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Archiv für den 31. Dezember 2018

MANDY (Koch Media)

am 31. Dezember 2018 unter Action, Drama, Horror abgelegt

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Shadow Mountains, 1983: Der friedliebende Holzfäller Red Miller kocht vor Wut und Trauer. Hilflos musste er mitansehen, wie seine große Liebe Mandy verbrannt wurde. Jeremiah Sand, der charismatische Führer der religiösen Sekte “Children of the New Dawn” hatte sie sich geschnappt und eiskalt in Flammen gesteckt – nur weil Mandy ihm nicht gefügig war. Red hat nun nichts mehr zu verlieren. Mit einer eigenhändig geschmiedeten Kriegsaxt in der Hand und einer Teufelsdroge in den Adern, die ihm übermenschliche Kräfte verleiht, macht er sich auf den Weg in einen blutigen Albtraum. Von wahnsinnigem Rachedurst getrieben, wird Red nicht eher ruhen, bis er Jeremiah und seine Jünger zur Strecke gebracht hat.

Und wieder einmal gratuliere ich Koch zu einem wirklich gelungenen Pressetext. Denn so viel wäre mir erst gar nicht eingefallen, da die eigentliche Geschichte dieses Streifens wirklich nicht viel hergibt.

Und hierüber soll ich jetzt auch noch eine Kritik schreiben – was eine wahrlich schwierige Aufgabe ist, denn hier bewegen wir uns weitab des Mainstreams auf den Spuren des berühmt-berüchtigten Kunstkinos.

In sämtlichen Magazinen wird der Film als Meisterwerk gelobt und die Filmstudenten diverser Unis können sich hier sicher nicht sattsehen und bekommen einen Orgasmus. Wobei einige Dinge wirklich gelungen sind, wie zum Beispiel die Farbgebung. Die ungewöhnlichen Rotfilter schaffen, in Verbindung mit den verzerrten Kamerabildern, eine durchaus bemerkenswerte Stimmung. Die kurzen Zeichentricksequenzen hätte ich persönlich aber nicht verwendet.

Überraschenderweise spielt Cage, der König des Overactings insgesamt eher zurückhaltend, während der Typ der den Jeremiah verkörpert, dann diese Rolle einnimmt. Ich kannte den nicht und habe wirklich gegoogelt, ob das ein Schauspieler ist, denn es hätte wirklich auch einer sein können, den man direkt aus der Klapse ans Set gebracht hat. Und diese Figur geht mir mit seinen Monologen teilweise auch mächtig auf den Zeiger.

Der zweite Teil des Streifens ist der etwas konventionellere und dürfte den meisten Zuschauern, die einen Unterhaltungsfilm sehen wollten, eher zusagen – falls sie bis dahin durchhalten. Zusätzlich gibt es ordentlich Blut zu sehen und ein paar durchaus cool choreographierte Szenen.

Ob man diese merkwürdigen Rocker jetzt unbedingt gebraucht hätte, weiß ich auch nicht, die wirken irgendwie etwas deplatziert, obwohl die Kostümbildner sich wirklich Mühe gegeben haben und die Typen irgendwas von Pinhead und Friends haben.

Insgesamt ist dieser Film nicht bewertbar. Viele Leute werden ihn bescheuert finden und einige ihn hochstilisieren. Ich liege eher in der Mitte, denn einiges hat mir gut gefallen, anderes wiederum fand ich dämlich. Nach Logik darf man hier natürlich auf keinen Fall fragen.

Eine Erwähnung wert sei aber noch der hervorragende Auftritt von Andrea Riseborough, die eine tolle Vorstellung abliefert, was dem Mainstreampublikum aber auch nicht helfen wird. Das wird diesen Streifen gänzlich niedermachen.

FLATLINERS (Sony Pictures)

am 31. Dezember 2018 unter Horror abgelegt

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Fünf Medizinstudenten wollen dem Geheimnis auf den Grund gehen, ob es wirklich ein Leben nach dem Tod gibt. Sie lassen sich auf ein gewagtes und gefährliches Experiment ein: Sie stoppen ihren Herzschlag für einige Minuten, um eine Nahtoderfahrung zu erleben, und ins Jenseits blicken zu können. Doch ihre Experimente werden immer gefährlicher. Weil sie das Risiko erhöhen und die Todesdauer immer mehr verlängern . Die Fünf erfahren schon sehr bald, dass das Spiel mit dem Blick ins Jenseits Konsequenzen hat und werden im realen Leben von ihren früheren Sünden heimgesucht.

