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Archiv für den 01. September 2017

EL BAR (Koch Media)

am 01. September 2017 unter Komödie, Suspense abgelegt

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Eine kleine, eher heruntergekommene Bar in Madrid, wird plötzlich zum Schauplatz eines Verbrechens, denn als ein Gast diese verlassen will ,wird er mit einem Kopfschuss ins Jenseits befördert. Als ihm ein anderer helfen will, ereilt diesen das gleiche Schicksal. Nun traut sich keiner der anderen Gäste mehr die Location zu verlassen, denn einige hängen an ihrem Leben. Je mehr die restlichen Herrschaften darüber sinnieren, was denn da passiert ist, desto krasser werden die Verdächtigungen. Was ist z.B, in dem Koffer des einen? Hat der islamisch aussehende Bartträger etwas damit zu tun? Als man auf dem Klo einen übel zugerichteten Soldaten findet, dessen Handynachrichten darauf hindeuten, das sich eine Seuche ausbreitet, eskaliert die Lage.

Aber es handelt sich hierbei eben um einen Alex de la Iglesia Film, was uns gleich sagt, das hier kein Horrorfilm, sondern eine tiefschwarze Komödie, das Spezialgebiet des renommierten Spaniers, aus den Ereignissen entsteht.

Dessen besten Streifen ALLEIN UNTER NACHBARN gibt es immer noch nicht auf Blu Ray, was eigentlich eine Frechheit ist. Auf diese Veröffentlichung warte ich schon seit Jahren. Vielleicht kann KOCH MEDIA sich ja dieser annehmen.

EL BAR wird gegen Ende dann doch sehr skurril und natürlich sind die Charaktere überzeichnet. Zudem nervt der Bettler etwas mit seinen Bibelsprüchen.

Da ich aber nun wahrlich kein Fan der Komödie bin, ist es ein gutes Zeichen, das ich mindestens 4 mal laut gelacht und mehrfach gegrinst habe, was mir nur sehr selten passiert.

Die Schauspieler sind alle in Deutschland nicht so bekannt, aber die Synchronisation ist glücklicherweise sehr gelungen, was insbesondere bei Streifen aus Italien und Spanien oft nicht der Fall ist.

So bleibt unter dem Strich ein typischer De La Iglesia mit überzogenen Charakteren und einem doch recht amüsanten Plot. Zum Schluss hätte ich mir jedoch eine etwas spektakuläre Auflösung gewünscht. Aber man kann nicht alles haben.

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LIFE (Sony Pictures)

am 01. September 2017 unter Horror, SciFi abgelegt

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Die Forschungsmission einer Gruppe Wissenschaftler auf einer internationalen Raumstation hat den Beweis für Leben auf dem Mars gefunden. Das Kerlchen, bei dem man sich auf den Namen Kelvin (oder Calvin?) einigt, ist zwar nur ganz klein, aber es lebt. Leider bleibt es nicht so niedlich und entwickelt sich mit steigender Größe auch zu einer echten Gefahr für die Crew, die natürlich nicht voraussehen konnte, was sie sich hier an Bord geholt hat.

Es wurden ja nun schon genug Zusammenfassungen dieses Films geschrieben, ich denke da kann ich mich kurz halten, will aber dennoch meine Meinung kundtun, denn ich kann mich nicht erinnern, wann ich das letzte Mal einen Film gesehen habe, bei dem soviel Potenzial verschenkt wurde.

Die erste halbe Stunde ist absolut gelungen. Wie man sich dem ganzen nähert und den fremden Organismus erforscht, ist glaubwürdig geschildert und auch faszinierend bebildert.

Aber genau diese Glaubwürdigkeit geht dem Film bald komplett verloren. Die Handlungsweisen der Wissenschaftler und Raumfahrer sind teilweise dermaßen bescheuert, das man meint, man hätte hier Ahnungslose ins All geschickt.

Dazu gesellen sich dann natürlich wieder völlig unglaubwürdige Zufälle, da man diese benötigt, weil die Geschichte sonst nicht vorwärts gegangen wäre.

Mittendrin ein völlig unterforderter Jake Gyllenhaal, der wohl aus irgendeinem Grund Geld brauchte, denn seine Rollenauswahl ist ansonsten doch sehr gut. Ryan Reynolds darf den coolen Ami spielen und dazu gibt es noch den Asiaten und die Russin und schon ist die Klischeeparade perfekt.

Natürlich gibt es hier technisch nichts zu meckern, und auch die Weltraumbilder sind fantastisch, aber das Drehbuch ist eine einzige Katastrophe. Lediglich das wirklich überraschende Ende sammelt dann wieder einen Pluspunkt.

Ein Film der mich extrem an SPLICE erinnerte, denn auch da näherte man sich der Thematik anfangs sehr interessant und subtil, um am Schluss in Monsteraction zu ersticken. Dieses Schicksal ereilt auch LIFE.

