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Archiv der Kategorie 'Biopic'

A PRIVATE WAR (Ascot Elite/Alive)

am 10. April 2019 unter Biopic, Drama abgelegt

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Marie Colvin, ist einer der berühmtesten Kriegsreporterin unserer Zeit. Als sie in Sri Lanka einem Anschlag zum Opfer fällt und ihr linkes Auge dabei draufgeht, verfällt sie in Lethargie, doch die hält nicht lange an, denn sie ist für eine Leben in einem schicken Heim einfach nicht geboren und es zieht sie wieder in die Ferne – diesmal nach Syrien. Der Reporter Paul Conroy, der mittlerweile zu einem sehr guten Freund geworden ist, begleitet sie dabei. Doch hier muss Marie einsehen, dass sie an ihre Grenzen stößt und gerät in Lebensgefahr.

Ich muss zugeben, das ich diese Reporterin nicht kannte, bin aber auch nicht wirklich firm in diesem Bereich, denn ich beschäftige mich auch selten mit dieser Materie, kannte aber immerhin den BANG BANG CLUB und hatte auch den hervorragenden Film dazu gesehen.

Trotzdem standen die Vorzeichen für eine gute Bewertung schlecht. Dies ist einfach nicht mein Genre und Rosamund Pike finde ich ziemlich überbewertet, während Jamie Dorman eigentlich spielen kann was er will – die Rolle des Mister Grey wird ihn ein Leben lang verfolgen.

Das unten jedoch eine sehr gute Bewertung aufgeführt ist, liegt an eben den überraschend guten Darbietungen und dem sehr authentischem Filmstil. Frau Pike liefert eine unglaubliche Leistung ab, denn vergleicht man mal ihr Spiel mit dem Verhalten und der Mimik der echten Reporterin in den Extras, da ist dort schon eine verblüffende Ähnlichkeit zu sehen. In einer Nebenrolle ist Stanley Tucchi mit dabei.

Für mich war das ganze natürlich auch zu dem noch interessant, weil ich keinerlei Vorkennrisse besaß und auch nicht wusste, wie der Streifen endet. Wer ein Happy End erwartet, kann hier gleich abschalten.

In den Extras gibt es die preisgekrönte Dokumentation UNDER THE WIRE zu sehen, die hervorragende Kritiken bekommt und sich mit dem Leben der Reporterin und den verschiedenen Schauplätzen, bei denen sie zugegen war, beschäftigt. Werde ich mir die Tage auch noch anschauen.

So bleibt unter dem Strich ein interessantes Biopic, bei der die Beweggründe für die Einsätze von Colvin auch gut herausgearbeitet werden. Diesmal ist der Hinweis „nach einer wahren Geschichte“ auch wirklich mal angemessen.

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LORO (Universum Film)

am 10. April 2019 unter Biopic, Drama, Komödie abgelegt

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Italien im Jahr 2008: Das Land ist geprägt von der Gier nach Reichtum und Macht und im Mittelpunkt steht natürlich der Besitzer des AC MAILAND und ehemalige Ministerpräsident Silvio Berlusconi , dem alle in den Hintern kriechen, um ein bisschen Macht und Geld abzubekommen. Sergio zum Beispiel betreibt einen kleinen Callgirl-Ring und will ebenso wie seine Partnerin Tamara endlich auch seine Träume verwirklichen. Doch Berlusconi ist nur scheinbar der mächtigste Mann des Landes und der größte Medienmogul Europas. Er brütet auf seiner Sommerresidenz vor sich hin, ist ausgebrannt und hat mit zahlreichen Klagen zu kämpfen – seine Ehe ist ein Witz. Als ihn dann auch noch ein enger Vertrauter verrät, beschließt Berlusconi, sich nicht weiter dem Schicksal zu ergeben und wieder Ministerpräsident zu werden.

Wie es der beknackte Millionär immer wieder geschafft hat, sich in die Regierung wählen zu lassen, ist bis heute ein größeres Geheimnis als das, wer die Modern Talking Platten gekauft hat. Niemand konnte sie ausstehen, aber jede war auf Nummer Eins in den Charts und so ging es auch mit Berlusconi. Angeblich hassten ihn alle, aber es gelangen ihm mehrere Comebacks. Wenn die Italiener sonst keine Politiker hatten in dieser Zeit dann gute Nacht.

