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Archiv des Monats Mai 2011

FAIR GAME (Universal Pictures)

am 05. Mai 2011 unter Biopic, Drama, Thriller abgelegt

fair

Valerie Plame arbeitet bei der CIA und wird eines Tages beauftragt nachzuforschen, ob der Irak Massenvernichtungswaffen besitzt. Sie findet auch heraus, das wohl tatsächlich eine größere Lieferung mit Metallrohren in das Land eingeführt wurden, doch klare Beweise das diese für den Bau von Waffen benutzt werden, sind das weiterhin keine. Also beauftragt man ihren Gatten Joe, einen angesehenen Journalisten und Kenner des Niger, von wo die angebliche Lieferung erfolgt sein soll, dort nachzuforschen. Doch auch er kann keinerlei Anhaltspunkte finden, dass dieser Deal dort stattgefunden hat. Dies passt der Regierung Bush nicht in den Kram und trotz nicht vorhandener Beweise erklärt Bush dem Irak den Krieg. Als Joe den Präsidenten in der Öffentlichkeit als Lügner bezeichnet, reagiert man im Weißen Haus not very amused und enttarnt Valerie. Das Leben der Eheleute wird zur Hölle, denn auch die besten Freunde waren natürlich nicht eingeweiht, welchem Job Madame in Wirklichkeit nachgeht.

So weit so gut. Ein durchaus interessantes Stück Zeitgeschichte hat sich Doug Liman hier zur Brust genommen, doch die Aufteilung seines Filmes ist reichlich merkwürdig, denn just in dem Moment als der Prozess beginnt, in dem sich Valerie Plame reinwaschen will, ist sein Film zu Ende. Das muss man nicht wirklich verstehen. Da hätte er die Geschichte zuvor etwas straffen sollen, denn im Endeffekt arbeitet man als Zuschauer auf ein Ende hin, welches dann in 5 Minuten und einigen Texttafeln abgehandelt wird.

Naomi Watts, die ich zusammen mit Cate Blanchett zu meinen absoluten Lieblingsschauspielerinnen zähle, macht ihre Sache gut, während Sean Penn dem Wort Overacting eine völlig neue Bedeutung verleiht. Der Film ist zwar bis in kleinste Nebenrollen top besetzt, doch aufgrund der merkwürdigen Aufteilung, bleibt man gegen Ende mit einem ratlosen Gesicht zurück.

Fazit: Gut gespielt, inhaltlich interessant, aber wo ist der Showdown auf den man wartet? Da wäre deutlich mehr drin gewesen.

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DREAM HOME (Splendid/WVG)

am 05. Mai 2011 unter Drama, Horror abgelegt

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Cheng Lai-sheung lebt in HONKONG, in einem Land in dem die Wohnungen in guter Lage nahezu unerschwinglich sind. Nach dem Tode ihrer Eltern geht das Mädel gleich 2 Jobs nach um sich diesen Traum irgendwann erfüllen zu können. Doch neben den hohen Kaufpreisen sind zudem leere Wohnungen in diesem Gebiet sehr selten, da niemand der dort wohnt in der Regel dort wieder weg will. Doch eines Tages bekommt sie ihre Chance, verpasst jedoch den Termin mit dem Makler um wenige Minuten, und die Wohnungsbesitzer haben es sich anders überlegt. Also greift Madame zu drastischeren Mitteln. Sie entsorgt einfach Bewohner des Wohnkomplexes, was automatisch dazu führt, dass die Kaufpreise in den Keller gehen.

Das hört sich im ersten Moment durchaus originell an und die eigentliche Geschichte gibt auch einiges an Potential her. Zudem bekommt man hier eine vollkommen ungewöhnliche Mischung aus Drama und Slasher-Streifen geboten, die ich so noch nie gesehen habe.

Die vielen Rückblenden in die Kindheit der Darstellerin verlangsamen jedoch das Filmtempo auch immer wieder, so dass kein richtiger Fluss zustande kommen will.

Eine bodenlose Frechheit sind jedoch die Schnitte, die diesem Film angetan wurden. Anfangs ist das noch in überschaubarem Rahmen, doch gegen Ende hat man ja wirklich nahezu jede Szene gekürzt, was dem Zuschauer irgendwann tierisch auf die Nüsse geht.

