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Archiv für den 01. April 2015

THE HOUSE NEXT DOOR (Sony Pictures)

am 01. April 2015 unter Horror, mystery abgelegt

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Walker und Col sind ein glückliches Ehepaar und leben in einem wunderschönen, sehr elitären Stadtteil. Man versteht sich sehr gut mit den Nachbarn und es fehlt Ihnen an nichts. Doch eines Tages ist es vorbei mit der Ruhe, und neben Cols kleinem Wäldchen wird ein neues Haus gebaut, das man fast als Palast bezeichnen kann. Doch der Krach ist noch das harmloseste, was den Eheleuten bevorsteht. Nach Fertigstellung des Hauses passieren in dieser Villa zunehmend seltsame Dinge, und die Menschen, die darin leben, scheinen sich mit zunehmender Dauer stets zu verändern – in einem Falle kommt es gar zu einem Mordversuch. Als sich auch bei der nächsten Familie schwere Schicksalsschläge ereignen, glaubt Col, dass das Haus an diesen Vorfällen Schuld ist – eine gewagte Theorie, die ihr natürlich niemand abnimmt. Dann zieht wieder eine Familie ein, diesmal mit einem kleinen Kind, und Col ist fest entschlossen, dieses zu beschützen, doch ist sie dazu überhaupt in der Lage? Zumal sich auch ihr Charakter zu verändern scheint, wenn sie das Haus betritt.

Häuser, die Menschen verändern, sind nun auch nicht mehr der neuste Bringer. Schon in Amityville Horror, der mittlerweile fast dreißig Jahre auf dem Buckel hat, konnten wir das bewundern. Doch die hier auftretenden Veränderungen und auch Wendungen sind sehr oft überraschend und auch vollkommen anders gelagert, als die im oben angesprochenen Horror-Klassiker.

Mehr kann ich dazu nicht sagen, weil ich dann deutlich zu viel spoilern würde, was ich jetzt aber doch (aber nur in kleinem Maß) tue. In diesem Film gibt es eine sensationelle Einstellung, die ein Fernsehbild mit gleichzeitigem Abfallen von Rosenblüten beinhaltet. Allein diese Szene ist es schon wert sich den Film anzusehen.

Aber auch ansonsten gibt es (fast) nur Gutes zu berichten. Es ist unglaublich, dass es sich bei „House Next Door” um einen Fernsehfilm handelt, denn Regisseur Woolnough tobt sich hier sensationell an optischen Spielereien aus. Dazu kommt eine durchgehend brillante Kameraführung, die den grandiosen Look noch verstärkt.

Auch die Schauspieler wissen durch die Bank zu überzeugen, allen voran Lara Flynn Boyle, die anscheinend ein Medikament nimmt, welches das Altern aufhält, denn sie sieht noch wirklich genauso aus wie vor fünfzehn Jahren. Ihre Figur ist zudem recht facettenreich angelegt, was sie aber problemlos meistert. Auch Mark-Paul Gosselaar als ehrgeiziger junger Architekt spielt seine Rolle(n) glaubwürdig.

Wenn man die Schauspieler und die Optik außer Acht lässt, muss man natürlich schon schlucken, dass es sich hierbei um etwas Übernatürliches und eigentlich auch Unsinniges handelt. Jedoch ist die Auflösung des Ganzen dann doch anders als zunächst erwartet. Als kleines Gimmick gibt es am Ende noch einen wirklich witzigen Schlusseinfall.

Freunde des Mysterythrillers können hier absolut bedenkenlos zugreifen. Der Film besticht durch eine gnadenlos gute Optik und gute Schauspieler. Unglaublich, dass der Regisseur vorher solche filmischen Katastrophen wie die beiden „Universal Soldier”-Sequels verbrochen hat. Für „House Next Door” ist er jedenfalls (zumindest von mir) von diesen Sünden vollkommen rehabilitiert.

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Purely Belter (Studio Canal)

am 01. April 2015 unter Drama abgelegt

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Gerry und Sewell sind äußerlich sehr verschieden. Der eine zu klein und schmächtig für sein Alter, der andere zu dick. Außerdem ist Gerry seinem Kumpel geistig bei weitem überlegen. Trotzdem verbindet die beiden eine innige Freundschaft und die Liebe zum gleichen Fußballverein, nämlich Newcastle United. Da beide Familien sehr arm sind, die beiden Kumpels aber unbedingt eine Dauerkarte haben wollen, beschließen sie eines Tages, keine Drogen mehr zu nehmen, und alles was sie so nebenbei mitgehen lassen, zu sparen, um das Geld zusammenzubekommen. Nach monatelanger „Arbeit” scheinen sie am Ziel. Doch Gerrys Vater, ein mieser Alkoholiker der schlimmsten Sorte, stielt seinem Sohn das Geld. Jetzt sind die beiden wieder am Anfang. Doch so leicht geben sie sich nicht geschlagen und planen einen Diebstahl größerer Art. Doch der kann böse ins Auge gehen und ist nicht vergleichbar mit ihren vorherigen Kindereien.