Das Ganze funktioniert als Satire auch recht ordentlich und lange Zeit wird auch der Name des Protagonisten gar nicht verraten, aber es ist eben auch ein Paolo Sorenntino Film. Ein Mann der ohne die sozialkritischen Komponenten nicht auskommt und der seinen Werken immer einen gewissen Anspruch verleiht.

LORO geht aber satte 2 ½ Stunden und irgendwann hat man dann doch die ganzen Intrigen und Ereignisse leid. Natürlich hält sich der Regisseur nur an wahre Geschehnisse und das Leben des Berlusconi kann man auch nicht schnell in einigen Minuten abhandeln – mir persönlich geht das ganze aber viel zu lang und manche Dinge wiederholen sich zu oft, zumal die satirische Komponente gegen Ende auch etwas weniger wird.

Eine Bewertung kann ich hier unmöglich abgeben, denn es wird viele geben die davon schwärmen, einige andere werden das ganze viel zu lang und streckenweise auch öde finden, besonders die, die die Geschichte des Berlusconi nicht kennen.

UTOYA 22. JULI (Universum Film)

am 12. Februar 2019 unter Biopic, Drama abgelegt

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Die 18-jährige Kaja verbringt mit ihrer jüngeren Schwester Emilie ein paar Ferientage in einem Sommercamp auf der norwegischen Insel Utøya. Angeregt diskutieren die Jugendlichen über aktuelle politische Entwicklungen, denn in Oslo Stadt ist eine Bombe explodiert. Dann fallen plötzlich Schüsse. Erschrocken suchen Kaja und die anderen Schutz im Wald. Kein Versteck scheint sicher zu sein. Doch die Hoffnung auf Rettung bleibt. Und Kaja setzt alles daran, Emilie zu finden, die sie in dem Chaos aus den Augen verloren hat.

Utoya ist eine kleine Insel im Tyrifjord, dem fünftgrößten Binnensee Norwegens. Sie liegt nahe dem Eingang zum Holsfjord, einem der vier Hauptarme des Sees, rund 500 m vom Seeufer entfernt. Beim Anschlag durch Anders Behring Breivikam 22. Juli 2011 starben auf der Insel 69 Menschen.

Soweit zu den Fakten, die ich bei Wikipedia gefunden habe. Die Ereignisse fanden damals also tatsächlich statt und der Bekloppte, der vor ein paar Jahren in München um sich ballerte, war Fan von diesem Breivikam und tat es ihm gleich.

Nun gibt es natürlich 2 Möglichkeiten so einen Film zu realisieren. Entweder als Dokumentation oder als normalen Spielfilm. Der Regisseur entschied sich für letzteres, wählte dabei allerdings die subjektive Kamera als Stilmittel und entschied sich für einen Onecutter. Das ist ein Film, der an einem Stück durchgedreht wird ohne einen Schnitt vorzunehmen.

Das selbe Prinzip verfolgte auch schon VICTORIA, ebenfalls bei Universum Film erschienen. Nun hatte dieser aber den Vorteil, das in den guten 2 Stunden sehr viele verschiedene Schauplätze vorkamen und es immer wieder überraschende Wendungen gab. Dies ist bei UTOYA nicht der Fall, was einfach daran liegt, das die damals nicht passierten.

Deshalb gerät das Ganze in meinen Augen einfach zu langatmig. Gefühlte 20 Minuten am Stück liegt zum Beispiel ein Gruppe der vermeintlichen Opfer an einer Stelle, zittern, quatschen, es fällt ein Schuss, es wird weiter gequatscht und gezittert und wieder fallen Schüsse. Auch wenn das sicherlich in der Realität so passiert ist, gestaltet es sich einfach zu monoton.

Es gibt aber auch gelungene Stellen, wie zum Beispiel die Flucht ins Gebäude, die hervorragend eingefangen wurde. Am besten ist jedoch die Schlusspointe, die allerdings so nicht stattgefunden hat, wie der Film im Abspann betont.

Das Mädel, das die Hauptrolle spielt und danach ein sehr sympathisches Interview in den Extras gibt, ist in ihrer darstellerischen Leistung auch durchaus glaubwürdig, wenn man bedenkt, dass es noch dazu ihre erste Rolle war.

