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Archiv der Kategorie 'Drama'

ARSENAL (Universum Film)

am 14. November 2017 unter Action, Drama abgelegt

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Die Brüder Mike und JP sind unzertrennlich, doch ihre Entwicklungen verlaufen unterschiedlich. Der eine wird zum erfolgreichen Unternehmer, während der andere durch Alkohol und Drogenmissbrauch in der Gosse landet. Eines Tages bekommt JP einen Anruf, das sein Bruder in der Gewalt eines Kidnappers sei und dieser 350.000 Dollar fordert. Zunächst verdichten sich die Zeichen das Mike und der Ganove die Sache zusammen ausgeheckt haben, doch JP ist überzeugt, das ihm das sein Bruder nicht antun würde. Dann wird auch noch die Tochter von Mike entführt. Jetzt wird das ganze zur Familiensache und zudem äußerst blutig.

ARSENAL wird die Lager sicherlich spalten. Die einen werden sagen, es handelt sich hier um ein furioses Actiondrama, die anderen werden sagen, das ist ziemlicher Stuss. Ich befinde mich in der Mitte dieser beiden Ansichten, denn unterhaltsam ist der Streifen durchaus und noch dazu mehr als ordentlich besetzt.

Neben Jonathan Scheach agieren sowohl John Cusack, als auch Adrian Grenier. Mit dabei auch mein Freund Nicolas Cage, der nach einigen durchaus wieder gelungenen Streifen, mit subtileren Auftritten wie PAY THE GHOST oder PAKT DER RACHE, hier wieder den Affen raushängen lässt. Wieso er sich für diese Rollen hergibt, bleibt für mich unverständlich, denn sein Toupet und die behämmerte Sonnenbrille sind noch doofer als der Charakter den er verkörpert. Aber irgendwie braucht der Mann das oder er muss echt jeden Cent mitnehmen, da er ja pleite zu sein scheint, wie die Presse mitteilte.

Mit Kunstblut wird hier nicht gespart und die Brutalität ist hier doch sehr hoch – da werden Köpfe mit Schlagringen bearbeitet oder platzen und das Blut spritzt teilweise in Fontänen durch die Gegend, was den Herrschaften, die auf so etwas stehen, durchaus gefallen wird.

Hin und wieder wird dass Stilmittel der Zeitlupe benutzt, was jedoch nicht immer so wirklich passt, im Showdown aber sehr gut wirkt.

So bleibt am Ende eine recht interessante Geschichte mit guten Darstellern (Cage mal ausgenommen) und mehr Blutzoll als in jedem Horrorfilm. Die Meinungen dürften unterschiedlich ausfallen, daher ist hier alles drin zwischen

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ACHTERBAHN (Koch Media)

am 14. November 2017 unter Drama, Klassiker, Suspense, Thriller abgelegt

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Als ein vollbesetzter Achterbahnzug aus der Spur und in die Zuschauermenge getragen wird, fällt der Verdacht auf den technischen Inspektor Harry Calder, der das Karussell einige Wochen zuvor auf seine Sicherheit getestet hatte. Bald jedoch stellt sich heraus, das ein mysteriöser Fremder mithand einer Bombe ein Gleis sprengte. Nun droht er dies nochmals zu tun und fordert 1 Million, damit es nicht dazu kommt. Fieberhaft suchen die Polizei und Calder nach dem Täter. Als die Übergabe schiefgeht, scheint es nur eine Frage der Zeit, bis weitere Menschenleben dran glauben müssen.

ACHTERBHAN ist aus dem Jahre 1977 und ist einer von vielen Katastrophenfilmen die in den 70ern Hochkultur hatten, so das dies fast zu einem eigenen Genre wurde. Oft waren diese Streifen aber auch grottenschlecht.

Nicht so ACHTERBAHN. Obwohl ich mich zu Bewertungen von so alten Filmen eigentlich zurückhalte, und nur die technische Seite bespreche. möchte ich hier eine Lanze brechen, denn der Film ist auch 40 Jahre nach Erscheinungstermin noch sehr gut anzuschauen und durchaus spannend inszeniert.

Dazu gibt es eine geradezu unfassbare Besetzung: George Segal, Richard Widmark, Susan Strassberg, Timothy Buttoms, sowie die junge Helen Hunt, in ihrerm ersten Auftrirr auf der Leinwand, hat man hier aufgefahren. Zudem spielt Henry Fonda noch eine kleine Nebenrolle und die schräge Band SPARKS hat einen längeren Auftritt.

