführt werden. ACCIDENTS ist daher eher ein unabhängiger Blick auf eine Kleinstadt und wie sich das Leben der Mitbewohner von einem auf den anderen Tag schlagartig ändern kann, als klassisches Erzähl-Kino.

Chloe Sevigny, Josh Lucas, Elisabeth Banks – es gibt schlechtere Besetzungen für eine kleine Independent-Produktion, die übrigens auf dem SUNDANCE-Festival zu sehen war.

Am meisten überrascht mich hierbei Banks, deren schauspielerische Qualitäten ich eher für beschränkt halte, die hier aber eine ungewöhnlich intensive und glaubwürdige Vorstellung abliefert. Chloe Sevigne hat leider zu wenig Screentime.

Insbesondere das Minenunglück wird am Anfang des Streifens nur kurz erwähnt und erst mit zunehmender Spieldauer bekommt der Zuschauer die ganzen Hintergründe und Zusammenhänge erklärt, da man sich zu Beginn sehr auf den Charakter des Owen konzentriert, der von dem mir unbekannten Jacob Lofland hervorragend authentisch dargestellt wird.

ACCIDENTS ist nichts zum nebenher schauen. Man sollte sich doch ausschließlich auf die sehr gut ausgearbeiteten Charaktere konzentrieren, die wie bereits erwähnt, auch sehr gut besetzt wurden .

Menschen die Filme wie WINTERS BONE mögen, kommen hier voll auf ihre Kosten – zu denen zähle ich auch. Das Mainstream-Publikum wird das hier als langweilig empfinden.

6-chucky1212222411341162224453222

JONATHAN (Lighthouse)

am 16. Mai 2017 unter Drama abgelegt

285464

Jonathan pflegt seit Jahren seinen krebskranken Vater Burghardt und muss sich zusammen mit seiner Tante Martha auch noch um den Bauernhof kümmern. Da sich Burghardts Zustand zusehends verschlechtert, holt man Pflegerin Anka zur Hilfe, in die sich Jonathan verliebt. Dann taucht plötzlich ein Jugendfreund des Vaters auf. Und mit ihm kommt ein lang gehütetes Familiengeheimnis ans Licht, das die Situation noch kompliziert. Einerseits ist Jonathan froh, das dieser ihm die Arbeit mit seinem Vater abnimmt, andererseits ist er eifersüchtig auf den Eindringling, der ein besseres Verhältnis mit Burghardt pflegt, als Jonathan je zu seinem Vater hatte…

Der Streifen ist vor allem eines nicht: Unterhaltungskino für zwischendurch. Der Film ist an manchen Stellen schon erschreckend realistisch gespielt, so dass man desöfteren gar nicht denkt, das es sich hierbei um eine fiktive Geschichte handelt, sondern eher um eine Dokumentation eines realen Ereignisses.

Das diese Authentizität so hoch ist liegt vor allem an dem latent unterschätzten Andre Hennicke, der hier mal wieder eine brillante Leistung als krebskranker und unnahbarer Vater darstellt. Wieso er nur ganz selten in größeren Produktionen mitspielt, erschließt sich mir nicht, denn seine Darstellungen sind wirklich immer gelungen. Vielleicht liebt er eben aber auch den deutschen Independentfilm mehr als das Mainstreamkino.

Immer wieder bekommt der Zuschauer auch kleine Tierchen in kurzen Einstellungen präsentiert, die sich in schwierigen Situationen befinden, wie Fliegen und Schmetterlinge und oft nicht wirklich vorwärts kommen. Ich deute das so, das sie praktisch das Leben von Jonathan darstellen sollen – kann aber auch eine Fehlinterpretation meinerseits sein.

Der Streifen ist insbesondere im letzten Abschnitt ziemlich erschütternd, nur das Ende ist ein kleiner positiver Lichtstrahl.

Fazit: Gutes deutsches Independent-Kino, das allerdings auch nur für Klientel dieser Streifen geeignet ist. Wer es gewohnt ist Til Schweiger Filme zu sehen oder Fuck Ju Göthe für hohe Filmkunst hält, sollte die Finger von diesem eindringlichen Drama lassen.

