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Archiv für den 20. September 2018

DER NEBELMANN (Koch Media)

am 20. September 2018 unter Drama, Thriller abgelegt

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Bereits vor einigen Jahrzehnten ging in einem kleinen Dorf in den Alpen ein Kindesentführer um, auch wenn das von offizieller Seite niemand bestätigen wollte. Dann verschwindet plötzlich wieder ein Mädchen und man stellt sich die Frage, ob es es sich um den gleichen Täter handelt. Der selbstverliebte und pressegeile Star-Ermittler Vogels wird mit dem Fall beauftragt und stößt auf eine gläubige Gemeinschaft und einer Mauer des Schweigens. Dann entdeckt er auf einem Video eines Freundes der Entführten, immer wieder einen weißen Jeep, der einem Lehrer gehört. Ohne große Beweise zu haben, das dieser Wagen etwas mit dem Verbrechen zu tun hat, spielt er diese Aufnahmen der Presse zu und es beginnt eine Hetzjagd auf den Pädagogen und das Dorf wendet sich komplett von ihm ab.

DER NEBELMANN hat ein Problem – und das ist seine Länge. Auf satte 130 Minuten kommt der Streifen, dessen Geschichte aber so eine Dauer eigentlich nicht hergibt und der Film daher partiell sehr dialoglastig ausfällt.

Das hört sich aber negativer an, als es eigentlich ist, denn gegen Ende gibt es sage und schreibe 3 Wendungen, die zwar nicht zwingend logisch, aber allesamt überraschend daherkommen. Insbesondere die Schlusspointe ist originell.

Jean Reno ist zwar dick auf dem Cover abgebildet, hat aber eine eher kleinere Rolle und spielt den Psychiater, der Vogels verhört, nachdem dieser einen Autounfall hatte. Dies ist eigentlich das Ende der Geschichte. Von da an wird immer wieder mit zahlreichen Zeitsprüngen gearbeitet, was meiner Meinung nach dem Film einfach zu viel Tempo nimmt. Ich denke eine stringente Abfolge hätte dem Streifen besser getan.

Auch Toni Servillo spielt die Rolle des selbstverliebten Ermittlers ansprechend. Überhaupt kann man gegen den Cast nichts einwenden. Auch die mir unbekannten Darsteller machen ihre Sache gut und der Streifen wirkt insgesamt auch sehr homogen.

In den Extras quasselt der Drehbuchautor ohne Luft zu holen – wäre der Streifen in dem gleichen Tempo gedreht, ginge hier richtig die Post ab. Zudem scheint er auch ein wenig selbstverliebt zu sein – wie sein erdachter Ermittler.

In einer Nebenrolle ist übrigens Greta Scacchi zu sehen, von der mir schon ewig kein Film mehr aufgefallen ist. Das war die Darstellerin, die die Rolle in Basic Instinct ablehnte und Sharon Stone damit zu Weltruhm verhalf.

Unter dem Strich eine Mischung aus Drama und Thriller, bei dem einen nur die Laufzeit ein wenig zu schaffen macht. Für die Charakterzeichnung nimmt man sich sehr viel Zeit – manchmal zu viel. Die Schlusswendungen und die letzten 30 Minuten an sich, entschädigen aber für den ein oder anderen Leerlauf.

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GRINGO (Universum Film)

am 20. September 2018 unter Action, Komödie, Thriller abgelegt

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Harold Soyinka ging es blendend, als er morgens zur Arbeit aufbrach, doch dann kommt es knüppeldick. Erst erfährt er, das er faktisch pleite ist, danach scheint sich anzudeuten, dass die Firma verkauft werden soll und er seinen Job verliert und dann stellt er auch noch fest, das seine Frau fremdgeht – und das über Skype. Also übernimmt Harold die Initiative und täuscht eine Entführung vor, denn für gewisse Leute kann der gute durchaus gefährlich werden, denn er hat seit Jahren im Rahmen der Firmentätigkeit mit einem mexikanischen Drogendealer zusammengearbeitet – selbstverständlich ohne das zu wissen. Dieser benötigt aber ebenfalls seine Dienste und hält ihr für den Chef des Unternehmens. Und dann hetzt ihm sein wirklicher Boss auch noch seinen Bruder auf die Pelle, einen ehemaligen Söldner. So wird er plötzlich von der halben Welt gejagt – ohne genau zu wissen warum.

Diese Ausgangslage führt dann zu recht unterhaltsamen Abschnitten, in denen David Oyelowo als harmloser und hilfloser Angestellter, durchaus komödiantisches Talent beweist, obwohl er in der Vergangenheit doch eher anspruchsvolle Filme drehte. (NINA oder SELMA seien hier erwähnt)

Auch der Rest des Castes ist wahrlich hochkarätig. Charlize Theron, Joel Edgerton, Amanda Seyfried und einige andere mehr, tauchen hier teilweise sogar nur in kleineren Rollen auf.

Das Drehbuch ist fein ausgeklügelt, denn die ständig vorhandenen Wendungen sind nur schwer zu erahnen und gerade gegen Ende wird es dann komplett chaotisch, wobei das Wort in diese Fall positiv gemeint ist.

Allerdings dauert es ein wenig bis der Streifen in die Gänge kommt und man auch die Geschichte durchschaut. Zudem ist es gar nicht so einfach GRINGO einem Genre zuzuordnen. Actionkomödie triffts wohl am ehesten, wobei auch durchaus Thrillerelemente vorhanden sind.

Der Film ist an manchen Stellen überraschend brutal. Das fällt einem im ersten Moment gar nicht so sehr auf, doch wenn man mal genauer drüber nachdenkt, gibt es schon einige Szenen (Stichwort Kopfschuss oder großer Fußzeh) die nicht ohne sind. Von daher geht die FSK-Freigabe 16 auch durchaus in Ordnung.

Leider nimmt der Trailer in diesem Fall wieder zu viel vorweg und nahezu alle guten Szenen sind da bereits vorhanden. Ein Phänomen, das sich insbesondere bei Horrorstreifen oft beobachten lässt und da frage ich mich schon, wer so etwas zusammenschneidet.

Ich habe diesen erst im Nachhinein gehen und konnte ohne vorgefertigte Meinung oder Wissen an GRINGO herangehen und bin insgesamt positiv überrascht, denn insbesondere gegen Ende ist das Drehbuch, wie bereits oben kurz erwähnt, extrem pfiffig.

Sehen aber nicht alle so, denn die Durchschnittsbewertungen im Internet sind nicht besonders gut, was ich nicht verstehen kann. Ich fand GRINGO sehr unterhaltsam.

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