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Archiv des Monats November 2016

THE NEIGHBOR (Splendid)

am 30. November 2016 unter Suspense, Thriller abgelegt

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John und Rosie wohnen in einer Kleinstadt irgendwo im Nirgendwo. John verdient sich Kohle, in dem er Deals für seinen kriminellen und leicht geisteskranken Onkel durchzieht. Doch die beiden wollen abhauen und sich mit dem verdienten Geld ein besseres Leben gönnen. Eines Tages sieht Rosie zufällig, das Nachbar Troy einen Menschen halb totschlägt und zurück ins Haus schleppt. Es stellt sich heraus, das er und seine beiden Söhne Menschen entführen, um Lösegeld herauszupressen. Als John nach Hause kommt, ist Rosie verschwunden. Als er sie bei Troy sucht, entdeckt er einen Keller, in dem nicht nur lebende Menschen gefangen sind…

Das hört sich nicht besonders spektakulär an, aber was Marcus Danston, der schon mit Collector 2 einen durchaus netten Horrorthriller vorlegte, hier rausholt, ist wirklich erstaunlich.

Die Kamera hält ein paar wirklich nette Spielereien bereit und der Streifen sieht absolut nicht nach einem B-Movie aus und hätte eine Kinoauswertung verdient, die er laut Internet nicht bekommen hat.

Auch die Schauspieler sind durch die Bank ordentlich und man hat auch das eine oder andere bekannte Gesicht parat, ohne das man dieses jetzt wirklich benennen oder zuordnen könnte. Jedenfalls hat man hier keine Laien beschäftigt, wobei mir der Darsteller des Troys am besten gefällt – ein richtig linker Vogel der Typ.

Der Showdown des Films beträgt satte 40 Minuten, in denen die Spannung nicht mehr abfällt und der dann an manchen Stellen auch recht brutal gerät. Aber das passt durchaus zum Rest und die Gewalt dient nicht nur als Mittel zum Zweck.

Ebenfalls positiv zu erwähnen ist, das sich sämtliche Charaktere genauso verhalten, wie man es in der Situation erwarten würde, statt schreiend nervig durch die Gegend zu laufen wie in diversen Horrorfilmen.

Wer GREEN ROOM machte könnte auch NEIGHBOR mögen, nicht weil sich die Filme gleichen, sondern weil sich alles doch auf sehr begrenztem Raum abspielt und die Möglichkeiten zu entkommen gering sind. Hinzu kommt die ein oder andere überraschende Wende.

Fazit: Thriller Geheim-Tipp.

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THE ONES BELOW (Meteor/Alive)

am 30. November 2016 unter Drama, Suspense, Thriller abgelegt

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Kate und Jack wohnen in einem schönen kleinen Haus in London und sind überglücklich, denn sie erwarten ihr erstes Kind. Als neue Nachbarn ins leerstehende Erdgeschoss ins Untergeschoss einziehen, scheint zunächst alles perfekt, denn auch Theresa ist schwanger. So freunden sich die beiden Frauen schnell an. Man trifft sich dann zu einem gemeinsamen Abendessen, bei dem Theresa ein wenig viel Alkohol trinkt. Als sie und ihr Mann gehen wollen, stolpert Madame über die Katze die vor der Tür sitzt und das Unheil nimmt seinen Lauf. Theresa verliert ihr Kind und sie und ihr Mann geben Kate und Jack die Schuld dafür. Wenige Tage später sind sie ausgezogen, kommen aber nach ein paar Wochen wieder zurück und entschuldigen sich für die bösen Worte und die Anschuldigungen, scheinen jedoch irgend etwas im Schild zu führen.

THE ONES BELOW ist ein kleines, aber feines Drama mit reichlich Thriller-Elementen, das erstaunlich gut besetzt ist. David Morrissey kann sich seit WALKING DEAD vor Angeboten kaum mehr retten und auch Clemence Poesy sehe ich sehr gerne.

Was den Film von vielen anderen Thrillern abhebt ist, das er praktisch NUR im Hellen spielt. Man geht ja immer davon aus, das man im Dunkeln bessere und spannendere Szenen einfangen kann, aber hier ist wirklich nahezu alles am Tag gedreht. Das sieht man so selten.