Die Technik der Blu Ray ist exzellent. Von ganz wenigen Passagen abgesehen bietet der Streifen ein fantastisches Bild, insbesondere wenn man das Alter zu Grunde legt. Blitzer und grieseln sind wirklich nur ganz selten zu sehen und im überwiegenden Teil könnte man fast meinen, es handele sich um eine aktuelle Produktion. Dazu gesellt sich ein sehr guter Ton, der bei den Achterbahnszenen recht ordentlich durch die Boxen brettert.

Fazit: Gelungene Umsetzung eines Klassikers mit überragender Besetzung. Fans des Streifens können bedenkenlos zugreifen.

DAS LEBEN DANACH (Release Company/Alive)

am 14. November 2017 unter Drama abgelegt

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Antonia Schneider wollte wie Tausende andere einfach nur feiern an dem Tag, doch es sollte ihr schlimmster Alptraum werden. Die Loveparade, die in dem Jahr in Duisburg stattfand, wurde zur Todesfalle für über 20 Personen. Hunderte wurden verletzt – Antonia war mittendrin. Die Auswirkungen sind bis heute zu spüren, denn immer wieder hat sie Flashbacks und insbesondere bunte Farben erinnern sie an das schreckliche Unglück. Dann lernt sie den Taxifahrer Sascha kennen, der zuerst angibt, auch bei dem tragischen Ereignis dabei gewesen zu sein, was sich aber als Lüge herausstellt. Antonia findet heraus, das er einer der Mathematiker war, der die Loveparade und den dafür vorhandenen Platz im Voraus absegnete. Obwohl sie ihn eigentlich irgendwo gern hat, stellt sie ihn immer wieder bloß, um ihm seine Fehleinschätzung heimzuzahlen, bis die Sache eskaliert.

Die Deutschen können nicht viel, aber für gute Dramen sind sie einfach immer wieder prädestiniert. Während man bei Horrorfilmen nur selten ein gutes Händchen beweist (Anatomie reicht wohl als Beispiel) und auch bei Thrillern öfters mal die Spannung vergisst, sind die Dramen eigentlich immer gelungen. Dieses hier besonders.

Zuerst einmal finde ich es gut, einen Film über die Ereignisse von damals zu drehen, denn ansonsten wird die Sache schnell wieder vergessen, was in der Natur der Menschheit liegt. Auch wenn diese Geschichte nicht auf wahren Begebenheiten beruht, könnte sie durchaus so stattgefunden haben.

Das ausgerechnet Jella Haase für diese Rolle verpflichtet wurde, die in den eher tumben und einfältigen FACK JO GÖTHE Teilen mitspielte, erschien mir zuerst suspekt. Sie liegt hier aber eine wirklich tolle, eindrucksvolle Performance hin, als eher extrovertierte Antonia.

Dem gegenüber steht mit Carlo Jjubek das komplette Gegenteil. Ein eher ruhiger und verschlossener Mensch, der sich mit seinem Geheimnis genauso quält wie Antonia.

Auch wenn manche Reaktionen und Aktionen von Antonia etwas heftig und weit hergeholt erscheinen, sind sie jedoch irgendwie nachvollziehbar. Zudem können wir als Zuschauer nicht beurteilen, wie sich ein Mensch fühlt, der dieses Grauen live miterlebt hat.

Das es sich hier um einen Fernsehfilm handelt, erkennt man eigentlich nur am WDR Zeichen am Anfang, ansonsten ist das hier absolutes Kinoniveau und ich denke der Streifen hätte auch dort sein Publikum gefunden.

Fazit: Toll gespieltes und intensives Drama, das ich als Geheimtipp bezeichnen würde. Wer ihn im TV verpasst hat, sollte ihn sich nun zulegen, es lohnt sich.

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HAUS DES ZORNS (Koch Media)

am 09. November 2017 unter Drama, Suspense, Thriller abgelegt

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Andy ist schwer krank und kann sich nur im Rollstuhl fortbewegen. Das sagt zumindest die sehr dominante Mutter, die ihm zudem alles verbietet. Als er eines Tages Maryann kennenlernt, die kürzlich erst in die Nähe gezogen ist, freundet er sich mit dem Mädchen an, was Mami aber gar nicht passt und sie versucht den Kontakt zu verhindern. Doch Maryann will ihren neuen Freund nicht verlieren. Als sie eines Tages bei ihm ist, kommt Madame überraschend früh von der Arbeit zurück und das Mädel flüchtet in den Keller. Was sie allerdings findet, macht ihr ganz schön Angst – und das zurecht.

