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Archiv für den 10. November 2015

LOVE & MERCY (Studio Canal)

am 10. November 2015 unter Biopic, Drama abgelegt

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Die Beach Boys fahren als ganz junge Band schon riesige Erfolge ein. Ihr recht primitiver Surf-Sound trifft genau den Nerv der Zeit. Deren musikalischer Kopf ist allerdings mit den Songs und dem Stil nicht zufrieden, denn sein Traum ist es, eine völlig andere Musik zu erschaffen, zumal er das außergewöhnliche Talent besitzt, ganze Orchester im Kopf für die jeweiligen Parts einzusetzen. Als er eine Panikattacke im Flugzeug bekommt, beschließt er nicht an der Japan-Tournee teilzunehmen und tüftelt zu Hause an seinem Meisterwerk herum, das sich stilistsch komplett von den früheren Sachen  unterscheidet. Doch so genial Wilson auch ist – aufgrund vieler Schläge seines Vaters und einer sehr komplizierten Psyche in Verbindung mit vielen Drogen, stellt man bei ihm paranoide Schizophrenie fest. Einige Jahre später ist er ein nervliches Wrack, das zu dem von seinem betreuenden Psychologen auch noch bewusst mit Tabletten vollgepumpt wird. Dann verliebt er sich in die Autoverkäuferin Melinda…

Eine Geschichte wie die des Brian Wilson zu erzählen ist einfach in einem einzigen Streifen nicht möglich. Selbst bei einer doch recht stattlichen Laufzeit von 2 Stunden musste man sehr viele Aspekte und Wendungen in seinem Leben weglassen und konzentrierte sich nur auf die Zeit in der PET SOUNDS entstand, sowie die mit Melinda, die auch heute noch seine Frau ist.

Eigentlich müsste man sein Leben in einer Mini-Serie von 6 x 90 Minuten erzählen, denn auch seine musikalische Genialität kommt insgesamt ein wenig kurz, während die Verbindung zu seinem dominanten und fiesen Psychologen doch recht ausführlich beschrieben wird, wobei diese ein wenig einseitig daherkommt, denn auch wenn er am Ende eine linke Ratte war, hat er Wilson, der 3 Jahre !!im Bett verbrachte und sich mit Fastfood vollfraß, wieder ins Leben zurückgeholt und witterte erst später die Chance an das Vermögen seines Schützlings heranzukommen.

Trotzdem ist dieses Biopic natürlich gelungen. Das liegt schon an exzellenten Darstellern, allen voran Paul Dano, der für seine Leistung einen Oscar verdient hätte und, das kann man fast nicht glauben, die Songs selbst singt.

Wie er alle Seiten des komplexen Charakters Wilson spielt ist einfach grandios. John Cusack, der diesen ca. 20 Jahre später verkörpert ,ist eh über jeden Zweifel erhaben und auch Paul Giamatti und Elisabeth Banks liefern, wie auch der Rest des Castes, formidable Leistungen ab.

Allerdings muss man eines schon anmerken: Wer die Geschichte um PET SOUNDS und Brian Wilson nicht kennt, wird hier nicht mitkommen. Vielen Dingen die als selbstverständliches Wissen vorausgesetzt werden, kann ein Zuschauer der dieses eben nicht besitzt, mit Sicherheit nicht folgen. Die verschiedenen Zeitebenen tragen für den Laien auch nicht gerade zur Erhellung bei. Das ist allerdings grundsätzlich ein Problem von Biopics.

Weitere Einblicke erhält man in dem sehr guten 30 Minuten Making of, so wie auf der Wikipedia Seite, so das sich vielleicht auch die Person Wilson Menschen erschließt, die mit seinem Namen wenig bis nichts anfangen können.

