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Archiv für den 22. August 2018

WINCHESTER (Spendid)

am 22. August 2018 unter Horror abgelegt

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In einer verlassenen Gegend von San Jose, lebt die Witwe Sarah Winchester in ihrer riesigen Villa. Die Erbin des Waffen-Imperiums von William Winchester lässt das Haus immer mehr erweitern, so das es mittlerweile an die 500 Zimmer hat. Dabei hat das Anwesen keine bestimmte Struktur, sondern wird so erbaut, wie es ihr die Geister, der durch Winchester Gewehre Ermordeten, angeblich vorgeben. Der bekannte Psychologe Dr. Eric Price wird daraufhin beauftragt, den Geisteszustand der Millionenerbin zu untersuchen, denn sie verpulvert immerhin das ganze Vermögen, was den restlichen Mitgliedern des Aufsichtsrates gar nicht passt. Doch nach anfänglichen Zweifeln muss auch Price feststellen, dass es in der Villa tatsächlich nicht mit rechten Dingen zugeht, und er wird mit seiner eigenen Vergangenheit konfrontiert.

Gibt es irgend ein Genre das in den letzten 40 Jahren, beginnend mit AMITYVILLE, durchgenudelter ist als das des Spukhauses? Sicherlich nicht. Es gibt hier wirklich nichts mehr neues zu erzählen und ich habe mir den Streifen nur angesehen, weil Helen Mirren in den letzten 20 Jahren keinen schlechten Film gemacht hat. Und siehe da, ich wurde positiv überrascht.

Das es das WINCHESTER HOUSE tatsächlich gibt, war mir nicht bekannt. Es ist heute wohl auch ein Ausflugsort für viele. Ob das alles wirklich so stattgefunden hat wie in dem vorliegenden Streifen ist Spekulation und eher unwahrscheinlich.

Das man es aber schafft hier wirklich gänzlich neue Aspekte einzubringen, die ich so noch nicht kenne, ist erstaunlich. Alleine die Idee mit dem Abschluss der Zimmer mit 13 Stahlschrauben, damit die Geister nicht rauskönnen habe ich so noch nie gesehen. Auch die architektonischen Kuriositäten sind teilweise wirklich originell und auch noch real, denn Treppen die ins Nichts führen und Serpentinen als Aufgänge, kann man auch heute dort noch bewundern. Auch andere Aspekte sind sehr einfallsreich ,würden aber zu vielen Spoilern führen.

Helen Mirren kann zwar ihre Klasse nicht ganz ausspielen, da sie oft mit einem Schleier bedeckt ist und die Hausbesitzerin wohl auch eine merkwürdige Frau war, die über nur 2 Gesichtsausdrücke verfügte. Die Ähnlichkeit mit der echten Winchester (sieht man in den Extras) ist fast schon erschreckend.

Wer hier aber Blutfontänen erwartet, wird völlig enttäuscht sein, denn der Streifen orientiert sich an Vorbildern wie DIE FRAU IN SCHWARZ oder THE OTHERS. Hier setzt mal vielmehr auf altmodisches wie Türen knarren, vorbeihuschende Gestalten und der Einsatz von CGI ist minimal.

Trotzdem oder aus meiner Sicht gerade deshalb, ist WINCHESTER ein gelungenes Beispiel, wie man einen Film auch so spannend gestalten kann, ohne das man jetzt im 5 Minuten Takt eine zerfetzte Leiche sieht.

Fazit: Eine tolle Atmosphäre, oldschoolig inszeniert, aber eben keine Empfehlung für die Splatterfreunde.

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24 STUNDEN IN SEINER GEWALT (Koch Media)

am 22. August 2018 unter Suspense, Thriller abgelegt

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Nachdem ihm seine Anwältin zur bewaffneten Flucht aus dem Knast verholfen hat, nimmt Schwerverbrecher Michael Bosworth mit seinen Komplizen das Haus von Familie Cornell ein. Mit dem Ehepaar und den beiden Kindern als Geiseln, glauben die Herrschaften dem Gefängnis zu entgehen. In der extrem angespannten Lage verschlechtert sich allerdings das Verhältnis der Gangster untereinander immer mehr, während die Familie, die eigentlich zerrüttet ist, stärker zusammenwächst. Als das FBI den Geiselnehmern langsam auf die Spur kommt, dreht Bosworth völlig durch und es scheint nur eine Frage der Zeit bis es Tote gibt.