5-chucky223312233331111231314231232

05chucky11221112122131

CAT FIGHT (Koch Media)

am 16. Mai 2017 unter Drama, Komödie abgelegt

MV5BNTM4Nzg2MTI1NV5BMl5BanBnXkFtZTgwNjIwODcyMTI@._V1_UX182_CR0,0,182,268_AL_

Auf einer New Yorker Dinnerparty treffen sich Veronica und Ashley wieder. Die eine ist mit einem steinreichen Typen verheiratet, hat eigentlich alles und ist dennoch unzufrieden. Ihre ehemals beste Freundin hingegen dümpelt vor sich hin und hofft immer noch, das ihre Bilder als große Kunst entdeckt werden. Die Freude über das Wiedersehen ist schnell vorbei, denn beide erinnern sich daran, das ihr Verhältnis gegen Ende der Bekanntschaft nicht das beste war. So gibt ein Wort das andere und die beiden verprügeln sich im Hausflur. Veronica fällt daraufhin ins Koma. Als sie 2 Jahre später erwacht, ist sie pleite, ihr Mann und Sohn sind gestorben. Ashley hingegen ist eine gefeierte Künstlerin. Zunächst kommt Veronica bei ihrer ehemaligen Haushälterin unter und versucht sich auf das neue Leben einzustellen, doch als sie einen Bericht in einem Magazin über ihre verhasste Rivalin liest, sinnt sie auf Rache.

Die folgt dann auch. Der weitere Verlauf des Streifens ist sicherlich weit hergeholt, aber unglaublich schwarzhumorig. Dagegen wirkt VERY BAD THINGS fast lahm. Hier wird sowohl verbal als auch mit den Fäusten kräftig ausgeteilt.

Sandra Oh und Anna Heche hier beide gegen den Strich zu besitzen erweist sich zudem als Glücksfall, denn ihre verbitterten Gesichtsausdrücke und Handlungen machen dem Duo sichtlich Spaß. Dazu gibt es noch ein wirklich gelungenes Ende.

Das der Film eine FSK 16 erhalten hat, ist durchaus berechtigt, denn insbesondere wenn die beiden Damen sich keilen, geht das ganz schön hart zur Sache – fast ein wenig zu übertrieben dargestellt.

Die Wende etwa zur Hälfte des Filmes ist sehr gelungen und auch die Idee, die Nebenfiguren, die früher die armen Säue waren, gesellschaftlich im zweiten Teil über die beiden Hauptdarstellerinnen zu stellen, ist eine pfiffige Idee.

Für Freunde des schwarzen Humors ist das hier wirklich ein gelungenes Filmerlebnis, obwohl mir jetzt auf Anhieb nichts vergleichbares einfällt, eventuell Tucker and Dale – nicht von der Handlung, aber von der Art des Humors.

Fazit: Gelungene Komödie, die allerdings für Menschen die eher auf Mainstream stehen, gänzlich ungeeignet ist. Leute die HOT FUZZ mochten, könnten das hier auch gut finden.

6-chucky121222241134116222445322

ALONE (Capelight/Alive)

am 03. Mai 2017 unter Drama, Horror abgelegt

images

Auf einer abgelegenen Kanalinsel stellt eine Gruppe Teenager in einem Jugendheim fest, dass alle Erwachsenen verschwunden sind. Das ist zunächst sehr angenehm, kann man sich doch nach Lust und Laune in der Einrichtung austoben. Doch irgendwann gehen die Lebensmittel aus und man fährt in die Stadt. Doch dort geht Angst und Panik um, denn anscheinend sind alle Erwachsenen zu Bestien mutiert, die auch nicht davor zurückschrecken, ihre eigenen Kinder zu töten. Als jedoch einer der Jugendlichen ebenfalls an der mysteriösen Krankheit erkrankt und mutiert, bekommt die Theorie, das dieses Virus nur Erwachsene betrifft, Risse…..wem kann man noch trauen?

Der Streifen fängt ein wenig klischeebeladen an. Viel Gelaber über Alkohol und Sex wie man es aus so vielen Splatterfilmen kennt, da Teenager anscheinend keine anderen Gesprächsthemen zu haben scheinen. Doch nach 20 Minuten bekommt ALONE Gott sei Dank die Kurve und wird zu richtig interessantem Genrekino, das Drama und Horror miteinander vermengt.