WILD THINGS Regisseur Mc Naughton ist ja Spezialist für Thriller, daher wundert mich auch, das er nicht selbst gemerkt hat, das der Film entweder an manchen Stellen etwas langatmig wirkt und/oder nicht gut geschnitten ist.

Zudem kann sich der Streifen nicht wirklich entscheiden, ob er jetzt ein Drama oder ein Thriller sein möchte und springt ständig zwischen den beiden Genre hin und her. Auch erscheinen mir manche Handlungsweisen der Mutter etwas weit hergeholt.

Allerdings möchte ich den Film auch nicht schlechtreden, denn insgesamt hat HAUS DES ZORNS (dämlicher Titel) mir doch recht gut gefallen. Klasse die Leistung des Mädchens das Maryann spielt. Ich kann mich nicht erinnern, sie bisher in einem Film gesehen zu haben, aber die werden wir noch öfters sehen.

Auch der Rest des Casts ist nicht gerade schlecht. Samantha Morton darf mal die Furie raushängen lassen, was ihr sichtlich Spaß bereitet, Michael Sheen ist als Vater wie immer souverän und zurückhaltend in seinem Spiel. Dazu hat Peter Fonda eine Gastrolle. Der ehemalige EASYRIDER spielt Maryanns Opa. So ändern sich die Zeiten.

Fazit: Insgesamt ist der Streifen wie eine Bratwurst, die man ein wenig zu lange auf dem Grill gelassen hat. Schmeckt immer noch gut, könnte aber noch besser schmecken. Trotzdem bietet der Streifen gute Unterhaltung und die wirklich sensationelle Wende gegen Ende ist auch eigentlich nicht vorhersehbar, was wiederum ein Pluspunkt ist.

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RILLINGTON PLACE (Polyband/WVG)

am 09. November 2017 unter Biopic, Drama, Thriller abgelegt

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Wir schreiben das Jahr 1938. Die Eheleute Ethel und John haben sich jahrelang nicht gesehen und beschließen, es nochmal miteinander zu versuchen. Letzterer wohnt in einem ziemlich maroden Haus im Rillington Place. Zuerst verläuft alles sehr harmonisch, doch dann entdeckt Ethel, das ihr Gatte anderen Frauen nachstellt – und es kommt noch schlimmer. Immer mehr beschleicht sie der Verdacht, das er diese auch noch umbringt. Als er gegenüber ihr gewalttätig wird verlässt sie ihn. Doch nach einem mitleiderregenden Brief kehrt sie wieder zurück. Ein schwerer Fehler wie sich herausstellen sollte.

Und wieder haben wir hier eine wahre Geschichte, denn diesen Herren gab es wirklich. Wie nahe sich der Film an der Realität befindet, vermag ich jedoch nicht zu beurteilen, da ich die Hintergründe nicht kenne und von dem Fall noch nie etwas gehört habe.

Sehr wohl beurteilen kann ich aber die schauspielerische Leistung von Tim Roth, die hier absolut herausragend ist. Wie er den Spagat schafft, zwischen dem Killer und dem nett aussehenden Herren von nebenan, ist einfach grandios. Man hat ihn hier auch 20 Jahre älter aussehen lassen. Auch Samatha Morton ist wie immer souverän und ihre Darstellung der Ethel hat mir ebenso gefallen.

Allerdings ist RILLINGTON PLACE eher Drama denn Thriller und wer hier Horror erwartet, liegt komplett daneben. Das heißt jedoch nicht, das die Miniserie (3 x 50 Minuten) nicht unterhaltsam wäre, aber hier wird eher mit leisen Tönen gearbeitet, als das man einem Serienkiller beim Abschlachten seiner Opfer beiwohnt.

London in den Spätdreißigern ist ebenfalls gut getroffen und der Film hat dadurch eine schöne Atmosphäre. Bei diesen Streifen achte ich immer ganz genau darauf, ob ich nicht irgendwelche Filmfehler erkenne, doch mir ist keiner aufgefallen.

Wer sich für diese Thematik interessiert kann hier nicht falsch liegen. Ich muss aber anmerken, das man durchaus sieht, das es sich um eine TV Serie und nicht um einen Spielfilm handelt. Aber das ist heutzutage ja kein Problem mehr, da sich Fernsehproduktionen qualitativ immer mehr Spielfilmen annähern.