Die Story ist jetzt nicht sonderlich originell und man ahnt relativ schnell wie der Hase läuft. Das macht aber nichts, da ansonsten das Gesamtpaket absolut stimmig ist.

Das David Farr hier seinen ersten Spielfilm abliefert, sieht man an ihm nun wirklich nicht an. Der Streifen hat meiner Meinung nach den Look eines A-Movies, auch weil die Einrichtungen des Hauses und der Garten sehr edel ausgestattet wurden.

Unter dem Strich ein netter kleiner Thriller für zwischendurch, der zwar nicht lange haften bleibt, aber dennoch erstaunlich gut unterhält.

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EVEN LAMBS HAVE TEETH (Pierrot Le Fou /Alive)

am 30. November 2016 unter Horror, Komödie abgelegt

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Die beiden Freundinnen Sloane und Katie beschließen auf einer Farm in einer ländlichen Gegend zu arbeiten und mit der Kohle danach New Yorks Shopping Center zu besuchen. Doch es kommt anders als sie denken. Als 2 Typen ihnen anbieten sie mitzunehmen gehen sie auf den Vorschlag ein, Was sicher nicht die beste Idee war, denn die beiden sind Mädchenhändler und schließen die beiden ein um sie anderen als sexuelles Nutzvieh zur Verfügung zu stehen. Doch dann haben beide die Möglichkeit zu fliehen, doch das tun sie mitnichten.

Diesen Streifen darf man nicht wirklich ernst nehmen. Insbesondere die Wende nach der Hälfte des Films ist reichlich weit hergeholt – sorgt aber für prächtige Unterhaltung.

Zudem können die beiden Mädels ordentlich schauspielern und die „neuen“ Rollen die sie in Part2 des Streifens aufnehmen, sind wirklich überzeugend. Aber auch die Nebenfiguren, wie der Mann im Hobbymarkt sind wirklich witzig ohne das das ganze zu einer Komödie werden würde.

Allerdings muss man sagen, dass der angebliche „blutige Horror“ sich nicht einstellt, denn meiner Meinung nach hätte es auch eine FSK 16 hier getan, denn das meiste wird nur angedeutet. Immerhin ist man recht einfallsreich in der Auswahl der Tötungsmethoden.

Regisseur Terry Miles fängt das alles in teilweise schicken Bildern ein, was doch überrascht, nachdem er davor den tumben RECOIL mit Anti-Schauspieler Steve Austin gedreht hatte.

EVEN LAMBS HAVE TEETH, darf man nach der Hälfte der Spieldauer einfach nicht mehr ernst nehmen, dann wird man hier richtig gut unterhalten.

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EQUALS (Koch Media)

am 22. November 2016 unter Drama, SciFi abgelegt

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Nachdem die Welt von einem atomaren Krieg heimgesucht wurde, schalteten Wissenschaftler bei Menschen die Emotionen ab. Diese arbeiten, essen, gehen nach Hause und schlafen. Eine recht unbefriedigende Existenz, die viele das Leben kostet, da sie in ihrem Dasein keinen Sinn erkennen und sich das Leben nehmen. Auch Silas und Nia gehören zu dieser Gattung. Doch beide verspüren mit der Zeit eine gewisse Anziehungskraft. Als sie sich heimlich treffen, lernen sie kennen, wie schön es ist, einen anderen Menschen zu berühren und ihm nahe zu sein. Diese Treffen häufen sich, sind aber sehr gefährlich, denn werden sie entdeckt gelten sie als „infiziert“ und werden aus dem Verkehr gezogen. Dann wird Nia schwanger….

In diversen Foren habe ich nun schon mehrmals gelesen, das EQUALS eine Kopie von Equilibrium darstellt. Das einzige was die Filme gemeinsam haben ist, das man die Emotionen der Menschen unterdrückt. Ansonsten hat letztgenannter, auch mit der Verbrennung der Bücher und dem extra entwickelten Kampfstil meiner Meinung nach einen ganz anderen Ansatz und gehört nicht einmal dem gleichen Genre an.

