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Archiv für den 01. Juni 2013

PAINLESS (Universum Film)

am 01. Juni 2013 unter Drama, Suspense, Thriller abgelegt

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Nach einem Autounfall bekommt der Neurochirurg David im Krankenhaus bei einer Untersuchung eine schlimme Diagnose: Er leidet an Krebs und benötigt dringend eine passende Knochenmarkspende, doch die kann nur aus der eigenen Familie kommen, da sonst die Gefahr besteht, das der Körper sie abstößt. David fragt seine Eltern um Rat und erfährt dabei, dass er gar nicht deren Sohn ist und begibt sich auf die Suche nach seinen leiblichen Erzeugern. Seine Recherchen gestalten sich schwierig, denn sie führen zurück zum Spanischen Bürgerkrieg. Da gab es Kinder in einem Sanatorium in Katalonien, die außergewöhnliche Fähigkeiten hatten. Sie waren physischen Schmerzen gegenüber vollkommen resistent und wurden gesondert eingesperrt. Dort irgendwo liegt das Geheimnis seiner Eltern, doch keiner will ihm bei seinen Ermittlungen helfen….

PAINLESS hat wieder mal ein Cover, das die geliebten Käufer auf eine falsche Fährte lockt. Ich habe den Streifen in meiner Sammlung unter DRAMA einsortiert, wo er auch hingehört und nicht unter Thriller und schon gar nicht unter Horror.

Die beiden Handlungsstränge von David und den Kindern werden parallel erzählt und erst gegen Ende erfährt man wie alles zusammenhängt. Das ist stilsicher inszeniert und insbesondere die Kinder machen einen tollen Job.

Man könnte den Film mit PANS LABYRINTH ohne Fantasy-Elemente beschreiben, daher sind Fans dieses Films sicher auch die Zielgruppe für PAINLESS. Auch Leute die bei Filmen mit Anspruch, aber gleichzeitig auch mit recht deftigen Gewaltdarstellungen kein Problem haben (die sich allerdings größtenteils im Kopf des Zuschauers abspielen) sind hier richtig.

Gegen Ende wird allerdings alles etwas arg melodramatisch, was mit bei dieser Art Film in letzter Zeit öfters auffällt, das scheint der neuste Trend zu sein. Das wirkt dann alles etwas aufgesetzt und arg weit hergeholt, ohne dass ich jetzt zu viel spoilern möchte.

Fazit: Schwere Kost aus Spanien, die sicherlich nicht jedermann zusagen wird. Klassischer „Love it or hate it“-Streifen

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JACK REACHER (Paramount)

am 01. Juni 2013 unter Action, Thriller abgelegt

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Als in einer US-Kleinstadt fünf Menschen scheinbar willkürlich einem Scharfschützen zum Opfer fallen, fällt der Verdacht auf einen Ex-Soldaten. Doch dieser beteuert seine Unschuld und schreibt nur einen einzigen Satz auf ein Blatt Papier: „Holt mir Jack Reacher“. Als sich herausstellt, dass eben dieser ihn seit Jahren wegen Kriegsverbrechen hinter Gitter bringen will, ist die Verwirrung bei den ermittelnden Beamten umso größer. Wie auf dem Nichts taucht Reacher dann auch aus der Versenkung auf (die einzige etwas unsinnige Stelle des Films) und versucht den Tathergang aufzuklären und kommt dahinter, dass es sich hier keineswegs um willkürlich abgegebene Schüsse handelt. Zusammen mit der toughen Staatsanwältin versucht er den Fall aufzuklären, der wesentlich komplizierter ist, als er zunächst scheint.

Und genau da liegt auch die Stärke des Streifens: Die Story ist intelligent ausgetüftelt und bis Mitte des Film so absolut nicht vorhersehbar. Aber auch im zweiten Teil finden sich noch einige Wendungen, die den Zuschauer trotz langer Laufzeit bei der Stange halten und der Auftritt und die Rolle von Robert Duvall sind großartig.

Das der Film allgemein eher schlecht wegkommt liegt wohl daran, dass es sich in seiner ganzen Machart eher um einen B-Movie handelt, der aber eben zufällig mit Tom Cruise besetzt ist und der dadurch in einer anderen Liga angesetzt ist. Doch hier weht die ganze Zeit ein kräftiger Hauch von Independent durch Geschichte und Locations, was vielen nicht zusagen dürfte.

Auch die wenigen Gags sitzen und wirken nicht einfach irgendwie blind in die Handlung hereingeschustert, nur damit eben mal ein cooler Spruch a la Bruce Willis dabei ist.

Jack Reacher ist für mich einer der größten Überraschungen des Jahres. Hinter dem Streifen verbirgt sich ein kleiner, dreckiger B-Movie, der wohl eher Leuten zusagen dürfte, die nicht zwingend auf Filme mit Riesenbudget stehen

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COCKNEYS VS ZOMBIES (Studio Canal)

am 01. Juni 2013 unter Horror, Komödie abgelegt

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Die Brüder Andy und Terry wollen gemeinsam mit ihrer Cousine Katy, einem Schmalspurganoven und einem völlig durchgeknallten Typen eine Bank überfallen, allerdings nicht um ihrer selbst Willen, sondern um das Altersheim ihres Großvaters zu retten, das abgerissen werden soll. Leider stellen sich die Herrschaften bei dem Raub nicht besonders geschickt an, doch als sie erwarten von der Polizei festgenommen zu werden, ist diese komplett verschwunden und alles verwüstet . Während des Coups haben sich nämlich Zombies in der Stadt ausgebreitet, die die Cops auf ein Minimum dezimiert haben. Doch was tun? Wie soll man nun die Kohle zum Großvater bringen, wenn es überall nur von Untoten wimmelt? Aber Andy und Terry geben nicht auf und nehmen das Risiko auf sich, durch die Stadt zu ziehen und die älteren Herrschaften vor den Beißern zu retten.