Eine Bewertung ist hier nicht möglich, zumindest keine relativ objektive. Leute die Filme wie BLAIR WITCH 1 mögen, dürften hier auch Gefallen finden. Menschen die die Wackelkamera hassen, sollten eine großen Bogen machen, auch wenn sie in diesem Kontext ja durchaus Sinn macht.

THE MIRACLE SEASON (Koch Media)

am 04. Dezember 2018 unter Biopic, Drama abgelegt

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Caroline und Kelley sind nicht nur beste Freundinnen, sondern auch beide begeisterte Volleyball-Spielerinnen. Als Teamleaderin hat die lebensfrohe und bei allen beliebte Caroline die Mannschaft der Highschool zum Meistertitel geführt und nun träumen die beiden davon, das Kunststück in der neuen Saison zu wiederholen, was vor ihnen ganz wenige erreicht haben. Doch dann kommt Caroline bei einem Unfall ums Leben. Die taffe, aber warmherzige Trainerin Kathy Bresnahan will, dass die schüchterne Kelley auf dem Platz in Carolines große Fußstapfen tritt. Doch die ist dafür gar nicht der Typ, zudem trauert sie zu sehr um ihre Freundin, die sie schon im Kindergarten kannte. Doch sie weiß auch, dass sie sich zusammenreißen muss – schon für Caroline.

Hach ja, Geschichten aus dem wahren Leben sind dann doch immer wieder die herzergreifensten, denn die Ereignisse haben so wirklich stattgefunden und sorgten wohl damals in Amerika auch für eine große Betroffenheit.

Man muss aber sagen, das der Film es schafft, den typisch amerikanischen Kitsch, der gerne bei solchen Geschichten herauskommt, ganz gut zu umgehen. Natürlich gibt es hier wieder die „Du kannst alles schaffen“-Attitüde, die bei solchen Dramen nie fehlen darf.

Letztendlich funktioniert der Streifen aber auch als reiner Unterhaltungsfilm, was unter anderem an der herausragenden Besetzung liegt, die für einen doch eher kleinen Film erstaunlich ist.

Die Trainerin wird von Helen Hunt gespielt, um die es in den letzten Jahren recht ruhig gewesen ist. Als Vater der verunglückten Caroline ist William Hurt zu sehen und auch für die beiden Rollen der Teenagerinnen wurden mit Danika Yarosh und Erin Moriarty 2 Damen verpflichtet, die reichlich Erfahrung mitbringen.

Herausragend sind hier außerdem die Extras. In den Interviews erläutern alle Darsteller, wieso sie ihre Rollen unbedingt spielen wollten und das die beiden Mädels wochenlanges Training absolvierten. Da die Geschehnisse erst wenige Jahre her sind, leben auch alle Beteiligten wie der Vater und die Trainerin noch und halfen dabei, den Film mitzugestalten und das merkt man auch. Da ist viel Liebe zum Detail vorhanden.

Da sich der Herz-Schmerz-Anteil glücklicherweise doch stark in Grenzen hält und man zudem interessante Einblicke in das amerikanische Jugendsport-System erhält, lohnt der Film durchaus. Der Unterhaltungsfaktor und die Authentizität stören sich auch in diese Falle nicht, was bei vielen Streifen dieses Genres oft der Fall ist.

An manchen Stellen lebensbejahend, an anderen traurig, bietet der Film sehr gute, ich würde sogar sagen partiell erstaunlich anspruchsvolle Unterhaltung und wird zarten Gemütern ein Tränchen ins Auge zaubern.

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DIE FARBE DES HORIZONTS (Universum Film)

am 15. November 2018 unter Biopic, Drama abgelegt

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Die lebenslustige Tami möchte am liebsten die ganze Welt erkunden. Kaum hat die junge Kalifornierin ihren Abschluss in der Tasche, fährt sie einfach mal nach Tahiti. Dort lernt sie den etwas älteren Segler Richard kennen und lieben. Ein befreundetes Ehepaar bietet den beiden an, ihr Boot gegen eine hohe Aufwandsentschädigung zu überführen, was den beiden natürlich gut gefällt, denn so kann man mit dem Hobby noch etwas Geld verdienen. Doch mitten auf dem Pazifik, mittlerweile 2000 Seemeilen vom nächsten Festland entfernt, geraten sie plötzlich in einen gewaltigen Hurrikan. Als Tami aus ihrer Ohnmacht erwacht, ist ihr Boot nur noch ein Wrack und Richard schwer verletzt – sie kann ihn zwar retten, aber er ist ihr keine große Hilfe. Schafft sie alleine den Kampf gegen die hohe See zu gewinnen?

