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Archiv des Monats November 2015

JAMIE MARKS IS DEAD (DonauFilm/Alive)

am 25. November 2015 unter Drama, Horror abgelegt

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Die 15-jährige Schülerin Gracie entdeckt die halbnackte Leichte von Jamie Marks in einem Flussbett. Der Junge war ein schüchterner Außenseiter, der von jedem gehänselt wurde, insbesondere von den Sportjungs die ihn teilweise richtiggehend erniedrigten. An was er genau starb ist unklar. Adam der ebenfalls zu dem Sportlerteam gehört, sich aber nie an den Attacken gegen Jamie beteiligte, macht sich Vorwürfe, nicht eingegriffen zu haben. Währenddessen ist Jamie in einer Art Zwischenwelt gefangen und dort genauso einsam wie er es im realen Leben war. Adam versucht seine selbst auferlegte Schuld zu begleichen und freundet sich mit Jamie an. Doch das ist durchaus auch mit Gefahren verbunden.

Wer jetzt glaubt Jamie kehrt als Geist wieder und rächt sich an seinen Peinigern, der liegt falsch. Der Film ist eher Drama als Horror und wurde sehr einfühlsam inszeniert.

Besonders die Beziehung zwischen Jamie und Adam hat fast schon etwas romantisches. Zudem hat der Streifen einige wirklich gelungene Einfälle. Besonders die Idee mit der Wanderung durch den Wandschrank fand ich richtig klasse. Dazu gesellt sich ein wunderschöner Soundtrack, der die Geschichte perfekt untermalt.

Sicher hat der Film auch einige gruselige Momente und insgesamt eine eher düstere Stimmung, was sich auch in den (gewollt) tristen Farben widerspiegelt. Ohne das ich einen bestimmten Grund nennen kann, erinnerte mich der Streifen ein bisschen an WARM BODIES.

Ein wenig unnötig ist die Seitenhandlung mit Liv Tyler als Mutter von Adam und die Abschnitte mit seinem Bruder, die beide den Film eigentlich nicht wirklich vorwärts bringen. Die hätte man weglassen können.

Trotzdem: Ein kleiner, wirklich interessanter Film, dessen Zielgruppe jedoch nahezu unmöglich zu bestimmen ist und wohl ein typischer „Love it or hate it“ Fall ist. Ich tendiere dabei doch stark zu ersterem, zumal mir die Darsteller allesamt hervorragend gefallen haben und dem Film auch die nötige Tiefe verleihen. Für mich ein kleiner Geheimtipp – allerdings eben nicht für jedermann.

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JESSABELLE (Koch Media)

am 25. November 2015 unter Horror abgelegt

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Nach einem Autounfall, bei dem ihr Verlobter ums Leben kam, sie ihr Baby verlor und von der Hüfte abwärts gelähmt ist, kommt Jessabelle bei ihrem Dad in ihrer ehemaligen Heimat Louisiana unter. Das Verhältnis der beiden ist schwierig. Zudem ereignen sich mit der Zeit immer mehr merkwürdige Geschehnisse in dem Haus. Jessabelle sieht Dinge, die eigentlich nicht real sein können. Dann findet sie alte Videokassetten, die ihre Mutter für sie aufgenommen hatte. Sie wusste damals, das sie an einem Gehirntumor sterben würde und hat daher diese Aufnahmen für ihre Tochter hinterlassen. Dabei legt sie ihr auch die Karten und sagt voraus, das in dem Haus eine Präsenz auf sie warten wird, die ihr nicht gerade freundlich gestimmt ist. Wie recht sie damit hatte….

Bevor die meisten nach dieser Zusammenfassung aufhören weiter zu lesen, weil es sich hier schließlich wieder um spukende Erscheinungen in einem Haus handelt – Jessabelle ist erstaunlich gut geworden.

Die Entwicklungen und Auflösungen sind nämlich sehr überraschend und das Haus spielt gar keine so große Rolle, wie man zunächst glauben mag, denn eigentlich dreht sich das ganze eher um den Voodoo Kult – allerdings erst im zweiten teil des Filmes, bei dem die Wendungen zunehmen.

Die Idee mit dem Videos der Mutter erweist sich zudem als Glücksfall, denn diese sind wirklich spooky inszeniert und werden von Band zu Band bedrohlicher. Dazu kommt ein sensationell konsequentes Ende. Alleine hierfür gibt es schon einen halben Chucky mehr.

