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Archiv des Monats Januar 2016

ZUG UM ZUG (Capelight Pictures)

am 26. Januar 2016 unter Drama abgelegt

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Cal Fournier ist 22 Jahre alt und ein absoluter Großmeister des Schachs. Als nun die internationalen Meisterschaften anstehen, gilt er als der Favorit. Da er es schafft seine Gegner sogar betrunken oder mit verbundenen Augen zu besiegen, gibt es praktisch keinen der ihn schlagen kann. Doch dann taucht ein unbekannter ominöser 9 jähriger auf, der ebenfalls jede Partie gewinnt. Plötzlich wird der ansonsten selbstverliebte und fast arrogante Cal unsicher. Zudem überwirft er sich mit seinem Trainer. Das große Duell rückt näher….

ZUG UM ZUG gewährt uns einen interessanten Einblick in eine Szene, die sicher niemand kennt. Schach gilt ja eigentlich als ein sehr konservatives Spiel, das in unserer Vorstellung von Männern 35+ bevorzugt wird, die man alle als etwas spießig und langweilig einschätzt. Doch dem ist nicht so.

Der Streifen blickt nämlich auch hinter die Kulissen und zeigt uns Menschen, die so völlig anders sind, als wir uns das vorstellen. Nicht nur das auch viele junge Leute dabei sind und auch einige Damen – meistens wohnt man gemeinsam in einem Hotel und viele sind auch miteinander befreundet und ziehen um die Häuser, wie uns die Regisseurin in den Extras berichtet.

Der Film selbst ist ein gelungenes Drama, das uns die Veränderung des Protagonisten näher bringt, als er festzustellen beginnt, dass es nicht immer nur ums Gewinnen geht, sondern das das Leben auch noch andere Seiten hat. Dies ist sehr schön erzählt.

Der Hauptdarsteller spielt ordentlich, allerdings gefiel mir sein kleiner Konkurrent fast noch besser. Als sein bester Kumpel tritt übrigens ein Schachgroßmeister zum ersten Mal als Schauspieler in Erscheinung – auch der ist bestenfalls Mitte 20.

Fazit. Ungewöhnliches Drama, das uns eine Szene näherbringt, die wir eigentlich so gar nicht kennen und völlig falsch einschätzen, die eher mit einem Sportlerteam verglichen werden kann, denn mit langweiligen Einzelgängern. Zudem sind Dramaturgie und Wandlung des Hauptdarstellers glaubhaft erzählt. Schach ist doch nicht so langweilig wie manche glauben.

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NENA – VIEL MEHR GEHT NICHT (Lighthouse)

am 26. Januar 2016 unter Drama abgelegt

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Die 16 jährige Deutsch-Holländerin Nena hat es im Moment nicht gerade leicht. Ihr Vater ist an MS erkrankt und kann außer dem Kopf eigentlich nichts mehr bewegen. Er hat sich bereits versucht das Leben zu nehmen. Als dies erneut misslingt, sinkt er ab diesem Moment auch im Respekt seiner Tochter die ihm eigentlich sehr nahe steht. Gleichzeitig lernt sie den Pitcher eines Baseballteams kennen und verliebt sich das erste Mal.

Wesentlich mehr gibt es über diesen Streifen nicht zu berichten, denn die Geschichte ist eigentlich relativ einfach strukturiert und stellt eine durchaus authentische, alltägliche Situation dar, in die ein Teenager geraten kann.

Was den Film allerdings weit über ein langweiliges Familiendrama hinaushebt, sind die teils exzellenten Dialoge und eine fantastische Hauptdarstellerin, die es schafft, nur mit der Bewegung ihrer Augen Gefühle zu vermitteln. Auch der Typ in den sie sich verknallt wurde perfekt gecastet und ich würde nicht ausschließen, das die beiden nach dem Film wirklich ein Paar wurden, so perfekt stimmt die Chemie zwischen den beiden.

