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WERK OHNE AUTOR (Studio Canal)

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Dem jungen Künstler Kurt Barnert gelingt zusammen mit seiner Freundin Elisabeth die Flucht aus der DDR in die Bundesrepublik. Hier will er sich endlich seinen Bildern widmen, doch immer wieder holen ihn seine Traumata ein, welche er während der Herrschaft der Nazis und der SED-Zeit erlitten hat. Kurt beginnt seine schwierigen Erlebnisse in der Kunst zu verarbeiten und schafft Werke, die das Schicksal einer ganzen Generation künstlerisch einfangen. Doch das angespannte Verhältnis zu Professor Seeband , seinem Schwiegervater, überschattet Kurts Glück. Noch ahnt er nicht, dass ihre Wege sich in der Vergangenheit bereits kreuzten…

Ich habe hier die Zusammenfassung von OFDB übernommen, weil ich finde, dass sie recht gelungen ist. Das man satte 182 Minuten (und ich finde hier hätten 120 auch gereicht) nicht in 3 Sätzen komplett resümieren kann, sollte klar sein.

Eigentlich könnte man ja meinen, dass dies hier ein Film für das Feuilleton ist, doch es hagelte Verrisse, während der Streifen in Amerika für 2 Oscars nominiert war – ein seltsames Mysterium. WOA ist an das Leben des Künstlers Gerhard Richter angelehnt, der alsbald seine Meinung kundtat und den Film als völlig misslungen bezeichnete.

Ich persönlich fand den Streifen durchaus gelungen. Wie oben bereits erwähnt, hätte man hier an manchen Stellen aber deutlich kürzen können, denn leider wird der Spannungsbogen öfters unnötigerweise ausgebremst und es wird sich in zu vielen kleinen Details verloren. Was hier alles stimmt und dazugedichtet wurde, vermag ich nicht zu beurteilen und so sollte ich den Streifen hier wohl als reines Unterhaltungswerk und nicht als autobiographisches Denkmal bewerten.

Und da schneidet er durchaus gut ab. Das liegt vor allem an der absolut hervorragenden Besetzung, denn was hier alles an bekannten Darstellern verpflichtet wurde, vermag ich gar nicht aufzuzählen. Herausragend jedoch die Darstellungen von Sebastian Koch, der den ehemaligen NS Offizier mit Bravour spielt und natürlich Tom Schilling, wohl der einzigste deutsche Schauspieler (vielleicht neben Tim Oliver Schulz) der in einem Film einen 18-jährigen, wie auch einen Mitdreißiger verkörpern kann. Für mich zählt er schon immer zu den Besten, die wir in Deutschland haben.

Richtig spannend im klassischen Sinn ist der Streifen nur selten, das gibt die Geschichte einfach nicht her. Vielleicht die Szene der Flucht aus der DDR oder die Wortduelle mit Kochs Charakter erzeugen ein wenig Spannung – sonst ist das ganze aber ein durchaus gelungenes Drama mit berührenden und auch außergewöhnlichen Momenten.

Fazit: Wer Gerhard Richter nicht kennt, sollte nach dem Steifen mal googeln, denn so habe ich es auch gemacht, denn für einen Film mit solch einem Hintergrund und einer über Jahrzehnte reichenden Geschichte, praktisch keine Extras hinzuzufügen, ist leider ein Armutszeugnis.

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