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LOVE & MERCY (Studio Canal)

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Die Beach Boys fahren als ganz junge Band schon riesige Erfolge ein. Ihr recht primitiver Surf-Sound trifft genau den Nerv der Zeit. Deren musikalischer Kopf ist allerdings mit den Songs und dem Stil nicht zufrieden, denn sein Traum ist es, eine völlig andere Musik zu erschaffen, zumal er das außergewöhnliche Talent besitzt, ganze Orchester im Kopf für die jeweiligen Parts einzusetzen. Als er eine Panikattacke im Flugzeug bekommt, beschließt er nicht an der Japan-Tournee teilzunehmen und tüftelt zu Hause an seinem Meisterwerk herum, das sich stilistsch komplett von den früheren Sachen  unterscheidet. Doch so genial Wilson auch ist – aufgrund vieler Schläge seines Vaters und einer sehr komplizierten Psyche in Verbindung mit vielen Drogen, stellt man bei ihm paranoide Schizophrenie fest. Einige Jahre später ist er ein nervliches Wrack, das zu dem von seinem betreuenden Psychologen auch noch bewusst mit Tabletten vollgepumpt wird. Dann verliebt er sich in die Autoverkäuferin Melinda…

Eine Geschichte wie die des Brian Wilson zu erzählen ist einfach in einem einzigen Streifen nicht möglich. Selbst bei einer doch recht stattlichen Laufzeit von 2 Stunden musste man sehr viele Aspekte und Wendungen in seinem Leben weglassen und konzentrierte sich nur auf die Zeit in der PET SOUNDS entstand, sowie die mit Melinda, die auch heute noch seine Frau ist.

Eigentlich müsste man sein Leben in einer Mini-Serie von 6 x 90 Minuten erzählen, denn auch seine musikalische Genialität kommt insgesamt ein wenig kurz, während die Verbindung zu seinem dominanten und fiesen Psychologen doch recht ausführlich beschrieben wird, wobei diese ein wenig einseitig daherkommt, denn auch wenn er am Ende eine linke Ratte war, hat er Wilson, der 3 Jahre !!im Bett verbrachte und sich mit Fastfood vollfraß, wieder ins Leben zurückgeholt und witterte erst später die Chance an das Vermögen seines Schützlings heranzukommen.

Trotzdem ist dieses Biopic natürlich gelungen. Das liegt schon an exzellenten Darstellern, allen voran Paul Dano, der für seine Leistung einen Oscar verdient hätte und, das kann man fast nicht glauben, die Songs selbst singt.

Wie er alle Seiten des komplexen Charakters Wilson spielt ist einfach grandios. John Cusack, der diesen ca. 20 Jahre später verkörpert ,ist eh über jeden Zweifel erhaben und auch Paul Giamatti und Elisabeth Banks liefern, wie auch der Rest des Castes, formidable Leistungen ab.

Allerdings muss man eines schon anmerken: Wer die Geschichte um PET SOUNDS und Brian Wilson nicht kennt, wird hier nicht mitkommen. Vielen Dingen die als selbstverständliches Wissen vorausgesetzt werden, kann ein Zuschauer der dieses eben nicht besitzt, mit Sicherheit nicht folgen. Die verschiedenen Zeitebenen tragen für den Laien auch nicht gerade zur Erhellung bei. Das ist allerdings grundsätzlich ein Problem von Biopics.

Weitere Einblicke erhält man in dem sehr guten 30 Minuten Making of, so wie auf der Wikipedia Seite, so das sich vielleicht auch die Person Wilson Menschen erschließt, die mit seinem Namen wenig bis nichts anfangen können.

Fazit: Fantastische Schauspieler ehren den Mann, der laut Experten vielleicht das beste Album ever geschrieben hat, obwohl da die Meinungen natürlich auseinander gehen. Immerhin bezeichnete kein geringerer als Paul Mc Cartney den Song GOD ONLY KNOWS als den genialsten den er je gehört hat – na wenn das kein Lob ist…so und jetzt höre ich mir nochmal die PET SOUNDS an…

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