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Archiv des Monats November 2018

HEREDITARY (Splendid )

am 06. November 2018 unter Drama, Horror abgelegt

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Annie Graham lebt zusammen mit ihrem Mann Steve und ihren beiden Kindern Peter und Charlie etwas abgelegen am Waldrand. Als Annies Mutter Ellen, das Oberhaupt der Familie, zu der sie aber keinerlei wirklichen Draht mehr hatte, stirbt, muss sich die Familie danach mit mit mysteriösen und grauenhaften Ereignissen auseinandersetzen. Denn Omi beschäftigte sich mit okkulten Geschichten und Flüchen. Für Annie, Steve, Peter und Charlie beginnt plötzlich ein Wettlauf gegen ihr dunkles und unheilvolles Schicksal, welches ihre Ahnen ihnen hinterlassen haben…dann stirbt Charlie durch einen unglücklichen Unfall. Annie sucht Hilfe bei einer Glaubensgemeinschaft und lernt dabei die liebevolle Joan kennen – doch der Schein trügt.

Der Film stand bei mir etwas länger herum – daher kommt meine Rezension eine Woche nach der Veröffentlichung. Das lag daran, dass ich auf gewisse Filme einfach Lust haben muss und ich ihn schon vorab gesehen hatte und ich wollte, die für einen Horrorfilm ungewöhnlich langen 130 Minuten Laufzeit, noch einmal voll genießen.

Das eigentlich grandiose an dem Streifen ist ja, dass er die ersten 30 Minuten absolut gar nichts mit diesem Genre zu tun hat, sondern man bekommt hier ein Familiendrama kredenzt, das enormen Wert auf ausgearbeitete Charaktere legt.

Danach geht das Grauen dann aber richtig los und die letzte Stunde ist, speziell was Atmosphäre (die mich stark an BABADOOK erinnerte ) und besonders Kameraführung betrifft, mit das beste was ich in den letzten Jahren gesehen habe. Dazu gesellt sich ein kongenialer Soundtrack, der fast den ganzen Film lang im Hintergrund leise poltert und wabert. Viel besser geht das eigentlich nicht und erinnert fast schon an die guten alten Zeiten eines John Carpenter, wobei HEREDITARY keinesfalls altbacken wirkt.

Gabriel Byrne hat sich in den letzten Jahren rar gemacht, ist aber ein begnadeter Schauspieler, Toni Colette hat man hier mal richtig auf hässlich getrimmt und tritt nach KRAMPUS schon in ihrem zweiten Horrorfilm in kürzester Zeit auf. Beide Darsteller haben in diesem Film auch als Executive Producer mitgewirkt.

Etwas grenzwertig sind die letzten 5 Minuten. Die hätte ich persönlich etwas anders gestaltet oder sie einfach ganz weggelassen, das ist mir persönlich dann einen Tick too much, will aber jetzt nicht spoilern – das soll jeder für sich entscheiden.

Fazit: In Sachen Atmosphäre und Stimmung mit das beste seit des ersten Conjuring-Teils, allerdings mit deutlich weniger Action. Die bereits erwähnte fantastische Kameraarbeit und der Score machen HEREDITARY zu einem DER Horrorhighlights des Jahres 2018.

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WILDLING (Capelight/ALIVE)

am 06. November 2018 unter Drama, Horror abgelegt

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Eingesperrt in einem kleinen Zimmer eines abgelegenen Waldhauses und völlig isoliert von der Außenwelt, wächst Anna, unter der Obhut eines mysteriösen Mannes auf, den sie nur als „Daddy“ kennt, auf Mit schaurigen Geschichten über ein kinderfressendes Ungeheuer schürt er seit jeher ihre Angst vor der Welt außerhalb ihres Gefängnisses, so dass sich das Mädchen, selbst wenn sie könnte, nicht trauen würde, das Haus zu verlassen. Dann entdeckt die Polizei nach einem Schuss, das mittlerweile 16 jährige Mädchen. Der nette weibliche Sheriff Ellen Cooper nimmt den verstörten Teenager fürsorglich bei sich auf. Zunächst läuft alles gut und Anna beginnt das neue und normale Leben zu genießen. Doch schon bald kommt es zu einer Reihe beunruhigender Ereignisse. Zudem spürt sie merkwürdige Veränderungen in und an sich.

