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Archiv der Kategorie 'Biopic'

OPERATION ANTHROPOID (Universum Film)

am 08. Februar 2017 unter Biopic, Drama, Suspense abgelegt

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Die zwei tschechischen Soldaten Josef Gabcík und Jan Kubiš kehren im Dezember 1941 in ihre Heimat zurück, die mittlerweile unter der Besatzung der Deutschen steht. Sie haben den Auftrag, den SS-Obergruppenführer und Vorzeigesadisten Reinhard Heydrich zu ermorden und finden Unterschlupf bei einer Familie, bei der sie zusammen mit einigen anderen des Widerstands das Attentat planen. Doch selbst wenn dieses gelingen sollte ist es nicht sicher, ob Hitler nicht Rache im tschechischen Volk nehmen wird. Doch das Risiko ist die Gruppe bereit einzugehen.

Diese Ereignisse haben so oder so ähnlich wirklich stattgefunden und auch die beiden oben erwähnten Freiheitskämpfer gab es – das kann man überall nachlesen.

Cilian Murphy sieht man zudem immer gerne, zumal er sich in den letzten Jahren etwas rar gemacht hat. Ob man sich mit Herrn Dorman, der sich immerhin leidlich müht, einen Gefallen getan hat, wage ich zu bezweifeln. Man hat einfach jedes Mal Mister Grey vor Augen, der nun als tschechischer Freiheitskämpfer durchgehen soll – so wirklich klappt das nicht.

Der Film ist allerdings durchaus spannend, hat aber den Nachteil, das man, wenn man die Thematik kennt, schon nach siebzig Minuten weiß, wie er ausgeht – danach folgen aber noch weitere fünfzig. Manchmal ist es gut nicht alles zu wissen, wenn man Filme mit historischen Bezügen schaut. Aber Regisseur Ellis kann ja nichts dafür, das ich, ansonsten die absolute Geschichtsniete, das zufällig wusste.

Ansonsten wird  der Streifen gegen Ende hin partiell ziemlich brutal und ich muss die Gottesgläubigen immer wieder fragen – dafür hat der Herr den Menschen erschaffen? Das der eine so mit den anderen umgeht, quält und/oder abschlachtet? Bis heute konnte mir niemand der Bibelfesten hierfür eine gescheite Antwort geben.

Vielleicht war der Sinn meiner Geburt aber zum Beispiel einfach nur, das ich über diesen Streifen am heutigen Tage eine Review schreiben sollte, was ich hiermit getan habe :o ).

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THE INFILTRATOR (Paramount)

am 08. Februar 2017 unter Biopic, Drama, Suspense abgelegt

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Mitte der 80er übernimmt Special Agent Robert Mazur einen heiklen Auftrag. Er schlüpft in die Rolle des angeblichen Geschäftsmannes Bob Musella um das Kartell von Pablo Escobar zu infiltrieren, das die USA mit Drogen überschwemmt. Mithilfe des leicht gestörten Kollegen Emir sowie dem Grünschnabel Kathy, die sich als seine Verlobte ausgibt, fasst er auch schon bald Fuß in der Szene. Besonders die Freundschaft zu Roberto Alcaino, Escobars rechter Hand, bringt den Ermittler ein ganzes Stück vorwärts. Doch je weiter er vordringt, dessen gefährlicher wird es für ihn. Zudem befreunden sich die beiden Familien miteinander, was insbesondere Kathy in eine Sinnkrise stürzt.

Filme um und über den Drogenkönig gibt es mittlerweile doch einige. Insbesondere die, in der Benicio del Toro den scheinbar skrupellosen Boss spielt, ist sehr gelungen, aber Infiltrator bietet ebenso spannende Unterhaltung, auch wenn Escobar hier nie persönlich auftaucht.

