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Archiv des Monats August 2018

REVENGE (Koch Media)

am 30. August 2018 unter Horror, Suspense, Thriller abgelegt

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Die atemberaubende Jen genießt ein luxuriös-romantisches Wochenende in der Villa ihres reichen Lovers Richard , als dessen Geschäftsfreunde zu einem unangekündigten Jagdausflug auftauchen. Im Verlauf einer lockeren Party steigert sich die Spannung unter den Anwesenden ins Unermessliche und entlädt sich in der brutalen Vergewaltigung Jens. Um den Vorfall zu vertuschen, wird sie von Richard eine Klippe in den sicheren Tod hinuntergestoßen. Doch unglücklicherweise für die Männer hat Jen den mörderischen Sturz überlebt – schwer verletzt und aufgespießt von einem Baum. Das vermeintliche Freiwild rettet sich blutüberströmt in die Wüste, versorgt ihre Wunden und macht sich nun selbst unerbittlich auf die Jagd nach ihren Peinigern, mit nur einem Ziel: Rache!

So weit der wirklich gelungene Pressetext. Ich finde es immer wieder erstaunlich, wie man es schafft, aus einer praktisch nicht vorhandenen Geschichte, eine so lange Zusammenfassung zu pressen – das hätte ich niemals hinbekommen.

Daher fangen wir auch gleich mit den negativen Dingen an. Wie man einen Sturz aus gefühlten 80 Metern überleben kann und das auch noch aufgespießt von einem Baumstumpf, ist schon reichlich weit hergeholt und Madame ist anscheinend ein anatomisches Wunder. Das hätte man nun wirklich auch logischer präsentieren können. Wie sie die Wunde heilt, schlägt dann dem Fass den Boden aus.

Aber o.k. Es handelt sich hier um einen klassischen REVENGE Film, da muss man über solche Sachen wohl hinwegsehen, zumal der Film wirklich auch einige Stärken zu bieten hat.

Dem Mädel gelingt die Wandlung von der kleinen dummen Blondine zum Racheengel durchaus überzeugend. Regisseurin Coralie Fargeat , die eher aussieht, als würde sie lustige Familienkomödien drehen, lässt ihr dabei auch Platz für Improvisation.

Was die eben erwähnte Dame aber visuell aus ihrem Spielfilmdebüt herauszaubert, ist aller Ehren wert. Im 5 Minuten-Takt streut sie optische Highlights ein, die ich in einem Film aus diesem Genre noch nie gesehen habe und die ein wenig an STAY erinnern. Ich nenne da nur mal Mond, Ameise oder Apfel als Beispiel. Zudem ist alles sehr farbenprächtig inszeniert.

Das wird den Freund von viel Blut wenig beeindrucken, denn der will lieber viele rote Flüssigkeit sehen und bekommt diese auch reichlich geboten. Besonders der Showdown ist doch recht drastisch inszeniert.

Wer also REVENGE als Metzelfilm mit öder Story aburteilt, liegt in meinen Augen falsch. Der Streifen ist durchgehend spannend und man leidet mit der Protagonistin und im Zusammenspiel mit den bereits erwähnten visuellen Spielereien, ergibt sich daraus ein positives Gesamtbild.

Fazit: Die guten Kritiken sind durchaus berechtigt, denn REVENGE ist mehr als ein tumbes Gemetzel, ordentlich besetzt und wird nie langweilig, Über einige doch recht unlogische Szenen muss man in diesem Fall hinwegsehen, die durch grandiose Ideen im visuellen Bereich auch kompensiert werden.

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THELMA (Koch Media)

am 30. August 2018 unter Drama, Horror, mystery abgelegt

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Die eher schüchterne Thelma verlässt ihr streng religiöses Elternhaus, um in Oslo zu studieren. Sie tut sich sehr schwer Freunde zu finden, zumal sie eben auch durch ihre Erziehung nicht zu der heutigen Jugend passt. Dann allerdings lernt sie auf dem Campus ihre Kommilitonin Anja kennen und verliebt sich in sie. Diese Liebe wird erwidert, so dass sie glücklich zu sein scheint. Außerdem nimmt sie nun auch am Osloer Nachleben teil und mutiert zu einer völlig normalen Jugendlichen – oder auch nicht, denn plötzlich erlebt Thelma epilepsieartige Anfälle und es geschehen äußerst merkwürdige Dinge. Sie glaubt, das mit ihrem Entfliehen aus dem religiösen Umfeld auch übersinnliche Fähigkeiten freigesetzt wurden, die in ihrer Familiengeschichte bekannt sind und die sie nicht kontrollieren kann.