Fazit: Fantastische Schauspieler ehren den Mann, der laut Experten vielleicht das beste Album ever geschrieben hat, obwohl da die Meinungen natürlich auseinander gehen. Immerhin bezeichnete kein geringerer als Paul Mc Cartney den Song GOD ONLY KNOWS als den genialsten den er je gehört hat – na wenn das kein Lob ist…so und jetzt höre ich mir nochmal die PET SOUNDS an…

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MIDNIGHT RUN (Koch Media)

am 10. November 2015 unter Action, Komödie, Thriller abgelegt

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Jack, warum waren Sie nicht beliebt bei der Chicagoer Polizei? Ich bin Agent Moseley!! Nur zwei Sätze aus dem Streifen, die den Film für Fans zum Kult gemacht haben, Dazu die klasse Leistungen von De Niro, Grodin und Kotto. Die Story hingegen ist typisch 80er like:

Ex Polizist Jack Walsh ist so etwas wie der legendäre Colt Seavers. Er besorgt seinem Chef Personen wieder, die während der Kautionsstellung geflüchtet sind. Jonathan Mardukas, war Buchhalter bei einem Mafia-Boss und hat diesen mal eben um 15 Millionen erleichtert, die er wohltätigen Zwecken spendete, was jedoch weder dem FBI noch der Mafia wirklich gefällt. So hetzen gleich 3 Parteien hinter dem „Duke“ her und Walsh ist der erste der ihn zu fassen bekommt.. Als er seinen Schützling mit dem Flugzeug nach L.A. zurückbringen will, simuliert dieser Flugangst. Das ist der Beginn eines großen Abenteuers quer durch Amerika, in dem auch Kopfgeldkollege Marvin immer wieder auftaucht.

MIDNIGHT RUN gilt in Fachkreisen, wie oben erwähnt, als absoluter Kultfilm und zeigte De Niro zum ersten Male auch von seiner komischen Seite, nachdem er zuvor doch überwiegend ernste Rollen wie TAXI DRIVER oder WIE EIN WILDER STIER übernommen hatte.

Dazu gesellt sich ein genialer Charles Grodin, der mit seiner nervigen Art alle zur Verzweiflung bringt und der grundsätzlich jede Frage so oft stellt, bis er eine Antwort bekommt. Obendrauf ein obercooler Yaphet Kotto, dem die Rolle auf den Leib geschrieben wurde und der mit die besten Gags auf seiner Seite hat.

Auch der Abschnitt, als die beiden sich in einer Bar als FBI Agentin ausgeben, ist einer der Highlight des Films, der im Übrigen eine sehr gute Blu Ray spendiert bekommen hat, denn der Streifen ist immerhin schon aus dem Jahre 1988, sieht aber besser aus, als so manch neue Veröffentlichung.

Gerade in den Innenraumszenen, kann man nicht glauben, das es sich um einen fast 30 Jahre alten Film handelt – dafür wieder mal ein großes Lob an Koch Media. Auch der Ton ist ein wenig aufgemotzt worden und gibt den Boxen durchaus Arbeit.

Viele haben auf diese Veröffentlichung gewartet und können nun endlich diese Lücke in ihrer Sammlung schließen. Aber es warten noch genug andere...


MOMENTUM (Universum Film)

am 10. November 2015 unter Action, Suspense, Thriller abgelegt

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Alexis und ihre Komplizen ziehen einen ziemlich komplizierten Banküberfall durch und rauben einen Sack voller Diamanten. In diesem befindet sich aber auch noch ein USB-Stick hinter dem einige Leute her sind, denn er enthält brisante Informationen über einen Terroranschlag, den ein Senator geplant hat. Dieser hetzt Alexis und ihren Kumpels ein paar wirklich unsympathische Schläger auf den Hals.

Nun mag man sich denken, das die Story doch sehr dünn ist und die im „making of“ so hochgelobten „Figuren mit Tiefgang“ kann ich leider auch nicht erkennen.

