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Archiv der Kategorie 'Drama'

SOLIS (Capelght/Alive)

am 22. Januar 2019 unter Drama, SciFi abgelegt

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Der Astronaut Troy Holloway erwacht an Bord einer Raumkapsel und ist alleiniger Überlebender. Schnell weicht die anfängliche Orientierungslosigkeit blanker Panik:Sein Schiff ist fast manövrierunfähig und rast unaufhaltsam auf die Sonne zu. Nur eine instabile Funkverbindung verschafft ihm Kontakt zu einem weit entfernten Rettungsteam, das von Commander Roberts angeführt wird. Die Chancen, dass es rechtzeitig bei ihm eintrifft, sind jedoch verschwindend gering – wenn Holloway nicht bald etwas einfällt, wird er in dem riesigen Feuerball verglühen.

Die Geschichte hat durchaus Potenzial – für einen interessanten und knackigen Kurzfilm. Satte 92 Minuten allerdings sind einfach zu viel und die guten Ansätze werden durch immer wiederkehrende Schleifen leider überreizt.

Geht die Geschichte nicht mehr vorwärts, versucht man die Laufzeit durch Weltraumbilder und einem völlig überzogenen Soundtrack zu verlängern, der selbst für John Williams zu bombastisch wäre.

Der Hauptdarsteller macht seine Sache hierbei gar nicht so schlecht und die Außenaufnahmen sind für einen kleinen B-Movie gelungen. Auch die Dialoge zwischen den beiden Protagonisten, lässt die Spannung gegen Ende durchaus ansteigen.

Doch dazwischen gibt es einfach zu viel Leerlauf und die Geschichte trägt, wie oben erwähnt, einfach einen Streifen dieser Laufzeit nicht. Zudem ist das Ende recht unrealistisch

Gute Ansätze sind durchaus vorhanden, doch ein Film wird nicht unbedingt besser je länger er ist. Schade, Chance vertan, denn in 30 Minuten hätte man einen wirklich ordentlichen Streifen aus dieser Geschichte zaubern können.

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HAVANNA (Koch Media)

am 22. Januar 2019 unter Drama, Klassiker abgelegt

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Mitten in den Wirren der kubanischen Revolution gegen General Batista wendet sich das Blatt für US-Pokerprofi Jack Weil. Auf dem Weg zu einer Pokerrunde nach Havanna verliebt er sich unsterblich in die Revolutionärsgattin Roberta, die mit ihrem Ehemann kurz darauf festgenommen und gefoltert wird. Tatsächlich gelingt es Jack dank seiner Verbindungen, sie freizubekommen. Während ihr Mann für tot gehalten wird und die Revolutionäre nach der Macht greifen, beginnen Jack und Roberta eine leidenschaftliche Affäre. Doch ausgerechnet am Vorabend von Castros Machtübernahme wird Jack zu einer folgenschweren Entscheidung gezwungen.

Damals waren große Epen gerade wieder in. JENSEITS VON AFRIKA, DER MIT DEM WOLF TANZT und auch HAVANNA waren in etwa in der gleichen Zeit aktuell, wobei letzterer mit 144 Minuten fast noch moderat ausfällt und Regisseur Pollack schon immer einen Faible für Filme mit Überlänge hatte.

Aber auch hier gilt : In späteren Rollen gefiel mir Redford wesentlich besser, da er damals sehr oft auf den Liebhaber reduziert wurde, lassen wir mal den grandiosen DIE DREI TAG DES CONDOR außen vor. Seine späteren Arbeiten gefielen mir oftmals besser, zu nennen sind Filme wie SPY GAME, MOMENT DER WAHRHEIT oder auch DIE LETZTE FESTUNG. Dennoch bekam Havanna damals durchweg gute Kritiken und viele warten auf die Blu Ray

Aber auch hier gilt das gleiche wie für den HONORARKONSUL. Die Umsetzung des Streifens auf Blu Ray ist mies. Das Bild hat bestenfalls niedriges DVD Niveau, der Ton ist immerhin noch einigermaßen in Ordnung.

