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Archiv des Monats August 2015

DAS MÄCHEN HIRUT (Alamaode/ALIVE)

am 11. August 2015 unter Drama abgelegt

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Wir befinden uns im Jahre 1996 in Addis Abeba. Die Rechtsanwältin Meaza vertritt für eine staatlich finanzierte Organisation Frauen vor Gericht, die misshandelt wurden. Da bekommt sie eher zufällig den Fall der erst 14-jährigen Hirut mit. Diese wurde entführt und vergewaltigt. Als sie aus dem Haus des Peinigers floh, erschoss sie ihn auf der Flucht. Nach alten Traditionen der Äthiopier ist die Entführung einer erwählten Frau aber vollkommen normal und wird in ländlichen Gebieten regelmäßig so durchgeführt. Für diese Menschen ist Hirut eine Mörderin. In den Augen von Meaza hat sie sich nur verteidigt und es stellt sich nun die Frage welches Gesetz greift. Das ungeschriebene, traditionelle oder die moderne Rechtsprechung. Als Hirut Angst um ihr Leben haben muss, bringt sie Meaza in einem Waisenhaus unter, doch das Mädchen hat Sehnsucht und will zurück zur Familie, wo aber ihre vermeintlichen Mörder schon warten.

Man sollte es kaum glauben, das diese wahre Geschichte gerade mal 20 Jahre her ist und das es solche Traditionen immer noch gibt auf dieser Welt, auch wenn Äthiopien nun nicht als besonders fortschrittliches Land gilt.

Eine überraschend starke Performance liefern dabei die Anwältin und ihre Klientin ab. Gerade die Handlungsweisen und Reaktionen des Mädels sind glaubhaft und intensiv dargestellt.

Allerdings ist der Streifen insgesamt schon relativ trocken. Hier dominieren die Dialoge zwischen den Protagonisten sowie den Rechtsanwälten und Richtern.

Trotzdem ist DAS MÄDCHEN HIRUT mehr als ein simples Gerichtsdrama, dessen Urteil auch wegweisend für die Rechtsprechung in dem Land war.

Nun habe ich also auch mal einen äthiopischen Streifen gesehen, der zwar professionell gedreht ist, bei dem allerdings die Geschichte ab und an ein wenig abgehackt wird und einige Schnitte ziemlich hart wirken.

Wem dieses Thema nicht zu kompliziert ist und gerne solche Filme sieht, macht hier nichts falsch. Ausführende Produzentin ist übrigens Angelia Jolie!

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A MOST VIOLENT YEAR (Universum Film)

am 11. August 2015 unter Drama abgelegt

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Wir schreiben das Jahr 1981. Spediteur Abel Morales erhält den Zuschlag für ein Grundstück, das ihm viel Profit im Ölgeschäft bringen sollte. Doch er kann zunächst nur die Anzahlung begleichen. Der Rest der Summe wird mit der Zeit zum Problem, da unbekannte Täter immer wieder seine Lastwagen überfallen und ihn somit schwer schädigen. Also muss er Klinkenputzen gehen um bei Leuten den Rest des Betrages zusammenzubekommen, doch die Überfälle gehen weiter. Als die Fahrer beginnen eine Waffe auf ihre Tour mitzunehmen ist das der Anfang vom Ende….

Gegen die Geschichte ist nichts einzuwenden. Ich kenne keinen Film mit einer ähnlichen Thematik – die Umsetzung ist leider nicht so gelungen wie die Story, denn in den unfassbar langen 125 Minuten kommt maximal 10 Minuten etwas Spannung auf.

Oscar Isaac versucht Andy Garcia zu kopieren, bräuchte dafür aber mehr als die ihm zur Verfügung stehenden 2 Gesichtsausdrücke. Und die von mir sehr geschätzte Jessica Chastain sollte mal anfangen, sich ihre Rollen besser auszusuchen, denn wie auch schon im Weltraumquark INTERSTELLAR ist sie hier bestenfalls schmückendes Beiwerk – da hat sie doch wesentlich mehr Potenzial (siehe ZERO DARK THIRTY)

So bleibt unter dem Strich ein Streifen, der einfach nicht in die Gänge kommen will, auch wenn man sich als Zuschauer danach sehnt.

Ich habe nichts gegen dialoglastige Filme, dann sollten aber eben diese Dialoge auch in irgendeiner Form Interesse wecken oder Spannung erzeugen. Dies ist hier nicht der Fall.

