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Archiv des Monats Juli 2019

VICE (Universum Film)

am 18. Juli 2019 unter Biopic, Drama abgelegt

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Zweithöchster Mann in der Hierarchie der USA – das hört sich zunächst einmal super an, doch Dick Cheney weiß genau, dass der VICE Präsident bestenfalls ein Grußonkel ist. Als er den Job angeboten bekommt, lehnt er daher auch zuerst ab. Doch dann lässt er sich ein paar Dinge einfallen, wie er seine Macht verstärken könnte und nimmt die Wahl dann doch an. Und wird zum mächtigsten US-Vizepräsidenten aller Zeiten:

VICE – DER ZWEITE MANN beleuchtet die sagenhafte Karriere des Bürokraten und Washington-Insiders, der an der Seite von George W. Bush zum einflussreichsten Politiker der Welt wurde und seine Macht zu nutzten wusste: Cheneys Entscheidungen prägen das Land noch immer.

Nun hat man für die Geschichte dieses Mannes in Sachen Erzählstil eine Mischung aus Satire und Tragikomödie gewählt. Ich persönlich hätte es lieber als Thriller gesehen, denn die Geschichte dieses Herrn, der übrigens heute immer noch lebt, hätte sich dafür angeboten.

So gibt es in dem Film Stellen, die mir gar nicht zusagen, insbesondere manche kleine Einspieler finde ich einfach deplatziert – andere Einfälle wie zum Beispiel den Erzähler aus dem Off und die Auflösung, was es mit diesem auf sich hat sind wiederum mehr als originell.

Mittendrin stapft Christian Bale durch die Manege, der sich für die Rolle mal wieder jede Menge Speck angefressen hat und seit Jahren für sein Method Acting bekannt und auch berüchtigt ist. Über seine schauspielerische Klasse gibt es natürlich keine Zweifel.

Auch der Rest der Besetzung ist gelungen. Scott Speedman als Bush ist fast schon ein wenig überzeichnet. Ob die reale Persönlichkeit auch eine eher wenig helle Kerze auf der Torte ist, wie einem hier suggeriert wird, weiß ich nicht. Jedenfalls kommt er nicht besonders gut weg.

Die Bewertungsmöglichkeiten für VICE sind vielfältig. Es gibt mit Sicherheit Menschen, die diesen Erzählstil überhaupt nicht mögen, andere werden ihn als originell und genial erachten. Ich befinde mich irgendwo mittendrin, einfach weil ich das ganze gerne etwas spannender gehabt hätte, was natürlich bei o.g. Genres schwer machbar ist. So ist meiner Meinung alles möglich zwischen

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und

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DER SCHWARZE ENGEL (Koch Media)

am 18. Juli 2019 unter Biopic, Drama abgelegt

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Der 17-jährige Argentinier Carlitos gibt seinem Leben mit gelegentlichen Einbruchstouren den gewissen Kick. Von seinem neuen Mitschüler Ramón ist der Junge aus gutem Hause sofort fasziniert. Dessen drogensüchtiger Vater José erkennt schnell Carlitos’ Talent für riskante Raubzüge – und bald schon beginnt eine lukrative Zusammenarbeit. Als die beiden Jungs bei einem Coup von einem alten Mann überrascht werden, schießt Carlitos auf ihn. Doch derlei Kollateralschäden bereiten dem Teenager keine schlaflosen Nächte – im Gegenteil.

Carlos Eduardo Robledo Puch gibt es tatsächlich. Er verbüßt derzeit weiterhin eine Haftstrafe von 45 Jahren – die höchste die jemals in Argentinien ausgesprochen wurde. Anfangs nur durch Einbrüche auffällig, kamen später auch noch Vergewaltigungen und Mord hinzu.

Bei der Besetzung ist den Produzenten wahrlich ein Coup gelungen, denn vergleicht man mal Schauspieler und Original, könnte es sich hier wirklich um Brüder handeln. Gerade dieses blonde, lockenköpfige Unschuldsgesicht ist es dann auch, was ihn zunächst als harmlos erscheinen lässt.

Nun muss man aber 2 Dinge wissen. Der Film lief in Cannes und wurde von Alomodovar produziert. Für Menschen die gerne einen normalen Thriller um einen Serienkiller schauen, verheißt dies nichts gutes, denn beides deutet wieder auf viel Kunstanspruch hin.

