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Archiv für den 06. Juni 2019

BALLON (Studio Canal)

am 06. Juni 2019 unter Biopic, Drama abgelegt

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Sommer 1979 in Thüringen. Die Familien Strelzyk und Wetzel haben über zwei Jahre hinweg einen waghalsigen Plan geschmiedet: Sie wollen mit einem selbst gebauten Heißluftballon aus der DDR fliehen. Doch dieser stürzt kurz vor der westdeutschen Grenze ab. Das scheint das Ende der Flucht, doch es kommt noch schlimmer. Die Stasi findet Spuren und nimmt sofort die Ermittlungen auf, während die beiden Familien sich gezwungen sehen, unter großem Zeitdruck einen neuen Flucht-Ballon zu bauen. Mit jedem Tag ist ihnen die Stasi dichter auf den Fersen – ein nervenaufreibender Wettlauf gegen die Zeit beginnt…

Bully Herbig dreht einen Thriller, der in der DDR spielt. Also darauf wäre sicherlich niemand gekommen, der seinen üblichen Quark kennt, denn ich finde seine Filme eigentlich grausig und vollkommen unlustig.

Das er hier aber einen solch spannenden und in allen Belangen gelungenen Film abliefert, hat mich dann doch erstaunt, denn hier stimmt wirklich alles. Sei es die Atmosphäre, Spannung, Darsteller oder Musik.

Die beiden Familien wurden auch als Berater zum Dreh hinzugezogen, was dem ganzen eine zusätzliche Authentizität verleiht, denn obwohl die Ereignisse natürlich in 2 Stunden deutlich gestrafft werden mussten, waren wohl die Strelzyks und Wetzels hochzufrieden mit dem was Herbig ablieferte.

Ich persönlich kannte die Geschichte um die Flucht mit dem Ballon gar nicht, denn damals war ich wohl echt noch zu klein um das mitzubekommen und interessierte mich zudem eher weniger für DDR-Geschichten, sondern ließ lieber FADE TO GREY in Dauerrotation im Kassettenrekorder (!) laufen. Von daher war das alles für mich noch viel spannender,, weil ich nicht wusste wie es ausgeht.

Herbig gelang es zudem, mit dem schwer angesagten David Kross, Thomas Kretschmann (dem die Rolle des Stasi-Ermittlers sichtlich diabolisches Vergnügen bereitet, da er ja selbst aus der DDR floh), Friedrich Mücke und sogar Timur Bartels aus Club der roten Bänder (in einer k leinen Nebenrolle) durchweg gute Schauspieler für sein Projekt zu gewinnen.

Das einzige, bei dem sich Herbig etwas künstlerische Freiheit nimmt ist das Ende, als die Stasi kurz vor dem Fluchtversuch schon praktisch vor der Haustüre steht – dies war wohl in der Realität nicht so, auch wenn die Beamten in den Ermittlungen schon ziemlich weit waren.

Sehr sehenswert übrigen auch die Extras, in denen alle Beteiligten des Films zu Wort kommen und man erfährt, dass sogar ein eigener „Coach“ eingestellt wurde, der den Film auf Herz und Nieren prüfte, so dass auch ja kein Ausdruck darin vorkommt, wie er damals nicht gebräuchlich war , wie zum Beispiel dass eigentlich normal gewordene OKAY!

Fazit: Wenn Herbig im Zukunft nur solche Filme abliefert, darf er gerne mehr davon bringen. Von Anfang bis Ende sauspannend, selbst für Menschen, die die Geschichte kennen, ist ihm hier einer der besten deutschen Filme aller Zeiten gelungen, der fast in einer Liga mit 23 oder TATTOO spielt. Und dieser wäre mir fast entgangen weil STUDIO CANAL zu knauserig ist, um Presse DVDs zu verschicken…

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COLETTE (Universum Film)

am 06. Juni 2019 unter Biopic, Drama abgelegt

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Als Sidonie-Gabrielle Colette den erfolgreichen Pariser Autoren Willy heiratet, ändert sich ihr Leben schlagartig: Sie zieht aus dem ländlichen Frankreich ins turbulente Paris und wird Teil der intellektuellen und kulturellen Elite. Zunächst gelangweilt, arrangiert sie sich aber mit der Zeit. Willy, der von einer Schreibblockade geplagt ist, überzeugt seine junge Frau für ihn als Ghostwriter zu arbeiten. In ihrem Debütroman erzählt Colette die Geschichte einer selbstbewussten, jungen Frau namens Claudine. Ein halb-autobiografischer Roman, der unter Willys Namen zum Bestseller wird und ihm Reichtum und Ruhm verschafft. Schnell entstehen weitere Claudine-Bestseller – geschrieben von Colette – und schließlich eine ganze Markenwelt. Doch sie möchte nun endlich die jenige sein, die den Rum einheimst und nicht ihr Ehemann.