Stilistisch erinnert EQUALS stark an den von mir sehr geschätzten GATTACA, verfeinert jedoch noch dessen Look, was wohl auch daran liegt, das man heute technisch mehr Möglichkeiten hat.

Wenn man schon Vergleiche zieht, dann fällt mir eine Platte von Mike Batt namens ZERO ZERO ein, die es auch als Video gibt. Diese könnte durchaus Vorbild für EQUALS gewesen sein. Auch da verliebt sich ein Mann in ein Mädchen, obwohl dies eigentlich gar nicht mehr möglich scheint.

Meine Begeisterung für Kristen Stewart und Nicholas Hoult hält sich eigentlich stark in Grenzen, doch was die beiden hier bieten, besonders in den Szenen, in denen sich beide annähern, ist emotional fast schon ergreifend.

Frau Stewart ist in der letzten Zeit eher in kleineren Filmen zu sehen, was ihr sichtlich guttut. Auch in CAMP-X-RAY lieferte sie bereits eine sehr gute Leistung ab.

EQUALS ist ein hervorragendes Drama mit tollen Schauspielern und einer subtilen Handlung. Wer hier viel Action erwartet, wird gänzlich enttäuscht.

Mich persönlich hat das nicht im Geringsten gestört, es wird aber auch Leute geben die maulen „da passiert doch nix“. Tut es wohl, nur eben auf einer anderen Ebene. Nichts für das Mainstream-Publikum.

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BACKTRACK (Eurovideo)

am 22. November 2016 unter Horror, Suspense, mystery abgelegt

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Nach dem Tod seiner Tochter ist Peter Bower bemüht, sein Leben wieder in den Griff zu bekommen. Das klappt jedoch nur bedingt. Seine Frau leidet an schweren Depressionen und auch er leidet weiterhin unter dem Verlust. Sein Freund Ducan hat ihm jedoch eine kleine Praxis besorgt, wo er seinem Job als Psychologe weiterhin nachgehen kann. Eines Tages taucht ein kleines Mädchen bei ihm auf, das anscheinend seine Hilfe benötigt, aber nicht reden will. Kaum lässt er sie aus den Augen, ist sie auch schon wieder weg, hat ihm jedoch einen Zettel mit 5 Zahlen hinterlassen. Als er nachforscht entdeckt er, das dieses Datum eines ist, was er längst verdrängt hatte. Dann scheint sich herauszustellen, dass die Patienten die er betreut, gar nicht mehr leben. Peter beginnt an seinem Verstand zu zweifeln.

BACKTRACK ist ein Film, bei dem man Gefahr läuft zu viel zu verraten. Auch ich habe die Zusammenfassung jetzt schon dreimal umgeschrieben, weil man dem Zuschauer ja nicht alles erzählen möchte.

Jedenfalls bekommt man hier einen spannenden Mystery-Thriller serviert, der ohne jegliches Blutvergießen auskommt.

Adrien Brody erinnerte sich wohl daran, dass er ja mal ein ganz guter Schauspieler war, und vielleicht dieses Talent mal wieder abzurufen, statt in tumben Gangsterfilmen (American Heist) herumzustolpern oder Predatore zu erschießen. Hier macht er seine Sache wirklich gut. In einer kleinen, aber feinen Nebenrolle, agiert Sam Neill.

Ein großes Lob geht auch an Regisseur Michael Petroni und seinem Drehbuchautor, die es geschickt verstehen, falsche Fährten zu legen und das ganze mit (teilweise versteckten) kleinen Hinweisen zu versehen.

Der Showdown gerät zwar, im Vergleich zu dem vorher gesehenen, insgesamt ein wenig konventionell, das stört jedoch kaum, da man es hier wirklich schafft, praktisch nur mit Atmosphäre, einen spannenden Film zu präsentieren. Für mich ein kleiner Geheimtipp.

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DER NACHTMAHR (Koch Media)

am 22. November 2016 unter Drama, Horror abgelegt

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Tina ist 17 Jahre alt und ständig in den Berliner Discotheken unterwegs. Doch bei einer Poolparty bricht sie zusammen. Danach ist nichts mehr so wie es war, denn sie hat nun einen Begleiter. Ein kleines merkwürdiges Wesen, das aber anscheinend nur sie sehen kann. Ihre Eltern halten sie für verrückt und überlegen sie in die Klapse zu stecken. Mit der Zeit jedoch gewöhnt sich Tina an ihren neuen Freund, und spürt eine seltsame Nähe, denn seinen Schmerz fühlt auch sie. Doch kann wirklich nur sie dieses Kreatur sehen?

