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Archiv für den 02. April 2015

DER FREIE WILLE (Studio Canal)

am 02. April 2015 unter Drama abgelegt

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Nach neun langen Jahren wird Theo aus dem Knast entlassen. Drei Vergewaltigungen mit Körperverletzung waren der Grund für seine Haftstrafe. Er landet mit Hilfe eines Sozialarbeiters in einer WG und bekommt auch recht schnell einen Job in einer Druckerei. Sein Verhältnis zu weiblichen Wesen ist weiterhin gestört, doch scheint er diesen Trieb unter Kontrolle zu haben. Er fühlt sich zwar sehr einsam, hat aber eben durch sein Leiden wirkliche Probleme, jemanden an sich heran zu lassen. Eher zufällig lernt er die Tochter seines Chefs kennen und freundet sich mit ihr an. Zum ersten Mal schafft es Theo wirklich körperliche Nähe zu einer weiblichen Person aufzubauen, doch bald holt ihn die Vergangenheit wieder ein.

Ein schwieriges Thema hat sich Matthias Glasner für seinen neuesten Film ausgesucht. Sexueller Missbrauch gilt in der Öffentlichkeit mindestens als genauso schweres Verbrechen wie Mord. Dessen ist sich Glasner durchaus bewusst. Die ersten Minuten bekommt der Zuschauer eine von Theos Vergewaltigungen zu sehen, und zwar in einer solch krassen Form, wie ich sie bislang nicht kannte (und schon gar nicht aus deutschen Filmen). Das ist wirklich härtester Stoff, den man hier geboten bekommt, aber um dem Film die nötige Authentizität zu verleihen, ist dies durchaus angebracht. Auch die letzten zehn Minuten sind übrigens sehr drastisch dargestellt, wenn auch vollkommen anders gelagert.

Dazwischen liefert Jürgen Vogel in der Rolle des Theo eine absolute Glanzleistung ab. Obwohl man ihn als Zuschauer schon verachtet, keimt an mancher Stelle doch Mitleid für den Protagonisten auf, da er sich durchaus im Klaren darüber ist, dass er unter einer Krankheit leidet und wirklich alles versucht, um diese nicht wieder ausbrechen zu lassen.

Doch seine Lauflänge von über 2 ½ Stunden wird dem Film letztendlich in meinen Augen teilweise zum Verhängnis.Viel zu häufig verharrt die Kamera ewig lange auf einer Szene, wohl um die Intensität zu erhöhen. Auf mich wirkt das aber leider sehr oft künstlich aufgebläht. Sicherlich ist es nicht ganz einfach die gesellschaftliche Integration von Vogels Charakter kurz zu fassen, doch gelegentlich übertreibt es Glasner doch zu sehr und der Filmfluss wird dadurch erheblich gestört.

Sehr positiv fällt jedoch schon auf, dass der Regisseur versucht, weder Partei für den Triebtäter zu ergreifen, noch ihn allzu sympathisch darzustellen – in diesem Bereich hat er im Gegensatz zur Lauflänge wirklich die richtige Mischung gefunden und mit Vogel wohl auch die ideale Besetzung..

Fazit: Ein etwas zu lange geratenes, aber immerhin sehr intensiv erzähltes Drama mit einem superben Hauptdarsteller, das eines unserer Tabu-Themen würdig auf die Leinwand bringt. Daher gibt’s von mir hierfür

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THEM (Ascot Elite)

am 02. April 2015 unter Horror, Thriller abgelegt

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Clementine und Lucas sind gerade in ein schickes Häuschen außerhalb der Stadt gezogen. Während erstere an einer Schule unterrichtet, ist ihr Ehegatte Schriftsteller. Ihr Leben verläuft so weit in ruhigen Bahnen. Eines Tages schreckt Clementine aus dem Schlaf, weil sie merkwürdige Geräusche gehört hat. Das ist der Beginn einer langen Nacht, die für beide zum reinsten Horror mutieren wird.

