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Archiv der Kategorie 'Drama'

INTO THE FOREST (Capelight/Alive)

am 28. Februar 2017 unter Drama, SciFi, mystery abgelegt

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Wir befinden uns in der nahen Zukunft. Als plötzlich der Strom ausfällt, glaubt man nur an ein kurzfristiges Phänomen, doch als das ganze über Wochen und Monate anhält, machen sich die beiden ungleichen Schwestern Nell, Eva und ihr Dad, die mitten im Nirgendwo im Wald leben doch langsam Gedanken, zumal die Lebensmittel ausgehen. Insbesondere für die wissbegierige und vom Internet abhängige Nell ist das ganze nur schwer zu verkraften. Auch weitere Ausflüge in die weit entfernte Stadt gestalten sich schwierig, da kein Benzin mehr vorhanden ist. Als dann noch der Vater der beiden bei einem Unfall stirbt, sind die beiden völlig auf sich alleine gestellt und müssen von dem leben, was der Wald hergibt.

Das Problem das INTO THE FOREST hat ist ganz einfach, das diese Geschichte keinen Stoff für einen sage und schreibe 106 Minuten lang Film hergibt, denn irgendwann wird das ganze langweilig. Die Grundidee ist gelungen und auch das Verhalten der Menschen (will nicht spoilern) scheint mir nicht allzu weit hergeholt.

Doch irgendwann geht der Streifen einfach nicht mehr vorwärts und man sieht den beiden Schwestern nur noch zu, wie Sie langsam dahinvegetieren. Auch der Handlungsstrang mit Nells Freund wirkt etwas aufgesetzt, und wieso sie ihr Vorhaben mit ihm nicht in die Tat umsetzt nur weil sich ihre Schwester bockig stellt, ist ebenfalls nicht wirklich nachvollziehbar.

Schauspielerisch ist hier natürlich alles über jeden Zweifel erhaben, denn Ellen Page (die das Buch entdeckte und auch als Produzentin fungierte) und Evan Rachel Wood (sonst nicht wirklich mein Fall) spielen hier absolut überzeugend auf und helfen dem Streifen über die ein oder andere Länge hinweg.

Das funktioniert auch sechzig Minuten lang, doch spätestens mit der Wende, das die beiden noch einen dritten Mitbewohner bekommen, wird mir das alles etwas zu abstrus. Zudem kann dieser neue Handlungsstrang keine neuen Spannungs-Impulse setzen.

So bleibt unter dem Strich ein gut gemeinter Ansatz, mit tadellosen Darstellern, der sich allerdings, besonders gegen Ende, doch etwas zieht.

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IM NOT A SERIAL KILLER (Indeed/ALIVE)

am 21. Februar 2017 unter Drama, Horror abgelegt

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Der im tristen Clayton lebende John, stellt an sich selbst soziopathische Züge fest und glaubt, das er alle Anlagen hat, ein Serienkiller zu werden. Zudem ist er in der Schule ein Außenseiter. Er arbeitet im Bestattungsinstitut seiner Mutter, wo er ständig mit irgendwelchen Leichen in Berührung kommt. Zudem häufen sich eben diese in letzter Zeit, denn in Clayton scheint tatsächlich ein Serienkiller umzugehen, der über Johns „Entwicklungsstatus“ schon hinaus ist. Könnte es der eigentlich liebenswerte Mr Crowley von neben an sein? John ist davon überzeugt und observiert den alten Herrn.

Das hört sich alles nach einem durchaus interessanten Horrorfilm an, ist aber letztendlich ein Drama geworden, dem einfach die Spannung fehlt.

Der Hauptdarsteller macht seine Sache wirklich gut und Christopher Lloyd, mittlerweile auch schon 78 Jahre alt, sieht man eh immer gerne, wenn einem auch automatisch immer seine Rolle als Doc in „Back to the future“ in den Sinn kommt. Beim Cast hat man daher nichts falsch gemacht.

Doch gerade am Anfang gibt es einfach zu viel Leerlauf. Später werden dann Handlungsstränge eingestreut, die den Film nicht voran bringen, sondern ihn verlangsamen und partiell auch im Nichts verlaufen.