Mit dieser Frage spielt der Film eigentlich die komplette Laufzeit und bildet den zentralen Kernpunkt der Geschichte.

Für einen deutschen Streifen ist DER NACHTMAHR schon reichlich skurril und bricht Genre-Konventionen, wobei ich dieses Tierchen von Anfang an eher putzig, denn abstoßend finde.

Die mir komplett unbekannte Carolyn Genzkow meistert ihre schwierige Rolle hervorragend, denn sie muss gerade im emotionalen Bereich viele verschiedene Facetten zeigen. Das sie im ganzen Film recht heiße Klamotten trägt, dürfte den männlichen Zuschauern zudem gefallen.

Der Film gibt im Vorspann schon eine Warnung, das er ziemlich laut ist und das nervt manchmal wirklich ein bisschen. Am besten sollte man die Fernbedienung bereithalten, denn von einem leisen Gespräch springt der Ton plötzlich auf Hardcore-Techno um – teils ohne Vorwarnung.

Im Internet habe ich gelesen, das der Film gerade einmal 100.000 EURO gekostet hat. Das sieht man ihm nun wirklich nicht an, und so richtig glauben kann ich es auch nicht, denn das ganze wirkt wirklich wie ein professioneller A-Film, nur eben aus deutschen Landen.

Leider fällt es mir schwer eine Bewertung zu verteilen, da ich ja immer versuche, diese einigermaßen neutral zu halten. Ich persönlich finde den Film gelungen, bin aber auch Fan des deutschen Independent-Kinos. Ich bin mir sicher viele werden hier den Kopf schütteln. Ein klassisches Love it or hate it Ding. Daher entfällt die Bewertung.

THE DEVIL YOU KNOW (Tiberius)

am 22. November 2016 unter Drama, Thriller abgelegt

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Zoes Schauspiel-Karriere ist auf dem aufsteigenden Ast. Ihr Problem ist aber, das ihre Mutter, eine ehemalige Diva, imaginär über ihr thront. Diese beendete ihre Karriere, als ihr Mann erschossen wurde. Der Mörder wurde nie gefunden und ein Restverdacht gegen Kathryn blieb immer zurück. Dann bekommt sie wieder Drohbriefe, inmitten den Vorbereitungen zu ihrem geplanten Comeback. Versucht Zoe ihre Rückkehr zum Film zu verhindern oder ist es etwa Kathryns neuer Ehemann?

Die Story hat ein durchaus beachtliches Potenzial. Was man jedoch hier raus macht ist mehr als ernüchternd, denn der Film pendelt hilflos zwischen Mutter-Tochter Konflikt und Möchtegern-Thriller hin und her, ohne jemals in Schwung zu kommen.

Wie man es dann schaffte Rosamund Pike und Lena Olin für diese beiden Rollen zu gewinnen ist mir schleierhaft. Dazu gibt es einen 1-minütigen (!) Auftritt von Jennifer Lawrence, die auf dem Cover aber groß erwähnt wird. Auch deren Auftritt ist mir unerklärlich. Kam sie zufällig mal am Set vorbei? Oder bot man ihre für diese Mörderrolle Geld das sie nicht ausschlagen konnte?

Das dramatische an allem ist, das der Streifen handwerklich absolut sauber inszeniert ist. Die Regie und die Kamera sind exzellent und auch die Atmosphäre stimmt – nur die Geschichte trägt eben den Film nicht, der nach 63 !!!! Minuten mit dem Abspann beginnt.

Fazit: Ein merkwürdiger Film, der einen mit vielen Fragen zurücklässt und die beziehen sich weniger auf die Geschichte sondern auf die Entstehung dieses Streifens.

