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Archiv der Kategorie 'Biopic'

RILLINGTON PLACE (Polyband/WVG)

am 09. November 2017 unter Biopic, Drama, Thriller abgelegt

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Wir schreiben das Jahr 1938. Die Eheleute Ethel und John haben sich jahrelang nicht gesehen und beschließen, es nochmal miteinander zu versuchen. Letzterer wohnt in einem ziemlich maroden Haus im Rillington Place. Zuerst verläuft alles sehr harmonisch, doch dann entdeckt Ethel, das ihr Gatte anderen Frauen nachstellt – und es kommt noch schlimmer. Immer mehr beschleicht sie der Verdacht, das er diese auch noch umbringt. Als er gegenüber ihr gewalttätig wird verlässt sie ihn. Doch nach einem mitleiderregenden Brief kehrt sie wieder zurück. Ein schwerer Fehler wie sich herausstellen sollte.

Und wieder haben wir hier eine wahre Geschichte, denn diesen Herren gab es wirklich. Wie nahe sich der Film an der Realität befindet, vermag ich jedoch nicht zu beurteilen, da ich die Hintergründe nicht kenne und von dem Fall noch nie etwas gehört habe.

Sehr wohl beurteilen kann ich aber die schauspielerische Leistung von Tim Roth, die hier absolut herausragend ist. Wie er den Spagat schafft, zwischen dem Killer und dem nett aussehenden Herren von nebenan, ist einfach grandios. Man hat ihn hier auch 20 Jahre älter aussehen lassen. Auch Samatha Morton ist wie immer souverän und ihre Darstellung der Ethel hat mir ebenso gefallen.

Allerdings ist RILLINGTON PLACE eher Drama denn Thriller und wer hier Horror erwartet, liegt komplett daneben. Das heißt jedoch nicht, das die Miniserie (3 x 50 Minuten) nicht unterhaltsam wäre, aber hier wird eher mit leisen Tönen gearbeitet, als das man einem Serienkiller beim Abschlachten seiner Opfer beiwohnt.

London in den Spätdreißigern ist ebenfalls gut getroffen und der Film hat dadurch eine schöne Atmosphäre. Bei diesen Streifen achte ich immer ganz genau darauf, ob ich nicht irgendwelche Filmfehler erkenne, doch mir ist keiner aufgefallen.

Wer sich für diese Thematik interessiert kann hier nicht falsch liegen. Ich muss aber anmerken, das man durchaus sieht, das es sich um eine TV Serie und nicht um einen Spielfilm handelt. Aber das ist heutzutage ja kein Problem mehr, da sich Fernsehproduktionen qualitativ immer mehr Spielfilmen annähern.

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SPACEWALKER (Capelight/Alive)

am 09. November 2017 unter Biopic, Drama, SciFi abgelegt

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Im Zuge des Kalten Krieges kämpfen die UdSSR und die USA im Jahr 1965 erbittert um die Führung im kosmischen Rennen. Die Sowjetunion steht kurz vor dem historischen Versuch, den ersten Menschen auf einen Weltraumspaziergang zu schicken. Allerdings planen die Amerikaner ähnliches, also hetzt man die Konstrukteure, es statt 1967 wie geplant, schon 2 Jahre früher möglich zu machen. Als dann das Prüfungsraumschiff in die Luft fliegt, scheint das Rennen erst mal verloren. Doch die beiden Kampfflieger Pavel Beljajev und sein jüngerer Partner Aleksej Leonov sind trotzdem bereit, trotz aller Gefahren den Schritt ins Unbekannte zu wagen…

Letzterer lebt heute noch und war als Berater des Films tätig, was dem Ganzen natürlich eine große Authentizität verleiht. Auch wenn man weiß, wie die Geschichte ausgeht, ist SPACEWALKER dennoch spannend.

Die Effekte sind großartig und stehen amerikanischen Produktionen wirklich in nichts nach. Insbesondere die Szenen im Weltraum sind richtig gut.

Ein wenig nervt aber das patriotische Geplapper zwischendurch, auch diesbezüglich ähnelt der Streifen den amerikanischen Vorbildern. Genosse hier Genosse da, und die bösen Amerikaner finden oft Erwähnung, aber das muss man wohl so hinnehmen, da es zu der Zeit eben diesen Kalten Krieg gab.

