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Archiv für den 13. Juni 2019

WERK OHNE AUTOR (Studio Canal)

am 13. Juni 2019 unter Biopic, Drama abgelegt

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Dem jungen Künstler Kurt Barnert gelingt zusammen mit seiner Freundin Elisabeth die Flucht aus der DDR in die Bundesrepublik. Hier will er sich endlich seinen Bildern widmen, doch immer wieder holen ihn seine Traumata ein, welche er während der Herrschaft der Nazis und der SED-Zeit erlitten hat. Kurt beginnt seine schwierigen Erlebnisse in der Kunst zu verarbeiten und schafft Werke, die das Schicksal einer ganzen Generation künstlerisch einfangen. Doch das angespannte Verhältnis zu Professor Seeband , seinem Schwiegervater, überschattet Kurts Glück. Noch ahnt er nicht, dass ihre Wege sich in der Vergangenheit bereits kreuzten…

Ich habe hier die Zusammenfassung von OFDB übernommen, weil ich finde, dass sie recht gelungen ist. Das man satte 182 Minuten (und ich finde hier hätten 120 auch gereicht) nicht in 3 Sätzen komplett resümieren kann, sollte klar sein.

Eigentlich könnte man ja meinen, dass dies hier ein Film für das Feuilleton ist, doch es hagelte Verrisse, während der Streifen in Amerika für 2 Oscars nominiert war – ein seltsames Mysterium. WOA ist an das Leben des Künstlers Gerhard Richter angelehnt, der alsbald seine Meinung kundtat und den Film als völlig misslungen bezeichnete.

Ich persönlich fand den Streifen durchaus gelungen. Wie oben bereits erwähnt, hätte man hier an manchen Stellen aber deutlich kürzen können, denn leider wird der Spannungsbogen öfters unnötigerweise ausgebremst und es wird sich in zu vielen kleinen Details verloren. Was hier alles stimmt und dazugedichtet wurde, vermag ich nicht zu beurteilen und so sollte ich den Streifen hier wohl als reines Unterhaltungswerk und nicht als autobiographisches Denkmal bewerten.

Und da schneidet er durchaus gut ab. Das liegt vor allem an der absolut hervorragenden Besetzung, denn was hier alles an bekannten Darstellern verpflichtet wurde, vermag ich gar nicht aufzuzählen. Herausragend jedoch die Darstellungen von Sebastian Koch, der den ehemaligen NS Offizier mit Bravour spielt und natürlich Tom Schilling, wohl der einzigste deutsche Schauspieler (vielleicht neben Tim Oliver Schulz) der in einem Film einen 18-jährigen, wie auch einen Mitdreißiger verkörpern kann. Für mich zählt er schon immer zu den Besten, die wir in Deutschland haben.

Richtig spannend im klassischen Sinn ist der Streifen nur selten, das gibt die Geschichte einfach nicht her. Vielleicht die Szene der Flucht aus der DDR oder die Wortduelle mit Kochs Charakter erzeugen ein wenig Spannung – sonst ist das ganze aber ein durchaus gelungenes Drama mit berührenden und auch außergewöhnlichen Momenten.

Fazit: Wer Gerhard Richter nicht kennt, sollte nach dem Steifen mal googeln, denn so habe ich es auch gemacht, denn für einen Film mit solch einem Hintergrund und einer über Jahrzehnte reichenden Geschichte, praktisch keine Extras hinzuzufügen, ist leider ein Armutszeugnis.

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JOYRIDE (NSM/Alive)

am 13. Juni 2019 unter Suspense, Thriller abgelegt

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Die Brüder Lewis und Fuller sind mit ihrem Wagen auf dem Weg zu Lewis Freundin Veena . Während der Fahrt auf dem einsamen Highway ist es ihnen ziemlich langweilig, also spielt Fuller dem Trucker “Rusty Nail” über CB-Funk einen Streich. Er gibt sich als Frau aus und vereinbart ein Treffen mit ihm in einem nahegelegenen Motel. Als herauskommt, dass der Trucker ziemlich unwirsch auf das geplatzte Date reagierte (er reißt dem eigentlichen Bewohner des Zimmers nämlich einfach den Kiefer raus) bekommen die beiden ziemliches Muffensausen. Rachsüchtig beginnt das unsichtbare Phantom, die Brüder mit seinem schwarzen Truck zu jagen. Als Veena zu ihnen stößt, dreht Rusty dann richtig durch.

JOYRIDE ist mittlerweile auch schon fast 20 Jahre alt und zeigt die 3 Hauptdarsteller in recht jungem Alter, wobei Paul Walker ja leider mittlerweile verstorben ist und man von den anderen beiden nicht mehr so wirklich viel hört.

Damals war der Streifen im Kino kein großer Erfolg, entwickelte sich aber im Heimkinoverleih zu einem echten Geheimtipp. Kein Wunder, denn bis heute zählt er für mich zu den, zumindest 20 besten Thrillern aller Zeiten, denn viel spannender kann man einen Film kaum gestalten.

