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Archiv der Kategorie 'Biopic'

EXPERIMENTER (Lighthouse)

am 20. September 2016 unter Biopic, Drama abgelegt

Experimenter_Poster

Wir befinden uns an der Yale Universität im Jahr 1961: Verhaltensforscher Stanley Milgram führt hier ein umstrittenes Experiment durch. Verschiedene Probanden stellen einem anderen, der im Zimmer gegenüber sitzt, Fragen, die er beantworten muss. Bei jeder falschen bekommt der andere einen Stromschlag, dessen Intensität sich jedes mal erhöht. Das interessante Ergebnis dieser Studie war, das die meisten trotz Gewinsel auf der anderen Seite das Experiment durchzogen, das im Endeffekt aber vollkommen harmlos war, da die Person im Nebenraum gar keine Stromschläge erhielt, sondern ein Mitarbeiter von Milgram war. Die Testpersonen selbst rechtfertigten sich, das sie ja nur den Anweisungen des Psychologen folgten, der anwesend war. Auch Milgrams Frau Tasha ist der Meinung, das das Experiment wegweisend ist und unterstützt ihren Mann, der in der Öffentlichkeit stark umstritten ist.

EXPRIMENTER ist ein Biopic über den Verhaltensforscher Stanley Milgram, der dies alles auch wirklich durchführte. Im Laufe des Streifens bekommt man auch noch andere Experimente serviert, die er ausprobierte, wobei ich das mit dem Brief am interessantesten fand.

Das ich nach dem Film anfange zu googlen, ist immer ein gutes Zeichen, denn ich fand diesen Menschen sehr interessant und der Film ist auch wirklich so aufgezogen, dass man sich danach noch stundenlang mit dem Thema beschäftigen kann.

Peter Sarsgaard hatte in seinem ganzen Schauspielerleben sicher noch nie so viel Text, denn neben den Dialogen im Film, teilt er aus dem Off dem Zuschauer seine persönlichen Gedanken mit. Das ist sicher anfangs gewöhnungsbedürftig, passt aber hervorragend zu dem Streifen.

Selbst Winona Ryder deren Overacting in STRANGER THINGS mir etwas auf den Zeiger ging, spielt überraschend zurückhaltend. In Nebenrollen agieren Anthony Edwards, Dennis Haysbert und John Leguizamo. Nicht gerade schlecht die Besetzung.

Zeit seines Lebens galt Milgram als umstritten. Viele fanden seine Experimente faszinierend, andere eher abstoßend. Er war zudem eine Arbeitstier und verstarb viel zu früh mit gerade einmal 51 Jahren an seinem FÜNFTEN !!! Herzinfarkt.

Dieser Film stellt eine gelungene Hommage an ihn dar.

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THE BIG SHORT (Paramount)

am 09. August 2016 unter Biopic, Drama abgelegt

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Wir befinden uns im Jahre 2005: Der Dollar ist stark und die amerikanische Wirtschaft boomt. Insbesondere in der Immobilienbranche steigen die Umsätze in unfassbare Höhen, weil diese Anlage als absolut sicher gilt und selbst arme Schlucker können sich durch Kredite, die zur Verfügung gestellt werden, schöne Villen leisten. Doch einer erkennt, das diese Blase bald zerplatzen wird. Der eher schrullige Hedgefonds-Manager Michael Burry rechnet die Zahlen durch und ist sich sicher das es in 2 Jahren zur Katastrophe kommt. Doch seine Warnungen werden überhört. Daraufhin entwickelt Burry den „Big Short“. Durch Leerkäufe von Aktien großer Investmentbanken wettet er praktisch gegen das Finanzsystem. Auf den Zug springen auch der Trader Steve Eisman auf, der durch einen absoluten Zufall von der Sache erfährt und 2 Jungs, die das große Geld wittern.

Man könnte diese Zusammenfassung noch endlos erweitern, denn in diesem Streifen passiert so unglaublich viel – an ständig wechselnden Schauplätzen.