„Purely Belter” ist im Grunde schon eine Komödie, die allerdings immer wieder durch traurige Momente unterbrochen wird, was auch vollkommen in Ordnung geht, da beide Kids aus ärmlichen Verhältnisse stammen und es dämlich wäre, da nur Eitel Sonnenschein zu zeigen. Gerrys Mutter zum Beispiel ist sehr krank und droht zu sterben. Sewells Vater ist eigentlich sein Opa, der ihm zwar alles geben will, aber fast nichts ermöglichen kann und zudem schon etwas verkalkt ist.

Was mir an „Purely Belter” daher besonders gefallen hat, ist, dass Regisseur Mark Herman wirklich die perfekte Mischung aus Drama und Komödie gefunden hat. Einige Aktionen des ungleichen Duos sind wirklich herrlich amüsant, während andere Szenen den Zuschauer zum Nachdenken anregen. Er schafft es dabei aber immer, die Balance zwischen den beiden Genres zu halten, und das kommt dem Film zu Gute.

Die beiden Hauptdarsteller sind dem Zuschauer anfangs gar nicht mal unbedingt sympathisch – doch im Laufe des Films ändert sich das vollkommen. Auch ist man ihnen nicht wirklich böse, dass sie laufend in Häuser einbrechen, da sie dies aus sozialer Not heraus tun, und nur, um sich ihren Traum zu erfüllen. Beide Hauptdarsteller habe ich bislang in noch keinem Film gesehen und scheinen auch wenig Erfahrung zu besitzen, was an manchen Stellen zwar auffällt, durch die Authenzität ihrer Darstellung jedoch wieder wettgemacht wird.

Eine kleine Anmerkung jedoch noch, da viele Zuschauer sonst in dem Film sicher einiges nicht verstehen werden, weil der Streifen schon Kenntnisse des englischen Fußballs voraussetzt – ich versuche das aber mal, ohne groß zu spoilern zu beschreiben: Newcastle und Sunderland sind zwei Vereine, die sich hassen wie die Pest, vergleichbar wie bei uns Schalke und Dortmund. Alan Shearer ist in Newcastle DIE absolute Fußballikone, da er aus der Stadt kommt und sich in seiner aktiven Zeit sehr mit diesem Verein identifizierte. Er hat übrigens sogar einen dreiminütigen Kurzauftritt in dem Streifen.

Fazit: „Purely Belter” gewährt uns einerseits einen guten Einblick in die sozialen Verhältnisse, die bei den armen Familien Englands vorherrschen, als auch eine spritzige und einfallsreiche Komödie, die zeigt, wie diese Menschen versuchen, das Beste aus ihrem Leben zu machen. Wer allerdings mit Fußball überhaupt nichts am Hut hat, dem könnte der Film nicht ganz so zusagen, da man sonst die Beweggründe des Duos nur schwerlich nachvollziehen kann. Fussballfans und/oder Genrefreunde können bedenkenlos zugreifen.

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IN 3 TAGEN BIST DU TOT (Eurovideo)

am 01. April 2015 unter Horror abgelegt

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Jo mei, jetzt liefern sogar die Österreicher noch an Beitrag zum Thema Horrorfilm ab. „In 3 Tagen bist Du tot” klingt ja relativ viel versprechend. Das ist der Inhalt einer SMS, die fünf Freunde auf ihr Handy geschickt bekommen. Zunächst halten das alle nur für einen blöden Scherz und ignorieren die Nachricht. Auf einer Party verschwindet dann plötzlich einer der Jugendlichen und seine Freundin beginnt sich Sorgen zu machen. Als das restliche Quartett bei der Polizei eine Vermisstenanzeige aufgeben will, lehnt dies der diensthabende Polizist ab, weil es sich bei der vermissten Person (sehr originell) um seinen Cousin handelt, der eben öfters mal verrückte Sachen macht, besonders wenn er si an anschraufn hat (oder auch besoffen ist). Als jedoch dessen Leiche aufgefunden wird (wie, will ich hier mal nicht erzählen, da das Ganze sehr schön inszeniert wurde), beginnt man bei der Polizei die Sache ernst zu nehmen, doch da ist es fast schon zu spät.