Der Film startet großartig. Gerade die ersten 20 Minuten, wird dem Zuschauer sehr schön erzählt, wie „Daddy“ sein Kind ängstigt, er aber versucht irgendwo eine Vaterrolle einzunehmen. Dafür hat man Vorzeige-Psychopath Brad Dourif engagiert, der hier, zumindest in der ersten Phase, mal ein ganz anderes Gesicht zeigen darf. Später mutiert er dann wieder mal zur Furie.

Frau Tyler bemüht sich immerhin ihre 2 Gesichtsausdrücke zu variieren, während Bel Powley mit ihren riesigen Kulleraugen eine hervorragende Leistung abliefert, denn diese Rolle ist schwer zu spielen, wie man auch in den Extras sieht.

Die Geschichte mag den ein oder anderen an WHEN ANIMALS DREAM erinnern. Während dieser allerdings eher als Drama inszeniert wurde, fährt man hier deutlich mehr Horrorelemente auf und für Herrschaften die gerne das rote Zeug spritzen sehen, wird auch die ein oder andere Szene geboten.

Gegen Ende wird, das sonst insgesamt eher subtile Geschehen, dann aber zu sehr mit dem Holzhammer beendet. Nicht das man nach 60 Minuten abschalten muss, aber die Action-Szenen wollen irgendwie nicht ganz zum bis dahin gesehenen Rest passen.

Trotzdem auch aufgrund der guten Darstellerin eine weitere interessante Variante dieses Themas.

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DER FALKE UND DER SCHNEEMANN – MEDIABOOK (Koch Media)

am 06. November 2018 unter Klassiker abgelegt

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Ein Film nach einer wahren Begebenheit: Der Amerikaner Christopher Boyce hat beruflich Zugang zu streng geheimen Dokumenten. Als er auf sehr brisantes Material im Zusammenhang mit der CIA und Rüstungsgeschäften stößt, ist er entsetzt und von seinem Land enttäuscht. Christopher beschließt daraufhin, diese Informationen an die Sowjets zu verkaufen. Hilfe dabei bekommt er von seinem Freund Daulton Lee, der dank seiner Drogenkarriere über nützliche Kontakte verfügt. Doch Christopher und Daulton finden relativ schnell heraus, dass man sich mit Geheimdiensten lieber nicht anlegen sollte. Einmal ins Visier von CIA und KGB geraten, gibt es so schnell kein Entrinnen mehr.

Mittlerweile hat der Streifen auch schon über 30 Jahre auf dem Buckel. Himmel, wie die Zeit vergeht. Sean Penn ist mittlerweile ein gefragter Charakterdarsteller, während es um Timothy Hutton etwas ruhiger geworden ist und er eher in kleineren Produktionen zu sehen ist.

Der Film war damals ein großer Erfolg an den Kinokassen, auch wegen dem Soundtrack von Pat Metheny und dem dazugehörigen Titelsong THIS IS NOT AMERICA zusammen mit David Bowie, welcher zu einem Welthit wurde und im Abspann läuft.

Natürlich hat, ähnlich wie bei WARGAMES oder auch DAS NETZ, die Zeit den Streifen etwas überholt, aber das weiß man ja, wenn man sich auf diesen einlässt oder ihn noch von früher kennt. Zudem wirken die 134 Minuten einen Tick aufgebläht und Penn hat die bescheuertste Frisur seine gesamten Kariere.

Das Bild hat nicht viel Rauschen und nur einige seltene Blitzer, mit denen man durchaus leben kann. Es ist zwar klar, aber die Farben wirken etwas verwaschen und dürften etwas intensiver sein. Der Ton ist bei diesem Film nicht wirklich entscheidend.

Sehr schön ist die Beilage in dem Mediabook. Dort wird nämlich genau erzählt, was damals am Set ablief und das Hutton und Penn sich nicht besonders leiden konnten. Auch Regisseur Frankenheimer hatte wohl so einige Probleme mit seinem exzentrischen Jungstars.