Uwe Ochsenknecht ist nun wahrlich nicht mein Fall, spielt seine Rolle aber für seine Verhältnisse glücklicherweise sehr zurückhaltend. Zudem ist das Ende des Streifens extrem gelungen und auch konsequent.

Der Film spielt im Jahre 1989 und wurde stilistisch sehr gut eingefangen. Die Klamotten und die Ausstattung sind authentisch dargestellt und man fühlt sich wieder in das schöne Jahrzehnt zurückversetzt.

Fazit: Ein stimmiges Jugenddrama mit einer überragenden Hauptdarstellerin, von der wir noch viel hören sollten. Wer auf Filme wie FESTUNG steht, sollte hier einen Blick riskieren, denn wenn auch die Geschichte nicht so viel hergibt, sind insbesondere die Dialoge (man achte auf die entweder oder Spielchen der Protagonisten) absolut hervorragend.

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SPUREN AUF DEM MOND (Koch Media)

am 26. Januar 2016 unter Klassiker abgelegt

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SPUREN AUF DEM MOND markiert den Glücksfall eines Giallo, der allein durch seine Stilistik, die träumerischen Bilder von Kameramann Vittorio Storaro (Oscarpreisträger für APOCALYPSE NOW), den Soundtrack von Nicola Piovani und seine fantastische Darstellerin Florinda Bolkan mehr Sogkraft entwickelt, als dies jeder noch so blutige Mord tun könnte. Puzzlestück für Puzzlestück setzt sich dabei die mysteriöse Handlung bis zu einem brillanten Ende zusammen, das noch lange beim Zuschauer nachwirkt.

So der offizielle Pressetext, der den Film als grandioses Meisterwerk darstellt. Ich persönlich habe ihn zum ersten Mal gesehen und fand ihn durchaus spannend, wenn ich auch nicht wirklich auf solch alte Filme stehe und auch dem Genre des Giallo nicht so zugeneigt bin wie viele andere.

Die Geschichte der Dolmetscherin Alice, der 3 Tage ihres Lebens komplett fehlen und die immer wieder von einen merkwürdigen Traum heimgesucht wird, der zeigt, wie ein Astronaut auf dem Mond zurückgelassen und dem sicheren Tod überlassen wird, war für die damalige Zeit sicher ungewöhnlich. Der ganze Film hat teilweise Züge von den nicht ganz so schrägen Lynch-Streifen und eine gute Hauptdarstellerin zu bieten. Dazwischen hat unser Oberirrer Klaus Kinski immer mal wieder prägnante Auftritte. Einige Teile des durchaus komplexen Puzzles muss sich der Zuschauer aber selbst zusammensetzen.

Die Bildqualität ist von ganz wenigen Ausnahmen abgesehen sehr ordentlich. Nur bei machen Einstellungen grieselt es etwas und die Farben sind ein wenig verwaschen. Alles in allem aber durchaus liebevoll restauriert. Der Ton bietet grundsolides 2.0, die Stimmen sind ganz klar verständlich.

Das Mediabook von KOCH hingegen kann man nur als großartig bezeichnen. Hier gibt es den Film als DVD und BLU RAY, dazu den etwas älteren Streifen des gleichen Regisseurs LA DONNA DEL LAGO ebenfalls in beiden Formaten und als fünfte Disc noch ein ausführliches Interview mit dem damaligen Kameramann Storaro – das ganze in einem sehr schönen Mediabook verpackt und einem informativen Booklet versehen. Mehr geht nun wirklich nicht.

Fans dieses Films werden vielleicht beim Preis erst einmal schlucken, aber ich kann mit Fug und Recht behaupten, das man sich hier bei KOCH extrem viel Mühe gegeben hat, um den Sammler glücklich zu machen.

