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Archiv für den 26. Juni 2018

THE CAVE (Lighthouse)

am 26. Juni 2018 unter Drama, Thriller abgelegt

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Es ist sehr lange her, das das Pärchen Charlotte und Adrian ihren besten Kumpel Viktor gesehen hat, also beschließen sie ihn, spontan zu einer Höhlentour einzuladen, denn das ist das gemeinsame Hobby der 3 Protagonisten. Man trifft sich also um die Unternehmung zu starten und das in einer Höhle die noch ziemlich unerforscht ist. Als man entdeckt, dass hier schon vorher jemand war und ein Zelt zurückgelassen hat, ist man überrascht, macht sich aber keine weiteren Gedanken und erforscht weiterhin das Umfeld. Vor Adrian war Charlotte mit Viktor zusammen, der dies ihrer Meinung nach aber längst vergessen und überwunden hat – wenn sie sich mal da nicht täuscht. Als ein schmaler Gang einstürzt, gerät man in große Gefahr und auch die Stimmung unter den Herrschaften wird immer schlechter.

THE CAVE bekommt im Internet sehr gemischte Kritiken. Natürlich ist die Geschichte, dass die eine die Ex-Freundin des anderen ist etwas weit hergeholt – auf der anderen Seite ist es aber auch erfrischend, endlich mal wieder einen Thriller zu sehen, bei dem es keine Aliens, Mutanten, Monster oder sonstiges gibt.

Die Spannung wird nur aus der Lage der drei Darsteller und deren gegenseitiges Misstrauen bezogen und das erweist sich als genialer Schachzug, denn die Umgebung und menschliche Gefühle können auch reichen, um einen spannenden Thriller zu inszenieren.. Es müssen nicht immer Mutierte sei wie in dem (wenngleich auch gelungenen) DESCENT.

Der Streifen kommt mal wieder aus dem hohen Norden, wo man für Subtilität bekannt ist, allerdings nicht aus Schweden, das Vorreiter dieser Art Filme war, sondern aus Norwegen, wo auch schon sehr gute Produktionen entstanden, zum Beispiel die COLD PREY Teile.

Die Darsteller sind dem Zuschauer unbekannt, liefern aber eine sehr gute Leistung ab, zudem bleibt das Ende irgendwie offen, ein Nachklapp ist durchaus noch möglich, was ich begrüßen würde.

Fazit: Ein Film der seine Hauptspannung nur aus der räumlichen Enge bezieht, ist mal was ganz anderes. Da er nur knackige 78 Minuten geht, gibt es hier auch fast keinen Leerlauf. Mir hat der Streifen sehr gut gefallen, kann mir aber auch vorstellen dass es Menschen gibt, die das Nichtvorhandensein von Übersinnlichem stört.

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S.U.M.1 (Universum Film)

am 26. Juni 2018 unter Drama, SciFi, Suspense abgelegt

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Außerirdische Kreaturen haben auf der Erde die Macht übernommen und die Menschheit um 90 % reduziert, die nun in einem Versteck aus unterirdischen Bunkersystemen lebt. Der junge Militärrekrut S.U.M. 1 wird zur Erdoberfläche geschickt, um in einem entlegenen Wald von dem Wachturm eines Sicherheitskreises aus, die Aktionen der Außerirdischen zu beobachten und dabei zu helfen, die letzten Überlebenden zu schützen. 100 Tage dauert diese Mission und die können lange sein, ganz alleine in einem Bunker eingesperrt, denn draußen könnten eben die Aliens lauern. Dann erfährt er, dass sein Vorgänger diesen Job wohl nicht überlebt hat. Als er sich mehrmals nach draußen wagt und keinerlei Gefahren entdeckt, manifestiert sich in seinem Kopf der Gedanke, das es vielleicht gar keine Außerirdischen gibt oder sogar gab, sondern das hier ganz andere Mächte am Werk waren.

Anfangs weiß man gar nicht ob unser Protagonist ein Mensch ist, denn aufgrund seiner ganz hellen Haare und Augen glaubt man, er sei ein Cyborg oder Roboter, doch die Erklärung hierfür fand ich sehr gut.

Nach etwas langsamen Beginn entwickelt sich der Streifen dann zu einem spannenden Sci-Fi-Kammerspiel, das man fast auch im Theater hätte verfilmen können, da es nur ganz wenige Außenszenen gibt.

Der Hauptdarsteller ist mir gänzlich unbekannt da ich GAME OF THRONES nicht schaue. Als ich ihn im Interview gesehen habe musste ich aber dann wirklich mal grinsen, denn den haben sie ja in dem Streifen wirklich total entstellt. In einer Nebenrolle ist hier Andre Hennicke zu sehen, der normalerweise eher in deutschen Dramen auftritt.

Erst nach dem Film habe ich in den Extras erfahren, das es sich hier tatsächlich um eine deutsche Produktion handelt, als der Regisseur ein sehr interessantes und unterhaltsames Interview gibt, das die Probleme der Produktion und dem niedrigen Budget erläutert.

Produziert wurde das ganze von Christian Alvert, der sich mit Streifen wie ANTIKÖRPER oder FALL 39 einen Namen gemacht hat.