Ich habe Cranston noch nie zuvor in einem Film gesehen und auch keine Folge Breaking Bad – er spielt seine Rolle aber sehr facettenreich und überzeugend. Überraschend stark trumpft auch Diane Kruger auf, deren schauspielerische Qualitäten ich sonst eher für bescheiden halte, obwohl ihre Filmauswahl in den letzten Jahren eigentlich ganz gut ist. Vielleicht zusammen mit RUN FOR HER LIFE (ein Klasse-Film, den leider fast niemand kennt) ihre beste Leistung

Fast so spannend wie der Film sind die Extras, in denen wirklich alle damals Beteiligten zu Wort kommen, wobei Mazur sich nicht im Licht filmen ließ, sondern im Dunkeln sitzt – wer mag es ihm verdenken? Selten habe ich so viel Zeit mit zusätzlichen Informationen zum Film verbracht, weil insbesondere die Making Ofs eh immer nur langweilige Lobhudeleien sind. In diesem Fall ist das anders.

Escobar wurde zwar 1993 erschossen, genießt in seinem Land aber, so bescheuert das klingt, immer noch Heldenstatus, da er sich trotz aller Geldgier, auch um viele Armen in seinem Land kümmerte und diverse soziale Projekte anschob. Vielleicht ist er deshalb als Person auch so interessant, weil die Widersprüchlichkeit seiner Handlungen einfach so groß ist.

Fazit: Es dauert ein wenig bis der Streifen in Fahrt kommt – danach bekommt man aber durchaus spannende Unterhaltung geboten. Die Darsteller sind, bis in die Nebenrollen, durch die Bank überzeugend.

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UNTER DEM SAND (Koch Media)

am 27. September 2016 unter Biopic, Drama abgelegt

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Wir schreiben das Jahr 1945. Der Zweite Weltkrieg ist zu Ende und die Deutschen haben diesen verloren. Allerdings ist der Horror für manche noch nicht vorbei, denn deutsche, junge Soldaten, teilweise noch Kinder, sind nun Kriegsgefangene in Dänemark. An den Stränden des Landes liegen geschätzte 2 Millionen Minen und die Soldaten sind dazu auserkoren, diese alle zu entschärfen. Der Film konzentriert sich auf ein Dutzend von ihnen, die in einem Gebiet am Nordseestrand 45000 Minen entfernen sollen. Dafür garantiert man ihnen dann die Ausreise nach Deutschland, was bei diesem Todeskommando jedoch nur eine kleine Hoffnung ist. Der teils sadistische Aufseher Carl, entwickelt jedoch mit der Zeit freundschaftliche Gefühle für die Jungs, doch das hilft auch nichts – die Minen müssen alle entschärft werden, erst dann naht die Freiheit. Aber tut sie das wirklich?

Und die nächste Geschichte, die auf wahren Begebenheiten beruht, aber selbst in Dänemark nicht sehr bekannt ist, da sich das Land für diese Aktion schämt. Auf der anderen Seite kann man auch verstehen, das man dafür nicht die eigenen Leute nahm, sondern diejenigen, die auch für den Krieg und die große Ansammlung der Minen mitverantwortlich waren.

Und das ist das interessante an dem Film von Zandvliet. Er ergreift für keine der beiden Graupen Partei, sondern überlässt diese (durchaus schwierige) Wahl dem Zuschauer.

In den Extras erfährt man, das nahezu der gesamte Film mit Handkamera gedreht wurde, was ich gar nicht glauben kann, denn auch während Sturm und den sehr schönen Aufnahmen des Strandes, wackelt die Kamera nicht einen Moment.

Schauspielerisch gibt es auch absolut nichts auszusetzen. Während der Dreharbeiten waren die Jungs wohl auf ähnlich engem Raum untergebracht wie im Film selbst, was diese wohl auch unglaublich zusammenschweißte. Sämtliche Darsteller agieren wirklich wie ein Team.

Für Roland Möller ist es im zarten Alter von 43 Jahren die erste Hauptrolle überhaupt. Da sind einige der jungen Soldaten schon wesentlich bekannter bei uns, wie zum Beispiel Joel Basman, den man in Deutschland schon in vielen Hauptrollen gesehen hat.

Fazit. Eine noch nie verfilmte (Ausnahme eine Doku) wahre Geschichte, die von tollen Darstellern und einer schönen Atmo getragen wird. Zudem sind die Dialoge sehr realistisch und die Handlungsweisen nachvollziehbar. Für mich ein Geheimtipp für Menschen die dem Mainstream entfliehen wollen, denen aber Kunstfilme zu gestelzt sind.

