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Archiv der Kategorie 'Biopic'

DSCHUNGELKIND (Universal Pictures)

am 03. Oktober 2011 unter Biopic, Drama abgelegt

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Als ihr Vater, beschließt bei einem neu entdeckten Stamm Ureinwohner zu bleiben und deren Sprache zu erforschen, beginnt für die 8-jährige Sabine ein großes Abenteuer. Zunächst ist man gegenüber den „Neuen“ sehr distanziert. Doch so langsam gelingt es Sabine und ihrem Bruder das Herz der Stammeskinder zu erobern und man kommt sich näher. Als die Familie für kurze Zeit nach Deutschland zurückfliegt, plagt Sabine schon bald das Heimweh (was ja eigentlich Fernweh ist wenn man ihre Herkunft zugrunde legt). Der Dschungel ist für sie zu ihrem natürlichen Lebensraum geworden und während ihre Schwester irgendwann nach Deutschland zurückgeht, bleibt Sabine dort, doch dann kommt es zu einem Ereignis, das ihr Leben auf negative Art und Weise verändern wird.

Ich lasse jetzt mal offen, was genau das ist, aber wer das Buch kennt, weiß ja eh was passiert.

Der Streifen wird sehr unterschiedlich aufgenommen. Manche finden ihn gut, weil er tolle Bilder zeigt und einem die Geschichte von Sabine schon ans Herz geht, andere werfen Regisseur Richter vor, dass er hier zu parteiisch ist und das Leben im Dschungel als wunderschön darstellt, während es in Deutschland ja ach so schlecht ist.

Mir persönlich hat DSCHUNGELKIND sehr gut gefallen, denn neben den tollen Landschaftsaufnahmen, gefallen vor allem die beiden Darstellerinnen die, die Sabine verkörpern. Dazu kommen noch Uhl und Kretschmann, die eh immer eine Bank sind.

Unfassbar ist, wie ähnlich sich die Schauspielerinnen und die echte Sabine sehen, denn in den Extras kommt diese zu Wort. Die Interviews mit den Beteiligten sind teilweise wirklich interessant und geben einen guten Einblick in die Dreharbeiten und die damit verbundenen Probleme.

Je nach Sichtweise von

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bis

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alles drin

FAIR GAME (Universal Pictures)

am 05. Mai 2011 unter Biopic, Drama, Thriller abgelegt

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Valerie Plame arbeitet bei der CIA und wird eines Tages beauftragt nachzuforschen, ob der Irak Massenvernichtungswaffen besitzt. Sie findet auch heraus, das wohl tatsächlich eine größere Lieferung mit Metallrohren in das Land eingeführt wurden, doch klare Beweise das diese für den Bau von Waffen benutzt werden, sind das weiterhin keine. Also beauftragt man ihren Gatten Joe, einen angesehenen Journalisten und Kenner des Niger, von wo die angebliche Lieferung erfolgt sein soll, dort nachzuforschen. Doch auch er kann keinerlei Anhaltspunkte finden, dass dieser Deal dort stattgefunden hat. Dies passt der Regierung Bush nicht in den Kram und trotz nicht vorhandener Beweise erklärt Bush dem Irak den Krieg. Als Joe den Präsidenten in der Öffentlichkeit als Lügner bezeichnet, reagiert man im Weißen Haus not very amused und enttarnt Valerie. Das Leben der Eheleute wird zur Hölle, denn auch die besten Freunde waren natürlich nicht eingeweiht, welchem Job Madame in Wirklichkeit nachgeht.

So weit so gut. Ein durchaus interessantes Stück Zeitgeschichte hat sich Doug Liman hier zur Brust genommen, doch die Aufteilung seines Filmes ist reichlich merkwürdig, denn just in dem Moment als der Prozess beginnt, in dem sich Valerie Plame reinwaschen will, ist sein Film zu Ende. Das muss man nicht wirklich verstehen. Da hätte er die Geschichte zuvor etwas straffen sollen, denn im Endeffekt arbeitet man als Zuschauer auf ein Ende hin, welches dann in 5 Minuten und einigen Texttafeln abgehandelt wird.