Viel mehr kann man hier als Zusammenfassung nicht schreiben, weil die Story einfach nicht mehr hergibt. Natürlich wäre es möglich einige besondere Szenen zu verraten, auf der anderen Seite nimmt das dann aber auch die Spannung des Films vorweg.

Fakt ist auf jeden Fall, das insbesondere Olivia Bonamy ihre Rolle absolut glaubwürdig rüberbringt. Die Angst in ihrem Gesicht wirkt erschreckend real und ihre Aktionen und Reaktionen auf die Geschehnisse sind nachvollziehbar und nicht schwachsinnig wie in diversen Teenie-Slashern. Ihr Partner schneidet hingegen einen Tick schlechter ab.

Der Film dauert zwar „nur” 75 Minuten – das ist in diesem Fall aber die richtige Entscheidung, weil dies für mein persönliches Empfinden genau die richtige Laufzeit ist. Hätte man den Terror noch mehr in die Länge gezogen (was ohne weiteres möglich gewesen wäre), hätte das ganze zu eintönig werden können.

Viele Einstellungen wurden mit der Handkamera aufgenommen, die ja nicht unbedingt zu meinen Lieblings-Stilmitteln gehört, aber in diesem Fall kann man wirklich damit leben, da sie die Angst der Protagonisten für den Zuschauer noch verstärkt. Außerdem wird sie so eingesetzt, dass man trotzdem dem Geschehen problemlos folgen kann, da sich das Gewackele in Grenzen hält.

Ein dickes Lob geht vor allem an die beiden Regisseure. Die haben wohl „The others” gesehen und dachten sich „einen spannenden Film ohne jegliche Special Effects können wir auch drehen”, denn abgesehen von etwas Kunstblut verlässt sich der Film alleine auf seine Spannung. Diese wird fast ausschließlich durch Geräusche erzeugt.

Die Auflösung der Geschichte ist doch überraschend und nur wer ganz am Anfang genau aufpasst, kann sie erahnen. Genial hierbei die zweitletzte Einstellung von „Them”, die ich aber nicht verraten darf, die aber, soviel darf ich glaub ich sagen, mit einem Verkehrsmittel zusammenhängt.

7 Chuckys für dieses sehr gelungene Low Budget Werk, das, was die Spannung angeht, praktisch die ganze Laufzeit kaum schwächelt.

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FREEDOM WRITERS (Paramount)

am 02. April 2015 unter Reviews abgelegt

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Man kann sie mögen oder nicht – Hilary Swank hat schon sehr viele verschiedene Rollen verkörpert, die andere ihrer Zunft in ihrem ganzen Leben wohl nicht schaffen werden. Das spricht für sie. Außerdem hat sie ein wirklich gutes Gespür bei ihrer Rollenauswahl.

