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Archiv für den 01. August 2014

FÜR IMMER DEIN (Koch Media)

am 01. August 2014 unter Drama abgelegt

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Seit 60 Jahren sind Craig und Irene Morrison verheiratet und leben auf einer stattlichen Farm in Kanada. Doch Craig muss sich langsam damit abfinden, dass seine Frau unter Demenz leidet und die Bewirtschaftung des Anwesens zu schwierig wird. Also beschließt er ein neues Haus zu bauen, damit sie es einfacher hat, auch weil Irene die Treppe herunterfällt und sich nicht ohne Gehhilfe vorwärts bewegen kann. Doch obwohl den beiden das Land gehört, legen die Behörden dem alten Ehepaar so viele Steine in den Weg wie nur möglich, durch krampfhaftes Festhalten an Bauvorschriften. Doch Craig macht unbeirrt weiter – das bleibt nicht ohne rechtliche Folgen.

FÜR IMMER DEIN ist ein ganz stilles Drama, in dem James Cromwell, den eigentlich jeder kennt, aber nie zuordnen kann, weil er fast immer nur in Nebenrollen agiert eine großartige Leistung abliefert, genauso wie Genevieve Bujold, die man bewusst auf älter getrimmt hat und auch Cromwell sieht nicht wirklich aus wie ein Mann mit 87 Jahren, den er ja verkörpert.

Doch das spielt eigentlich keine wirkliche Rolle, denn die Chemie zwischen den beiden Stars stimmt. Man nimmt ihnen das Ehepaar wirklich in jeder Sekunde ab, was dem Film eine hohe Authentizität verleiht, was auch deshalb wichtig ist, weil es sich hier um eine wahre Geschichte handelt.

Zwar ist dieser Begriff mittlerweile etwas überstrapaziert, doch die Geschichte von Craig und Irene kann man problemlos googeln.

Das einzige was etwas übertrieben wirkt, sind die vielen Themen die hier angeschnitten werden (Liebe im Alter, Umgang mit dem Tod, Verlust von Freundschaften, Probleme mit den Kindern, fiese Behörden usw usw).

Doch das reißt das wirklich bezaubernde Rentner-Duo problemlos heraus. Normalerweise 5 Chuckys, aber einen gibt es zusätzlich für die beiden grandiosen Darsteller.

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SCENIC ROUTE (Capelight/Alive)

am 01. August 2014 unter Drama, Thriller abgelegt

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Mitchell und Carter, beide Anfang 30, sind eigentlich alte Kumpels, doch sie haben sich in eine unterschiedliche Richtung entwickelt. Der eine ist zum Spießer mutiert, während der andere immer noch glaubt ein Teenager zu sein und nicht mal eine Wohnung hat. Als die beiden mitten im Nirgendwo liegen bleiben, wird die Freundschaft auf eine harte Probe gestellt, denn bei sengender Hitze tagsüber und eisiger Kälte nachts, beginnt man sich Vorwürfe zu machen und das Leben des anderen mit Worten kaputt zu reden, bis es zu einer gewaltsamen Auseinandersetzung kommt.

SCENIC ROUTE ist wieder mal ein Streifen, der für einen Rezensenten unheimlich schwer zu bewerten ist. Schaut man auf die Standards, nämlich schauspielerische Leistung, Kamera, Regie gibt es hier nix zu meckern.

Auch die Synchronisation und die Blu Ray sind sehr gut. Das Problem ist aber, dass die Grundidee einen kompletten Spielfilm einfach nicht trägt und die Handlung immer wieder durch Zufälle vorangetrieben wird, was nicht unbedingt realistisch erscheint.

Das Ende wiederum ist originell und gelungen und lässt den Zuschauer mit einem Fragezeichen zurück. Offene Enden gehören eh zu meinen besonderen Favoriten.

Jetzt stellt sich die Frage, was denn nun höher in die Bewertung einfließt, die negativen oder die positiven Punkte. Daher entscheide ich mich einfach für die Mitte und füge noch einen halben Chucky dazu.

Zeitverschwendung ist der Streifen aber auf keinen Fall, aber ob man den jetzt in die Sammlung aufnehmen muss, müsst ihr selbst wissen.

