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Archiv für den 19. Juli 2016

UNFRIEND (Warner Home Video)

am 19. Juli 2016 unter Horror abgelegt

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Die beliebte Studentin Laura genießt das College-Leben, das sie gern auch mit ihren über 800 Freunden auf Facebook teilt, wie das heutzutage ja so üblich ist. Aber als sie eines Tages aus Mitleid die unscheinbare Marina annimmt, die bei ihr im Kurs sitzt, ändert sich Lauras Leben schlagartig, denn diese ist besessen von ihr und der Freundschaft, die Laura bei weitem nicht als so intensiv ansieht. Als Laura ihre neue „Freundin“ anlügt, hängt sich das labile Mädel auf und postet das ganze im Internet – und zwar auf Lauras Seite. Kurz darauf sterben deren Freunde einer nach dem anderen und auch ihre Todeskämpfe werden bei Laura auf der Facebook-Seite gepostet und sind nicht löschbar. Obwohl sie damit nichts zu tun hat, sind ihre „Freunde“ angewidert und ihre Liste wird immer kürzer. Die eigentlich verstorbene Marina scheint doch noch unter den Lebenden zu weilen und will erreichen, das Laura genauso einsam wird wie sie.

Die ersten 45 Minuten weiß der Streifen wirklich zu überraschen und bringt auch noch eine gute Portion Gesellschaftskritik ein, die offenlegt, wie durchsichtig jeder Mensch heute geworden ist – unter anderem mit einem Facebook-Account -, und wie sehr man auch vom Internet anhängig geworden ist, was partiell fast einer Sucht gleichkommt.

Danach allerdings mutiert das Ganze wieder zu einem Standard-Horrorfilm, der zwar durchaus spannend ist, aber seine eigentlich interessante Intention komplett vergisst.

Ok. Die Art und Weisen wie Lauras Freunde umkommen, sind teilweise sehr originell und auch die Wende kurz vor Schluss (Stichwort KOBE) ist nicht vorhersehbar. Die Abschlussszene ist zwar optisch effektiv, aber wenn man mal genau drüber nachdenkt, eigentlich unsinnig – lässt aber natürlich Raum für eine Fortsetzung,

Die Darsteller reißen keine Bäume aus, sind aber auch nicht wirklich schlecht. Das MÄNNERHERZEN!!!!! – Regisseur Simon Verhoeven einen Horrorfilm in Amerika bzw. Kapstadt dreht ist jedoch überraschend. Für jemandem der aus einem ganz anderen Genre kommt ist UNFRIEND dann wiederum erstaunlich gelungen.

Fazit: Solider Gruselthriller, aus dem aber mehr herauszuholen gewesen wäre, wenn man die Grundidee besser bzw. anders ausgebaut hätte

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RUNNING WITH THE WOLVES (Splendid)

am 19. Juli 2016 unter Drama, Thriller abgelegt

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Die MALL in einem Kaff irgendwo in Amerika ist nichts besonderes. Doch an diesem Tag wird sich dort alles ändern, denn der desillusionierte Malcolm tötet nebenbei mal seine Mutter, um dann in der Mall ein Blutbad anzurichten. Vorher lernen wir verschiedenste Menschen kennen, zum Beispiel eine frustrierte Hausfrau, einen notgeilen Sexisten, einen schmierigen Anzugverkäufer, diverse Jugendliche, die nichts mit ihrem Leben anzufangen wissen, einen Kaufhauswächter, der seine Frau verloren hat und den intelligenten aber in den Tag hineinlebenden Teenager Jeff, der unglücklich verliebt ist. Alle ihre Geschichten laufen in der Mall zusammen.

Ein Film der wahnsinnig schwer zu beschreiben ist, weil man, wenn man die Personen hier ausführlich charakterisieren wollte, ja schon den ganzen Film vorweg nehmen würde, was natürlich nicht meine Intention ist.

Zudem ist RUNNING WITH THE WOLVES/MALL nicht wirklich ein Thriller, auch wenn man das nach dem Trailer denken könnte. Eher ein Drama mit diversen Actionelementen, welches aber sehr interessante Ideen einbringt und fast schon philosophische Ansätze hat.

Außerdem ist hier anfangs klar definiert wer Gut und Böse ist, doch im Laufe des Streifens ändern sich die Sichtweisen des Zuschauers, was ein durchaus interessanter Kniff ist, den sich Joe Hahn da ausgedacht hat. Der Regisseur ist zudem Mitglied der amerikanischen Erfolgsband Linkin Park, die natürlich passend dazu auch den durchaus gelungenen Soundtrack zu dem Streifen abliefert.

Allerdings ist das hier ein LOVE IT OR HATE IT Film. Viele werden mit dem inszenatorischen Stil eher ihre Probleme haben – gerade wenn Drogen im Spiel sind, wird es teilweise optisch skurril. Andere halten das für ein Meisterwerk. Daher sind auch Vergleichsfilme schwer zu nennen. Vielleicht könnte man von der Stimmung hier DRIVE nennen.

Daher gehen die Bewertungen im Internet auch weit auseinander und obwohl ich versuche meist eine relativ objektive Note zu vergeben, ist es diesmal eine eher subjektive, denn mir hat der Stil und die Geschichte sehr gut gefallen. Es wird aber auch Leute geben, die hiermit so gar nichts anfangen können….