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SPACEWALKER (Capelight/Alive)

am 09. November 2017 unter Biopic, Drama, SciFi abgelegt

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Im Zuge des Kalten Krieges kämpfen die UdSSR und die USA im Jahr 1965 erbittert um die Führung im kosmischen Rennen. Die Sowjetunion steht kurz vor dem historischen Versuch, den ersten Menschen auf einen Weltraumspaziergang zu schicken. Allerdings planen die Amerikaner ähnliches, also hetzt man die Konstrukteure, es statt 1967 wie geplant, schon 2 Jahre früher möglich zu machen. Als dann das Prüfungsraumschiff in die Luft fliegt, scheint das Rennen erst mal verloren. Doch die beiden Kampfflieger Pavel Beljajev und sein jüngerer Partner Aleksej Leonov sind trotzdem bereit, trotz aller Gefahren den Schritt ins Unbekannte zu wagen…

Letzterer lebt heute noch und war als Berater des Films tätig, was dem Ganzen natürlich eine große Authentizität verleiht. Auch wenn man weiß, wie die Geschichte ausgeht, ist SPACEWALKER dennoch spannend.

Die Effekte sind großartig und stehen amerikanischen Produktionen wirklich in nichts nach. Insbesondere die Szenen im Weltraum sind richtig gut.

Ein wenig nervt aber das patriotische Geplapper zwischendurch, auch diesbezüglich ähnelt der Streifen den amerikanischen Vorbildern. Genosse hier Genosse da, und die bösen Amerikaner finden oft Erwähnung, aber das muss man wohl so hinnehmen, da es zu der Zeit eben diesen Kalten Krieg gab.

Allerdings wird einem der Streifen als Thriller im All verkauft, was er nun wahrlich nicht ist. Ich würde das ganze eher als ein Drama mit stark biografischen Zügen und Spannungsmomenten bezeichnen. Zudem hätten es 20 Minuten weniger auch getan, denn gegen Ende zieht es sich dann doch ein wenig.

Ich bin kein Kenner des russischen Films, daher kann ich zu den Darstellern wenig sagen, diese erledigen ihren Job jedoch gut. Insbesondere der Chef des Ganzen spielt seine Rolle sehr überzeugend und ist eigentlich auch die sympathischste Figur, weil er zuerst an das Überleben seiner beiden Schützlinge denkt. Der „Held“ und Weltraumspaziergänger wird mir insgesamt etwas zu pathetisch dargestellt.

So bleibt unter dem Strich ein interessantes Drama mit wirklich gelungenen Effekte, nach wahren Begebenheiten. In den Extras erwähnt der originale Leonov nochmals, das sich das alles genauso abgespielt hat.

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HOUNDS OF LOVE (Indeed/Alive)

am 01. November 2017 unter Drama, Thriller abgelegt

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Wir befinden und in Perth, Australien, Mitte der 80er Jahre. Dort verschwinden in einem relativ geringen Zeitraum recht viele Teenager. Die 17-jährige Vicki muss als nächstes dran glauben und wird vom durchgeknallten Ehepaar John und Evelyn entführt. Als der erste Schreck überwunden ist, stellt Vicki fest, das die beiden nicht wirklich harmonisch zusammenleben und die Liebe eher von Evelyn ausgeht, also versucht sie, die beiden gegeneinander auszuspielen. Doch die Misshandlungen machen ihr mit der Zeit auch sehr zu schaffen und ihr Lebensmut verschwindet.

Als Referenzfilme stehen auf dem Cover NATURAL BORN KILLERS und EDEN LAKE. Während ich ersteren gerade noch durchgehen lassen, obwohl hinter der Geschichte ein völlig anderer Hintergrund stand, verstehe ich den Vergleich mit zweiterem in keinster Weise, was bitte haben diese beiden Streifen gemeinsam?

Egal, HOUNDS OF LOVE (hat nichts mit dem großartigen Album von Kate Bush zu tun) jedenfalls ist recht intensives und eindringliches Drama. Vieles seht man nicht, spielt sich aber im Kopf des Zuschauers ab.

Der Film hat zudem nicht die klassische Erzählstruktur sondern wirkt partiell, auch stilistisch, eher wie eine Dokumentation.

Einen dicken Pluspunkt fährt hier der Kameramann ein, der mit sehr geschickten Perspektiven, immer wieder zusätzliche Spannung erzeugt. Auch die Zeitlupen passen dabei gut ins Geschehen.