Allerdings wird einem der Streifen als Thriller im All verkauft, was er nun wahrlich nicht ist. Ich würde das ganze eher als ein Drama mit stark biografischen Zügen und Spannungsmomenten bezeichnen. Zudem hätten es 20 Minuten weniger auch getan, denn gegen Ende zieht es sich dann doch ein wenig.

Ich bin kein Kenner des russischen Films, daher kann ich zu den Darstellern wenig sagen, diese erledigen ihren Job jedoch gut. Insbesondere der Chef des Ganzen spielt seine Rolle sehr überzeugend und ist eigentlich auch die sympathischste Figur, weil er zuerst an das Überleben seiner beiden Schützlinge denkt. Der „Held“ und Weltraumspaziergänger wird mir insgesamt etwas zu pathetisch dargestellt.

So bleibt unter dem Strich ein interessantes Drama mit wirklich gelungenen Effekte, nach wahren Begebenheiten. In den Extras erwähnt der originale Leonov nochmals, das sich das alles genauso abgespielt hat.

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JUNGLE (Splendid)

am 31. Oktober 2017 unter Biopic, Drama abgelegt

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Der junge Israeli Yossi reist seit Monaten durch Lateinamerika. Als er eines Tages nach Bolivien kommt, lernt er zwei junge Amerikaner Namens Kevin und Marcus kennen, mit denen er sich anfreundet. Auch die sind auf der Suche nach einem Abenteuer. Da kommt den Herrschaften der Goldsucher Karl gerade recht, der die Gegend wie seine Westentasche kennt. Gemeinsam brechen Sie auf, um kaum erforschtes Gebiet zu erkunden. Mit der Zeit stellt sich allerdings heraus, das Karl ein ziemlicher Egomane ist. Zudem sind von Marcus die Füße dermaßen kaputt, das es für ihn nicht mehr weitergeht. So brechen Joschi und Kevin alleine auf, während die anderen beiden den Rückweg angehen. Doch als sie auf einem Floß in eine Stromschnelle geraten werden die beiden getrennt. Tagelang irrt Joshi nun im Dschungel herum. Vorräte hat er keine mehr, das Ende scheint nahe.

Und wieder haben wie hier eine wahre Geschichte die verfilmt wurde. Laut den Extras soll der Film sich wohl wirklich sehr nahe am Erlebten aufhalten und die beiden Hauptdarsteller bzw. dessen Charaktere leben auch beide noch, da die Ereignisse Anfang der 80er Jahre stattfanden.

Ich wage jedoch zu bezweifeln, das jemand, selbst wenn er hungrig und fertig ist, so reale Visionen hat, wie sie Yossi durchlebt. An diesen Stellen geht mit dem Regisseur der Gaul etwas durch. Ich hätte diese besser weggelassen und mehr von der natürlichen Bedrohung dafür gezeigt, denn irgendwie empfand ich sie als störend.

Insgesamt kann man dem Film aber eine gute Note geben, Mal keine Monster oder Untote, sondern einfach mal ein Abenteuerfilm, ja fast schon der alten Schule (denkt man sich die Spezialeffekte weg)

Radcliffe mit Vollbart passt zwar nicht wirklich, aber man wollte ihn eben aussehen lassen wie den wahren Joshi. Gegen Ende verfällt er etwas ins Overacting, liefert aber sonst genau wie Alex Russell als Kevin eine gute Leistung ab. Thomas Kretschmann sieht man eh immer gerne und der kennt sich ja im Urwald auch bestens aus, drehte ja bereits den (übrigens tollen) DSCHUNGELKIND.

Mal ein überraschend anderer Film möchte man sagen, denn die Reizüberflutung mit Zombies oder anderen Kreaturen ist im Moment schon ziemlich hoch. Daher eine willkommene Abwechslung im Blu Ray Player, für Menschen, die sich für solch eine Art Film und das Genre begeistern können. Die Naturaufnahmen sind zudem absolut großartig.