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FREEHELD (Universum Film)

am 27. September 2016 unter Biopic, Drama abgelegt

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Laurel ist eine angesehene Polizistin und steht auf Frauen. Das ist durchaus ein Problem, denn so etwas wird bei der Polizei nicht gerne gesehen. Dann lernt sie die Mechanikerin Stacie kennen und lieben. Obwohl der Altersunterschied zwischen beiden beträchtlich ist, harmonieren die beiden perfekt miteinander und kaufen sich sogar ein Haus. Doch dann bekommt Laurel eine erschütternde Diagnose. Die starke Raucherin leidet unter Lungenkrebs im Endstadium. Die Heilungschancen sind sehr gering. Laurel möchte, das Stacie ihre Pensionsansprüche bekommt, wie es bei normalen Paaren der Fall ist. Doch da die Ehe zwischen 2 Frauen nur als eingetragene Partnerschaft gilt, lehnen die Behörden ihren Antrag mehrfach ab. Zudem laufen ihre Krankentage ab. Da bekommt sie unerwartet Hilfe von ihrem Kollegen Dane Wells und dem recht exzentrischen Steve Goldstein – einem schwulen Juden und Aktivisten, der für die Homoehe kämpft.

Die besten Geschichten schreibt eben immer noch das Leben, denn diese Ereignisse beruhen nicht nur auf wahren Begebenheiten, sondern sind sogar sehr nah an dem tatsächlichen damaligen Geschehen dran. Im Abspann sieht man übrigens auch Bilder der beiden Frauen.

Ich kapiere es schon seit Jahren nicht, was dieser Unsinn mit dem Ablehnen der gleichgeschlechtlichen Ehen soll, obwohl wir in Deutschland in der Beziehung respektive der Akzeptanz schon relativ weit sind, aber immer noch nicht weit genug, denn jeder soll meiner Meinung nach mit dem Menschen glücklich werden, den er liebt.

Jetzt aber zum Film selbst, der mich fast zum Heulen gebracht hat, was mir sehr selten passiert. Die Darstellungen von Julianne Moore und Ellen Page sind dermaßen intensiv, das beide eine Oscarnominierug verdient hätten, wobei das ganze für letztere sicherlich etwas leichter war, da sie ja auch im realen Leben homosexuell ist. Zudem sollte sie nur noch Rollen annehmen, in denen sie diese Kurzhaarfrisur trägt, damit sieht sie nämlich total putzig aus.

Der Regisseur schafft es zudem ohne jegliche explizite Sexszene, dem Zuschauer die Liebe der beiden Frauen zu vermitteln und zwar so eindringlich, dass man richtig mitfühlen kann. Das gelingt sonst nur sehr selten (ähnlich wie bei „Das Schicksal ist ein mieser Verräter“)

In Nebenrollen agieren zudem so unbekannte Leute wie Steve Carell, Michael Shannon oder Josh Charles. Wohl dem der so eine Besetzung an Bord hat.

Fazit: Auf der einen Seite tieftraurig, kann und soll der Film aber auch homosexuellen Partnern und Menschen Mut machen, weiter für ihre Sache zu kämpfen. Und auch wenn ich mich wiederhole: Nochmal seien die überragenden Leistungen der beiden Hauptdarstellerinnnen gewürdigt!

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EXPERIMENTER (Lighthouse)

am 20. September 2016 unter Biopic, Drama abgelegt

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Wir befinden uns an der Yale Universität im Jahr 1961: Verhaltensforscher Stanley Milgram führt hier ein umstrittenes Experiment durch. Verschiedene Probanden stellen einem anderen, der im Zimmer gegenüber sitzt, Fragen, die er beantworten muss. Bei jeder falschen bekommt der andere einen Stromschlag, dessen Intensität sich jedes mal erhöht. Das interessante Ergebnis dieser Studie war, das die meisten trotz Gewinsel auf der anderen Seite das Experiment durchzogen, das im Endeffekt aber vollkommen harmlos war, da die Person im Nebenraum gar keine Stromschläge erhielt, sondern ein Mitarbeiter von Milgram war. Die Testpersonen selbst rechtfertigten sich, das sie ja nur den Anweisungen des Psychologen folgten, der anwesend war. Auch Milgrams Frau Tasha ist der Meinung, das das Experiment wegweisend ist und unterstützt ihren Mann, der in der Öffentlichkeit stark umstritten ist.