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EXPOSED (New Ksm)

am 22. November 2016 unter Thriller abgelegt

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Hier der offizielle Pressetext dieses Streifens:

Galban erfährt, dass sein Partner und langjähriger Freund Detective Cullen erstochen wurde, setzt er alles daran, seinen Mörder zu finden. Während der Ermittlungen verfestigt sich die Vermutung, dass Cullen in Drogendeals verwickelt war und nach und nach sterben Leute, die ihn kannten. Cullens Frau Janine und sein Boss versuchen, Galban von weiteren Ermittlungen abzubringen, um Cullens Namen und den Ruf der Polizei nicht zu beschmutzen. Galbans einzige Hoffnung indes ist Isabel, die am Tatort gesehen wurde. Die junge gläubige Frau war Zeugin übernatürlicher Geschehnisse, die sie für ein Wunder hält. Wie Galban kämpft auch Isabel mit den Dämonen ihrer Vergangenheit und es ist Galbans Aufgabe, Licht in ein dunkles Kapitel zu bringen.

Ich muss sagen, das diese Zusammenfassung durchaus gelungen ist und das Geschehene auch gut beschreibt. Was dabei aber verschwiegen wird ist, das der Streifen die Langsamkeit neu erfindet und dieses ewige Gott-Gequatsche einem mit der Zeit tierisch auf den Zeiger geht.

Ich mag Keanu Reeves eigentlich, doch ich glaube dieser Film war wohl das Ergebnis einer verlorenen Wette, denn er spielt dermaßen lustlos, das man glaubt er hätte mindestens 3 Valium inne.

Regisseur Declan Dale hat bislang noch nicht viel gedreht und wenn wir in Zukunft nur solchen langweiligen Unfug erwarten dürfen, dann soll er besser in seinen alten Beruf zurückgehen, was immer er auch gelernt hat.

Wer allerdings Einschlafhilfe benötigt und wie Reeves keine Valium zur Hand hat, wird hier bestens bedient. Nach allerspätestens 20 Minuten ist man sanft entschlummert….na ja ist ja auch was….

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SING STREET (Kinowelt)

am 08. November 2016 unter Drama, Komödie abgelegt

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Irland in den Achtzigern. Conor wächst in Dublin auf – seine Familie ist relativ arm und in der Schule ist er auch Außenseiter. Durch seinen Bruder und dessen umfangreicher Plattensammlung, entflieht er durch Musik aus der Tristesse. Dann lernt er eines Tages die hübsche Raphina kennen und bittet sie in dem neusten Video seiner Band mitzuspielen. Die freut sich über das Angebot und sagt zu. Das kleine Problem ist nur: Er hat gar keine Band. Doch die ist schnell gefunden, denn einige andere Jungs, die ebenfalls eher Außenseiter sind, beherrschen zum Glück einige Instrumente. So wird in wenigen Tagen die Band SING STREET geboren. Als sie ein Stück von DURAN DURAN covern meckert Conors Bruder das Kopien sinnlos sind und man eigenes erschaffen muss. Also beginnt Conor Songs zu schreiben und die sind erstaunlich gut.

SING STREET ist ein fantastisches Kleinod. Natürlich richtet sich der Streifen eher an die Generation Ü 40, da jüngere viele Dinge und auch das Lebensgefühl der 80er nicht nachvollziehen können.

Ferdia-Welsh Peelo, der noch nicht eine (!) einzige Filmminute auf seinem Konto hat, spielt Conor so klasse, dass ich mich komplett in ihn hineinversetzen konnte, da er soweit von meiner Person und meinem damaligen Charakter nicht entfernt war. Aber auch die anderen Jungs der Band sind so putzig, das man sie alle sofort totknuddeln könnte.

Eine sensationelle Idee war es, das Conors Bruder sehr viele Stilrichtungen der 80er hört und somit die Band nach jedem neuen Input anders klingt. Zwischen Hall and Oates, Duran Duran, Jam und Cure ist alles dabei.

Zu dem jeweils neuen Song wechselt Colon auch immer das Outfit. Sieht er heute noch aus wie Robert Smith von CURE, gleicht er eine Woche später Tony Hadley von Spandau Ballett. Und auch die Songs klingen dann nach der jeweiligen Band und das ohne billige Plagiate zu sein. Ein interessanter und sehr kreativer Einfall  wie ich finde.