Die Hauptdarstellerin Sarah Snook, die ich bislang nicht wirklich wahrgenommen habe, liefert zudem eine formidable Leistung ab.

So ist JESSABELLE mitnichten ein öder Haushorror, sondern ein sehr abwechslungsreicher und spannender Film, der zudem praktisch keine CGI.s beinhaltet und eher Leuten gefallen wird die ANGEL HEART mochten als Amityville 27. Jetzt völlig verwirrt? Dann einfach ansehen und eine eigene Meinung bilden.

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CHAIN OF COMMAND (Koch Media)

am 25. November 2015 unter Action abgelegt

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Wir schreiben das Jahr 1987. Der Videomarkt wird überflutet von Produktionen, die gar nicht erst ins Kino kamen. Die Darstellerriege beinhaltete damals Namen wie Van Damme, Chuck Norris, David Bradley, Michael Dudikoff und viele mehr. Aber noch heute gibt es solche Produktionen, nur die Namen haben eben gewechselt. In CHAIN OF COMMAND sind es gleich 2 Antischauspieler, die sich ein hartes Duell um den Titel „Wer ist der schlechtere“ liefern. Die Handlung ist hierbei eher nebensächlich.

Elitesoldat James Webster muss den Tod seines Bruders verkraften und macht sich auf die Suche nach dem Täter. Als auch noch andere aus seinem Umfeld sterben, folgert er scharfsinnig, das diese wohl in miese Geschäfte verwickelt waren. Natürlich sehen das die bösen Jungs gar nicht gerne und hetzen ihm diverse Killer auf den Hals.

Mehr muss man zu diesem Film eigentlich nicht wissen, denn es passiert einfach nichts erwähnenswertes mehr.

Wer sich jetzt aber auf den „Kampf“ zwischen Michael Jai White und Steve Austin gefreut hat, den muss ich enttäuschen, der wird zwar angekündigt, findet aber nicht statt.

Beide laufen wirklich die komplette Spieldauer mit einem einzigen Gesichtsausdruck durch die Gegend und sind so unfassbar untalentiert, dass dagegen Steven Seagal beinahe wie ein Arthouse-Darsteller wirkt. Während White selbstverständlich einige seiner tollen Kicks zeigen darf, steht Austin nur in der Gegend rum und gibt schlaue Sprüche von sich.

Wieso habe ich mir den Quatsch angesehen? Die Geschichte auf dem Cover hörte sich ganz interessant an und ich dachte, ich bekomme wenigstens etwas Action geboten, doch auch die hält sich stark in Grenzen.

Fazit: Nix erwartet und noch weniger bekommen. Ab in die Mülltonne.

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SURVIVOR (Universum Film)

am 25. November 2015 unter Action, Suspense, Thriller abgelegt

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Kate Abbott ist Sicherheitsberaterin für den Zoll und überprüft Verdächtige, die in die USA einreisen wollen. Eines Tages steht der rumänische Wissenschaftler Dr. Balan vor ihr, der angibt, einen Ärztekongress besuchen zu wollen. Doch Kate glaubt ihm nicht, zumal er auch noch andere Fähigkeiten zu besitzen scheint, wie zum Beispiel gefährliche Gasgemische zu produzieren. Daher verweigert sie ihm das Visum. Ihre Chefs jedoch stempeln ihre Ahnungen als idiotisch ab und verwarnen sie. Nur Kollege Sam vertraut ihrem Instinkt. Als sie mit ihren Kollegen essen gehen will, explodiert in dem Lokal eine Bombe. Kate kommt mit viel Glück mit dem Leben davon, wird aber von nun an von einem gefährlichen Killer gehetzt. Mit Hilfe von Sam und der schrulligen Software-Spezialistin Sally versucht sie die Hintergründe aufzudecken.

Die Geschichte dieses Thrillers ist durchaus komplex – und die Besetzungsliste imposant. Neben Pierce Brosnan (spielt herrlich gegen sein Good Guy Image an), Milla Jovovich (überraschend gut) und Dylan Mc Dermott sind hier in Nebenrollen immerhin Leute wie Angela Bassett, Robert Foster, Jason Bloom, Avi Lerner und sogar Benno Fürmann dabei.

Die ersten 50 Minuten weiß der Streifen auch vollends zu überzeugen. Spannend und flott inszeniert versucht Kate vor den Schergen zu fliehen. Das diese immer daneben schießen, ist man ja gewohnt.