Der Film beruht auf Tatsachen, denn es gab wirklich Menschen, die diesen Mörder-Crash vorhergesehen haben. Ob es jetzt genau diese waren und die authentisch dargestellt werden, kann ich nicht sagen, doch der von Christian Bale dargestellte Charakter kommt mir schon etwas überzogen vor.

Ich bin auch ganz ehrlich: Obwohl ich den Film in deutscher Sprache gesehen habe – verstanden habe ich nicht alles, da einem hier die Banker-Fachbegriffe nur so um die Ohren fliegen und man schon ein Finanzexperte sein muss, um alles zu kapieren. Daher werde ich mir den Streifen auch nochmal anschauen, denn interessant ist er auf jeden Fall.

Was für eine Besetzung: Christian Bale, Ryan Gosling, Steve Carrell, Brad Pitt und einige andere veredeln den Film zusätzlich, wobei ich vor allem von der Vorstellung Pitts überrascht war, der, komplett gegen den Strich gebürstet, einen ehemaligen Trader spielt.

Man sollte auf jeden Fall aber Interesse an moderner Zeitgeschichte mitbringen, sonst kann einem der Film nicht wirklich gefallen. Und wie man es schafft eine Villa auf den Namen seines Hundes zu kaufen, sollte man auf jeden Fall mal gesehen haben.

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THE WALK (Sony Pictures)

am 11. Mai 2016 unter Biopic, Drama abgelegt

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Philippe Petit ist Seilartist und keine Höhe scheint unüberwindbar. Überall balanciert er, ohne Sicherung von einem Punkt zum anderen. Dann entdeckt er in einer Zeitschrift, das die Twin Towers kurz vor der Fertigstellung stehen und beschließt, zwischen beiden in 400 Metern Höhe hin und zurück zu wandern. Doch diese Aktion ist natürlich illegal und er benötigt hierfür tatkräftige Hilfe von seinen „Komplizen“, unter anderem seiner Freundin, um das nötige Equipment aufs Dach zu schaffen. Dann ist der Tag gekommen.

Was soll ich hier für eine riesige Zusammenfassung schreiben, denn sowohl die Geschichte, als auch ihren Ausgang kennt ja so ziemlich jeder. Es gibt von dieser Aktion lediglich Fotos – gefilmt wurde diese damals leider nicht.

Daher kann ich auch nicht beurteilen, ob alles was hier zu sehen ist so stimmt, wobei mir manches (insbesondere das liegen auf dem Seil) schon sehr abwegig zu sein scheint. Da aber Petit selbst bei den Dreharbeiten dabei war, glaube ich auf der anderen Seite nicht, das er etwas dazugedichtet hat. Er bekam übrigens eine große Rolle in den sehr interessanten Extras der Blu Ray.

Joseph-Gordon Levitt spielt den spleenigen Gesellen mit wirklicher Hingabe, bekam aber einen stressigen französischen Akzent verpasst. Klar war Petit Franzose, aber ob es das wirklich gebraucht hätte? Irgendwann nervt der nämlich extrem.

In einer Nebenrolle ist Ben Kingsley zu sehen, die restlichen Darsteller sind alle von der Sorte „kennt man doch, aber der Name fällt einem gerade nicht ein“.

Doch irgendwie kann mich THE WALK nicht komplett überzeugen. Die Geschichte ist zwar sehr schön erzählt und hält sich wohl auch nahe an den wirklichen Geschehnissen auf, doch bis der Film mal richtig in die Gänge kommt ist schon sehr viel Zeit auf der Uhr vergangen.

Auf der anderen Seite wollen wir immer Charakterzeichnungen und die ist hier eben sehr gelungen. Trotzdem eine Viertelstunde weniger hätte es hier auch getan.

Die Aktion auf dem Seil und seine Gedanken dabei werden auch ausführlich geschildert, was mir aber wiederum sehr gut gefallen hat.