Und so ist es dann auch. Der Regisseur konzentriert sich zu sehr auf schöne Bilder und schicke Ausstattung, während die Handlung dabei etwas unglaubwürdig wirkt. Auch einige Reaktionen der Protagonisten und Opfer (wie zum Beispiel der alte Mann) sind vollkommen seltsam und künstlerisch komplett überfrachtet. Zudem ist der Erzählstil doch teilweise sehr elegisch.

In Cannes wurde das Ding abgefeiert und im Internet bekommt der Streifen auch durchweg gute Bewertungen, was ich aus rein handwerklicher Sicht auch verstehen kann. Denn optisch und inszenatorisch ist das hohes Niveau.

Wer allerdings glaubt hier seien stringenten Serienkiller-Streifen und durchweg spannenden Thriller zu sehen bekommt, der wird enttäuscht sein. Eher was für Feuilleton, als für den normalen Konsumenten daher auch unbewertbar.

AVENGEMENT – BLUTIGER FREIGANG (Koch Media)

am 18. Juli 2019 unter Action abgelegt

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Cain bekommt Freigang um seine tödlich erkrankte Mutter noch einmal zu besuchen. Das nutzt er natürlich um seinen Wächtern zu entfliehen und kehrt an seine alte Wirkungsstätte zurück. Er will Rache an denjenigen nehmen, die ihn zu dem machten, was er ist – ein kaltherziger Killer. Es kommt zu einem Showdown in einer Kneipe, bei dem es reichlich Blut und Tote gibt.

Diese Zusammenfassung hört sich insgesamt banaler an, als der Film eigentlich ist, denn wie man in kurzen Rückblenden zeigt, wie Cain zu dem wurde was er nun eben ist, ist erstaunlich gut gemacht. Gerade diese Rückwärts gewandte Erzählform sorgt oft dafür, dass die Spannung verloren geht – gelingt hier aber sehr gut.

Natürlich kann man bei einem Film mit Scott Adkins keinen schauspielerischen Tiefgang erwarten und ich denke auch nicht, dass seine Anhänger diesen überhaupt wollen. Das der Mann kein Talent hat, sollte jedem klar sein, aber speziell für diesen Streifen hier ist seine Besetzung optimal.

Ich bin ja nun kein ausgewiesener Freund von Actionfilmen, habe aber die 90 Minuten durchgeschaut ohne Unterbrechung und fand ihn recht stimmig.

Allerdings bekommt er im Internet von seiner Zielgruppe durchweg schlechte Bewertungen, und zwar weil 73 Sekunden fehlen. Das hört sich wenig an, kann aber, wenn es um brutale Szenen geht, ganz schön lang sein. Zudem sind die Schnitte total beschissen gemacht.

Nun ist es immer schwierig dies mit zu bewerten, denn weder die Firma Koch Media, noch der Film selbst können ja etwas dafür, das man in Deutschland immer noch eint, uns bevormunden zu müssen. Daher ist es immer grenzwertig den Streifen dann niederzumachen.

Fazit: Durchaus unterhaltsam (und bei ofdb auch hoch bewertet), wenn auch nicht sonderlich anspruchsvoll. Bewertung entfällt aufgrund der geschnittenen Fassung.

BEN IS BACK (Universum Film)

am 03. Juli 2019 unter Drama, Thriller abgelegt

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Holly Burns ist hin- und hergerissen, als ihr 19-jähriger Sohn Ben an Heiligabend unverhofft vor der Tür steht. Die vierfache Mutter möchte nur zu gern glauben, dass ihr Ältester sein Drogenproblem endlich im Griff hat. Aber die Zweifel bleiben. Vor allem Schwester Ivy und Stiefvater Neal sind äußerst skeptisch – zu oft wurden sie von ihm enttäuscht. Er will nur einen Tag bleiben, doch in den folgenden 24 Stunden versucht Holly alles, um ihre Familie zusammenzuhalten und folgt Ben auf Schritt und Tritt – doch das reicht leider nicht, denn als sich herumspricht, dass er wieder im Lande ist, kommen die alten Dämonen wieder zum Vorschein.

Es ist für mich wirklich schwierig für mich einen Film zu schauen, in dem Julia Roberts eine so große Rolle spielt, denn die Frau ist für mich die überbewerteste Schauspielerin aller Zeiten, was bei den vielen, die diesen zweifelhaften Ruf genießen, fast schon ein Kunststück ist.

