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Archiv für den 12. Februar 2019

HACKERVILLE (Eye See Movies/AV Visionen)

am 12. Februar 2019 unter TV-SERIE, Thriller abgelegt

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Eine deutsche Großbank wird zum Opfer eines Hackerangriffs, den das Bundeskriminalamt bis nach Rumänien zurückverfolgen kann. Merkwürdigerweise wurden aber nur 9,99 EURO abgehoben, obwohl der Hacker Millionen hätte transferieren können. Trotzdem wird die Spezialistin für Internetkriminalität Lisa Metz in die rumänische Stadt Timisoara, die zugleich ihr Geburtsort ist, versetzt. Dort soll sie mit dem leitenden Ermittler Adam Sandor zusammenarbeiten. Die Spur führt zu dem vierzehn Jahre alten Cipi, der ein Programmier- und Hacker Wunderkind zu sein scheint. Doch auch andere haben dessen Talent erkannt, wollen den Jungen unbedingt in die Hände bekommen und schrecken dabei auch vor Mord nicht zurück und alle in Cipis Umfeld geraten in Gefahr.

Das Thema Internet ist heute aktueller denn je. Die vielfältigen Möglichkeiten die es bietet sind sehr angenehm, aber es ist eben auch anfällig für viele Dinge, die sich im rechtsfreien Raum bewegen, man nehme nur einmal das Darknet.

Natürlich ist es schon etwas weit hergeholt, was ein 14-jähriger alles so anstellen kann – besonders was er mit anderen Handy so veranstaltet, erscheint mir doch etwas sehr suspekt. Aber die Serie ist insgesamt durchaus gelungen.

Dem Darsteller des Cipi nimmt man die Rolle auf jeden Fall ab – so in etwa würde ich mir so einen Wunderknaben auch vorstellen. Anna Schumacher, die die Lisa spielt, ist zwar durchaus authentisch, hat aber die Eigenart, ähnlich wie Götz George, manche Sachen halb zu verschlucken und sehr leise zu sprechen, so dass ich mehrfach zurückspulen musste, um alles zu verstehen. Ob das in irgendeiner Weise einen Sinn ergeben soll oder das nur ihre Eigenart ist, weiß ich jedoch nicht.

Interessant hierbei ist, das die wirklich bekannten Schauspieler hier nur Nebenrollen besetzen, wie etwa Roland Zehrfeld als direkter Vorgesetzter von Lisa oder auch Nina Kunzendörfer, die die oberste Chefin spielt und dabei nicht sehr viel Screentime hat.

Der große Vorteil der Staffel ist, dass sie zwar abgeschlossen auserzählt ist, sich jedoch ein Hintertürchen für eine Fortsetzung offen lässt. Kommt wohl auf den Erfolg an, ob es einen Nachfolger geben wird.

Vielleicht denkt man sich hier einen etwas interessanteren Ort als Timisoara aus, denn der Nabel der Welt ist die kleine Stadt, die in etwa die Größe von Mainz hat natürlich nicht, wobei man diese wohl bewusst auswählte, weil man eben Cyberkriminalität immer nur mit großen Metropolen verbindet.

Insgesamt eine gelungene Serie mit recht vielen Wendungen und guten Darstellern. Die Bösen kommen zwar ein wenig überzogen daher und bedienen so manches Klischee, doch das stört nicht weiter, da die Geschichte ansonsten gut ausgearbeitet wurde. Fortsetzung erwünscht.

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UTOYA 22. JULI (Universum Film)

am 12. Februar 2019 unter Biopic, Drama abgelegt

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Die 18-jährige Kaja verbringt mit ihrer jüngeren Schwester Emilie ein paar Ferientage in einem Sommercamp auf der norwegischen Insel Utøya. Angeregt diskutieren die Jugendlichen über aktuelle politische Entwicklungen, denn in Oslo Stadt ist eine Bombe explodiert. Dann fallen plötzlich Schüsse. Erschrocken suchen Kaja und die anderen Schutz im Wald. Kein Versteck scheint sicher zu sein. Doch die Hoffnung auf Rettung bleibt. Und Kaja setzt alles daran, Emilie zu finden, die sie in dem Chaos aus den Augen verloren hat.