Die Effekte sind meist gelungen, an manchen Stellen sieht man jedoch, das sie aus dem Computer stammen, da hätte man noch etwas nachbessern können. Insbesondere wenn Hevitt auf der Freiheitsstatue steht und seine Geschichte erzählt, wirkt einiges sehr künstlich.

Fazit: Gut, aber meiner Meinung insgesamt ein wenig überbewertet.

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LOVE & MERCY (Studio Canal)

am 10. November 2015 unter Biopic, Drama abgelegt

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Die Beach Boys fahren als ganz junge Band schon riesige Erfolge ein. Ihr recht primitiver Surf-Sound trifft genau den Nerv der Zeit. Deren musikalischer Kopf ist allerdings mit den Songs und dem Stil nicht zufrieden, denn sein Traum ist es, eine völlig andere Musik zu erschaffen, zumal er das außergewöhnliche Talent besitzt, ganze Orchester im Kopf für die jeweiligen Parts einzusetzen. Als er eine Panikattacke im Flugzeug bekommt, beschließt er nicht an der Japan-Tournee teilzunehmen und tüftelt zu Hause an seinem Meisterwerk herum, das sich stilistsch komplett von den früheren Sachen  unterscheidet. Doch so genial Wilson auch ist – aufgrund vieler Schläge seines Vaters und einer sehr komplizierten Psyche in Verbindung mit vielen Drogen, stellt man bei ihm paranoide Schizophrenie fest. Einige Jahre später ist er ein nervliches Wrack, das zu dem von seinem betreuenden Psychologen auch noch bewusst mit Tabletten vollgepumpt wird. Dann verliebt er sich in die Autoverkäuferin Melinda…

Eine Geschichte wie die des Brian Wilson zu erzählen ist einfach in einem einzigen Streifen nicht möglich. Selbst bei einer doch recht stattlichen Laufzeit von 2 Stunden musste man sehr viele Aspekte und Wendungen in seinem Leben weglassen und konzentrierte sich nur auf die Zeit in der PET SOUNDS entstand, sowie die mit Melinda, die auch heute noch seine Frau ist.

Eigentlich müsste man sein Leben in einer Mini-Serie von 6 x 90 Minuten erzählen, denn auch seine musikalische Genialität kommt insgesamt ein wenig kurz, während die Verbindung zu seinem dominanten und fiesen Psychologen doch recht ausführlich beschrieben wird, wobei diese ein wenig einseitig daherkommt, denn auch wenn er am Ende eine linke Ratte war, hat er Wilson, der 3 Jahre !!im Bett verbrachte und sich mit Fastfood vollfraß, wieder ins Leben zurückgeholt und witterte erst später die Chance an das Vermögen seines Schützlings heranzukommen.

Trotzdem ist dieses Biopic natürlich gelungen. Das liegt schon an exzellenten Darstellern, allen voran Paul Dano, der für seine Leistung einen Oscar verdient hätte und, das kann man fast nicht glauben, die Songs selbst singt.

Wie er alle Seiten des komplexen Charakters Wilson spielt ist einfach grandios. John Cusack, der diesen ca. 20 Jahre später verkörpert ,ist eh über jeden Zweifel erhaben und auch Paul Giamatti und Elisabeth Banks liefern, wie auch der Rest des Castes, formidable Leistungen ab.

Allerdings muss man eines schon anmerken: Wer die Geschichte um PET SOUNDS und Brian Wilson nicht kennt, wird hier nicht mitkommen. Vielen Dingen die als selbstverständliches Wissen vorausgesetzt werden, kann ein Zuschauer der dieses eben nicht besitzt, mit Sicherheit nicht folgen. Die verschiedenen Zeitebenen tragen für den Laien auch nicht gerade zur Erhellung bei. Das ist allerdings grundsätzlich ein Problem von Biopics.