Was man mit Schminke alles bewerkstelligen kann zeigen die Extras. Die im Film auf hässlich getrimmte Emma Booth, sieht in Natur völlig anders aus, was schon fast an Charlize Theron in MONSTER erinnert.

Trotzdem ist der Film ein zweischneidiges Schwert. Uneingeschränkt empfehlen kann ich ihn nicht, da die ganze Art und Weise wie er gedreht ist, manchen nicht zusagen wird. Zudem ist er, trotz der FSK 16 Freigabe, relativ hart, wenn auch nicht erzeugt durch irgendwelche Splatterszenen. Ich denke hier ist alles drin von

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ZWISCHEN DEN JAHREN (Lighthouse)

am 31. Oktober 2017 unter Drama, Suspense abgelegt

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Nachdem er eine langjährige Haftstrafe verbüßt hat, wird Becker aus dem Knast entlassen und versucht sich in der neuen Welt zurechtzufinden. Er erhält einen Job im Sicherheitsdienst und lernt sogar eine Frau kennen. Sein Leben scheint wieder in geordneten Bahnen zu verlaufen, doch einer spielt nicht mit. Der Ehemann, dessen Frau und Tochter Becker auf dem Gewissen hat, will immer noch Rache und stellt ihm nach. Zuerst bleibt es nur bei Verfolgung und Stalking, doch irgendwann tötet er Beckers Hund, und dem wird klar, das sein Rivale nicht aufhören wird, bevor er etwas unternimmt.

So muss deutsches Independent-Kino sein. Sehr gute Schauspieler, ein Film der zwar anspruchsvoll ist, dennoch aber nicht vergisst, das er letztendlich zur Unterhaltung gedacht ist. Im Gegensatz zu vielen Produktionen, die an ihrem eigenen Kunstanspruch ersticken und dann meist sterbenslangweilig werden.

ZWISCHEN DEN JAHREN ist ein großartig gespieltes, intensives Drama, das zum Ende hin mit einigen wohldosierten Thrillerelementen angereichert wird, die sich aber hervorragend einfügen.

Da ich im Theater nicht wirklich beheimatet bin, war mir der überwiegend auf der Bühne präsente Peter Kurth nicht bekannt. Seine Darstellung des Becker ist sehr gelungen und in allen Facetten auch nachvollziehbar. Ebenso die Darstellungen von Karl Marcovics und Catrin Striebeck, die man eh immer gerne sieht.

Der Streifen spielt überwiegend in der Nacht, was der Regisseur im sehr unterhaltsamen Interview auch erklärt, ebenso, wieso er diese Tageszeit präferiert. Eine Begründung, die ich so auch noch nicht gehört habe.

So bleibt ein großartiger und eindringlicher Film, der aber, wie oben erwähnt, zu keiner Zeit seinen Unterhaltungsanspruch aus den Augen verliert. Geheimtipp!!

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JUNGLE (Splendid)

am 31. Oktober 2017 unter Biopic, Drama abgelegt

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Der junge Israeli Yossi reist seit Monaten durch Lateinamerika. Als er eines Tages nach Bolivien kommt, lernt er zwei junge Amerikaner Namens Kevin und Marcus kennen, mit denen er sich anfreundet. Auch die sind auf der Suche nach einem Abenteuer. Da kommt den Herrschaften der Goldsucher Karl gerade recht, der die Gegend wie seine Westentasche kennt. Gemeinsam brechen Sie auf, um kaum erforschtes Gebiet zu erkunden. Mit der Zeit stellt sich allerdings heraus, das Karl ein ziemlicher Egomane ist. Zudem sind von Marcus die Füße dermaßen kaputt, das es für ihn nicht mehr weitergeht. So brechen Joschi und Kevin alleine auf, während die anderen beiden den Rückweg angehen. Doch als sie auf einem Floß in eine Stromschnelle geraten werden die beiden getrennt. Tagelang irrt Joshi nun im Dschungel herum. Vorräte hat er keine mehr, das Ende scheint nahe.

Und wieder haben wie hier eine wahre Geschichte die verfilmt wurde. Laut den Extras soll der Film sich wohl wirklich sehr nahe am Erlebten aufhalten und die beiden Hauptdarsteller bzw. dessen Charaktere leben auch beide noch, da die Ereignisse Anfang der 80er Jahre stattfanden.

Ich wage jedoch zu bezweifeln, das jemand, selbst wenn er hungrig und fertig ist, so reale Visionen hat, wie sie Yossi durchlebt. An diesen Stellen geht mit dem Regisseur der Gaul etwas durch. Ich hätte diese besser weggelassen und mehr von der natürlichen Bedrohung dafür gezeigt, denn irgendwie empfand ich sie als störend.

