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Archiv der Kategorie 'Drama'

RED SPARROW (Fox)

am 24. Mai 2018 unter Drama, Suspense, Thriller abgelegt

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Nicht das jemand glaubt, ich wäre nun plötzlich ein Fan von FOX, aber im Moment kommt so wenig interessantes auf den Markt, dass ich heute gleich 2 Filme bespreche.

Die russische Tänzerin Dominika Egorova (so Namen kann man sich echt nur ausdenken) hat eine große Karriere vor sich. Nach einem Unfall auf der Bühne wird sie jedoch nie wieder tanzen können. Was passiert nun mit ihrer Mutter und der Wohnung die von ihrem Arbeitgeber bezahlt wird? Ihr Onkel macht ihr daraufhin ein Angebot. Sie soll nach einer gründlichen Ausbildung den CIA-Agenten Nathaniel Nash (unfassbar solche Namen) infiltrieren. Dazu wird sie in allerlei Verführungskünsten geschult. Nach dem harten Training nimmt sie auch Kontakt mit ihm auf, doch wird er ihr Spiel nicht durchschauen?

Tja und wir dürfen Jennifer Lawrence zusehen, wie sie eben dieses undurchsichtige Spiel satte 136 Minuten spielt. Und das sind definitiv 20 Minuten zu viel. Das liegt auch daran, das man ihre Geschichte am Anfang relativ ausführlich erzählt, was aber gar nicht zwingend nötig gewesen wäre.

Trotzdem fand ich den Streifen recht unterhaltsam und zudem bis in die Nebenrollen sehr gut besetzt. Den Höhepunkt hierbei stellt Charlotte Rampling dar, die als gefühllose Leiterin des Sparrow-Lagers, mit knallharter Miene und krassen Methoden, eine tolle Leistung abliefert. Joel Edgerton sieht man eh immer gerne und Jeremy Irons Rolle fällt etwas klein aus.

Allerdings hätte es auch gereicht statt dreißig Russenklischees nur zehn zu bedienen, denn das geht einem mit der Zeit dann doch auf den Zeiger und man sieht, dass der Film von einem amerikanischen Regisseur gedreht wurde. Mit dem arbeitete Lawrence auch schon in den (aus meiner Sicht eher mäßigen) Panem-Filmen zusammen. Man könnte meinen, wir befinden uns noch im Kalten Krieg, denn die Russen werden hier wirklich arg negativ dargestellt. (wobei das ja wieder in Mode ist)

Immerhin weiß der Genre-Mix aus Spionage-Film, Thriller und Drama zu überzeugen und auch sonst kann man dem Film eigentlich nichts vorwerfen, wenn man über die v.g. Dinge hinwegsieht Das Ende ist zudem recht pfiffig und man weiß wirklich nicht, auf welcher Seite die Hauptdarstellerin nun steht – eigentlich zu fast keinem Zeitpunkt des Films.

So bleibt unter dem Strich ein grundsolider, an manchen Stellen jedoch nicht ganz logischer Streifen, in dem nur die Russenklischees ab und an überhand nehmen.

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THE WHISKEY BANDIT (Koch Media)

am 24. Mai 2018 unter Biopic, Drama abgelegt

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In den 90er Jahren wird Ungarn von einer Reihe Banküberfälle erschüttert, für die Attila Ambrus zuständig ist. Nachdem er in seinem Leben viel Mist erlebt und sich mit Bestechungsgeld die ungarische Staatsbürgerschaft ergaunert hat, ist die Kohle komplett alle. Er weiß sich nicht mehr zu helfen, zumal er auch gerade die große Liebe kennengelernt hat. Also beginnt er, Banken auszurauben, um das Leben zu finanzieren. Eines Tages erzählt ein Opfer, das er nach Whiskey gerochen haben soll, und daraufhin bekommt er den Stempel „Whiskey Bandit“ aufgedrückt, der in der Öffentlichkeit auf deutlich mehr Zuneigung als Abneigung stößt, was dem zuständigen Ermittler gar nicht passt.

