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THELMA (Koch Media)

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Die eher schüchterne Thelma verlässt ihr streng religiöses Elternhaus, um in Oslo zu studieren. Sie tut sich sehr schwer Freunde zu finden, zumal sie eben auch durch ihre Erziehung nicht zu der heutigen Jugend passt. Dann allerdings lernt sie auf dem Campus ihre Kommilitonin Anja kennen und verliebt sich in sie. Diese Liebe wird erwidert, so dass sie glücklich zu sein scheint. Außerdem nimmt sie nun auch am Osloer Nachleben teil und mutiert zu einer völlig normalen Jugendlichen – oder auch nicht, denn plötzlich erlebt Thelma epilepsieartige Anfälle und es geschehen äußerst merkwürdige Dinge. Sie glaubt, das mit ihrem Entfliehen aus dem religiösen Umfeld auch übersinnliche Fähigkeiten freigesetzt wurden, die in ihrer Familiengeschichte bekannt sind und die sie nicht kontrollieren kann.

Oha, Arthouse-Horror, das ist immer so eine Sache. Wie ich gelesen habe, steht der Film wie Blei in den Regalen, was ich mir fast gedacht habe. Viele wird die FSK Freigabe stören, denn was kann das schon sein, wenn da ein grünes Schildchen draufklebt? Das deutsche Cover ist zudem komplett irreführend und sieht eher nach einem Drama aus. Das hätte man beides etwas besser lösen können.

Viele verpassen nämlich nun ein originelles und äußerst subtiles und gut gespieltes Kleinod, mit hervorragenden Kamerafahrten und vielen Ideen, die man so nicht nicht gesehen hat.

Regisseur Trier ist nicht verwandt mit seinem dänischen Kollegen, versieht THELMA aber auch mit einer künstlerischen Note, die den Film in meinen Augen zu einem Geheimtipp werden lässt. Denn hier kommt das Grauen nicht mit dem Holzhammer, sondern bahnt sich den Weg ganz langsam.

Die Auflösung ist relativ offen und ich muss zugeben, das ich das Ende nicht ganz verstanden habe. Da es anderen Rezensenten aber genauso ging, bin ich ja froh, das ich nicht der einzigste Trottel bin.

Die beiden Hauptdarstellerinnen liefern eine hervorragende Leistung ab, und ihre lesbische Beziehung ist zudem glaubwürdig und auch nicht nur oberflächlich inszeniert. Diese immer wieder garniert mit visuellen Kniffs und einer sich langsam aber stetig entwickelten Geschichte wurde wirklich überzeugend umgesetzt

Fazit. THELMA ist ein echter Geheimtipp, allerdings wirklich nur für Leute, die Streifen wie zum Beispiel DARK SKIES mögen. Metzelfreunde oder Mainstreamhorror-Schauer sind hier leider völlig fehl am Platz.

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