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THE FOUNDER (Splendid)

am 12. September 2017 unter Biopic, Drama abgelegt

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Wieso wurde diese Geschichte eigentlich bisher noch nie erzählt? Die Frage stellt Michael Keaton in den Extras als allererstes und es ist in der Tat erstaunlich, das sich bislang noch nie jemand an die Entstehung der Mc Donalds Kette gewagt hatte, zumal die durchaus richtig guten Stoff hergibt.

Ray Kroc ist mit 52 Jahren eigentlich eine gescheiterte Existenz, denn sämtliche seiner Ideen endeten im Nichts und auch sein neuer Mixer erzielt nicht gerade rasante Umsätze. Als er in San Bernardino das Fast-Food-Restaurant der „McDonalds“ entdeckt, ändert sich sein Leben, denn die beiden Brüder, die dieses betreiben, beeindrucken ihn mit ihrem simplen, aber sehr effizienten Konzept. Kroc ist sich sicher, das dies ein Modell für die Zukunft ist und das hier dringend Franchise nötig ist. Doch die beiden Brüder verwehren sich zunächst gegen diese Idee. Aufgrund seiner Hartnäckigkeit, schließen sie jedoch dann irgendwann einen Vertrag mit Kroc. Dieser baut das Imperium zwar immer weiter aus, hat aber durch seine geringen Anteile nur wenig Gewinn und muss sein Haus beleihen. Doch irgendwann sieht der eigentlich gutmütige und freundliche Ray ein, das er härtere Geschütze auffahren muss und die Kosten minimieren. Sehr zum Leidwesen der beiden Brüder.

Ich gebe zu, das ich nicht wirklich ein Fan der Kette bin. Mit Ausnahme von KFC bin ich im Allgemeinen kein Freund von fast Food Läden – auch nicht von deutschen. Die Geschichte hier ist jedoch wirklich interessant und wird uns in knapp 2 Stunden komprimiert geschildert. Daraus hätte man aufgrund des enormen Potenzials auch eine Serie machen können

Michael Keaton erlebt ja seit BIRDMAN seinen dritten Frühling, nachdem er eigentlich schon weg vom Fenster war, denn nach den Batman-Filmen wurde es doch sehr ruhig um ihm. Mein Lieblingsstreifen mit ihm ist immer noch DAS DREAM TEAM, das es leider auch nicht auf Blu Ray gibt.

Keaton geht in der Rolle des Ray Kroc komplett auf und spielt herausragend. Auch seine Wandlung vom netten Kerl zum umtriebigen und forschen Geschäftsmann ist glaubwürdig dargestellt. Er wird dabei aber auch hervorragend unterstützt, denn insbesondere Nick Offerman und Allzweckwaffe John Caroll Lynch, als der naivere und gutmütige der beiden Brüder, spielen hier groß auf. In Nebenrollen sind Patrick Wilson, Laura Dern und Linda Cardellini zu sehen. Nicht schlecht für einen doch eher kleineren Film.

Es heißt ja das das Leben die interessantesten Geschichten schreibt, daher sind Filme beliebt, wenn sie auf wahren Begebenheiten beruhen und die Amerikaner beweisen immer wieder, das noch längst nicht alle guten erzählt wurden.

Die hier gezeigten Ereignisse müssen sich insgesamt auch recht nahe an den tatsächlichen Fakten orientieren, denn wenn man die Geschichte des Ray Kroc und der Brüder googelt, scheint man hier sehr wenig dazu erfunden zu haben, was dem Film zu Gute kommt.

So bleiben unter dem Strich 2 Stunden hochwertige Unterhaltung, mit großartigen Darstellern, auch wenn es storybedingt anfangs natürlich ein wenig dauert bis die Geschichte ins Rollen kommt. Sehenswert!!

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DER FALL KALINKA (Koch Media)