Apropos zu spät – das trifft auch für den Film zu, denn bis der mal in die Gänge kommt, wäre „Nach 30 Minuten bist Du eingeschlafen” ein wesentlich besserer Titel gewesen. Danach entwickelt sich das Ganze dann zu einem ganz passablen Horrorfilmchen, der (sorry, liebe Österreicher) an manchen Stellen durch die Sprache doch unfreiwillig komisch wirkt. Ich hab nichts gegen das Völkchen, im Gegenteil, ich mag sie sogar und verfolge auch die T-Mobile Bundesliga, aber in einem Horrorfilm wirkt die Sprache schon etwas befremdlich. Das gibt aber natürlich keinerlei Punktabzug.

Schauspielerisch ist der Streifen gar nicht mal übel besetzt. Besonders die drei weiblichen Wesen erfüllen ihre Rolle mit Leben (zumindest so lange, wie das Drehbuch es vorsieht) und die blonde Dame namens Sabrina Reiter legt sogar eine richtig gute Performance hin. Diesbezüglich rate ich auch, die „Deleted Scenes” anzusehen, da gibt es nämlich einen wirklich gelungenen Soloauftritt der Dame zu bewundern, welcher mehrere Minuten andauert, aber leider der Schere zum Opfer fiel. Ich hätte die Szene übrigens nicht entfernt, aber ich hab ja nix zu sagen.

Regisseur Prochaska (Namensähnlichkeit mit einem „Schneckerl” sind hier reiner Zufall) hat zumindest ein Gespür für schöne Bilder und im letzten Drittel gelingt es ihm sogar, eine konstante Spannung aufzubauen und zu erhalten. Noch dazu ist die Auflösung relativ pfiffig.

Insgesamt ist „In 3 Tagen bist Du tot” ein nettes Filmchen geworden, das man sich ruhig mal ansehen kann. Von „nervenzerrenden Schocks und eiskaltem Entsetzen”, wie die BZ auf der Rückseite zitiert wird, ist das vorliegende Produkt aber meilenweit entfernt.

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SPIEL DER MACHT (Sony Pictures)

am 01. April 2015 unter Drama abgelegt

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Mit den Jahren hat es Willie Stark weit gebracht. Anfangs, als er noch vor zehn bis fünfzehn Leuten sprach, war er ein ganz kleines Licht in der Politik, doch mittlerweile hat er sich zum Gouverneur hochgearbeitet. Er spricht die Sprache des Volkes und möchte das Land verändern und verbessern – Schulen errichten, Highways bauen und die Armut bekämpfen. Im Laufe der Jahre verändert sich Stark zu einem knallharten Politiker, der trotz seiner straffen Gangart aber immer noch an Gerechtigkeit glaubt und sich nicht schmieren lässt. Sein ständiger Wegbegleiter ist der ehemals gefeierte Reporter Jack Burden, der ihm bei der Publicity hilft und auserchoren ist, bei Starks politischen Gegnern Dreck, den sie in der Vergangenheit hinterlassen haben, aufzuspüren. Nun benötigt sein Boss aber etwas gegen einen Feind, den er nur allzu gut kennt. Richter Irwin hat Jack nämlich aufgezogen, da Burdons Vater seinen Sohn im Stich ließ. Und gegen diesen Mann soll er nun ermitteln? Da stellen sich bei ihm Skrupel ein. Zusätzlich ist da auch noch Irwins leibliche Tochter Anne, die er nie aufgehört hat zu lieben. Als Starks Konkurrenten versuchen ihn politisch endgültig kaltzustellen, eskaliert die Situation und Jack muss sich gegen seinen Mentor und Ersatzvater stellen.

Robert Penn Warrens Roman erhielt im Jahre 1946 den begehrten Pulitzer-Preis. Doch erst sechzig Jahre später wurde dieser jetzt von Steven Zaillian verfilmt. Dessen Filmographie umfasst zwar nur zwei weitere Streifen, doch diese sind wirklich erster Güte, nämlich der ähnlich gelagerte Polit-Thriller „Zivilprozess” und einen meiner absoluten Lieblingsfilme, nämlich „Königsspiel”, dessen Veröffentlichung auf DVD weiter auf sich warten lässt.