Utoya ist eine kleine Insel im Tyrifjord, dem fünftgrößten Binnensee Norwegens. Sie liegt nahe dem Eingang zum Holsfjord, einem der vier Hauptarme des Sees, rund 500 m vom Seeufer entfernt. Beim Anschlag durch Anders Behring Breivikam 22. Juli 2011 starben auf der Insel 69 Menschen.

Soweit zu den Fakten, die ich bei Wikipedia gefunden habe. Die Ereignisse fanden damals also tatsächlich statt und der Bekloppte, der vor ein paar Jahren in München um sich ballerte, war Fan von diesem Breivikam und tat es ihm gleich.

Nun gibt es natürlich 2 Möglichkeiten so einen Film zu realisieren. Entweder als Dokumentation oder als normalen Spielfilm. Der Regisseur entschied sich für letzteres, wählte dabei allerdings die subjektive Kamera als Stilmittel und entschied sich für einen Onecutter. Das ist ein Film, der an einem Stück durchgedreht wird ohne einen Schnitt vorzunehmen.

Das selbe Prinzip verfolgte auch schon VICTORIA, ebenfalls bei Universum Film erschienen. Nun hatte dieser aber den Vorteil, das in den guten 2 Stunden sehr viele verschiedene Schauplätze vorkamen und es immer wieder überraschende Wendungen gab. Dies ist bei UTOYA nicht der Fall, was einfach daran liegt, das die damals nicht passierten.

Deshalb gerät das Ganze in meinen Augen einfach zu langatmig. Gefühlte 20 Minuten am Stück liegt zum Beispiel ein Gruppe der vermeintlichen Opfer an einer Stelle, zittern, quatschen, es fällt ein Schuss, es wird weiter gequatscht und gezittert und wieder fallen Schüsse. Auch wenn das sicherlich in der Realität so passiert ist, gestaltet es sich einfach zu monoton.

Es gibt aber auch gelungene Stellen, wie zum Beispiel die Flucht ins Gebäude, die hervorragend eingefangen wurde. Am besten ist jedoch die Schlusspointe, die allerdings so nicht stattgefunden hat, wie der Film im Abspann betont.

Das Mädel, das die Hauptrolle spielt und danach ein sehr sympathisches Interview in den Extras gibt, ist in ihrer darstellerischen Leistung auch durchaus glaubwürdig, wenn man bedenkt, dass es noch dazu ihre erste Rolle war.

Eine Bewertung ist hier nicht möglich, zumindest keine relativ objektive. Leute die Filme wie BLAIR WITCH 1 mögen, dürften hier auch Gefallen finden. Menschen die die Wackelkamera hassen, sollten eine großen Bogen machen, auch wenn sie in diesem Kontext ja durchaus Sinn macht.

DIE GEISELNAHME (Universum Film)

am 12. Februar 2019 unter Drama abgelegt

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Die berühmte amerikanische Sopranistin Roxanne Coss reist nach Südamerika in eine vom Militär beherrschte Diktatur um auf einer Feier des japanischen Industriellen Katsumi Hosokawa ein Privatkonzert zu geben. Dieser soll dort eine Fabrik errichten um den armen Leuten Arbeit zu geben. Doch dann taucht eine Gruppe von Guerillas auf und nimmt die illustre Gesellschaft als Geiseln, um alle ihre inhaftierten Kameraden freizupressen. Eine einen Monat andauernde Odysee beginnt, in der die Geiseln und ihre Geiselnehmer mit auseinander auskommen müssen und in der es natürlich zu reichlich Spannungen kommt.

Ich kann nahezu sämtliche Beweggründe der Darsteller verstehen in diesem Streifen mitzuwirken.

