Kalender

November 2015
M D M D F S S
« Okt   Dez »
 1
2345678
9101112131415
16171819202122
23242526272829
30  

Videotie bei Twitter

  • Twitter hat Schluckauf...

Archiv des Monats November 2015

DEMONIC (Tiberius Film)

am 10. November 2015 unter Horror abgelegt

261701

Der Detektive Mark Lewis will zu einem Date mit seiner Freundin, doch so weit kommt es nicht. Jemand hat die Polizei alarmiert, das in einer leerstehenden Villa seltsames vorzugehen scheint. Und Lewis findet tatsächlich auch fünf tote Studenten vor – nur einer hat das Massaker überlebt. Dieser wird kurz darauf von Polizei-Psychologin Elisabeth über das Geschehene ausgefragt, kann sich aber nur an Bruchstücke erinnern. Vor über 20 Jahren wurden dort mehrere Menschen getötet und er und ein Team wollten herausfinden, ob es in dem Haus noch spukt. Nun behauptet er das dieses für den Tod der Kollegen verantwortlich ist. Fantasiert er nur oder lügt er bewusst?

Zuerst einmal ist das was auf dem Cover steht so nicht richtig, denn Will Canon hat diesen Filme gedreht, nicht James Wan. Der produzierte nur.. Zugegeben, es gab schon originellere Ideen, allerdings ist es auf der anderen Seite auch besser sich gute Sachen zusammenzuklauen als schlechte neue zu entwickeln.

Und genau so ein Beispiel ist DEMONIC, denn diese Story ist nun wahrlich nichts Neues. Dafür hat man sich aber ein paar schicke Schockmomente ausgedacht, ein wirklich gelungenes Ende, auf das ich niemals gekommen wäre und mit Frank Grillo und der mir geschätzten Maria Bello einen sehr guten Cast an Land gezogen.

Aber wenn man eben als Regisseur Streifen wie CONJURING oder INSIDIOUS in seiner Vita stehen hat, erwartet man eben immer etwas besonderes und das ist DEMONIC nicht wirklich, auch wenn die Herangehensweise mit den Rückblenden für den Haunted House Sector eher ungewöhnlich ist.

Wenigstens hat man aber nicht diese unfassbar nervige Wackelkamera verwendet, sondern inszenierte den Film auf konservative Art und Weise und nicht als Found Footage, was wohl auch damit zusammenhängt, das die Geschichte von einer noch lebenden Person erzählt wird und nicht ‘live’ stattfindet. Gott Sei Dank.

So bleibt unter dem Strich kein origineller, aber durchaus spannender kleiner Horrorstreifen, der, wie bereits erwähnt gegen Ende durchaus überraschen kann.

5-chucky2233122333311112313142

WENN ICH BLEIBE (FOX)

am 04. November 2015 unter Drama, Suspense abgelegt

264987

Mia Hall ist 18 Jahre alt und lebt in einer außergewöhnlichen Familie, denn ihr Vater war Schlagzeuger einer Independentband und ihre Mutter ebenfalls ein Fan dieser Musikrichtung. Beide erziehen ihre Kinder daher auch sehr locker. Mia selbst liebt eher die klassische Musik und ist eine hochbegabte Cellistin. Eines Tages spricht sie der Frontmann einer lokalen Rockband an. Obwohl die beiden doch sehr verschieden sind, verlieben sie sich ineinander. Dann hat Mia eventuell die Chance an der renommierten Julliard Musikakademie aufgenommen zu werden, doch das würde das Ende der Beziehung bedeuten. Das erledigt sich aber traurigerweise erst einmal von selbst, denn bei einem Autounfall kommen ihre Eltern und ihr Bruder um. Nur Mia liegt im Koma und befindet sich, für den Zuschauer sichtbar, in einer Art Zwischenwelt. Dort muss sie die Entscheidung treffen, ob sie weiterleben will.

WENN ICH BLEIBE ist weder eine kitschige Liebesromanze, noch nerviger Esoterikschnickschnack, denn die Szenen in der „Zwischenwelt“ in der sich Mia befindet, sind alle irdisch. Lediglich das gelegentlich auftauchende weiße Licht hätte man sich schenken können, denn es ist auch so klar, das Mia die Entscheidung ob sie weiterleben will selbst treffen muss.

Was Chloe Grace Moretz hier abliefert, ist absolut oscarreif. Sowohl ihre Darstellungen als verliebte Teenagerin, als verzweifelte Vollwaise, die den Tod ihrer Familie miterlebt oder als begabte Musikerin sind allesamt perfekt gelungen. Das Mädchen hat in diesem Streifen eine unglaubliche Bandbreite an verschiedenen Gefühlen und Situationen zu spielen, die sie alle sensationell rüberbringt. Zudem stimmt die Chemie mit ihrem Partner Jamie Blackley, so das man den beiden die Liebesgeschichte jederzeit abnimmt.