Nimród E. Antal ist wieder in seiner Heimat angekommen. Der Regisseur der mit KONTROLL damals einen Geheimtipp landete, wurde daraufhin für Hollywood „gecastet“ und durfte da ein paar Filme drehen. Außer dem soliden MOTEL kam dabei aber nur ziemlicher Mist heraus, denn PREDATORS kann man nun wirklich nicht anders bezeichnen.

Hier setzt er nun dem ungarischen Dieb Attila Ambrus so etwas wie ein kleines Denkmal. Der Mann ist in Ungarn bekannt wie ein bunter Hund, was Antal dazu veranlasste, seinen Film in Rückblenden zu erzählen. Aus Sicht der Ungarn, die die Geschichte um den Räuber, der gleichzeitig professioneller Eishockeyspieler war, (!) sicherlich kein Problem.

Für Menschen wie mich oder andere Leute die diesen Herren nicht kennen, erweist sich dieser Erzählstil allerdings als etwas unglücklich, denn eigentlich weiß man nach nur wenigen Minuten, wie der Film ausgeht, abgesehen von einer kleineren Überraschung gegen Ende. Das hätte ich anders gedreht.

Ansonsten gibt es nicht viel auszusetzen. Antal legt sehr viel Wert auf Charakterzeichnung und resümiert punktgenau, wie sein „Held“ in diese Situation geriet – mit Rückblicken in die Kindheit und seiner Jugend. So ist das ganze auch deutlich mehr ein Drama. Welchen Film der Kritiker der den Film als „ Ein Actionspektakel, wie man es noch nie gesehen hat” (Filmtett)“ bezeichnete, weiß ich daher nicht.

Das heißt nicht, da der Film schlecht wäre, aber mit der Beschreibung hat er nun gar nichts zu tun. Vielmehr handelt es sich um die Lebensgeschichte eines Mannes, der nicht gerade viel Glück hatte und als es dann mal auf seiner Seite war, er den Bogen überspannte.

Fazit: Fein gezeichnetes Portrait, das jedoch NICHTS mit einem Thriller oder Actionfilm zu tun hat, sondern ein ordentlich gespieltes Drama ist…

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THREE BILLBOARDS OUTSIDE EBBING, MISSOURI (Fox)

am 24. Mai 2018 unter Drama abgelegt

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Nachdem 7 Monate vergangen sind, ohne dass der Mörder ihrer Tochter gefunden wurde und sich die Polizei bei der Ermittlungen auch nicht gerade exorbitant viel Mühe gegeben hat, startet Mildred Hayes eine Aufsehen erregende Aktion. Sie bemalt drei Plakatwände an der Stadteinfahrt mit extrem provozierenden Sprüchen, die an den städtischen Polizeichef Willoughby gerichtet sind, damit er nun endlich die Untersuchungen in dem Fall intensiviert. Dieser ist nicht sehr erfreut über diese Idee und verteidigt sich bei Mildred, das er alles versucht habe. Zudem ist er an Krebs erkrankt und hat nur noch wenige Monate zu leben. Beliebt hat sich Mildred auch nicht gerade bei den Bewohnern und den Mitarbeitern des Sheriffs gemacht. Als sich dann der zu Gewalt neigende, stellvertretende Officer Dixon einmischt, beginnt die Lage zu eskalieren.

Das ist der klassische Fall wo sich die Kritiken wieder überschlagen – ein Film der wieder in den Himmel gehoben wird, was bei solchen Genre-Streifen gerne gemacht wird (ähnlich z.B. wie bei WINTERS TALE). Allerdings sind auch die Zuschauerkritiken durchweg positiv. Das würde ich etwas relativieren wollen.

Alleine die Besetzungsliste reicht für 2 Filme aus, denn neben Francis Mc Dormand als toughe Mutter, sind unter anderem Woody Harrelson, Sam Rockwell oder Peter Dinklage dabei, wobei erstere den mit Abstand besten Part hat, allerdings von einer reichlich merkwürdigen Synchronstimme untermalt, die nicht wirklich passt.

