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Archiv für den 20. Juni 2017

TELL ME HOW I DIE (Alive)

am 20. Juni 2017 unter Horror, SciFi, Suspense abgelegt

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Einige Studenten, unter anderem die sympathische Anna, nehmen an einem Medikamenten-Test in einer Forschungsstation teil, welche mitten in der Pampa liegt, aber 2000 Dollar sind durchaus ein Anreiz an dem ganzen teilzunehmen. Getestet wird ein Mittel, welches die Alzheimer-Krankheit heilen soll. Schon nach kurzer Zeit zeigen sich die ersten Wirkungen – allerdings anders als angenommen. Einige der Teilnehmer haben Visionen und können Dinge sehen, die, wie sich später zeigt, auch wirklich passieren. Anfangs finden das einige ziemlich cool, denn zum Beispiel in einem Kasino kann man damit gut Geld scheffeln. Doch als der erste der Herrschaften das Zeitliche segnet und dies Anna in einer Vision erschien, wird den Teilnehmern mulmig. Zudem hat sich anscheinend ein Killer Zugang verschafft und dezimiert ordentlich Teilnehmer der Studien, als auch Personal.

Das hört sich jetzt insgesamt banaler an als es eigentlich ist, denn nach ca. 45 Minuten gibt es erste Anzeichen einer Wendung, die mir extrem gut gefallen hat, denn daraus resultiert, das die Überlebenden nicht wissen, wie sie sich verhalten sollen. Leider kann ich nicht sagen , warum das so ist, denn das wäre wirklich zu krass gespoilert und würde hier doch zu viel vorwegnehmen.

Wer meint, man bekommt hier einen billig aussehenden B-Movie zu sein, der wird überrascht sein. Alleine die Forschungsstation macht optisch richtig was her und auch der komplette Look des Films sieht nun wahrlich nicht nach einer billigen Produktion aus. Respekt, was der völlig unbekannte Regisseur D.J Viola hier aus dem mickrigen Budget herausgeholt hat.

Die Schauspieler sind auch weitestgehend unbekannt, bestenfalls William Mapother, der den behandelnden Arzt spielt, kennt man aus recht vielen Filmen.

Wieso TELL ME HOW I DIE teilweise vernichtende Kritiken bekommt, ist für mich nicht nachvollziehbar – teilweise mit der Begründung der fehlenden Logik. Da frage ich mich, wie ein Film der mit einem Thema experimentiert, das so noch nie verfilmt wurde und in dem es um ein Medikament geht, das diverse Nebenwirkungen hat, dass es so aber gar nicht gibt, logisch sein kann?

Das sind dann aber komischerweise die gleichen Menschen, die den schlimmsten Rohrkrepierer der letzten 3 Jahre namens DONT BREATHE gut finden. DER war mal unlogisch, weil es da nicht um Experimente sondern nur um reale Dinge ging, und die waren völlig bescheuert konstruiert.

Ok, gegen Ende übertreibt es der Drehbuchautor ein wenig selbstverliebt mit seinen Visionen und Voraussagen und 107 Minuten sind auch eine stramme Laufzeit – da hätten es 25 Minuten weniger auch getan.

Trotzdem bleibe ich im Gegensatz zu den meisten (Ausnahmen sind einige Kritiken bei imdb) dabei, das TELL ME HOW I DIE einer der spannendsten Filme des Jahres ist. Wer zum Beispiel MORGAN Project mochte, wird auch hier Gefallen finden, weil es auch da um eine Mischung aus Horror und Sci-Fi ging. Zudem gibt es auch noch einiges an recht originellen Mordarten zu sehen. Was will man noch?

GEHEIMTIPP!

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DONT HANG UP (Splendid Film)

am 20. Juni 2017 unter Horror, Thriller abgelegt

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Sam und Brady suchen sich wahllos Opfer für Telefonstreiche aus, die teilweise schon die Grenze des guten Geschmacks überschreiten, zumal sie das ganze auch noch online stellen. Eines Abends bekommen aber auch die beiden mal einen Anruf, von dem beide denken, das es sich nur um einen harmlosen Irren handelt. Doch dem ist mitnichten so, denn kurz darauf sieht Brady seine Eltern gefesselt in einem Video. Der anonyme Wahnsinnige scheint alles über die beiden zu wissen und bald gibt es auch den ersten Toten. Als Sams Freundin entführt wird, wissen sie, das das hier wesentlich böser enden kann, als ihre Streiche, die sie sich erlauben – doch warum tut der Fremde das?

Wer mal wieder 90 Minuten richtig gut unterhalten werden will, ist mit DONT HANG UP genau an der richtigen Adresse. Wenn natürlich auch nicht alles wirklich Sinn ergibt (was der anonyme Anrufer an technischen Finessen so alles drauf hat, ist selbst im Computerzeitalter reichlich übertrieben).