Überhaupt lebt diese von dem Kontrast zwischen der jungen Cellistin und den Punkrocker, die sich mit der Zeit versuchen immer mehr in die Welten des anderen hineinzuversetzen, die doch so verschieden sind. Nebenbei spielt Adams Band ein paar wirklich schöne Songs.

Zudem hat der Film einen perfekten Einstieg, denn nach 10 Minuten ist man mit der ganzen Geschichte der Familie vertraut und hat als Zuschauer die Eltern auch schon lieben gelernt, die für die Geburt der Tochter ihr wildes Leben aufgaben, aber immer noch viel cooler sind, als „normale“ Erziehungsberechtigte.

Ich muss zugeben, das mir in den letzten 15 Minuten doch ein paar Tränchen in die Augen schossen, denn die sind wirklich sensationell gut, aber was da passiert will ich nicht verraten, das sollt ihr selbst schauen. Ich verspreche es lohnt sich. Toller Film !!

Man könnte hier und da minimale Abzüge an der Note geben, aber die werden durch die tollen Schauspieler locker kaschiert. Daher Höchstwertung!

8chuckys1

FIRST IMPACT (Lighthouse)

am 04. November 2015 unter Drama, Thriller abgelegt

261654

Wir schreiben das Jahr 1919. 2 Jungs klauen ein Paket, das vor dem Haus des Direktors der Einwanderungsbehörde liegt. Das hätten sie aber mal besser lassen sollen, denn kurz darauf ist einer von ihnen tot, denn darin befand sich eine Bombe. Die FBI-Agenten (ja die gab es damals auch schon vor Fox Mulder) Flynn und Ravarini übernehmen die Ermittlungen. Erschreckenderweise finden sie heraus, das von der Sorte Paketbombe noch viel mehr an wichtige Personen des Landes verschickt wurden, und es unmöglich ist, diese alle zu finden, bevor sie in die Luft gehen. Da man völlig im Dunkeln tappt lassen der junge Edgar J. Hoover und der machtgeile Staatsanwalt massenweise Verdächtige festnehmen.

Der Film ist ein kleines, aber feines Drama und beruht wohl auf wahren Ereignissen, erweckt auf dem Cover aber einen völlig falschen Eindruck, denn hier wird einem ein Thriller suggeriert. Wer also hier Action und Suspense am Stück erwartet, wird vollkommen enttäuscht sein.

Diese Elemente sind sicher vorhanden, aber es geht hauptsächlich um die Darstellung der damaligen Zeit und der Zustände, die in Amerika herrschten. Dazu gesellen sich die Ermittlungen, die sich damals ohne Computer doch wesentlich schwieriger gestalteten, da auch sonst keine technischen Hilfsmittel wie heute zur Verfügung standen.

Alleine durch die Möglichkeit des Internets und der teilweisen schon kriminellen Überwachung heutzutage, hätte der Täter keine Chance mehr in dieser Form seine Päckchen zu versenden ohne das es auffallen würde. Zudem sind Politiker heute wesentlich besser geschützt.

Schauspielerisch gibt’s ebenfalls wenig zu meckern. David Strathairn erledigt seinen Job wie immer gut und spielt auffallend zurückhaltend, während der von mir geschätzte Ray Wise mal wieder ein richtiges A…loch sein darf – eine Rolle, die er sichtlich genießt.

Die Zielgruppe hierfür ist nicht ganz einfach. Vielleicht Menschen die die früheren SHERLOCK HOLMES Verfilmungen mochten oder welche, die an amerikanischer Geschichte interessiert sind, denn diese wird einem hier nebenbei gut vermittelt.

5-chucky2233122333311112313142

ESCOBAR: PARADISE LOST (Alamode/ALIVE)

am 04. November 2015 unter Biopic, Drama, Suspense, Thriller abgelegt

268230

Nick Brady will sich mit Bruder Dylan an der kolumbianischen Küste den Traum einer eigenen Surfschule erfüllen. Doch dann trifft er eines Tages Maria und verliebt sich in sie – die Nichte des berüchtigten Drogenbarons Pablo Escobar. Dieser nimmt ihn herzlich in die Familie auf und verschafft ihm sogar einen Job. Zudem spendet er regelmäßig für soziale Einrichtungen, baut Krankenhäuser und hilft seinen Landsleuten. Doch das ist leider nur die eine Seite. Er kann zudem auch ein gefährlicher Psychopath sein, dem jedes Mittel recht ist und der über Leichen geht. Eines Tages hat er einen Auftrag für Nick – und der ist nicht ohne….