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LAVA (Justbridge)

am 19. Juli 2016 unter Drama, TV-SERIE, Thriller abgelegt

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Auf Snaefellsjökull in Island wird ein hochverschuldeter Banker in seinem Sommerhaus tot aufgefunden. Zuerst geht man davon aus, dass es sich hierbei um Selbstmord handelt, doch die Gerichtsmedizinerin stellt schnell fest, das es nur so aussehen soll. Also ermittelt der beste Mann der Kripo Reykjavik Helgi Runarssonan. Ihm zugeteilt wird die unerfahrene Ortspolizistin Greta, die aber deutlich mehr drauf hat, als er zunächst annimmt. Kurz darauf verschwinden ein Vater und seine Tochter und die beiden Ermittler finden heraus, das diese beiden Fälle miteinander verstrickt sind und der Täter praktisch jeder sein kann. Zudem muss der Ermittler mit seinen eigenen Dämonen, die tief in seiner Kindheit liegen, kämpfen. Nicht gerade förderlich, dass diese Ereignisse in eben diesem Ort stattfanden.

LAVA stammt aus Island, nicht unbedingt eine Hochburg für europäische Streifen.Doch im Zuge der großen Erfolge der nordischen Länder versuchen es nun eben auch mal die Isländer, die ja schon im Fußball mehr können, als man dachte

Die Mini-Serie teilt sich in 4 Folgen von jeweils 45 Minuten auf. Anfangs geht das ganze doch sehr gemächlich über die Bühne, was auch damit zusammenhängt, das man sich große Mühe gibt, die Charaktere auszuarbeiten.

Hier, wie auch später, wechseln die Verdächtigen im 15-Minuten Takt. Das ist interessant, aber nicht gerade hochspannend. Hier wissen eher die schönen Bilder von Island zu gefallen, die auch schick inszeniert wurden.

Auf der zweiten Disc allerdings wird das Tempo enorm angezogen und die Ereignisse überschlagen sich. Nun ist man komplett verwirrt und weiß gar nicht mehr, wer denn nun der Täter sein könnte, obwohl die Auflösung durchaus logisch erscheint.

Sensationell spielt eine Dame namens Heida Reed, die der erst hilflos wirkenden und dann über sich hinauswachsenden Greta ein Gesicht gibt. Aber auch der Ermittler ist durchaus glaubwürdig.

Zudem wurde dem ganzen eine exzellente Synchronisation zuteil, was bei solch kleinen, eher unbekannten Produktionen, nicht unbedingt die Regel ist

So bleibt unter dem Strich eine interessante Geschichte, die langsam beginnt, sich dann aber stetig steigert. Zudem agieren die Charaktere nicht annähernd so cool und überzogen wie in amerikanischen Serien. Für Fans von Streifen aus dem Norden sicherlich einen Blick wert.

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YOUNG AMERICANS (Koch Media)

am 19. Juli 2016 unter Drama, Suspense, Thriller abgelegt

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Der amerikanische Cop Harris reist von Los Angeles nach London, um der dortigen Polizei als Berater zur Seite zu stehen, die völlig überfordert scheint. Denn Harris ist dem Großdealer Fraser schon länger auf der Spur und alles weist darauf hin, das dieser nun in London sein Unwesen treibt. Dazu verpflichtet er meist arbeitslose und desillusionierte Jugendliche, die für ihn die Geschäfte erledigen und dann „entsorgt“ werden. Einer davon soll Edward Foster werden, den Harris versucht in das Imperium von Fraser einzuschleusen. Dieser legt erst keinen Wert auf die Zusammenarbeit, doch als sein Vater ermordet wird und alles daraufhin deutet, das Fraser dahintersteckt, will er Rache und arbeitet für die Polizei. Doch das ist ein gefährliches Spiel.

Seien wir ehrlich. Harvey Keitel, hatte einige wirklich prägnante Charaktere in seiner Karriere, doch es waren eigentlich immer andere die ihm die wirklich großen Rollen wegnahmen.

Hier spielt er endlich mal eine wirkliche Hauptrolle und erledigt diese, wie nicht anders zu erwarten, mit Bravour. Ihm zu Seite steht ein junger Kerl namens Iain Glen, der bis heute Schauspieler geblieben ist, aber sich ebenfalls nicht wirklich durchsetzen könnte, was mich wirklich wundert, denn hier agiert er sehr nuanciert und glaubwürdig.

In einer seiner ersten großen Rollen ist Vicco Mortensen zu sehen, der es allerdings mit dem Overacting extrem übertreibt, was er in seinen späteren Filmen aber abstellte.

Der Streifen hat mittlerweile auch fast ein Vierteljahrhundert auf dem Buckel und war nicht gerade ein Riesenerfolg in den Kinos, entwickelte sich auf VHS aber zu einem kleinen Geheimtipp

Fast bekannter als der Streifen war PLAY DEAD, das Lied, das im Abspann erklingt und von BJÖRK gesungen wird.

Das Bild der BR ist absolut exzellent. Abgesehen von ganz kleinen Blitzern die aber wirklich kaum auffallen, ist der Streifen nicht weit weg von einer aktuellen Blu Ray. Insbesondere in den dunklen Stellen, in denen ältere Filme auf dem Beamer immer kapital verlieren, macht YOUNG AMERICANS einen tollen Eindruck.

Der Ton wurde auf 5.1 aufgemotzt, welches durchaus ordentlich aus den Boxen schallt, wenn auch nicht so, wie es bei einem heutigen Film der Fall wäre.

Fazit. Ein absolut gelungenes Update auf Blu Ray. Auch der Film hat den „test of time“ bestanden und wirkt in keinster Weise antiquiert.