So bleibt unter dem Strich ein netter Film mit einem durchaus gelungenen Ansatz, der aber einfach an fehlender Spannung leidet.

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OPERATION ANTHROPOID (Universum Film)

am 08. Februar 2017 unter Biopic, Drama, Suspense abgelegt

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Die zwei tschechischen Soldaten Josef Gabcík und Jan Kubiš kehren im Dezember 1941 in ihre Heimat zurück, die mittlerweile unter der Besatzung der Deutschen steht. Sie haben den Auftrag, den SS-Obergruppenführer und Vorzeigesadisten Reinhard Heydrich zu ermorden und finden Unterschlupf bei einer Familie, bei der sie zusammen mit einigen anderen des Widerstands das Attentat planen. Doch selbst wenn dieses gelingen sollte ist es nicht sicher, ob Hitler nicht Rache im tschechischen Volk nehmen wird. Doch das Risiko ist die Gruppe bereit einzugehen.

Diese Ereignisse haben so oder so ähnlich wirklich stattgefunden und auch die beiden oben erwähnten Freiheitskämpfer gab es – das kann man überall nachlesen.

Cilian Murphy sieht man zudem immer gerne, zumal er sich in den letzten Jahren etwas rar gemacht hat. Ob man sich mit Herrn Dorman, der sich immerhin leidlich müht, einen Gefallen getan hat, wage ich zu bezweifeln. Man hat einfach jedes Mal Mister Grey vor Augen, der nun als tschechischer Freiheitskämpfer durchgehen soll – so wirklich klappt das nicht.

Der Film ist allerdings durchaus spannend, hat aber den Nachteil, das man, wenn man die Thematik kennt, schon nach siebzig Minuten weiß, wie er ausgeht – danach folgen aber noch weitere fünfzig. Manchmal ist es gut nicht alles zu wissen, wenn man Filme mit historischen Bezügen schaut. Aber Regisseur Ellis kann ja nichts dafür, das ich, ansonsten die absolute Geschichtsniete, das zufällig wusste.

Ansonsten wird  der Streifen gegen Ende hin partiell ziemlich brutal und ich muss die Gottesgläubigen immer wieder fragen – dafür hat der Herr den Menschen erschaffen? Das der eine so mit den anderen umgeht, quält und/oder abschlachtet? Bis heute konnte mir niemand der Bibelfesten hierfür eine gescheite Antwort geben.

Vielleicht war der Sinn meiner Geburt aber zum Beispiel einfach nur, das ich über diesen Streifen am heutigen Tage eine Review schreiben sollte, was ich hiermit getan habe :o ).

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THE INFILTRATOR (Paramount)

am 08. Februar 2017 unter Biopic, Drama, Suspense abgelegt

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Mitte der 80er übernimmt Special Agent Robert Mazur einen heiklen Auftrag. Er schlüpft in die Rolle des angeblichen Geschäftsmannes Bob Musella um das Kartell von Pablo Escobar zu infiltrieren, das die USA mit Drogen überschwemmt. Mithilfe des leicht gestörten Kollegen Emir sowie dem Grünschnabel Kathy, die sich als seine Verlobte ausgibt, fasst er auch schon bald Fuß in der Szene. Besonders die Freundschaft zu Roberto Alcaino, Escobars rechter Hand, bringt den Ermittler ein ganzes Stück vorwärts. Doch je weiter er vordringt, dessen gefährlicher wird es für ihn. Zudem befreunden sich die beiden Familien miteinander, was insbesondere Kathy in eine Sinnkrise stürzt.

Filme um und über den Drogenkönig gibt es mittlerweile doch einige. Insbesondere die, in der Benicio del Toro den scheinbar skrupellosen Boss spielt, ist sehr gelungen, aber Infiltrator bietet ebenso spannende Unterhaltung, auch wenn Escobar hier nie persönlich auftaucht.