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WAKE UP AND DIE (Tiberius Film)

am 01. August 2014 unter Horror abgelegt

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Camilla wacht im Bett eines Typen namens Dario auf. Während des Geschlechtsverkehrs bringt Dario Madame um. Doch diese wacht erneut auf und das immer und immer wieder. Also versucht Sie bei jedem Aufwachen Ihren Tod zu verhindern. Doch das gestaltet sich etwas schwierig.

In etwa genauso schwierig wie diesen Film die komplette Laufzeit durchzuhalten ohne einzunicken.

Die Kolumbianer drehen jetzt auch Filme, sollten aber wohl lieber bei dem bleiben was sie können, nämlich Drogen verkaufen, (o.k. das ist sehr klischeebeladen, ich ändere in Fußball spielen) denn dieser Streifen ist so unfassbar langweilig und dusselig, das es mir schwerfällt einen dooferen als Referenzfilm zu finden.

Man dachte sich dabei wohl..ach die Amis konnten das doch super mit SOURCE CODE, RETROACTIVE oder dem MURMELTIER.

Ja nur hatten die auch noch ein gescheites Drehbuch und gute Schauspieler dabei. Beides fehlt hier völlig. Auch die beiden Protagonisten bekleckern sich nicht mit Ruhm und eigentlich ist einem das Schicksal der Dame egal – immer ein schlechtes Zeichen für einen Film.

Fazit: Langweilig und unlogisch. Wake up and sleep again.

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TORE TANZT (Rapid Eye Movies/Alive)

am 01. August 2014 unter Drama abgelegt

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Tore lebt bei seinem Kumpel Eule und gehört zu der Gruppe der Jesus-Freaks. Er ist fest von der Existenz einer höheren Macht überzeugt, was in seinen Augen wieder mal bestätigt wird, als er bei einer Autopanne, mit anscheinend göttlicher Hilfe, den Beteiligten das Weiterfahren ermöglicht. Benno, der Fahrer des Wagens lädt Tore daraufhin in seiner Gartenlaube ein. Dieser fühlt sich dort auch anfangs wohl und versteht sich gut mit dessen Stieftochter in spe, Sanny. Doch das beschauliche Familienleben trügt, denn Benno entpuppt sich immer mehr als Sadist und auch seine Freundin ist nicht ohne. Doch Tore lässt in seiner Nächstenliebe alles über sich ergehen, auch um Sanny zu helfen. Doch auch der Leidensweg von Jesus hatte irgendwann ein Ende.

Jetzt wird es kompliziert. Was sich nämlich nach einer Bibelstunde anhört ist in Wahrheit ein spannendes und vor allem intensives Drama, in dem das Thema Jesus und sein Leidensweg zwar immer im Vordergrund steht, welches jedoch nicht anfängt in irgend einer Form zu nerven.

Ich gehöre nämlich auch nicht zu den gläubigen Menschen. Irgendwie schafft es der Streifen, auch bedingt durch das hervorragende Drehbuch, nie zu sehr in diese Ecke abzudriften, auch wenn das Leben von Jesus, praktisch verkörpert von Tore in irgendeiner Form immer allgegenwärtig ist.

Ich sage es aber gleich…das Ende ist ziemlich heftig, regt zum Nachdenken an und könnte sanfte Gemüter ganz schön verschrecken. Allerdings kann das auch schon vorher der Fall sein, denn der Film zeigt zwar die Gewaltszenen nicht in Form von Splattereffekten, aber durchaus konsequent brutal, was hier aber einfach dazugehört.

Der Film lief im Vorjahr übrigens als einziger deutscher Beitrag in Cannes und das völlig zurecht. Ich denke von Hauptdarsteller Julius Feldmeier werden wir noch einiges hören.

Ausnahmsweise wirklich interessant sind die Interviews in den Extras, wo man mal nicht die übliche Lobhudelei zu hören bekommt, sondern einen äußerst interessanten Exkurs der Regisseurin über Sinn und Entstehung Ihres Streifens.

Fazit: Spannendes Drama unterstützt von einem bedrohlichen Soundtrack, der aber nichts für sanfte Gemüter sein dürfte. Die Geschichte ist originell und sehr gut durchdacht. Reinschauen !

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