Pablo Escobar ist, wie viele sicher wissen, keine fiktive Person, sondern führte sein Kartell in den 70er und 80er Jahren in Kolumbien. Auch seine vermeintlich guten Seiten sind keineswegs dem Drehbuchautor entsprungen – diese kann man überall nachlesen.

Die Liebesgeschichte der beiden ist allerdings reine Fiktion, die in die damaligen Geschehnisse eingebettet wurde und auch durchaus glaubwürdig wirkt.

Benicio del Toro ist natürlich die Idealbesetzung, alleine schon aufgrund seines Aussehens, während Josh Hutcherson, dessen Filmographie nun nicht wirklich meinen Geschmack trifft, fast schon gegen den Strich besetzt ist und eine erstaunlich gute Leistung abliefert.

Man muss allerdings schon anmerken, das der Film eine Weile braucht bis er in die Gänge kommt, weil man dem Zuschauer den Charakter des Pablo Escobar näherbringt und seine guten und schlechten Seiten aufzeigt. Nach einer guten Dreiviertelstunde nimmt der Streifen dann aber richtig Fahrt auf und bliebt bis zum Schluss absolut spannend – Ausgang unbekannt, da fiktiv.

Fazit: Der ziemlich wilde Genre Mix aus Liebesgeschichte, Aussteigerdrama, Biopic und Thriller funktioniert erstaunlich gut. Wer sich mal den Spaß macht die Extras anzuschauen, in denen alle Schauspieler interviewt werden, wird überrascht sein, welche Band Del Toro sehr gerne mag. Da wäre sicher NIEMAND drauf gekommen :o )

6-chucky1212222411341162224453


DER STAAT GEGEN FRITZ BAUER (Alamode/ALIVE)

am 04. November 2015 unter Biopic, Drama abgelegt

279714

Wir schreiben das Jahr 1957. Das NS-Regime ist vorbei und die Menschen wollen einfach nur noch vergessen. Nicht so der jüdische Generalstaatsanwalt Fritz Bauer, dem es missfällt, das Verbrecher wie zum Beispiel Adolf Eichmann weiterhin auf freiem Fuß sind und sich irgendwo ein gemütliches Leben machen. Allerdings schafft sich Bauer doch einige Feinde innerhalb der Regierung und seiner Behörde, besonders als er einen Hinweis bekommt, wo sich Eichmann aufhalten soll und diesem nachgeht. Zusammen mit dem jungen Staatsanwalt Karl Angermann beginnt er weiter zu recherchieren. Doch es verschwinden ständig Akten und auch Oberstaatsanwalt Gebhardt hat partout etwas dagegen, das Bauer weiterforscht, da er und viele andere in wichtigen Positionen noch Alt-Nazis sind. So muss der unkonventionelle Wege gehen und bringt damit sich und seinen Kollegen in große Gefahr.

Ich wartete die ganze Zeit darauf, wann denn der von mir geschätzte Burghart Klaußner endlich mal die Szenerie betritt. Dabei spielt der die Hauptrolle. Die Maske hat es aber wirklich geschafft ihn äußerlich bis zur totalen Unkenntlichkeit dem echten Fritz Bauer nachzuempfinden. Selten habe ich so eine krasse Verwandlung bei einem Schauspieler gesehen.

Der Film ist bis in die allerkleinsten Nebenrollen top besetzt. Die würde normalerweise für 3 Filme reichen. Neben Roland Zehrfeld sind unter anderem Jörg Schüttauf, Sebastian Blomberg, Lilith Stangenberg oder Dani Levy dabei.

Der Film hält sich, wenn man Wikipedia glauben darf, auch an die Fakten und würdigt Bauer als engagierten Kämpfer und Mitinitiator der Auschwitzprozesse. Nur auf seinen mysteriösen Tod geht der Film leider nicht ein, der offiziell als natürliche Todesursache zu den Akten gelegt wurde, was allerdings nur die wenigsten glauben.

Neben dem interessanten Ermittlungen hat man auch den Lokalkolorit von damals sehr schön eingefangen und man bekommt auf wunderbare Weise vermittelt, wie eine Nation versucht, sich selbst wieder zu finden und zu definieren. Zudem erfährt man, das Bauer homosexuell war, was ihn in seiner Position natürlich immer angreifbar machte.

Fazit: Eine interessante Geschichtsstunde, die sich unsere heutige Jugend mal anschauen könnte, statt auf dem Smartphone dusselige Nachrichten zu schreiben. Auch für eine Aufführung an Schulen halte ich den Streifen für sehr geeignet.

6-chucky1212222411341162224453