Nicht das es sich hier um einen schlechten Film handelt, aber mir ist das im Endeffekt alles zu elegisch und die Geschichte gibt irgendwie keinen Stoff für fast 2 Stunden her und so wird es gerade gegen Ende an manchen Stellen doch etwas übertrieben dialoglastig, wobei die rotzfreche Art von Mc Dormands Charakter, auch für den ein oder anderen Schmunzler sorgt.

Die Läuterung des Officers erscheint mir auch etwas weit hergeholt, das Ende ist relativ offen, was mir wiederum recht gut gefällt, denn den Rest kann man sich dann selbst denken. Im Normalfall könnte man auch meinen, man hat sich hier Raum für eine Fortsetzung gelassen, die ich mir aber eigentlich nicht vorstellen kann, da in meinen Augen die Geschichte auserzählt ist.

Insgesamt finde ich den Steifen zwar ordentlich, aber an manchen Stellen auch etwas sehr langatmig. Die Leistungen der Darsteller sind hervorragend. Den Hype kann ich trotzdem nur bedingt verstehen.

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THE CURED (Splendid)

am 10. Mai 2018 unter Drama, Horror, Reviews abgelegt

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Wieder einmal hat ein tödlicher Virus ein ganzes Land dahingerafft, in diesem Fall Irland. Glücklicherweise wurde ein Heilmittel gefunden, das 75 % der Menschen, die damit infiziert wurden, wieder zu normalen Lebewesen macht. Doch diese sind in der Bevölkerung nicht gerade willkommen, da man Angst vor ihnen hat. Zudem können sie sich an alle Gräueltaten, die sie während der Krankheit begingen, erinnern. Auch Senan ist einer von ihnen, hat aber Glück im Unglück, denn seine Schwägerin Abbie nimmt ihn bei sich auf. Zudem war das Heilmittel wie erwähnt nur bei 75 % der Menschen erfolgreich und die Regierung berät nun, was mit dem Rest passieren soll, die in unterirdischen Zellen eingesperrt sind. Von den ewigen Schikanen und dem Hass der ihnen entgegenschlägt angewidert, schließen sich zudem die Geheilten zusammen und wollen für ihre Rechte kämpfen. Doch das führt zu einer weiteren Katastrophe.

Wie man an der Zusammenfassung deutlich erkennen kann, handelt es sich hierbei nicht um einen Horrorfilm, sondern um ein Drama, das im Horror-Genre spielt,was ein großer Unterschied ist. Eigentlich ist das ganze sogar eher ein sozialkritischer Film.

Wieso Ellen Page in einen Streifen auftaucht, der in Irland gedreht wurde, ist mir nicht bekannt. Noch dazu hat sie diesen mitproduziert, was auch ungewöhnlich ist, denn sie ist nun nicht wirklich bekannt dafür, dieses Genre zu bedienen.

Für ein Regiedebüt sieht das ganze auch sehr ordentlich aus. Mit vielen Blaufiltern und tristen Kulissen wird eine trostlose Atmosphäre erzeugt, die die Geschichte sehr gut unterstützt.

Mit Ausnahmen der letzten 20 Minuten fehlen hier allerdings nahezu jegliche Action-Elemente und auch die Horrorfreaks kommen nicht wirklich auf ihre Kosten. Das erinnert mich ein wenig an ARRIVAL, von dem viele enttäuscht waren, weil er eben doch weitestgehend kein Science-Fiction-Film, sondern ein Drama war.

Daher ist die Zielgruppe für CURED sehr schwierig. Dem Freund des Massakers wird zu wenig Blut geboten und Fans des Drama-Genres mögen im Allgemeinen keine Filme über Zombies.

