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Archiv für den 02. August 2018

GHOSTLAND (Capelight/Alive)

am 02. August 2018 unter Reviews abgelegt

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Nach dem Tod ihrer Tante bezieht Colleen mit ihren Töchtern Beth und Vera, das alte, leer stehende Haus der Verstorbenen, das sich als sehr unheimlich erweist. Es wimmelt von Spielzeug und Puppen. Gleich in der ersten Nacht werden sie von brutalen Einbrechern überfallen. Das Trauma sitzt tief und prägt die Schwestern bis ins Erwachsenenalter.  Beth hat ihre persönliche Bewältigung im Schreiben gefunden und ist mittlerweile erfolgreiche Autorin von Horrorliteratur. Vera hingegen lebt immer noch mit der Mutter in dem alten Haus und leidet unter schlimmer Paranoia. Als Beth von ihrer Schwester einen seltsamen Anruf bekommt, eilt sie zu ihr.
Das hätte sie mal besser gelassen…..

ICH bespreche einen Film von Pascal Laugier. Leute die mich kennen, halten das sicher für keine gute Idee, denn im Gegensatz zu der allgemeinen Meinung vieler Horrorfans, halte ich dessen Kultstreifen MÄRTYRS für absoluten Müll, bei dem es wirklich an allem fehlt – besonders an Atmosphäre.

Aber hee, der Mann kann ja doch was. Dies bewiest er uns jetzt mit dem wirklich gelungenen Ghostland, der eigentlich eine im Grundsatz eher simple Houseterror-Geschichte erzählt, die aber im Verlaufe des Films eine sensationelle Wende erfährt, die dem Film richtig Pluspunkte beschert.

Im Gegensatz zu Märtyrs gelingt dem Regisseur hier auch eine schöne Atmosphäre, unterlegt von einem kongenialen Soundtrack, aufzubauen, an dem Mylene Farmer, die die Mutter der beiden Kids spielt, übrigens nicht mitgeschrieben hat. Die „Madonna“-Frankreichs, die dort Stadien füllt und hier kaum bekannt ist, spielt die Rolle auch durchaus ansprechend.

Zwar bleibt hier auch jegliches Motiv der Einbrecher im Unklaren und die beiden sind zudem schon morbide Figuren – das ist aber immer noch 1000 mal besser als dieses unsägliche Sado-maso-alter-Leute Geschwurbel wie in Märtyrs.

Sehr stimmig auch der Abschluss. Die Szene in der Mylene Farmer sagt „willst du das wirklich tun“ und das darauffolgende Geschehen ist nicht nur von der Idee grandios, sondern auch toll bebildert.

Zudem hat man beim Casting alles richtig gemacht. Da die Ereignisse schließlich 16 Jahre auseinander liegen, brauchte man für Beth und Vera natürlich 2 verschiedene Schauspielerinnen. Besonders gelang das mit der Besetzung von Crystal Reed und Emilia Jones, die sich im normalen Leben wirklich NULL ähnlich sehen, hier aber tatsächlich die gleiche Person sein könnten.

Insgesamt ist die Geschichte aber nicht wirklich neu. Dennoch ist das eben alles spannend inszeniert und die beiden Wendungen sind klasse – genau wie die Ausstattung des Hauses und des „Wagens“

Wie der Film es geschafft hat, in dieser Version ungeschnitten ab 16 durch die FSK zu kommen, ist mir unbegreiflich. Insbesondere die seelischen Grausamkeiten sind doch teilweise sehr verstörend, und auch sonst gibt es einige deftige Gewalteinlagen.

In einem ändere ich meine Meinung jedoch nicht, denn Laugier hat definitiv einen an der Klatsche und wirkt im Interview, als hätte er sich 1 Kilo Speed reingepfiffen. Wahrscheinlich kann man aber auch nur so solche Drehbücher schreiben. In diesem Film ist es überraschend gut umgesetzt worden.

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ALLES GELD DER WELT (Universum Film)

am 02. August 2018 unter Biopic, Drama, Suspense, Thriller abgelegt

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1973 wird der 16-jährige Paul, Enkel des milliardenschweren Öl-Magnaten J. Paul Getty, in Rom entführt. Die Kidnapper verlangen läppische 17 Millionen Dollar Lösegeld, doch Opa denkt nicht im Traum daran dieses zu bezahlen. Der moderne Dagobert Duck und Griesgram hält das Ganze für eine Inszenierung und fürchtet Nachahmer – schließlich hat er 13 weitere Enkel und wäre danach (wenn er jedes Mal zahlen würde) pleite. Nur Pauls verzweifelte Mutter Gail kämpft weiter um das Leben ihres Sohnes. Unermüdlich versucht sie, den alten Getty umzustimmen und verbündet sich schließlich mit dem Sicherheitsberater, dem Ex-CIA Mann Fletcher Chase. Dieser steht eigentlich auf der Gehaltsliste von Getty, doch dessen Verhalten widert ihn an und so versucht er seine Kontakte spielen zu lassen ….Den beiden bleibt aber nur noch wenig Zeit, bis das Ultimatum abläuft – und ein Ohr fehlt dem Jungen bereits….

