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Archiv der Kategorie 'Biopic'

WERK OHNE AUTOR (Studio Canal)

am 13. Juni 2019 unter Biopic, Drama abgelegt

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Dem jungen Künstler Kurt Barnert gelingt zusammen mit seiner Freundin Elisabeth die Flucht aus der DDR in die Bundesrepublik. Hier will er sich endlich seinen Bildern widmen, doch immer wieder holen ihn seine Traumata ein, welche er während der Herrschaft der Nazis und der SED-Zeit erlitten hat. Kurt beginnt seine schwierigen Erlebnisse in der Kunst zu verarbeiten und schafft Werke, die das Schicksal einer ganzen Generation künstlerisch einfangen. Doch das angespannte Verhältnis zu Professor Seeband , seinem Schwiegervater, überschattet Kurts Glück. Noch ahnt er nicht, dass ihre Wege sich in der Vergangenheit bereits kreuzten…

Ich habe hier die Zusammenfassung von OFDB übernommen, weil ich finde, dass sie recht gelungen ist. Das man satte 182 Minuten (und ich finde hier hätten 120 auch gereicht) nicht in 3 Sätzen komplett resümieren kann, sollte klar sein.

Eigentlich könnte man ja meinen, dass dies hier ein Film für das Feuilleton ist, doch es hagelte Verrisse, während der Streifen in Amerika für 2 Oscars nominiert war – ein seltsames Mysterium. WOA ist an das Leben des Künstlers Gerhard Richter angelehnt, der alsbald seine Meinung kundtat und den Film als völlig misslungen bezeichnete.

Ich persönlich fand den Streifen durchaus gelungen. Wie oben bereits erwähnt, hätte man hier an manchen Stellen aber deutlich kürzen können, denn leider wird der Spannungsbogen öfters unnötigerweise ausgebremst und es wird sich in zu vielen kleinen Details verloren. Was hier alles stimmt und dazugedichtet wurde, vermag ich nicht zu beurteilen und so sollte ich den Streifen hier wohl als reines Unterhaltungswerk und nicht als autobiographisches Denkmal bewerten.

Und da schneidet er durchaus gut ab. Das liegt vor allem an der absolut hervorragenden Besetzung, denn was hier alles an bekannten Darstellern verpflichtet wurde, vermag ich gar nicht aufzuzählen. Herausragend jedoch die Darstellungen von Sebastian Koch, der den ehemaligen NS Offizier mit Bravour spielt und natürlich Tom Schilling, wohl der einzigste deutsche Schauspieler (vielleicht neben Tim Oliver Schulz) der in einem Film einen 18-jährigen, wie auch einen Mitdreißiger verkörpern kann. Für mich zählt er schon immer zu den Besten, die wir in Deutschland haben.

Richtig spannend im klassischen Sinn ist der Streifen nur selten, das gibt die Geschichte einfach nicht her. Vielleicht die Szene der Flucht aus der DDR oder die Wortduelle mit Kochs Charakter erzeugen ein wenig Spannung – sonst ist das ganze aber ein durchaus gelungenes Drama mit berührenden und auch außergewöhnlichen Momenten.

Fazit: Wer Gerhard Richter nicht kennt, sollte nach dem Steifen mal googeln, denn so habe ich es auch gemacht, denn für einen Film mit solch einem Hintergrund und einer über Jahrzehnte reichenden Geschichte, praktisch keine Extras hinzuzufügen, ist leider ein Armutszeugnis.

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RBG – EIN LEBEN FÜR DIE GERECHTIGKEIT (Koch Media)

am 13. Juni 2019 unter Biopic, Dokumentation abgelegt

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Ruth Bader Ginsburg hat die Welt vor allem für Frauen verändert. Die 85-jährige Richterin stellte ihr Lebenswerk in den Dienst der Gleichberechtigung und derjenigen, die bereit sind, dafür zu kämpfen. Ebenso ist sie Befürworterin der gleichgeschlechtlichen Ehe (zumindest stimmte sie bei einer Klage dafür).1993 wurde sie als zweite Frau an den Supreme Court der USA berufen und hält dort eisern bis heute die Stellung. In den 70er Jahren erkämpfte Ruth Bader Ginsburg gegen alle Widerstände bahnbrechende Gerichtsurteile zur Gleichstellung der Geschlechter, die sie zu einer Heldin der Frauenrechtsbewegung und zu einer weltbekannten Ikone machten. Mit brillantem Verstand und Leidenschaft bleibt Ruth Bader Ginsburg gerade jetzt eine unverzichtbare Inspiration für die politische Kultur der USA und der Welt.