Der mit Abstand interessanteste Einfall ist jedoch hierbei die fast schon philosophische Frage: Wann ist ein Mensch erwachsen? Dieser Streifen zeigt, das dies nicht unbedingt vom Alter, sondern vom der Lebenserfahrung abhängig ist. Diese kluge Idee erweist sich als Glücksgriff, denn so weiß man nie, wer als nächster betroffen ist.

In den wirklich interessanten Extras erfährt man, das ALLE Jugendlichen zum ersten Mal vor der Kamera standen. Insbesondere bei dem Darsteller des Bastian ist das eigentlich unfassbar, denn er agiert hier, als hätte er nie etwas anderes getan, zumal seine Figur sehr viele verschiedene Nuancen und Gefühle darstellen muss. Auch seine Film-Freundin spielt extrem glaubwürdig.

Ich verrate sicher nicht zu viel, wenn ich sage das es hier kein Happy-End gibt. Eines möchte ich aber unbedingt herausheben. Mich stören in Filmen oft Liebesszenen weil diese einfach die Handlung nicht voranbringen und gerne ausführlich gezeigt werden. Wie der Regisseur aber den ersten Sex der beiden Hauptdarsteller in Szene gesetzt hat, mit geschickter Ausleuchtung und Kameraführung, dazu mit einfühlsamer Musik unterlegt ist absolut virtuos. Selten habe ich eine solch schöne Liebesszene gesehen.

Alles in allem ist ALONE ein Streifen der noch lange nachwirkt, weil er sehr intensiv ist. Die Kritik die ich mancherorts gelesen habe, das das Gesehene langweilig ist, kann ich nicht nachvollziehen, es muss ja nicht immer Dauergemetzel sein. Ebenso wenig wie den vollkommen bescheuerten deutschen Titel denn DONT GROW UP, passt viel besser zu dem Streifen. Aber das macht den Film ja nicht schlechter.GEHEIMTIPP

6-chucky121222241134116222445322

DER FALL KALINKA (Koch Media)

am 03. Mai 2017 unter Biopic, Drama abgelegt

280359

Am 10. Juli 1982 stirbt die 14 Jahre alte Tochter des Unternehmers André Bamberski unter merkwürdigen Umständen, als sie gerade in den Ferien bei ihrer Mutter Dany und deren deutschen Freund, dem Arzt Dieter Krombach am Bodensee verweilt. Da das Mädchen eben noch sehr jung war und die Todesursache völlig unklar ist, wird eine Autopsie durchgeführt, die aber, wie sich herausstellt, sehr schlampig durchgeführt wurde. Bamberski erfährt, das Krombach bei dieser anwesend war. Als er weiter nachforscht und seine Ex Frau ihm gesteht, das er Kalinka tags zuvor angeblich ein Mittel gespritzt hat, durch das sie schneller braun wird, klingeln bei dem Vater die Alarmglocken. Er ist sich sicher, das Krombach seine Tochter erst schachmatt gesetzt, dann vergewaltigt hat und für ihren Tod mitverantwortlich ist und will Gerechtigkeit, doch die Justiz steht ihm dabei immer wieder im Weg. Aber er gibt nicht auf und ist fest entschlossen, den Tod seiner Tochter zu rächen.

Diese Geschichte hat sich tatsächlich so ereignet. Oftmals bekommt der Zuschauer ja mittlerweile den Satz „beruht auf wahren Begebenheiten“ kredenzt, obwohl das bestenfalls die realen Ereignisse gerade mal streift.

Wie man in den Extras erfährt, ist das hier aber genauso passiert, zumal der Vater des Mädchens noch lebt und dem Regisseur auch das ok für den Film gab.

Die schauspielerischen Leistungen dieses Dramas, das gegen Ende sogar fast zum Thriller wird, sind herausragend. Daniel Auteuil liefert eine brillante Vorstellung ab und auch Sebastian Koch als sein „Gegenspieler“ weiß zu überzeugen. Überhaupt ist der Cast bis in kleinere Rollen, wie etwa Bamberskis Anwalt oder seiner neuen Lebensgefährtin sehr gut besetzt.

Als Zuschauer bekommt man ein Gefühl der Wut, das sich Verbrecher aufgrund der komplizierten Rechtsprechung einzelner Länder, ihren Strafen einfach so entziehen können, denn selbst nachdem der Arzt nachweislich ein weiteres Mädchen vergewaltigt hat, läuft er immer noch auf freiem Fuß herein – skandalös.