Das Problem des Streifens ist eigentlich das, was jede Biographie hat, denn natürlich gab es Sidonie-Gabrielle Colette in Wirklichkeit. Sie wurde 1873 geboren und gilt noch heute als eine bedeutende Schriftstellerin.

Aber bleibt man relativ nahe an den Geschehnissen dran, so wie es hier der Fall ist, droht so ein Biopic immer ein wenig langweilig zu werden, weil das Leben oft eben nicht so spannend ist wie erfundene Plots.

Dichtet man auf der anderen Seite Dinge dazu, meckern dann wieder die Wahrheitsfetischisten, dass dieses oder jenes doch gar nicht passiert sei und man das nur dazu geschrieben hat, damit es etwas spannender wird. Daher kann man es in diesem Genre irgendwie niemandem recht machen und wie zu erwarten gehen die Kritiken auch weit auseinander

Von grandios bis sterbenslangweilig ist im Netz nahezu alles zu finden und ich kann dies durchaus nachvollziehen. Auch ich kann mich nicht wirklich auf eine Bewertung festlegen.

Frau Knightley ist mir zudem schauspielerisch total überbewertet und wird langsam auch für Rollen von Frauen Anfang 20 doch etwas alt, hat aber ihre Bestimmung anscheinend in Dramen aus vergangene Epochen gefunden, den sie spielte ja auch schon in ABBITE oder ANNA KARENINA mit.

Wer sich für die Geschichte der jungen Autorin interessiert und eine Verfilmung sehen will, die sich wohl sehr nahe am wirklichen Leben der Colette aufhält ist hier gut bedient. Der Rest dürfte sich partiell etwas langweilen.

DÄMONISCH (Koch Media)

am 06. Juni 2019 unter Drama, Horror, Thriller abgelegt

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Seit Jahren ist FBI-Agent Wesley Doyle auf der Jagd nach einem Serienmörder, der sich “Die Hand Gottes” nennt – jetzt verspricht ein junger Mann, der ihn abends in seinem Büro besucht, Aufklärung: Nach einer vermeintlichen Engelserscheinung habe sein Vater nicht nur die Fähigkeit erhalten, Dämonen zu erkennen, sondern auch den Auftrag, diese zu töten. Zudem soll sein jüngerer Bruder ebenfalls daran beteiligt sein. Also nimmt der junge Mann den Agenten mit zu dem Friedhof, wo alle Leichen liegen und erzählt ihm die ganze Geschichte.

DÄMONISCH lief, als er damals erschien, komplett an mir vorbei – keine Ahnung warum. Ich habe ihn wirklich zum ersten mal gesehen und war positiv überrascht, denn abgesehen davon, dass die Gottessprüche ab und an nerven, ist Bill Paxton in seinem Regiedebüt ein cleverer kleiner Streifen gelungen.

Leider ist er ja vor nicht allzu langer Zeit verstorben, ebenso wie Powers Boothe, der hier den US-Agenten mimt. In einer weiteren Rolle ist Matthew Mc Conaughey zu sehen, der auch knapp 20 Jahre nach DÄMONISCH immer noch recht dicke im Geschäft ist.

Das Bild ist hervorragend und entspricht der heutigen gängigen Blu Ray Qualität. Ob hier Hand angelegt wurde kann ich nicht wirklich sagen, spielt aber auch keine Rolle.

Überrascht war ich vom Ton, der in den spannenden Momenten in denen zum Beispiel der Vater die vermeintlichen Dämonen berührt, heftig durch die Boxen donnert und ich 2 mal regulieren musste, damit mein Nachbar nicht aus dem Bett fliegt.

Das Ganze erscheint in einem schönen Mediabook, in dem der Film sowohl als Blu Ray und DVD vorhanden ist. Dazu hat man noch jede Menge Extras dazugepackt. Viele Interviews, Audiokommentare und kurze Making-ofs runden das hervorragende Gesamtbild ab.

Allerdings ist DÄMONISCH ein eher ruhigerer Film. Hier geht nicht dauernd die Post ab, denn viele Dinge werden eben auch aus der Vergangenheit erzählt und gezeigt, was dem Streifen an manchen Stellen ein wenig das Tempo nimmt, was mich persönlich aber nicht störte, zumal die bedrohliche Grundstimmung über den ganzen Film anhält.

Sehr gute Veröffentlichung eines mir damals durchgegangen Horrorthrillers, der vor allem mit der Wende am Schluss nochmals punktet. Technisch ist hier eh alles gelungen, auch wenn es fast ermüdet, das bei Koch Veröffentlichungen immer zu erwähnen :o )

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