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VERJÄHRUNG (Edel)

am 05. August 2015 unter Suspense, Thriller abgelegt

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Mittlerweile ist es 15 Jahren her das Ha-kyungs Tochter entführt und ermordet wurde. Kommissar Cheong-ho war besessen von dem Fall, konnte ihn aber bis heute nicht lösen. In Südkorea ist es jedoch so, das nach eben diesen 15 Jahren eine Tat als verjährt gilt, also versucht der Kommissar noch einmal alles um den Fall aufzuklären, zumal am damaligen Tatort jemand eine Rose hinterlegt hat. Sollte diese von dem Killer stammen? Als kurz darauf ein weiteres Mädchen verschwindet und der Fall ziemlich viele Parallelen zu den damaligen Ereignissen aufweist, scheint es so, als wäre der Täter aus seinem Versteck gekrochen um wieder zuzuschlagen.

Ich kann mich nicht erinnern, wann ich das letzte Mal einen Film gesehen habe, der so viele Wendungen zu bieten hatte. Fast im 5 Minuten Takt entsteht eine neue Perspektive und der Zuschauer (und auch der Polizist) wird auf eine falsche Spur gelockt. Und diese Twists sind auch alle nicht übertrieben, sondern immer nachvollziehbar und durchaus glaubwürdig.

Selbst kurz vor Schluss, als alles klar zu sein scheint, wird man noch einmal in die Irre geführt. Klasse.

Der Film ist stilistisch eher amerikanisch als asiatisch und sollte deshalb auch den europäischen Augen gefallen. Auch die Darsteller spielen eher zurückhaltend, was bei Filmen aus diesem Land nicht unbedingt eine Selbstverständlichkeit ist.

Wer auf Thriller steht, in denen man ständig auf eine falsche Spur geführt wird (wie zB in THE BODY ) dem wird VERJÄHRUNG auf jeden Fall zusagen.

Für mich ein absoluter Geheimtipp, der bereits nach 3 Minuten volle Fahrt aufnimmt. Zudem ist das Bild der Blu Ray gestochen scharf, was den Sehgenuss noch verstärkt.

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BEVOR DER WINTER KOMMT (Polyband/WVG)

am 05. August 2015 unter Reviews abgelegt

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Paul ist ein erfolgreicher Arzt und seit 30 Jahren glücklich mit Lucie verheiratet. Doch in einer Bar lernt er die junge und unkomplizierte Lou kennen. Sie versucht auch, sich ihm anzunähern, doch Paul wehrt dies ab. Als der Arzt plötzlich täglich Blumen geschickt bekommt, ist er sich sicher, das diese von ihr stammen. Als er bei einer OP einen Zusammenbruch erleidet wird er beurlaubt. In dieser Zeit macht er sich viele Gedanken. Ist seine Ehe noch in Ordnung? Wieso ist ihm sein Sohn so fremd geworden? Als Paul Lou wiedertrifft, kommen ihm immer mehr Zweifel an seinem Leben…

Selten habe ich einen Film gesehen, der in der A-Note fast nichts richtig macht, in der B-Note aber eigentlich die volle Punktzahl erhalten müsste.

Erstere verteile ich immer für die Geschichte und die ist hier einfach zu langatmig erzählt, zumindest für einen Film der auf eine satte Laufzeit von 110 Minuten kommt. Zu viele Dinge wiederholen sich und die Story geht nicht wirklich nach vorne. Als man nach einer guten haben Stunde glaubt, das der Film nun ein wenig Spannung bekommt, bremst Regisseur Phillippe Claudel diese sofort wieder aus.

Das ist schade, denn sonst macht er hier wirklich alles richtig. Der Cast ist brillant. Insbesondere Frau Scott Thomas spielt ihre Rolle überragend. Daniel Auteil ist ganz schön rund geworden, schauspielerisch aber natürlich über jeden Zweifel erhaben.

Dazu gesellen sich schöne Kameraaufnahmen, ein glasklares Bild und ein wirklich gelungener Soundtrack. Hier kann man echt nicht den Ansatz eines negativen Punktes vergeben.

Doch leider zieht sich eben die Geschichte zu sehr.

Trotzdem gebe ich dem Film im Gesamteindruck noch eine gute Bewertung, wobei hier mit etwas mehr Spannung und einer Straffung der Laufzeit deutlich mehr möglich gewesen wäre.