Vorweg: Ich habe den Film in der deutschen Version gesehen und hatte an mehreren Stellen den Eindruck, das man da mit der Synchronisation nicht besonders richtig lag, denn viele Sätze der Herrschaften passen nicht wirklich zu ihrem Gesichtsausdruck, den sie in diesem Moment aufsetzen, daher wirkt vieles etwas unharmonisch.

Auch kommt der Streifen natürlich nicht an die Vorbilder SHAUN OF THE DEAD und den genialen DOGHOUSE heran, weiß aber durchaus gut zu unterhalten. Auch einige wirklich witzige Szenen hat er zu bieten, zum Beispiel die „Verfolgungsjagd im Vorgarten“ ist absolut köstlich und auch der Grund wieso ein bestimmter Zombie einfach nicht totzukriegen ist.

Doch zwischendurch gibt es doch den in oder anderen Leerlauf. Positiv: Der Film nimmt sich in keiner Sekunde ernst und der Splatteranteil ist enorm hoch.

Fazit: Wer die o.g. Streifen mag und seine Ansprüche nicht ganz so hoch ansetzt, wird hier durchaus gut unterhalten.

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MOZART AND THE WHALE (KNM)

am 01. Juni 2013 unter Drama abgelegt

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Diesen Streifen gab es schon vor einigen Jahren von EMS auf DVD, nun hat ihn KNM wieder herausgebracht, leider nicht auf Blu Ray. Trotzdem soll dieser tolle Film hier keineswegs unerwähnt bleiben.

Donald leidet unter dem Asperger-Syndrom, einer besonderen Form des Autismus. Darum hat er eine besondere Liebe für Zahlen. Insbesondere wenn er sich aufregt oder verunsichert ist, rechnet er zum Beispiel die Nummern aller Autoschilder der Tiefgarage zusammen, multipliziert oder dividiert sie. Um anderen Autisten zu helfen, die in der realen Welt nur schwer zurechtkommen, hat er eine Selbsthilfegruppe gegründet. Eines Tages stößt die Friseuse Isabelle dazu. Gehört Donald doch eher zu schweigsameren Sorte, redet sie ununterbrochen und hat oft das Problem alles herauszuposaunen, was ihr gerade einfällt und dies ist in vielen Fällen peinlich oder auch verletzend für. Mit der Zeit kommen die beiden sich aber näher und gehen eine Beziehung ein. Doch diese ist eigentlich von vornherein zum Scheitern verurteilt. Als sie ihm zum Beispiel seine Wohnung aufräumt, dreht er total durch, weil ihn durch seine Krankheit jegliche Änderung eines für ihn gewohnten Zustandes total aus der Bahn wirft. So kommt es zur Trennung, doch gibt es für diese beiden wirklich keine Chance auf ein „normales” Leben, das sich insbesondere Donald so sehr wünscht?

Das Drehbuch zu diesem kleinen Meisterwerk stammt von Ronald Bass, der bekanntlich auch für „Rain Man” verantwortlich zeichnete, bei dem es auch um das Thema Autismus ging.

Die schauspielerischen Leistungen sind absolut überragend. Ich hatte erst Bedenken, dass eine Liaison zwischen Radha Mitchell und Josh Hartnett eher unglaubwürdig wirken könnte, da letzterer immer noch problemlos einen Mittzwanziger verkörpern kann, während seine Filmpartnerin vom Äußeren doch eher ihrem wahren Alter entspricht. Aber die Lösung ist ganz einfach – man verpasst Frau Mitchell einfach ein paar schräge Klamotten und eine flippige Frisur, und schon hätten wir dieses Problem auch gelöst. Sie spielt die Rolle der spleenigen Isabelle mit Bravour und man freut sich immer wieder aufs Neue, wenn man ihr herzhaftes „haa” hört, DEN Running Gag dieses Films, der auch in der zehnten Wiederholung noch amüsiert. Josh Hartnett, beweist einmal mehr, dass er durchaus mehr kann als nur gut aussehen, und spielt, insbesondere wenn er die unsichere und leicht verletzbaren Seite von Donald darstellen muss, grandios auf. Mir scheint beide Darsteller haben für ihre Rollen sehr intensive Recherche im Vorfeld des Drehs betrieben.

Die Regie von Peter Naess bleibt relativ unauffällig, und das ist auch in Ordnung, da sich dadurch alles auf die Darsteller fokussiert. Höhepunkte sind für mich die Szenen im Vergnügungspark. Besonders die optische Darstellung von Donalds Zahlenmanie hat man wunderbar gelöst, genauso wie den ersten sexuellen Kontakt zwischen beiden, bei dem man die ganze Unsicherheit von Hartnetts Charakter vollkommen klischeefrei aufzeigt.

Insgesamt ein wunderschöner, einfühlsamer und herzerwärmender Streifen, der von seinen fantastischen Darstellern getragen wird.

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