Doch dann beginnt leider die Abwärtsspirale,denn spätestens wenn Madame in Amerika einreist, hangelt sich der Film von einem Zufall zum nächsten. Das geht einem unfassbar auf den Zeiger und vermiest den tollen Anfang. Zudem ist gegen Ende alles so weit hergeholt, das es teilweise Schmerzen bereitet.

Selten habe ich einen Film mit einem so tollen Auftakt und einem so schlechten zweiten Teil gesehen. Da hätte man sich wirklich etwas besseres einfallen lassen können.

Regisseur Mc Teigue drehte zuvor den durchaus gelungenen RAVEN mit John Cusack als Edgar Allan Poe, der, witzigerweise, im zweiten Abschnitt seine Stärken hatte

So bleibt im Gesamteindruck nur eine mittlere Bewertung und irgendwie hat man das Gefühl, zwei verschiedene Filme gesehen zu haben. Schade.

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INSIDIOUS 3 (Sony Pictures)

am 18. November 2015 unter Horror abgelegt

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Eineinhalb Jahre sind vergangen, seitdem Quinns Mutter verstarb. Seitdem lebt sie mit ihrem völlig überforderten Vater und ihrem kleinen Bruder alleine und wünscht sich nichts sehnlicher zurück als ihre Mutter. Insbesondere bei Dingen wie dem Vorsprechen in einer Schauspielschule fehlt Mom doch sehr. Also sucht sie das Medium Elise auf und bittet sie mit ihrer Mutter in Kontakt zu treten. Das funktioniert aber leider nicht wie gewünscht. Im Gegenteil, andere Geister betreten auf diesem Weg die Welt der Lebenden und ein Seelenfresser ist hinter Quinn her.

Teil 1 dieses Streifens war sowohl innovativ als auch sehr spannend. Das Sequel kackte dagegen schon ganz schön ab. Und Teil 3 ist nochmal deutlich schlechter.

Da es nach dem zweiten Teil schwierig war die Geschichte weiter zu erzählen, bediente man sich, des in den letzten Jahren in Mode gekommenen Prequels, und erzählt eine Geschichte, die zeitlich kurz vor den Geschehnissen der ersten beiden Teile spielt.

Gelang das aber zum Beispiel mit Annabelle (Vorgeschichte von CONJURING) noch ganz ordentlich, ist das hier so belanglos und auch langweilig in Szene gesetzt, das es wirklich schade um die guten Schauspieler ist.

Jetzt hat Horrorqueen Lin Shaye (praktisch das weibliche Gegenstück zu Brad Dourif) mal eine Hauptrolle, da muss sie gegen so ein schwaches Drehbuch anspielen. Auch Dermot Mulroney, der in letzter Zeit oft in kleineren Produktionen zu sehen war, hat nicht viel zu tun, außer den besorgten Vater zu spielen.

Spannend ist das ganze eigentlich zu keinem Zeitpunkt. Zudem nervt es extrem, das die „Schockeffekte“ nahezu allesamt mit einer nervig pompösen Musik unterlegt sind, so dass man dauernd die Fernbedienung in die Hand nehmen muss um lauter und leiser zu drehen. Wenn man dieses Stilmittel braucht um die Leute zu erschrecken, weiß der Horrorfan schon was Sache ist.

Fazit: Jetzt könnte natürlich noch ein Prequel des Prequels kommen oder ein Sequel des Prequels das zwischen Teil 3 und 1 spielt. Ich bitte aber inständig, mich damit zu verschonen. Danke.

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POLTERGEIST (Fox)

am 18. November 2015 unter Horror abgelegt

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Die Bowen-Familie, die in letzter Zeit nicht gerade von Glück verfolgt ist, findet in einer neu gebauten Vorstadtsiedlung ein Haus, das den schmalen monetären Mitteln entspricht. Dass kurz darauf einige merkwürdige Dinge geschehen, tut man als Einbildung oder Zufall ab. Doch diese werden immer merkwürdiger und heftiger und als die jüngste Tochter im Wandschrank verschwindet und in einer anderen Welt gefangen scheint, ist das ganze nicht mehr lustig. Die Familie wendet sich zunächst an eine Parapsychologin, deren Team mit den Poltergeistattacken auch überfordert ist. Also schaltet man deren Exmann ein, ein absoluter Profi auf diesem Gebiet, der auch eine eigene Fernsehsendung hat. Doch auch der steht vor einer großen Aufgabe.

