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Archiv für den 07. April 2017

SNOWDEN (Universum Film)

am 07. April 2017 unter Biopic, Drama, Thriller abgelegt

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Worum es in diesem Film geht, und wer dieser Mann ist, dürfte wohl so ziemlich jedem bekannt sein, der die letzten 10 Jahre nicht in einem Bunker gelebt hat, daher hier nur eine ganz kurze Zusammenfassung. Nachdem seine militärische Karriere an einem komplizierten Beinbruch scheitert, wechselt der geniale Programmierer Edward Snowden zur CIA. Für diese schreibt er Programme, die es der Regierung ermöglichen, andere auszuspionieren. Doch mit der Zeit kommen ihm Zweifel an dem was er da tut, erst recht als er entdeckt, das auch die eigene Bevölkerung vor der Überwachung nicht mehr sicher ist. Zudem ist er erschüttert, wie Menschen per Drohnenangriffe eben mal andere töten und dann gemütlich nach Hause gehen. Nach einiger Zeit hat er so viele skandalöse Dinge gesehen, das er sich genötigt sieht, diese zu veröffentlichen. Auch wenn ihm bewusst ist, das sein Leben, wie er es kennt, vorbei sein wird.

Wer anders außer Oliver Stone kann so etwas verfilmen? Eigentlich keiner. Das Gewissen der USA, hat schon mit JFK bewiesen, das er einen an sich recht trockenen Stoff, interessant umzusetzen vermag. Auf der anderen Seite weiß man natürlich bei ihm auch nie genau, was wahr ist und was er dazugedichtet hat. Daher bekommt man am Anfang des Streifens gleich den Hinweis, das einige Dinge etwas dramatischer gezeigt werden, als die in der Realität wirklich waren.

Das liegt aber meiner Meinung nach durchaus im Ermessensspielraums eines Regisseurs, der die Leute ja auch unterhalten will, und SNOWDEN ist nunmal keine Dokumentation.

Bei Stone ist es wie bei Soderbergh – wenn der Mann ruft, kommen sie alle und belegen dafür selbst kleine Nebenrollen wie etwa Timothy Olyphant oder Nic Cage. Mit Lewitt hat er zudem den perfekten Snowden gefunden, der seinem Original sogar ein bisschen ähnlich sieht.

In den sehr interessanten Interviews bekommt man sogar erklärt, das der Hauptdarsteller die Gestik, den Gang und sogar die Sprache seines lebenden Vorbildes imitiert. Respekt!! Oliver Stone äußerst sich in den Extras noch ausführlich zu seinen Beweggründen den Film zu machen und wie seine Meinung zu Snowden ist, der am Ende des Films tatsächlich noch einige Minuten sich selbst spielt – eine gelungene Idee.

Fazit: Bei dieser realen Vorlage kann man als Regisseur nicht viel falsch machen und so hat Stone hier einen spannenden und hervorragend gespielten Streifen hingelegt.. Auch wenn einige Dinge etwas verändert wurden, damit das Geschehene unterhaltsamer wird, hält er sich wohl doch weitestgehend an die Fakten. An die Nummer mit dem Zauberwürfel glaube ich jedoch nicht.

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EIN AMERIKANISCHES IDYLL (Splendid)

am 07. April 2017 unter Drama abgelegt

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Seymour Levov, von allen nur der „Schwede“ genannt ist ein herausragender Footballspieler. Er heiratet seine Traumfrau Dawn und übernimmt in den späten Fünfzigern die Fabrik seines Vaters. Also dann noch ein Kind geboren wird, scheint das Glück perfekt. Doch als Merry erwachsen wird, ist der Vietnamkrieg in vollem Gange. Sie bekennt sich ganz klar dagegen und hat auch kein Problem damit, ihren Protest offen zu zeigen. Als Sie in Verdacht gerät eine Bombe gezündet und Menschen getötet zu haben, verschwindet sie aus dem Leben ihrer Eltern. Nach einigen Jahren ist die Ehe der beiden am Ende und Dawn hat kein Interesse daran ihre Tochter zu finden, nur Seymour sucht weiterhin nach ihr und glaubt die vielen bösen Dinge nicht, die über sein kein Kind verbreitet werden.