Für die Songs selbst zeichnet Gary Clark verantwortlich, der Ende der 80er Jahr mit der Band Danny Wilson kleinere Erfolge feierte. Da ich beide Alben der Band besitze und sie grandios finde, trifft er natürlich auch genau meinen Nerv. Wobei die Songs so gut sind, das sie so ziemlich jedem 80er Jahre Fan gefallen werden.

Da ich bekanntlich sehr geizig bin bei der Vergabe der Höchstnote, weil mir die in vielen Foren zu leichtfertig gezogen wird, habe ich lange darüber nachgedacht, was ich an diesem Film kritisieren könnte, aber selbst kleinere Dinge, die man beanstanden könnte, werden durch den tollen Gesamteindruck regelmäßig ausgeglichen.

Auf dem Soundtrack, den ich mir besorgen werde, sind übrigens alle Songs der Band drauf, aufgefüllt mit Hits aus den 80ern, allerdings eher welchen aus England, von denen viele nicht wirklich nach Deutschland schwappten. Während JAMS „A TOWN CALLED MALICE“ in England ein Riesenhit war, lief die Nummer hier unter unbekannt.

Vielleicht der beste Film des Jahres: Hier passt einfach alle zusammen von der allerersten Minute. Auch die Synchronisation ist erstaunlich gut ausgefallen. Für alle Menschen 40 + die Musik lieben ein absolutes Muss!!!

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NEON DEMON (Koch Media)

am 08. November 2016 unter Suspense, Thriller, mystery abgelegt

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Wir befinden und in Los Angeles, einer Stadt in der Träume wahr werden können, aber auch genauso viele platzen. Bei Model Jesse sieht es eher so aus, als würde ihrer in Erfüllung gehen, denn sie kommt bei einer sehr angeseheneren Modelagentur unter und alle sind von ihr begeistert. Schnell erklimmt sie den Laufsteg – viel zügiger als die anderen zahlreichen Damen, die ebenfalls dieses Ziel haben. Das schürt natürlich Eifersucht..

Wie fasst man einen Film von Feuilleton-Liebling Refn zusammen? Sobald der Mann etwas neues produziert, springen alle vor Freude in die Luft. Wieso eigentlich? ONLY GOD FORGIVES gehörte zu den beknacktesten Filmen die ich je gesehen habe. Aber das ist ja Kunst. Daher kann der Mann wohl auch 2 Stunden kackende Esel zeigen und alle würden sich überschlagen.

Für seine Verhältnisse hat Refn allerdings einen recht gradlinigen Film geschaffen, der uns die Modelwelt auf eine ganz andere Weise näher bringt, als dies andere Filme taten.

Natürlich stehen auch bei NEON DEMON die künstlerischen Kameraeinstellungen und visuellen Kreationen im Vordergrund, die in Kombination mit den Klängen seines Hauskomponisten Cliff Martinez schon beeindruckende Bilder zeigen. Dem kann man nun wirklich in keinster Weise widersprechen.

Der Streifen selbst ist die letzte halbe Stunde richtig gut, während er sich vorher durchaus das ein oder andere Mal zieht und man den Eindruck gewinnt, das Herr Refn schon ziemlich selbstverliebt seine skurrilen optischen Ideen so lange auskostet, wie es nur geht.

Wieso alle in Schnappatmung verfallen, wenn sie Elle Fanning sehen, kann ich zudem nicht begreifen, was ist an ihr so besonders? Die kleine Schwester von Dakota sieht nett aus. Das wars aber auch. Die Rolle von Keanu Reeves ist zudem auch irgendwie sinnfrei.

So ist es (nimmt man Drive mal aus) wie bei jedem Film des Regisseurs. Eine einheitliche Bewertung des Films ist nicht möglich. Leute die gerne Kunstwerke sehen, werden begeistert sein, andere, die einen Filme zur Unterhaltung schauen, nur den Kopf schütteln.

P.S.: Das Interview mit Refn sollte man sich aber mal geben, der Mann wirkt als hätte er zuviel Crystal Meth genommen, aber das gehört sich wohl so bei einem Künstler.

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bis

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