An Extras hat man erstaunlich viel ausgebuddelt:

Kinotrailer; TV-Spot; Bildergalerie; Vintage Electronic Press Kit; Vintage Featurettes: America’s Most Unlikely Spies, Creating The Characters, Falconry – The Deadly Sport; Vintage Profile: John Schlesinger, Timothy Hutton, Sean Penn; Vintage Interviews: Timothy Hutton, John Schlesinger – das kann sich für so einen alten Streifen absolut sehen lassen.

Etwas in die Jahre gekommen, ist die technische Umsetzung jedoch sehr gut. Fans des Films können sich nach Sichtung des Streifens noch stundenlang mit Extras und dem Inlay beschäftigen. Eine mehr als gelungene Veröffentlichung. Die beiden „echten“ Stars sind seit einigen Jahren wieder auf freiem Fuß.

4 BLOCKS – STAFFEL 2 (Eye See Movies/AV-Visionen)

am 06. November 2018 unter Drama, TV-SERIE abgelegt

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Ein Jahr nach dem dramatischen Showdown mit den Cthulhu hat sich für die Hamadys viel verändert: Abbas steht wegen Mordes vor Gericht, Amara hat mit Latif einen Neuanfang gewagt und Toni kann endlich wie erhofft ins Immobiliengeschäft einsteigen. Zudem übernimmt er den Drogenhandel in Berlin Kreuzberg und Neukölln. Doch richtig glücklich ist er damit nicht, denn sein Vorgänger AL-Safi trachtet ihm nach dem Leben. Eigentlich will Toni auch noch immer aussteigen, und versucht sich in Immobilien. Doch dann werden seine Konten eingefroren und auch dieses Vorhaben scheitert wieder – es scheint, dass es ihm einfach nicht vergönnt ist, ein ehrliches Geschäft aufzuziehen. Dann töten seine Männer, in einem von ihm nicht genehmigten Racheakt, auch noch einige Tschetschenen, die nun auch ihre Finger im Spiel haben und ihrerseits Vergeltung wollen.

Nachdem die erste Staffel überragende Kritiken bekam, war es natürlich nicht ganz einfach da etwas nachzulegen, auch weil die moralische Instanz des Vorgängers, durch den Tod von Vince fehlt und so auch die spannende Frage, ob der Spitzel entdeckt wird, in der Fortsetzung natürlich nicht vorhanden ist, auch wenn man versucht die Rolle des Zeki ein wenig in diese Richtung gehen zu lassen.

Die Stärken und Schwächen der ersten Staffel sind gleichgeblieben. An manchen Stellen ist mir das einfach etwas zu viel „alder, ich f.icke deine Mudder und ich schwöre“-Gelaber was doch stark klischeehaft wirkt.

Die männlichen Darsteller sind, wenn man mal ganz ehrlich ist, nicht wirklich gut, was aber die Authentizität unterstreicht, denn hierfür hat man ja bewusst Laien genommen. Herausragend allerdings Kida Khodr Ramada, der der mit Abstand beste Schauspieler unter den Herrschaften ist und für die Darstellung in Teil 1 ja einen Grimme-Preis erhielt. Auch den beiden Damen der Famile Hamady sind durchaus sehenswerte Darstellungen gelungen.

Die erste Staffel zeigte bereits hohe Qualität in Sachen Inszenierung. Damit jetzt auch gar nichts schiefgehen konnte, organisierte man mit Oliver Hirschbiegel (Das Experiment) und Özgür Yıldırım (Boy 7) 2 absolute Top-Regisseure im Bereich Cinema, die die Serie eben eher nach einem langen Kinostreifen aussehen lassen, denn nach einer Fernsehproduktion.

Wer den Vorgänger mochte, dem dürfte auch die neue Staffel gefallen. Grundsätzlich hat man die Geschichten um die Hamadys durchaus interessant und relativ nachvollziehbar weitergesponnen. Und auch für eine dritte Staffel ist die Chance noch gegeben.

