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Archiv für den 10. Juli 2018

LEICHEN UNTER BRENNENDER SONNE (Koch Media)

am 10. Juli 2018 unter Action, Drama, Thriller abgelegt

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An einem flirrend heißen Sommertag auf Korsika treffen in einer Burgruine mit Meerblick aufeinander: Malerin Luce und ihre beiden Lover, ein spleeniges Gangster-Trio, das gerade einen blutigen Überfall auf einen Gold-Transport durchgeführt hat, zwei in schweres dunkles Leder gekleidete Motorrad-Cops und drei scheinbar arglose Touristen. Ohne Rücksicht auf Verluste gehen alle Beteiligten aufeinander los, im Kampf um Leben und Tod – und um 250 Kilo reines Gold. Am nächsten Morgen gleicht das verlassene Örtchen einem blutigen Schlachtfeld…

So (leicht verändert) der Pressetext. Immerhin hat man es geschafft, meine Zusammenfassung, um 2 Zeilen zu übertreffen, denn mir wären definitiv nicht mehr eingefallen. Die Geschichte passt auf ein Post-It, soll aber wohl auch nicht zwingend die Intention sein.

Hier geht es darum in künstlerischen Kameraaufnahmen und Bildverfremdungen zu zeigen, das Arthouse-Kino auch schön brutal sein kann. Zudem bin ich froh, das ich das Internet habe, denn neben dem mir bekannten Giallo, hatte Italien auch den Poliziotti zu bieten, an dem sich dieser Film angeblich orientiert. Na dann.

Nach einer durchaus interessanten Einführung mit 2 pfiffigen Ideen, kommt erst mal Langeweile. Nach dem Überfall und dem Eintreffen der Polizei wird das ganze aber sogar recht spannend und hat in diesem Abschnitt sogar eine stringente und nachvollziehbare Handlung zu bieten.

Leider begeht man am Schluss den Fehler sich zu sehr in seine Bildverfremdungen zu verlieben und so geraten die letzten 10 Minuten leider arg überzogen.

Die beiden Regisseure haben vorher auch schon AMER gedreht und der ist auch perfekt als Referenz geeignet. Wer den mochte dürfte auch hier seine wahre Freude haben. Für Menschen die einen gradlinigen Actionthriller sehen möchten, dürfte das ein wenig too much Arthouse sein.

Ich selbst kann mich auch nicht wirklich entscheiden, denn teilweise waren die verwendeten Ideen (zum Beispiel die ständigen Zeitangaben) originell, manchmal aber übertreibt man es dann wieder total mit den bildlichen Experimenten.

Eine realistische Bewertung kann ich hier nicht geben, denn es wird Leute geben die begeistert aufschreien und von Kunst schwärmen, und andere werden das als kompletten Schrott bezeichnen. Ich liege irgendwo dazwischen.

STARTUP (Filmjuwelen/Alive)

am 10. Juli 2018 unter Suspense, Thriller abgelegt

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Die beiden idealistischen Programmierer Milo und Teddy gründen ein Startup-Unternehmen, mit dem sie Anfang des neuen Jahrtausends, durch den großen Internet-Boom ihre Open-Source-Softwares unter die Menschen bringen wollen. Natürlich bleiben die beiden brillanten Computerfreaks im Silicon Valley nicht lange unentdeckt und der charismatische Gary Winston, Vorstand des mächtigsten IT-Konzerns weit und breit, bietet ihnen verlockende Jobs an. Teddy lehnt ab, doch Milo steigt bei N.U.R.V. ein.
Nach und nach fallen ihm jedoch merkwürdige Dinge auf. Nicht nur das alle Mitarbeiter strengstens kontrolliert werden. Immer wenn Milo nicht weiterkommt, zaubert sein Chef neue Software aus dem Hut. So langsam dämmert es ihm, dass man hier von anderen Programmierern klaut. Als sein Freund Teddy umgebracht wird, muss er feststellen, das stehlen nicht das einzige ist, was Winston so anstellt.

STARTUP ist mein absoluter Lieblingsfilm mit Ryan Phillipe, den ich grundsätzlich sehr gerne sehe. Damals schon 27!! geht er locker als 18 durch und auch heute sieht der mittlerweile 43-jährige noch aus wie ein Twen.

Ihm zur Seite stehen mit Rachel Leigh Cook und Claire Forlani zwei ebenfalls begabte Darstellerinnen, die den ganz großen Durchbruch aber bis heute nicht geschafft haben. Beide sind selten in größeren Filmen zu sehen, sondern eher in kleinen B-Movies. Dazu zeigt sich Tim Robbins als eine Art Bill Gates Verschnitt in Höchstform und spielt den vordergründig netten, aber doch gewieften Unternehmer, einfach grandios.

Natürlich hat die Zeit den Streifen etwas eingeholt, denn das was Winston da erschaffen will, ist inzwischen Realität geworden und stellt kein großes Problem mehr da. Aber danach darf ich den Film nicht bewerten, denn dann müsste ich ja auch den tollen WARGMES niedermachen.

STARTUP ist jedenfalls ein spannender Computerthriller, der gleich mehrere interessante Wendungen bereithält, auf die man meiner Meinung nach kaum kommen kann. Die Idee mit dem Kinderhaus ist zudem genial (würde spoilern) und fantastisch designt.

So bleibt unter dem Strich ein Film, der ohne eigenes Verschulden etwas antiquiert wirkt, dessen Thrillerelemente dieses Manko aber locker ausgleichen. Die guten Kritiken im Internet sind durchaus berechtigt.

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