Ich muss zu meiner Schande gestehen, dass ich die Frau nicht kannte, bin aber auch mit den Gerichten in den USA nicht wirklich vertraut, weiß eben nur, dass dort manchmal sehr merkwürdige Urteile gesprochen werden, wie mittlerweile in Deutschland auch.

In dieser Dokumentation wird das Leben der mittlerweile 85jährigen beleuchtet, wobei auch privates nicht ausgelassen wird. Am meisten aber konzentriert man sich natürlich auf ihre Arbeit als Frauenrechtlerin und später als Richterin, wobei sie erst 1993, also im zarten Alter von 60 Jahren in den Supreme Court berufen wurde, dem höchsten Gericht der USA.

Erstaunlich ist, dass die Dame insgesamt auch von ihrem äußeren Erscheinungsbild eher stark konservativ wirkt, aber mit ihren liberalen Urteilen auf sich aufmerksam machte. Obwohl sie in manchen Szenen dieser interessanten Dokumentation eher zerbrechlich, fast schüchtern wirkt (zumindest war das mein Eindruck), gilt sie als engagierte Vertreterin ihrer Positionen, die sich auch mitunter nicht immer mit dem gängigen Recht der Verfassung der USA decken und sie sich damit viele Feinde machte, die verbal nicht gerade zimperlich mit ihr umgingen.

Fast schon als Popstar verehrt gibt es von dieser Dame tatsächlich Can’t Spell Truth Without Ruth” T-Shirts und Kaffeetassen. Das wäre in Deutschland sicherlich undenkbar.

Fazit: Ein interessantes Porträt, das viele Facetten der Dame zeigt, die ihren Kampf für Gerechtigkeit auch noch in ihrem hohen Alter austrägt. Lohn dafür waren 2 Oscarnominierungen und sogar bei den MTV- AWARDS für die Kategorie Best Real-Life Hero !! Ein Sender, der nicht wirklich dafür bekannt, solche Persönlichkeiten zu ehren. Wer sich für die Thematik interessiert, wird sicher nicht enttäuscht sein.

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BALLON (Studio Canal)

am 06. Juni 2019 unter Biopic, Drama abgelegt

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Sommer 1979 in Thüringen. Die Familien Strelzyk und Wetzel haben über zwei Jahre hinweg einen waghalsigen Plan geschmiedet: Sie wollen mit einem selbst gebauten Heißluftballon aus der DDR fliehen. Doch dieser stürzt kurz vor der westdeutschen Grenze ab. Das scheint das Ende der Flucht, doch es kommt noch schlimmer. Die Stasi findet Spuren und nimmt sofort die Ermittlungen auf, während die beiden Familien sich gezwungen sehen, unter großem Zeitdruck einen neuen Flucht-Ballon zu bauen. Mit jedem Tag ist ihnen die Stasi dichter auf den Fersen – ein nervenaufreibender Wettlauf gegen die Zeit beginnt…

Bully Herbig dreht einen Thriller, der in der DDR spielt. Also darauf wäre sicherlich niemand gekommen, der seinen üblichen Quark kennt, denn ich finde seine Filme eigentlich grausig und vollkommen unlustig.

Das er hier aber einen solch spannenden und in allen Belangen gelungenen Film abliefert, hat mich dann doch erstaunt, denn hier stimmt wirklich alles. Sei es die Atmosphäre, Spannung, Darsteller oder Musik.

Die beiden Familien wurden auch als Berater zum Dreh hinzugezogen, was dem ganzen eine zusätzliche Authentizität verleiht, denn obwohl die Ereignisse natürlich in 2 Stunden deutlich gestrafft werden mussten, waren wohl die Strelzyks und Wetzels hochzufrieden mit dem was Herbig ablieferte.

Ich persönlich kannte die Geschichte um die Flucht mit dem Ballon gar nicht, denn damals war ich wohl echt noch zu klein um das mitzubekommen und interessierte mich zudem eher weniger für DDR-Geschichten, sondern ließ lieber FADE TO GREY in Dauerrotation im Kassettenrekorder (!) laufen. Von daher war das alles für mich noch viel spannender,, weil ich nicht wusste wie es ausgeht.