Naomi Watts, die ich zusammen mit Cate Blanchett zu meinen absoluten Lieblingsschauspielerinnen zähle, macht ihre Sache gut, während Sean Penn dem Wort Overacting eine völlig neue Bedeutung verleiht. Der Film ist zwar bis in kleinste Nebenrollen top besetzt, doch aufgrund der merkwürdigen Aufteilung, bleibt man gegen Ende mit einem ratlosen Gesicht zurück.

Fazit: Gut gespielt, inhaltlich interessant, aber wo ist der Showdown auf den man wartet? Da wäre deutlich mehr drin gewesen.

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AKTE KAJINEK (Ascot Elite)

am 05. Mai 2011 unter Biopic, Drama, Thriller abgelegt

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Jiri Kajinek brach im Jahre 2000 aus dem berüchtigten Knast Mirov aus, der als Tschechisches Alcatraz gilt. 5 Wochen dauerte es bis er wieder geschnappt wurde. 5 Wochen in denen er Beweise für seine Unschuld suchte, denn obwohl er nun wahrlich kein Heiliger war und man ihn schon als Kriminellen bezeichnen konnte, der Schutzgelder erpresste und etliche andere Delikte beging – den Doppelmord der ihm zur Last gelegt wurde, hat er nicht begangen – oder doch? Eine junge engagierte Anwältin versucht eine Wiederaufnahme des Verfahrens – auch aus persönlichem Interesse, scheitert jedoch bei diesem Versuch, denn auch die Richterin wurde von Männern im Hintergrund manipuliert.

Die Geschichte des Jiri Kajinek kennt in dem Land der Goldenen Stadt so ziemlich jeder. Der gute Mann sitzt auch heute noch im Knast, obwohl seine Schuld in keinster Weise bewiesen ist. In den Interviews lässt man den Inhaftierten dann auch seine Version der Geschichte erzählen und einige andere Personen aus dem Umfeld geben ebenfalls ihren Kommentar ab. Das macht die Extras fast so spannend wie den Film selbst.

Dieser ist eine sehr gute Mischung aus Drama und Action-Thriller, der sich wohl recht genau an die damaligen Abläufe hält. Zudem hat man mit den beiden Hauptdarstellern zwei sehr charismatische Herrschaften besetzt, die man als Westeuropäer natürlich nicht kennt, denn meines Wissens, ist dies der erste Film aus der Tschechoslowakei, den ich in meinem Leben gesehen habe.

Fazit. Mal wieder schreibt das Leben die interessantesten Geschichten. Natürlich sind einige Sachen spekulativ, trotzdem vermag der Streifen über seine relativ lange Laufzeit zu fesseln. Geheimtipp!

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MAX MANUS (Capelight)

am 14. Juli 2010 unter Biopic, Drama abgelegt

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Im Jahre 1940 haben die deutschen Truppen auch Norwegen besetzt; Max schämt sich für sein Land und will etwas gegen die Eindringlinge unternehmen. Das geht jedoch vorerst nur im kleinen. Erst als er einige Menschen um sich herumgeschart hat, beginnen Sie mit Sabotageakten. Doch die Bewegung ist einfach zu klein. Je aufwendiger die Operationen werden, desto mehr laufen er und die Beteiligten Gefahr, entdeckt zu werden. Eines Tages ist es dann wirklich soweit, und auf der Flucht verletzt sich Max schwer. Doch seine Freunde befreien ihn aus dem Krankenhaus und sein Kampfeswillen ist ungebrochen. Als weitere seiner Freunde umkommen, fast er einen Entschluss.

In Norwegen ist der Mann wohl so etwas wie ein Volksheld und der Film beruht wohl auch auf dessen Autobiographie. Seine Witwe, mittlerweile kurz vor dem 100 Lebensjahr, erzählt in den umfangreichen Extras von ihrem bewegten Leben.