Ewan Mc Gregor hat in den letzten 10 Jahren nicht einen wirklich schlechten Film gedreht und sich als Schauspieler hervorragend entwickelt. Wer hätte nach Trainspotting gedacht, das er überwiegend in anspruchsvolleren Rollen zu sehen sein wird? Ein amerikanisches Idyll ist nun sei Regiedebüt – und es ist sehr schwer zu bewerten.

Der Streifen hat zwar eine gute Geschichte, gerät an manchen Stellen aber etwas geschwätzig. Die Besetzung ist hervorragend, doch insbesondere die von mir eigentlich sehr geschätzte Jennifer Connelly verfällt im Laufe des Films ins Chargieren, was man von ihr überhaupt nicht gewohnt ist. Dakota Fanning ist einigermaßen glaubwürdig, bekommt aber teilweise vom Drehbuch recht überkandidelte Sätze vorgeschrieben. Am besten schneidet diesbezüglich hierbei der Regisseur und Hauptdarsteller ab, sowie David Straithairn, der den Rahmen der Geschichte bildet, als er den Bruder von Seymour auf einer Klassenfeier widertrifft.

Der Film kann sich nicht entscheiden, ob er nun ein Drama oder doch lieber Krimi (Thriller möchte ich hier nicht verwenden) sein will und hat diverse Unterbrechungen im Tempo, was doch stört und droht in manchen Passagen an seinem eigenen Anspruch zu ersticken. Dennoch ist er natürlich edel bebildert und geschnitten.

Ganz schwer zu bewerten dieser Streifen. Ich denke der normale Zuschauer wird sich langweilen, der Arthouse Fan wird hieran Gefallen finden und das Feuilleton mit Sicherheit in Euphorie verfallen. Daher ist alles drin zwischen:

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und

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BEFORE I WAKE (Capelight)

am 07. April 2017 unter Drama, Horror abgelegt

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Nachdem Jessie und Mark durch einen Unfall ihren Sohn verloren haben, entscheiden Sie sich, den 8-jährigen Cody zu adoptieren, einen lieben Jungen, der Schmetterlinge liebt und schon in einigen Pflegefamilien war. Doch er versucht alles um nicht einzuschlafen, hat sich sogar Koffeintabletten besorgt. Irgendwann schafft es natürlich auch er nicht diesem natürlichen Bedürfnis zu entgehen. Dann passiert seltsames. Es tauchen mysteriöse Schmetterlinge in bunten Farben im Wohnzimmer auf. So gestaltet sich eine wundervolle Welt während er schläft und auch der verstorbene Sohn des Ehepaars erscheint. Nur hat der kleine leider nicht immer positive Gedanken, und so manifestieren sich seine Alpträume ebenfalls und bringen sich und seine neue Familie in Gefahr.

Der subtile Horrorstreifen beginnt ganz stark. Die ersten 45 Minuten sind richtig gut und die dort gezeigten Bilder entfalten eine enorme Faszination. Doch irgendwann bekommt der Film die Kurve nicht mehr und wird mit zunehmender Spieldauer immer obskurer und auch langweiliger, was im zweiten Abschnitt eines Filmes grundsätzlich tödlich ist.

Die Auflösung ist zwar einigermaßen gelungen, doch der Weg dahin gestaltet sich zäh. Zudem sind einige Handlungsweisen der Protagonisten nicht oder nur bedingt nachvollziehbar, insbesondere die von Jessie. (kann nicht mehr schreiben wegen Spoilergefahr)

Der kleine Jacob Trambley liefert eine hervorragende Performance ab und spielt alle gegen die Wand, was jedoch bei den eher bescheidenen Fähigkeiten von Frau Bosworth, (die sich aber immerhin müht) auch nicht schwierig ist. Thomas Jane ist wie immer solide.

Nachdem Regisseur Flanegan mit OCCOLUS einen originellen, mit OUIJA einen zumindest spannenden Horrorfilm abgeliefert hat, schwächelt sein Drehbuch hier etwas. Das soll jetzt nicht heißen das BEFORE I WAKE ein Reinfall ist, aber irgendwie erwartet man sich nach dem starken Auftakt etwas mehr. Die Bilder allerdings bleiben bis zum Schluss faszinierend.

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