Oha, Arthouse-Horror, das ist immer so eine Sache. Wie ich gelesen habe, steht der Film wie Blei in den Regalen, was ich mir fast gedacht habe. Viele wird die FSK Freigabe stören, denn was kann das schon sein, wenn da ein grünes Schildchen draufklebt? Das deutsche Cover ist zudem komplett irreführend und sieht eher nach einem Drama aus. Das hätte man beides etwas besser lösen können.

Viele verpassen nämlich nun ein originelles und äußerst subtiles und gut gespieltes Kleinod, mit hervorragenden Kamerafahrten und vielen Ideen, die man so nicht nicht gesehen hat.

Regisseur Trier ist nicht verwandt mit seinem dänischen Kollegen, versieht THELMA aber auch mit einer künstlerischen Note, die den Film in meinen Augen zu einem Geheimtipp werden lässt. Denn hier kommt das Grauen nicht mit dem Holzhammer, sondern bahnt sich den Weg ganz langsam.

Die Auflösung ist relativ offen und ich muss zugeben, das ich das Ende nicht ganz verstanden habe. Da es anderen Rezensenten aber genauso ging, bin ich ja froh, das ich nicht der einzigste Trottel bin.

Die beiden Hauptdarstellerinnen liefern eine hervorragende Leistung ab, und ihre lesbische Beziehung ist zudem glaubwürdig und auch nicht nur oberflächlich inszeniert. Diese immer wieder garniert mit visuellen Kniffs und einer sich langsam aber stetig entwickelten Geschichte wurde wirklich überzeugend umgesetzt

Fazit. THELMA ist ein echter Geheimtipp, allerdings wirklich nur für Leute, die Streifen wie zum Beispiel DARK SKIES mögen. Metzelfreunde oder Mainstreamhorror-Schauer sind hier leider völlig fehl am Platz.

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ORIGIN UNKNOWN (Splendid)

am 30. August 2018 unter SciFi abgelegt

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Nachdem vor ein einigen Jahren der Landeanflug der ersten bemannten Mars-Mission in einer tödlichen Katastrophe endete, werden die Expertin Mackenzie “Mack” Wilson und die künstliche Intelligenz A.R.T.I. damit beauftragt, die Geschehnisse zu rekonstruieren. Da erstere bei dem Unfall ihren Vater verlor, ist sie besonders motiviert, die Geschehnisse aufzuklären. Als eine Raumsonde auf dem Planeten landet, entdecken Sie ein geheimnisvolles Objekt in Form eines Würfels. Nun versucht man von der Erde aus herauszufinden, woher dieses stammt und was es damit auf sich hat, doch von manchen Dingen sollte man besser die Greifarme lassen.

Der Film wird fast überall ziemlich niedergemacht, bei ofdb hat er gar einen Schnitt von unter 3. Also das ist alleine schon deshalb ungerechtfertigt, weil der Regisseur aus seinem durchaus beschränkten Budget, tolle Bilder zaubert.

Zudem ist gerade die erste Stunde recht interessant aufgebaut und die Geschichte deutlich komplexer, als es zunächst scheint. Auch die Wende mir A.R.T.I., die ich jetzt nicht verraten will, hätte ich so nicht erwartet.

Zugegebenerweise verliebt sich Hasraf Dulull dann irgendwann doch sehr in seine eigenen Bilder und opfert die Geschichte eben diesen. Das ist in etwa so wie bei LUCY und den hat ein Herr Besson gedreht, der gegen Ende auch etwas den Überblick verlor.

So ergeht es auch ORIGIN UMKNOWN, denn in der letzten halben Stunde wird die Geschichte doch sehr abgehoben und nur noch schwer nachvollziehbar – alles aber wie gesagt hübsch verpackt in tollen Bildern.

Katee Sackhoff hat den Sprung in die A-Liga immer noch nicht geschafft und das wird wohl auch so bleiben, macht aber wie immer eine gute Figur, da sie bereits in vielen Filmen mitspielte, die überwiegend eine gute Qualität besaßen, wie etwa OCOLUS oder DONT KNOCK TWICE.