Natürlich klaut DONT HANG UP auch bei bekannten Vorbildern wie SCREAM oder SAW – das aber erstaunlich clever. Nie hat man irgendwie das Gefühl, hier ein dumpfes Plagiat zu sehen, denn es gibt jede Menge wirklich gelungener Einfälle und Wendungen, die ich aber aus Spoilergründen nicht angeben kann.

Die beiden Jungs sind durchaus talentiert und obwohl der Darsteller des Sam eigentlich keine Horrorfilme mag, wie er in den Extras betont, war er für dieses Projekt Feuer und Flamme. Schaut man in die Biographie der beiden entdeckt man auch nicht wirklich Highlights – im Gegenteil. Insbesondere Garrett Clayton hat bislang ganz schönen Mist gedreht.

Auch die beiden Regisseure haben bis auf nen Kurzfilm noch nichts wirkliches auf die Leinwand gezaubert – was anhand teilweise wirklich gelungener Kamerafahrten (alleine die Nummer durch das Schlüsselloch ist schon origineller als andere Filme komplett) und vor allem dem sehr guten Timing, relativ erstaunlich ist.

Wie gesagt, man sollte bei diesem Film jetzt nicht alles logisch hinterfragen, denn dann verdirbt man sich den Spaß, den ich zumindest 90 Minuten lang hatte. Das Bild und der Ton und auch die Synchronisation sind bei Splendid eh meist außerordentlich gelungen und spielen fast schon in der Major-Liga. Wie immer beweist man bei den B-Movies, die man so einkauft, ein gutes Händchen.

Menschen die diesem Genre zugeneigt sind können bedenkenlos zugreifen, denn nach einem etwas chaotischen Anfang wird der Streifen schon nach 20 Minuten richtig spannend. Die Wende gegen Ende ist zudem sowohl gelungen als auch glaubwürdig.

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AMBULANCE (KOCH MEDIA)

am 20. Juni 2017 unter Horror, Klassiker, Suspense, Thriller abgelegt

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Comiczeichner Josh spricht in New York auf der Straße seine Traumfrau Cheryl, an, der er schon wochenlang hinterherhechelt. Doch plötzlich hat sie einen Schwächeanfall und wird von einem Krankenwagen abgeholt. Als Josh sie im Krankenhaus besuchen will, wurde sie weder da, noch in irgend einem anderen New Yorks eingeliefert. Dann findet er heraus das dieser Krankenwagen anscheinend Diabetiker entführt, doch der ermittelnde Detective glaubt ihm nicht. Lediglich die Streifenpolizistin Dandra versucht ihm zu helfen und bald geraten beide in akute Gefahr.

Ich glaube 1990 kannte diesen Film so ziemlich jeder Videothekengänger. Im Kino nicht wirklich ein Hit, entwickelte sich der Streifen auf VHS zu einem Renner, für den man dann auch mal anstand, um ihn zu bekommen (so war das früher).

Doch wie das oft bei solchen Produktionen ist, kann man solche Filme 25 Jahre später nicht mehr schauen, weil die Dialoge heutzutage total beknackt wirken. AMBULANCE hat den Test of Time überraschend gut bestanden. Die Story ist originell, die Konversationen sind zwar nicht mehr zeitgemäß, aber auch nicht zu lächerlich. Lediglich die vollkommen bescheuerten Klamotten und Frisuren sind schauderhaft.

Doch das soll hier nichts zur Sache tun. Kümmern wir uns also um die technische Seite. Wie man das von KOCH gewohnt ist, bekommt man ein hervorragendes Bild geboten. Die Blu Ray hat eine ordentliche Qualität und kann mit B-Movies von heute durchaus mithalten. Der Ton ist in 2.0 und erfüllt seine Pflicht.

Das Mediabook enthält ein wunderschönes Inlay das die Geschichte und die Hintergründe der damaligen Produktion beleuchtet. Dazu gibt es die DVD und auch einiges an Bonusmaterial hat man noch ausgegraben, unter anderem Hintergründe zum Film die bestimmt genauso lange sind wie der Streifen selbst und einen Audiokommentar von Larry Cohen, dem Regisseur, der uns in den 80er und 90ern so viele gute Filme kredenzte – meist als Drehbuchautor. Unter anderem wären da MANIAC COP, NICHT AUFLEGEN und der leider völlig unbekannte DONOR (deutscher beknackter Titel : Skalpell des Schreckens) zu nennen.

Fazit: Ein sehr schönes Gesamtpaket, wie man es von Koch gewohnt ist. Natürlich ist das auch nicht ganz billig, aber Qualität hat eben ihren Preis.