am 03. Mai 2017 unter Biopic, Drama abgelegt

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Am 10. Juli 1982 stirbt die 14 Jahre alte Tochter des Unternehmers André Bamberski unter merkwürdigen Umständen, als sie gerade in den Ferien bei ihrer Mutter Dany und deren deutschen Freund, dem Arzt Dieter Krombach am Bodensee verweilt. Da das Mädchen eben noch sehr jung war und die Todesursache völlig unklar ist, wird eine Autopsie durchgeführt, die aber, wie sich herausstellt, sehr schlampig durchgeführt wurde. Bamberski erfährt, das Krombach bei dieser anwesend war. Als er weiter nachforscht und seine Ex Frau ihm gesteht, das er Kalinka tags zuvor angeblich ein Mittel gespritzt hat, durch das sie schneller braun wird, klingeln bei dem Vater die Alarmglocken. Er ist sich sicher, das Krombach seine Tochter erst schachmatt gesetzt, dann vergewaltigt hat und für ihren Tod mitverantwortlich ist und will Gerechtigkeit, doch die Justiz steht ihm dabei immer wieder im Weg. Aber er gibt nicht auf und ist fest entschlossen, den Tod seiner Tochter zu rächen.

Diese Geschichte hat sich tatsächlich so ereignet. Oftmals bekommt der Zuschauer ja mittlerweile den Satz „beruht auf wahren Begebenheiten“ kredenzt, obwohl das bestenfalls die realen Ereignisse gerade mal streift.

Wie man in den Extras erfährt, ist das hier aber genauso passiert, zumal der Vater des Mädchens noch lebt und dem Regisseur auch das ok für den Film gab.

Die schauspielerischen Leistungen dieses Dramas, das gegen Ende sogar fast zum Thriller wird, sind herausragend. Daniel Auteuil liefert eine brillante Vorstellung ab und auch Sebastian Koch als sein „Gegenspieler“ weiß zu überzeugen. Überhaupt ist der Cast bis in kleinere Rollen, wie etwa Bamberskis Anwalt oder seiner neuen Lebensgefährtin sehr gut besetzt.

Als Zuschauer bekommt man ein Gefühl der Wut, das sich Verbrecher aufgrund der komplizierten Rechtsprechung einzelner Länder, ihren Strafen einfach so entziehen können, denn selbst nachdem der Arzt nachweislich ein weiteres Mädchen vergewaltigt hat, läuft er immer noch auf freiem Fuß herein – skandalös.

Fazit: Ein Film, den fast niemand kennt, der sich aber auf jeden Fall lohnt anzuschauen. Die Geschichte ist flüssig erzählt, die Darsteller sind grandios. Die IMDB Bewertung von 6,9 ist viel zu niedrig.

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SNOWDEN (Universum Film)

am 07. April 2017 unter Biopic, Drama, Thriller abgelegt

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Worum es in diesem Film geht, und wer dieser Mann ist, dürfte wohl so ziemlich jedem bekannt sein, der die letzten 10 Jahre nicht in einem Bunker gelebt hat, daher hier nur eine ganz kurze Zusammenfassung. Nachdem seine militärische Karriere an einem komplizierten Beinbruch scheitert, wechselt der geniale Programmierer Edward Snowden zur CIA. Für diese schreibt er Programme, die es der Regierung ermöglichen, andere auszuspionieren. Doch mit der Zeit kommen ihm Zweifel an dem was er da tut, erst recht als er entdeckt, das auch die eigene Bevölkerung vor der Überwachung nicht mehr sicher ist. Zudem ist er erschüttert, wie Menschen per Drohnenangriffe eben mal andere töten und dann gemütlich nach Hause gehen. Nach einiger Zeit hat er so viele skandalöse Dinge gesehen, das er sich genötigt sieht, diese zu veröffentlichen. Auch wenn ihm bewusst ist, das sein Leben, wie er es kennt, vorbei sein wird.

Wer anders außer Oliver Stone kann so etwas verfilmen? Eigentlich keiner. Das Gewissen der USA, hat schon mit JFK bewiesen, das er einen an sich recht trockenen Stoff, interessant umzusetzen vermag. Auf der anderen Seite weiß man natürlich bei ihm auch nie genau, was wahr ist und was er dazugedichtet hat. Daher bekommt man am Anfang des Streifens gleich den Hinweis, das einige Dinge etwas dramatischer gezeigt werden, als die in der Realität wirklich waren.

Das liegt aber meiner Meinung nach durchaus im Ermessensspielraums eines Regisseurs, der die Leute ja auch unterhalten will, und SNOWDEN ist nunmal keine Dokumentation.

Bei Stone ist es wie bei Soderbergh – wenn der Mann ruft, kommen sie alle und belegen dafür selbst kleine Nebenrollen wie etwa Timothy Olyphant oder Nic Cage. Mit Lewitt hat er zudem den perfekten Snowden gefunden, der seinem Original sogar ein bisschen ähnlich sieht.