Insgesamt finde ich den Streifen bei weitem nicht so schlecht wie er geredet wird. Ich kann mich zugegebenermaßen aber auch für optische Spielereien begeistern und von denen hat ORIGIN UNKNOWN reichlich zu bieten. Gegen Ende ufert alles aber eben doch etwas aus, dennoch:

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DEATH WISH (Universum Film)

am 30. August 2018 unter Action, Drama, Thriller abgelegt

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Der Chirurg Dr. Paul Kersey ist Notarzt in Chicago und mit viel Leid vertraut. Eines Tages widerfährt es ihm aber selbst, denn seine Frau und die Tochter werden von Vermummten angegriffen und schwer verletzt. Während der Nachwuchs noch mit dem Leben ringt und im Koma liegt, stirbt die Gattin an ihren Verletzungen. Als die Polizei auch nach Wochen noch keinen Schritt weiter ist, bricht in Kersey eine Bombe los. Er besorgt sich eine Waffe, lernt schießen und streift nachts durch die Straßen und erledigt Räuber, Mörder und anderes Gesindel. Dann wird jedoch ein Video gefunden auf dem er zu sehen ist – wenn auch nur von hinten und er droht aufzufliegen, zumal es in den sozialen Medien rauf und runter gespielt wird. Doch bevor er nicht alle Mörder seiner Frau erledigt hat, wird er nicht aufhören.

Natürlich erzähle ich hier niemandem, der sich auch nur rudimentär mit Filmen auskennt etwas Neues, dass das Ganze ein Remake des Charles Bronson Filmes aus dem Jahre 1974 ist, bei dem allerdings einige Dinge geändert wurden.

Nachdem Bruce Willis irgendwann meinte, seinen Ruf zerstören zu müssen und in einem unnötigen Streifen nach dem anderen mitzuwirken, hat er jetzt mal wieder einen gescheiten Film abgeliefert, was bei dem Regisseur zudem sehr bemerkenswert ist, denn Eli Roth gehört für mich zu den überbewertesten seiner Zunft.

Um so mehr überrascht, das DEATH WISH nicht als Dauergeballer daherkommt, sondern erstaunlich viel Wert auf Charakterzeichnung legt, was in seinen vorherigen filmischen Gurken nun wirklich nicht seine Stärke war.

Insbesondere die Figur von Willis ist sehr gut ausgearbeitet und dieser hat natürlich auch die schauspielerischen Möglichkeiten, sowohl die ernste, als auch die Rolle des Rächers glaubwürdig zu spielen..

Daher kommt der Streifen erstaunlich subtil daher und es dauert auch einige Zeit bis er mal richtig in Fahrt kommt.

Insgesamt gibt es auch deutlich weniger Actioneinlagen, als man bei einem Remake des ultimativen Rächerfilms erwarten durfte, was dann natürlich auch wieder einigen nicht in den Kram passt. Allen kann man es eben nie Recht machen.

Ich muss sagen, das ich bei dem Regisseur über das Resultat überrascht bin Natürlich wird hier nichts umwerfend Neues erzählt, denn rächende Familienväter sind nunmal ein alter Hut. Trotzdem bietet der Streifen 100 Minuten spannende Unterhaltung mit einem sehr gut aufgelegten Willis, der sich anscheinend langsam mal wieder die Drehbücher vorher durchliest.

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WINCHESTER (Spendid)

am 22. August 2018 unter Horror abgelegt

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In einer verlassenen Gegend von San Jose, lebt die Witwe Sarah Winchester in ihrer riesigen Villa. Die Erbin des Waffen-Imperiums von William Winchester lässt das Haus immer mehr erweitern, so das es mittlerweile an die 500 Zimmer hat. Dabei hat das Anwesen keine bestimmte Struktur, sondern wird so erbaut, wie es ihr die Geister, der durch Winchester Gewehre Ermordeten, angeblich vorgeben. Der bekannte Psychologe Dr. Eric Price wird daraufhin beauftragt, den Geisteszustand der Millionenerbin zu untersuchen, denn sie verpulvert immerhin das ganze Vermögen, was den restlichen Mitgliedern des Aufsichtsrates gar nicht passt. Doch nach anfänglichen Zweifeln muss auch Price feststellen, dass es in der Villa tatsächlich nicht mit rechten Dingen zugeht, und er wird mit seiner eigenen Vergangenheit konfrontiert.