Nun ist die Frage nach welchen Kriterien man diesen Streifen bewertet. Vergleicht man ihn mit dem Original kackt er natürlich völlig ab und das, so blöd sich das anhört, weil er eben neu ist. Denn der Streifen aus dem Jahre 1982 wirkte gerade so unheimlich, weil er sehr subtil gedreht war und es damals noch keine CGIs in dieser Form gab. Die Neuverfilmung ist damit komplett überladen.

Sieht man ihn als eigenständigen Streifen ist er eigentlich ganz in Ordnung, aber eben auch nichts besonderes, zumal ich Sam Rockwell noch nie so lustlos habe spielen sehen. Lediglich der Sohn der Familie liefert eine tolle Leistung ab – auch der Rest des Castes bleibt relativ blass.

Wenn man aber bedenkt, dass hier immerhin Sam Raimi produziert hat und Gil Kenan (City of amber) Regie führte, ist das Resultat insgesamt eher ernüchternd.

Immerhin sind Ton und Bild bei dieser Produktion nahe am Referenzbereich, denn das scheppert und knallt in den Boxen vom feinsten, so das ich mehrmals leiser machen musste, weil ich Angst hatte, die Nachbarn würden aus dem Bett fallen.

Fazit: Als Remake mau, als eigenständiger Film ist es ok, wenn man ihn einmal gesehen hat. Der CGI-Overkill ging mir besonders auf den Zeiger, aber viele finden ja gerade das toll.

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TRACERS (Universum Film)

am 18. November 2015 unter Action, Thriller abgelegt

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Cam arbeitet als Fahrradkurier und hat ein Problem – nämlich hohe Schulden bei chinesischen Gangstern, bei denen er sich mal einen Kredit aufgenommen hat. Eher zufällig lernt er Nikki kennen, eine Parkour-Spezialistin, die sich aber nicht sonderlich interessiert zeigt. Daher beginnt er in seiner Freizeit zu trainieren, um sie zu beeindrucken und wird mit der Zeit auch immer besser. Dann erfährt er, dass Nikki Teil einer Gruppe ist, die die Gegend unsicher macht. Und dies auch im wahrsten Sinne des Wortes, denn sie begehen kleinere Diebstähle, die sie aufgrund ihrer Fähigkeiten problemlos durchführen können. Der Boss der Gruppe ein Typ namens Miller, wird jedoch immer gieriger und beginnt Raubüberfälle mit Waffen zu starten. Als Cam aussteigen will, erfährt er von Nikki ein bitteres Geheimnis.

Wenn ich mir schon einen Film mit Taylor Lautner ansehe, erkennt man wie verzweifelt wenig ich im Moment an Auswahl habe, denn der junge hat NULL schauspielerisches Talent. Aber Sixpack und gutes Äußeres (Zitat meiner 14-jährigen Cousine: „Der sieht saugeil aus“) reichen heute wohl schon. Seine hübsche Partnerin Marie Avgeropoulos die ein wenig der jungen Meredith Salenger ähnelt, spielt ihn daher auch locker an die Wand.

Allerdings muss ich ihm zwei Dinge zu Gute halten. Er hat für diesen Film 2 Monate Parkour trainiert und nahezu alle Stunts (und die sind nicht ohne) in diesem Film selbst ausgeführt. Respekt!! Dazu kommt er im „Making of“ sehr sympathisch und gar nicht abgehoben oder eingebildet rüber.

Die Geschichte des Films wirkt etwas bemüht, aber Twens aus sozialen Problemfamilien kommen immer gut an. Aber natürlich ist die Story eigentlich nur da, um die waghalsigen Stunts ein wenig einzurahmen.

Und davon bekommt man wahrlich genug geboten. Die Kamera ist zudem immer auf Höhe des Geschehens. Ab und zu muss man ein wenig Gewackel akzeptieren, aber das stört kaum, weil man so wirklich den Eindruck hat, mit der jeweiligen Person mitzurennen.

So bleibt unter dem Strich ein durchaus rasanter und auch spannender Streifen ohne Anspruch. Muss aber auch nicht immer sein.

