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COME AND FIND ME (Splendid)

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Es ist mittlerweile ein Jahr her, das Claire verschwand. Eines Morgens wachte David auf uns eine Freundin lag nicht neben ihm. Nach einigen Tagen realisierte er, das sie sich aus dem Staub gemacht hat. Doch warum? Es gab keinen größeren Streit und die beiden passten auch gut zusammen. Oder wurde sie entführt? Auch nach dieser langen Zeit kann sich David mit den offenen Fragen nicht abfinden und forscht weiter nach ihrem Verbleib. Doch die Angelegenheit wird immer mysteriöser, zumal sich herausstellt, das Madame weder Claire hieß und auch nicht an das College ging das sie ihm genannt hat. Als er einen unentwickelten Film findet, gibt es neue Hinweise, denen er nachgeht. Doch langsam dämmert ihm, das er sich damit auch in Lebensgefahr begibt, denn einige der Bilder führen ihn in dubiose Kreise.

Ich habe die Zusammenfassung gefühlte 20 Mal umgeschrieben, weil ich immer wieder der Meinung war, zu viel zu verraten. Für den Rezensenten eher nervig, bedeutet das aber meist, das der Film gelungen ist – so auch in diesem Fall.

Die Art und Weise wie man in Rückblenden, während der Nachforschungen die David betreibt, das Verhältnis der beiden erzählt bekommt, ist sehr schön inszeniert. Das nimmt zwar immer wieder etwas Tempo aus dem Streifen, schadet ihm aber in keinster Weise, wie es vielen Filmen geht, die sich in diesen Rückblenden gerne verhaspeln. Hier wirkt das alles komplett stimmig.

Noch dazu ist David kein Superheld. Seine Handlungsweisen sind absolut nachvollziehbar und er mutiert auch nicht innerhalb der ungewöhnlich langen 112 Minuten zu einem Superagent, wie es ja in vielen Streifen der Fall ist, in denen sich die Protagonisten dann plötzlich cool aus den größten Gefahren befreien. Das wird hier komplett vermieden. Das macht den Charakter nicht nur glaubwürdig, sondern auch sympathisch.

Aaron Paul sagt mir erstmal gar nichts. Kann mich auch nicht erinnern, ihn mal in irgend einem Film gesehen zu haben, liefert aber eine tolle Leistung ab. Ebenso Annabelle Wallis, die aber auch einen interessanten Charakter gezeichnet bekommen hat.

Die letzten 20 Minuten sind zwar ein wenig konfus und die Wende zum Schluss ist nicht ganz so überraschend wie sie gerne wäre. Zudem bekommt der Zuschauer nicht alles erklärt, sondern muss sich das ein oder andere selbst zusammenreimen. Klasse hingegen jedoch wieder das Ende, bei dem der Regisseur statt einer wüsten Ballerorgie (die sich angeboten hätte) einen fast schon romantischen Ausklang findet.

COME AND FIND ME ist für mich ein kleiner Geheimtipp. Der eher schmal budgetierte Film hat eine sehr eigenwillige Struktur. Dazu gibt es passend noch einen elektronischen, aber eher zurückhaltenden Soundtrack, der das Gesehene angemessen untermalt.

Fazit: Wirklich interessante Mischung aus Thriller und Drama mit einer schönen Atmosphäre und einem ungewöhnlichen Erzählstil. Auf den muss man sich allerdings einlassen.

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