In „Freedom Writers” verkörpert Swank die unerfahrene, aber dennoch engagierte Lehrerin Erin Gruwell, die einer hoffnungslosen Klasse zugeteilt wird. Die unterschiedlichen Rassen mögen sich nicht und der Unterricht ist eigentlich nur eine Farce. Doch eines Tages ändert eine kleine Zeichnung die festgefahrene Meinung der Kids. Als „Miss G” diese einem Schüler entwendet und darauf einen Afroamerikaner erkennt, mit den für ihn typischen Merkmalen wie die dicken Lippen, schafft sie es der Klasse klarzumachen, dass sie auch in ihrer Gang nichts sind – sollten sie erschossen werden, sind sie keine Helden, sondern nach einigen Wochen einfach nur vergessen. Das rüttelt die Schüler erstmals wach. Dann beginnt sie über das Dritte Reich und den Holocaust zu erzählen und schafft es die Jugendlichen für die Geschichte zu interessieren. Da die Schulleitung allerdings nicht gewillt ist, sie in ihren außergewöhnlichen Methoden zu unterstützen, nimmt Gruwell noch zwei Nebenjobs an, um den Jugendlichen Büchern zu kaufen und ihnen einen Ausflug ins Museum für Geschichte zu ermöglichen. Daran geht letztendlich auch ihre Ehe kaputt. Doch Gruwell kämpft weiter für ihre Klasse. Die Schüler sollen fortan Tagebücher schreiben, die sich die Lehrerin (wenn die Person es möchte) ansehen wird. Was sie da teilweise zu lesen bekommt, schockiert sie zutiefst. Ihre ungewöhnlichen Maßnahmen an die Kids heranzukommen, stoßen zudem nicht auf viel Gegenliebe bei dem Direktor und seiner Assistentin. Zudem hat „Miss G” nicht die Befähigung, die Klasse auch noch in den nächsten Jahren zu unterrichten, da sie keine Erfahrung mit Elftklässlern hat und auch nicht die nötigen Voraussetzungen mitbringt. Doch die Schüler kämpfen um ihre Lehrerin, die sie aus der Lethargie und ihren festgefahrenen Meinungen und Vorurteilen herausgerissen hat.

Der Inhalt dieses Films ist wesentlich komplexer als es zunächst den Anschein hat. Insbesondere die Geschichte über Hitler und den Holocaust nimmt eine große Zeit des Films in Anspruch und bewirkt den Wandel in den Köpfen der Schüler.

Jeder, der sich die Geschichte des Films auf der Cover-Rückseite durchliest, wird sofort sagen „Ach nee, wieder ein dämlicher Dangerous Minds-Abklatsch”. Doch das Gegenteil ist der Fall. Da, wo der Film mit Michelle Pfeiffer nur an der Oberfläche kratzte, sticht „Freedom Writers” tief hinein.

Sowohl die Lehrerin als auch das „Freedom Writers”- Projekt (welches beinhaltete, dass alle Schüler ihre Tagebücher am Ende des Schuljahres in eine Buchform brachten) sind keine erfundenen Figuren – die Personen gab es allesamt wirklich. Die echte Erin Gruwell kommt auch in den Extras zu Wort und zeigt sich beeindruckt von dem Film. Auch Hillary Swank schiessen beim Abschied nach den Dreharbeiten tatsächlich Tränen in die Augen. Das fand ich schon sehr ergreifend. Überhaupt lohnen sich bei diesem Film die Extras, da man dort die wahren Hintergründe genauestens geschildert bekommt.

Dass es ein Film dieses Genres schafft, bei mir an manchen Stellen Gänsehaut hervorzurufen, rechne ich dem Streifen hoch an. Die einfühlsame Erzählweise von Regisseur La Gravenese und das unbedarfte Spiel der Kids, die alle null schauspielerische Erfahrung mitbrachten, ergeben im Gesamtbild ein überzeugendes Werk, das zum Nachdenken anregt und nachhaltig Rassismus anprangert.

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THE BUTCHER (Rough Trade)