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LOVE & MERCY (Studio Canal)

am 10. November 2015 unter Biopic, Drama abgelegt

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Die Beach Boys fahren als ganz junge Band schon riesige Erfolge ein. Ihr recht primitiver Surf-Sound trifft genau den Nerv der Zeit. Deren musikalischer Kopf ist allerdings mit den Songs und dem Stil nicht zufrieden, denn sein Traum ist es, eine völlig andere Musik zu erschaffen, zumal er das außergewöhnliche Talent besitzt, ganze Orchester im Kopf für die jeweiligen Parts einzusetzen. Als er eine Panikattacke im Flugzeug bekommt, beschließt er nicht an der Japan-Tournee teilzunehmen und tüftelt zu Hause an seinem Meisterwerk herum, das sich stilistsch komplett von den früheren Sachen  unterscheidet. Doch so genial Wilson auch ist – aufgrund vieler Schläge seines Vaters und einer sehr komplizierten Psyche in Verbindung mit vielen Drogen, stellt man bei ihm paranoide Schizophrenie fest. Einige Jahre später ist er ein nervliches Wrack, das zu dem von seinem betreuenden Psychologen auch noch bewusst mit Tabletten vollgepumpt wird. Dann verliebt er sich in die Autoverkäuferin Melinda…

Eine Geschichte wie die des Brian Wilson zu erzählen ist einfach in einem einzigen Streifen nicht möglich. Selbst bei einer doch recht stattlichen Laufzeit von 2 Stunden musste man sehr viele Aspekte und Wendungen in seinem Leben weglassen und konzentrierte sich nur auf die Zeit in der PET SOUNDS entstand, sowie die mit Melinda, die auch heute noch seine Frau ist.

Eigentlich müsste man sein Leben in einer Mini-Serie von 6 x 90 Minuten erzählen, denn auch seine musikalische Genialität kommt insgesamt ein wenig kurz, während die Verbindung zu seinem dominanten und fiesen Psychologen doch recht ausführlich beschrieben wird, wobei diese ein wenig einseitig daherkommt, denn auch wenn er am Ende eine linke Ratte war, hat er Wilson, der 3 Jahre !!im Bett verbrachte und sich mit Fastfood vollfraß, wieder ins Leben zurückgeholt und witterte erst später die Chance an das Vermögen seines Schützlings heranzukommen.

Trotzdem ist dieses Biopic natürlich gelungen. Das liegt schon an exzellenten Darstellern, allen voran Paul Dano, der für seine Leistung einen Oscar verdient hätte und, das kann man fast nicht glauben, die Songs selbst singt.

Wie er alle Seiten des komplexen Charakters Wilson spielt ist einfach grandios. John Cusack, der diesen ca. 20 Jahre später verkörpert ,ist eh über jeden Zweifel erhaben und auch Paul Giamatti und Elisabeth Banks liefern, wie auch der Rest des Castes, formidable Leistungen ab.

Allerdings muss man eines schon anmerken: Wer die Geschichte um PET SOUNDS und Brian Wilson nicht kennt, wird hier nicht mitkommen. Vielen Dingen die als selbstverständliches Wissen vorausgesetzt werden, kann ein Zuschauer der dieses eben nicht besitzt, mit Sicherheit nicht folgen. Die verschiedenen Zeitebenen tragen für den Laien auch nicht gerade zur Erhellung bei. Das ist allerdings grundsätzlich ein Problem von Biopics.

Weitere Einblicke erhält man in dem sehr guten 30 Minuten Making of, so wie auf der Wikipedia Seite, so das sich vielleicht auch die Person Wilson Menschen erschließt, die mit seinem Namen wenig bis nichts anfangen können.

Fazit: Fantastische Schauspieler ehren den Mann, der laut Experten vielleicht das beste Album ever geschrieben hat, obwohl da die Meinungen natürlich auseinander gehen. Immerhin bezeichnete kein geringerer als Paul Mc Cartney den Song GOD ONLY KNOWS als den genialsten den er je gehört hat – na wenn das kein Lob ist…so und jetzt höre ich mir nochmal die PET SOUNDS an…

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MIDNIGHT RUN (Koch Media)

am 10. November 2015 unter Action, Komödie, Thriller abgelegt

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Jack, warum waren Sie nicht beliebt bei der Chicagoer Polizei? Ich bin Agent Moseley!! Nur zwei Sätze aus dem Streifen, die den Film für Fans zum Kult gemacht haben, Dazu die klasse Leistungen von De Niro, Grodin und Kotto. Die Story hingegen ist typisch 80er like:

Ex Polizist Jack Walsh ist so etwas wie der legendäre Colt Seavers. Er besorgt seinem Chef Personen wieder, die während der Kautionsstellung geflüchtet sind. Jonathan Mardukas, war Buchhalter bei einem Mafia-Boss und hat diesen mal eben um 15 Millionen erleichtert, die er wohltätigen Zwecken spendete, was jedoch weder dem FBI noch der Mafia wirklich gefällt. So hetzen gleich 3 Parteien hinter dem „Duke“ her und Walsh ist der erste der ihn zu fassen bekommt.. Als er seinen Schützling mit dem Flugzeug nach L.A. zurückbringen will, simuliert dieser Flugangst. Das ist der Beginn eines großen Abenteuers quer durch Amerika, in dem auch Kopfgeldkollege Marvin immer wieder auftaucht.

MIDNIGHT RUN gilt in Fachkreisen, wie oben erwähnt, als absoluter Kultfilm und zeigte De Niro zum ersten Male auch von seiner komischen Seite, nachdem er zuvor doch überwiegend ernste Rollen wie TAXI DRIVER oder WIE EIN WILDER STIER übernommen hatte.

Dazu gesellt sich ein genialer Charles Grodin, der mit seiner nervigen Art alle zur Verzweiflung bringt und der grundsätzlich jede Frage so oft stellt, bis er eine Antwort bekommt. Obendrauf ein obercooler Yaphet Kotto, dem die Rolle auf den Leib geschrieben wurde und der mit die besten Gags auf seiner Seite hat.

Auch der Abschnitt, als die beiden sich in einer Bar als FBI Agentin ausgeben, ist einer der Highlight des Films, der im Übrigen eine sehr gute Blu Ray spendiert bekommen hat, denn der Streifen ist immerhin schon aus dem Jahre 1988, sieht aber besser aus, als so manch neue Veröffentlichung.

Gerade in den Innenraumszenen, kann man nicht glauben, das es sich um einen fast 30 Jahre alten Film handelt – dafür wieder mal ein großes Lob an Koch Media. Auch der Ton ist ein wenig aufgemotzt worden und gibt den Boxen durchaus Arbeit.

Viele haben auf diese Veröffentlichung gewartet und können nun endlich diese Lücke in ihrer Sammlung schließen. Aber es warten noch genug andere...


MOMENTUM (Universum Film)

am 10. November 2015 unter Action, Suspense, Thriller abgelegt

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Alexis und ihre Komplizen ziehen einen ziemlich komplizierten Banküberfall durch und rauben einen Sack voller Diamanten. In diesem befindet sich aber auch noch ein USB-Stick hinter dem einige Leute her sind, denn er enthält brisante Informationen über einen Terroranschlag, den ein Senator geplant hat. Dieser hetzt Alexis und ihren Kumpels ein paar wirklich unsympathische Schläger auf den Hals.

Nun mag man sich denken, das die Story doch sehr dünn ist und die im „making of“ so hochgelobten „Figuren mit Tiefgang“ kann ich leider auch nicht erkennen.

Frau Kurylenko ist von schauspielern in etwa so weit entfernt wie Sigmar Gabriel vom Vorsitz der Weight Watchers – ihr Gegenspieler James Purefoy bietet als Gentleman Gangster allerdings eine famose Leistung.

Nun muss man dazu sagen, das man für die Rolle der Alexis auch kein großes schauspielerisches Talent braucht, sondern eher eine Menge Fitness und die bringt Olga Kurylenko durchaus mit, so dass sie doch irgendwie sehr gut in die Rolle passt. Das ist in etwa wie bei Milla Jovovich, die ja auch keine begnadete Mimin ist, die mir aber in den Resident Evil Filmen gut gefällt.

In den ersten 45 Minuten kommt man kaum zum Luft holen, denn da zeigt Regisseur Campanelli uns mal was ein richtiger Action Film ist. In dieser Zeit gibt es wirklich fast keinerlei Verschnaufpause. Danach verändert sich zwar das Genre etwas in Richtung Thriller, doch der Streifen bleibt überraschend unterhaltsam.

Wenn man jetzt sehr streng sein will bei der Bewertung würde man 4 Chuckies geben, weil das was man hier sieht natürlich totaler Blödsinn ist.

Ich entscheide mich aber für eine deutlich höhere Wertung, eben weil der Film wirklich durchgehend spannende und gute Unterhaltung bietet, was doch auch mal reicht. Und wer auf Arthouse Kino (huhu Olly) steht, wird sich sicher nicht MOMENTUM ausleihen.

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