So ist eine abschließende Bewertung schwierig. Die Idee und der Genre-Mix sind interessant, die Umsetzung aber holprig und die Splatterszenen überwiegend entfernt. Daher enthalte ich mich einer Wertung.

NEEDLE (KNM)

am 05. Mai 2011 unter Horror abgelegt

needle

Ben und Marcus sind Brüder, die seit dem Tod ihres Vaters kein Verhältnis mehr miteinander pflegen, da ersterer ihm die Schuld dafür gibt. Das Erbe scheint soweit aufgeteilt, doch eines Tages bekommt Ben vom Notar eine geheimnisvolle Kiste überreicht, die wohl noch aus dem Besitz des Vaters stammt. Diese ist jedoch einen Tag später verschwunden, wie auch einige von Bens Freunden. Diese werden im Gegensatz zur Kiste jedoch gefunden und das fürchterlich zugerichtet. Als sich herausstellt, dass diese Box alle tötet die sich im Umfeld von Ben aufhalten, versucht er zusammen mit Marcus, der Polizeifotograph ist, herauszufinden, was es mit dem Teil auf sich hat. Doch langsam gehen ihm die Freunde aus….

Sicher ist NEEDLE jetzt nicht der originellste Genrebeitrag seit Jahren und klaut bei so einigen anderen Streifen des Genres, doch für einen spannenden Horrorabend reichts allemal. Zudem ist die Synchronisation für einen Film einer so kleinen Firma durchaus gelungen und die Darsteller recht ordentlich.

Die Auflösung ist, wie nicht anders zu erwarten, total überkonstruiert, aber auch das kennt man ja schon aus anderen Streifen und wer am Anfang gut aufpasst (habe ich nicht getan) kann sogar auf des Rätsels Lösung kommen.

Am Ende bleiben etliche Fragen unbeantwortet, doch trotzdem ist NEEDLE einer der besseren Vertreter des B-Horror-Genres. Die Gewaltszenen sind teilweise derb, an einer Stelle glaube ich jedoch einen Schnitt erkannt zu haben.

Wer Filme wie WITCHBOARD oder HELLRAISER mag (wenn man die Erwartungshaltung aber nicht an den Vorbildern festmacht) könnte auch an NEEDLE Gefallen finden.

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AKTE KAJINEK (Ascot Elite)

am 05. Mai 2011 unter Biopic, Drama, Thriller abgelegt

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Jiri Kajinek brach im Jahre 2000 aus dem berüchtigten Knast Mirov aus, der als Tschechisches Alcatraz gilt. 5 Wochen dauerte es bis er wieder geschnappt wurde. 5 Wochen in denen er Beweise für seine Unschuld suchte, denn obwohl er nun wahrlich kein Heiliger war und man ihn schon als Kriminellen bezeichnen konnte, der Schutzgelder erpresste und etliche andere Delikte beging – den Doppelmord der ihm zur Last gelegt wurde, hat er nicht begangen – oder doch? Eine junge engagierte Anwältin versucht eine Wiederaufnahme des Verfahrens – auch aus persönlichem Interesse, scheitert jedoch bei diesem Versuch, denn auch die Richterin wurde von Männern im Hintergrund manipuliert.

Die Geschichte des Jiri Kajinek kennt in dem Land der Goldenen Stadt so ziemlich jeder. Der gute Mann sitzt auch heute noch im Knast, obwohl seine Schuld in keinster Weise bewiesen ist. In den Interviews lässt man den Inhaftierten dann auch seine Version der Geschichte erzählen und einige andere Personen aus dem Umfeld geben ebenfalls ihren Kommentar ab. Das macht die Extras fast so spannend wie den Film selbst.

Dieser ist eine sehr gute Mischung aus Drama und Action-Thriller, der sich wohl recht genau an die damaligen Abläufe hält. Zudem hat man mit den beiden Hauptdarstellern zwei sehr charismatische Herrschaften besetzt, die man als Westeuropäer natürlich nicht kennt, denn meines Wissens, ist dies der erste Film aus der Tschechoslowakei, den ich in meinem Leben gesehen habe.

Fazit. Mal wieder schreibt das Leben die interessantesten Geschichten. Natürlich sind einige Sachen spekulativ, trotzdem vermag der Streifen über seine relativ lange Laufzeit zu fesseln. Geheimtipp!

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