am 02. April 2015 unter Horror abgelegt

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Sechs Herrschaften sind auf dem Weg nach Las Vegas, um sich zu amüsieren. Doch dazu kommt es nicht, denn dem Fahrer läuft ein Mädchen vors Auto. Daher muss er ausweichen und mit voller Geschwindigkeit in einen Wald abbiegen. Pech nur, dass eine der Damen gerade aus dem Dach herausschaute, um einem Typen im Truck ihre Brüste zu zeigen. Diese bleiben zwar dran, der komplette Rumpf allerdings nicht, da ein dicker Ast in Kopfhöhe den Körper in zwei Teile zerlegt. Tja, jetzt stehen Sie da mit einer zweigeteilten Dame und einem demolierten Auto. Was tun in der Einöde? Da taucht am Horizont Rauch auf, und wo Rauch ist, sind normalerweise auch Menschen. Also begibt man sich dorthin, um Hilfe zu holen, mit Ausnahme der Freundin der kurz zuvor Verblichenen. Die bleibt beim Auto und trauert. Denn die beiden waren ein lesbisches Paar. Natürlich ist klar, dass die von dem Killer als erste beseitigt wird. Der Rest der Gruppe findet alsbald ein Haus und erhofft sich von dessen Bewohnern Hilfe – da haben sie nur leider falsch gedacht, denn hier wohnt der Fahrer des Trucks, und der ist nicht unbedingt freundlich gestimmt.
Das ist natürlich nicht gerade wahnsinnig innovativ, aber immerhin gibt es auch ein paar positive Sachen anzumerken. Obwohl es sich um einen typischen Slasher handelt, scheint Regisseur Gorsuch immerhin erkannt zu haben, dass sich unter dem Schlachtvieh auch zwei durchaus talentierte Schauspieler befinden, was man an der Tatsache erkennt, dass die am längsten überleben.
Für ein Erstlingswerk ist der Film auch gar nicht mal grootenschlecht. Es kommt halt immer darauf an, mit welchen Erwartungen ich mir so einen Streifen ansehe. Aber keiner wird sich dieses Ding ausleihen oder kaufen, und sich davon einen intelligenten, mit anspruchsvollen, hochtrabend gespickten Dialogen erwarten.
Und noch was gibt es positiv anzumerken. Das Genre-übliche dumme Geschwätz der Herrschaften im Auto nimmt nur knapp zehn Minuten der Filmzeit in Anspruch – es geht also relativ schnell zur Sache, wobei sich der Splattergehalt einigermaßen in Grenzen hält, da vieles nur angedeutet wird.
Mit einer Freigabe „ab 16 Jahren” hätte ich auch keine Probleme gehabt. Aber das rote Schildchen auf der Rückseite eines Horrorfilms verlockt doch immer noch einen Tick mehr, sich die DVD zu besorgen.
Fazit: Passabler, teilweiser sogar einigermaßen ansprechend gefilmter Slasher, der dem Genre nichts Neues hinzufügt, aber die ohnehin niedrigen Erwartungen erfüllt und recht passabel unterhält. Wieso der Film „The Butcher” heißt, will sich mir nicht ganz erschließen, hört sich aber schön brutal an, gell?

Sechs Herrschaften sind auf dem Weg nach Las Vegas, um sich zu amüsieren. Doch dazu kommt es nicht, denn dem Fahrer läuft ein Mädchen vors Auto. Daher muss er ausweichen und mit voller Geschwindigkeit in einen Wald abbiegen. Pech nur, dass eine der Damen gerade aus dem Dach herausschaute, um einem Typen im Truck ihre Brüste zu zeigen. Diese bleiben zwar dran, der komplette Rumpf allerdings nicht, da ein dicker Ast in Kopfhöhe den Körper in zwei Teile zerlegt. Tja, jetzt stehen Sie da mit einer zweigeteilten Dame und einem demolierten Auto. Was tun in der Einöde? Da taucht am Horizont Rauch auf, und wo Rauch ist, sind normalerweise auch Menschen. Also begibt man sich dorthin, um Hilfe zu holen, mit Ausnahme der Freundin der kurz zuvor Verblichenen. Die bleibt beim Auto und trauert. Denn die beiden waren ein lesbisches Paar. Natürlich ist klar, dass die von dem Killer als erste beseitigt wird. Der Rest der Gruppe findet alsbald ein Haus und erhofft sich von dessen Bewohnern Hilfe – da haben sie nur leider falsch gedacht, denn hier wohnt der Fahrer des Trucks, und der ist nicht unbedingt freundlich gestimmt.

Das ist natürlich nicht gerade wahnsinnig innovativ, aber immerhin gibt es auch ein paar positive Sachen anzumerken. Obwohl es sich um einen typischen Slasher handelt, scheint Regisseur Gorsuch immerhin erkannt zu haben, dass sich unter dem Schlachtvieh auch zwei durchaus talentierte Schauspieler befinden, was man an der Tatsache erkennt, dass die am längsten überleben.