KILL THE MESSENGER (Universal)

am 26. Januar 2016 unter Drama, Thriller abgelegt

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Gary Webb ist Reporter bei einer mittelgroßen Tageszeitung. Eines Tages bekommt er heimlich Informationen zugespielt, die tatsächlich zeigen, dass die CIA mit mittelamerikanischen Drogenkartellen verstrickt ist und mit dem Kokainverkauf in L.A. die Contras in Nicaragua finanziert werden. Für Gary wird dieser Bericht zu einem Riesenerfolg und er wird in Talkshows eingeladen. Doch da diese Enthüllungen zu brisant sind, schlagen die Beschuldigten zurück, bedrohen auch seine Familie und versuchen ihn zu diskreditieren.

Den Fall des Gary Webb gab es wirklich. Diesen kann man überall nachlesen. 2004 wurde er erschossen aufgefunden. Bis heute gilt das ganze offiziell als Selbstmord, obwohl die Zweifel diesbezüglich groß sind.

Jeremy Renner, den ich sehr gerne sehe, steht zwar der Bart nicht, spielt die Rolle des engagierten Journalisten aber mit viel Enthusiasmus.. Auch die Nebenrollen sind mit namhaften Darstellern besetzt, die teilweise nur einige Sätze sagen, wie Ray Liotta, Oliver Platt oder Andy Garcia.

Allerdings sind sowohl Trailer als auch Cover vollkommen irreführend. Es handelt sich hier mitnichten um einen actiongeladenen Thriller, wie uns durch beides suggeriert wird, sondern um ein eher von Dialogen dominiertes Drama. Spannend ist das ganze gegen Ende zwar auch, aber ich denke das viele mit falschen Erwartungen an diesen Streifen herangehen und dann enttäuscht sein werden.

Wer Filme wie ESCOBAR mochte liegt hier richtig,

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IN DER GEWALT DER RIESENAMEISEN (Koch Media)

am 26. Januar 2016 unter Horror abgelegt

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Angekündigt wird das ganze als: Teil 3 der beliebten Creature Feature Collection mit einem noch unveröffentlichten Knaller des Tierhorrorgenres, frei nach H. G. Wells.

Muss aber sehr frei sein, denn ich konnte von dem Mann kein Buch mit diesem Namen finden. Vielleicht war es auch nur eine Kurzgeschichte, jedenfalls fühlte sich 1977 Billigfilmer Bert I. Gordon dazu berufen, uns mit diesem Streifen zu beglücken.

DREAMLANS SHORES heißt ein Gebiet, das an einer Küste neu erschlossen werden soll und an dem noble Häuser und Golfplätze errichtet werden sollen. Die energische Maklerin Marilyn versucht mit Ausflugsfahrten den Gästen das Gebiet schmackhaft zu machen. Dies ändert sich aber als plötzlich radioaktiv mutierte (!) Riesenameisen auftauchen, die dringend neues Futter benötigen und dafür müssen die Besucher herhalten.

Die Tricks sind für einen Streifen der immerhin fast 20 Jahre älter ist, als die von Jack Arnold unterirdisch. Aufnahmen von echten Ameisen wurden einfach vergrößert und ins Bild reinkopiert. Wenn die Viecher dann angreifen gibt es eher Grund zum Schmunzeln denn zum Fürchten.

Der Hit ist aber, dass durch das Hereinkopieren der Szenen, die Schauspieler teilweise in eine völlig andere Richtung schauen, als in die, wo die Ameisen sich gerade befinden. Als wäre das noch nicht genug, gibt es eine Auflösung die so unfassbar doof ist, das man schon wieder darüber schmunzeln kann.

Die Bildqualität ist durchwachsen. An manchen Stellen richtig gut, lässt sie an anderen wieder zu wünschen übrig, geht allerdings für einen so alten Film insgesamt durchaus in Ordnung. Die Dialoge sind klar verständlich und erfüllen ihren Zweck.

Nur um welchen Zweck geht es hier eigentlich? Dieser Streifen ist ein ganz sicherer Tipp für die nächste Trash-Party, denn er ist nur mit viel Drogen zu ertragen, aber irgendwie doch witzig, weil eben so richtig doof ist. Was sich Joan Collins gedacht hat hier mitzuspielen, wird wohl ihr Geheimnis bleiben.