Am Set soll es übrigens immer wieder zu größerem Stress gekommen sein. Dazu schreibt WIKIPEDIA

„insbesondere durch die Besetzung von verschiedenen Rollen aus der Hip-Hop-Szene wie die beiden Hauptdarsteller Latif (Massiv) und Abbas (Veysel), aber auch Nebendarsteller wie Gringo, Eunique und Gzuz, aber auch Verbindungen einiger der anderen Darsteller zur organisierten Kriminalität. So berichteten die Medien immer wieder, dass es angeblichen Stress zwischen tatsächlichen Gangstern, Kneipenwirten und den Darstellern gegeben hätte.“

Inwiefern das stimmt kann ich natürlich nicht beurteilen, unterstreicht aber, die von mir oben angeführte Authenzität und ich denke, solch eine Serie kann man einfach nicht durchweg mit gestandenen und bekannten Darstellern besetzen, da diese nicht in diesem Milieu groß geworden sind und sich daher dort auch schwer hineinversetzen können. Insofern ist diese Wahl schon gut. Kida Khodr Ramadan soll übrigens privat ein total netter und cooler Typ sein – kann man sich gar nicht vorstellen, bei der Rolle die er hier spielt :o )

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MUSE (Eurovideo)

am 01. November 2018 unter Horror abgelegt

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Seit dem tragischen Tod seiner Freundin, die sich praktisch vor seinen Augen umgebracht hat, leidet der angesehene Literaturprofessor Samuel Solomon an einem Albtraum, in dem eine Frau Opfer eines brutalen Ritualmords wird. Als diese Frau aus seinen Träumen unter exakt denselben Umständen ermordet aufgefunden wird, sucht Samuel den Tatort auf. Dort trifft er auf Rachel , die genau den gleichen Traum hatte. Gemeinsam versuchen sie dem Geheimnis auf den Grund zu gehen. Doch das kann böse Folgen haben, denn sie geraten in eine Welt, die sie nicht kennen und die von Wesen beherrscht wird, die viele Künstler im Laufe der Zeit inspiriert haben: Die Musen. Doch die Damen sind alles andere als freundlich gesinnt.

Wer bislang meinte die Musen waren nur nette Damen, die dazu da waren Künstler zu inspirieren, sieht sich hier eines besseren belehrt. Die 7 Ladys sind nämlich alles andere als harmlos.

Der Streifen ist das neueste Werk von Jaume Balaguero, der in seiner kompletten Vita eigentlich noch keinen richtig schlechten Film stehen hat und auch MUSE ist alles andere als das.

Wie die beiden mit Hilfe einer Freundin, die übrigens von Franka Potente gespielt wird, die relativ viel Screentime hat, aber wenig zeigen kann, die Geschichte nach und nach aufdecken, ist sehr interessant geschildert und vor allem auch mal etwas, was noch nicht 1000 mal in anderen Filmen aufgetaucht ist.

Kurz vor Schluss gibt es dann eine sensationelle Wende, auf die ich ich nun wirklich niemals gekommen wäre und den Film noch besser macht, als er eh schon ist, denn hier gibt es endlich mal wieder  eine wirklich schön entwickelte Geschichte zu sehen. Inwieweit diese Dinge alle wirklich in Büchern belegt sind, kann ich nicht sagen, weil mir dazu einfach das Hintergrundwissen fehlt – wenn nicht ist das ganz auf jeden Fall sehr schön ausgedacht.

Im Netz wird bemängelt, das der Film nicht durchgängig spannend ist, sondern er hier und da den ein oder anderen Durchhänger hat. Ich gebe zu, den machohaften Chef des Nachtclubs hätte man sich echt schenken können, aber ansonsten braucht die Geschichte eben auch Zeit sich zu entwickeln – das ist das Problem wenn man kein 0815 Drehbuch vorliegen hat, und es größeren Ausführungen bedarf, als bei einem Slasher – von daher kann ich mit den kleinen Spannungslücken gut leben.

Fazit: Origineller Horrortrip, der Balagueros Ausnahmestellung im Horrorfilm-Bereich zementiert.