Für ein Erstlingswerk ist der Film auch gar nicht mal übel. Es kommt halt immer darauf an, mit welchen Erwartungen ich mir so einen Streifen ansehe. Aber keiner wird sich dieses Ding ausleihen oder kaufen, und sich davon einen intelligenten, mit anspruchsvollen, hochtrabend gespickten Dialogen erwarten.

Und noch was gibt es positiv anzumerken. Das Genre-übliche dumme Geschwätz der Herrschaften im Auto nimmt nur knapp zehn Minuten der Filmzeit in Anspruch – es geht also relativ schnell zur Sache, wobei sich der Splattergehalt einigermaßen in Grenzen hält, da vieles nur angedeutet wird.

Mit einer Freigabe „ab 16 Jahren” hätte ich auch keine Probleme gehabt. Aber das rote Schildchen auf der Rückseite eines Horrorfilms verlockt doch immer noch einen Tick mehr, sich die DVD zu besorgen.

Fazit: Passabler, teilweiser sogar einigermaßen ansprechend gefilmter Slasher, der dem Genre nichts Neues hinzufügt, aber die ohnehin niedrigen Erwartungen erfüllt und recht passabel unterhält. Wieso der Film „The Butcher” heißt, will sich mir nicht ganz erschließen, hört sich aber schön brutal an, gell?

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GONE (Universal Pictures)

am 02. April 2015 unter Thriller abgelegt

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GONE – „Je weiter Du dich von zuhause entfernst, desto näher kommt die Angst”. Erst einmal ein dickes Lob an den Produktmanager, der sich diesen Satz ausgedacht hat, denn in Verbindung mit dem guten Cover wird man sich als Fan dieses Genres zumindest mal die Handlung auf der Rückseite durchlesen  Doch hält der Film auch was er verspricht?

Alex ist nach Australien gereist, um sich dort mit seiner Freundin Sophie zu treffen und gemeinsam mit ihr das Land zu erkunden. Dort angekommen hat er erst einmal Probleme sich zurechtzufinden. Glücklicherweise lernt er den etwa gleichaltrigen Taylor kennen. Die beiden verstehen sich innerhalb von kürzester Zeit sehr gut und verbringen zusammen mit zwei Mädels einen sehr amüsanten Abend. Am nächsten Morgen kann sich Alex an fast nichts mehr erinnern. Sein neuer Kumpel bietet ihm jedoch sofort an, ihn mit dem Auto zu seiner Freundin zu bringen, um ihm die mühsame Busreise zu ersparen. Das Angebot nimmt dieser natürlich dankend an. Auch Sophie hat bei ihrem Aufenthalt in Ingrid eine neue Freundin gefunden und so verbringt das Quartett einen feucht fröhlichen Abend. Am nächsten Morgen ist Ingrid jedoch verschwunden. Da auch Taylor keine direkten Pläne hat, was er in den kommenden Tagen unternehmen soll, fährt man nun zu dritt durch Australien. Mit der Zeit beschleicht Alex jedoch das ungute Gefühl, dass sein neuer Kumpel versucht, einen Keil zwischen ihn und seine Freundin zu treiben. Was führt Taylor im Schilde oder bildet sich das Alex alles nur ein? Nach einem Autounfall müssen die drei dann in einem Motel übernachten. Dort stellt sich eine entscheidende Wendung ein…

…die ich natürlich nicht verrate, denn ihr wollt Euch den Film ja noch ansehen.

Nun will ich wieder auf meine Ausgangsfrage zurückkommen, die sich aber nur mit einem deutlichen „jein” beantworten lässt. Positiv fallen die schauspielerischen Leistungen und die wunderschönen Naturaufnahmen des fünften Kontinents auf. Auch der günstige Preis von 10 Euro für einen ganz neuen Film verlockt zum Kauf.