Weitere Einblicke erhält man in dem sehr guten 30 Minuten Making of, so wie auf der Wikipedia Seite, so das sich vielleicht auch die Person Wilson Menschen erschließt, die mit seinem Namen wenig bis nichts anfangen können.

Fazit: Fantastische Schauspieler ehren den Mann, der laut Experten vielleicht das beste Album ever geschrieben hat, obwohl da die Meinungen natürlich auseinander gehen. Immerhin bezeichnete kein geringerer als Paul Mc Cartney den Song GOD ONLY KNOWS als den genialsten den er je gehört hat – na wenn das kein Lob ist…so und jetzt höre ich mir nochmal die PET SOUNDS an…

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ESCOBAR: PARADISE LOST (Alamode/ALIVE)

am 04. November 2015 unter Biopic, Drama, Suspense, Thriller abgelegt

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Nick Brady will sich mit Bruder Dylan an der kolumbianischen Küste den Traum einer eigenen Surfschule erfüllen. Doch dann trifft er eines Tages Maria und verliebt sich in sie – die Nichte des berüchtigten Drogenbarons Pablo Escobar. Dieser nimmt ihn herzlich in die Familie auf und verschafft ihm sogar einen Job. Zudem spendet er regelmäßig für soziale Einrichtungen, baut Krankenhäuser und hilft seinen Landsleuten. Doch das ist leider nur die eine Seite. Er kann zudem auch ein gefährlicher Psychopath sein, dem jedes Mittel recht ist und der über Leichen geht. Eines Tages hat er einen Auftrag für Nick – und der ist nicht ohne….

Pablo Escobar ist, wie viele sicher wissen, keine fiktive Person, sondern führte sein Kartell in den 70er und 80er Jahren in Kolumbien. Auch seine vermeintlich guten Seiten sind keineswegs dem Drehbuchautor entsprungen – diese kann man überall nachlesen.

Die Liebesgeschichte der beiden ist allerdings reine Fiktion, die in die damaligen Geschehnisse eingebettet wurde und auch durchaus glaubwürdig wirkt.

Benicio del Toro ist natürlich die Idealbesetzung, alleine schon aufgrund seines Aussehens, während Josh Hutcherson, dessen Filmographie nun nicht wirklich meinen Geschmack trifft, fast schon gegen den Strich besetzt ist und eine erstaunlich gute Leistung abliefert.

Man muss allerdings schon anmerken, das der Film eine Weile braucht bis er in die Gänge kommt, weil man dem Zuschauer den Charakter des Pablo Escobar näherbringt und seine guten und schlechten Seiten aufzeigt. Nach einer guten Dreiviertelstunde nimmt der Streifen dann aber richtig Fahrt auf und bliebt bis zum Schluss absolut spannend – Ausgang unbekannt, da fiktiv.

Fazit: Der ziemlich wilde Genre Mix aus Liebesgeschichte, Aussteigerdrama, Biopic und Thriller funktioniert erstaunlich gut. Wer sich mal den Spaß macht die Extras anzuschauen, in denen alle Schauspieler interviewt werden, wird überrascht sein, welche Band Del Toro sehr gerne mag. Da wäre sicher NIEMAND drauf gekommen :o )

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DER STAAT GEGEN FRITZ BAUER (Alamode/ALIVE)

am 04. November 2015 unter Biopic, Drama abgelegt

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Wir schreiben das Jahr 1957. Das NS-Regime ist vorbei und die Menschen wollen einfach nur noch vergessen. Nicht so der jüdische Generalstaatsanwalt Fritz Bauer, dem es missfällt, das Verbrecher wie zum Beispiel Adolf Eichmann weiterhin auf freiem Fuß sind und sich irgendwo ein gemütliches Leben machen. Allerdings schafft sich Bauer doch einige Feinde innerhalb der Regierung und seiner Behörde, besonders als er einen Hinweis bekommt, wo sich Eichmann aufhalten soll und diesem nachgeht. Zusammen mit dem jungen Staatsanwalt Karl Angermann beginnt er weiter zu recherchieren. Doch es verschwinden ständig Akten und auch Oberstaatsanwalt Gebhardt hat partout etwas dagegen, das Bauer weiterforscht, da er und viele andere in wichtigen Positionen noch Alt-Nazis sind. So muss der unkonventionelle Wege gehen und bringt damit sich und seinen Kollegen in große Gefahr.