Der Film war damals nicht gerade ein Erfolg an den Kinokassen und gilt so ein wenig als die Einleitung des Abstieges von Mickey Rourke, der dafür auch die Goldene Himbeere bekam, was ich merkwürdigerweise nicht nachvollziehen kann. Ich bin nun wahrlich kein Fan des Mannes ,der meiner Meinung nach schauspielerisch immer überbewertet war, aber gerade hier liefert er eine gute Leistung ab, noch dazu wo er einen Gegenspieler wie Anthony Hopkins hat.

Der Film ist ein Remake des Bogart Streifens „An einem Tag wie jeder andere“ und ich frage mich, wie man von DESPERATE HOURS (Original) auf so einen beknackten Titel wie 24 STUNDEN IN SEINER GEWALT umschwenken kann, was nicht einmal stimmt, da es nämlich 1 ½ Tage sind. Wer denkt sich so etwas aus?

Der Film ist außergewöhnlich gut besetzt, denn neben den oben erwähnten sind auch Elias Koteas und Mimi Rogers dabei und als Regisseur hatte man mit Michael Cimino einen am Start der schon 2 Kultfilme auf seiner Habenliste stehen hatte (DIE DURCH DIE HÖLLE GEHEN und HEAVENS GATE), wobei letzterer erst Jahre später entsprechend gewürdigt wurde.

Heute sind solche Houseterrorfilme nichts besonderes mehr. Dass ganze hat sich ja mittlerweile zu einem eigenen Sub-Genre entwickelt, das allerdings eher im Horrorbereich angesiedelt ist.

Hier bekommt man einen durchaus ansprechenden Film geboten, der die Zeit recht gut überstanden hat. Die Restauration is,t wie immer bei Koch, sehr gut, aber das braucht man ja fast nicht mehr erwähnen. Genial finde ich die Synchronstimme von Rourke, die den Charakter den er hier spielt, perfekt untermauert.

FAMILIYE (AV-Visionen)

am 22. August 2018 unter Drama abgelegt

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In Berlin Spandau leben die drei türkischen Brüder Danyal, Miko und Muhammed. Miko ist spielsüchtig und hat nahezu bei jedem im Viertel Schulden, während sein Bruder mit einem Down-Syndrom geboren wurde und kurz vor der Abschiebung in eine Klinik steht. Dann kommt Danyal nach 5 Jahren endlich wieder aus dem Knast und will sich bemühen, seinem Bruder ein Vorbild zu sein und einer soliden Arbeit nachzugehen. Doch er wird schnell von der Vergangenheit eingeholt, zumal die Schuldner ihre Kohle sehen wollen und Miko diese nicht begleichen kann. Mit ehrlicher Arbeit kann man so viel nicht verdienen und so muss er, trotz aller ehrenhaften Bemühungen, wieder einmal ein Angebot annehmen, das ihn wieder in den Knast bringen könnte.

Eigentlich bin ich nicht so wirklich die Zielgruppe für diesen Film, doch nach der grandiosen Serie 4 Blocks, die eigentlich auch nicht zu meinen typischen Genres gehörte die ich normalerweise s0 schaue, und trotzdem grandios fand, habe ich ihn mir dann doch gegeben.

Insgesamt ist der Film auch durchaus gelungen. Die Probleme, die die Protagonisten untereinander haben, sind reine Insider-Sachen – Deutsche haben damit gar nichts zu tun. Es wird sehr gut verdeutlicht, das die Türken in Berlin mehr oder minder in ihrem eigenen Staat leben, was ja eigentlich nicht Sinn der Integration sein kann, aber auch da nicht unbedingt ein tolles Leben führen, wie viele immer meinen.

Mit Abstand am überzeugendsten fand ich die Darstellung des Danyal, der aus dem Knast kommt und wirklich versucht seinen Bruder dazu zu bewegen, einen ehrlichen Job anzunehmen, der sich aber natürlich dafür zu stolz ist. Auch die Komponente mit dem behinderten Bruder ist sicherlich seltener in so einem Streifen zu finden, wurde aber gut herausgearbeitet.

Natürlich kommt man auch hier um einige Klischees nicht herum, wie zum Beispiel die beiden Typen, die aussehen wie ZZ Top mit etwas kürzerem Bart – das war mir dann schon etwas überzogen und das der Kriminalbeamte auch noch Ausländer ist, wirkte mir zu konstruiert.