In den sehr interessanten Interviews bekommt man sogar erklärt, das der Hauptdarsteller die Gestik, den Gang und sogar die Sprache seines lebenden Vorbildes imitiert. Respekt!! Oliver Stone äußerst sich in den Extras noch ausführlich zu seinen Beweggründen den Film zu machen und wie seine Meinung zu Snowden ist, der am Ende des Films tatsächlich noch einige Minuten sich selbst spielt – eine gelungene Idee.

Fazit: Bei dieser realen Vorlage kann man als Regisseur nicht viel falsch machen und so hat Stone hier einen spannenden und hervorragend gespielten Streifen hingelegt.. Auch wenn einige Dinge etwas verändert wurden, damit das Geschehene unterhaltsamer wird, hält er sich wohl doch weitestgehend an die Fakten. An die Nummer mit dem Zauberwürfel glaube ich jedoch nicht.

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OPERATION ANTHROPOID (Universum Film)

am 08. Februar 2017 unter Biopic, Drama, Suspense abgelegt

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Die zwei tschechischen Soldaten Josef Gabcík und Jan Kubiš kehren im Dezember 1941 in ihre Heimat zurück, die mittlerweile unter der Besatzung der Deutschen steht. Sie haben den Auftrag, den SS-Obergruppenführer und Vorzeigesadisten Reinhard Heydrich zu ermorden und finden Unterschlupf bei einer Familie, bei der sie zusammen mit einigen anderen des Widerstands das Attentat planen. Doch selbst wenn dieses gelingen sollte ist es nicht sicher, ob Hitler nicht Rache im tschechischen Volk nehmen wird. Doch das Risiko ist die Gruppe bereit einzugehen.

Diese Ereignisse haben so oder so ähnlich wirklich stattgefunden und auch die beiden oben erwähnten Freiheitskämpfer gab es – das kann man überall nachlesen.

Cilian Murphy sieht man zudem immer gerne, zumal er sich in den letzten Jahren etwas rar gemacht hat. Ob man sich mit Herrn Dorman, der sich immerhin leidlich müht, einen Gefallen getan hat, wage ich zu bezweifeln. Man hat einfach jedes Mal Mister Grey vor Augen, der nun als tschechischer Freiheitskämpfer durchgehen soll – so wirklich klappt das nicht.

Der Film ist allerdings durchaus spannend, hat aber den Nachteil, das man, wenn man die Thematik kennt, schon nach siebzig Minuten weiß, wie er ausgeht – danach folgen aber noch weitere fünfzig. Manchmal ist es gut nicht alles zu wissen, wenn man Filme mit historischen Bezügen schaut. Aber Regisseur Ellis kann ja nichts dafür, das ich, ansonsten die absolute Geschichtsniete, das zufällig wusste.

Ansonsten wird  der Streifen gegen Ende hin partiell ziemlich brutal und ich muss die Gottesgläubigen immer wieder fragen – dafür hat der Herr den Menschen erschaffen? Das der eine so mit den anderen umgeht, quält und/oder abschlachtet? Bis heute konnte mir niemand der Bibelfesten hierfür eine gescheite Antwort geben.

Vielleicht war der Sinn meiner Geburt aber zum Beispiel einfach nur, das ich über diesen Streifen am heutigen Tage eine Review schreiben sollte, was ich hiermit getan habe :o ).

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THE INFILTRATOR (Paramount)

am 08. Februar 2017 unter Biopic, Drama, Suspense abgelegt

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Mitte der 80er übernimmt Special Agent Robert Mazur einen heiklen Auftrag. Er schlüpft in die Rolle des angeblichen Geschäftsmannes Bob Musella um das Kartell von Pablo Escobar zu infiltrieren, das die USA mit Drogen überschwemmt. Mithilfe des leicht gestörten Kollegen Emir sowie dem Grünschnabel Kathy, die sich als seine Verlobte ausgibt, fasst er auch schon bald Fuß in der Szene. Besonders die Freundschaft zu Roberto Alcaino, Escobars rechter Hand, bringt den Ermittler ein ganzes Stück vorwärts. Doch je weiter er vordringt, dessen gefährlicher wird es für ihn. Zudem befreunden sich die beiden Familien miteinander, was insbesondere Kathy in eine Sinnkrise stürzt.

