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Archiv für den 24. Mai 2018

RED SPARROW (Fox)

am 24. Mai 2018 unter Drama, Suspense, Thriller abgelegt

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Nicht das jemand glaubt, ich wäre nun plötzlich ein Fan von FOX, aber im Moment kommt so wenig interessantes auf den Markt, dass ich heute gleich 2 Filme bespreche.

Die russische Tänzerin Dominika Egorova (so Namen kann man sich echt nur ausdenken) hat eine große Karriere vor sich. Nach einem Unfall auf der Bühne wird sie jedoch nie wieder tanzen können. Was passiert nun mit ihrer Mutter und der Wohnung die von ihrem Arbeitgeber bezahlt wird? Ihr Onkel macht ihr daraufhin ein Angebot. Sie soll nach einer gründlichen Ausbildung den CIA-Agenten Nathaniel Nash (unfassbar solche Namen) infiltrieren. Dazu wird sie in allerlei Verführungskünsten geschult. Nach dem harten Training nimmt sie auch Kontakt mit ihm auf, doch wird er ihr Spiel nicht durchschauen?

Tja und wir dürfen Jennifer Lawrence zusehen, wie sie eben dieses undurchsichtige Spiel satte 136 Minuten spielt. Und das sind definitiv 20 Minuten zu viel. Das liegt auch daran, das man ihre Geschichte am Anfang relativ ausführlich erzählt, was aber gar nicht zwingend nötig gewesen wäre.

Trotzdem fand ich den Streifen recht unterhaltsam und zudem bis in die Nebenrollen sehr gut besetzt. Den Höhepunkt hierbei stellt Charlotte Rampling dar, die als gefühllose Leiterin des Sparrow-Lagers, mit knallharter Miene und krassen Methoden, eine tolle Leistung abliefert. Joel Edgerton sieht man eh immer gerne und Jeremy Irons Rolle fällt etwas klein aus.

Allerdings hätte es auch gereicht statt dreißig Russenklischees nur zehn zu bedienen, denn das geht einem mit der Zeit dann doch auf den Zeiger und man sieht, dass der Film von einem amerikanischen Regisseur gedreht wurde. Mit dem arbeitete Lawrence auch schon in den (aus meiner Sicht eher mäßigen) Panem-Filmen zusammen. Man könnte meinen, wir befinden uns noch im Kalten Krieg, denn die Russen werden hier wirklich arg negativ dargestellt. (wobei das ja wieder in Mode ist)

Immerhin weiß der Genre-Mix aus Spionage-Film, Thriller und Drama zu überzeugen und auch sonst kann man dem Film eigentlich nichts vorwerfen, wenn man über die v.g. Dinge hinwegsieht Das Ende ist zudem recht pfiffig und man weiß wirklich nicht, auf welcher Seite die Hauptdarstellerin nun steht – eigentlich zu fast keinem Zeitpunkt des Films.

So bleibt unter dem Strich ein grundsolider, an manchen Stellen jedoch nicht ganz logischer Streifen, in dem nur die Russenklischees ab und an überhand nehmen.

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THE WHISKEY BANDIT (Koch Media)

am 24. Mai 2018 unter Biopic, Drama abgelegt

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In den 90er Jahren wird Ungarn von einer Reihe Banküberfälle erschüttert, für die Attila Ambrus zuständig ist. Nachdem er in seinem Leben viel Mist erlebt und sich mit Bestechungsgeld die ungarische Staatsbürgerschaft ergaunert hat, ist die Kohle komplett alle. Er weiß sich nicht mehr zu helfen, zumal er auch gerade die große Liebe kennengelernt hat. Also beginnt er, Banken auszurauben, um das Leben zu finanzieren. Eines Tages erzählt ein Opfer, das er nach Whiskey gerochen haben soll, und daraufhin bekommt er den Stempel „Whiskey Bandit“ aufgedrückt, der in der Öffentlichkeit auf deutlich mehr Zuneigung als Abneigung stößt, was dem zuständigen Ermittler gar nicht passt.

Nimród E. Antal ist wieder in seiner Heimat angekommen. Der Regisseur der mit KONTROLL damals einen Geheimtipp landete, wurde daraufhin für Hollywood „gecastet“ und durfte da ein paar Filme drehen. Außer dem soliden MOTEL kam dabei aber nur ziemlicher Mist heraus, denn PREDATORS kann man nun wirklich nicht anders bezeichnen.

Hier setzt er nun dem ungarischen Dieb Attila Ambrus so etwas wie ein kleines Denkmal. Der Mann ist in Ungarn bekannt wie ein bunter Hund, was Antal dazu veranlasste, seinen Film in Rückblenden zu erzählen. Aus Sicht der Ungarn, die die Geschichte um den Räuber, der gleichzeitig professioneller Eishockeyspieler war, (!) sicherlich kein Problem.

Für Menschen wie mich oder andere Leute die diesen Herren nicht kennen, erweist sich dieser Erzählstil allerdings als etwas unglücklich, denn eigentlich weiß man nach nur wenigen Minuten, wie der Film ausgeht, abgesehen von einer kleineren Überraschung gegen Ende. Das hätte ich anders gedreht.

Ansonsten gibt es nicht viel auszusetzen. Antal legt sehr viel Wert auf Charakterzeichnung und resümiert punktgenau, wie sein „Held“ in diese Situation geriet – mit Rückblicken in die Kindheit und seiner Jugend. So ist das ganze auch deutlich mehr ein Drama. Welchen Film der Kritiker der den Film als „ Ein Actionspektakel, wie man es noch nie gesehen hat” (Filmtett)“ bezeichnete, weiß ich daher nicht.