Auf Anfrage bei KOCH MEDIA, die ja dafür bekannt sind ihre Filme hervorragend zu restaurieren, teilte man mir auch hier mit, dass sie diesen Streifen nur im Vertrieb und keine Einwirkung auf die Umsetzung hatten.

Leider wissen das aber die normalen Käufer nicht und werden ganz schön schimpfen. Koch sollte in Zukunft keine Produkte mehr vertreiben, an deren Restauration sie nicht beteiligt waren, das schadet nur dem eigenen Ruf.

DER HONORARAKONSUL (Koch Media)

am 22. Januar 2019 unter Drama, Klassiker abgelegt

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In der argentinischen Stadt Corrientes, wo Gewalt, Intrigen und Verrat an der Tagesordnung sind, lebt der Arzt Eduardo Plarr. In einem eleganten Club lernt er den britischen und betrunkenen Honorarkonsul Charley Fortnum kennen. Eduardo versucht seit längerer Zeit, Informationen über den Verbleib seines vermissten Vaters zu bekommen und schaltet Fortnum daraufhin ein. Beim Besuch eines alten Freundes erfährt Plarr zufällig, dass die Guerillas einen Anschlag auf den amerikanischen Botschafter planen. Zwischen der Ehefrau des Konsuls und Eduardo kommt es zu einer leidenschaftlichen Affäre. Der Konflikt der beiden Rivalen erfährt seinen Höhepunkt, als die Guerillas den Falschen, nämlich den Honorarkonsul entführen. Umzingelt von Polizeichef Colonel Perez und seinen Regierungstruppen beginnt ein tödlicher Wettlauf.

Der Honorarkonsul ist ein hervorragend besetzter und durchaus auch heute noch gut ansehbarer Film, auch wenn mir Richard Geres spätere Arbeiten wie FLOCK, MOTHMAN PROHECIES oder GESETZ DER STRASSE wesentlich besser gefielen, da er den Traumlover einfach zu oft gab und schauspielerisch eher wenig zeigen konnte.

Michael Caine sieht man eh immer gerne (auch wenn es Leute gibt die sagen „den Schauspieler kennt doch kein Mensch“ Gruß nach Alzey). Auch Bob Hoskins macht seine Sache als linker Colonel gut.

Doch jetzt kommt das große ABER. Die Umsetzung des Streifens auf Blu Ray bewegt sich nahe der Unverschämtheit. Das Bild hat bestenfalls VHS Niveau, der Ton scheppert durch die Boxen und auch Blitzer sind hier minütlich zu sehen.

Auf Anfrage bei KOCH MEDIA, die ja dafür bekannt sind ihre Filme hervorragend zu restaurieren, teilte man mir mit, dass sie diesen Streifen nur im Vertrieb und keine Einwirkung auf die Umsetzung hatten. Das merkt man.

So gut der Film, so katastrophal der Rest. Wer die VHS hat braucht hier nicht updaten, denn schlechter kann die auch nicht sein.

MANDY (Koch Media)

am 31. Dezember 2018 unter Action, Drama, Horror abgelegt

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Shadow Mountains, 1983: Der friedliebende Holzfäller Red Miller kocht vor Wut und Trauer. Hilflos musste er mitansehen, wie seine große Liebe Mandy verbrannt wurde. Jeremiah Sand, der charismatische Führer der religiösen Sekte “Children of the New Dawn” hatte sie sich geschnappt und eiskalt in Flammen gesteckt – nur weil Mandy ihm nicht gefügig war. Red hat nun nichts mehr zu verlieren. Mit einer eigenhändig geschmiedeten Kriegsaxt in der Hand und einer Teufelsdroge in den Adern, die ihm übermenschliche Kräfte verleiht, macht er sich auf den Weg in einen blutigen Albtraum. Von wahnsinnigem Rachedurst getrieben, wird Red nicht eher ruhen, bis er Jeremiah und seine Jünger zur Strecke gebracht hat.