So bleibt unter dem Strich ein gut gefilmtes und gespieltes Sozialdrama, mit einigen kleinen Längen, das aber, wie bereits erwähnt, nicht sehr viele Menschen ansprechen wird, was schade ist, denn am Film selbst gibt es wenig zu meckern.

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DAS LETZTE ABTEIL (Falcom Media/Alive)

am 02. Mai 2018 unter Drama, Suspense, Thriller, mystery abgelegt

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Gretas Mutter ist weder tot noch lebendig. Seit vielen Jahren liegt sie im Koma und wird künstlich am Leben gehalten. Doch was ist das Leben wert, wenn es keine Hoffnung mehr gibt?  Diese Frage stellt sich auch ihre Tochter die gerade auf dem Weg nach Graz ins Krankenhaus ist, als plötzlich der Zug von einer Lawine erfasst wird und das letzte Abteil wegreißt. Nun sitzt sie dort in klirrender Kälte mit 5 anderen Herrschaften, die sich in diesem befanden und sucht verzweifelt einen Ausweg. Als dann plötzlich der Kopf eines Verblichenen gefunden wird, spitzt sich die Lage zu. Man versucht über die Kamera und das Telefon Hilfe zu rufen, die zunächst auch zugesagt wird, doch nach einer gewissen Zeit stellt man fest, das diese nie kommen wird. Doch warum?

Diese Zusammenfassung beschreibt nur etwa die Hälfte des Films, der danach eine überraschende Wendung bekommt, obwohl ich mir so etwas ähnliches schon gedacht hatte.

Zwischendurch gibt es immer wieder Rückblenden vom Krankenhaus, in dem Gretas Mutter liegt und sie erzählt aus dem Off über sie. Das wirkt zunächst etwas störend, ergibt im Verlaufe des Streifens aber durchaus einen Sinn.

Regisseur Andreas Schaap will allerdings ein wenig zuviel. Neben einem Thriller und einem Drama, wollte er auch noch ein bisschen Mystery und Arthaus einbauen, was den Film dann im Endeffekt ein wenig zu gewollt künstlerisch aussehen lässt.

Das klingt allerdings schlechter als es tatsächlich ist, denn insgesamt hat der Streifen wirklich Potenzial. Aber es ist aufgrund der vielen Wendungen und Zeitsprüngen nicht einfach, den Geschehnissen zu folgen und man sollte den Film nicht schauen, wenn man schon müde ist, so wie das getan habe und dann irgendwann kapitulierte.

Deshalb habe ich ihn mir am nächsten Tag noch einmal von vorne angesehen und dann auch die Zusammenhänge begriffen.Trotzdem hat sich mir nicht alles erschlossen, was mich dazu ermutigt, diesen in einem halben Jahr nochmals herauszukramen

Fazit. Beginnt als normaler Thriller, ändert dann aber die Richtung. Wer meint, hier zwischendurch eine Toilettenpause machen zu können, ohne die Pause-Taste zu betätigen hat verloren. Hier ist 100%ige Aufmerksamkeit gefordert.

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HOSTILE (Splendid)

am 17. April 2018 unter Drama, Horror abgelegt

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Juliette hat ein mieses Leben und verdient sich ihren Lebensunterhalt mit illegalen Geschäften. Zudem ist sie drogenabhängig. Dann lernt sie eher durch Zufall den smarten Jack kennen. Dieser verliebt sich in sie und versucht sie aus der Hölle, in der sie sich befindet herauszuholen.

Wir machen einen Sprung. Die Menschheit ist fast ausgestorben. Eine der wenigen Überlebenden der Apokalypse ist eben Juliette, die mit dem Geländewagen die Umgebung abfährt und nach Lebensmitteln sucht. Dann hat sie einen Unfall, bei dem sie sich überschlägt und das Bein bricht. Hilfe kann erst am nächsten morgen da sein. Und außerhalb des Wagens lauern fiese Mutanten, die nur darauf warten ihr nächstes Opfer in die Finger zu bekommen.