Aksel Hennie als Manus weiß zu gefallen in der Rolle des Kämpfers und sieht dermaßen extrem nach Bernard Summer aus (Sänger von New Order), dass man wirklich meinen könnte die beiden sind verwandt. Auch Ken Duken (den ich eh mag liefert eine gute Performance als Gestapo Offizier Fahmer ab.

In der Mitte verliert der Streifen dann aber doch seinen Fluss, was auch daran liegt, dass man private Dinge des Protagonisten natürlich auch nicht aussparen will. Das geht jedoch zu Kosten der Spannung und 90 Minuten hätten hier definitiv ausgereicht.

Zudem handelt es sich hier auch nicht wirklich um einen klassischen Kriegsfilm, wie man anhand des Trailers vermuten könnte, sondern eher um ein Drama, das während des Krieges spielt.

Fazit: Schön ausgestattet, gut besetzt, erfreulich neutral geschildert, aber über weite Strecken auch einen Tick zu langatmig, gibt’s hierfür:

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WÜSTENBLUME (Fox)

am 28. Mai 2010 unter Biopic, Drama abgelegt

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Die junge Somalierin Waris Dirie wird in einem Fast Food Restaurant von einem Starfotographen entdeckt und avanciert zum Top-Model. Jedoch hat die Dame eine schlimme Kindheit hinter sich. Sie musste mit 13 aus ihrem Land fliehen, um einer Zwangsehe mit einem ziemlich alten Bock zu entgehen. Sie kommt bei der strengen Tante in London unter, die die Gattin des somalischen Botschafters vor Ort ist. Als die Botschaft geräumt wird, flüchtet Waris und schlägt sich mit Gelegenheitsjobs durch und findet in Marylin eine gute Freundin. Doch immer wieder wird sie von ihrer Vergangenheit eingeholt, insbesondere wenn sie einen Mann kennenlernt, denn sie wurde als kleines Kind beschnitten – ein in Afrika vollkommen normales Ritual, was allerdings grausam und unsinnig ist. Auf dem Höhepunkt ihrer Karriere macht sie die Machenschaften auf ihrem Heimatkontinent publik und löst eine riesige Protestwelle aus.

Puuuh, so eine schwierige und vielschichtige Lebensgeschichte zusammenzufassen ist gar nicht mal so einfach, es sei denn ich sprenge den vorgesehen Rahmen.

Die Story hat sich ja genauso abgespielt, auch wenn man das nicht wirklich glauben kann. Denn das sie ausgerechnet eine Tante hat, die in England lebt und auch noch zufällig in einem Fast Food Restaurant von einem Starfotographen entdeckt wird, klingt eigentlich viel zu konstruiert. Aber so soll es wohl gewesen sein.

Waris Dirie kämpft nun schon seit Jahren gegen dieses unnötige Ritual und in vielen Ländern wurde es mittlerweile auch verboten – was aber die meisten Mütter trotzdem nicht davon abhält, ihren Töchtern das anzutun.

Insgesamt hat mich die Geschichte schon bewegt und Hauptdarstellerin Liya Kebede liefert eine phänomenale Leistung ab – vollkommen glaubwürdig. Zudem könnte sie auch selbst als Model arbeiten, denn sie sieht halt schon ganz nett aus. ^^

Von Regisseurin Hormann erfährt man in den sehr interessanten Extras, dass die ursprüngliche Fassung des Streifens fast 4 Stunden lang war. Das schreit ja nach einem Directors Cut. Trotzdem kam mir der Film nicht irgendwie zusammengeschustert vor. Lediglich das Verhältnis von Waris zu ihrer Mutter kommt ein wenig kurz

Fazit: Gleichermaßen unterhaltsam wie auch bewegend, bekommt man als Zuschauer hier einen richtigen Hass auf die Vollidioten, die dieses unnötige Ritual durchführen. Trotzdem beschränkt man sich nicht nur auf diesen Teil, sondern bietet auch noch ein sehr interessantes Biopic. Gelungen.

