Kalender

November 2010
M D M D F S S
« Okt   Dez »
1234567
891011121314
15161718192021
22232425262728
2930  

Videotie bei Twitter

  • Twitter hat Schluckauf...

Archiv für den 03. November 2010

RED MIST (I-ON NEW MEDIA/WVG)

am 03. November 2010 unter Horror, Thriller abgelegt

redmist

Der unsichere und schüchterne Kenneth arbeitet als Hausmeistergehilfe in einem Krankenhaus. Dort lernt er viele arrogante Nachwuchsärzte kennen, die ihn meist mies behandeln, insbesondere die Clique um Sean. Als er heimlich einen Diebstahl von Medikamenten filmt und das dummerweise auf einer Party herumzeigt, nehmen die Ärzte ihn zum Schein in ihre Gemeinschaft auf, aber nur, um es ihm heimzuzahlen und Drogen zu verabreichen, um dann sagen zu können, dass er mit dabei war. Doch der Plan endet in einem Desaster, denn Kenneth erleidet einen epileptischen Anfall und stürzt auf den Hinterkopf. In Panik lädt man den halbtoten vor dem Krankenhaus ab, damit man halbwegs glimpflich aus der Sache herauskommt. Kenneth wird zwar gefunden, ist aber hirntot. Als die lebenserhaltenden Geräte ausgeschaltet werden sollen, versucht Catherine, die schon von Anfang Mitleid mit dem Außenseiter hatte, ihm mit einem bislang nicht erforschten Arzneicocktail zu helfen, der die Gehirnströme wieder aktivieren soll. Und es funktioniert tatsächlich, doch leider hat das ganze einen äußerst unangenehmen Beigeschmack, denn Kenneth kann seinen Körper verlassen,von anderen Besitz ergreifen und diese zu seinem Werkzeug machen (!). So dezimiert sich die Clique nach und nach.

Das hört sich alles erst einmal halbwegs bescheuert an und die Pille (wie passend) muss man wirklich erstmal schlucken, denn das ist schon weiter hergeholt als eine Senkung der Benzinpreise unter eine grünen Regierung.

Allerdings gibt es an diesem Streifen sonst nahezu nichts auszusetzen, denn der Spannungsbogen bleibt durchgängig erhalten, die Atmosphäre stimmt und die Hauptdarsteller liegen weit über dem üblichen B-Movie Niveau, wobei insbesondere Arielle Kebbel eine tolle Leistung abliefert.

Zudem sind die Dialoge bei weitem nicht so bescheuert wie in vielen anderen Filmen ähnlicher Machart. Dazu gesellt sich eine durchaus gelungene Synchronisation. Der Splatteranteil hält sich zwar in Grenzen und die Tötungsmethoden sind jetzt auch nicht wahnsinnig originell, doch der Streifen macht trotzdem richtig Laune.

6chuckys

SPLICE (Universum Film)

am 03. November 2010 unter Drama, Horror, SciFi abgelegt

splice

Clive und Elsa gehören zu einem Team von Genwissenschaftlern, das sich damit beschäftigt, verschiedene Tierarten zu kreuzen und dadurch völlig neuartige Lebewesen zu erschaffen. Da hinter dem Ganzen aber ein großer Konzern steht, der gewinnbringende Resultate erwartet, geraten die Forscher in Zugzwang und ihr heimliches Experiment, nämlich tierische und menschliche Gene zu kreuzen, gerät in Gefahr, vor allem aufgrund nicht vorhandener (Frei)Zeit. Zudem ist man sich bald nicht mehr einig, ob man das erschaffene Lebewesen eliminieren soll, da man hier ja auch Teile eines Menschen umbringen würde. Doch man kommt gar nicht dazu das auszudiskutieren, denn das Etwas entwickelt sich rasend schnell. Da die Verheimlichung der Existenz des Wesens immer schwieriger wird, schafft man es in eine abgelegene Scheune auf dem Land. Doch das schnelle Wachstum und die damit vorhandene Geschlechtsreife werden immer komplizierter, zumal herauskommt, dass Elsa ihre eigenen Gene benutzt hat und das Wesen empfindet nun langsam außerelterliches Gefallen an ihrem „Vater“. Es kommt zur Katastrophe.

In einen neuen Film von Vincenzo Natali setzt man natürlich immer wieder hohe Erwartungen, Nachdem der Mann mit CUBE ja einen absoluten Kultfilm erschaffen hatte, setzte er qualitativ mit CYPHER noch einen drauf um danach mit der originellen Komödie NOTHING abermals zu punkten.

SPLICE ist insgesamt jedoch das schlechteste Werk des Regisseurs, was vor allem an den letzten dreißig Minuten liegt. Grundsätzlich macht er bis dahin nicht viel falsch. Brody und Polley sind zwei glaubhafte Darsteller, denen man die jungen Forscher jederzeit abnimmt. Die Effekte sind grandios und auch einige Wendungen in der Story kann man kaum vorausahnen. Zudem wurde der Gewissenskonflikt der „Eltern“ gut herausgearbeitet, so dass der Streifen starke Charaktere zu bieten hat und eine gar nicht mal so abwegige Story….bis zum letzten Abschnitt.