Herbig gelang es zudem, mit dem schwer angesagten David Kross, Thomas Kretschmann (dem die Rolle des Stasi-Ermittlers sichtlich diabolisches Vergnügen bereitet, da er ja selbst aus der DDR floh), Friedrich Mücke und sogar Timur Bartels aus Club der roten Bänder (in einer k leinen Nebenrolle) durchweg gute Schauspieler für sein Projekt zu gewinnen.

Das einzige, bei dem sich Herbig etwas künstlerische Freiheit nimmt ist das Ende, als die Stasi kurz vor dem Fluchtversuch schon praktisch vor der Haustüre steht – dies war wohl in der Realität nicht so, auch wenn die Beamten in den Ermittlungen schon ziemlich weit waren.

Sehr sehenswert übrigen auch die Extras, in denen alle Beteiligten des Films zu Wort kommen und man erfährt, dass sogar ein eigener „Coach“ eingestellt wurde, der den Film auf Herz und Nieren prüfte, so dass auch ja kein Ausdruck darin vorkommt, wie er damals nicht gebräuchlich war , wie zum Beispiel dass eigentlich normal gewordene OKAY!

Fazit: Wenn Herbig im Zukunft nur solche Filme abliefert, darf er gerne mehr davon bringen. Von Anfang bis Ende sauspannend, selbst für Menschen, die die Geschichte kennen, ist ihm hier einer der besten deutschen Filme aller Zeiten gelungen, der fast in einer Liga mit 23 oder TATTOO spielt. Und dieser wäre mir fast entgangen weil STUDIO CANAL zu knauserig ist, um Presse DVDs zu verschicken…

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COLETTE (Universum Film)

am 06. Juni 2019 unter Biopic, Drama abgelegt

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Als Sidonie-Gabrielle Colette den erfolgreichen Pariser Autoren Willy heiratet, ändert sich ihr Leben schlagartig: Sie zieht aus dem ländlichen Frankreich ins turbulente Paris und wird Teil der intellektuellen und kulturellen Elite. Zunächst gelangweilt, arrangiert sie sich aber mit der Zeit. Willy, der von einer Schreibblockade geplagt ist, überzeugt seine junge Frau für ihn als Ghostwriter zu arbeiten. In ihrem Debütroman erzählt Colette die Geschichte einer selbstbewussten, jungen Frau namens Claudine. Ein halb-autobiografischer Roman, der unter Willys Namen zum Bestseller wird und ihm Reichtum und Ruhm verschafft. Schnell entstehen weitere Claudine-Bestseller – geschrieben von Colette – und schließlich eine ganze Markenwelt. Doch sie möchte nun endlich die jenige sein, die den Rum einheimst und nicht ihr Ehemann.

Das Problem des Streifens ist eigentlich das, was jede Biographie hat, denn natürlich gab es Sidonie-Gabrielle Colette in Wirklichkeit. Sie wurde 1873 geboren und gilt noch heute als eine bedeutende Schriftstellerin.

Aber bleibt man relativ nahe an den Geschehnissen dran, so wie es hier der Fall ist, droht so ein Biopic immer ein wenig langweilig zu werden, weil das Leben oft eben nicht so spannend ist wie erfundene Plots.

Dichtet man auf der anderen Seite Dinge dazu, meckern dann wieder die Wahrheitsfetischisten, dass dieses oder jenes doch gar nicht passiert sei und man das nur dazu geschrieben hat, damit es etwas spannender wird. Daher kann man es in diesem Genre irgendwie niemandem recht machen und wie zu erwarten gehen die Kritiken auch weit auseinander

Von grandios bis sterbenslangweilig ist im Netz nahezu alles zu finden und ich kann dies durchaus nachvollziehen. Auch ich kann mich nicht wirklich auf eine Bewertung festlegen.

Frau Knightley ist mir zudem schauspielerisch total überbewertet und wird langsam auch für Rollen von Frauen Anfang 20 doch etwas alt, hat aber ihre Bestimmung anscheinend in Dramen aus vergangene Epochen gefunden, den sie spielte ja auch schon in ABBITE oder ANNA KARENINA mit.

Wer sich für die Geschichte der jungen Autorin interessiert und eine Verfilmung sehen will, die sich wohl sehr nahe am wirklichen Leben der Colette aufhält ist hier gut bedient. Der Rest dürfte sich partiell etwas langweilen.