Am besten weiß man über diese Geschichte gar nichts, denn dann sind einige interessante Wendungen noch spannend. Ich kannte diese schon, weil ich sie mal in der Presse gelesen hatte. Daher war mir bekannt wie das ganze endete.

Da ich Shailene Wodley extrem gerne mag. habe ich mir den Streifen dann doch angesehen. Zuerst die positive Nachricht: Es ist kein Liebesfilm, auch wenn Madame in der ersten halben Stunde wie ein Honigkuchenpferd dauergrinst und damit wirklich kurz vorm Chargieren steht, ändert sich das aber glücklicherweise mit zunehmender Spieldauer und das Überleben der beiden auf dem Meer gewinnt die Oberhand in der Geschichte.

Baltasar Kormakur hat als Regisseur ja schon jede Menge Erfahrung mit der Arbeit auf hoher See, denn einer seiner ersten Filme war ebenfalls ein Drama auf dem Ozean – der vielgelobte THE DEEP, der mir aber ein wenig zu elegisch geriet. Aber durch die nötigen Vorkenntnisse schaffte er hier mit speziellen Aufnahmen, oft halb aus dem Wasser, halb an der Oberfläche, teilweise sehr interessante Perspektiven.

Nach dem Film kann man sich noch mit den Hintergründen befassen, denn es gibt zahlreiche Extras, wobei ich immer noch nicht verstehe, wieso UNIVERSUM diese nie deutsch untertitelt. Die wahre Geschichte ist bei Wikipedia einsehbar.

Fazit. Grundsolides Drama mit ordentlichen Darstellern und ganz gutem Spannungsaufbau – sehr schön ist die Wende gegen Mitte des Streifens. Trotzdem gefällt mir Frau Wodley mit kurzen Haaren besser, was aber nichts an der Qualität des Films ändert :o ).

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ALLES GELD DER WELT (Universum Film)

am 02. August 2018 unter Biopic, Drama, Suspense, Thriller abgelegt

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1973 wird der 16-jährige Paul, Enkel des milliardenschweren Öl-Magnaten J. Paul Getty, in Rom entführt. Die Kidnapper verlangen läppische 17 Millionen Dollar Lösegeld, doch Opa denkt nicht im Traum daran dieses zu bezahlen. Der moderne Dagobert Duck und Griesgram hält das Ganze für eine Inszenierung und fürchtet Nachahmer – schließlich hat er 13 weitere Enkel und wäre danach (wenn er jedes Mal zahlen würde) pleite. Nur Pauls verzweifelte Mutter Gail kämpft weiter um das Leben ihres Sohnes. Unermüdlich versucht sie, den alten Getty umzustimmen und verbündet sich schließlich mit dem Sicherheitsberater, dem Ex-CIA Mann Fletcher Chase. Dieser steht eigentlich auf der Gehaltsliste von Getty, doch dessen Verhalten widert ihn an und so versucht er seine Kontakte spielen zu lassen ….Den beiden bleibt aber nur noch wenig Zeit, bis das Ultimatum abläuft – und ein Ohr fehlt dem Jungen bereits….

Anscheinend war es jedem außer mir bekannt, dass der Film schon fertig gedreht war und dann die Szenen mit Christopher Plummer komplett nochmal eingespielt wurden, da dessen Rolle mit Kevin Spacey besetzt war, der aber nach seinen Skandalen (die ich persönlich aber völlig überbewertet finde und nicht rechtfertigen den Mann dermaßen niederzumachen) nicht mehr Ridley Scotts Vertrauen besaß, bzw. man fürchtete, dass der Film an den Kinokassen abschmiert.

Obwohl Spacey eigentlich eh viel zu jung war, hat man diesbezüglich mit Christopher Plummer, der Zeit seines Lebens für meine Begriffe als einer der unterschätztesten Schauspieler in die Filmgeschichte eingehen wird, die perfekte Besetzung gefunden.

Allerdings (und dafür habe ich Zeugen^^), war mein erster Eindruck nach dem Film, dass er dramaturgisch doch merkwürdig daherkommt und zusätzlich einen mauen Spannungsbogen hat. Alles wirkt irgendwie zusammengestückelt und passt nicht zur bekannten Professionalität des Regisseurs. Aber die Erklärung woran das liegt, habe ich ja jetzt hierfür bekommen.