Fazit: Ein Film, den fast niemand kennt, der sich aber auf jeden Fall lohnt anzuschauen. Die Geschichte ist flüssig erzählt, die Darsteller sind grandios. Die IMDB Bewertung von 6,9 ist viel zu niedrig.

712

DAS UNBEKANNTE MÄDCHEN (Lighthouse)

am 26. April 2017 unter Drama abgelegt

287633

Eines Abends, eine Stunde nachdem die Ärztin Jenny ihre Praxis geschlossen hat, läutet es an ihrer Tür. Da der Tag aber sehr stressig war, öffnet sie nicht mehr. Einige Stunden später erfährt sie von der Polizei, das das Mädchen, welches bei ihr geklingelt hat, ermordet wurde. Jenny beginnt das schlechte Gewissen zu plagen, zumal man keinerlei Ausweispapiere gefunden hat und sie nun irgendwo anonym beerdigt werden soll. Sie kauft zunächst eine Parzelle auf dem Friedhof und versucht dann herauszufinden, wer die Unbekannte war. Im Laufe ihrer Nachforschungen stößt sie allerdings auf ziemlich zwielichtige Typen und gerät selbst in Gefahr.

An dieser Stelle musste sich der Drehbuchautor entscheiden, ob er das ganze nun als ein Drama oder einen Thriller fortführt. In diesem Falle hat er sich für ersteres entschieden.

Die Geschichte ist gut und schlüssig erzählt. Die Charakterzeichnung ist exzellent, denn spätestens Mitte des Films kennt man die Person Jenny mit all ihren Stärken und Schwächen, was eine hohe Identifikation bewirkt.

Ihre „polizeilichen“ Nachforschungen sind zudem realistisch dargestellt. So würde ein normaler Mensch versuchen herauszufinden, was einem anderen zugestoßen ist, bzw. wie und wer er war. Da wird nicht wie in anderen Filmen in irgendwelche Institutionen eingebrochen und die Protagonistin mutiert auch nicht zur Internet-Ikone, die dort alles mit 3 Mausklicks findet was sie sucht.

Allerdings gerät DAS UNBEKANNTE MÄDCHEN in der Mitte etwas langatmig. Gegen Ende bessert sich das aber wieder, wobei 20 Minuten kürzer in diesem Fall auch gereicht hätten, zumal es einige Abschnitte gibt, die nicht wirklich nötig gewesen wären.

Dazu verzichtet man komplett auf den Einsatz jeglicher Musik, was auch immer ein Experiment ist, das oft schiefgeht, weil diese nun einmal das Gesehene untermalt und den Zuschauer fesselt.

Fazit: DAS UNBEKANNTE MÄDCHEN ist eine französische Indie-Produktion, die im Arthouse Kanal deutlich besser aufgehoben ist als im Mainstream. Die Hauptdarstellerin ist glaubwürdig und spielt exzellent. Über die ein oder andere Länge muss man da eben hinwegsehen.

5-chucky22331223333111123131423123

05chucky11221112122131

AUF EINNMAL (MFA+/ALIVE)

am 26. April 2017 unter Drama abgelegt

71KSTQbJ4zL._SL1200_

Ein Mann rennt wild durch die Straßen – er kommt direkt vom Krankenhaus, wo er Hilfe holen wurde, denn in seiner Wohnung ist ein Gast seiner Party umgekippt und ringt mit dem Leben. Anna so der Name der Dame, verliert diesen Kampf und stirbt. Nun sieht sich Karsten mit einigen Fragen konfrontiert. Wieso hat er nicht einfach den Notruf gewählt statt ins Krankenhaus zu rennen? Dann stellt sich heraus, das keiner weiß wer Anna eigentlich war, denn niemand hatte sie zur Party eingeladen und auch keiner scheint sie zu kennen. Als Karsten in die Schusslinie gerät und wegen unterlassener Hilfeleistung vor Gericht steht, hat das sowohl private als auch berufliche Auswirkungen für ihn.

Ein messerscharfer Psychothriller beschreibt die doch recht renommierte Filmseite „filmstarts“ diesen Streifen. Da stellt sich mir die Frage, ob die den gleichen Film gesehen habe wie ich: Das hier ist von einem Psychothriller so weit entfernt wie Peter Altmaier vom Posten des Weight Watchers Vorsitz.