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IN THE DARK (Splendid Film)

am 01. September 2017 unter Horror abgelegt

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Die junge Mutter Joanna zieht gemeinsam mit ihrem Mann, einem Schauspieler, der auch schon bessere Zeiten gesehen hat, sowie ihrem kleinen Sohn, in eine neue Wohnung. Die Vermieterin jedoch bekommen die neuen Gäste nie zu sehen. Dafür merkt Joanna aber schnell, das in diesem Haus etwas nicht stimmt. Neben unheimlichen Geräuschen und verrückten (nein die sind nicht bescheuert, befinden sich aber an anderen Stellen als zuvor) Möbeln, zieht es ihr kleines Kind latent zu dem Zimmer, das für sie eigentlich tabu ist. Nur dort schläft er ruhig, während er sonst den ganzen Tag plärrt. Während ihr Mann kaum zu Hause ist findet die junge Mutter heraus, das in diesen Räumlichkeiten schreckliche Dinge passiert sind, die auch Auswirkungen auf die junge Familie haben werden.

Normalerweise sind es ja eher Häuser die spuken, hier ist es eben eine Wohnung, wobei IN THE DARK jetzt auch nicht wirklich ein klassischer Film dieses Genres ist und einen anderen Ansatz hat.

Die Bewertung für diesen Streifen fällt unheimlich schwer, denn hier gibt es einige sehr weit hergeholte und selbst für das Genre, unglaubwürdige Dinge zu sehen (wieso zieht sie sich z.B. die Klamotten der Frau an die vorher dort lebte), während auf der anderen Seite durchaus pfiffige Momente vorhanden sind.

Insbesondere die Nummer mit dem Telefon und den Danksagungskarten finde ich sehr gelungen. Das blutige Ende ist zwar relativ vorhersehbar, dafür weiß der Schlussgag wiederum zu überzeugen.

Die Hauptdarstellerin wirkt manchmal ein wenig überfordert, da sie den überwiegenden Teil des Streifens alleine tragen muss (sieht man mal vom schreienden Kind ab), was ihr nur bedingt gelingt..

Eine abschließende Note muss ich aber ja verteilen. Da ich ihn sehr spät gesichtet habe und auch nicht abgeschaltet habe, um ihm am nächsten Tag zu Ende zu schauen (passiert mir öfters in der letzten Zeit, muss am Alter liegen) hat er mich doch irgendwo gefesselt.

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VERLEUGNUNG (Universum Film)

am 01. September 2017 unter Drama abgelegt

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Wir befinden uns Ende der 90er Jahre. Die bekannte Autorin Deborah Lipstadt wird vom Holocaust Leugner David Irving vor Gericht gezerrt, nachdem sie ihn in ihrem letzten Buch beleidigt oder zumindest verbal angegriffen hat. Da sie eine Horde von Anwälten zur Seite gestellt bekommt, während Irving alleine agiert, scheint der Gewinn des Prozesses kein großes Problem darzustellen. Doch das englische Recht ist leider deutlich komplizierter als das amerikanische, denn durch ihre Aussagen in dem Buch, muss die Autorin nun nicht nur eine Verteidigung aufbauen, sondern auch noch beweisen, das der Holocaust überhaupt stattgefunden hat.

Dieser Fall ist damals wohl an mir vorübergegangen, denn ich hatte noch nie etwas davon gehört und habe erst danach erfahren, das die Ereignisse so wirklich stattgefunden haben.

Eigentlich kann da nicht viel schiefgehen. Mit Rachel Weisz und Tom Wilkinson, 2 von mir geschätzte Schauspieler in einem Justizdrama, welches eh zu meinen Lieblingsgenre gehört, basierend auf wahren Begebenheiten und einem wirklich interessanten Thema.

Trotzdem hat VERLEUGNUNG mich nicht ganz überzeugt, was weniger an den schauspielerischen Leistungen, als an dem etwas sehr verschachtelten Drehbuch lag. Im Gegenteil, gerade Timothy Spall brilliert als Holocaust Gegner – sicherlich eine Rolle in der man sich nur schwer einfinden kann, die aber auf der anderen Seite natürlich auch ein Glücksfall für jeden Darsteller ist. Mir nimmt Regisseur Scott allerdings das Tempo zu oft heraus, was insbesondere in der Mitte zu Längen führt, die man hätte vermeiden können.

Gelungen ist aber der Einblick in das englische Rechtssystem, das in meinen Augen schon recht merkwürdig ist. Das man bei einer Anklage sogar geschichtliche Fakten belegen muss, um den Prozess zu gewinnen, ist doch reichlich suspekt.

Aufgrund der teilweise wirklich überwältigenden Rezensionen und Höchstwertungen auf allen Seiten hatte ich mir dennoch etwas mehr vorgestellt. Für mich ein solides Gerichtsdrama, mit einem guten Thema, aber doch einigem Leerlauf. Dennoch:

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