Zwar wird der Streifen im zweiten Abschnitt deutlich besser, bis dahin zieht sich das Ganze aber ganz schön in die Länge und Mark Wahlberg finde ich irgendwie fehlbesetzt, ohne dass dies an seiner schauspielerischen Leistung läge, aber irgendwie kaufe ich ihm das Ganze nicht ab.

Auch hier wird wieder behauptet, das sich das Gezeigte ganz nahe an den tatsächlichen Ereignissen des Jahres 1973 bewegt, was ich in manchen Punkten aber nur bedingt glauben kann, weil mir viele Dinge recht unglaubwürdig erscheinen (würde zu vielen Spoilern führen).

Wer sich für die Geschichte interessiert, kann das ganze bei Wikipedia nachlesen, da gibt es einen sehr interessanten Bericht.

Eine echte Entdeckung in diesem Streifen ist Charlie Plummer, der mit seinem nuancierten Spiel und den Kulleraugen alle aussticht und, so weit mir bekannt, nicht mit Christopher verwandt ist.

So bleibt unter den Strich ein grundsolides Entführungsdrama. Aber man hat von Scott schon besseres gesehen. Die Oscar-Nominierung für den mittlerweile 88-jährigen Christopher Plummer halte ich allerdings für vollkommen gerechtfertigt – nicht nur weil er die Rolle perfekt verkörpert, sondern weil er auch innerhalb weniger Wochen die ganzen Nachdrehs schaffte – und das in diesem Alter.

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MOLLYS GAME (Universum Film)

am 20. Juli 2018 unter Biopic, Drama, Suspense abgelegt

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MOLLY’S GAME beruht auf einer recht obskuren, realen Geschichte. Für den Zuschauer beginnt alles als sie eines Nachts von schwer bewaffneten FBI-Agenten festgenommen wird. Sie ist sich keiner Schuld bewusst, denn sie organisierte zwar Poker-Runden für reiche Gäste unter anderem Schauspieler oder Sportler. Sie nahm sich aber kein Geld von den Einsätzen und Gewinnen, denn das wäre strafbar gewesen,.Leider stellte sich heraus, das auch die russische Mafia an diesen Spielen teilnahm, was dem FBI gar nicht gefiel. Merkwürdig wird es, als Molly die Namen ihre Gäste verschweigt und sich damit noch tiefer in die Misere reitet, aus der sie der renommierte Anwalt Jaaffey nun herauspauken soll, Kein leichtes Unterfangen.

Molly gibt es wirklich und beim googeln kann man eine recht ausführliche Biographie nachlesen – wenn ich das nun alles auch erzählen würde, könnte das zu Langeweile des Lesers führen.Wenn man keine Ahnung hat, wer die Dame ist, sollte man sich meiner Meinung nach aber vorher gar nicht informieren, sondern einfach den Film genießen, der laut der echten Molly Bloom, ganz nahe an der Realität ist, wie sie in den Extras bestätigt.

Da mittlerweile bekannt sein sollte, das ich Jessica Chastain extrem gerne sehe, weil sie irgendwie in jeder Rolle überzeugt, war der Film für mich eh schon Pflicht, hätte aber nicht gedacht, dass er so spannend ausfällt.

Großartig auch die tollen Wortduelle zwischen Chastain und ihrem Anwalt Idris Elba, die sich bei ihren Begegnungen einen gekonnten Schlagabtausch liefern. Ich bleibe auch dabei, das der Mann einfach für positive Rollen geschaffen ist. Die beiden Filme, in denen er den vermeintlich Bösen spielte, fand ich kompletten Müll.

So ist aufgrund der spannenden Erzählweise der Film auch für Menschen interessant, die von Poker nichts verstehen. Die wenigen Szenen, bei denen man die Karten sieht, werden zudem sehr gut von Molly aus dem Off erklärt, so das auch jeder problemlos mitkommt, der dieses Spiel nicht beherrscht.

So bleibt unter dem Strich ein hervorragend gespieltes Drama, mit vielen spannenden, aber auch einigen amüsanten Momenten. Auf jeden Fall sehenswert.