Wer gerne Filme  mit viele Effekten sieht, ist hier natürlich falsch – natürlich sind diese vorhanden aber nur in kleinem Umfang und auch nicht so wirklich überzeugend. Trotzdem ist die Geschichte bis zum absolut genialen Schluss (wobei man hier vorher ganz geschickt auf eine falsche Fährte gelockt wurde) spannend inszeniert.

Für Freunde des B-Movies ein ganz sicherer Tipp.

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WIND RIVER (Universum Film)

am 26. Juni 2018 unter Drama, Thriller abgelegt

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Auf der Jagd nach Pumas findet Fährtenleser Cory Lambert in der Wildnis des kleinen Indianer-Reservats “Wind River” die Leiche einer jungen Frau. Ähnliches passierte seiner Tochter ein paar Jahre zuvor, woran seine Ehe zerbrach. Um der Sache auf den Grund zu gehen schickt das FBI die komplett unerfahrene Jane Banner an den Tatort, einfach nur weil sie am nächsten dran war. Sie engagiert daraufhin Lambert, der das Gebiet kennt und einen guten Riecher hat. Auch die Polizei unterstützt sie bei den Ermittlungen und bald führen sie Spuren zu einem Täter. Doch der hatte bei seinem Verbrechen rege Mithilfe von anderen.

Der Film bekommt in nahezu allen Foren überragende Bewertungen, denen ich mich in dieser Form nicht anschließen kann. Sicherlich ist die Idee in dieser Umgebung einen Thriller zu drehen reizvoll und die Naturaufnahmen sind auch wirklich gelungen.

Bis das ganze mal ins Rollen kommt, vergeht allerdings jede Menge Zeit. Auch das der Protagonist schon einmal so eine ähnliche Erfahrung mit seiner Tochter machte, ist mir zu sehr aus dem Klischeebuch für traumatisierte Polizisten entnommen (auch wenn er in dem Fall ein Jäger ist)

Als der Fall in die Gänge kommt und sich langsam die Hintergründe herausstellen, wird es dann auch spannender und besser und der Showdown ist in meinen Augen auch sehr gelungen.

Jeremy Renner versucht extrem zurückhaltend zu spielen, was man ihm aber nur bedingt abnimmt, während Elizabeth Olsen als Greenhorn des FBI überzeugt. In einer Nebenrolle ist der unverwüstliche Graham Greene zu sehen, der schon in HALBBLUT, der auch in einem Reservat spielte, zu überzeugen wusste. Das war die Zeit in der Val Kilmer noch gute Filme drehte.

Nicht das ich WIND RIVER jetzt schlecht reden möchte. Die Geschichte ist aufgrund des Ortes interessant, aber mir zieht sich das alles ein wenig und der Regisseur verlässt sich zu sehr auf die Kraft seiner Naturbilder. Für mich zudem eher ein Drama als ein Thriller…

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THE CAR (Koch Media)

am 26. Juni 2018 unter Horror, Klassiker abgelegt

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Der Teufel hat vier Räder, kein Gewissen und mächtig PS unter der Haube. Zumindest beginnen das die Bewohner von Santa Ynez zu glauben, nachdem ein schwarzer und scheinbar führerloser Wagen mit eiskalter Brutalität mehrere Menschen überfährt. Als auch Sheriff Everett in wahrsten Sinne des Wortes unter die Räder gerät, bleibt nur noch sein Stellvertreter Wade übrig, der den Kampf gegen den übermächtigen Gegner aufnehmen will, doch das kostet ihn auch ein privates Opfer.

Also ich muss zugeben, dass ich den Film noch nie gesehen und auch noch nie etwas davon gehört hatte, bin jetzt aber auch kein ausgewiesener Spezialist der 70er Jahre. Da Koch dem Streifen ein schickes Mediabook spendierte, muss er ja einen gewissen Bekanntheitsgrad haben.

Und ich war überrascht – man kann sich THE CAR auch heute durchaus anschauen, selbst als Erstsichtung, denn abgesehen von einigen typischen Sprüchen aus dem Jahrzehnt (die in den 80ern aber schlimmer waren) ist der Film durchaus spannend und realistisch inszeniert.

Ich habe mir auch die Extras angeschaut, wobei auch der Regisseur zu Wort kommt, der sich praktisch entschuldigt, dass die Effekte nicht so gelungen sind, weil der Streifen eben 20 Jahre zu früh kam, und die Computertechnik daher nicht vorhanden war. Ich würde ihm da widersprechen, denn ich fand alle Stunts sehr realistisch und für die damalige Zeit klasse. Gerade das Ende finde ich bemerkenswert.

Man hat das Gefühl, dass je älter der Film ist, den die Firma Koch in die Hände bekommt, desto besser die Restauration wird. Nicht nur das hier keine Blitzer zu sehen sind, auch leuchtet das Bild in satten Farben und unterscheidet sich nur minimal von neueren Produktionen..

Dazu gibt es ein richtig schönes Booklet, das auf viele Dinge der Entstehung und der Geschichte des Horrorfilms eingeht und somit kann ich für den Streifen eine klare Kaufempfehlung aussprechen – insbesondere für Menschen die Filme wie DUELL oder CHRISTINE mögen.