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Archiv für den 06. Juli 2016

ZIPPER (Universum Film)

am 06. Juli 2016 unter Drama, Thriller abgelegt

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Staatsanwalt Sam Ellis hat es gepackt: Die berufliche Karriere ist gesichert, er hat eine hübsche und ihm intellektuelle ebenbürtige Ehefrau und einen kleinen liebenswerten Sohn. Zudem bietet sich ihm die Chance einen Senator-Posten zu ergattern. Doch leider hat Sam ein Problem – er ist süchtig nach Orgasmen, die er bei seiner Frau nicht mehr bekommt. Daher besorgt er es sich meist selbst. Dann gerät er an einen Fall, bei dem eine Hostess eine wichtige Rolle spielt. Diese nennt ihm auch ihren Arbeitgeber. Sam forscht nach und landet schon bald bei einem Begleitservice. Nach dem ersten Sex mit einer der Damen befällt ihn ein schlechtes Gewissen, doch seine Triebe sind stärker und immer wieder treibt er es mit wechselnden Frauen. Seine Veränderung bleibt auch seiner Gattin nicht verborgen. Als jedoch der Begleitservice Teil einer FBI-Untersuchung wird, bekommt Sam ein mächtiges Problem, das alles zerstören könnte was er aufgebaut hat.

Auf dem Cover steht, das dies ein Film von Darren Aranofsky ist. Ich habe nicht weiter nachgesehen, wusste aber schon nach 30 Minuten, das dies niemals sein kann, denn dafür ist ZIPPER viel zu konventionell erzählt. Er agierte nur als ausführender Produzent. Das heißt jedoch nicht das der Streifen schlecht ist – ganz im Gegenteil.

Ein wenig erinnert das ganze an SHAME, in dem Michael Fassbender einen Sexsüchtigen spielt. Hier ist der Fall ähnlich gelagert. Eigentlich will Sam diese Seitensprünge gar nicht, doch seine Triebe siegen eben über die Vernunft.

Eine überaus beeindruckende Leistung liefert hier Patrick Wilson ab, der die innere Zerrissenheit seiner Figur wirklich glaubwürdig darstellt. Dazu gesellt sich Lena Headey (immer gut) als seine Ehefrau.

Auch in den Nebenrollen ist der Streifen top besetzt, so haben Richard Dreyfuss und Ray Winstone zwar nicht viele Auftritte, diese sind aber brillant und beide Charaktere für die Entwicklung des Films durchaus wichtig.

ZIPPER beginnt als Drama, wird dann zum Thriller und endet wieder als Drama – auch nicht uninteressant von der Aufteilung. Die letzte Einstellung des Films ist zudem genial.

Fazit: Eine gelungene Mischung aus Drama und Thriller mit glaubwürdigen Darstellern und interessanten Wendungen. Wegen den ausführlichen Sexszenen die man zu sehen bekommt (wenn auch nicht explizit) halte ich die Fsk-Freigabe 12 übrigens für komplett daneben.

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DÄMONEN UND WUNDER (Universum Film)

am 06. Juli 2016 unter Drama abgelegt

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Dheepan ist ein ehemaliger Freiheitskämpfer aus Sri Lanka und will nach Frankreich flüchten. Dazu benötigt er eine Frau und ein Kind, also schnappt er sich zwei x-beliebige Damen, die keine Familie haben und lässt Ausweise fälschen. Aber das neue Leben ist nicht wie erhofft, denn sein Job als Hausmeister in einem heruntergekommenen Pariser Vorort, ist auch nicht das wahre. Immerhin kommt er seiner „Frau“ und seiner “Tochter” etwas näher und entwickelt sogar Gefühle für die beiden. Da in diesem Viertel jedoch kriminelle Machenschaften an der Tagesordnung sind, gerät auch er in dieses Milieu. Und auch der tobende Bandenkrieg geht nicht spurlos an ihm vorbei. Plötzlich fühlt er sich wieder wie im Bürgerkrieg.

Starker Tobak den uns Regisseur Jaques Audiard hier vorsetzt, wobei die Grundgeschichte eigentlich nicht schlecht ist. Daher gerät auch besonders die erste halbe Stunde richtig spannend.

Danach wechselt der Streifen zu einem Drama, das doch den ein oder anderen Leerlauf und auch das ein oder andere Flüchtlingsklischee zu umschiffen hat, dies aber nicht immer schafft.

Der Feuilleton würde jetzt aufschreien und mir Ahnungslosigkeit unterstellen, denn der Film wird aus dieser Ecke überschwänglich gefeiert und die Kritiken sind überwältigend.

Ich habe nur immer ein Problem damit, wenn Regisseure ihren Filmen jegliches Tempo verweigern. Lediglich gegen Ende zieht der Streifen etwas an.

Schauspielerisch gibt es hier nichts auszusetzen. Die mir unbekannten Darsteller agieren glaubwürdig – besonders die junge „Tochter“ der beiden spielt ihre Anpassungsschwierigkeiten exzellent.

Insgesamt kann man dem Film seine gute Absicht positiv anrechnen, die allerdings an manchen Stellen doch ein wenig pathetisch daherkommt.

Trotzdem habe ich die fast 2 Stunden am Stück durchgeschaut, weil doch das Interesse des Zuschauers geweckt wird, zu erfahren, wie es mit den dreien weitergeht.

Meiner Meinung nach ein Geheimtipp für Olly H.

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GLASSLAND (Lighthouse)

am 06. Juli 2016 unter Drama abgelegt

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John hält sich mit Taxifahren über Wasser und lebt zusammen mit seiner alkoholkranken Mutter Jean in einer Absteige in Dublin. Als er eines Morgens von seiner Schicht nach Hause kommt, liegt sie reglos im Bett und er muss sie schnell in ein Krankenhaus einliefern lassen. Dort ist sie auch schon bekannt, denn nicht zum ersten Mal ist sie, aufgrund einer übermäßigen Dosis Alkohols, Gast in diesem Etablissement. Rettung naht in Form einer privaten Entzugsklinik – doch dieser Aufenthalt ist teuer und mit normalen Taxifahrten nicht zu bezahlen. Von daher sieht sich John nach anderen Alternativen um, die sich jedoch außerhalb der Legalität bewegen.

GLASSLAND ist, wie viele Filme von Lighthouse, recht sperrig geraten, für einen kleinen Streifen allerdings sehr gut besetzt. Jack Reynor und Tony Colette, spielen Mutter und Sohn durchaus glaubwürdig – in einer Nebenrolle agiert Will Poulter (Maze Runner).

Colette sieht dabei so beschissen aus, das man schon erschrocken ist, was für ein erbärmliches Bild sie abgibt. Manche Spötter sagen, dass sie hierfür gar nicht mehr in die Maske muss, was ich aber anders sehe, denn in GRAMPUS sah sie zum Beispiel hervorragend aus.

An manchen Stellen könnte der Film, der bewusst in recht tristen Farben gehalten ist, allerdings etwas mehr Verve gebrauchen.

Der Lokalkolorit und die Chancenlosigkeit armer Familien werden allerdings sehr gut eingefangen. Auch der Handlungsnebenstrang mit Collettes Sohn „den sie nicht haben will“ fügt sich gut in die Geschichte ein. Allerdings sind einige Dialoge nicht wirklich nötig und führen ins Nichts.

Fazit: Ein kleines Drama, mit wenig Budget gedreht, das gute schauspielerische Leistungen zeigt. Trotzdem wäre ein wenig mehr Schwung wünschenswert gewesen. Für Freunde des britischen Independentfilms, durchaus eine Sichtung wert.

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