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THE WHISKEY BANDIT (Koch Media)

am 24. Mai 2018 unter Biopic, Drama abgelegt

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In den 90er Jahren wird Ungarn von einer Reihe Banküberfälle erschüttert, für die Attila Ambrus zuständig ist. Nachdem er in seinem Leben viel Mist erlebt und sich mit Bestechungsgeld die ungarische Staatsbürgerschaft ergaunert hat, ist die Kohle komplett alle. Er weiß sich nicht mehr zu helfen, zumal er auch gerade die große Liebe kennengelernt hat. Also beginnt er, Banken auszurauben, um das Leben zu finanzieren. Eines Tages erzählt ein Opfer, das er nach Whiskey gerochen haben soll, und daraufhin bekommt er den Stempel „Whiskey Bandit“ aufgedrückt, der in der Öffentlichkeit auf deutlich mehr Zuneigung als Abneigung stößt, was dem zuständigen Ermittler gar nicht passt.

Nimród E. Antal ist wieder in seiner Heimat angekommen. Der Regisseur der mit KONTROLL damals einen Geheimtipp landete, wurde daraufhin für Hollywood „gecastet“ und durfte da ein paar Filme drehen. Außer dem soliden MOTEL kam dabei aber nur ziemlicher Mist heraus, denn PREDATORS kann man nun wirklich nicht anders bezeichnen.

Hier setzt er nun dem ungarischen Dieb Attila Ambrus so etwas wie ein kleines Denkmal. Der Mann ist in Ungarn bekannt wie ein bunter Hund, was Antal dazu veranlasste, seinen Film in Rückblenden zu erzählen. Aus Sicht der Ungarn, die die Geschichte um den Räuber, der gleichzeitig professioneller Eishockeyspieler war, (!) sicherlich kein Problem.

Für Menschen wie mich oder andere Leute die diesen Herren nicht kennen, erweist sich dieser Erzählstil allerdings als etwas unglücklich, denn eigentlich weiß man nach nur wenigen Minuten, wie der Film ausgeht, abgesehen von einer kleineren Überraschung gegen Ende. Das hätte ich anders gedreht.

Ansonsten gibt es nicht viel auszusetzen. Antal legt sehr viel Wert auf Charakterzeichnung und resümiert punktgenau, wie sein „Held“ in diese Situation geriet – mit Rückblicken in die Kindheit und seiner Jugend. So ist das ganze auch deutlich mehr ein Drama. Welchen Film der Kritiker der den Film als „ Ein Actionspektakel, wie man es noch nie gesehen hat” (Filmtett)“ bezeichnete, weiß ich daher nicht.

Das heißt nicht, da der Film schlecht wäre, aber mit der Beschreibung hat er nun gar nichts zu tun. Vielmehr handelt es sich um die Lebensgeschichte eines Mannes, der nicht gerade viel Glück hatte und als es dann mal auf seiner Seite war, er den Bogen überspannte.

Fazit: Fein gezeichnetes Portrait, das jedoch NICHTS mit einem Thriller oder Actionfilm zu tun hat, sondern ein ordentlich gespieltes Drama ist…

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BORG VS. MCENROE (Universum Film)

am 07. März 2018 unter Biopic, Drama abgelegt

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Wir schreiben das Jahr 1980: Das Wimbledon-Endspiel steht an und könnte für den amtierenden Champion Borg ein Triumphzug werden, da 5 Siege noch nie jemand vor ihm geschafft hat. Borg jedoch ist ausgebrannt und obwohl erst 24, denkt er bereits ans Aufhören. Ihm im Nacken sitzt ein junger, aufstrebender Amerikaner Namens Mc Enroe, der hungrig auf seinen ersten großen Titel ist. Im Gegensatz zu dem eher introvertierten Borg, ist dieser ein Schreihals und legt sich ständig mit dem Schiedsrichter und den Zuschauern an. Es beginnt nicht nur ein sportliches Endspiel, sondern auch ein Psychoduell zwischen den beiden Kontrahenten.

Sportfilme sind eigentlich meistens interessant, weil man viele Geschichten eben nicht so gut kennt. Da ich selbst als kleiner Steppke immerhin mal Nummer 3 in meinem Bundesland meines Altersjahresganges war, habe ich zum Tennis natürlich einen besonderen Bezug. Zudem war ich immer Mc Enroe-Fan, weil ich es liebte, das mal jemand Krawall machte und nicht immer, wie die meisten, reglos über den Platz schlich.