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THE INHABITANT (Capelight/Alive)

am 01. November 2018 unter Horror abgelegt

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Die Schwestern Maria, Camila und Ana brechen mitten in der Nacht in das Haus eines korrupten Senators ein und nehmen ihn und seine Frau gefangen. Die drei haben es auf Erpressungsgeld abgesehen. Doch ihr Raubzug wird plötzlich von seltsamen Geräuschen aus dem Keller gestört. Als Camila nachsieht, findet sie hinter einer verschlossenen Tür die Tochter der Familie an ein Bett gefesselt vor. Die Mädchen wollen das Kind befreien und missachten die nachdrücklichen Warnungen der Eltern, denn Camilla ist alles andere als harmlos und manche Dinge sind eben nicht so wie sie zunächst scheinen.

Man muss dem Film zu Gute halten, dass er keine besonders lange Anlaufzeit braucht, denn eigentlich geht es schon in der ersten Minute los. Leider muss man auch sagen, das die Chose nach 45 Minuten eigentlich auch vorbei ist.

Bis dahin hat man einen durchaus schick gefilmten und nicht unoriginellen Horrorthriller gesehen, bei dem man die Auflösung noch nicht erahnen kann. Ist aber erst einmal klar, was dahintersteckt, mutiert das ganze dann leider im zweiten Abschnitt zum üblichen Exorzismus-Murks, den man so schon oft und auch besser gesehen hat.

Das heißt nicht, das der Streifen jetzt kompletter Mist ist, aber es ist schade das man den wirklich spannenden ersten Abschnitt, mit einem sehr beliebigen zweiten Teil weiterführt.

Ein Horrorfilm aus Uruguay ist selbst für jemanden der schon viel gesehen hat, wie mich, auch mal etwas Neues, zumindest ist der Regisseur in diesem Land geboren. Ob der Film in diesem Land spielt, wird nicht endgültig aufgeklärt – jedenfalls ist es eine Location in Lateinamerika, ich denke Mexiko.

Im Endeffekt reichen aber eben schöne Bilder nicht für einen 90 Minuten Streifen. Dieses Schicksal ereilt THE INHABITANT leider.

Die Darstellerinnen machen ihre Sache hierbei noch recht ordentlich und auch das Mädel, das vom Teufel besessen ist (soviel kann ich wohl dann doch verraten) liefert eine tolle Leistung ab.

45 Minuten lang Spannung, 45 Minuten lang konventionelles Exorzismus-Kino. Da wäre etwas mehr drin gewesen.

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STRANGERS – OPFERNACHT (Universum Film)

am 01. November 2018 unter Horror abgelegt

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Cindy und ihr Ehemann Mike begeben sich mit ihrer rebellischen Teenager-Tochter Kinsey und ihrem Sohn Luke in den kurzen Familienurlaub. Danach jedoch soll Kinsey auf ein Internat, denn die Eltern werden mit der aufmüpfigen Teenagerin nicht mehr fertig, doch soweit kommt es nicht. Nachdem die Vier ihre Unterkunft in einem abgelegenen Trailerpark bezogen haben, beginnt mit einem zarten Klopfen und einer Frage einer jungen Dame an der Tür, eine Nacht, nach der nichts mehr so ist wie es war und die Familie stark dezimiert sein wird.

Bei diesen Streifen ist es immer schon eine Kunst, eine Zusammenfassung hinzubekommen, die länger als ein Satz ist, denn die eigentliche Geschichte gibt jetzt nicht besonders viel her.

Es heißt mal wieder NACH EINER WAHREN BEGEBENHEIT, ein Satz, der mittlerweile genauso nervt wie die Regierungsversprechen, die nie umgesetzt werden. Ich kann mich an keinen Fall erinnern, in dem so etwas, wie hier gezeigt, mal passiert ist.

Ist aber auch wurscht, denn nachdem der erste Teil, der ein Remake des grandiosen THEM (kennt leider kein Mensch) war, komplett öde und mit einer überforderten Liv Tyler dahinplätscherte, wollte ich mir die inoffizielle Fortsetzung gar nicht ansehen, doch siehe da – ich wurde überrascht.