Ich habe Cranston noch nie zuvor in einem Film gesehen und auch keine Folge Breaking Bad – er spielt seine Rolle aber sehr facettenreich und überzeugend. Überraschend stark trumpft auch Diane Kruger auf, deren schauspielerische Qualitäten ich sonst eher für bescheiden halte, obwohl ihre Filmauswahl in den letzten Jahren eigentlich ganz gut ist. Vielleicht zusammen mit RUN FOR HER LIFE (ein Klasse-Film, den leider fast niemand kennt) ihre beste Leistung

Fast so spannend wie der Film sind die Extras, in denen wirklich alle damals Beteiligten zu Wort kommen, wobei Mazur sich nicht im Licht filmen ließ, sondern im Dunkeln sitzt – wer mag es ihm verdenken? Selten habe ich so viel Zeit mit zusätzlichen Informationen zum Film verbracht, weil insbesondere die Making Ofs eh immer nur langweilige Lobhudeleien sind. In diesem Fall ist das anders.

Escobar wurde zwar 1993 erschossen, genießt in seinem Land aber, so bescheuert das klingt, immer noch Heldenstatus, da er sich trotz aller Geldgier, auch um viele Armen in seinem Land kümmerte und diverse soziale Projekte anschob. Vielleicht ist er deshalb als Person auch so interessant, weil die Widersprüchlichkeit seiner Handlungen einfach so groß ist.

Fazit: Es dauert ein wenig bis der Streifen in Fahrt kommt – danach bekommt man aber durchaus spannende Unterhaltung geboten. Die Darsteller sind, bis in die Nebenrollen, durch die Bank überzeugend.

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ARRIVAL (Studio Canal)

am 03. Februar 2017 unter Drama, SciFi abgelegt

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Außerirdische Raumschiffe landen an zwölf anscheinend willkürlichen Stellen auf der Erde Die Linguistin Dr. Louise Brooks wird vom Militär eingesetzt und soll gemeinsam mit einem Kollegen versuchen, die Sprache der Aliens zu entschlüsseln um herauszufinden, wozu sie hier sind…aber viele Menschen können damit nicht umgehen und erwarten eine Invasion, was zu Panik, Plünderungen und ähnlichem führt. Zudem will China angreifen. So rennt Brooks die Zeit weg.

Die Grundidee ist gar nicht übel – auch wie sich die Sprachwissenschaftler dem ganzen nähern ist eigentlich recht nachvollziehbar in Szene gesetzt und die Optik ist eh gelungen.

Trotzdem bin ich der Meinung, das sich diese Geschichte eher als Serie eignen würde. Obwohl der Film eigentlich eher langatmig wirkt, geht das alles doch sehr schnell vor sich, denn im Endeffekt brauchen die Herrschaften doch relativ wenig Zeit das ganze zu entschlüsseln.

Zudem würde in einer Serie auch die Möglichkeit bestehen, einige Wendungen einzubauen, von denen ARRIVAL leider weitgehend verschont bleibt. Zudem ist mir der esoterische Schnick Schnack doch etwas weit hergeholt und auch das Mutter-Tochter-Drama hätte man sich schenken können.

Da Amy Adams 80 % des Films alleine zu tragen hat, sind sowohl Forest Whittaker, als auch der blasse Jeremy Renner völlig unterfordert und dienen nur als Staffage.

Am Ende will der Film dann etwas zu viel (kann nicht genau schreiben was, ohne zu viel zu verraten) und wird dadurch eher schwächer als besser.

Optisch ansprechend ist die Grundidee, wie bereits erwähnt, zumindest interessant, die filmische Umsetzung, abgesehen von der Optik, allerdings nur bedingt gelungen, auch weil größtenteils einfach die Spannung fehlt.

Wohlwollende:

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SCHEINWELT (Lighthouse)

am 25. Januar 2017 unter Drama, Thriller abgelegt

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Nachdem sie eine lange Haftstrafe abgesessen hat, wird Jenny endlich in die Freiheit entlassen. Zehn Jahre vorher verübte sie mit ihrem Freund einen Raubüberfall, der komplett schiefging. Sie war von ihm schwanger und nach der Geburt gezwungen, das Kind in die Obhut einer Pflegefamilie zu geben. Nun hat sie natürlich Sehnsucht nach der Kleinen. Doch deren „neuer“ Mutter passt das überhaupt nicht. Es dauert auch nicht lange, da holen Jenny die Schatten der Vergangenheit wieder ein und ihr Leben gerät abermals außer Kontrolle.