Allerdings nimmt sich der Film schon einiges an Zeit, bis er mal ins Rollen kommt, denn bis die eigentliche Reise losgeht, sind nämlich schon mal locker dreißig Minuten „gone”. Danach hat der Film zwar durchaus einige gute Einfälle zu bieten, verliert zwischendurch aber immer wieder mal enorm an Tempo. Dafür sind die kleinen Intrigen und Spielchen, die Taylor treibt, durchaus unterhaltsam und auch bei weitem nicht so weit hergeholt wie etwa bei HITCHER.

Allerdings hätte man „Gone” spannender inszenieren können, die Grundvoraussetzungen hierfür waren insbesondere durch die weite Landschaft und die damit verbundene Einsamkeit und Ausweglosigkeit in einer Notsituation gegeben. Doch Regisseur Ledwidge vergeigt diesbezüglich einiges an guten Gelegenheiten.

Andererseits ist der Streifen insbesondere für ein Erstlingswerk sehr professionell in Szene gesetzt und beinhaltet einige wirklich gelungene Kamera-Einstellungen

So ist GONE insgesamt ein recht unterhaltsames Filmchen  geworden, das allerdings bei weitem nicht mit ähnlich gelagerten Genrekollegen wie etwa WOLF CREEK mithalten kann. Zeitverschwendung sind die 84 Minuten jedoch auch nicht.

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DIE ZEIT DIE MAN LEBEN NENNT (Ascot Elite)

am 02. April 2015 unter Drama abgelegt

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Dem jungen Pianisten Luca steht eine große Karriere bevor, denn sein Spiel hat etwas besonderes. So auch an diesem Abend, als er im Wettbewerb gegen andere Nachwuchskünstler antritt. Nach der Veranstaltung will man gemeinsam feiern gehen, doch dann wird er von einem Auto angefahren. Als er wieder aufwacht, stürzt seine Welt zusammen, denn er wird nie wieder laufen können. Mit der Zeit zieht er sich immer mehr zurück und hat für sich auch mit dem Klavierspielen abgeschlossen. Seine Freundin, die ihm regelmäßig schreibt, lässt er ebenfalls links liegen. Vollkommen desillusioniert versucht er kurz darauf sich umzubringen. Doch Roderick, ein anderer Patient der Reha-Klinik rettet ihn aus dem Wasser. Nach anfänglichen Schwierigkeiten freunden sich die beiden sehr unterschiedlichen Typen an und Luca muss erkennen, dass es seinem neuen Kumpel wesentlich schlechter geht als ihm, doch dieser lässt sich bei weitem nicht so gehen wie er und hat weiterhin erstaunlichen Lebensmut. Daraufhin fasst der junge Musiker einen Entschluss…

Deutsche Dramen sind nun wahrlich nicht die unbedingte Zielgruppe der meisten OFDB-Leser und Mitglieder, zumal diese dafür bekannt sind, gerne ins kitschige abzugleiten. Diese Gefahr droht bei „Die Zeit die man Leben nennt” auch minütlich, doch der Streifen bekommt gerade noch so die Kurve. Das liegt vor allem an seinem tollen Hauptdarsteller Kostja Ullmann, der als aufstrebender Jungstar der deutschen Schauspielszene gilt. Insbesondere wenn man ihn am Klavier sitzen sieht, vermittelt er den Eindruck, dass er dieses Instrument wirklich selbst spielt.

Schon etwas bekannter, weil auch älter, ist Hinnerk Schönemann, der des öfteren nur ganz knapp am Overacting vorbei streift. Allerdings ist seine Rolle auch schwer zu bewältigen, da er ja den genauen Gegenpart von Ullmanns Charakter darstellen soll – trotzdem wirkt er mir an manchen Stellen ein wenig zu aufgedreht..