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CONTROL (Capelight/Alive)

am 05. Mai 2010 unter Biopic, Drama abgelegt

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Wir schreiben das Jahr 1975. Ian Curtis arbeitet beim Arbeitsamt in Macclesfield. Doch seine heimliche Leidenschaft gilt der Musik. Mit Debbie hat er auch seine vermeintliche Traumfrau gefunden, die er mit 19 Jahren heiratet. Kurz darauf bekommen beide eine Tochter. Doch dann ändert sich sein Leben, als er bei der Band Warsaw als Sänger einsteigt. Zunächst bleibt alles nur ein Zeitvertreib, bis sich der Labelchef von Factory die vier Jungs greift und unter Vertrag nimmt. Daraufhin ändern sie ihren Namen in Joy Division und beginnen mit den ersten CD-Aufnahmen. Durch häufige Konzerte nimmt der Bekanntheitsgrad der Band enorm zu und stellt insbesondere die Ehe von Ian und Debbie auf eine harte Probe, zumal bei dem sowieso schon recht sensiblen, jungen Mann Epilepsie festgestellt wird und eine geeignete Medikation nur sehr schwer zu finden ist. Dann lernt er bei einem Auftritt die belgische Journalistin Annik kennen und lieben. Doch auch sie kann nicht verhindern, dass Ian in immer tiefere Depressionen stürzt, zumal er gegenüber seiner Frau ein schlechtes Gewissen hat, da er sie irgendwo immer noch liebt und ihr auch sehr viel verdankt. Die Summe aus allem führt schließlich zu einer Katastrophe.

Der erste Spielfilm des holländischen Starfotographen Anton Corbijn, der besonders durch diverse Videodrehs für Depeche Mode bekannt wurde, ist ein sehr persönlicher geworden. In den Extras erzählt er, dass die Musik von Joy Division der eigentliche Grund war, wieso er seine Heimat verließ, um in England ein neues Leben zu beginnen. Durch eben diesen persönlichen Bezug war er natürlich auch prädestiniert, die tragische Lebensgeschichte von Ian Curtis zu inszenieren, was ihm auch ausgezeichnet gelang – und das, obwohl kurze Videoclips und Spielfilme doch zwei verschiedene paar Schuhe sind. Seine schwarz-weißen Bilder fangen das traurig-depressive Macclesfield und die Protagonisten der damaligen Zeit brillant ein.

Dazu gesellt sich ein superber Cast. Neben den bereits arrivierten Samantha Morton und Alexandra Maria Lara liefert Sam Riley in seiner ersten Hauptrolle eine wahrlich überragende Leistung ab und man versteht, wieso er wesentlich bekannteren Kollegen die Rolle wegschnappte. Wenn man bedenkt, dass Ian Curtis ja vor seiner eigenen Geburt starb, ist es wirklich fantastisch wie er es schafft, diesen schwierigen Charakter mit all seinen Problemen und Facetten auf die Leinwand zu bringen.

In den Extras erfährt man außerdem, dass zuerst geplant war, die Originalmusik für die Konzertszenen von den CDs einzuspielen. Die Schauspieler sollten Musik und Gesang dann praktisch simulieren. Doch die vier Jungs waren so motiviert, dass sie allesamt während des Drehs das Spielen der Instrumente bzw. das Singen erlernten und dieses Playback nicht nötig wurde, was dem Film enorme Authentizität verleiht.

Wer noch weitere Informationen zu dem Thema Joy Division/New Order haben möchte, sollte sich unbedingt die Doppel-DVD zulegen, die nur unwesentlich teurer ist, aber eine zusätzliche Disc mit interessanten Hintergrundinformationen und Interviews bietet.

Fazit: Wenn ich auch mit der Musik von Joy Division nur bedingt etwas anfangen kann, weil sie mir etwas zu düster ist und die daraus resultierende Nachfolgeband New Order meinen Geschmack deutlich mehr trifft, ist „Control” ein faszinierender Film über das kurze Leben eines jungen Mannes, der an seiner eigenen Fragilität zerbrach und nach seinem Tod zu einer Ikone aufstieg. Auch ohne vorhandenes Hintergrundwissen kann man sich den Streifen problemlos anschauen und man entwickelt eventuell auch noch im Jahre 2008 ein Interesse für die Musik und Geschichte der Band.