Gegen Ende des Jahres schaue ich meistens noch einmal zurück und nehme den ein oder anderen etwas älteren Streifen auf, den ich nun nach einer Preisreduzierung gekauft habe. Die jeweiligen Verleih-Firmen sind für Vorab-Promos zu geizig – dafür können aber die Filme nichts und ein Remake von diesem Kultfilm gehört nun mal auf meine Seite.

Oha, eine Neuauflage eines solchen Streifens ist natürlich immer so eine Sache. Andererseits bot es sich auch an, da die Medizin heute wesentlich weiter ist und die Maßnahmen zur Wiederbelebung sich verbessert haben. Zudem könnte man meinen, dass man durch die Computereffekte viel mehr Möglichkeiten hat, die Erlebnisse der Protagonisten zu visualisieren – leider geht das eher in die Hose.

Die jungen Ärzte sind diesmal unter anderem Diego Luna und Ellen Page, die beide mit Abstand auch die besten Darstellungen bieten, während die drei anderen austauschbar wirken. Diesmal sind es 3 Mädels und 2 Typen, im Original ist nur einer der Beteiligten weiblich und das war Julia Roberts, die ich nicht ausstehen kann, dort aber eine gute Leistung bot.

In den Extras scheiden sich bei den verschiedenen Interviewten auch die Geister, ob das ganze nun wirklich ein Remake ist oder ein eigenständiger Film, denn schließlich könnten ja im Jahre 2018 auch andere auf die Idee kommen, diese Experimente zu versuchen. Auch dafür spricht, dass Kiefer Sutherland mit dabei ist. Wieso er allerdings nicht mit eingebunden wird in die waghalsigen Versuche, zumindest wenigstens gegen Ende, verstehe ich nicht. So bleibt es eigentlich nur ein netter Cameo Auftritt für Insider.

Alles in allem kann die Neuverfilmung nicht mit dem Original mithalten, weil die Vielzahl der neuen technischen Möglichkeiten hier nicht gut genutzt wurde und eher zum optischen Overkill führen.

Für Menschen die das Original nicht kennen sicherlich ein durchaus netter kleiner Horrorstreifen . Nicht mehr, aber immerhin auch nicht weniger.

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DAS HAUS DER VERGESSENEN/MEDIABOOK (Koch Media)

am 31. Dezember 2018 unter Horror, Komödie abgelegt

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Das Ghettokind Poindexter, den alle nur Fool nennen, geht auf Raubzug, um Geld für seine kranke Mutter zu besorgen. Mit zwei schrägen Einbrechern macht er sich auf ins schaurige Haus der reichen Robesons – und damit seinem Spitznamen “Fool” alle Ehre: Es entpuppt sich als regelrechte Festung, aus der es kein Entkommen gibt. Bei den Besitzern handelt es sich offensichtlich um ein mordlüsternes, geisteskrankes Geschwisterpaar. Die beiden Kumpels befinden sich bald auf deren Speisekarte, aber Fool bekommt Hilfe von der Tochter der beiden Irren, die im Haus eingesperrt ist, wie auch viele weitere Kinder im Keller-

Zwischen NIGHTMARE 3 und SCREAM, drehte der leider viel zu früh verstorbene Wes Craven noch diesen kleinen Horrorstreifen, der in weiten Teilen eher eine Komödie ist, die aber immerhin doch auch einiges an Blut parat hält. Dazu kommen wirklich witzige Einlagen (der Hund, der ungewollt durch das Haus „skatet“ schießt dabei den Vogel ab).

Ich fand, dass der Streifen, der mittlerweile ja auch schon 27 Jahre auf dem Buckel hat, die Zeit recht gut überstand, auch wenn manche Dialoge natürlich noch den typischen 80er Slang beinhalten und die Überzeichnung des vermeintlichen Ehepaars an manchen Stellen etwas over the top ist.

Jedoch packt Craven in seinen Streifen jede Menge Sozialkritik dazu, die zwar eher unterschwellig vermittelt wird, aber dennoch einen wichtigen Teil einnimmt.

Die Restauration ist mal wieder gut gelungen. Das Bild liefert satte Farben, keinerlei Rauschen und wirklich nur ganz selten kurze Blitzer, die aber glaube ich anderen Menschen, die nicht so genau hinsehen, gar nicht auffallen. Der Ton ist ebenfalls in Ordnung.

Das schöne Mediabook bietet zudem ein Inlay mit Infos zum Film und einigen Bildern. Als Extras gibt es unter anderem einen Audiokommentar von Wes Craven und ein Making of.

Fazit: Erstaunlich gut gealterte Fingerübung des Horrormeisters in einer technisch sehr zufriedenstellenden Variante. Wieso der der Streifen den dämlichen Titel HAUS DER VERGESSENEN trägt, wissen nur die Leute, die ihn 1991 so tauften – er passt nämlich nicht.