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Archiv des Monats Mai 2013

ARLINGTON ROAD (Koch Media)

am 16. Mai 2013 unter Thriller abgelegt

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In letzter Zeit kann man sehr häufig beobachten, dass Filme die auf DVD recht erfolgreich waren in der Blu Ray Verwertung von einer anderen Firma gekauft und dann herausgebracht werden. So auch ARLNGTON ROAD, der damals bei Universal erschien, nun als BR aber von Koch Media auf den Markt gebracht wird. Und da hat man sich nicht den schlechtesten Streifen gesichert.

Michael Faraday hat vor 3 Jahren seine Frau verloren und leidet trotz neuer Freundin noch immer sehr darunter, genauso wie sein Sohn, der seitdem sehr verschlossen ist. Eines Tages rettet er einem Jungen das Leben. Die Eltern des Kindes sind ihm sehr dankbar und die beiden Familien freunden sich an, ganz besonders die beiden Jungs. Doch durch mehrere kleine Hinweise gerät Oliver Lang, so der Name seines neuen Freundes, bei Michael in Verdacht ein Terrorist zu sein. Dieser steigert sich in diese Theorie immer mehr hinein und bemüht auch einen Freund beim FBI dazu, doch das hätte er besser mal sein lassen.

Ich habe mir den Streifen nochmal angesehen, zumal ich mich auch nicht wirklich mehr daran erinnern konnte, denn dieser hat mittlerweile auch immerhin 14 Jahre auf dem Buckel. Er hat jedoch die Stärken und Schwächen, die ich von damals noch in Erinnerung hatte.

Der Film ist trotz seiner recht langen Laufzeit wirklich spannend gemacht. Auch nimmt man sich sehr viel Zeit für die Charakterzeichnung, was dem Film sehr zu Gute kommt. Das Ende ist überraschend und die schauspielerischen Leistungen von Jeff Bridges und Tim Robbins sind eh über jeden Zweifel erhaben.

Allerdings wenn man etwas genauer hinschaut, ist es teilweise schon etwas weit hergeholt, was Farraday so alles erkennt und als Zeichen deutet, das sein Nachbar ein Terrorist sein könnte. Keinem normalen Menschen würden solche Dinge auffallen.

Aber gut, das ist aber bei vielen Thrillern so und mindert die Gesamtnote nur wenig.

In einer BR Neuauflage sollte man auch mal kurz auf Bild und Ton eingehen. Letzterer ist recht zurückhaltend, kracht aber an den richtigen Stellen. Das Bild ist ausgezeichnet und steht heutigen Produktionen in fast nichts nach, außer das es ein wenig zu hell geraten ist, was auf einem Beamer natürlich gleich hervorsticht, aber dazu gibt es ja die Helligkeitsregulierungsfunktion.

Fazit: Spannender Thriller mit guten Darstellern und einem günstigen Preis. Jedem der den Streifen nicht besitzt, sei dieses Gesamtpaket wärmstens empfohlen. Ich hätte mich übrigens für das alternative Ende entschieden.

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COLD BLOOD (Studio Canal)

am 16. Mai 2013 unter Action, Thriller abgelegt

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Addison und seine Schwester Liza haben zusammen mit ihrem Partner gerade einen großen Coup gelandet, können sich aber nur kurz drüber freuen, weil sie im eisigen und verschneiten Michigan einen schweren Verkehrsunfall haben, bei dem der Fahrer ums Leben kommt. Widerwillig trennen sich die beiden Geschwister, um unabhängig voneinander die Grenze zu erreichen. Während Liza Glück hat und auf den gerade aus dem Knast entlassenen Jay trifft, ballert sich ihr Bruder den Weg frei, um an geeignete Verkehrsmittel zu gelangen. Beide wissen noch nicht dass sich ihre Wege auf ungewöhnliche Weise wieder treffen werden.

Stefan Ruzowitzky, der mit den beiden ANATOMIE Teilen seine wohl größten Erfolge feierte, konnte dem Versuch, in Amerika Fuß zu fassen, nicht widerstehen und bekam dafür einen beeindruckenden Cast zur Seite gestellt. Dieser kann jedoch auch nicht verhindern, dass dem Thriller etwas ganz wichtiges fehlt. Nämlich der Thrill.

Spannend ist das zu keiner Zeit und die Handlungsweisen der Protagonisten wirken an vielen Stellen sehr weit hergeholt. Auch die Romanze zwischen Liza und Jay ist keineswegs glaubwürdig und das Ende schon mal gar nicht.

Eric Bana spielt dabei wie ein hölzerner Gockel mit Genickstarre, während Olivia Wilde immerhin das beste aus ihrer Figur macht. Die mit Abstand gelungenste Performance liefert aber Altstar Sissy Spacek als Mutter von Jay ab, die diese Rolle wenigstens einigermaßen glaubwürdig vermitteln kann.

Insgesamt hat der Film auch keine richtige Struktur und wirkt wie aus einzelnen Filmteilen zusammengesetzt, die man dann im Schneideraum aneinandergeklebt hat. Beeindruckend ist nur die Landschaft, doch da kann ich mir auch eine Doku über Alaska holen.