Die wohl skurrilste Genre-Mischung, die mir je unterkam, haben wir hier. Oder kennt jemand einen Mix aus Drama, Romanze und Endzeithorrorfilm? Also ich wüsste hier keine Referenz.

Das ganze beginnt auch nach dem großen Chemieunfall, der die Menschheit dahingerafft hat. Wie sie Jack kennenlernt, wird immer wieder in kurzen Rückblenden zwischendurch erzählt. Dieser Stil ist seit LOST sehr beliebt, denn das war eigentlich die erste Serie, die dies massenweise zeigte.

Natürlich nehmen diese Rückblicke immer wieder etwas das Tempo aus dem Streifen. Da diese aber interessant erzählt sind und sich daraus auch eine hervorragende Charakterentwicklung ergibt, sind sie als gelungen zu bewerten.

Das sich alle Teile des Filmes gerade gegen Ende so perfekt ergänzen ist sicherlich auch dem Geschick des Drehbuchautors zu verdanken, denn eigentlich kann dieser Genremix niemals gutgehen. Dazu gibt es noch einen Twist mit einer wirklichen Überraschung und einen sehr stimmigen Abschluss.

Zwar hat Regisseur Mathieu Turi schon an sehr vielen bekannten Filmen in verschiedenen Funktionen mitgewirkt, doch dieses hier ist sein Spielfilmdebüt.

Eine korrekte Bewertung zu finden ist hier sehr schwer, da vielen Horrorfreaks, die anderen Elemente nicht gefallen werden und Leuten, die gerne Dramen sehen, wohl kaum die Horrorelemente. Daher ist die Bewertung in diesem Falle eher sehr subjektiv, denn ich fand HOSTILE großartig. Daher

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All I See Is You (Universum Film)

am 17. April 2018 unter Drama abgelegt

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Gina ist nach einem Unfall blind und muss sich ganz auf ihren Ehemann James verlassen. Sie lebt mit ihm in Bangkok und ist eigentlich zufrieden, doch sie ist im Endeffekt immer ihrem Ehemann praktisch irgendwie ausgeliefert, der ihr ständig zur Seite stehen muss. Eines Tages dann bietet sich ihr die Gelegenheit das Augenlicht zumindest einseitig wiederzuerlangen. Mit Hilfe einer Hornhauttransplantation, gelingt es ihr, wieder sehen zu können. Als sie jedoch langsam wieder anfängt das Leben zu genießen, entfremdet sie sich immer mehr von ihrem Ehemann, denn jetzt wo sie alles selbst erledigen kann, ist sie nicht mehr auf ihn angewiesen und die Ehe gerät in die Krise.

Grundsätzlich ein interessanter Ansatz, den der Film zu bieten hat. Was ist wenn ein Mensch, der völlig auf einen anderen angewiesen ist, diesen im Grunde dann irgendwann nicht mehr braucht? Ändert sich dann das Verhältnis so sehr wie hier beschrieben?

Mit Marc Forster hat man hier natürlich den idealen Regisseur gewonnen, denn der Schweizer ist bekannt für sein Spiel mit Farben und Kameraeinstellungen, was ihm besonders in dem grandiosen STAY so gut gelang und dieses Können ist hier gefragt, wenn die Kamera aus Sicht der Protagonistin nach der OP agiert.

Dennoch bleibt der Film im Endeffekt unter seinen Möglichkeiten. Vielleicht hätte das eine oder andere Thrillerelement alles etwas verbessert, denn irgendwie bleibt man nach dem Streifen fragend zurück. Nicht das man sich gelangweilt hätte, aber hier wurde doch einiges verschenkt.

Trotz mehrfachem Anschauen habe ich das Ende nicht verstehen. VORSICHT SPOILER: Sollte mir jemand erklären können, wieso ihr Mann nach dem Song den Raum verlässt und das ganze dann vorbei ist, soll er mir dies bitte mitteilen. Vielleicht fehlt mir hierfür der nötige Intellekt.

