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Archiv für den 08. September 2015

BABADOOK (Capelight/ALIVE)

am 08. September 2015 unter Horror abgelegt

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Nach dem Tod ihres Mannes, der durch einen Autounfall ums Leben kann, und zwar just als er sie ins Krankenhaus fahren wollte, weil bei ihr die Wehen einsetzten, führt Amelia ein einsames Leben. Lediglich zu ihrer Schwester hat sie noch Kontakt. Ihr Sohn ist hyperaktiv und stresst sie daher ungemein, zumal sie ihm indirekt die Schuld am Tod ihres Mannes gibt und die Muttergefühle nur bedingt ausgeprägt sind. Eines Abends liest sie ihn aus einem Kinderbuch namens BABADOOK vor. Das ganze ist jedoch eher gruselig und sie will es eigentlich abbrechen. Als sie ihr Sohn jedoch wieder nervt, tut sie ihm den Gefallen was sich als fataler Fehler erweist, denn nun hat sie den BABADOOK gerufen und wird bald, genau wie ihr Sohn, von diesem fiesen Zeitgenossen in ihren Träumen heimgesucht – doch dabei bleibt es nicht.

Wer hier ein Dauergemetzel erwartet, wird herb enttäuscht werden, denn der Kunstbluteinsatz geht hier gegen Null. Slasherfreunde können sich den Streifen also gleich schenken.

Wer subtile Sachen wie THE OTHERS oder den grandiosen, aber zu Unrecht gefloppten DARK SKIES mochte, der ist hier genau richtig. Zudem lässt der Streifen jede Menge Interpretationen zu. Wird die Familie wirklich von einem Geist heimgesucht oder sind dies nur Wahnvorstellungen einer Frau, die die tragischen Ereignisse von damals nie verarbeitet hat? Die Meinungen diesbezüglich gehen auseinander – ich würde eher zu letzterem tendieren – obwohl dann das (gelungene) Ende nicht passen würde.

Der kleine Sohn nervt den Zuschauer mit der Zeit etwas mit seinem Geschrei und Genöle, aber er soll nun mal ein hyperaktives Kind spielen, von daher ist die Rolle eben so vorgesehen. Die Hauptdarstellerin ist mir unbekannt, liefert aber eine ordentliche Leistung ab.

Der Streifen bekommt insbesondere bei Amazon extrem viel schlechte Bewertungen. Das mag daran liegen, das viele den Trailer gesehen haben, der im Endeffekt doch einen lupenreinen Horrorfilm anpreist, was BABADOOK aber nicht ist, sondern eher ein Drama, das im Horrorgenre spielt.

Ansonsten gibt es hier nämlich nicht viel auszusetzen, besonders der Ton ist äußerst gelungen und die Geräusche die von alles Seiten aus den Boxen hallen, sind schon ziemlich spooky. Auch die Designer des Babadook-Buches haben sich wahnsinnig viel Mühe gegeben – das Büchlein ist sehr liebevoll gestaltet.

Fazit: Menschen, die gerne ruhige Horrordramen sehen sind hier genau die richtige Zielgruppe – aber auch nur die.

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WIR SIND JUNG WIR SIND STARK (Indigo)

am 08. September 2015 unter Drama abgelegt

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Rostock im Jahre 1992. Viele Jugendliche sind nach der Wende arbeitslos und wissen nicht wirklich was sie den ganzen Tag treiben sollen. Stefan, der Sohn eines kommunalen Politikers ist ebenfalls in einer Gruppe dabei, obwohl er sich nicht ganz mit ihnen identifizieren kann. Im Laufe der Zeit richten sich die Aggressionen der Rostocker Einwohner gegen das Asylantenwohnheim, auch weil man glaubt, das diese ihnen ihre Jobs wegnehmen. Mehr oder minder aus Langeweile schließen sich Stefan und seine Kumpels den Krawallmachern an. Mit der Zeit jedoch und unter dem Einfluss des Neonazis Sandro, nähert sich ihre Einstellung immer mehr der rechten Szene, bis es zur Katastrophe kommt.