Auffallend angenehm ist die Musik des Streifens, die sich überwiegend aus klassischen Stücken oder anderen Klavierballaden zusammensetzt. Besonders die Szenen, bei denen Luca vor Publikum auftritt, sind zudem sehr schön inszeniert und verleihen dem Film durch das Ambiente einen sehr edlen Stil.

Was mir etwas negativ auffiel ist, dass Regisseurin von Wietersheim ihren Film gegen Ende etwas zu sehr forciert. Baut sie die ersten 70 Minuten sehr langsam und behutsam auf, gehen mir einige Dinge zum Ende hin deutlich zu schnell (mehr kann ich aus Spoilergründen nicht verraten).

Trotzdem ist „Die Zeit die man Leben nennt” ein sehr schöner Film geworden, der auch dazu beitragen soll, dass Menschen nach Schicksalsschlägen den Lebensmut nicht verlieren sollen und ich denke dieses Ziel wird hier durchaus erreicht.

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PENNY DREADFUL (Universum Film)

am 02. April 2015 unter Horror, Thriller abgelegt

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Manchmal frage ich mich wirklich, wieso eine Firma einen Film herausbringt und dabei auf der Rückseite schon (fast) alles verrät. Bei „Penny Dreadful” ist das leider auch wieder passiert.

Eben diese Penny hat bei einem Autounfall ihre Eltern verloren, das Unglück aber selbst überlebt. Sie erlitt jedoch schwere Folgeschäden, denn es ist ihr fast unmöglich in einem Auto mitzufahren. Ständig überkommen sie Schwindel und Angstgefühle. Um dieses Trauma endlich zu überwinden, fährt sie mit ihrer Therapeutin in die Berge und muss dabei die ganze Zeit im Auto verbringen. Beinahe am Ziel angekommen fährt die Psychotante allerdings einen merkwürdigen Kerl im Bettleroutfit über den Haufen. Doch Glück im Unglück – der Mann hat keinen Kratzer abbekommen. Trotzdem sieht sie sich in der Verantwortung den Herrn wenigstens ein Stück mitzunehmen. Dieser nimmt das dankbar an. Schon im Auto offenbart sich, dass der neue Beifahrer ein äußerst komischer Kauz ist. Daher sind beide auch froh, als sie ihn wieder los sind. Doch kurze Zeit nachdem sie ihren merkwürdigen Mitfahrer abgesetzt haben, geht ein Reifen zu Bruch. Was tun? Mitten in der Einöde gefangen und ohne funktionierendes Handy? Doch das ist nicht das einzige Problem des Duos…

Sicher ist es nicht allzu schwer zu erraten, welches Problem gemeint ist. Trotzdem ist „Penny Dreadful” ein wirklich spannender kleiner Horrorfilm geworden, der aus nichts sehr viel macht. Da es ja auf der Rückseite steht, kann ich es auch verraten. Penny hat nur eine Chance dem Grauen zu entkommen, und das ist im Auto zu bleiben. Ihr eigentliches Trauma mutiert somit zur einzigen Überlebensmöglichkeit. Und genau das empfand ich als eine sehr originelle Idee, die man nicht dick und fett aufs Cover drucken muss.

Ansonsten gibt es hier nämlich wenig Anlass zur Kritik. Rachel Miner bleibt im Rahmen ihrer begrenzten schauspielerischen Möglichkeiten und Mimi Rogers spielt ihren Part souverän wie immer. Auch der Killer macht eine gute Figur – soll heißen, er wirkt auf den Zuschauer durchaus erschreckend.

Es gibt Filme, da ahnt man schon zu Beginn, dass man hier positiv überrascht werden könnte, denn schon der Vorspann von „Penny Dreadful” ist sehr originell, in dem man die Namen der Darsteller in Fensterscheiben diverser Autos aufzählt. Eine sehr nette Idee.

