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ALS WIR TRÄUMTEN (Pandora/Alive)

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Schon als kleine Kinder in der DDR waren sie befreundet. Als diese zusammenbricht, stehen viele der Zukunft hoffnungslos gegenüber. Auch in dem kleinen Leipziger Vorort ist nichts los und es herrscht zudem akuter Geldmangel – da bringt auch die neu gewonnene Freiheit wenig. Einer der Jungs kommt auf die Idee eine Disco zu eröffnen und das in einem ziemlich abgefuckten Schuppen, aber das ist dann eben „Underground“. Das Ganze läuft auch gut an und endlich haben die Kumpels auch wieder Spaß am Leben, doch der ist nur von kurzer Dauer, denn eine rechte Gang bedroht die Clique weil diese angeblich in „ihrem“ Gebiet herumwildert. Als die Disco zerstört wird, stehen alle wieder vor dem Nichts und das bekommt manchen gar nicht gut.

Andreas Dresen ist sicher ein interessanter Filmemacher. Bei ihm weiß man, das ein Film unter seiner Regie nie richtig schlecht sein kann.

Allerdings fallen mir die ersten 30 Minuten etwas zu chaotisch aus. Es fehlt eine stringente Handlung und die Rückblicke wirken partiell doch etwas bemüht.

Danach allerdings bekommt der Film dann die Kurve und bietet eine tolle Milieustudie, die sich hauptsächlich auf das Leben des Dani konzentriert. Dieser wird gespielt von dem mir gänzlich unbekannten Merlin Rose, der hier eine absolut vorzügliche Leistung abliefert. Die restlichen jugendlichen Akteure gehören nicht unbedingt zur bekannten Riege der deutschen Nachwuchsdarsteller, aber das ist vielleicht auch ganz gut so. Lediglich Joel Basman hat schon oft in Filmen dieser Art mitgewirkt, ist aber mittlerweile auch schon 25 und passt, aufgrund seines jugendlichen Aussehens, gerade noch so in die Rolle eines Teenagers.

Im Netz hagelt es neben vielen guten Kritiken auch reihenweise Kommentare, das Menschen die Zeit nach der Wende nicht so erlebt hätten. Diesen Anspruch stellt der Film gar nicht. Sicher haben viele diese Epoche anders in Erinnerung und schufen sich ein besseres Leben. Dennoch bin ich mir sicher, dass sich gerade in ziemlich abgehalfterten Gegenden, durchaus solche Geschichten wie diese hier zugetragen haben könnten.

Was ich jedoch nicht ganz verstehe wieso Dresen als immer wiederkehrenden Song von MODERAT – New Error verwendet, der zwar gut zur Szenerie passt, aber erst einige Jahre alt ist. Aber wahrscheinlich dachte er sich, dass den eh keiner kennt.

Fazit: Nach chaotischem Anfang eine stimmige Milieustudie mit tollen Darstellern und sehr gut ausgearbeiteten Kulissen, die wirklich an die damalige Zeit erinnern. Das Ende das aus einem Satz und einem Gesichtsausdruck besteht, ist zudem perfekt gewählt, daher bekommt der Film trotz des etwas nervigen Beginns.

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