Wer mich kennt, weiß um meine Affinität zum deutschen Film, und ich versuche so ziemlich jeden zu sehen, der mir in die Hände fällt. Besonders im Bereich Drama sind die Filme aus unserem Land ganz stark. Bei WIR SIND JUNG WIR SIND STARK trifft dies jedoch nur bedingt zu (interessanterweise ist der Regisseur hier ein Afghane, der in Deutschland aufwuchs).

Natürlich kann ich die Intention verstehen, das triste Leben der Jugendlichen zum damaligen Zeitpunkt einzufangen, weshalb im ersten Teil ja auch bewusst schwarz-weiß gedreht wurde. Doch die Dialoge wirken teilweise sehr aufgesetzt und die Gespräche der Jugendlichen sind eigentlich ziemlich lapidar. Da könnte man natürlich auch wieder entgegnen, das dies gerade gelungen ist, weil es die Perspektivlosigkeit verstärkt.

Die Wandlung von Stefan zum Fremdenhasser ist für mich auch nur bedingt nachvollziehbar, obwohl Jonas Nay (seit Homevideo einer meiner Lieblingsdarsteller) seine Rolle schon gut spielt.

Zudem ist der Streifen auch in den Nebenrollen sehr gut besetzt.

Für meinen Geschmack zieht sich das ganze dann aber doch etwas in die Länge, auch wenn der Film gegen Ende, als es zu den Gewaltausbrüchen kommt, noch spannend wird und die Handlungsweisen der Protagonisten, wohl genau so stattgefunden hat (siehe Wikipedia).

Es gibt sicher Menschen, die diesen Film grandios finden. Die damalige Zeit wurde optisch sehr gut eingefangen, die Klamotten und die Musik sind authentisch. Trotzdem hat mich WSJWSS insgesamt nur bedingt überzeugt und besitzt für einen 2stündigen Film zudem einfach zu viel Leerlauf.

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FRONTERA (Lighthouse)

am 08. September 2015 unter Drama, Thriller abgelegt

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Im Grenzgebiet zwischen den USA und Mexiko kommt die Frau des ehemaligen Sheriffs ums Leben, als ein paar halbstarke Jungs ein wenig Spaß daran haben, Mexikaner zu erschrecken und in der Gegend herumballern. Madame wird zwar nicht getroffen, stürzt aber vom scheuenden Pferd, und landet unglücklich mit dem Hinterkopf auf einem Stein. Die Polizei verdächtigt natürlich sofort Miguel, weil dieser gerade in der Nähe war und eh schon vorverurteilt ist ,weil er illegal in die USA einzuwandern versuchte. Doch der ehemalige Sheriff ahnt das hier etwas nicht stimmt und stellt auf eigene Faust Ermittlungen an, was seinem Nachfolger gar nicht passt. Als Miguels Frau ihrem Gatten beistehen will, gerät sie in die Hand von einer Schleuserbande…

Und genau dieser Teil ist der einzige kleine Kritikpunkt eines ansonsten durchaus gelungenen Films. Denn so wirklich bringt dieser Handlungsstrang den Film nicht nach vorne. Man wollte hier aber wohl die Problematik aufzeigen, die es an der Grenze immer noch gibt und wie Schleuser die gutgläubigen Mexikaner ausnehmen und für ihre Zwecke missbrauchen.

Oder man glaubte Frau Langoria eine Chance zu bieten, ihr schauspielerisches Talent zu beweisen . Doch wo nichts ist, kann man auch nichts beweisen und so bleibt es bei den üblichen 2 Gesichtsausdrücken.