EXPRIMENTER ist ein Biopic über den Verhaltensforscher Stanley Milgram, der dies alles auch wirklich durchführte. Im Laufe des Streifens bekommt man auch noch andere Experimente serviert, die er ausprobierte, wobei ich das mit dem Brief am interessantesten fand.

Das ich nach dem Film anfange zu googlen, ist immer ein gutes Zeichen, denn ich fand diesen Menschen sehr interessant und der Film ist auch wirklich so aufgezogen, dass man sich danach noch stundenlang mit dem Thema beschäftigen kann.

Peter Sarsgaard hatte in seinem ganzen Schauspielerleben sicher noch nie so viel Text, denn neben den Dialogen im Film, teilt er aus dem Off dem Zuschauer seine persönlichen Gedanken mit. Das ist sicher anfangs gewöhnungsbedürftig, passt aber hervorragend zu dem Streifen.

Selbst Winona Ryder deren Overacting in STRANGER THINGS mir etwas auf den Zeiger ging, spielt überraschend zurückhaltend. In Nebenrollen agieren Anthony Edwards, Dennis Haysbert und John Leguizamo. Nicht gerade schlecht die Besetzung.

Zeit seines Lebens galt Milgram als umstritten. Viele fanden seine Experimente faszinierend, andere eher abstoßend. Er war zudem eine Arbeitstier und verstarb viel zu früh mit gerade einmal 51 Jahren an seinem FÜNFTEN !!! Herzinfarkt.

Dieser Film stellt eine gelungene Hommage an ihn dar.

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THE BIG SHORT (Paramount)

am 09. August 2016 unter Biopic, Drama abgelegt

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Wir befinden uns im Jahre 2005: Der Dollar ist stark und die amerikanische Wirtschaft boomt. Insbesondere in der Immobilienbranche steigen die Umsätze in unfassbare Höhen, weil diese Anlage als absolut sicher gilt und selbst arme Schlucker können sich durch Kredite, die zur Verfügung gestellt werden, schöne Villen leisten. Doch einer erkennt, das diese Blase bald zerplatzen wird. Der eher schrullige Hedgefonds-Manager Michael Burry rechnet die Zahlen durch und ist sich sicher das es in 2 Jahren zur Katastrophe kommt. Doch seine Warnungen werden überhört. Daraufhin entwickelt Burry den „Big Short“. Durch Leerkäufe von Aktien großer Investmentbanken wettet er praktisch gegen das Finanzsystem. Auf den Zug springen auch der Trader Steve Eisman auf, der durch einen absoluten Zufall von der Sache erfährt und 2 Jungs, die das große Geld wittern.

Man könnte diese Zusammenfassung noch endlos erweitern, denn in diesem Streifen passiert so unglaublich viel – an ständig wechselnden Schauplätzen.

Der Film beruht auf Tatsachen, denn es gab wirklich Menschen, die diesen Mörder-Crash vorhergesehen haben. Ob es jetzt genau diese waren und die authentisch dargestellt werden, kann ich nicht sagen, doch der von Christian Bale dargestellte Charakter kommt mir schon etwas überzogen vor.

Ich bin auch ganz ehrlich: Obwohl ich den Film in deutscher Sprache gesehen habe – verstanden habe ich nicht alles, da einem hier die Banker-Fachbegriffe nur so um die Ohren fliegen und man schon ein Finanzexperte sein muss, um alles zu kapieren. Daher werde ich mir den Streifen auch nochmal anschauen, denn interessant ist er auf jeden Fall.

Was für eine Besetzung: Christian Bale, Ryan Gosling, Steve Carrell, Brad Pitt und einige andere veredeln den Film zusätzlich, wobei ich vor allem von der Vorstellung Pitts überrascht war, der, komplett gegen den Strich gebürstet, einen ehemaligen Trader spielt.

Man sollte auf jeden Fall aber Interesse an moderner Zeitgeschichte mitbringen, sonst kann einem der Film nicht wirklich gefallen. Und wie man es schafft eine Villa auf den Namen seines Hundes zu kaufen, sollte man auf jeden Fall mal gesehen haben.