Ich wartete die ganze Zeit darauf, wann denn der von mir geschätzte Burghart Klaußner endlich mal die Szenerie betritt. Dabei spielt der die Hauptrolle. Die Maske hat es aber wirklich geschafft ihn äußerlich bis zur totalen Unkenntlichkeit dem echten Fritz Bauer nachzuempfinden. Selten habe ich so eine krasse Verwandlung bei einem Schauspieler gesehen.

Der Film ist bis in die allerkleinsten Nebenrollen top besetzt. Die würde normalerweise für 3 Filme reichen. Neben Roland Zehrfeld sind unter anderem Jörg Schüttauf, Sebastian Blomberg, Lilith Stangenberg oder Dani Levy dabei.

Der Film hält sich, wenn man Wikipedia glauben darf, auch an die Fakten und würdigt Bauer als engagierten Kämpfer und Mitinitiator der Auschwitzprozesse. Nur auf seinen mysteriösen Tod geht der Film leider nicht ein, der offiziell als natürliche Todesursache zu den Akten gelegt wurde, was allerdings nur die wenigsten glauben.

Neben dem interessanten Ermittlungen hat man auch den Lokalkolorit von damals sehr schön eingefangen und man bekommt auf wunderbare Weise vermittelt, wie eine Nation versucht, sich selbst wieder zu finden und zu definieren. Zudem erfährt man, das Bauer homosexuell war, was ihn in seiner Position natürlich immer angreifbar machte.

Fazit: Eine interessante Geschichtsstunde, die sich unsere heutige Jugend mal anschauen könnte, statt auf dem Smartphone dusselige Nachrichten zu schreiben. Auch für eine Aufführung an Schulen halte ich den Streifen für sehr geeignet.

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DIE WANNSEEKONFERENZ (Schröder Media)

am 18. August 2015 unter Biopic, Drama abgelegt

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Wir schreiben den 20. Januar 1942. Am romantischen Wannsee in Berlin treffen sich 15 hochrangige Nazifunktionäre verschiedenster Ebenen auf Grund einer Einladung von SS-Obergruppenführer Reinhard Heydrich, der zusammen mit seinem Stellvertreter SS-Obersturmbannführer Adolf Eichmann das Treffen organisierte, um zu beraten, was mit den Juden in Deutschland passieren soll. Das Treffen dauert nur wenige Stunden, und schon war einer der größten Völkermorde der Geschichte beschlossen.

Bei diesem Film muss man leider schon fast alles verraten, denn sonst würde da oben ein halber Satz stehen. Geschichtlich interessierte Menschen werden eh wissen, worum es bei dieser Sitzung ging.

Der Streifen ist für eine Fernsehproduktion erstaunlich gut besetzt. Colin Firth, Stanley Tucci und als geniales und fieses Oberarsch……Kenneth Brannagh, den ich lange nicht mehr so gut gesehen habe.

Es ist heute unvorstellbar, das diese Männer über das Schicksal von Millionen Menschen in einigen Stunden entscheiden und das nur wegen deren Herkunft. Es existiert auch nur noch ein einziges Sitzungsprotokoll, was als Grundlage für diesen Film diente, da die Teilnehmer angehalten waren, die Unterlagen zu vernichten.

Allerdings geht man davon aus, das auch ohne diese Veranstaltung der Massenmord an den Juden begangen worden, weil Hitler diesen längst in seinem kranken Kopf vorgesehen hatte.