Gibt es irgend ein Genre das in den letzten 40 Jahren, beginnend mit AMITYVILLE, durchgenudelter ist als das des Spukhauses? Sicherlich nicht. Es gibt hier wirklich nichts mehr neues zu erzählen und ich habe mir den Streifen nur angesehen, weil Helen Mirren in den letzten 20 Jahren keinen schlechten Film gemacht hat. Und siehe da, ich wurde positiv überrascht.

Das es das WINCHESTER HOUSE tatsächlich gibt, war mir nicht bekannt. Es ist heute wohl auch ein Ausflugsort für viele. Ob das alles wirklich so stattgefunden hat wie in dem vorliegenden Streifen ist Spekulation und eher unwahrscheinlich.

Das man es aber schafft hier wirklich gänzlich neue Aspekte einzubringen, die ich so noch nicht kenne, ist erstaunlich. Alleine die Idee mit dem Abschluss der Zimmer mit 13 Stahlschrauben, damit die Geister nicht rauskönnen habe ich so noch nie gesehen. Auch die architektonischen Kuriositäten sind teilweise wirklich originell und auch noch real, denn Treppen die ins Nichts führen und Serpentinen als Aufgänge, kann man auch heute dort noch bewundern. Auch andere Aspekte sind sehr einfallsreich ,würden aber zu vielen Spoilern führen.

Helen Mirren kann zwar ihre Klasse nicht ganz ausspielen, da sie oft mit einem Schleier bedeckt ist und die Hausbesitzerin wohl auch eine merkwürdige Frau war, die über nur 2 Gesichtsausdrücke verfügte. Die Ähnlichkeit mit der echten Winchester (sieht man in den Extras) ist fast schon erschreckend.

Wer hier aber Blutfontänen erwartet, wird völlig enttäuscht sein, denn der Streifen orientiert sich an Vorbildern wie DIE FRAU IN SCHWARZ oder THE OTHERS. Hier setzt mal vielmehr auf altmodisches wie Türen knarren, vorbeihuschende Gestalten und der Einsatz von CGI ist minimal.

Trotzdem oder aus meiner Sicht gerade deshalb, ist WINCHESTER ein gelungenes Beispiel, wie man einen Film auch so spannend gestalten kann, ohne das man jetzt im 5 Minuten Takt eine zerfetzte Leiche sieht.

Fazit: Eine tolle Atmosphäre, oldschoolig inszeniert, aber eben keine Empfehlung für die Splatterfreunde.

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24 STUNDEN IN SEINER GEWALT (Koch Media)

am 22. August 2018 unter Suspense, Thriller abgelegt

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Nachdem ihm seine Anwältin zur bewaffneten Flucht aus dem Knast verholfen hat, nimmt Schwerverbrecher Michael Bosworth mit seinen Komplizen das Haus von Familie Cornell ein. Mit dem Ehepaar und den beiden Kindern als Geiseln, glauben die Herrschaften dem Gefängnis zu entgehen. In der extrem angespannten Lage verschlechtert sich allerdings das Verhältnis der Gangster untereinander immer mehr, während die Familie, die eigentlich zerrüttet ist, stärker zusammenwächst. Als das FBI den Geiselnehmern langsam auf die Spur kommt, dreht Bosworth völlig durch und es scheint nur eine Frage der Zeit bis es Tote gibt.

Der Film war damals nicht gerade ein Erfolg an den Kinokassen und gilt so ein wenig als die Einleitung des Abstieges von Mickey Rourke, der dafür auch die Goldene Himbeere bekam, was ich merkwürdigerweise nicht nachvollziehen kann. Ich bin nun wahrlich kein Fan des Mannes ,der meiner Meinung nach schauspielerisch immer überbewertet war, aber gerade hier liefert er eine gute Leistung ab, noch dazu wo er einen Gegenspieler wie Anthony Hopkins hat.

Der Film ist ein Remake des Bogart Streifens „An einem Tag wie jeder andere“ und ich frage mich, wie man von DESPERATE HOURS (Original) auf so einen beknackten Titel wie 24 STUNDEN IN SEINER GEWALT umschwenken kann, was nicht einmal stimmt, da es nämlich 1 ½ Tage sind. Wer denkt sich so etwas aus?

Der Film ist außergewöhnlich gut besetzt, denn neben den oben erwähnten sind auch Elias Koteas und Mimi Rogers dabei und als Regisseur hatte man mit Michael Cimino einen am Start der schon 2 Kultfilme auf seiner Habenliste stehen hatte (DIE DURCH DIE HÖLLE GEHEN und HEAVENS GATE), wobei letzterer erst Jahre später entsprechend gewürdigt wurde.