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THE WALK (Sony Pictures)

am 11. Mai 2016 unter Biopic, Drama abgelegt

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Philippe Petit ist Seilartist und keine Höhe scheint unüberwindbar. Überall balanciert er, ohne Sicherung von einem Punkt zum anderen. Dann entdeckt er in einer Zeitschrift, das die Twin Towers kurz vor der Fertigstellung stehen und beschließt, zwischen beiden in 400 Metern Höhe hin und zurück zu wandern. Doch diese Aktion ist natürlich illegal und er benötigt hierfür tatkräftige Hilfe von seinen „Komplizen“, unter anderem seiner Freundin, um das nötige Equipment aufs Dach zu schaffen. Dann ist der Tag gekommen.

Was soll ich hier für eine riesige Zusammenfassung schreiben, denn sowohl die Geschichte, als auch ihren Ausgang kennt ja so ziemlich jeder. Es gibt von dieser Aktion lediglich Fotos – gefilmt wurde diese damals leider nicht.

Daher kann ich auch nicht beurteilen, ob alles was hier zu sehen ist so stimmt, wobei mir manches (insbesondere das liegen auf dem Seil) schon sehr abwegig zu sein scheint. Da aber Petit selbst bei den Dreharbeiten dabei war, glaube ich auf der anderen Seite nicht, das er etwas dazugedichtet hat. Er bekam übrigens eine große Rolle in den sehr interessanten Extras der Blu Ray.

Joseph-Gordon Levitt spielt den spleenigen Gesellen mit wirklicher Hingabe, bekam aber einen stressigen französischen Akzent verpasst. Klar war Petit Franzose, aber ob es das wirklich gebraucht hätte? Irgendwann nervt der nämlich extrem.

In einer Nebenrolle ist Ben Kingsley zu sehen, die restlichen Darsteller sind alle von der Sorte „kennt man doch, aber der Name fällt einem gerade nicht ein“.

Doch irgendwie kann mich THE WALK nicht komplett überzeugen. Die Geschichte ist zwar sehr schön erzählt und hält sich wohl auch nahe an den wirklichen Geschehnissen auf, doch bis der Film mal richtig in die Gänge kommt ist schon sehr viel Zeit auf der Uhr vergangen.

Auf der anderen Seite wollen wir immer Charakterzeichnungen und die ist hier eben sehr gelungen. Trotzdem eine Viertelstunde weniger hätte es hier auch getan.

Die Aktion auf dem Seil und seine Gedanken dabei werden auch ausführlich geschildert, was mir aber wiederum sehr gut gefallen hat.

Die Effekte sind meist gelungen, an manchen Stellen sieht man jedoch, das sie aus dem Computer stammen, da hätte man noch etwas nachbessern können. Insbesondere wenn Hevitt auf der Freiheitsstatue steht und seine Geschichte erzählt, wirkt einiges sehr künstlich.

Fazit: Gut, aber meiner Meinung insgesamt ein wenig überbewertet.

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LOVE & MERCY (Studio Canal)

am 10. November 2015 unter Biopic, Drama abgelegt

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Die Beach Boys fahren als ganz junge Band schon riesige Erfolge ein. Ihr recht primitiver Surf-Sound trifft genau den Nerv der Zeit. Deren musikalischer Kopf ist allerdings mit den Songs und dem Stil nicht zufrieden, denn sein Traum ist es, eine völlig andere Musik zu erschaffen, zumal er das außergewöhnliche Talent besitzt, ganze Orchester im Kopf für die jeweiligen Parts einzusetzen. Als er eine Panikattacke im Flugzeug bekommt, beschließt er nicht an der Japan-Tournee teilzunehmen und tüftelt zu Hause an seinem Meisterwerk herum, das sich stilistsch komplett von den früheren Sachen  unterscheidet. Doch so genial Wilson auch ist – aufgrund vieler Schläge seines Vaters und einer sehr komplizierten Psyche in Verbindung mit vielen Drogen, stellt man bei ihm paranoide Schizophrenie fest. Einige Jahre später ist er ein nervliches Wrack, das zu dem von seinem betreuenden Psychologen auch noch bewusst mit Tabletten vollgepumpt wird. Dann verliebt er sich in die Autoverkäuferin Melinda…

Eine Geschichte wie die des Brian Wilson zu erzählen ist einfach in einem einzigen Streifen nicht möglich. Selbst bei einer doch recht stattlichen Laufzeit von 2 Stunden musste man sehr viele Aspekte und Wendungen in seinem Leben weglassen und konzentrierte sich nur auf die Zeit in der PET SOUNDS entstand, sowie die mit Melinda, die auch heute noch seine Frau ist.