Insgesamt ein ordentlicher Film, bei dem es aber praktisch an jeder Ecke aus dem Fernseher schreit, das hier mehr möglich gewesen wäre. Die Schauspieler und die Regie hingegen sind exzellent.

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LADY MACBETH (Koch Media)

am 17. April 2018 unter Drama abgelegt

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Im Jahr 1856 wird die Waise Katherine mit einem älteren Mann verheiratet, der jedoch wenig Interesse an ihr zeigt und sie bei jeder Gelegenheit drangsaliert, genau wie sein herrischer Vater. Als beide auf eine längere Reise gehen, blüht Katherine auf und begeht eine Affäre mit den Gutsarbeiter Sebastian. Doch als ihr Schwiegervater wieder auftaucht, weiß er darüber Bescheid. Damit das ganze nicht publik wird, sorgt sie dafür, dass er schnell aus dem Leben scheidet. Dann kehrt ihr Mann wieder zurück und auch den kann sie jetzt nicht gebrauchen. Nach und nach beseitigt sie alle, die ihr im Wege stehen, ihren Traum weiter zu leben, doch auch ihre Affäre beginnt an der Richtigkeit der Handlungen seiner Geliebten zu zweifeln.

Nun bin ich wahrlich nicht der Experte für klassische Verfilmungen, die einige Jahrhunderte zuvor spielen. Ich habe den Roman nicht gelesen und auch noch nie eine Verfilmung gesehen. Daher bezieht sich diese Rezension praktisch ohne jegliches Vorwissen auf diesen Streifen alleine.

Der Film kommt etwas schwer in die Gänge, was aber nicht ungewöhnlich ist, denn schließlich muss man als Zuschauer erst einmal die Verhältnisse durchschauen. Anscheinend war es üblich, das man sich im Mittelalter solche Frauen kaufte. Wieso ihr tyrannischer Ehemann allerdings kein Gefallen an ihr findet, erschließt sich mir nicht.

Jedoch ist LADY MACBETH auch kein reines Historiendrama, sondern streut hier und da auch einige Thrillerelemente ein. Das macht den Streifen in der zweiten Hälfte wesentlich interessanter.

Die mir komplett unbekannte Florence Pugh liefert hierbei eine hervorragende Leistung ab, denn sie muss schließlich 3 gänzlich unterschiedliche Phasen spielen. Erst die ungeliebte Ehefrau, dann das Aufblühen und danach auch noch die kühle und abgebrühte Mörderin und erledigt das alles sehr gut.

So bleibt unter dem Strich ein Historiendrama, das im Internet hoch gelobt wird. Ob diese Verfilmung mit anderen Mithalten kann oder wesentlich besser oder schlechter ist, kann ich, wie bereits erwähnt, nicht sagen. Jedenfalls ist der Streifen an sich sehenswert.

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SHORTWAVE (Ion New Media)

am 10. April 2018 unter Drama, Horror abgelegt

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Josh und Isabel können das spurlose Verschwinden ihrer kleinen Tochter auch nach 2 Jahren nicht verarbeiten und ziehen in ein abgelegenes Landhaus, das Joshs Chef ihnen zur Verfügung gestellt hat. Ihr Mann arbeitet an etwas sehr speziellem. Mit Hilfe von Radiokurzwellensignalen will er beweisen, das es Außerirdische gibt, die so über die Erde miteinander kommunizieren. Rein zufällig stellt sich heraus, das Isabel sehr zugänglich für diese Sache ist und bei Abhören dieser Signale von Visionen eingeholt wird, die teilweise recht schmerzhaft sind, ihr aber auch verraten, dass sie ihre Tochter wiedersehen kann. Doch so einfach ist das nicht, denn diese Experimente haben ungeahnte Auswirkungen auf alle Beteiligten.