Filme um und über den Drogenkönig gibt es mittlerweile doch einige. Insbesondere die, in der Benicio del Toro den scheinbar skrupellosen Boss spielt, ist sehr gelungen, aber Infiltrator bietet ebenso spannende Unterhaltung, auch wenn Escobar hier nie persönlich auftaucht.

Ich habe Cranston noch nie zuvor in einem Film gesehen und auch keine Folge Breaking Bad – er spielt seine Rolle aber sehr facettenreich und überzeugend. Überraschend stark trumpft auch Diane Kruger auf, deren schauspielerische Qualitäten ich sonst eher für bescheiden halte, obwohl ihre Filmauswahl in den letzten Jahren eigentlich ganz gut ist. Vielleicht zusammen mit RUN FOR HER LIFE (ein Klasse-Film, den leider fast niemand kennt) ihre beste Leistung

Fast so spannend wie der Film sind die Extras, in denen wirklich alle damals Beteiligten zu Wort kommen, wobei Mazur sich nicht im Licht filmen ließ, sondern im Dunkeln sitzt – wer mag es ihm verdenken? Selten habe ich so viel Zeit mit zusätzlichen Informationen zum Film verbracht, weil insbesondere die Making Ofs eh immer nur langweilige Lobhudeleien sind. In diesem Fall ist das anders.

Escobar wurde zwar 1993 erschossen, genießt in seinem Land aber, so bescheuert das klingt, immer noch Heldenstatus, da er sich trotz aller Geldgier, auch um viele Armen in seinem Land kümmerte und diverse soziale Projekte anschob. Vielleicht ist er deshalb als Person auch so interessant, weil die Widersprüchlichkeit seiner Handlungen einfach so groß ist.

Fazit: Es dauert ein wenig bis der Streifen in Fahrt kommt – danach bekommt man aber durchaus spannende Unterhaltung geboten. Die Darsteller sind, bis in die Nebenrollen, durch die Bank überzeugend.

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UNTER DEM SAND (Koch Media)

am 27. September 2016 unter Biopic, Drama abgelegt

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Wir schreiben das Jahr 1945. Der Zweite Weltkrieg ist zu Ende und die Deutschen haben diesen verloren. Allerdings ist der Horror für manche noch nicht vorbei, denn deutsche, junge Soldaten, teilweise noch Kinder, sind nun Kriegsgefangene in Dänemark. An den Stränden des Landes liegen geschätzte 2 Millionen Minen und die Soldaten sind dazu auserkoren, diese alle zu entschärfen. Der Film konzentriert sich auf ein Dutzend von ihnen, die in einem Gebiet am Nordseestrand 45000 Minen entfernen sollen. Dafür garantiert man ihnen dann die Ausreise nach Deutschland, was bei diesem Todeskommando jedoch nur eine kleine Hoffnung ist. Der teils sadistische Aufseher Carl, entwickelt jedoch mit der Zeit freundschaftliche Gefühle für die Jungs, doch das hilft auch nichts – die Minen müssen alle entschärft werden, erst dann naht die Freiheit. Aber tut sie das wirklich?

Und die nächste Geschichte, die auf wahren Begebenheiten beruht, aber selbst in Dänemark nicht sehr bekannt ist, da sich das Land für diese Aktion schämt. Auf der anderen Seite kann man auch verstehen, das man dafür nicht die eigenen Leute nahm, sondern diejenigen, die auch für den Krieg und die große Ansammlung der Minen mitverantwortlich waren.

Und das ist das interessante an dem Film von Zandvliet. Er ergreift für keine der beiden Graupen Partei, sondern überlässt diese (durchaus schwierige) Wahl dem Zuschauer.

In den Extras erfährt man, das nahezu der gesamte Film mit Handkamera gedreht wurde, was ich gar nicht glauben kann, denn auch während Sturm und den sehr schönen Aufnahmen des Strandes, wackelt die Kamera nicht einen Moment.