Eigentlich müsste man sein Leben in einer Mini-Serie von 6 x 90 Minuten erzählen, denn auch seine musikalische Genialität kommt insgesamt ein wenig kurz, während die Verbindung zu seinem dominanten und fiesen Psychologen doch recht ausführlich beschrieben wird, wobei diese ein wenig einseitig daherkommt, denn auch wenn er am Ende eine linke Ratte war, hat er Wilson, der 3 Jahre !!im Bett verbrachte und sich mit Fastfood vollfraß, wieder ins Leben zurückgeholt und witterte erst später die Chance an das Vermögen seines Schützlings heranzukommen.

Trotzdem ist dieses Biopic natürlich gelungen. Das liegt schon an exzellenten Darstellern, allen voran Paul Dano, der für seine Leistung einen Oscar verdient hätte und, das kann man fast nicht glauben, die Songs selbst singt.

Wie er alle Seiten des komplexen Charakters Wilson spielt ist einfach grandios. John Cusack, der diesen ca. 20 Jahre später verkörpert ,ist eh über jeden Zweifel erhaben und auch Paul Giamatti und Elisabeth Banks liefern, wie auch der Rest des Castes, formidable Leistungen ab.

Allerdings muss man eines schon anmerken: Wer die Geschichte um PET SOUNDS und Brian Wilson nicht kennt, wird hier nicht mitkommen. Vielen Dingen die als selbstverständliches Wissen vorausgesetzt werden, kann ein Zuschauer der dieses eben nicht besitzt, mit Sicherheit nicht folgen. Die verschiedenen Zeitebenen tragen für den Laien auch nicht gerade zur Erhellung bei. Das ist allerdings grundsätzlich ein Problem von Biopics.

Weitere Einblicke erhält man in dem sehr guten 30 Minuten Making of, so wie auf der Wikipedia Seite, so das sich vielleicht auch die Person Wilson Menschen erschließt, die mit seinem Namen wenig bis nichts anfangen können.

Fazit: Fantastische Schauspieler ehren den Mann, der laut Experten vielleicht das beste Album ever geschrieben hat, obwohl da die Meinungen natürlich auseinander gehen. Immerhin bezeichnete kein geringerer als Paul Mc Cartney den Song GOD ONLY KNOWS als den genialsten den er je gehört hat – na wenn das kein Lob ist…so und jetzt höre ich mir nochmal die PET SOUNDS an…

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ESCOBAR: PARADISE LOST (Alamode/ALIVE)

am 04. November 2015 unter Biopic, Drama, Suspense, Thriller abgelegt

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Nick Brady will sich mit Bruder Dylan an der kolumbianischen Küste den Traum einer eigenen Surfschule erfüllen. Doch dann trifft er eines Tages Maria und verliebt sich in sie – die Nichte des berüchtigten Drogenbarons Pablo Escobar. Dieser nimmt ihn herzlich in die Familie auf und verschafft ihm sogar einen Job. Zudem spendet er regelmäßig für soziale Einrichtungen, baut Krankenhäuser und hilft seinen Landsleuten. Doch das ist leider nur die eine Seite. Er kann zudem auch ein gefährlicher Psychopath sein, dem jedes Mittel recht ist und der über Leichen geht. Eines Tages hat er einen Auftrag für Nick – und der ist nicht ohne….

Pablo Escobar ist, wie viele sicher wissen, keine fiktive Person, sondern führte sein Kartell in den 70er und 80er Jahren in Kolumbien. Auch seine vermeintlich guten Seiten sind keineswegs dem Drehbuchautor entsprungen – diese kann man überall nachlesen.