Für „Spiel der Macht” konnte der Regisseur ein wahrlich hochkarätiges Ensemble gewinnen. Das sieht zwar auf dem Poster toll aus, erweist sich jedoch nicht immer als gewinnbringend, denn der Film spielte in Amerika nur sehr wenig ein.

Das liegt zum einen an dem etwas schwierigen Thema, aber andererseits auch daran, dass der Film während der kompletten Laufzeit einfach nicht in die Gänge kommt. Erst in den letzten Minuten stellt sich eine gewisse Dramatik und Spannung ein, doch da sind schon 115 Minuten vergangen. Die Intrigen, die Machtkämpfe, die Symphatie des Volkes für Stark – alles hätte man etwas spannender oder spektakulärer gestalten können.

Sean Penn spielt den idealistischen Politiker zwar sehr intensiv, übertreibt es aber an manchen Stellen deutlich mit seiner Gestik und Mimik. Kate Winslet ist (wie immer) fehlbesetzt, James Gandolfini muss zehn Sätze sagen und schaut ansonsten nur dumm aus der Wäsche und die Auftritte von Anthony Hopkins (erschreckend alt geworden) sind zu kurz. Lediglich Jude Law kann (wie immer) absolut überzeugen und agiert dabei bekannt zurückhaltend.

Die interessante Seite der Figur von Willie Stark ist sicherlich, dass er sehr wohl machtgeil ist, aber die Versprechungen, die er dem Volk gegeben hat, trotzdem unbedingt einhalten will und sich nicht wie viele andere korrumpieren lässt. Aber genau auf diesen Gesichtspunkt wird in dem Film zu wenig eingegangen und Stark wird allzu negativ dargestellt, was er im Inneren eigentlich gar nicht ist.

Fazit: „Spiel der Macht” ist ein anspruchsvolles Polit-Drama, das dem Publikum sehr gut vermittelt, wie es in der damaligen Zeit auf politischer Ebene zuging. Die schauspielerischen Leistungen sind jedoch durchwachsen und durch den fehlenden Elan gerät der Film an manchen Stellen arg lang. Nicht schlecht, aber hier wäre mehr drin gewesen.

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AMBULANCE – RETTE SICH WER KANN (Galileo Medien)

am 01. April 2015 unter Action, Komödie abgelegt

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Die Mutter der Brüder Tim und Frank ist schwer erkrankt. Es gibt allerdings eine Klinik, die ihr helfen könnte, doch die Kosten hierfür wären immens hoch. Aus Verzweiflung überfallen die beiden eine Bank und flüchten notgedrungen in einem Krankenwagen, der zu allem Überfluss auch noch einen herzkranken Patienten sowie eine Notärztin im hinteren Raum als Überraschung bereithält. Nun beginnt eine rasante Flucht vor der Polizei, die nicht unbedingt dadurch erleichtert wird, dass der Wagen in grellen Neunfarben leuchtet.

Die dänische Filmszene hat mittlerweile doch einiges an Reputation vorzuweisen, was nicht zuletzt dem Megahit “Nightwatch” geschuldet ist. Dazu kommen Regisseure wie etwa Lars von Trier, die auch international hohes Ansehen genießen.

Interessant an “Ambulance” ist, das der Film gut funktioniert, obwohl er nahezu jedes Genre bedient. Action, Thriller, Drama und auch einige komödiantische Momente sind hier vorhanden, was bei anderen Filmen schon sehr oft in die Hose ging.

Der Streifen liegt gleich von Beginn an richtig los und lediglich in der Mitte gibt es einen kleinen Durchhänger, der aber storybedingt nicht zu vermeiden ist. Die Schauspieler liefern ebenfalls eine gute Performance, wobei mir Thomas Bo Larson sehr positiv auffiel. Den könnte man sich auch gut als fiesen Gangsterboss vorstellen.

Natürlich ist der Film schon so aufgebaut, dass man auf der Seite der Bankräuber steht, denn sie tun das alles ja nicht aus Geldgier, sondern weil sie ihre Mutter retten wollen. So ein Motiv kommt bei uns Zuschauern ja immer gut an.

Fazit: Ein weiterer gelungener Beitrag aus dem hohen Norden. Neben der schwedischen Filmszene ist auch die dänische weiterhin auf dem Vormarsch. “Ambulance” ist ein unterhaltsamer Streifen geworden, der aus einer relativ simplen Grundidee, eine Menge herausholt.

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