Ich lebe nicht in Berlin, habe aber in Kritiken gelesen, das die Welt dort wirklich so ist wie hier dargestellt. Ich wollte ja schon immer dort hinziehen, aber in diese Ecke müsste es dann doch nicht sein.

In einem sehr interessanten Interview erklärt Co-Produzent Moritz Bleibtreu, wie er an das Projekt kam. Ungewöhnlicherweise war er überhaupt nicht an dem Streifen beteiligt, sondern wurde nur gebeten, ihn sich anzuschauen. Da er davon angetan war, ließ er seinen Kontakte spielen um ihn in die Independent-Kinos zu bringen. Bleibtreu (wie immer sympathisch und rhetorisch begabt) zeigt sich in Redelaune und sinniert über das deutsche Kino, was sehr unterhaltsam ist.

Der Streifen ist übrigens komplett in schwarz/weiß gedreht. Als man den Regisseur fragte warum er dieses Stilmittel benutzte, meinte er, das es in diesem Teil Berlins auch nichts wirklich schönes buntes gibt und die Welt dort in tristem schwarz-weiß authentischer rüberkommt. Ein durchaus interessantes Statement, das nochmals untermauert, dass auch viele Türken nicht unbedingt das Leben führen, was sie sich mal erträumt haben.

Fazit: Insgesamt eine gelungene Milieustudie, die man fast schon die Arthouse-Ecke packen kann. Die Darsteller sind natürlich nicht überragend, da alle keine Profis, was aber anderseits auch ganz gut passt, denn mit professionellen Schauspielern hätte das ganze eher gekünstelt gewirkt.

PS: Zum Glück für mich hält sich auch der Anteil des deutschen Hiphop in Grenzen :o ).

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BODYCHECK (Justbridge)

am 22. August 2018 unter Drama, Klassiker abgelegt

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Der 17-jährige Farmersohn Dean Youngblood will unbedingt Profi in der kanadischen Eishockey-Junioren-Liga werden. Obwohl sein Vater gegen diese Karriere ist, schließt Dean sich den Hamilton Mustangs an. Auf dem Weg dorthin, bekommt er jedoch ganz schon auf die Fresse, denn in diesen unteren Ligen wird mehr geprügelt als gespielt. Als sein bester Freund Derek bei einem Spiel schwer lebensgefährlich verletzt wird, verlässt er das Team und geht auf die Farm zurück. Das Ende seiner Karriere, bevor sie begonnen hat?

Als ich den Film damals als kleiner Steppke gesehen habe fand ich ihn natürlich toll. Ein Typ der sich durchbeißt, dann natürlich auch noch ein süßes Mädel abbekommt und Karriere macht. Nach diesem Schema liefen alle Filme aus diesem Jahrzehnt ab, durchsetzt mit der „wenn du es willst kannst Du alles schaffen“-Attitüde.

Mittlerweile weiß ich aufgrund meines Alters natürlich das das Käse ist, weil viel zu viele Faktoren eine Rolle spielen. Deshalb gehe ich an Filme meiner Jugend immer eher mit gemischten Gefühlen heran.

Insgesamt muss ich aber sagen, dass sich der Streifen erstaunlich gut gehalten hat. Trotz seiner strammen Laufzeit von 105 Minuten kommt nie Langeweile auf und die Geschehnisse sind einigermaßen glaubwürdig. Die Dialoge sind wie immer bei Filmen aus der Zeit, ich formuliere es mal freundlich, „anders als man sie heute führen würde“, aber das war nunmal damals so. Insgesamt war ich aber doch überrascht, das mir der Film auch heute noch gefallen hat. Auch die Szenen auf dem Feld haben die Zeit gut überstanden und wirken nicht antiquiert, sondern dynamisch.

Apropos gefallen. Das kann man auch zur Restauration des Bildes sagen. Das ist nämlich besser, als manche neue Blu-Ray die ich in diesem Jahr gesehen habe. In den Innenaufnahmen ist das Bild im Hintergrund leicht verwaschen, aber das ist Jammern auf ganz hohem Niveau. Ansonsten gibt es hier weder Filmblitzer, knackige Farben und nicht den Hauch von irgendwelchem Filmgrieseln. Hier hat man hervorragende Arbeit geleistet.

Dazu gibt es noch ein schickes Mediabook mit einem wunderschönen Inlay von 20 Seiten Geschichte rund um den Film. Der Regisseur war übrigens früher selbst Eishockeyspieler und weiß wovon er spricht.

Wer den Film schon immer haben wollte – hier ist er – in einer wirklich gelungenen Umsetzung.