Dort wird es dann dermaßen hanebüchen und schwachsinnig, dass man sich wirklich fragt, wie man einen an sich gelungenen Streifen noch so versemmeln kann. Spätestens nach der Geschlechtsreife des Wesens, sind die Wendungen dermaßen bescheuert, dass er zum Ärgernis wird. Leider kann ich diese aus Spoilergründen nicht im Einzelnen verraten.

Fazit: Interessanter Anfang, tolle Charaktere aber ein völlig abstruser Schlussabschnitt (immerhin mit einem halbwegs versöhnlichen Ende) machen eine Bewertung schwierig, daher entscheide ich mich hier für einen ähnlichen Stil wie auch schon bei GESETZ DER STRASSE nämlich:

Erste 2 Abschnitte

6chuckys

Letzter Abschnitt

2chuckys

Gesamt ganz knappe

5chuckys

2001 MANIACS 2 (Sunfilm)

am 03. November 2010 unter Horror, Komödie abgelegt

2001

Die Zeichen standen gut für das Sequel. Zwar stand Robert Englund wohl nicht mehr zur Verfügung doch Bill Moseley kann das genau so gut und Lin Shaye als Bekloppte (wie auch in Teil 1) zu besetzen passt ja nun auch immer. Zudem konnte man den Regisseur des ersten Teils wieder ins Boot holen.

Auch damals war die Story nicht der Bringer. Diesmal machen sich die verrückten Südstaatler, die den Norden noch immer hassen, auf den Weg dorthin, da einfach niemand mehr Lust hat sich von ihnen niedermetzeln zu lassen. Also kommt der Berg zum Propheten. Schnell hat man sich auch einige Opfer auserkoren und das Schlachtfest kann beginnen.

Aber nicht in Deutschland. Die Cutterei an diesem Streifen hier ist eine bodenlose Unverschämtheit und auch nicht mehr mit Jugendschutz zu rechtfertigen, sondern nur noch als bewusste Zerstörung von filmischem Material zu bezeichnen. Wenn ich eine Horrorkomödie schaue, deren Hauptwitz aus den originellen Todesarten besteht, diese jedoch sämtlich herausgeschnitten worden, kann ich es auch lassen. Ich sehe mir ja auch keinen Porno an, der abblendet wenn die Geschlechtsteile zum Vorschein kommen.

Seltsamerweise war der Vorläufer ja nun auch nicht ohne, doch da hat man die Schere stecken lassen. Anscheinend haben sich die Prinzipien dieser unsäglichen Vereinigung mit drei Buchstaben wieder geändert und/oder dort ist mal wieder ein anderer seniler alter Bock an der Macht, der mit allen Mitteln verhindern will, dass seine geliebten Enkel sich diese bösen Filme anschauen.

Sicher ist das hier keine Perle der Filmgeschichte, aber so eine Zerlegung von Kulturgut (denn Filme zählen nun mal als solches) gehört strafrechtlich verfolgt. Irgendwer sollte diesen Drecksverein mal ausräuchern – ich hab die Schnauze langsam voll. Bewertung entfällt natürlich.

UNSCHULDIG HINTER GITTERN (Sony Pictures)

am 03. November 2010 unter Drama abgelegt

gitter

Einen viel unspektakuläreren und unoriginelleren Titel kann man sich wohl kaum ausdenken. Und wieder einmal handelt es sich um eine wahre Geschichte. Dieser Spruch ist zwar auch bis zum Exzess ausgereizt, doch in diesem Falle trifft er auch tatsächlich zu, denn man hat sich recht genau an die eigentlichen Vorkommnisse gehalten.

Prissy Gregory ist Rechtsanwaltsgehilfin. Doch als ihr Chef überraschend bei einem Unfall stirbt, hat sie Probleme Anwälte zu finden, die dessen Fälle übernehmen. Insbesondere die Akte Calvin Willis will keiner haben, denn da scheint die Sachlage klar zu sein. Doch der Verurteilte bestreitet sein Tat vehement. Also versucht die engagierte Frau auf eigene Faust den Häftling herauszuboxen, doch über viel viele Jahre werden sämtliche Anhörungsanfragen und Wiederaufnahmen des Prozesses abgeschmettert. Doch Prissy kämpft weiter und entfernt sich dabei sogar von ihrem Sohn, während Willis daran zu zerbrechen scheint, dass seine Frau ihn verlassen hat.

Alles schon mal dagewesen wird man jetzt sagen, doch Bekanntes muss ja nicht schlecht sein und schon gar nicht wenn Gale Ann Hurd produziert hat, denn die Dame hat immerhin Sachen wie HULK, PUNISHER oder TERMINATOR 2 in ihrer Vita stehen. Ein leises Justizdrama ist allerdings eher ungewöhnlich, aber ihr lag die Story wohl genauso am Herzen wie Hauptdarstellerin Julia „Fräulein Smilla“ Ormond, die hier erschreckend alt aussieht, ihre Rolle aber mit viel Leidenschaft verkörpert. Die Charaktere sind zudem durchweg glaubwürdig und insbesondere für einen amerikanischen Streifen wird die übliche Moralkeule nahezu gar nicht geschwungen.

So bleibt unter dem Strich ein stilles und einfühlsames Drama mit einer sehr guten Hauptdarstellerin und einer tollen Idee als letzter Einstellung. Wer so etwas mag, kann bedenkenlos zugreifen.

5chuckys

halberchucky