ABER – in diesem Streifen war ich wirklich überrascht, denn die Mutterrolle, die partiell sehr tough angelegt ist, spielt sie doch erstaunlich glaubwürdig, wird jedoch auch von einem hervorragenden Cast unterstützt, denn insbesondere der von mir ebenfalls nicht sonderlich hoch eingeschätzte Lucas Hedges spielt herausragend.

Die Geschichte ist 70 Minuten lang durchaus nachvollziehbar und auch realitätsnah erzählt. Gegen Ende wirkt es aber dann doch etwas überkonstruiert und auch der Abschluss ist mir einen Tick zu optimistisch geraten.

Besonders gelungen hingegen sind die Stellen, wo man geschildert bekommt, wen Ben durch seine Drogensucht mit auf dem Gewissen hat, zumal er mit dem Mist auch dealte. Das sind die ganz starken Momente in dem Film – die Konfrontation mit den Opfern oder den Hinterbliebenen der Opfer – und da hat der Film auch wirklich Qualität.

Fazit: Überraschend gute Vorstellung von Frau Roberts, in einem sehr einfühlsamen Streifen, der nur gegen Ende einen Tick zu viel will. Interessant auch, das sich das Ganze eigentlich 40 Minuten im Drama-Genre aufhält und dann immer mehr zum Thriller mutiert. Insgesamt wirklich gelungen.

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INSEL DES SCHRECKENS (Koch Media)

am 03. Juli 2019 unter Horror, Klassiker abgelegt

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Eine abgelegene Insel vor der Küste Irlands wird zum Schauplatz grauenvoller Ereignisse: Immer wieder werden grausam entstellte Leichen entdeckt, denen sämtliche Knochen fehlen! Selbst der renommierte Londoner Pathologe Dr. Stanley steht vor einem Rätsel. Bis man dann auf einer Gruppe Wissenschaftler stößt, die schuld an dem ganzen Unheil sind, obwohl sie eigentlich etwas gutes im Sinn hatten – nämlich die Heilung von Krebs. Doch deren Chef hat anscheinend etwas gänzlich anderes im Sinn.

Ich bin in Horrorfilmen der 60er nicht wirklich bewandert. Auch der kürzlich von mir besprochene BRENNENDER TOD war mir völlig unbekannt und so ist es auch mit diesem Streifen hier.

Wiederum zeichnet Terence Fisher als Regisseur verantwortlich und wie bei oben genanntem Streifen ist auch Peter Cushing wieder als vermeintlicher Top-Star am Start, obwohl der auch ziemlich viel Müll gedreht hat.

Natürlich könnte man das heute im Zeitalter der CGIs alles viel besser drehen – und die vermeintlich schrecklichen Wesen wirken eigentlich eher putzig, aber der Film hat immerhin über 50 Jahre auf dem Buckel – das waren eben andere Zeiten.

Über die technische Umsetzung gibt es mal wieder wenig zu mosern, da hält KOCH MEDIA den hohen Standard. Besonders das Bild ist von der ersten Minute an fast gestochen scharf, hat aber später einige kleine Abschnitte, in denen es leicht grieselt – dies allerdings wirklich selten und kurz und auch in einem absolut akzeptablen Bereich.

Neben dem schicken Mediabook gibt es auch hier wieder jede Menge Extras und ich frage mich, wo man diese immer ausbuddelt, denn damals wurde ja noch nicht für den DVD Markt produziert.

Es gibt zum Beispiel ein Interview von Christopher Lee über den Regisseur, eine Bildergalerie mit Werbematerial und einen extra aufgenommen Audiokommentar von Dr. Rolf Giesen, einem bekannten deutschen Filmwissenschaftler.

Fazit: Technisch wie immer auf dem neusten Stand, wissen vor allem das schöne Booklet und das tolle Inlay an dieser Veröffentlichung zu überzeugen.

ROMANS (Koch Media)

am 03. Juli 2019 unter Drama abgelegt

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Malky ist ein Abrissarbeiter in den Dreißigern. Als er in seine Heimatstadt zurückkehrt, um dort beim Abriss der örtlichen Kirche mitzuhelfen, wird er mit den Dämonen seiner Vergangenheit konfrontiert. In jener Kirche wurde er als Junge vom damaligen Priester sexuell missbraucht. Das Trauma der Vergangenheit hat Spuren hinterlassen. Malky hat Probleme, eine normale Beziehung zu führen und neigt schnell zu Gewalt. Sein Leben gerät endgültig aus den Fugen, als er seinem Peiniger aus Kindertagen plötzlich unerwartet gegenübersteht. Rachegedanken keimen in ihm auf. Doch soll wirklich eine Vergeltungstat sein künftiges Schicksal bestimmen?