Filme aus dem hohen Norden haben immer noch Hochkonjunktur. Seit Jahren liefern die Schweden und Norweger wirklich interessante Streifen ab. Und auch die Dänen haben einige sehr gute Filme am Start und dazu die brillante BORGEN Serie.

Wer allerdings erwartet, das SCHWEINWELT in die gewöhnte Thrillerkerbe schlägt, wird eher überrascht sein, denn der Streifen ist in seiner Machart völlig anders, als zum Beispiel doch recht gestylte Veröffentlichungen wie ERBARMEN oder SCHÄNDUNG.

Es handelt sich nämlich hier mitnichten um eine klassischen Thriller, sondern eher um ein Drama mit Spannungsmomenten, welches an manchen Stellen durchaus etwas sperrig gerät und ganz klar dem Independent-Film zugehörig ist.

Inmitten dieses Szenarios agiert die mir völlig unbekannte Silje Salomonson sehr glaubwürdig und passt auch perfekt in die Rolle, da sie so ein Typ Frau ist, der sowohl eine 20 als auch eine 30 Jährige darstellen kann.

Trotzdem sollte man hier mit anderen Erwartungen herangehen, sonst könnte man enttäuscht werden, denn als Drama funktioniert der Film wirklich ordentlich – für einen Thriller fehlt einfach die Spannung.

Schwierig hier eine Bewertung abzugeben. Für Freunde des schwedischen Independent-Kinos sicherlich geeignet, wird er dem Mainstream-Publikum eher nicht zusagen. Daher lasse ich die Bewertung hier mal offen….

DER CLUB DER ROTEN BÄNDER / STAFFEL 2 (Universum Film)

am 17. Januar 2017 unter Drama, TV-SERIE abgelegt

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Nachdem Staffel 1 bei mir großen Anklang fand und ich das ganze als das beste, was ich seit langem aus deutschen Lande gesehen habe, befand, war ich natürlich erfreut, dass die Geschichte und die Serie fortgesetzt werden, da wohl auch andere meiner Meinung waren und VOX fantastische Zuschauerzahlen bescherte. Meine Befürchtungen, dass die Serie nun deutlich schwächer wird, weil man schnell uninspiriert etwas hinterherschießt, bewahrheiten sich nicht – ganz im Gegenteil!

Leo und Hugo sind die einzigen beiden übrig gebliebenen Patienten des Clubs. Aber Toni ist immer in der Nähe, wenn man ihn braucht, denn er heuert als Praktikant an, um seinen beiden Freunden nahe zu sein. Jonas hingegen versucht seine Kumpels zu vergessen und wieder den Einstieg ins normale Leben zu finden und mutiert dabei zu einem richtigen Arschloch. Emma beginnt eine Beziehung mit Leo, doch diese hält nicht lange und sie flüchtet nach Berlin und scheint sich dort auch gut zurechtzufinden. Doch das ist nicht von langer Dauer.

Was die zweite Staffel besser macht als den Vorgänger (obwohl das kaum möglich war) ist, das der Szenen-Wechsel zwischen den Ereignissen im Krankenhaus und die Probleme der beiden, die nun in „Freiheit“ leben, deutlich mehr Abwechslung bringt und eine Seite beleuchtet, die es in der ersten Staffel noch nicht gab. Auch die Rolle des Benito wird weiter ausgebaut.

Äußerste ich an der Besetzung von Tim Oliver Schultz in der ersten Review noch Kritik, weil er einfach nicht als 17-jähriger durchgeht, ziehe ich diese nun zurück. Denn seine Rolle wurde noch etwas ausgebaut und er muss eine enorme Bandbreite von Emotionen durchleben, die ein 17-jähriger sicherlich nicht so intensiv dargestellt hätte.

Und ich bleibe dabei, das sich das Casting als Glücksfall erweist. Hier hat man wirklich die perfekte Auswahl an Darstellern getroffen, besonders Nick Julius Schick ist so knuffig, das ich ihn sofort adoptieren würde.