Heute sind solche Houseterrorfilme nichts besonderes mehr. Dass ganze hat sich ja mittlerweile zu einem eigenen Sub-Genre entwickelt, das allerdings eher im Horrorbereich angesiedelt ist.

Hier bekommt man einen durchaus ansprechenden Film geboten, der die Zeit recht gut überstanden hat. Die Restauration is,t wie immer bei Koch, sehr gut, aber das braucht man ja fast nicht mehr erwähnen. Genial finde ich die Synchronstimme von Rourke, die den Charakter den er hier spielt, perfekt untermauert.

FAMILIYE (AV-Visionen)

am 22. August 2018 unter Drama abgelegt

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In Berlin Spandau leben die drei türkischen Brüder Danyal, Miko und Muhammed. Miko ist spielsüchtig und hat nahezu bei jedem im Viertel Schulden, während sein Bruder mit einem Down-Syndrom geboren wurde und kurz vor der Abschiebung in eine Klinik steht. Dann kommt Danyal nach 5 Jahren endlich wieder aus dem Knast und will sich bemühen, seinem Bruder ein Vorbild zu sein und einer soliden Arbeit nachzugehen. Doch er wird schnell von der Vergangenheit eingeholt, zumal die Schuldner ihre Kohle sehen wollen und Miko diese nicht begleichen kann. Mit ehrlicher Arbeit kann man so viel nicht verdienen und so muss er, trotz aller ehrenhaften Bemühungen, wieder einmal ein Angebot annehmen, das ihn wieder in den Knast bringen könnte.

Eigentlich bin ich nicht so wirklich die Zielgruppe für diesen Film, doch nach der grandiosen Serie 4 Blocks, die eigentlich auch nicht zu meinen typischen Genres gehörte die ich normalerweise s0 schaue, und trotzdem grandios fand, habe ich ihn mir dann doch gegeben.

Insgesamt ist der Film auch durchaus gelungen. Die Probleme, die die Protagonisten untereinander haben, sind reine Insider-Sachen – Deutsche haben damit gar nichts zu tun. Es wird sehr gut verdeutlicht, das die Türken in Berlin mehr oder minder in ihrem eigenen Staat leben, was ja eigentlich nicht Sinn der Integration sein kann, aber auch da nicht unbedingt ein tolles Leben führen, wie viele immer meinen.

Mit Abstand am überzeugendsten fand ich die Darstellung des Danyal, der aus dem Knast kommt und wirklich versucht seinen Bruder dazu zu bewegen, einen ehrlichen Job anzunehmen, der sich aber natürlich dafür zu stolz ist. Auch die Komponente mit dem behinderten Bruder ist sicherlich seltener in so einem Streifen zu finden, wurde aber gut herausgearbeitet.

Natürlich kommt man auch hier um einige Klischees nicht herum, wie zum Beispiel die beiden Typen, die aussehen wie ZZ Top mit etwas kürzerem Bart – das war mir dann schon etwas überzogen und das der Kriminalbeamte auch noch Ausländer ist, wirkte mir zu konstruiert.

Ich lebe nicht in Berlin, habe aber in Kritiken gelesen, das die Welt dort wirklich so ist wie hier dargestellt. Ich wollte ja schon immer dort hinziehen, aber in diese Ecke müsste es dann doch nicht sein.

In einem sehr interessanten Interview erklärt Co-Produzent Moritz Bleibtreu, wie er an das Projekt kam. Ungewöhnlicherweise war er überhaupt nicht an dem Streifen beteiligt, sondern wurde nur gebeten, ihn sich anzuschauen. Da er davon angetan war, ließ er seinen Kontakte spielen um ihn in die Independent-Kinos zu bringen. Bleibtreu (wie immer sympathisch und rhetorisch begabt) zeigt sich in Redelaune und sinniert über das deutsche Kino, was sehr unterhaltsam ist.

Der Streifen ist übrigens komplett in schwarz/weiß gedreht. Als man den Regisseur fragte warum er dieses Stilmittel benutzte, meinte er, das es in diesem Teil Berlins auch nichts wirklich schönes buntes gibt und die Welt dort in tristem schwarz-weiß authentischer rüberkommt. Ein durchaus interessantes Statement, das nochmals untermauert, dass auch viele Türken nicht unbedingt das Leben führen, was sie sich mal erträumt haben.