Mehr als 3 Chuckys sind hier nicht drin, wobei alle schon 3 für das miese Drehbuch draufgehen. Und wieso hat der Streifen in Deutschland eigentlich den völlig beknackten Titel COLD BLOOD verpasst bekommen?

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GNADE (Alamode/ALIVE)

am 16. Mai 2013 unter Drama abgelegt

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Niels, Maria und Sohn Markus ziehen nach Hammerfest, einem der nördlichsten Punkte der Welt. Niels bekommt dort eine gute berufliche Möglichkeit geboten und Maria ist einverstanden, weil ihre Ehe nicht wirklich gut läuft. Beide sehen es somit als zweite Chance. Doch auch wie schon in Deutschland beginnt ihr Gemahl eine Affäre mit einer Kollegin, auch weil seine Gattin zu viele Überstunden in einem Krankenhaus schiebt. Eines Abends fährt Maria plötzlich etwas mit dem Auto an, traut sich aber nicht nachzusehen, wer oder was es war. Dann stellt sich heraus, das eine Jugendliche verschwunden ist, die später tot aufgefunden wird. Ist Maria die Täterin?

Aus diesem Szenario zimmert Regisseur Matthias Glasner ein etwas pathetisches aber durchaus auch einfühlsames Drama. Die Location und die Polarnacht, die zum Zeitpunkt des Geschehens vorherrscht, unterstützen die Grundstimmung des Streifens zudem.

Auch schauspielerisch kann man hier nichts meckern. Jürgen Vogel spielt wie immer souverän, sollte sich aber doch langsam mal an eine Verschönerung seines Gebisses begeben und die gestandene Theaterschauspielerin Birgit Minichmayr erfüllt ihre Rolle ebenfalls hervorragend.

Die Schwachstelle des Streifens ist allerdings sein Ende, was dem Zuschauer dem Film ein wenig verhagelt, der ohnehin einen Tick zu lang geraten ist. Dieses ist meiner Meinung nach nicht realistisch und zerstört auch etwas die Grundstimmung des kompletten Films. Am besten schaltet man einfach 5 Minuten vorher ab. Mehr kann ich nicht verraten ohne zu spoilern.

Trotzdem bleibt unter dem Strich ein intensives Drama, das viel Kraft aus seiner Umgebung schöpft und mit biblischen Motiven wie Rache, Erlösung oder Schuld spielt. Wieso Glasner jedoch dieses viel zu versöhnliche Ende gewählt hat bleibt wohl sein Rätsel, das auch in den Interviews nicht gelüftet wird.

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THE TALL MAN (Universum Film)

am 16. Mai 2013 unter Drama, Thriller abgelegt

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In einer abgelegenen und verarmten amerikanischen Provinzgemeinde erledigt nach dem Tode ihres Mannes einige Jahre zuvor die Krankenschwester Julia allein die anfallenden medizinischen Notfälle von der Grippe bis zur Geburt. In der Gegend sind in den letzten Jahren immer wieder Kinder spurlos verschwunden, hartnäckig hält sich deshalb die Legende von einem großen schwarzen Mann, der die Kinder verschleppt. Als Julia Zeugin wird, wie tatsächlich eine dunkle Gestalt ein Kind verschleppt, nimmt sie die Verfolgung auf.

Das ist der Pressetext. Der fasst das Geschehen gut aber auch schlecht zusammen. Denn liest man das Ganze durch, sieht sich dass Cover an und dann auch noch den Trailer, erwartet man hier einen gruseligen Horrorstreifen. Leider wird dem Käufer damit etwas völlig falsches suggeriert, denn es handelt sich hierbei um einen Thriller, gepaart mit dem Genre des Dramas. Ich denke, dass die vielen negativen Kritiken genau daher herrühren. Und das ist schade, denn TALL MAN ist ein durchaus gelungener Streifen mit absolut toller Atmo.

Das er ein Gespür für solche Filme hat bewies Regisseur Laugier mit seinem Vorgänger Martyrs nun wirklich nicht, denn dieser gilt zwar als Kunstwerk, ich persönlich halte ihn aber für total bescheuert. Als ich hörte, dass es auch bei TALL MAN eine Wende in der Mitte des Streifens gibt, war ich dann doch eher abgeschreckt, doch der Twist hier ist gelungen.

Jessica Biel bemüht sich zu schauspielern, was aufgrund mangelnden Talents nur bedingt funktioniert, das stört aber nicht weiter, weil die anderen Darsteller, allen voran Jodelle Ferland und Stephen Mc Hattie das wieder kompensieren.

Ein schönes Wiedersehen für alle Akte X Fans gibt es mit William B. Davis, den berüchtigten „Krebskandidat“, der in so vielen Folgen der Kultserie auftaucht und dessen Figur einer der besten der ganzen Serie ist.

Fazit: So kanns gehen: Der Vorgängerwerk des Regisseurs ist vollkommen überbewertet, sein Nachfolger völlig unterbewertet. Wer einen atmosphärischen Thriller mit einer überraschenden Wende sehen will, der später in ein Drama mündet wird hier nicht enttäuscht sein. Wer Horror will, sollte hier schleunigst von Abstand nehmen.

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