Anscheinend war es jedem außer mir bekannt, dass der Film schon fertig gedreht war und dann die Szenen mit Christopher Plummer komplett nochmal eingespielt wurden, da dessen Rolle mit Kevin Spacey besetzt war, der aber nach seinen Skandalen (die ich persönlich aber völlig überbewertet finde und nicht rechtfertigen den Mann dermaßen niederzumachen) nicht mehr Ridley Scotts Vertrauen besaß, bzw. man fürchtete, dass der Film an den Kinokassen abschmiert.

Obwohl Spacey eigentlich eh viel zu jung war, hat man diesbezüglich mit Christopher Plummer, der Zeit seines Lebens für meine Begriffe als einer der unterschätztesten Schauspieler in die Filmgeschichte eingehen wird, die perfekte Besetzung gefunden.

Allerdings (und dafür habe ich Zeugen^^), war mein erster Eindruck nach dem Film, dass er dramaturgisch doch merkwürdig daherkommt und zusätzlich einen mauen Spannungsbogen hat. Alles wirkt irgendwie zusammengestückelt und passt nicht zur bekannten Professionalität des Regisseurs. Aber die Erklärung woran das liegt, habe ich ja jetzt hierfür bekommen.

Zwar wird der Streifen im zweiten Abschnitt deutlich besser, bis dahin zieht sich das Ganze aber ganz schön in die Länge und Mark Wahlberg finde ich irgendwie fehlbesetzt, ohne dass dies an seiner schauspielerischen Leistung läge, aber irgendwie kaufe ich ihm das Ganze nicht ab.

Auch hier wird wieder behauptet, das sich das Gezeigte ganz nahe an den tatsächlichen Ereignissen des Jahres 1973 bewegt, was ich in manchen Punkten aber nur bedingt glauben kann, weil mir viele Dinge recht unglaubwürdig erscheinen (würde zu vielen Spoilern führen).

Wer sich für die Geschichte interessiert, kann das ganze bei Wikipedia nachlesen, da gibt es einen sehr interessanten Bericht.

Eine echte Entdeckung in diesem Streifen ist Charlie Plummer, der mit seinem nuancierten Spiel und den Kulleraugen alle aussticht und, so weit mir bekannt, nicht mit Christopher verwandt ist.

So bleibt unter den Strich ein grundsolides Entführungsdrama. Aber man hat von Scott schon besseres gesehen. Die Oscar-Nominierung für den mittlerweile 88-jährigen Christopher Plummer halte ich allerdings für vollkommen gerechtfertigt – nicht nur weil er die Rolle perfekt verkörpert, sondern weil er auch innerhalb weniger Wochen die ganzen Nachdrehs schaffte – und das in diesem Alter.

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EYE ON JULIET (MFA/Alive)

am 02. August 2018 unter Drama abgelegt

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Dies ist der offizielle Text zur Beschreibung des Films

EYE ON JULIET ist ein Film über die Liebe in Zeiten der totalen Überwachung und über das Überwinden von Vorurteilen. Es ist ein Film, der es schafft, gleichzeitig spannend und intensiv wie auch romantisch und einfühlsam zu sein – was er nicht zuletzt dem Hauptdarsteller Joe Cole verdankt. Der Oscar-nominierte, kanadische Regisseur Kim Nguyen selbst bezeichnet das Drama als “utopische Träumerei, die Mauern der Technologie und des Glaubens zu stürzen, die unsere Welt auf so viele Arten spalten.”

Oh je, oh je, das hört sich nach derartig schwerer Kost an, das mancher sicher keine Lust hat, sich den Streifen anzusehen. Doch so Arthousemäßig wie das dort beschrieben wird, ist EYE ON JULIET gar nicht…..es handelt sich um ein wirklich interessantes Drama, mit einer spannenden Ausgagslage, denn Joe sitzt eben Tausende von Kilometern weit entfernt und versucht ihr mit Hilfe einer Drohne, über die er mit ihr sprechen kann, zu helfen.

Das ist mal grundsätzlich eine wirklich nette Idee. Nach einem etwas langwierigen Anfang kommt der Streifen dann auch in die Gänge und die Geschichte entwickelt sich sehr interessant weiter.Wie es Joe gelingt dem Mädchen, in das er sich irgendwie auch verliebt hat, zu helfen, ist wirklich einer der originellsten Ansätze der letzten Jahre und eine der strangesten Liebesgeschichten, wobei ich EYE ON JULIET nicht wirklich als einen romantischen Film bezeichnen würde.

Zudem muss ich trotzdem sagen, das man am Ende des Streifens meint, das hier irgendwie noch ein wenig mehr drin´gewesen wäre, ohne das ich genau definieren kann, was mir gefehlt hat oder was genau man hätte anders machen können. Ein wenig mehr Spannung hätte man aufgrund der Thematik durchaus einfließen lassen können.

Die letzten 5 Minuten hingegen finde ich großartig und bilden einen gelungen Abschluss, unter einem der ungewöhnlichsten Filme des laufenden Jahres.Trotz kleiner Abzüge in der B-Note gibt’s hierfür:

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