Ja,ja ich weiß, ausgerechnet ich, der oft auf Logik beharrt, wenn nichts Übersinnliches im Spiel ist, lobt einen Film, der schon so einiges an unlogischem zu bieten hat. Ich finde aber nicht, das das ganze hier übertrieben wird, wie etwa bei meinem „Lieblingsfilm“ „Dont breathe“. Zudem ist das Gesehene hier einfach sehr wendungsreich inszeniert.

Wenn man sich mal die Extra anschaut kann man dort sehen, das es zig verschiedene alternative Enden gab und der Streifen eigentlich einen völlig anderen Ausgang hatte – zumindest in der Ursprungsfassung und sich hier ab Minute 60 ein ganz neuer Film ergibt. Wer sich dafür interessiert sollte unbedingt mal in die Extras schauen, auch wenn man das sonst eher nicht tut.

Das Drehbuch hierfür stammt im Übrigen von J.J. Abrams, damals noch eher unbekannt, mittlerweile längst in den Hollywood-Olymp aufgestiegen und hier besonders als Rebooter der STAR TREK FILME positiv aufgefallen.

Ob am Bild etwas bearbeitet wurde weiß ich nicht, jedenfalls ist es gestochen scharf und steht einer heutigen Veröffentlichung in nichts nach. Der Ton ist ebenfalls sehr aggressiv abgemischt und die Musik dröhnt passend zu den Geräuschen des Trucks, wuchtig durch die Boxen.

Fazit: Es wurde Zeit, das dieser Film endlich auf Blu Ray erscheint – die Umsetzung ist gelungen. Fehlen nur noch gefühlte 2000 andere Titel die längst hätten veröffentlicht werden müssen.

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RBG – EIN LEBEN FÜR DIE GERECHTIGKEIT (Koch Media)

am 13. Juni 2019 unter Biopic, Dokumentation abgelegt

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Ruth Bader Ginsburg hat die Welt vor allem für Frauen verändert. Die 85-jährige Richterin stellte ihr Lebenswerk in den Dienst der Gleichberechtigung und derjenigen, die bereit sind, dafür zu kämpfen. Ebenso ist sie Befürworterin der gleichgeschlechtlichen Ehe (zumindest stimmte sie bei einer Klage dafür).1993 wurde sie als zweite Frau an den Supreme Court der USA berufen und hält dort eisern bis heute die Stellung. In den 70er Jahren erkämpfte Ruth Bader Ginsburg gegen alle Widerstände bahnbrechende Gerichtsurteile zur Gleichstellung der Geschlechter, die sie zu einer Heldin der Frauenrechtsbewegung und zu einer weltbekannten Ikone machten. Mit brillantem Verstand und Leidenschaft bleibt Ruth Bader Ginsburg gerade jetzt eine unverzichtbare Inspiration für die politische Kultur der USA und der Welt.

Ich muss zu meiner Schande gestehen, dass ich die Frau nicht kannte, bin aber auch mit den Gerichten in den USA nicht wirklich vertraut, weiß eben nur, dass dort manchmal sehr merkwürdige Urteile gesprochen werden, wie mittlerweile in Deutschland auch.

In dieser Dokumentation wird das Leben der mittlerweile 85jährigen beleuchtet, wobei auch privates nicht ausgelassen wird. Am meisten aber konzentriert man sich natürlich auf ihre Arbeit als Frauenrechtlerin und später als Richterin, wobei sie erst 1993, also im zarten Alter von 60 Jahren in den Supreme Court berufen wurde, dem höchsten Gericht der USA.

Erstaunlich ist, dass die Dame insgesamt auch von ihrem äußeren Erscheinungsbild eher stark konservativ wirkt, aber mit ihren liberalen Urteilen auf sich aufmerksam machte. Obwohl sie in manchen Szenen dieser interessanten Dokumentation eher zerbrechlich, fast schüchtern wirkt (zumindest war das mein Eindruck), gilt sie als engagierte Vertreterin ihrer Positionen, die sich auch mitunter nicht immer mit dem gängigen Recht der Verfassung der USA decken und sie sich damit viele Feinde machte, die verbal nicht gerade zimperlich mit ihr umgingen.

Fast schon als Popstar verehrt gibt es von dieser Dame tatsächlich Can’t Spell Truth Without Ruth” T-Shirts und Kaffeetassen. Das wäre in Deutschland sicherlich undenkbar.

Fazit: Ein interessantes Porträt, das viele Facetten der Dame zeigt, die ihren Kampf für Gerechtigkeit auch noch in ihrem hohen Alter austrägt. Lohn dafür waren 2 Oscarnominierungen und sogar bei den MTV- AWARDS für die Kategorie Best Real-Life Hero !! Ein Sender, der nicht wirklich dafür bekannt, solche Persönlichkeiten zu ehren. Wer sich für die Thematik interessiert, wird sicher nicht enttäuscht sein.

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