Das manche der Beteiligten auch Zweifel an dieser Entscheidung haben, wird gut herausgearbeitet, in einem Film der mit geschliffenen Dialogen glänzt.

Wer sich für dieses Thema interessiert kann bedenkenlos zugreifen, auch wenn ja der eigentliche Ausgang schon bekannt ist.

Doch wieso gibt es hiervon keine BluRay?????

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SELMA (Studio Canal)

am 14. Juli 2015 unter Biopic, Drama abgelegt

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Wir schreiben das Jahr 1965. Das erlassene Gesetz, das Schwarze nun auch wählen dürfen, lässt der rassistische Süden nicht zu. Unter Leitung von Martin Luther King treffen sich Hunderte von Farbigen Menschen in der Stadt Selma um dort friedlichen Widerstand auszuüben. Auch das Verhältnis von King zu Präsident Johnson beginnt sich zu verschlechtern, da dieser ihm aus wahltaktischen Gründen verweigert, sich für die schwarzen Mitbürger im Süden einzusetzen. Als die Polizei die friedlichen Demonstranten niederknüppeln eskaliert die Situation.

SELMA ist toll recherchiert und fantastisch besetzt. Tom Wilkinson spielt seine Rolle so echt, das man ihn sich wirklich als Präsident der USA vorstellen könnte. Dazu agieren gewohnt souverän Giovanni Ribisi und Tim Roth in einer Paraderolle als Arschloch. David Oyelowo ist ebenfalls gut besetzt, weil er dem echten King äußerlich doch sehr nahe kommt.

Obwohl hier alles zu passen scheint hat der Film mich nicht wirklich bewegt, wie es bei so einem Streifen eigentlich sein sollte. Ich kann das nicht an einem bestimmten Grund festmachen, aber irgendwie schlug der Funke bei mir nicht über.

Natürlich hat man Mitleid mit den Schwarzen und ich frage mich heute noch wieso man Menschen mit anderer Hautfarbe diskriminiert, aber der Film selbst hatte nicht so eine Wirkung auf mich wie andere Dramen um das Thema.

Da aber das eine sehr subjektive Einschätzung ist und der Rest des Streifens absolut professionell in Szene gesetzt und gut photographiert ist gebe ich ihm trotzdem

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WHIPLASH (Sony Pictures)

am 30. Juni 2015 unter Biopic, Drama abgelegt

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Andrew ist 19 Jahre alt und hat ein großes Vorbild, einen der besten Drummer aller Zeiten: Buddy Rich. Zudem ist er mit großem Talent gesegnet. In einer New Yorker Eliteschule wird der gefürchtete aber erfolgreiche Lehrer Fletcher auch bald auf Andrew aufmerksam und holt ihn in das Schulorchester. Der glaubt sein erstes großes Ziel erreicht zu haben, doch Fletcher ist ein fieser und unerbittlicher Perfektionist. Mit teilweise unmenschlichen Methoden fordert und fördert er Höchstleistungen von seinen Schülern und bringt sie mit seinen Beleidigungen bis zum Heulen und in einem Fall gar ins Grab. Auch Andrew bekommt diese Methoden schnell zu spüren, doch er ist bereit sich durchzukämpfen – koste es was es wolle.

Ich bin normal eher vorsichtig mit Superlativen und auch mit der Vergabe der Höchstwertung, doch ich habe wirklich nichts an dem Streifen gefunden, was ich auszusetzen hätte. Auch das von einigen gescholtene Ende finde ich gelungen, weil es eigentlich final alles über die beiden Charaktere aussagt.

Die Vorstellung von J.K. Simmons als unbarmherziger, fast schon sadistischer Lehrer wurde zurecht mit einem Oscar belohnt. Er ist praktisch die musikalische Variante des von R. Lee Ermy in Full Metal Jacket verkörperten Kultcharakters des Sergeant Hartman – Fletcher hat allerdings noch deutlich mehr Beleidigungen in seinem Repertoire.