Das heißt nicht, da der Film schlecht wäre, aber mit der Beschreibung hat er nun gar nichts zu tun. Vielmehr handelt es sich um die Lebensgeschichte eines Mannes, der nicht gerade viel Glück hatte und als es dann mal auf seiner Seite war, er den Bogen überspannte.

Fazit: Fein gezeichnetes Portrait, das jedoch NICHTS mit einem Thriller oder Actionfilm zu tun hat, sondern ein ordentlich gespieltes Drama ist…

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THREE BILLBOARDS OUTSIDE EBBING, MISSOURI (Fox)

am 24. Mai 2018 unter Drama abgelegt

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Nachdem 7 Monate vergangen sind, ohne dass der Mörder ihrer Tochter gefunden wurde und sich die Polizei bei der Ermittlungen auch nicht gerade exorbitant viel Mühe gegeben hat, startet Mildred Hayes eine Aufsehen erregende Aktion. Sie bemalt drei Plakatwände an der Stadteinfahrt mit extrem provozierenden Sprüchen, die an den städtischen Polizeichef Willoughby gerichtet sind, damit er nun endlich die Untersuchungen in dem Fall intensiviert. Dieser ist nicht sehr erfreut über diese Idee und verteidigt sich bei Mildred, das er alles versucht habe. Zudem ist er an Krebs erkrankt und hat nur noch wenige Monate zu leben. Beliebt hat sich Mildred auch nicht gerade bei den Bewohnern und den Mitarbeitern des Sheriffs gemacht. Als sich dann der zu Gewalt neigende, stellvertretende Officer Dixon einmischt, beginnt die Lage zu eskalieren.

Das ist der klassische Fall wo sich die Kritiken wieder überschlagen – ein Film der wieder in den Himmel gehoben wird, was bei solchen Genre-Streifen gerne gemacht wird (ähnlich z.B. wie bei WINTERS TALE). Allerdings sind auch die Zuschauerkritiken durchweg positiv. Das würde ich etwas relativieren wollen.

Alleine die Besetzungsliste reicht für 2 Filme aus, denn neben Francis Mc Dormand als toughe Mutter, sind unter anderem Woody Harrelson, Sam Rockwell oder Peter Dinklage dabei, wobei erstere den mit Abstand besten Part hat, allerdings von einer reichlich merkwürdigen Synchronstimme untermalt, die nicht wirklich passt.

Nicht das es sich hier um einen schlechten Film handelt, aber mir ist das im Endeffekt alles zu elegisch und die Geschichte gibt irgendwie keinen Stoff für fast 2 Stunden her und so wird es gerade gegen Ende an manchen Stellen doch etwas übertrieben dialoglastig, wobei die rotzfreche Art von Mc Dormands Charakter, auch für den ein oder anderen Schmunzler sorgt.

Die Läuterung des Officers erscheint mir auch etwas weit hergeholt, das Ende ist relativ offen, was mir wiederum recht gut gefällt, denn den Rest kann man sich dann selbst denken. Im Normalfall könnte man auch meinen, man hat sich hier Raum für eine Fortsetzung gelassen, die ich mir aber eigentlich nicht vorstellen kann, da in meinen Augen die Geschichte auserzählt ist.

Insgesamt finde ich den Steifen zwar ordentlich, aber an manchen Stellen auch etwas sehr langatmig. Die Leistungen der Darsteller sind hervorragend. Den Hype kann ich trotzdem nur bedingt verstehen.

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DER GROSSE EISENBAHNRAUB (Koch Media)

am 24. Mai 2018 unter Klassiker, Komödie, Suspense abgelegt

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Der Londoner Gentleman-Ganove Edward Pierce plant mal wieder einen Coup, diesmal soll dieser aber ein besonderer sein. Als erster Dieb will er Mitte des 19. Jahrhunderts einen fahrenden Zug um eine größere Ladung Goldbarren erleichtern. Hilfe bekommt er hierbei von seinem alten Kumpel Robert Agar und seiner Geliebten Miriam. Doch das Unternehmen gestaltet sich schwieriger als gedacht.

Was soll ich hier noch mehr schreiben, die meisten dürften diesen Film eh kennen, in dem Michael Crichton, der die Vorlage schrieb, auch selbst Regie führte und einen erstaunlichen Cast auf die Beine stellte.

Sean Connery, Donald Sutherland und die damals noch relativ unbekannte Lesley-Anne Down, die später durch FACKELN IM STURM Berühmtheit erlangte, sind mit dabei.

An manchen Stellen wirkt der Streifen zwar etwas antiquiert (und das nicht nur weil er um 1850 spielt), insgesamt bietet er aber auch nach 40 Jahren noch durchaus solide Unterhaltung mit Sean Connery in einer Paraderolle.

Das Bild ist für Koch-Verhältnisse nicht so gut wie gewohnt. Man sieht doch in vielen Szenen einiges an Grieseln, Filmblitzer sind keine zu erkennen , aber das Ausgangsmaterial scheint in diesem Fall recht schlecht gewesen zu sein. Der Ton hingegen schallt in ordentlichem 2.0 durch die Boxen, was völlig in Ordnung geht, denn die Aufmotzung auf Dolby 5.1 oder noch höher klingt meistens gekünstelt.

Für Freunde des Streifens eine solide Veröffentlichung, mit einem Starensemble der Extra-Klasse.