Nicht das die Geschichte einen europäischen Spezialpreis für Innovation bekäme, aber wie es der Regisseur schafft hier eine bedrohliche Atmosphäre aufzubauen, ist schon eine Kunst für sich. Auch sieht man immer am Bildrand oder im Hintergrund durch kleine Andeutungen, dass hier gleich etwas passieren wird. Die Kamera ist in diesem Streifen absolut überragend.

Sicher ist vieles nicht ganz logisch und anfangs verhalten sich die Protagonisten auch mal wieder irrational (was sich zum Glück später ändert). Werde nie verstehen, dass, wenn ich die Gelegenheit habe, jemandem das Hirn wegzuballern, der vorher meine Mutter getötet hat, ich diesen verschone und abhaue. Aber wie gesagt, das ändert sich später.

Der große Vorteil den STRANGERS 2 hat ist, das er nicht nur in einer Location spielt wie der Vorgänger. Der Trailerpark ist schick gestaltet und unterstützt, zusammen mit dem gelungen und bedrohlichen Score, die ohnehin schon gelungene Atmosphäre. Mit Blut wird auch nicht gespart.

Fazit Zwar nix wirklich Neues, dafür aber hervorragend und spannend umgesetzt.

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BAD SAMARITAN (Atlantis Film/Alive)

am 01. November 2018 unter Suspense, Thriller abgelegt

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Sean und Derek haben eine nette neue Geldquelle entdeckt: Der Eine parkt die schicken Autos der Gäste von Nino‘s Restaurant, der andere bricht während die Herrschaften dinieren, in die leeren Häuser ein. Klappt alles gut. Bis Sean in einem der luxuriösen Häuser eine junge Frau entdeckt, die in einem Raum eingesperrt und angekettet ist. Er versucht diese zu befreien, doch ihm fehlen dazu die richtigen Mittel und der Hausherr naht auch schon. In Panik flüchtet Sean, hinterlässt jedoch Spuren. Die Polizei hört sich seine Geschichte mit großer Skepsis an: Schließlich ist er vorbestraft und Cale, der Hausbesitzer ein wohlhabender, vorbildlicher Bürger der Stadt. Und er ist auch schlau, denn er kommt Sean auf die Schliche und dreht den Spieß um.

Juchhu, es gibt sie doch noch – Geschichten, die noch nicht durchgenudelt sind, sondern noch eine gewisse Eigenständigkeit mitbringen, so wie es BAD SAMARITAN aufzeigt.

Grundsätzlich ist der „Job“ den die beiden durchführen schon mal ein interessantes Geschäftsmodell, dass sich viele nach Sichtung des Streifens sicherlich auch mal durch den Kopf gehen lassen. Das man in einem Haus landet, das von einem Irren bewohnt wird, ist ja doch eher selten.

Auch wenn es etwas nervt, das die Polizei Menschen, die vorbestraft sind nie glaubt, sind die Handlungsweisen des Protagonisten alle nachvollziehbar. Nachdem er das Mädchen zurücklassen musste, versucht er eben alle legalen Mittel auszuschöpfen um ihr zu helfen. Als das nicht klappt, greift er zu anderen Maßnahmen.

Richtig garstig wird es aber eben, als Cale das ganze entdeckt und mithilfe seines Einflusses und Geldes Stück für Stück Seans Leben zerstört. Das ist spannend und vor allem wirklich originell geschildert.

Überhaupt hat der Streifen recht viele einfallsreiche Stellen. Alleine schon die Szene in der Sean dem Computer photographieren will und während des Blitzes das Mädchen in der Ecke angebunden sitzen sieht, ist wirklich cool gemacht. Solche hat der Streifen einige zu bieten, da würde ich aber jetzt zu viel spoilern.

Schade, das der Showdown dann ein wenig arg konventionell gerät, während man den Rest nicht wirklich mit diesem Wort beschreiben kann. Da wäre noch etwas mehr drin gewesen.

Fazit: Ich kenne das Budget dieses Streifens nicht, kann mir aber nicht vorstellen, dass es riesig war, weil bis auf eine Explosion eigentlich alles nur von der spannenden Konstellation lebt und es hier weder Effekte noch große Action-Szenen gibt. Ein kleiner Geheimtipp.

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