DIE FRAU DES NOBELPREISTRÄGERS (Capelight/Alive)

am 21. Mai 2019 unter Biopic, Drama abgelegt

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Joan und Joe Castleman sind nun seit fast 40 Jahren verheiratet. Joe gefällt sich als einer der bedeutendsten amerikanischen Schriftsteller der Gegenwart. Er genießt in vollen Zügen die Aufmerksamkeit, die ihm zuteil wird. Als er für sein literarisches Gesamtwerk mit dem Nobelpreis ausgezeichnet werden soll, reisen sie gemeinsam nach Schweden. Begleitet werden sie dabei unter anderem von ihrem Sohn David – selbst angehender Schriftsteller, der jedoch unter der Last des Vaters erdrückt wird. Zwischen hochoffiziellen Empfängen, werden die Risse der Ehe sichtbar und Joans Unzufriedenheit wird immer intensiver, zumal sie selbst auf eine durchaus erfolgreiche Karriere, die sie hätte haben können, verzichtete.

Juhu, da schreit das Feuilleton aus allen Rohren. Grandios, Weltklasse. Großes Kino. Nun das trifft auf die schauspielerische Leistung von Frau Close durchaus zu – das ist aber dann auch schon alles, denn die Geschichte gibt einfach keine fast 100 Minuten her.

So zeigt man immer wieder die eigentlichen charakterlichen Schwächen, des in der Öffentlichkeit so anerkannten Autors auf, was irgendwann aber etwas ermüdet. Gelungen hingegen sind die Rückblicke, die erzählen, wie die beiden sich kennenlernten, und worauf Joan in ihrem Leben für die Liebe alles verzichtete.

DIE Überraschung ist hier aber, dass Christian Slater, von dem ich dachte er hätte die Schauspielerei an den Nagel gehängt, in einem Film mit so großen Namen, so viel Screentime bekommt und diese auch gut nutzt um zu zeigen, dass er es doch eigentlich kann. Hierbei möchte ich erwähnen, das es nach wie vor 2 seiner besten Filme (MURDER IN THE FIRST und HART AUF SENDUNG) nicht auf BR gibt.

Natürlich kann man diesen Streifen nicht niedermachen, dafür sind die Schauspieler zu gut und auch die Dialoge zu geschliffen. Ein bisschen mehr Spannung oder Dramatik hätte man dann aber doch einbauen können, denn so zieht sich das alles in manchen Abschnitten doch sehr in die Länge.

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A PRIVATE WAR (Ascot Elite/Alive)

am 10. April 2019 unter Biopic, Drama abgelegt

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Marie Colvin, ist einer der berühmtesten Kriegsreporterin unserer Zeit. Als sie in Sri Lanka einem Anschlag zum Opfer fällt und ihr linkes Auge dabei draufgeht, verfällt sie in Lethargie, doch die hält nicht lange an, denn sie ist für eine Leben in einem schicken Heim einfach nicht geboren und es zieht sie wieder in die Ferne – diesmal nach Syrien. Der Reporter Paul Conroy, der mittlerweile zu einem sehr guten Freund geworden ist, begleitet sie dabei. Doch hier muss Marie einsehen, dass sie an ihre Grenzen stößt und gerät in Lebensgefahr.

Ich muss zugeben, das ich diese Reporterin nicht kannte, bin aber auch nicht wirklich firm in diesem Bereich, denn ich beschäftige mich auch selten mit dieser Materie, kannte aber immerhin den BANG BANG CLUB und hatte auch den hervorragenden Film dazu gesehen.

Trotzdem standen die Vorzeichen für eine gute Bewertung schlecht. Dies ist einfach nicht mein Genre und Rosamund Pike finde ich ziemlich überbewertet, während Jamie Dorman eigentlich spielen kann was er will – die Rolle des Mister Grey wird ihn ein Leben lang verfolgen.

Das unten jedoch eine sehr gute Bewertung aufgeführt ist, liegt an eben den überraschend guten Darbietungen und dem sehr authentischem Filmstil. Frau Pike liefert eine unglaubliche Leistung ab, denn vergleicht man mal ihr Spiel mit dem Verhalten und der Mimik der echten Reporterin in den Extras, da ist dort schon eine verblüffende Ähnlichkeit zu sehen. In einer Nebenrolle ist Stanley Tucchi mit dabei.