Fazit: Insgesamt eine gelungene Milieustudie, die man fast schon die Arthouse-Ecke packen kann. Die Darsteller sind natürlich nicht überragend, da alle keine Profis, was aber anderseits auch ganz gut passt, denn mit professionellen Schauspielern hätte das ganze eher gekünstelt gewirkt.

PS: Zum Glück für mich hält sich auch der Anteil des deutschen Hiphop in Grenzen :o ).

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BODYCHECK (Justbridge)

am 22. August 2018 unter Drama, Klassiker abgelegt

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Der 17-jährige Farmersohn Dean Youngblood will unbedingt Profi in der kanadischen Eishockey-Junioren-Liga werden. Obwohl sein Vater gegen diese Karriere ist, schließt Dean sich den Hamilton Mustangs an. Auf dem Weg dorthin, bekommt er jedoch ganz schon auf die Fresse, denn in diesen unteren Ligen wird mehr geprügelt als gespielt. Als sein bester Freund Derek bei einem Spiel schwer lebensgefährlich verletzt wird, verlässt er das Team und geht auf die Farm zurück. Das Ende seiner Karriere, bevor sie begonnen hat?

Als ich den Film damals als kleiner Steppke gesehen habe fand ich ihn natürlich toll. Ein Typ der sich durchbeißt, dann natürlich auch noch ein süßes Mädel abbekommt und Karriere macht. Nach diesem Schema liefen alle Filme aus diesem Jahrzehnt ab, durchsetzt mit der „wenn du es willst kannst Du alles schaffen“-Attitüde.

Mittlerweile weiß ich aufgrund meines Alters natürlich das das Käse ist, weil viel zu viele Faktoren eine Rolle spielen. Deshalb gehe ich an Filme meiner Jugend immer eher mit gemischten Gefühlen heran.

Insgesamt muss ich aber sagen, dass sich der Streifen erstaunlich gut gehalten hat. Trotz seiner strammen Laufzeit von 105 Minuten kommt nie Langeweile auf und die Geschehnisse sind einigermaßen glaubwürdig. Die Dialoge sind wie immer bei Filmen aus der Zeit, ich formuliere es mal freundlich, „anders als man sie heute führen würde“, aber das war nunmal damals so. Insgesamt war ich aber doch überrascht, das mir der Film auch heute noch gefallen hat. Auch die Szenen auf dem Feld haben die Zeit gut überstanden und wirken nicht antiquiert, sondern dynamisch.

Apropos gefallen. Das kann man auch zur Restauration des Bildes sagen. Das ist nämlich besser, als manche neue Blu-Ray die ich in diesem Jahr gesehen habe. In den Innenaufnahmen ist das Bild im Hintergrund leicht verwaschen, aber das ist Jammern auf ganz hohem Niveau. Ansonsten gibt es hier weder Filmblitzer, knackige Farben und nicht den Hauch von irgendwelchem Filmgrieseln. Hier hat man hervorragende Arbeit geleistet.

Dazu gibt es noch ein schickes Mediabook mit einem wunderschönen Inlay von 20 Seiten Geschichte rund um den Film. Der Regisseur war übrigens früher selbst Eishockeyspieler und weiß wovon er spricht.

Wer den Film schon immer haben wollte – hier ist er – in einer wirklich gelungenen Umsetzung.

I KILL GIANTS (Koch Media)

am 08. August 2018 unter Drama, SciFi abgelegt

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Riesen gibt es wirklich! Sie lauern in den Wäldern und warten nur auf die passende Gelegenheit, um die Heimatstadt der 15-jährigen Barbara anzugreifen. Kein Wunder, dass die neue Schulpsychologin Mrs. Mollé diese Geschichte wenig überzeugend findet. Stattdessen setzt sie alles daran, der cleveren jungen Eigenbrötlerin zu helfen. Doch die fantasievolle Barbara hält weiter an ihrer Mission fest: Gemeinsam mit ihrer einzigen Freundin Sophia will sie die gigantische Bedrohung aufspüren und sich einem finalen Kampf stellen.