Und wieder einmal gratuliere ich Koch zu einem wirklich gelungenen Pressetext. Denn so viel wäre mir erst gar nicht eingefallen, da die eigentliche Geschichte dieses Streifens wirklich nicht viel hergibt.

Und hierüber soll ich jetzt auch noch eine Kritik schreiben – was eine wahrlich schwierige Aufgabe ist, denn hier bewegen wir uns weitab des Mainstreams auf den Spuren des berühmt-berüchtigten Kunstkinos.

In sämtlichen Magazinen wird der Film als Meisterwerk gelobt und die Filmstudenten diverser Unis können sich hier sicher nicht sattsehen und bekommen einen Orgasmus. Wobei einige Dinge wirklich gelungen sind, wie zum Beispiel die Farbgebung. Die ungewöhnlichen Rotfilter schaffen, in Verbindung mit den verzerrten Kamerabildern, eine durchaus bemerkenswerte Stimmung. Die kurzen Zeichentricksequenzen hätte ich persönlich aber nicht verwendet.

Überraschenderweise spielt Cage, der König des Overactings insgesamt eher zurückhaltend, während der Typ der den Jeremiah verkörpert, dann diese Rolle einnimmt. Ich kannte den nicht und habe wirklich gegoogelt, ob das ein Schauspieler ist, denn es hätte wirklich auch einer sein können, den man direkt aus der Klapse ans Set gebracht hat. Und diese Figur geht mir mit seinen Monologen teilweise auch mächtig auf den Zeiger.

Der zweite Teil des Streifens ist der etwas konventionellere und dürfte den meisten Zuschauern, die einen Unterhaltungsfilm sehen wollten, eher zusagen – falls sie bis dahin durchhalten. Zusätzlich gibt es ordentlich Blut zu sehen und ein paar durchaus cool choreographierte Szenen.

Ob man diese merkwürdigen Rocker jetzt unbedingt gebraucht hätte, weiß ich auch nicht, die wirken irgendwie etwas deplatziert, obwohl die Kostümbildner sich wirklich Mühe gegeben haben und die Typen irgendwas von Pinhead und Friends haben.

Insgesamt ist dieser Film nicht bewertbar. Viele Leute werden ihn bescheuert finden und einige ihn hochstilisieren. Ich liege eher in der Mitte, denn einiges hat mir gut gefallen, anderes wiederum fand ich dämlich. Nach Logik darf man hier natürlich auf keinen Fall fragen.

Eine Erwähnung wert sei aber noch der hervorragende Auftritt von Andrea Riseborough, die eine tolle Vorstellung abliefert, was dem Mainstreampublikum aber auch nicht helfen wird. Das wird diesen Streifen gänzlich niedermachen.

PIN CUSHION (Ion-New-Media/Splendid)

am 11. Dezember 2018 unter Drama abgelegt

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Iona und ihre Mutter Lyn waren schon immer Außenseiterinnen und deshalb auch die besten Freundinnen. Nach einem Umzug in eine andere Stadt, ändert sich jedoch alles. Teenager Iona findet einen Freund und will unbedingt zu einer eine Mädels-Clique dazugehören. Ihre „Freundinnen“ meinen es jedoch alles andere als gut mit ihr und wollen sie nur ärgern und ausnutzen. Auch Mutter Lyn kommt mit der Nachbarschaft nicht klar. Dazu verschlechtert sich das Verhältnis zwischen beiden immer mehr.

An diesem Streifen ist sehr vieles ungewöhnlich. Die Geschichte, bzw. die Art und Weise wie sie erzählt wird, die Darsteller und auch der Vertrieb, denn ION-NEW-MEDIA steht normalerweise eher für derbere Sachen aus dem Horrorbereich.

So ist PIN CUSHION auch ganz schwer zu bewerten. Ich kenne auf Anhieb 2 Leute, die diesen Streifen ganz toll finden werden, aber auch einige, die den Kopf schütteln würden. Das liegt unter anderem auch den teils surrealistischen Szenen, die die Regisseurin immer wieder einfließen lässt und die eine Traumwelt zeigen, in die sich Iona immer wieder flüchtet, um so der Umwelt zu entgehen.