AUF EINMAL ist ein lupenreines Drama, das immerhin einige Wendungen bereithält, die allerdings alle langsam und nicht mit dem Hammer kommen. Auch das Ende ist durchaus gelungen und partiell auch etwas überraschend.

Zwischendurch allerdings verliert sich der Streifen in zu vielen Wirrungen und wirkt dadurch etwas unbeholfen. Der Hauptdarsteller ist zudem weit entfernt, ein Sympathieträger zu sein, was es für den Zuschauer nicht einfacher macht.

Die Ausgangslage des Films hat durchaus Potenzial, das hier aber leider nicht ausgeschöpft wird. So bleibt unter dem Strich ein grundsolides Drama, mit vielen bekannten Gesichtern,die man aber nicht wirklich zuordnen kann.

Für Fans des Deutsches Independentkino aber durchaus einen Blick wert.

4chucky11221113

COME AND FIND ME (Splendid)

am 19. April 2017 unter Drama, Thriller abgelegt

292765

Es ist mittlerweile ein Jahr her, das Claire verschwand. Eines Morgens wachte David auf uns eine Freundin lag nicht neben ihm. Nach einigen Tagen realisierte er, das sie sich aus dem Staub gemacht hat. Doch warum? Es gab keinen größeren Streit und die beiden passten auch gut zusammen. Oder wurde sie entführt? Auch nach dieser langen Zeit kann sich David mit den offenen Fragen nicht abfinden und forscht weiter nach ihrem Verbleib. Doch die Angelegenheit wird immer mysteriöser, zumal sich herausstellt, das Madame weder Claire hieß und auch nicht an das College ging das sie ihm genannt hat. Als er einen unentwickelten Film findet, gibt es neue Hinweise, denen er nachgeht. Doch langsam dämmert ihm, das er sich damit auch in Lebensgefahr begibt, denn einige der Bilder führen ihn in dubiose Kreise.

Ich habe die Zusammenfassung gefühlte 20 Mal umgeschrieben, weil ich immer wieder der Meinung war, zu viel zu verraten. Für den Rezensenten eher nervig, bedeutet das aber meist, das der Film gelungen ist – so auch in diesem Fall.

Die Art und Weise wie man in Rückblenden, während der Nachforschungen die David betreibt, das Verhältnis der beiden erzählt bekommt, ist sehr schön inszeniert. Das nimmt zwar immer wieder etwas Tempo aus dem Streifen, schadet ihm aber in keinster Weise, wie es vielen Filmen geht, die sich in diesen Rückblenden gerne verhaspeln. Hier wirkt das alles komplett stimmig.

Noch dazu ist David kein Superheld. Seine Handlungsweisen sind absolut nachvollziehbar und er mutiert auch nicht innerhalb der ungewöhnlich langen 112 Minuten zu einem Superagent, wie es ja in vielen Streifen der Fall ist, in denen sich die Protagonisten dann plötzlich cool aus den größten Gefahren befreien. Das wird hier komplett vermieden. Das macht den Charakter nicht nur glaubwürdig, sondern auch sympathisch.

Aaron Paul sagt mir erstmal gar nichts. Kann mich auch nicht erinnern, ihn mal in irgend einem Film gesehen zu haben, liefert aber eine tolle Leistung ab. Ebenso Annabelle Wallis, die aber auch einen interessanten Charakter gezeichnet bekommen hat.

Die letzten 20 Minuten sind zwar ein wenig konfus und die Wende zum Schluss ist nicht ganz so überraschend wie sie gerne wäre. Zudem bekommt der Zuschauer nicht alles erklärt, sondern muss sich das ein oder andere selbst zusammenreimen. Klasse hingegen jedoch wieder das Ende, bei dem der Regisseur statt einer wüsten Ballerorgie (die sich angeboten hätte) einen fast schon romantischen Ausklang findet.

COME AND FIND ME ist für mich ein kleiner Geheimtipp. Der eher schmal budgetierte Film hat eine sehr eigenwillige Struktur. Dazu gibt es passend noch einen elektronischen, aber eher zurückhaltenden Soundtrack, der das Gesehene angemessen untermalt.

Fazit: Wirklich interessante Mischung aus Thriller und Drama mit einer schönen Atmosphäre und einem ungewöhnlichen Erzählstil. Auf den muss man sich allerdings einlassen.

6-chucky121222241134116222445322