Wer glaubt das Alex gänzlich von der Bildfläche verschwunden ist, wird eines Besseren belehrt. Ähnlich wie das Schwimmbad in Staffel 1 als Zwischenwelt fungiert, taucht der Verstorbene den verbliebenen Klubmitgliedern als sehr lebendig aussehender Geist auf und redet ihnen ins Gewissen. Diese übernatürliche Komponente war in Teil 1 schon so eine Sache für sich. Macht es Sinn eine Serie, die ansonsten so auf Realismus bedacht ist, mit sowas auszuschmücken? Mich hat es diesmal nicht so gestört, wie bei der vorherigen Staffel.

Alles in allem eine grandiose Fortsetzung mit gewohnt tollen Darstellern und interessanten Geschichten, die manchmal zum Lachen aber auch oft zum Weinen sind. Leider soll nach Staffel 3 Schluss sein, was wirklich schade wäre, denn hier gibt es wirklich noch jede Menge zu erzählen. Gruß an die Macher: Falls ihr Leo sterben lasst werde ich sauer :o )

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187 (Capelight/Alive)

am 13. Dezember 2016 unter Drama, Suspense, Thriller abgelegt

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Trevor Garfield ist ein Lehrer aus Überzeugung. Leider bekommt er es nicht gedankt, denn viele der verzogenen Kids, die in Banden sind, interessiert der Unterricht nicht. Als er einen Schüler durchfallen lässt, sticht dieser ihn ab. Er überlebt nur knapp. 15 Monate danach bekommt er eine Vertretungsstelle in einer Schule angeboten. Auch da ist es nicht einfach, aber einige Schüler sind durchaus wissbegierig und werden von Garfield gefördert. Doch leider befinden sich auch hier wieder ziemliche Arschlöcher in der Klasse. Als einer von diesen total überschnappt, sieht Garfield die Zeit gekommen um zu handeln.

Mittlerweile hat der Streifen auch schon wieder 20 Jahre auf dem Buckel. Wie schnell die Zeit doch vergeht. Bislang gab es keine Ausgabe auf Blu Ray. Diese Lücke schließt jetzt Capelight mit einem sehr schönen Mediabook.

Die Oberfläche ist leicht geriffelt und wirkt dadurch sehr edel. Der Ton ist zweckmäßig, da sollte man keine Wunderdinge erwarten, was bei diesem Film aber auch nicht die große Rolle spielt. Das Bild ist frei von Blitzern, wirkt aber leicht milchig – dafür gibt es keinerlei Rauschen oder Blitzer.

Als Bonus gibt es einen Audiokommentar mit Jackson und Regisseur Reynolds, der durchaus interessant ist.

Das Buch zu dem Film wurde übrigens von einem Lehrer verfasst, der seine eigenen Erlebnisse dort mit einfließen ließ. Erschreckend wie es an Amerikas Schulen zugeht kann man da nur sagen und das war vor 20 Jahren. Ich glaube nicht, das sich das heute groß verbessert hat.

187 gilt für Filme als einer der besten Filme die Samuel Jackson je gedreht hat, auch weil e r viele Teile des Streifens alleine tragen muss. Seine Änderung vom einfühlsamen Lehrer zum verbitterten Mann, wird von ihm exzellent umgesetzt.

Wer den Film nicht hat, ist mit dieser Version sicherlich gut bedient. Das Mediabook ist nicht ganz billig, aber sehr schön aufgemacht. Die technische Seite geht in Ordnung. Dazu gibt es ein sehr schönes und informatives Inlay.

DIE VERDAMMTEN DES KRIEGES (Koch Media)

am 13. Dezember 2016 unter Action, Drama abgelegt

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Gerade drei Wochen ist Eriksson an der Front, als er von seinem leicht gestörten Sergeant Meserve aus einer Falle des Vietcong gerettet wird. Der erwartet von ihm nun absolute Loyalität. Als jedoch Meserve in ein Dorf marschiert um eine junges Mädchen zu entführen, damit die Gruppe es danach vergewaltigen kann, hat Eriksson Probleme wegzuschauen, denn selbst der Krieg erlaubt nicht alles. Doch da der Rest der Truppe diese Idee unterstützt, ist er völlig auf sich alleine gestellt und hat bald neben den Bomben und Kugeln die ihm um die Ohren fliegen, noch ein ganz anderes Problem.