Die beiden Hauptdarstellerinnen machen einen sehr guten Job, wobei ich das Mädel noch nie gesehen habe. Joana Scanlan als Mutter hingegen ist doch ein recht bekannter Fernsehstar in ihrer Heimat und dreht da sehr viel. Sie spielt die spleenige Mutter wirklich überzeugend – eine Rolle, die gar nicht so einfach zu bewältigen ist.

Auch wenn das ganze sich nach einem Coming Of Age Drama anhört, gibt es hier noch deutlich mehr Facetten zu erblicken. Zudem fällt auf, das sowohl der Beginn und auch der Schluss sehr plötzlich kommen. Es gibt weder eine lange Einführung, noch einen klassischen Showdown, was zum Erzählstil aber passt.

Eine objektive Bewertung ist hier nicht möglich – wie bereits oben erwähnt. Für Leute, die gerne Dramen sehen mit experimentierfreudigen, optischen Einlagen, könnte das was sein. Mainstreamschauer sollten Abstand nehmen, daher auch keine abschließende Bewertung.

THE MIRACLE SEASON (Koch Media)

am 04. Dezember 2018 unter Biopic, Drama abgelegt

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Caroline und Kelley sind nicht nur beste Freundinnen, sondern auch beide begeisterte Volleyball-Spielerinnen. Als Teamleaderin hat die lebensfrohe und bei allen beliebte Caroline die Mannschaft der Highschool zum Meistertitel geführt und nun träumen die beiden davon, das Kunststück in der neuen Saison zu wiederholen, was vor ihnen ganz wenige erreicht haben. Doch dann kommt Caroline bei einem Unfall ums Leben. Die taffe, aber warmherzige Trainerin Kathy Bresnahan will, dass die schüchterne Kelley auf dem Platz in Carolines große Fußstapfen tritt. Doch die ist dafür gar nicht der Typ, zudem trauert sie zu sehr um ihre Freundin, die sie schon im Kindergarten kannte. Doch sie weiß auch, dass sie sich zusammenreißen muss – schon für Caroline.

Hach ja, Geschichten aus dem wahren Leben sind dann doch immer wieder die herzergreifensten, denn die Ereignisse haben so wirklich stattgefunden und sorgten wohl damals in Amerika auch für eine große Betroffenheit.

Man muss aber sagen, das der Film es schafft, den typisch amerikanischen Kitsch, der gerne bei solchen Geschichten herauskommt, ganz gut zu umgehen. Natürlich gibt es hier wieder die „Du kannst alles schaffen“-Attitüde, die bei solchen Dramen nie fehlen darf.

Letztendlich funktioniert der Streifen aber auch als reiner Unterhaltungsfilm, was unter anderem an der herausragenden Besetzung liegt, die für einen doch eher kleinen Film erstaunlich ist.

Die Trainerin wird von Helen Hunt gespielt, um die es in den letzten Jahren recht ruhig gewesen ist. Als Vater der verunglückten Caroline ist William Hurt zu sehen und auch für die beiden Rollen der Teenagerinnen wurden mit Danika Yarosh und Erin Moriarty 2 Damen verpflichtet, die reichlich Erfahrung mitbringen.

Herausragend sind hier außerdem die Extras. In den Interviews erläutern alle Darsteller, wieso sie ihre Rollen unbedingt spielen wollten und das die beiden Mädels wochenlanges Training absolvierten. Da die Geschehnisse erst wenige Jahre her sind, leben auch alle Beteiligten wie der Vater und die Trainerin noch und halfen dabei, den Film mitzugestalten und das merkt man auch. Da ist viel Liebe zum Detail vorhanden.

Da sich der Herz-Schmerz-Anteil glücklicherweise doch stark in Grenzen hält und man zudem interessante Einblicke in das amerikanische Jugendsport-System erhält, lohnt der Film durchaus. Der Unterhaltungsfaktor und die Authentizität stören sich auch in diese Falle nicht, was bei vielen Streifen dieses Genres oft der Fall ist.