In Sachen Besetzung hat man hier alles richtig gemacht, denn sowohl Shia LaBeauf (der privat auch nicht gerade als Leisetreter gilt) als auch Sverrir Gudnason sind perfekt besetzt und haben sich im Vorfeld gut mit ihren Charakteren auseinandergesetzt, denn sie ahmen deren Eigenarten und zum Beispiel die Aufschlagbewegungen perfekt nach. Auch optisch hat man das (insbesondere bei Gudnason) gut hinbekommen.

Beide Sportler, die damals als große Rivalen galten und in der Presse sogar als Feinde dargestellt wurden, verstehen sich heute blendend, denn Borg ist sogar Mc Enroes Trauzeuge. Letzterer war mit dem Streifen auch nicht zufrieden, weil er die Dinge nicht so empfand, wie sie dargestellt wurden, während Borg meinte, das dies doch der Realität schon sehr nahekam.

Ein bisschen stressig sind die Schnitte während des Tennisspiels. Klar man schneidet immer wieder Originalszenen und nachgestellte dazu und muss da natürlich schnell cutten, damit man keinen Unterschied sieht, aber manchmal ist mir das zu hektisch.

Unter dem Strich ein interessantes Sportlerdrama, das allerdings doch eher Tennisfans interessieren dürfte. Einige Nebenfiguren wie zum Beispiel Peter Flemming, der später Doppelpartner Mc Enroes wurde und mit ihm totel auf Titel holte, werden nur kurz angeschnitten und wenn jemand sich nicht auskennt, weiß er gar nicht wer diejenige Person nun gerade ist und welchen Stellenwert sie hat. Zudem ist die Geschichte insgesamt etwas sehr auf den Schweden fixiert und nicht ganz ausgewogen. Trotzdem auf jeden Fall sehenswert, alleine wegen des Flairs.

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6 BELOW (Universum Film)

am 06. Februar 2018 unter Biopic, Drama abgelegt

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Im Februar 2004 startet Ex-Eishockeyspieler Eric LeMarque eine Snowboardtour durch die höchsten Gipfel der Sierra Nevada. Auf ihn wartet ein Prozess wegen eines Unfalls. Bis dahin will er nochmal den Kopf freikriegen, denn eigentlich steht er vor einem Scherbenhaufen. Seine Karriere hat er durch Drogen und seinen Dickkopf ruiniert und auch zu seinen Eltern hat er ein schlechtes Verhältnis. Als er trotz miesen Wetters eine Abfahrt herunterboardet verirrt er sich irgendwann im Schneegestöber und irrt tagelang, fernab jeglicher Zivilisation, umher und kämpft ums Überleben.

Da es sich hier um eine wahre Geschichte handelt, ist es wohl erlaubt zu spoilern, denn wenn Eric nicht überlebt hätte, gäbe es diesen Film ja nicht. Sein Leben läuft mittlerweile in geordneten Bahnen, obwohl er beide Beine verlor, was sowohl im Abspann, als auch den Extras gezeigt wird. Allerdings finde ich es etwas merkwürdig das es bei Universum Film im Jahre 2018 bei allen Extras keine deutschen Untertitel gibt – das sollte man doch ändern.

Grundsätzlich ähnelt der Streifen dann auch Filmen wie Jungle oder 127 Hours, in dem Menschen unfassbares erlebt und überlebt haben.

Eigentlich nicht so mein Genre. Ich habe mir den Film eher wegen des Hauptdarstellers angeschaut, denn Josh Hartnett mochte ich schon immer. Um ihn ist es in den letzten Jahren ziemlich ruhig geworden, nachdem er mit genialen Streifen wie FACULTY oder 30 DAYS OF NIGHT recht viel Geschick bei seiner Filmauswahl bewies.

Trotz der recht langen Laufzeit halten sich die langatmigen Abschnitte die mich z.B. bei 127 Hours störten hier in Grenzen, zumal mal in Rückblenden die Geschichte des Hauptdarstellers erzählt bekommt.

In der Rolle seiner Mutter ist übrigens die von mir eh geschätzte Mira Sorvino zu sehen, wobei sie ihren Sohn dann schon mit 11 Jahren entband, denn Hartnett ist eben nur soviel jünger als Sorvino, was aber nicht wirklich stört.

Insgesamt ein unterhaltsamer und gut gespielter Film mit beeindruckender Naturkulisse. Wer solche Filme mag, kann bedenkenlos zugreifen.

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