Die Liebesgeschichte der beiden ist allerdings reine Fiktion, die in die damaligen Geschehnisse eingebettet wurde und auch durchaus glaubwürdig wirkt.

Benicio del Toro ist natürlich die Idealbesetzung, alleine schon aufgrund seines Aussehens, während Josh Hutcherson, dessen Filmographie nun nicht wirklich meinen Geschmack trifft, fast schon gegen den Strich besetzt ist und eine erstaunlich gute Leistung abliefert.

Man muss allerdings schon anmerken, das der Film eine Weile braucht bis er in die Gänge kommt, weil man dem Zuschauer den Charakter des Pablo Escobar näherbringt und seine guten und schlechten Seiten aufzeigt. Nach einer guten Dreiviertelstunde nimmt der Streifen dann aber richtig Fahrt auf und bliebt bis zum Schluss absolut spannend – Ausgang unbekannt, da fiktiv.

Fazit: Der ziemlich wilde Genre Mix aus Liebesgeschichte, Aussteigerdrama, Biopic und Thriller funktioniert erstaunlich gut. Wer sich mal den Spaß macht die Extras anzuschauen, in denen alle Schauspieler interviewt werden, wird überrascht sein, welche Band Del Toro sehr gerne mag. Da wäre sicher NIEMAND drauf gekommen :o )

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DER STAAT GEGEN FRITZ BAUER (Alamode/ALIVE)

am 04. November 2015 unter Biopic, Drama abgelegt

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Wir schreiben das Jahr 1957. Das NS-Regime ist vorbei und die Menschen wollen einfach nur noch vergessen. Nicht so der jüdische Generalstaatsanwalt Fritz Bauer, dem es missfällt, das Verbrecher wie zum Beispiel Adolf Eichmann weiterhin auf freiem Fuß sind und sich irgendwo ein gemütliches Leben machen. Allerdings schafft sich Bauer doch einige Feinde innerhalb der Regierung und seiner Behörde, besonders als er einen Hinweis bekommt, wo sich Eichmann aufhalten soll und diesem nachgeht. Zusammen mit dem jungen Staatsanwalt Karl Angermann beginnt er weiter zu recherchieren. Doch es verschwinden ständig Akten und auch Oberstaatsanwalt Gebhardt hat partout etwas dagegen, das Bauer weiterforscht, da er und viele andere in wichtigen Positionen noch Alt-Nazis sind. So muss der unkonventionelle Wege gehen und bringt damit sich und seinen Kollegen in große Gefahr.

Ich wartete die ganze Zeit darauf, wann denn der von mir geschätzte Burghart Klaußner endlich mal die Szenerie betritt. Dabei spielt der die Hauptrolle. Die Maske hat es aber wirklich geschafft ihn äußerlich bis zur totalen Unkenntlichkeit dem echten Fritz Bauer nachzuempfinden. Selten habe ich so eine krasse Verwandlung bei einem Schauspieler gesehen.

Der Film ist bis in die allerkleinsten Nebenrollen top besetzt. Die würde normalerweise für 3 Filme reichen. Neben Roland Zehrfeld sind unter anderem Jörg Schüttauf, Sebastian Blomberg, Lilith Stangenberg oder Dani Levy dabei.

Der Film hält sich, wenn man Wikipedia glauben darf, auch an die Fakten und würdigt Bauer als engagierten Kämpfer und Mitinitiator der Auschwitzprozesse. Nur auf seinen mysteriösen Tod geht der Film leider nicht ein, der offiziell als natürliche Todesursache zu den Akten gelegt wurde, was allerdings nur die wenigsten glauben.

Neben dem interessanten Ermittlungen hat man auch den Lokalkolorit von damals sehr schön eingefangen und man bekommt auf wunderbare Weise vermittelt, wie eine Nation versucht, sich selbst wieder zu finden und zu definieren. Zudem erfährt man, das Bauer homosexuell war, was ihn in seiner Position natürlich immer angreifbar machte.

Fazit: Eine interessante Geschichtsstunde, die sich unsere heutige Jugend mal anschauen könnte, statt auf dem Smartphone dusselige Nachrichten zu schreiben. Auch für eine Aufführung an Schulen halte ich den Streifen für sehr geeignet.

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