An manchen Stellen lebensbejahend, an anderen traurig, bietet der Film sehr gute, ich würde sogar sagen partiell erstaunlich anspruchsvolle Unterhaltung und wird zarten Gemütern ein Tränchen ins Auge zaubern.

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BOARDING SCHOOL (Capelight/Alive)

am 27. November 2018 unter Drama, Horror, Suspense abgelegt

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Die nächtlichen Albträume ihres 12-jährigen Sohnes Jacob gehen den Eltern auf den Nerv. Als seine Großmutter stirbt, wird das Verhalten des ohnehin schon hochsensiblen Jungen immer sonderbarer und er kleidet sich mit den alten Sachen der Oma und findet Gefallen daran. Daher suchen Jacobs Eltern Hilfe bei dem strengen Schuldirektor Dr. Sherman der gemeinsam mit seiner Frau ein exklusives Internat für Problemkinder leitet. Das nächste Schuljahr soll Jacob an dieser Lehranstalt verbringen, die aber alles andere als eine normale Schule zu sein scheint. Als ein Mitschüler unter seltsamen Umständen ums Leben kommt und eine Reihe weiterer merkwürdiger Ereignisse geschehen, kommt Jacob allmählich hinter den wahren Grund für seinen Aufenthalt an der Boarding School – denn von hier scheint es keinen Rückweg nach Haue mehr zu geben.

Wenn man auf einschlägigen Seiten nachsieht, steht überall, dass es sich hierbei um einen Horrorfilm handelt – dem ist mitnichten so. Eigentlich ist das ganze nämlich ein Drama mit leichten Thriller und Horrorelementen.

Der Regisseur hat sich dabei allerdings viel vorgenommen. Er versucht hier so viele Themen auf einmal unterzubringen, dass vieles nicht komplett ausgearbeitet ist. Mobbing, Transsexualität, Schönheitsideale, erste Liebe, Tourett-Syndrom, Angst vorm Versagen usw. und dann auch noch Horror dazu, wirkt doch etwas überladen.

Trotzdem hat mir Boarding school gut gefallen, was vor allem den Darstellern geschuldet ist, denn die beiden Jungmimen Jacob Felsen und Christine Holcomb liefern hier geradezu sensationelle Leistungen ab. Dazu gesellt sich Will Patton, dem seine Rolle als strenger und auch durchgeknallter Lehrer sichtlich Spaß bereitet.

Erst gegen Ende mutiert das Geschehen dann zu einem Horrorfilm und gelegentlich kommt sogar mal ein wirklich trockener Spruch, so dass ich zweimal laut lachen musste. Der Abschluss ist zudem extrem gelungen und rundet das Geschehen ab. Schade nur, das es hiervon keine Fortsetzung geben kann.

Trotzdem hätte man vielleicht einige Dinge weglassen können, denn dadurch wirkt der Film thematisch eben etwas over the top. Gut unterhalten hat mich BOARDING SCHOOL jedoch allemal.

Fazit: Ein Streifen weit entfernt vom Mainstream. Meine Bewertung ist daher in diesem Fall auch eher subjektiv, denn Menschen die sich auf den Film nicht einlassen können und ihn nicht mögen, kann ich durchaus verstehen.

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HÖRE DIE STILLE (Tiberius)

am 27. November 2018 unter Drama, Suspense abgelegt

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Ukraine 1941: Eine Gruppe deutscher Soldaten sucht tief in feindlichem Gebiet nach Schutz und Essen. Gestrandet in einem kleinen Dorf finden sie dort zu ihrer Überraschung fast nur Frauen vor, die alle auch der deutschen Sprache mächtig sind. Ihre Männer wurden nach Ausbruch des Krieges deportiert oder ermordet. Die Frauen und Soldaten kommen sich voller Hoffnung rasch näher, aber nach einem Mord ändert sich die Stimmung schlagartig. Als ein zweiter Mord passiert kommt es zu einer Eskalation, die viele Leben kostet.