Frau Kurylenko ist von schauspielern in etwa so weit entfernt wie Sigmar Gabriel vom Vorsitz der Weight Watchers – ihr Gegenspieler James Purefoy bietet als Gentleman Gangster allerdings eine famose Leistung.

Nun muss man dazu sagen, das man für die Rolle der Alexis auch kein großes schauspielerisches Talent braucht, sondern eher eine Menge Fitness und die bringt Olga Kurylenko durchaus mit, so dass sie doch irgendwie sehr gut in die Rolle passt. Das ist in etwa wie bei Milla Jovovich, die ja auch keine begnadete Mimin ist, die mir aber in den Resident Evil Filmen gut gefällt.

In den ersten 45 Minuten kommt man kaum zum Luft holen, denn da zeigt Regisseur Campanelli uns mal was ein richtiger Action Film ist. In dieser Zeit gibt es wirklich fast keinerlei Verschnaufpause. Danach verändert sich zwar das Genre etwas in Richtung Thriller, doch der Streifen bleibt überraschend unterhaltsam.

Wenn man jetzt sehr streng sein will bei der Bewertung würde man 4 Chuckies geben, weil das was man hier sieht natürlich totaler Blödsinn ist.

Ich entscheide mich aber für eine deutlich höhere Wertung, eben weil der Film wirklich durchgehend spannende und gute Unterhaltung bietet, was doch auch mal reicht. Und wer auf Arthouse Kino (huhu Olly) steht, wird sich sicher nicht MOMENTUM ausleihen.

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DEMONIC (Tiberius Film)

am 10. November 2015 unter Horror abgelegt

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Der Detektive Mark Lewis will zu einem Date mit seiner Freundin, doch so weit kommt es nicht. Jemand hat die Polizei alarmiert, das in einer leerstehenden Villa seltsames vorzugehen scheint. Und Lewis findet tatsächlich auch fünf tote Studenten vor – nur einer hat das Massaker überlebt. Dieser wird kurz darauf von Polizei-Psychologin Elisabeth über das Geschehene ausgefragt, kann sich aber nur an Bruchstücke erinnern. Vor über 20 Jahren wurden dort mehrere Menschen getötet und er und ein Team wollten herausfinden, ob es in dem Haus noch spukt. Nun behauptet er das dieses für den Tod der Kollegen verantwortlich ist. Fantasiert er nur oder lügt er bewusst?

Zuerst einmal ist das was auf dem Cover steht so nicht richtig, denn Will Canon hat diesen Filme gedreht, nicht James Wan. Der produzierte nur.. Zugegeben, es gab schon originellere Ideen, allerdings ist es auf der anderen Seite auch besser sich gute Sachen zusammenzuklauen als schlechte neue zu entwickeln.

Und genau so ein Beispiel ist DEMONIC, denn diese Story ist nun wahrlich nichts Neues. Dafür hat man sich aber ein paar schicke Schockmomente ausgedacht, ein wirklich gelungenes Ende, auf das ich niemals gekommen wäre und mit Frank Grillo und der mir geschätzten Maria Bello einen sehr guten Cast an Land gezogen.

Aber wenn man eben als Regisseur Streifen wie CONJURING oder INSIDIOUS in seiner Vita stehen hat, erwartet man eben immer etwas besonderes und das ist DEMONIC nicht wirklich, auch wenn die Herangehensweise mit den Rückblenden für den Haunted House Sector eher ungewöhnlich ist.

Wenigstens hat man aber nicht diese unfassbar nervige Wackelkamera verwendet, sondern inszenierte den Film auf konservative Art und Weise und nicht als Found Footage, was wohl auch damit zusammenhängt, das die Geschichte von einer noch lebenden Person erzählt wird und nicht ‘live’ stattfindet. Gott Sei Dank.

So bleibt unter dem Strich kein origineller, aber durchaus spannender kleiner Horrorstreifen, der, wie bereits erwähnt gegen Ende durchaus überraschen kann.

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