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MOZART AND THE WHALE (KNM)

mozart

Diesen Streifen gab es schon vor einigen Jahren von EMS auf DVD, nun hat ihn KNM wieder herausgebracht, leider nicht auf Blu Ray. Trotzdem soll dieser tolle Film hier keineswegs unerwähnt bleiben.

Donald leidet unter dem Asperger-Syndrom, einer besonderen Form des Autismus. Darum hat er eine besondere Liebe für Zahlen. Insbesondere wenn er sich aufregt oder verunsichert ist, rechnet er zum Beispiel die Nummern aller Autoschilder der Tiefgarage zusammen, multipliziert oder dividiert sie. Um anderen Autisten zu helfen, die in der realen Welt nur schwer zurechtkommen, hat er eine Selbsthilfegruppe gegründet. Eines Tages stößt die Friseuse Isabelle dazu. Gehört Donald doch eher zu schweigsameren Sorte, redet sie ununterbrochen und hat oft das Problem alles herauszuposaunen, was ihr gerade einfällt und dies ist in vielen Fällen peinlich oder auch verletzend für. Mit der Zeit kommen die beiden sich aber näher und gehen eine Beziehung ein. Doch diese ist eigentlich von vornherein zum Scheitern verurteilt. Als sie ihm zum Beispiel seine Wohnung aufräumt, dreht er total durch, weil ihn durch seine Krankheit jegliche Änderung eines für ihn gewohnten Zustandes total aus der Bahn wirft. So kommt es zur Trennung, doch gibt es für diese beiden wirklich keine Chance auf ein „normales” Leben, das sich insbesondere Donald so sehr wünscht?

Das Drehbuch zu diesem kleinen Meisterwerk stammt von Ronald Bass, der bekanntlich auch für „Rain Man” verantwortlich zeichnete, bei dem es auch um das Thema Autismus ging.

Die schauspielerischen Leistungen sind absolut überragend. Ich hatte erst Bedenken, dass eine Liaison zwischen Radha Mitchell und Josh Hartnett eher unglaubwürdig wirken könnte, da letzterer immer noch problemlos einen Mittzwanziger verkörpern kann, während seine Filmpartnerin vom Äußeren doch eher ihrem wahren Alter entspricht. Aber die Lösung ist ganz einfach – man verpasst Frau Mitchell einfach ein paar schräge Klamotten und eine flippige Frisur, und schon hätten wir dieses Problem auch gelöst. Sie spielt die Rolle der spleenigen Isabelle mit Bravour und man freut sich immer wieder aufs Neue, wenn man ihr herzhaftes „haa” hört, DEN Running Gag dieses Films, der auch in der zehnten Wiederholung noch amüsiert. Josh Hartnett, beweist einmal mehr, dass er durchaus mehr kann als nur gut aussehen, und spielt, insbesondere wenn er die unsichere und leicht verletzbaren Seite von Donald darstellen muss, grandios auf. Mir scheint beide Darsteller haben für ihre Rollen sehr intensive Recherche im Vorfeld des Drehs betrieben.

Die Regie von Peter Naess bleibt relativ unauffällig, und das ist auch in Ordnung, da sich dadurch alles auf die Darsteller fokussiert. Höhepunkte sind für mich die Szenen im Vergnügungspark. Besonders die optische Darstellung von Donalds Zahlenmanie hat man wunderbar gelöst, genauso wie den ersten sexuellen Kontakt zwischen beiden, bei dem man die ganze Unsicherheit von Hartnetts Charakter vollkommen klischeefrei aufzeigt.

Insgesamt ein wunderschöner, einfühlsamer und herzerwärmender Streifen, der von seinen fantastischen Darstellern getragen wird.

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