Die von mir sehr geschätzte Julianne Moore bekommt die Chance eine Opernsängerin zu spielen – sicherlich ein sehr seltenes Angebot. Ken Watanabe hat man mittlerweile in Amerika vergessen und so bringt er sich wieder ins Gespräch. Sebastian Koch, will weg von deutschen Produktionen und nahm die Gelegenheit natürlich sofort wahr, wie auch schon im „Fall Kalinka“ und Christopher Lambert hatte seit Einführung des EUROS, in keinem Film in dem er mitspielte, so viel Screentime wie hier.

Leider gerät die Inszenierung doch einigermaßen zäh. Der Film will eigentlich ein Thriller sein, doch dazu fehlen ihm die spannenden Momente. Also entwickelt man merkwürdige Konstellationen, wie zum Beispiel eine völlig schwachsinnige Love Story.

Zugute halten muss man DER GEISELNAHME einen sehr schönen Look und eine gut aufgelegte Julianne Moore, die verzweifelt gegen das maue Drehbuch ankämpft. Zudem ist der Streifen deutlich zu lang, denn gerade gegen Ende hat man das Gefühl, das die eigentlich sehr simple Geschichte endlos in die Länge gezogen wird.

Fazit: Aufgrund der guten Darsteller und des edlen Looks sicher kein Totalausfall – andererseits verpasst man auch nichts, wenn man BEL CANTO (der deutlich bessere Originaltitel) von seiner Wunschliste streicht.

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DER SCHRECKEN SCHLEICHT DURCH DIE NACHT (Koch Media)

am 12. Februar 2019 unter Horror, Klassiker abgelegt

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Anthropologie-Professor Donald Blake bekommt für seine Forschungsarbeit einen seltenen vorzeitlichen Fisch geliefert, der nur noch in den Gewässern vor Madagaskar zu finden ist. Während seiner Arbeit an dem Fisch verletzt sich Blake und es gelangen radioaktiv verseuchte Bakterien in seine Blutbahn. Als die Assistentin des Professors kurz darauf ermordet in seinem verwüsteten Büro aufgefunden wird, stößt die Polizei bei ihren Ermittlungen auf ungewöhnliche Fuß – und Fingerabdrücke. Es beginnt eine Jagd nach dem Unbekannten.

Dieser Film von Jack Arnold, der sein letzter werden sollte – zumindest im Horrorbereich, zählt zu den eher unbekannten Arbeiten des Regisseurs. In den sehr interessanten Extras erzählt er in einem langen und gut geführten Interview, dass er den Film eigentlich nicht drehen wollte, weil ihm viele Stellen des Drehbuchs nicht gefielen, er aber keine Zeit bekam, diese abzuändern.

Dafür ist der Streifen erstaunlich gut geworden. Heutzutage wäre eine solche Geschichte sicher etwas Normales, aber man muss sich überlegen, dass das Drehbuch mittlerweile 60 Jahre auf dem Buckel hat, insofern war das damals schon sehr innovativ.

Das Monster ist natürlich insgesamt eher bescheiden getrickst, erstaunlich aber, wie man die Rückverwandlung zum Menschen damals gefilmt hat, mit den bescheidenen Möglichkeiten die zur Verfügung standen.

Das Bild des Streifens ist exzellent und sollte man mal der Firma WARNER schicken, um denen zu zeigen, wie ein Film, Ende der 50er gedreht, aussehen KANN, wenn man nur will, wenn man bedenkt was für eine katastrophale Blu Ray diese mit DIE 12 GESCHWORENEN auf den Markt brachten.

Das Bild ist nahezu komplett frei von Bildrauschen, Blitzer habe ich gar keine gesehen und auch die Schärfe passt. Dazu kommt ein blitzsauberer Ton ohne jegliches Rauschen oder andere Hintergeräusche.

Für Sammler eine absolut würdige Veröffentlichung eines etwas unterschätzten Streifens, den man heute auch noch gut schauen kann – wie eigentlich alle Filme von Arnold.