Auch Regisseur Richard Brandes gebührt großes Lob, denn dieser Streifen hatte mit Sicherheit ein ganz kleines Budget. Das kompensiert er mit originellen Kameraeinstellungen, besonders wenn Penny im Auto „gefangen” ist, wechselt er immer wieder die Perspektive und zeigt uns so die ganze Ausweglosigkeit der Protagonistin.

Logik ist hier sicher eher nicht unbedingt angesagt, denn wenn man genauer über alles nachdenkt, entdeckt man schon etliche Unstimmigkeiten. Trotzdem bekommt „Penny Dreadful” von mir 8 Punkte, alleine schon dafür, dass man aus einer minimalen Grundidee das Maximum herausholt. Ärgerlich ist nur oben erwähnter Umstand, aber dass der Vertrieb DIE Wendung überhaupt verrät, kann ich ja schlecht dem Film negativ anrechnen.

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ROSARIO (Ascot Elite)

am 02. April 2015 unter Drama, Thriller abgelegt

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Ein junger Mann stürmt in die Notaufnahme eines Krankenhauses. Er ist voller Blut und hat ein Mädchen in den Armen, das mehrere Schusswunden aufweist. Während versucht wird, der Dame zu helfen, bekommt der Zuschauer die Vorgeschichte erzählt. Rosario Tijeras kommt aus eher einfachen Verhältnissen. Doch sie hat ein sehr gutes Kapital – und das ist ihr Aussehen. Nur muss sie, um Geld zu verdienen, mit irgendwelchen reichen Knackern ins Bett steigen, um ihr Leben zu finanzieren. So ganz nebenbei erledigt sie auch noch den ein oder anderen Mord. Besonders Männer, die ihr zu nahe kommen, haben schlechte Karten. Zwei normale Jungs schaffen es dennoch. Antonio will unbedingt mit ihr zusammen sein, während Emilio eher freundschaftliche Gefühle hegt. Rosario geht mit ersterem auch mehrere Male ins Bett. Als er jedoch näheres über sie und ihr Leben erfahren will, blockt sie konstant ab – um ihn zu schützen. Als jedoch eines Tages ihr Bruder umgebracht wird, verändert sich ihr Leben schlagartig.

Und leider auch der Film. Bis zu dieser Stelle gab es viel Gutes zu berichten. Die Story bekommt sicherlich keinen Originalitätspreis, aber Regisseur Emilio Maille holt aus seiner Geschichte das Maximum heraus.

Flora Martinez spielt die Rolle der unnahbaren Femme Fatale glaubwürdig und dürfte das eine oder andere männliche Zuschauerherz höher schlagen lassen.

Doch an einem gewissen Punkt gerät der Film sehr ins Stocken und verliert zu viel an Tempo. Schon die Beerdigung des jungen Mannes wird viel zu lange gezeigt und passt auch nicht zum Rest des Films und dessen Look. Dadurch flachen Handlung und auch Atmosphäre ab. Gegen Ende wird’s dann wieder besser, doch leider sind in der Mitte des Films bestimmt dreißig Minuten totaler Leerlauf.

Auf der Cover-Rückseite steht geschrieben, dass es sich bei diesem Werk hier um einen „Thriller” handelt. Hm, also besonders spannend ist „Rosario” nicht – und das soll ja wohl ein Film dieses Genres sein. Meiner Meinung nach ist das hier ein reinrassiges Drama, an deren Produktion insgesamt gleich vier Länder beteiligt waren: Brasilien, Kolumbien, Mexiko und Spanien. Eine sehr ungewöhnliche Konstellation.

Wie soll ich den Film jetzt bewerten? Die 116 Minuten sind definitiv zu lang, das gibt die Story einfach nicht her und deshalb zieht sich das alles in der Mitte zu sehr. Der Rest dieses Werkes ist allerdings durchaus gelungen und exzellent fotografiert.

Vielleicht stört der Leerlauf auch nur mich. Anschauen kann man sich den Film aber auf jeden Fall mal.

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