Schauspielerisch gibt es auch absolut nichts auszusetzen. Während der Dreharbeiten waren die Jungs wohl auf ähnlich engem Raum untergebracht wie im Film selbst, was diese wohl auch unglaublich zusammenschweißte. Sämtliche Darsteller agieren wirklich wie ein Team.

Für Roland Möller ist es im zarten Alter von 43 Jahren die erste Hauptrolle überhaupt. Da sind einige der jungen Soldaten schon wesentlich bekannter bei uns, wie zum Beispiel Joel Basman, den man in Deutschland schon in vielen Hauptrollen gesehen hat.

Fazit. Eine noch nie verfilmte (Ausnahme eine Doku) wahre Geschichte, die von tollen Darstellern und einer schönen Atmo getragen wird. Zudem sind die Dialoge sehr realistisch und die Handlungsweisen nachvollziehbar. Für mich ein Geheimtipp für Menschen die dem Mainstream entfliehen wollen, denen aber Kunstfilme zu gestelzt sind.

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FREEHELD (Universum Film)

am 27. September 2016 unter Biopic, Drama abgelegt

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Laurel ist eine angesehene Polizistin und steht auf Frauen. Das ist durchaus ein Problem, denn so etwas wird bei der Polizei nicht gerne gesehen. Dann lernt sie die Mechanikerin Stacie kennen und lieben. Obwohl der Altersunterschied zwischen beiden beträchtlich ist, harmonieren die beiden perfekt miteinander und kaufen sich sogar ein Haus. Doch dann bekommt Laurel eine erschütternde Diagnose. Die starke Raucherin leidet unter Lungenkrebs im Endstadium. Die Heilungschancen sind sehr gering. Laurel möchte, das Stacie ihre Pensionsansprüche bekommt, wie es bei normalen Paaren der Fall ist. Doch da die Ehe zwischen 2 Frauen nur als eingetragene Partnerschaft gilt, lehnen die Behörden ihren Antrag mehrfach ab. Zudem laufen ihre Krankentage ab. Da bekommt sie unerwartet Hilfe von ihrem Kollegen Dane Wells und dem recht exzentrischen Steve Goldstein – einem schwulen Juden und Aktivisten, der für die Homoehe kämpft.

Die besten Geschichten schreibt eben immer noch das Leben, denn diese Ereignisse beruhen nicht nur auf wahren Begebenheiten, sondern sind sogar sehr nah an dem tatsächlichen damaligen Geschehen dran. Im Abspann sieht man übrigens auch Bilder der beiden Frauen.

Ich kapiere es schon seit Jahren nicht, was dieser Unsinn mit dem Ablehnen der gleichgeschlechtlichen Ehen soll, obwohl wir in Deutschland in der Beziehung respektive der Akzeptanz schon relativ weit sind, aber immer noch nicht weit genug, denn jeder soll meiner Meinung nach mit dem Menschen glücklich werden, den er liebt.

Jetzt aber zum Film selbst, der mich fast zum Heulen gebracht hat, was mir sehr selten passiert. Die Darstellungen von Julianne Moore und Ellen Page sind dermaßen intensiv, das beide eine Oscarnominierug verdient hätten, wobei das ganze für letztere sicherlich etwas leichter war, da sie ja auch im realen Leben homosexuell ist. Zudem sollte sie nur noch Rollen annehmen, in denen sie diese Kurzhaarfrisur trägt, damit sieht sie nämlich total putzig aus.

Der Regisseur schafft es zudem ohne jegliche explizite Sexszene, dem Zuschauer die Liebe der beiden Frauen zu vermitteln und zwar so eindringlich, dass man richtig mitfühlen kann. Das gelingt sonst nur sehr selten (ähnlich wie bei „Das Schicksal ist ein mieser Verräter“)

In Nebenrollen agieren zudem so unbekannte Leute wie Steve Carell, Michael Shannon oder Josh Charles. Wohl dem der so eine Besetzung an Bord hat.

Fazit: Auf der einen Seite tieftraurig, kann und soll der Film aber auch homosexuellen Partnern und Menschen Mut machen, weiter für ihre Sache zu kämpfen. Und auch wenn ich mich wiederhole: Nochmal seien die überragenden Leistungen der beiden Hauptdarstellerinnnen gewürdigt!

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