Für mich war das ganze natürlich auch zu dem noch interessant, weil ich keinerlei Vorkennrisse besaß und auch nicht wusste, wie der Streifen endet. Wer ein Happy End erwartet, kann hier gleich abschalten.

In den Extras gibt es die preisgekrönte Dokumentation UNDER THE WIRE zu sehen, die hervorragende Kritiken bekommt und sich mit dem Leben der Reporterin und den verschiedenen Schauplätzen, bei denen sie zugegen war, beschäftigt. Werde ich mir die Tage auch noch anschauen.

So bleibt unter dem Strich ein interessantes Biopic, bei der die Beweggründe für die Einsätze von Colvin auch gut herausgearbeitet werden. Diesmal ist der Hinweis „nach einer wahren Geschichte“ auch wirklich mal angemessen.

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LORO (Universum Film)

am 10. April 2019 unter Biopic, Drama, Komödie abgelegt

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Italien im Jahr 2008: Das Land ist geprägt von der Gier nach Reichtum und Macht und im Mittelpunkt steht natürlich der Besitzer des AC MAILAND und ehemalige Ministerpräsident Silvio Berlusconi , dem alle in den Hintern kriechen, um ein bisschen Macht und Geld abzubekommen. Sergio zum Beispiel betreibt einen kleinen Callgirl-Ring und will ebenso wie seine Partnerin Tamara endlich auch seine Träume verwirklichen. Doch Berlusconi ist nur scheinbar der mächtigste Mann des Landes und der größte Medienmogul Europas. Er brütet auf seiner Sommerresidenz vor sich hin, ist ausgebrannt und hat mit zahlreichen Klagen zu kämpfen – seine Ehe ist ein Witz. Als ihn dann auch noch ein enger Vertrauter verrät, beschließt Berlusconi, sich nicht weiter dem Schicksal zu ergeben und wieder Ministerpräsident zu werden.

Wie es der beknackte Millionär immer wieder geschafft hat, sich in die Regierung wählen zu lassen, ist bis heute ein größeres Geheimnis als das, wer die Modern Talking Platten gekauft hat. Niemand konnte sie ausstehen, aber jede war auf Nummer Eins in den Charts und so ging es auch mit Berlusconi. Angeblich hassten ihn alle, aber es gelangen ihm mehrere Comebacks. Wenn die Italiener sonst keine Politiker hatten in dieser Zeit dann gute Nacht.

Das Ganze funktioniert als Satire auch recht ordentlich und lange Zeit wird auch der Name des Protagonisten gar nicht verraten, aber es ist eben auch ein Paolo Sorenntino Film. Ein Mann der ohne die sozialkritischen Komponenten nicht auskommt und der seinen Werken immer einen gewissen Anspruch verleiht.

LORO geht aber satte 2 ½ Stunden und irgendwann hat man dann doch die ganzen Intrigen und Ereignisse leid. Natürlich hält sich der Regisseur nur an wahre Geschehnisse und das Leben des Berlusconi kann man auch nicht schnell in einigen Minuten abhandeln – mir persönlich geht das ganze aber viel zu lang und manche Dinge wiederholen sich zu oft, zumal die satirische Komponente gegen Ende auch etwas weniger wird.

Eine Bewertung kann ich hier unmöglich abgeben, denn es wird viele geben die davon schwärmen, einige andere werden das ganze viel zu lang und streckenweise auch öde finden, besonders die, die die Geschichte des Berlusconi nicht kennen.

UTOYA 22. JULI (Universum Film)

am 12. Februar 2019 unter Biopic, Drama abgelegt

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Die 18-jährige Kaja verbringt mit ihrer jüngeren Schwester Emilie ein paar Ferientage in einem Sommercamp auf der norwegischen Insel Utøya. Angeregt diskutieren die Jugendlichen über aktuelle politische Entwicklungen, denn in Oslo Stadt ist eine Bombe explodiert. Dann fallen plötzlich Schüsse. Erschrocken suchen Kaja und die anderen Schutz im Wald. Kein Versteck scheint sicher zu sein. Doch die Hoffnung auf Rettung bleibt. Und Kaja setzt alles daran, Emilie zu finden, die sie in dem Chaos aus den Augen verloren hat.