Das ist der Pressetext, den ich ganz bewusst hier rein kopiert habe. Nehmen wir mal an, der geneigte Zuschauer liest diese Geschichte und ist zusätzlich noch Fan von Fantasy-Filmen. Zudem steht auf den Cover „von den Produzenten von Harry Potter“. Na dann wird doch sicherlich gerne zugegriffen – und man wird gegen Ende komplett enttäuscht sein, denn die Fantasy-Elemente belaufen sich insgesamt vielleicht auf 10 Minuten.

Auf der anderen Seite – schaut man sich den Streifen nicht an, verpasst man aber auch ein wirklich schön bebildertes und auch glaubwürdiges Drama, das in einer Kleinstadt spielt und mit einer wirklich putzigen Hauptdarstellerin besetzt ist.

Die Auflösung des Ganzen bekommt man erst knapp vor Ende und auch diese hat mir gefallen. Da ich dieses Genre eigentlich gar nicht mag, habe ich mir diesen Film bis zum Schluss aufgehoben von allen Neuheiten, die ich da hatte. Mir hat der Streifen gut gefallen weben weil er ein völlig anderes Genre bedient als man glaubt – bei anderen Menschen dürfte das genau anders herum sein.

Die Effekte sind eigentlich recht gelungen, auch wenn natürlich hier kein Potter-Budget am Start war. Zoe Saldana versucht sich mal wieder als Schauspielerin – mit mittelprächtigem Erfolg. Sorry nix gegen die Dame, aber in Filmen wie COLUMBIANA ist sie einfach besser aufgehoben, die Psychotherapeutin nimmt man ihr nur bedingt ab.

Fazit: Nicht das was man erwartet, aber trotzdem oder deswegen (je nach Sichtweise) gelungen, zumal hier nebenbei auch noch Themen wie Mobbing angesprochen werden. Die neuklugen Sprüche der kleinen Barbara sind außerdem klasse. Aber man darf eben keinen reinen Fantasy-Streifen erwarten.

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OPEN THE DOOR (Tiberius)

am 08. August 2018 unter Horror, Suspense, Thriller abgelegt

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Der ehemalige LAPD Cop Brett arbeitet seit kurzem als Security Chef in einem alten historischen Gebäude in Bulgarien. Dort zog es ihn hin, als er seine Frau kennenlernte, die aber verstarb. Das gesamte Haus scheint bis auf den obersten Stock unbewohnt zu sein. Unten im Keller hat er lediglich die Aufgabe auf den Monitoren die Lagerräume zu überwachen und bei etwas ungewöhnlichem eine bestimmte Nummer zu wählen. Ein lockerer Job, wie sich herausstellt, denn viel passiert nicht. Dann sieht er auf einmal einen Schatten durchs Bild huschen. Ein paar Tage später entdeckt er Fußspuren. Langsam wird er neugierig was sich in den riesigen Kellerräumen verbirgt.

Ein Film mit Robert Englund deutet normalerweise immer daraufhin, dass wir es hier mit Schrott zu tun haben, den ich kann mich an keine 3 guten Filme erinnern, außer den Nightmare Teilen, in denen er mitspielte.

OPEN THE DOOR hingegen ist einer seiner besten, denn der Film schafft es, mit sehr wenigen Mitteln eine hervorragende Spannung aufzubauen. Englunds Charakter ist (man möchte sagen wie immer) etwas morbide, wird von ihm aber glücklicherweise nicht übertrieben dargestellt.

Der Streifen schafft es, das man als Zuschauer wirklich mit der Zeit neugierig wird, was denn jetzt in diesem verdammten Keller lauert.

Die Auflösung mit dem Herren im Bett (mehr kann ich leider aus Spoilergründen nicht verraten), ist zudem äußerst originell und hat einen leichten Fantasy-Touch, der aber nur angedeutet wird.

Im letzten Teil gerät OPEN THE DOOR ein wenig konservativ und orientiert sich dann doch stark an Filmen wie INSIDIOUS, denn dann kommen wieder die Toten ins Siel. Das hätte etwas origineller ausfallen können. Auch die Romanze mit der Kellnerin erschließt sich mir nicht, denn sie hat eigentlich keine Auswirkungen auf das Geschehen.

Sehr ansprechend dann die Abschluss-Szenen mit den Gesichtern am Fenster, das hat man toll eingefangen.

Fazit. Durchaus spannender und gar nicht mal dummer Horrorstreifen, der eine ganz nette Geschichte zu bieten hat. Die Schauspieler sind solide, die Kameraführung gefällt. Sehr brutal ist er nicht, so dass die FSK 16 Freigabe in Ordnung geht.

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