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AN AMERICAN CRIME (Capelight/Alive)

am 03. Mai 2010 unter Biopic, Drama abgelegt

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Wir befinden uns im Amerika der 60er. Sylvia und Jennie sind Schwestern, deren Eltern ihr Geld auf verschiedenen Rummelplätzen verdienen. Das bedeutet für die beiden, dass sie ständig umziehen müssen. Ihr Vater will ihnen das diesmal ersparen und gibt sie in die Hände einer Pflegemutter, die er allerdings kaum kennt. 20 Dollar die Woche verlangt Gertrude Baniszewski, die bereits sieben eigene Kinder aufzieht, aber jeden Cent benötigt, auch weil ihr 20 Jahre jüngerer Freund sie ständig finanziell anbettelt und sie immer wieder nachgibt. Anfangs scheint auch alles harmonisch zu verlaufen und Sylvia freundet sich mit Paula, der ältesten Tochter, an. Diese vertraut ihr an, dass sie von ihrem verheirateten Freund schwanger ist. Als dieser Paula bedrängt, versucht Sylvia ihr zu helfen und verplappert sich dabei. Kurz darauf weiß die halbe Stadt von der ungewollten Schwangerschaft. Daraufhin ist Paula extrem angefressen und erzählt ihrer Mutter, dass Sylvia Gerüchte verbreite, die sie als Nutte darstellen, was natürlich nicht den Tatsachen entspricht. Trotzdem ist es für die labile Gertrude ein Grund, ihrem Pflegekind eine Lektion zu erteilen. Anfangs gestaltet sich das noch relativ harmlos, doch dann verbannt sie Sylvia in den Keller und fügt ihr dort über Wochen fürchterliche Qualen zu. Davon wissen auch die Nachbarskinder. Doch statt zu helfen, beteiligen sich diese an den Folterungen, bis es zur Katastrophe kommt.

„An american crime” bekommt durchweg überragende Kritiken, denen ich mich allerdings nur mit Einschränkungen anschließen kann. Schauspielerisch ist das ganze wirklich gelungen. Auch wenn ich finde, dass Ellen Page schon bessere Performances hingelegt hat, ist ihre Darstellung der Sylvia durchaus glaubhaft. Cathrine Keener als Pflegemutter, die sogar 17-jährige angräbt um Bestätigung zu erhalten und sich von der netten Gerti zur besessenen Furie verändert, gefällt mir aber noch ein ganzes Stück besser.

Dieser Fall soll sich zur damaligen Zeit wirklich zugetragen haben, da dieser Film auf den Prozessakten aufgebaut ist. So werden dem Zuschauer zwischen den Geschehnissen immer die Zeugenbefragungen des Staatsanwaltes eingeblendet, ähnlich wie man das schon von „Emily Rose” kennt.

Dennoch ist die Geschichte für mich in dieser Form nicht ganz glaubwürdig. Die Neuigkeit der ungewollten Schwangerschaft verbreitet sich innerhalb von 2 Tagen in der kompletten Stadt. Dass im Keller des Hauses von Madame Baniszewski ein Teenager wochenlang gefangen gehalten und gefoltert wird, aber nicht. Oder ist der ganze Ort so gestört, dass nicht einer sich erbarmt, die Sache der Polizei zu melden? Auch dass nahezu alle Nachbarskinder in das Haus kommen um Sylvia zu quälen und keiner von ihnen auch nur den Ansatz eines schlechten Gewissens hat, erscheint mir doch sehr weit hergeholt.

Sehr überzeugend hingegen sind die letzten zwanzig Minuten mit einer wirklich gelungenen Traumsequenz, die sich erst im Nachhinein als solche entpuppt. Ansonsten bleibt die Regie eher unaufgeregt und konzentriert sich auf die Geschichte.