Utoya ist eine kleine Insel im Tyrifjord, dem fünftgrößten Binnensee Norwegens. Sie liegt nahe dem Eingang zum Holsfjord, einem der vier Hauptarme des Sees, rund 500 m vom Seeufer entfernt. Beim Anschlag durch Anders Behring Breivikam 22. Juli 2011 starben auf der Insel 69 Menschen.

Soweit zu den Fakten, die ich bei Wikipedia gefunden habe. Die Ereignisse fanden damals also tatsächlich statt und der Bekloppte, der vor ein paar Jahren in München um sich ballerte, war Fan von diesem Breivikam und tat es ihm gleich.

Nun gibt es natürlich 2 Möglichkeiten so einen Film zu realisieren. Entweder als Dokumentation oder als normalen Spielfilm. Der Regisseur entschied sich für letzteres, wählte dabei allerdings die subjektive Kamera als Stilmittel und entschied sich für einen Onecutter. Das ist ein Film, der an einem Stück durchgedreht wird ohne einen Schnitt vorzunehmen.

Das selbe Prinzip verfolgte auch schon VICTORIA, ebenfalls bei Universum Film erschienen. Nun hatte dieser aber den Vorteil, das in den guten 2 Stunden sehr viele verschiedene Schauplätze vorkamen und es immer wieder überraschende Wendungen gab. Dies ist bei UTOYA nicht der Fall, was einfach daran liegt, das die damals nicht passierten.

Deshalb gerät das Ganze in meinen Augen einfach zu langatmig. Gefühlte 20 Minuten am Stück liegt zum Beispiel ein Gruppe der vermeintlichen Opfer an einer Stelle, zittern, quatschen, es fällt ein Schuss, es wird weiter gequatscht und gezittert und wieder fallen Schüsse. Auch wenn das sicherlich in der Realität so passiert ist, gestaltet es sich einfach zu monoton.

Es gibt aber auch gelungene Stellen, wie zum Beispiel die Flucht ins Gebäude, die hervorragend eingefangen wurde. Am besten ist jedoch die Schlusspointe, die allerdings so nicht stattgefunden hat, wie der Film im Abspann betont.

Das Mädel, das die Hauptrolle spielt und danach ein sehr sympathisches Interview in den Extras gibt, ist in ihrer darstellerischen Leistung auch durchaus glaubwürdig, wenn man bedenkt, dass es noch dazu ihre erste Rolle war.

Eine Bewertung ist hier nicht möglich, zumindest keine relativ objektive. Leute die Filme wie BLAIR WITCH 1 mögen, dürften hier auch Gefallen finden. Menschen die die Wackelkamera hassen, sollten eine großen Bogen machen, auch wenn sie in diesem Kontext ja durchaus Sinn macht.

THE MIRACLE SEASON (Koch Media)

am 04. Dezember 2018 unter Biopic, Drama abgelegt

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Caroline und Kelley sind nicht nur beste Freundinnen, sondern auch beide begeisterte Volleyball-Spielerinnen. Als Teamleaderin hat die lebensfrohe und bei allen beliebte Caroline die Mannschaft der Highschool zum Meistertitel geführt und nun träumen die beiden davon, das Kunststück in der neuen Saison zu wiederholen, was vor ihnen ganz wenige erreicht haben. Doch dann kommt Caroline bei einem Unfall ums Leben. Die taffe, aber warmherzige Trainerin Kathy Bresnahan will, dass die schüchterne Kelley auf dem Platz in Carolines große Fußstapfen tritt. Doch die ist dafür gar nicht der Typ, zudem trauert sie zu sehr um ihre Freundin, die sie schon im Kindergarten kannte. Doch sie weiß auch, dass sie sich zusammenreißen muss – schon für Caroline.

Hach ja, Geschichten aus dem wahren Leben sind dann doch immer wieder die herzergreifensten, denn die Ereignisse haben so wirklich stattgefunden und sorgten wohl damals in Amerika auch für eine große Betroffenheit.

Man muss aber sagen, das der Film es schafft, den typisch amerikanischen Kitsch, der gerne bei solchen Geschichten herauskommt, ganz gut zu umgehen. Natürlich gibt es hier wieder die „Du kannst alles schaffen“-Attitüde, die bei solchen Dramen nie fehlen darf.

Letztendlich funktioniert der Streifen aber auch als reiner Unterhaltungsfilm, was unter anderem an der herausragenden Besetzung liegt, die für einen doch eher kleinen Film erstaunlich ist.