Insgesamt kann man dem Film aber eine gute Note geben, Mal keine Monster oder Untote, sondern einfach mal ein Abenteuerfilm, ja fast schon der alten Schule (denkt man sich die Spezialeffekte weg)

Radcliffe mit Vollbart passt zwar nicht wirklich, aber man wollte ihn eben aussehen lassen wie den wahren Joshi. Gegen Ende verfällt er etwas ins Overacting, liefert aber sonst genau wie Alex Russell als Kevin eine gute Leistung ab. Thomas Kretschmann sieht man eh immer gerne und der kennt sich ja im Urwald auch bestens aus, drehte ja bereits den (übrigens tollen) DSCHUNGELKIND.

Mal ein überraschend anderer Film möchte man sagen, denn die Reizüberflutung mit Zombies oder anderen Kreaturen ist im Moment schon ziemlich hoch. Daher eine willkommene Abwechslung im Blu Ray Player, für Menschen, die sich für solch eine Art Film und das Genre begeistern können. Die Naturaufnahmen sind zudem absolut großartig.

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SUBTERRANEA (Lighthouse)

am 18. September 2017 unter Drama, SciFi abgelegt

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1997 erschien ein Album der Band IQ mit dem Namen des Filmtitels. Dieses fand ich auch damals schon brillant, und das, obwohl Prog-Rock nun nicht wirklich zu meinen musikalischen Vorlieben gehört. Doch die Geschichte und das Konzept des Albums, sowie die sehr melodiösen Keyboard-Passagen gefielen mir richtig gut.

Fast 20 Jahre hat es allerdings gedauert, bis nun jemand diesen „Soundtrack“ verfilmt hat.

Die Geschichte ist recht schnell erzählt. Als Opfer eines sozialen Experimentes wächst ein Kind in kompletter Einsamkeit in einem kleinen Zimmer unter der Erde auf. Es bekommt zwar regelmäßig Essen und erlernt auch das Sprechen, doch Licht ist ihm völlig unbekannt. Nun ist jedoch die Zeit gekommen, dass sein Peiniger ihn in die Öffentlichkeit entlässt. Anfangs völlig auf sich alleine gestellt und in ihm unbekannter Helle, hat er Probleme, sich zurecht zu finden. Die nette Maya erkennt, dass er ein Problem hat und nimmt sich seiner an. Gemeinsam mit ihr versucht er nun herauszufinden, wer er wirklich ist. Doch manche Geheimnisse sollten besser nicht gelüftet werden.

Wer hier nun einen High Budget Streifen erwartet, wird sicherlich enttäuscht sein, denn mit eher geringen Mitteln hat Regisseur Matthew Miller einen seiner ersten Langfilme veröffentlicht. Das passt allerdings auch zum Soundtrack, denn obwohl das Album der Band IQ in Insiderkreisen zum Kultstatus avancierte, verkaufte es sich nicht sonderlich oft.

Leider sind im Film auch keine Songs zu hören, was ich etwas schade finde, denn involviert schienen die Herrschaften schon zu sein, denn die Musik in dem Streifen stammt von Michael Holmes, dem Keyboarder der Band. Die Geschichte von Peter Nicholls, dem Sänger, ist ja so gesehen bereits 1997 erschienen und wurde nur etwas umgeschrieben, dass sie in einem Film funktioniert.

Wer gerne kleine Independentstreifen mit leichtem Sci-Fi-Touch mag, die allerdings deutlich eher in Richtung Drama tendieren, denn mit reichlich Krawall inszeniert sind, dem dürfte Subterrenea gefallen.

Ein ganz leiser Film, der durch den sehr guten Hauptdarsteller getragen wird, der die Hilflosigkeit seines Protagonisten gut rüberbringt.

Mich würde mal interessieren, ob er auch Fans des Albums zusagt. Man möge mir bitte kurz schreiben.

Die Bewertung bei imdb ist mit 7,4 ebenfalls sehr hoch. Das zeigt mir, das es viele Menschen gibt, die auch Filme mit schmalem Budget zu schätzen wissen. Eine relativ neutrale Bewertung ist aufgrund des recht ungewöhnlichem Films und des Hintergrunds, das ich das Album dazu schon ewig kenne, wirklich schwierig. Daher lasse ich diese mal weg und verweise auf imdb.