Ed Harris jedoch spielt als ehemaliger Sheriff den Rest des Casts locker gegen die Wand, wird im Alter immer besser und bekommt irgendwie die Rollen ab, die früher Tommy Lee Jones angeboten worden wären. Zudem gibt es tolle Landschaftsaufnahmen, die das Geschehen visuell geschickt unterstützen.

Wer nach dem Cover geht und glaubt hier einen Western zu sehen zu bekommen, liegt völlig falsch. Zwar tragen die Darsteller ab und zu einen Hut, das ist aber auch der einzige Bezug zu einem Film des o.g. Genres.

Vielmehr ist FRONTERA ein gelungenes Drama, das die Problematik an den Grenzen zwischen der USA und Mexiko aufzeigt, eingebettet in eine fiktive Rahmenhandlung.

Wer Filme wie BORDERLAND mochte, liegt hier richtig, wenn er auch teilweise etwas elegisch gerät. Das wird jedoch durch die tolle Leistung von Ed Harris mühelos kompensiert.

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RISE OF THE ANIMALS (wird zum Schutze des Vertriebes nicht angezeigt)

am 08. September 2015 unter Horror abgelegt

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Zuerst muss ich vorausschicken, dass ich mir diesen Schund nur angesehen habe, weil ich dazu gezwungen wurde (Insider wissen Bescheid). Die „Handlung“ entnehme ich Amazon, denn für diesen Schrott noch eine eigene zu entwerfen ist mir zu mühsam.

Das normale Leben war gestern. Heute agieren die Tiere diese Welt, als wären sie tollwütig. Sie töten jeden Menschen, dessen sie habhaft werden. Ob Kaninchen, Eichhörnchen oder Löwe jedes Tier ist tödlich! Ein junger Mann, sein bester Freund und seine Schwester überleben die Tier-Apokalypse, und das sogar anfangs ganz gut. Denn einer der Männer darf sich im Bett mit einer absoluten Traumfrau vergnügen. Die ist am nächsten Tag jedoch verschwunden. Die Freunde suchen nach ihr, aber wie sich zeigt, wurde sie ein Opfer der Tiere und die Biester sind noch immer hungrig!

Jetzt könnte man ja meinen, das man hieraus zumindest einen ironischen Horrorfilm hätte drehen können, wie etwa den durchaus unterhaltsamen ZOMBIBER. Zwischen diesem Streifen, aber auch anderem Trash wie BIG ASS SPIDER oder SHARKNADO liegen jedoch noch Welten und diese sind gegen RISE OF THE ANIMALS wahre Oscarkandidaten.

Die ach so gefährlichen Tiere sind entweder hundsmiserable CGIs, die selbst ein Hirnamputierter besser hinbekommen hätte oder…Stofftiere !!!! Auch wenn man jetzt erwidern könnte, das das ja noch lustig ist – das erfüllt definitiv selbst nicht meinen, doch geringen Anspruch, wie ein Trashfilm auszusehen hat. Für diesen Müll müsste man sich im deutschen Alphabet noch einen neuen Buchstaben ausdenken, denn Z-Film reicht hier schon nicht mehr.

Im Making of lernen wir dann den Macher (Regisseur wäre unangebracht) dieses kruden Schrotts kennen, der vollkommen zugekifft scheint, was dann wiederum zu dem Murks passt, den er hier abgeliefert hat.

Dies wäre der erste Film, der wirklich eine NULL-CHUCKY-Bewertung verdient hätte – leider finde ich die Originalgraphik nicht mehr, so muss ich mir eben etwas ausdenken, was den einen rechtfertigt und da muss ich sagen…das Cover ist cool…ist doch auch was oder?

Fazit: Jeder, der für diesen Film auch nur einen Cent bezahlt, würde sich wünschen, er hätte diesen lieber einem Bettler in den Hut geworfen. Und wer glaubt, das das wenigstens noch lustig ist, der irrt. Das einzige Gute daran: Nach einer Stunde ist diese Zelluloid-Verschwendung vorbei. Unfassbar, das so etwas veröffentlicht wird.

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