Die Trainerin wird von Helen Hunt gespielt, um die es in den letzten Jahren recht ruhig gewesen ist. Als Vater der verunglückten Caroline ist William Hurt zu sehen und auch für die beiden Rollen der Teenagerinnen wurden mit Danika Yarosh und Erin Moriarty 2 Damen verpflichtet, die reichlich Erfahrung mitbringen.

Herausragend sind hier außerdem die Extras. In den Interviews erläutern alle Darsteller, wieso sie ihre Rollen unbedingt spielen wollten und das die beiden Mädels wochenlanges Training absolvierten. Da die Geschehnisse erst wenige Jahre her sind, leben auch alle Beteiligten wie der Vater und die Trainerin noch und halfen dabei, den Film mitzugestalten und das merkt man auch. Da ist viel Liebe zum Detail vorhanden.

Da sich der Herz-Schmerz-Anteil glücklicherweise doch stark in Grenzen hält und man zudem interessante Einblicke in das amerikanische Jugendsport-System erhält, lohnt der Film durchaus. Der Unterhaltungsfaktor und die Authentizität stören sich auch in diese Falle nicht, was bei vielen Streifen dieses Genres oft der Fall ist.

An manchen Stellen lebensbejahend, an anderen traurig, bietet der Film sehr gute, ich würde sogar sagen partiell erstaunlich anspruchsvolle Unterhaltung und wird zarten Gemütern ein Tränchen ins Auge zaubern.

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DIE FARBE DES HORIZONTS (Universum Film)

am 15. November 2018 unter Biopic, Drama abgelegt

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Die lebenslustige Tami möchte am liebsten die ganze Welt erkunden. Kaum hat die junge Kalifornierin ihren Abschluss in der Tasche, fährt sie einfach mal nach Tahiti. Dort lernt sie den etwas älteren Segler Richard kennen und lieben. Ein befreundetes Ehepaar bietet den beiden an, ihr Boot gegen eine hohe Aufwandsentschädigung zu überführen, was den beiden natürlich gut gefällt, denn so kann man mit dem Hobby noch etwas Geld verdienen. Doch mitten auf dem Pazifik, mittlerweile 2000 Seemeilen vom nächsten Festland entfernt, geraten sie plötzlich in einen gewaltigen Hurrikan. Als Tami aus ihrer Ohnmacht erwacht, ist ihr Boot nur noch ein Wrack und Richard schwer verletzt – sie kann ihn zwar retten, aber er ist ihr keine große Hilfe. Schafft sie alleine den Kampf gegen die hohe See zu gewinnen?

Am besten weiß man über diese Geschichte gar nichts, denn dann sind einige interessante Wendungen noch spannend. Ich kannte diese schon, weil ich sie mal in der Presse gelesen hatte. Daher war mir bekannt wie das ganze endete.

Da ich Shailene Wodley extrem gerne mag. habe ich mir den Streifen dann doch angesehen. Zuerst die positive Nachricht: Es ist kein Liebesfilm, auch wenn Madame in der ersten halben Stunde wie ein Honigkuchenpferd dauergrinst und damit wirklich kurz vorm Chargieren steht, ändert sich das aber glücklicherweise mit zunehmender Spieldauer und das Überleben der beiden auf dem Meer gewinnt die Oberhand in der Geschichte.

Baltasar Kormakur hat als Regisseur ja schon jede Menge Erfahrung mit der Arbeit auf hoher See, denn einer seiner ersten Filme war ebenfalls ein Drama auf dem Ozean – der vielgelobte THE DEEP, der mir aber ein wenig zu elegisch geriet. Aber durch die nötigen Vorkenntnisse schaffte er hier mit speziellen Aufnahmen, oft halb aus dem Wasser, halb an der Oberfläche, teilweise sehr interessante Perspektiven.

Nach dem Film kann man sich noch mit den Hintergründen befassen, denn es gibt zahlreiche Extras, wobei ich immer noch nicht verstehe, wieso UNIVERSUM diese nie deutsch untertitelt. Die wahre Geschichte ist bei Wikipedia einsehbar.

Fazit. Grundsolides Drama mit ordentlichen Darstellern und ganz gutem Spannungsaufbau – sehr schön ist die Wende gegen Mitte des Streifens. Trotzdem gefällt mir Frau Wodley mit kurzen Haaren besser, was aber nichts an der Qualität des Films ändert :o ).

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