Die Geschichte dieses Streifens ist so ziemlich das schrägste, was ich in den letzten Jahren gesehen habe. Alleine schon die Idee dass man mit Hilfe von Radiogeräten erforschen will, das Außerirdische Signale schicken und so kommunizieren ist schon reichlich abstrus..Dennoch macht der Film vieles richtig.

Da wäre zuerst der geniale elektronische Score zu nennen, der die Ereignisse geschickt untermalt. Die surrealistischen Elemente und die teilweise extrem schräge Geräuschkulisse tun ihr übriges.

Zudem baut der Regisseur hier ein interessantes Stilmittel ein. Jedesmal wenn man von diesen eben genannten Geräuschen heimgesucht wird (auch als Zuschauer), schwenkt er kurz darauf zum Beispiel auf den Wald, so dass auf diese nervigen Töne plötzlich totale Ruhe folgt. .

Angereichert ist das ganze mit surrealistischen Elementen. Allerdings muss man auch sagen, das gegen Ende doch einige Fragen offen bleiben, denn die Geschichte ist insgesamt wesentlich komplexer, als sie im ersten Moment scheint. Daher werde ich mir SHORTWAVE auch noch einmal anschauen, denn ich muss zugeben, das ich ein paar Sachen nicht verstanden habe. Der Showdown allerdings ist richtig gut.

Für Leute des stringenten Mainstreamkinos ist der Film daher auch ungeeignet, und auch den Zeitsprüngen ist teilweise nicht einfach zu folgen. Der Film beginnt als Drama und wandelt sich dann zu einem Horrorfilm, was er aber auch recht gut hinbekommt.

Fazit: Nicht so schräg wie ein Lynch Film, aber doch ungewöhnlich. Hier ist viel eigene Vorstellungskraft gefragt.

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KICKS (Universum Film)

am 10. April 2018 unter Drama, Thriller abgelegt

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Kicks ist das authentische und eindringliche Porträt eines Jungen, der ein Mann werden muss, um auf der Straße zu überleben. Seien Familie ist sehr arm und er kann sich keine gescheiten Klamotten und im speziellen Schuhe leisten. Doch eines Tages erhält er die Möglichkeit an seine Traumboots zu kommen. Danach fühlt er sich wie ein anderer Mensch. Doch diese Freude ist nur von kurzer Dauer, denn ein paar Halbstarke verprügeln den schmächtigen Jungen und nehmen ihm die Schuhe wieder ab. Doch er ist fest entschlossen diese wiederzuholen, koste es was es wolle. Hilfe bekommt er hierbei von seinen beiden besten Freunden und seinen Cousins. Doch der Dieb ist nicht gerade ein netter Kerl und geht auch mal über Leichen.

Dass Markenschuhe ein Statussymbol sind, ist in Deutschland auch ein Phänomen. Wer hier keine Nike, Adidas oder Vans trägt, braucht sich in der Schule nicht blicken lassen, was ich als eine erschreckende Entwicklung empfinde.

In Amerika ist das ganze aber noch eine Spur schlimmer – hast du da keinen gescheiten Style, hast Du keine Chance bei einem Mädchen zu landen.

Als Hauptdarsteller hat man sich einen knuffigen Kerl besorgt, mit dem man mitfiebert und das nur weil er seine Schuhe haben will. Das klingt extrem banal, ist aber interessant und auch glaubwürdig erzählt. Gerade die Beweggründe werden deutlich herausgearbeitet.

Der Film besteht auch nur aus schwarzen Darstellern – ich kann mich zumindest nicht erinnern, eine weiße Person gesehen zu haben, auch das ist sicherlich genau so gewollt.

Was allerdings bei einem, nennen wir es mal Schwarzendrama, völlig überrascht, sind die eingefügten, surrealen Elemente mit dem Astronauten, der die Gefühle und die Wünsche des Jungen parallel aufzeigt. Ein wirklich interessantes Experiment, das sich aber überraschend gut in den Film einfügt.

So bleibt unter dem Strich eine eigentlich simple, ja fast schon zu simple Story, die aber smart und interessant umgesetzt wurde.

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