Insgesamt weiß „An american crime” hauptsächlich aufgrund seiner guten Darsteller zu punkten. Auch wenn alles angeblich genauso abgelaufen sein soll, erscheinen mir manche Dinge sehr unwahrscheinlich. Außerdem hat der Film anfangs durchaus mit einer gewissen Langatmigkeit zu kämpfen. Trotzdem gibt es hierfür 5 Chuckys – jedoch kann ich mich den nahezu euphorischen Kritiken nicht ganz anschließen – oder meine Erwartungshaltung war einfach zu hoch.

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FOOTSOLDIER (Ascot Elite)

am 03. Mai 2010 unter Biopic, Drama abgelegt

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Carlton Leach beginnt seine „Karriere” in den 70ern als Anführer einer Hooliganbande der Hammers (West Ham United für diejenigen die im englischen Fußball nicht ganz so fit sind). Regelmäßig gibt es hier vor oder nach dem Spiel richtig auf die Fresse. Als die Polizei Anfang der 80er Jahre deutlich härter durchgreift, gibt Leach das Hooligandasein auf und beginnt als Türsteher. Er rekrutiert einige seiner alten Kumpels, die dann auch mächtig aufräumen. Irgendwann reicht ihm auch das nicht mehr und er steigt ins Drogengeschäft ein. Doch das ist eine ganz andere Liga. Als Türken in der Szene auftauchen und plötzlich eine größere Drogenlieferung verschwindet, fällt der Verdacht sofort auf die Freunde von Leach. Diese werden daraufhin tagelang gequält. Leach muss einsehen, dass in dieser Szene ein anderer Wind herrscht und er nimmt sich daraufhin etwas zurück. Im Gegensatz zu seinem besten Kumpel Toni, der sich immer weiter in den Drogensumpf verstrickt und auch selbst abhängig wird. Dann kommt es zu einem Zwischenfall der das Leben aller Beteiligten komplett verändert.

Ich muss zugeben, dass ich den Namen Carlton Leach noch nie vorher gehört hatte. Dennoch muss der Mann eine große Nummer gewesen sein. Seine Karriere eignet sich natürlich ideal für eine Verfilmung. Sehr interessant hierbei ist, dass nicht nur das Leben des Protagonisten, sondern auch das seines Umfeldes genauestens aufgezeichnet wird, zumal sein Schicksal sehr eng mit diesen Menschen verbunden ist.

Auch wenn man hier mit sehr vielen Handlungssträngen, Rückblenden und Zeitsprüngen konfrontiert wird, ist der Film sehr flüssig und trotz der schnellen Schnitte wirkt „Footsoldier” nie hektisch und der Zuschauer kann dem Geschehen jederzeit problemlos folgen. Dafür ein ganz dickes Lob an Regisseur Gilbey.

Allerdings ist der Film definitiv nichts für sanfte Gemüter, denn hier fließt das Blut literweise und ich bin mir nicht ganz sicher, ob die Käufer nach Veröffentlichung auch die Version sah, die auf meiner Presse-DVD enthalten ist, zumal das alles sehr realistische Gewaltdarstellungen sind und nicht etwa überzogene Splatterszenen. Es interessiert auch nicht, ob jemand schon ohnmächtig oder gar tot ist, hier wird immer noch mal nachgetreten oder geballert.

Ricci Hartnett, der mir vorher noch nie in irgend einem anderen Film aufgefallen war, spielt seinen Charakter absolut glaubwürdig und mit sehr viel Verve. Das interessante hierbei ist, dass Leach trotz seinem eher brutalem Wesen, dem Zuschauer nicht als Monster dargestellt wird. Seine Freunde können sich immer auf ihn verlassen und das Wort Ehre spielt in seinem Leben ebenfalls eine große Rolle. Das macht ihn zwar nicht unbedingt zum Symphatieträger, nimmt aber etwas vom Bild des bösen Schlägers.