Wenn es nun jemanden gibt der KEIN Experte für Schreiben von Kritiken im Genre Kriegsfilm ist, dann bin ich das. Eigentlich habe ich mir den Streifen nur angeschaut, weil er eine Abschlussarbeit von 20 Filmstudenten einer Filmhochschule ist und mich interessiert immer, wer denn in Zukunft auf deutschen Bildschirmen zu sehen sein wird.

Der Film beginnt etwas schleppend. Man zeigt das Leiden der Soldaten und wie sie das Dorf relativ friedlich einnehmen, sich aber dann langsam mit den Damen anfreunden. Tempo bekommt der Film dann nach dem bereits erwähnten Todesopfer – dann wird der Streifen sogar richtig gut, auch wenn sich mir das Motiv des Mordes nicht ganz erschließt.

Denn aus dem etwas lahmen Kriegsdrama wird dann fast ein Thriller, denn die Soldaten versuchen herauszufinden, wer ihren Leutnant umgebracht hat und sind dabei nicht gerade zimperlich, doch die Damen lassen sich das nicht bieten und als eine von ihnen aufgehängt werden soll, nur aufgrund eines Verdachts, eskaliert die Situation dann völlig.

Das ist überraschend spannend und gegen Ende stapeln sich dann auch die Leichen und der Bodycount ist hier höher als bei einem Slasher.

Der weibliche Nachwuchs hat mir insgesamt etwas besser gefallen. Ihre darstellerischen Leistungen sind gelungen, während manche der Männer doch noch etwas steif und unbeholfen wirken. Der Regisseur hat bislang nichts außer TV-Serien inszeniert und da auch nicht gerade hochwertigen Stoff. Insofern ist es überraschend, das er das Szenario optisch schön einfängt.

Fazit: Nach etwas langsamen Beginn wird HÖRE DIE STILLE richtig gut, auch weil er das Genre wechselt. Man muss auch nicht unbedingt Fan von Kriegsfilmen sein um den Streifen gut zu finden. Hat mich überrascht.

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THE SWELL – WENN DIE DEICHE BRECHEN (Justbridge)

am 22. November 2018 unter Drama, Suspense, TV-SERIE abgelegt

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Nachdem der Sturm vorbei ist, stehen die Überlebenden vor der erschütternden Tatsache, dass nichts mehr in ihrem Leben so sein wird wie es einmal war. In sechs aufregenden Episoden entdeckt der Zuschauer Momente der Freude, Trauer, rasender Wut, Güte, und in der gegebenen Situation am wichtigsten, Widerstandsfähigkeit. Das ist der offizielle Pressetext, den ich doch ein wenig kurz und auch nicht wirklich ansprechend finde. Daher eine kleine Ergänzung. Nach dem erwähnten Sturm wurden weite Teile von Belgien und vor allem der Niederlande vollkommen überschwemmt und zig Tausende Menschen verloren ihr Leben. Wir sehen nun sowohl verschiedene Einzelschicksale, als auch die Reaktionen der Politik auf dieses Desaster, das man durch eine Evakuierung zumindest im Ausmaß hätte eindämmen können.

Gerade die politischen Passagen sind meiner Meinung nach die gelungensten der Serie, die in 6 Folgen a 45 Minuten aufgeteilt wurde. Denn wie man selbst in der Not noch versucht, den anderen über den Tisch zu ziehen, um einen eigenen Vorteil aus der Katastrophe zu schöpfen, passt genau zu dem Bild, das ich von der EU habe. Hier geht es nur noch um Geld und die Macht. Das wurde sehr schön herausgearbeitet und ist insbesondere in den letzten beiden Folgen sehr gut umgesetzt worden.

Aber auch einige der Einzelschicksale, die uns präsentiert werden, sind nicht unoriginell. Wer denkt zum Beispiel daran, dass bei einer solchen Überschwemmung schließlich alle Typen die im Knast sitzen, da drinne ersaufen? Was macht ein Wärter in dieser Situation? Insbesondere wenn zu wenig Personal da ist? Lässt er sie laufen oder riskiert er sein Leben wenn 20 Gefangene gegen einen stehen? Auch dieser Abschnitt ist sehr interessant geschildert.