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THE BOY NEXT DOOR (Universal Pictures)

am 05. August 2015 unter Thriller abgelegt

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Claire unterrichtet Literatur am örtlichen College und lebt von ihrem Mann getrennt. Ihr Sohn Kevin ist ein lieber, aber schüchterner Kerl, der gerne mal von den Mitschülern geärgert wird. Eines Tages zieht im Nachbarhaus der charmante 19-jährige Noah bei seinem Großvater ein. Er kümmert sich um Kevin, ist allerdings auch ständig damit beschäftigt, Claire schöne Augen zu machen, die sich dann auch prompt auf einen One Night Stand einlässt. Als sie ihm mitteilt, das dies eine einmalige Sache bleiben muss, ist dieser nicht bereit dies zu akzeptieren und zeigt sein wahres Gesicht.

Frau Lopez versucht sich mal wieder als Schauspielerin. Immerhin muss man ihr zu Gute halten,das sie sich für eine Frau ihres Alters sehr gut gehalten hat und man kann auch nachvollziehen, wieso sich ein 19jähriger für sie interessiert. Schauspielerisch ist das wie erwartet aber überschaubar. Beim Vögeln macht sie immerhin einen überzeugenden Eindruck, als Mutter eher nicht.

Der schlimmste Killer eines Thrillers ist Vorhersehbarkeit. Ohne die Geschichte zu kennen, kann man praktisch vorher schon absehen, was als nächstes passieren wird. Der abschießende Showdown wirkt zudem übertrieben.

Zwar gibt es auch die ein oder andere gute Idee (Bilder im Klassenzimmer), was aber trotzdem nicht darüber hinwegtäuscht, das wir hier einen unspektakulären und überraschungsarmen Thriller vorgesetzt bekommen, der aber immerhin mit gestylten Hochglanzbildern aufwarten kann..

Daher kann man ihn auch nicht vollständig zerreißen, dafür ist er einfach zu gut gedreht. Wer alle 5 Jahre mal einen Thriller schaut, dem könnte dieser Streifen gefallen, der Rest wird sich eher langweilen.

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SILENT TRIGGER (Koch Media)

am 05. August 2015 unter Action, Thriller abgelegt

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Waxman ist ein ehemaliger Special Force, hat aber nun das Metier gewechselt und arbeitet als Auftragskiller für die „Agency“. Doch langsam kommen ihm Zweifel an seinem Handeln und prompt verbockt er einen Auftrag in Mexiko, wo er eine Politikerin töten sollte. Er und seine Späherin Clegg müssen verschwinden. Einige Zeit später führt sie jedoch das Schicksal wieder zusammen, als er ein neues Ziel eliminieren soll und die beste Schussposition befindet sich im Algonquin-Tower. Doch auch hier ereilen ihn wieder Zweifel und auch einer der Wachleute ist ziemlich hartnäckig bemüht ihn an dem Vorhaben zu hindern.

Russell Mulcahy ist einer der Regisseure, die bis heute davon leben, für die Inszenierung eines Kultfilms verantwortlich gewesen zu sein (Für die Experten unter Euch, welcher was das? Zu gewinnen gibt es einen Oreo Keks). Davon zehrt er heute noch, obwohl er schon den ein oder anderen ganz passablen Streifen gedreht hat.

Auch SILENT TRIGGER zählt zu dieser Kategorie. Den habe ich nun zum ersten Mal gesehen und war einigermaßen überrascht, denn der Streifen hat eine schöne Atmosphäre, besonders der Teil, der sich in dem Gebäude spielt.

Die Story ist natürlich nicht gerade innovativ, aber das wird auch keiner von einem Film mit Dolph Lundgren erwarten, der schauspielerisch natürlich einige Defizite hat, aber seine Rolle trotzdem gut ausfüllt.

Das Bild des mittlerweile 20 Jahren alten Streifens ist frei von Grieseln, wirkt insgesamt auf dem Beamer aber etwas unscharf. Der Ton ist in Ordnung, bei Explosionen und Schüssen knallt es kräftig aus den Boxen, da man dem Ton auch auf 5.1. aufgemotzt hat.

Ob SILENT TRIGGER jetzt DER Film ist auf den alle gewartet haben, würde ich bezweifeln, aber für Fans des Hünen sicherlich eine willkommene Veröffentlichung, auf einer ordentlichen Blu Ray.

Bewertung entfällt da der Film vor 2000 erschienen ist.