Ich bin nun wirklich kein glühender Fan von Brian de Palma. Hier begab er sich auf recht unbekanntes Terrain, denn einen Kriegsfilm hatte er bislang noch nicht gedreht, sondern war eher auf Psychothriller oder Charakterstudien abonniert (von ihm stammt auch der weltberühmte SCARFACE).

Noch dazu schaue ich auch nicht besonders gerne Kriegsfilme, doch diesen hier muss man einfach gesehen haben, weil er die Grausamkeiten, die sich dort ereignen, recht schonungslos darstellt.

Beim Bild bleibt einem wirklich die Spucke weg. Hätte ich den Film nicht gekannt und wüsste ich nicht, dass Fox und Penn mittlerweile viel älter sind und aussehen, könnte man wirklich meinen, es handele sich um eine neue Produktion.

Das Bild ist glasklar und besser als 50% der Neuerscheinungen. Da muss man wirklich extrem gutes Ausgangsmaterial gehabt haben. Auch der Ton rumpelt gewaltig durch die Boxen.

Ob man jetzt die EXTENDED Version unbedingt haben muss, sei dahingestellt, da sie eigentlich kaum Mehrwert bietet und überwiegend aus Verhören besteht, die damals herausgeschnitten wurden um die Laufzeit zu verkürzen. Diese sind jetzt mit deutschen Untertiteln eingefügt.

Ein rundum gelungenes Package, das KOCH hier wieder mal zusammengeschnürt hat.


THE GIRL IN THE BOOK (Lighthouse)

am 06. Dezember 2016 unter Drama abgelegt

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Alice Harvey ist Redaktionsassistentin in einem angesehenen New Yorker Buchverlag. Allerdings ist ihr Job weit unter dem was sie wirklich kann, denn sie hatte einmal das Potenzial selbst Bücher zu schreiben. Dies änderte sich als sie 13 war. Da lernt sie den Schriftsteller Milan Daneker (wer denkt sich eigentlich solche Namen aus?), kennen, der vorgab, ihr helfen zu wollen. In Wahrheit benutze er sie für seine Zwecke und baute ihre Gefühle und Erlebnisse und auch seine sexuellen Übergriffe in sein Buch ein, das ein Bestseller wurde. Nun soll ausgerechnet Alice das Rerelease vermarkten. Zudem treffen sich die beiden wieder und wissen beide nicht recht mit der Situation umzugehen, zudem Alice durch die früheren Erlebnisse emotional abgestumpft ist und jede Nacht mit einem anderen ins Bett steigt.

Endlich mal eine Geschichte die noch nicht tausend mal verfilmt wurde. Anfangs weiß man nicht auf was das ganze hinausläuft, doch mit weiterer Spieldauer des Films wird alles aufgeklärt.

Ich bin nun kein Fan von ständigen Zeitsprüngen, doch hier sind sie absolut gelungen, weil die Übergänge nicht durch harte Cuts dargestellt werden, sondern bildlich ganz weich ineinander übergehen. Dieses Stilmittel hat die Regisseurin wirklich drauf, so das man sich auf einer ständigen Zeitreise zwischen heute und damals befindet.

Revenge-Darstellerin Emily Van Camp spielt absolut überragend und zeigt, das sie auch andere Rollen beherrscht. Nyqvist ist sowieso immer gut und auch die Nebendarsteller sind absolut überzeugend.

Dazu bekommt man hier einige wirklich interessante Einblicke, wie die Arbeit in einem Buchverlag funktioniert.

Der Höhepunkt ist aber die TOP 100 Liste (möchte nicht spoilern), wer sich das ausgedacht hat, ist eigentlich zu höherem berufen und auch die optische Darstellung ist so gelungen, das dieser Handlungsstrang fast den Höhepunkt eines insgesamt rundum stimmigen Streifens darstellt – wenn man sich darauf einlassen kann, denn die Geschichte ist schon außergewöhnlich.

Für mich ein kleiner Geheimtipp für Freunde des anspruchsvolleren Kinos.

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