Insgesamt hat die Serie optisch gutes TV-Niveau, die Stürme und Überflutungen sehen durchaus realistisch aus und auch die Kulissen wurden sehr gut hergerichtet.

Zwar hätte man die letzten 3 Folgen auch auf 2 kürzen können, weil es dort an manchen Stellen etwas zu melodramatisch wird, aber das gehört wohl zu einem Katastrophenszenario irgendwie dazu.

Der Geschichte mit der zerbrochenen Familie wird meiner Meinung etwas zu viel Zeit gewidmet. Sehr schön jedoch íst der Part, in dem ein alter Mann, der sich gerade umbringen wollte, ein Kind rettet und dadurch neuen Lebensmut erhält.

So bleibt unter dem Strich eine sehenswerte TV-Miniserie, die viele Aspekte einer solchen Katastrophe zeigt, besonders wenn man als Land darauf nicht vorbereitet ist. Die Darsteller sind überwiegend gehobenes TV-Niveau, der Look ansprechend.

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THE BOYS FROM BRAZIL (Koch Media)

am 22. November 2018 unter Drama, Klassiker, Suspense abgelegt

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Der junge Nazi-Jäger Kohler deckt in Paraguay eine Verschwörung von Alt-Nazis unter der Führung des Wissenschaftlers Josef Mengele auf. Er findet bei dem Hauptverfolger der Nazis Ezra Lieberman zunächst jedoch kein Gehör. Als Kohler jedoch ermordet wird und weltweit Männer umgebracht werden, wird Lieberman aufmerksam. Er geht Kohlers Hinweisen nach und entdeckt eine Liste von Adolf Hitler-Klonen, die auf der ganzen Welt verteilt leben und jetzt ins Teenageralter kommen. Doch jetzt ist auch Mengele aufmerksam geworden..

Was für eine Geschichte. Unglaublich, dass man sich bereits im Jahre 1978 mit dem Thema klonen beschäftigte und da natürlich seiner Zeit weit voraus war. Auch wird dort bereits erklärt, wie der ganze Vorgang funktioniert und zwar vom jungen Bruno Ganz, der den Wissenschaftler spielt, welcher von dem Gedanken fasziniert ist.

Anscheinend fanden diese Idee viele interessant, denn was hier an bekannten Darstellern mitwirkt ist unglaublich. Neben Ganz und dem jungen Steve Guttenberg als Kohler, sind auch noch James Mason, Laurence Olivier, Gregory Peck (als Mengele), Lilli Palmer und der ganz junge Sky Dumont, im Abspann noch als Guy Dumont geführt, dabei. Das nenne ich mal eine Besetzung.

Mich wundert es, das es bislang noch kein Remake gab oder zumindest einen Film mit einer ähnlichen Handlung neueren Datums. Zudem hat der Streifen die Zeit sehr gut überstanden, denn die Dialoge wirken keinesfalls altbacken.

Das Bild ist absolut erstklassig, ganz wenige Blitzer sind zu sehen, ansonsten ist hier alles glasklar und sieht aus, als wäre es ein neuer Film. Etwas merkwürdig finde ich nur das Vollbildformat. Auf diversen Internetseiten wird gemeckert, das der Film immer nur geschnitten zu haben war. Diese Version ist 122 Minuten lang und dürfte somit vollständig sein. Man kann mir aber auch schreiben, wenn ich damit falsch liege.

Fazit: Eine echte Lücke in meinem Wissensbereich, denn ich hatte den Streifen nie vorher gesehen und mir auch nicht furchtbar viel davon erwartet, da gerade Filme aus den 70ern natürlich dem Zeitgeist von heute nicht wirklich widerspiegeln. Dieser hier ist eine absolute Ausnahme und wandert in die Sammlung :o ).