Fazit: Beeindruckender und sehr realitätsnaher Streifen, der in Sachen Gewaltszenen neue Standards setzt. Viel brutaler geht’s eigentlich nicht mehr. Dennoch wird Leach sehr differenziert dargestellt, was sowohl ein Verdienst des Hauptdarstellers als auch des Drehbuchautors ist. Hiergegen sind Filme wie „Hooligans” oder „Football factory” Kinderprogram.

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EVILENKO (KNM Home)

am 02. Mai 2010 unter Biopic, Drama abgelegt

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Im Jahre 1984 wird der Lehrer Andrej Evilenko aus dem Schuldienst entlassen, nachdem er versucht hat, sich an einer Schülerin zu vergehen. Doch das ist der Auslöser für eine grauenhafte Mordserie, die Russland im Laufe der nächsten Jahre erschüttert.

Diesen Killer gab es wirklich. Er wurde 1994 hingerichtet und Regisseur Grieco versucht zu ergründen, wie es soweit kommen konnte. Dabei hält er sich nicht haargenau an die Geschichte, sondern konstruiert doch so einiges selbst dazu, was den Film ein wenig an Authentizität nimmt.

Sehr interessant ist allerdings der Ansatz, dass der Fall des Kommunismus in der damaligen Sowjetunion, der mögliche Auslöser für die Taten des Killers war, denn für den überzeugten Kommunisten brach damals eine Welt zusammen.

Der seit Jahrzehnten hoffnungslose unterschätze Malcolm Mc Dowell liefert eine starke Performance ab, bewegt sich insbesondere gegen Ende aber doch gefährlich nah am Overacting. Die Musik wurde von keinem geringeren als Angelo Badalamenti geschrieben, dem Hauskomponisten von David Lynch.

Wer hier allerdings einen Thriller erwartet, wird gänzlich enttäuscht, denn wirklich spannend ist der Streifen nicht und zudem einen Tick zu lang. Trotzdem sollte man, wenn man sich für die Geschichte interessiert durchaus mal einen Blick riskieren, zumal man für günstiges Geld eine schöne Holzbox bekommt, die mit einer Bonus DVD ausgestattet ist, welches ausführliches und interessantes Bonusmaterial enthält.

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BRISTOL BOYS (KNM Home)

am 02. Mai 2010 unter Biopic, Drama abgelegt

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Michael ist eigentlich kein schlechter Junge, doch sein Job kotzt ihn an, weil ihn der Sohn des Chefs hänselt. Seine Mutter ist drogenabhängig und bläst Dealern ihre Schw….e, um die nötige Dosis sicherzustellen. So landet Michael schnell in der Drogenszene und beginnt für den Kleinhändler Randy mit Marihuana zu dealen. Doch der Stoff ist schlecht und die Geschäfte laufen eher schleppend. Dann bekommt er die Möglichkeit an qualitativ bessere Drogen zu kommen und es beginnt ein kometenhafter Aufstieg, der ihn zudem immer mehr zum Arschloch mutieren lässt. Und die Polizei ist ihm auch schon auf den Fersen.

Das ist sicherlich nichts wirklich neues was uns Bristol Boys da zeigt. Trotzdem hat der Film eine interessante Grundstimmung und man schlägt sich als Zuschauer schon ein wenig auf die Seite des eigentlich bösen Charakters, denn dieser macht das primär aus der Motivation heraus, seine Mutter aus der Drogenabhängigkeit zu befreien und ihr ein besseres Leben zu bieten. Grundsätzlich ist er kein böser Mensch, sondern eher Opfer der Umstände.

Thomas Guiry bietet eine hervorragende Leistung als Michael und stellt die Wandlung seines Charakters durchaus glaubwürdig dar. Die Bullen sind mir etwas zu überzeichnet, aber ansonsten versucht man hier, nicht zu dick aufzutragen. Zudem hat es den Typen wohl wirklich gegeben.

Wer gerne Drogendramen sieht kann hier eigentlich nichts falsch machen.

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