Aber auch Miles Teller, der mir bislang nur in DIVERGENT aufgefallen war, liefert eine hervorragende Leistung ab und man nimmt ihm den musikverrückten Drummer, der sich die Hände blutig trommelt, in jeder Minute ab.

Es gibt mit Ausnahme von Volksmusik wohl keine Musikrichtung die mir mehr ferner liegt als Jazz. Trotzdem hat mir die Mucke in dem Streifen richtig gut gefallen, weil sie einfach perfekt zu der Story passt und einen packt.

Da ich mich auch nie mit dieser Musikrichtung befasst habe, waren mir auch nur ein paar Standards wie TAKE 5 bekannt, die alle recht gediegen daherkommen. Das es allerdings Stücke gibt, die die Schlagzeuger dermaßen fordern, wusste ich tatsächlich nicht.

Fazit: In dem Streifen passt einfach alles zusammen. Schauspieler, Dialoge, Regie (das Gesehene spiegelt angeblich die wahren Erlebnisse des Regisseurs wider), Musik. Der Film ist teilweise spannender als ein Thriller und das als Musikdrama!!!! Absolut empfehlenswert.

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THE IMITATION GAME (Universum Film)

am 30. Juni 2015 unter Biopic, Drama abgelegt

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Wir schreiben das Jahr 1939. Auch England haben die Deutschen den Krieg erklärt. Diese verfügen über die ultimative Code-Maschine namens ENIGMA. Niemand ist in der Lage deren Verschlüsselungen zu knacken. Und somit die Nachrichten der Deutschen untereinander zu dechiffrieren. Das Codeknacker Team in Bletchley Park versucht dies ebenfalls erfolglos. Eines Tages stößt der verschlossene und arrogante Mathematiker Alan Turing dazu. Mithilfe einer riesigen Maschine, die er Christopher nennt, sowie der hochintelligenten Joan, soll es gelingen die Codes zu knacken. Doch auch nach einem Jahr gibt es keine Erfolge zu vermelden und Turing soll gefeuert werden. Zudem ist ein Geheimnis, nämlich seine Homosexualität, kurz davor ans Licht zu gelangen…..Turing gerät immer mehr unter Druck….

Welche Türen heute eine erfolgreiche TV-Serie öffnen kann ist schon erstaunlich. Wer kannte denn vor SHERLOCK schon Benedict Cumberbatch? Jetzt spielt er eine große Rolle nach der nächsten und alle überaus überzeugend, obwohl sie so unterschiedlich sind wie den Bösewicht in STAR TREK, den Wikileaks Gründer Assange als auch einen spleenigen Mathematiker.

Fast niemand, den man so fragt, kennt den Namen Alan Turing und das obwohl der Mann Millionen von Menschenleben gerettet hat. Heute wäre er mit dieser Leistung ein Held.

Leider stand ihm seine Homosexualität im Wege, zu der er aber trotzdem immer stand und für die er letztendlich auch starb.

Und genau das ist auch die einzigste Schwachstelle des Streifens. Das dieser Held so unbekannt ist, lag hauptsächlich an seiner Sexualität und die wird in dem Film leider zu kurz behandelt. Bestenfalls zehn Minuten widmen sich diesem Thema, das immerhin seinen Weltruhm verhinderte.

Der Rest seiner Biographie wird allerdings sehr gut zusammengefasst. Wie er es schafft mit Ehrgeiz und Besessenheit ENIGMA zu knacken ist toll gespielt und erzählt. Auch die Rückblenden zu seiner Schulzeit wissen zu gefallen.

So wäre IMITATION GAME als Film über eine fiktive Person nahe an der Höchstwertung, als Biopic jedoch fehlen einfach entscheidende Stellen. Trotzdem gibt es, auch wegen der tollen Nebendarsteller, wie Charles Dance, Mark Strong und der überraschend überzeugenden Keira Knightley

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