Die Beschreibung des Films habe ich übernommen, denn sie hört sich eigentlich gut an. Leider begeht man allerdings den Fehler, die Nebenhandlungen zu sehr ausufern zu lassen, denn die sind teilweise nicht wirklich zielführend und nehmen dem Film sehr oft das Tempo.

Zudem hätte ich nicht wirklich Orlando Bloom für diese Rolle gewählt. Man verbindet ihn einfach zu sehr mit dem Mainstreamfilm und irgendwie will er nicht so wirklich in die Rolle passen – da hat mir sein Indie-Ausflug in ZULU deutlich besser gefallen.

Grundsätzlich mag ich ja solche kleinen Filme und wie bereits erwähnt gäbe die Geschichte ja auch einiges her, doch es dauert schon mal über eine halbe Stunde bevor es überhaupt einmal zum ersten kleinen „Duell“ zwischen den vermeintlichen Feinden kommt – bis dahin erzählt man zwar sehr viel über das Leben des Hauptdarstellers und sein Umfeld, was mir aber alles etwas zu behäbig von statten geht.

Bei ofdb wird der Film in den Himmel gehoben – da kann ich mich leider nur bedingt anschließen. Alles in allem solide, aber ich finde man hätte hier deutlich mehr herausholen können und arbeitet sich an zu vielen Nebenschauplätzen ab, die nicht wirklich nötig gewesen wären.

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SO VIEL ZEIT (Universum Film)

am 03. Juli 2019 unter Drama, Komödie abgelegt

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Rainers Leben läuft ganz und gar nicht so, wie er sich das als junger Mann erträumt hat. Sein Job langweilt ihn, seine Frau hat ihn verlassen und sein Sohn hätte sich einen tolleren Papa gewünscht. Außerdem gibt es eine Sache, die Rainer in seinem Leben richtig verbockt hat: Damals vor 30 Jahren hat er den Durchbruch seiner Band „Bochums Steine“ auf offener Bühne ruiniert. Seine Bandkollegen Bulle , Konni , Thomas und besonders Ole haben ihm das nie verziehen. Dann offenbart ihm seine Ärztin, dass er einen Hirntumor hat, der wohl nicht mehr heilbar ist. Rainer beschließt, noch einmal alles zu geben und versucht die alte Band wieder zusammenzutrommeln um ein Comeback von „Bochums Steine“ zu ermöglichen! Doch wie werden seine alten Bandkollegen und der damalige Manager auf den Vorschlag reagieren?

SO VIEL ZEIT ist ein Film, den man bei allem, was man hier an durchaus vorhersehbaren Klischees geliefert bekommt, nicht wirklich schlecht bewerten kann, denn dazu ist die Grundidee zu gut und vor allem das ständige Konterkarieren der Musiker mit ihrem Alter sorgt für Lacher.

Auch an der Besetzung hat man nicht wirklich etwas falsch gemacht und mit Liefers, Rohde und Müller echte Typen am Start, denen man diese Rolle auch abnimmt. Vogels Charakter ist mir hingegen einen Tick zu sehr over the top.

Das absehbare (fast) Happy-End ist mir etwas zu aufgesetzt, denn trotz des Comebacks (ich glaube nicht, dass ich da zu viel spoilere) wird Rainer eben bald sterben, was gegen Ende komplett ausgeblendet wird.

Interessant sind die Reaktionen, die man so im Netz findet – viele zerreißen den Streifen, weil er sich nicht an die Buchvorlage hält, denn da hatte wohl der Protagonist keine tödliche Krankheit, was vielen bitter aufstößt. Klar denn diese Fakt spielt im Film ja schon eine große Rolle und ist Basis für das Comeback.

Trotzdem – wie schon oben erwähnt, kann man dem Film einfach keine schlechte Bewertung geben, dafür ist er einfach zu gut gespielt und auch zu unterhaltsam, denn es gibt hier nahezu keine Durchhänger. Droht die Geschichte einmal stecken zu bleiben, wird das Ganze mit einigen kurzen Nebenhandlungen (Prügelei an der Tankstelle) einfach anders überbrückt.

Unter dem Strich ein irgendwie liebenswerter Film, der jedoch nicht wirklich realistisch erscheint.

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