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Archiv für den 27. Oktober 2010

DAS RECHT AUF RACHE (ATLAS/KNM)

am 27. Oktober 2010 unter Action, Thriller abgelegt

rache

Zwei albanische Clans in Belgien beginnen einen blutigen Bandenkrieg. Der Sohn des Ermordeten Oberhaupts reist ins Land ein um seinen Vater zu rächen. Die beiden ermittelnden Cops Vincke und Verstuyft kommen nur sehr schleppend mit ihren Ermittlungen voran, zumal das völliges Neuland für die beiden ist. Zudem scheinen hinter dem Ganzen auch hohe Tiere der belgischen Polizei zu stecken, denn ihre Arbeit wird konstant sabotiert. Es beginnt ein Wettlauf gegen die Zeit, denn der Sohn des Getöteten hinterlässt überall blutige Spuren.

Die Story ist zwar nicht sonderlich neu, sondern wird nur aus altbekannten Motiven zusammengestrickt und der erste Teil des Streifens ist ein solider, relativ unspektakulärer Copfilm geworden. Allerdings fand ich es dann nach 40 Minuten doch seltsam, dass der Film schon vorbei sein sollte (obwohl man den Eindruck hatte, denn eigentlich war an dieser Stelle alles erzählt). Doch siehe da, aus dem Nichts heraus gibt es eine komplette Wendung und von da an bekommt man einen spannenden, sehr bodenständigen Action-Thriller geboten, der seinen europäischen Herstellungsort nicht verhehlen kann, das aber auch gar nicht will.

Bei dem Namen Vincke klingelte die ganze Zeit etwas in meinem Kopf und nach einer guten Stunde fiel es mir wieder ein. Das war der damalige Ermittler beim glänzenden „Alzheimer Case“, der auch in Deutschland erhältlich ist.

Fazit: Am Anfang etwas behäbig, entwickelt sich der Streifen mit zunehmender Spieldauer zu einem sehr unterhaltsamen Cop-Thriller, der mit einem recht dreckigen Look ausgestattet ist. Die beide Kommissare sind dem Zuschauer zudem sehr sympathisch.

5chuckys

CHLOE (Kinowelt)

am 27. Oktober 2010 unter Drama, Thriller abgelegt

chloe

Catherine und Davis führen schon sehr lange eine eigentlich glückliche Ehe, doch in den letzten Jahren scheint man sich zunehmend voneinander zu entfernen und der Gatte ist auch nur noch selten daheim. Also wächst in Catherine der Verdacht, dass er Sex mit anderen Frauen sucht und hat. Sie setzt darauf hin die Edelnutte Chloe auf ihren Gatten an, um zu prüfen, wie der auf diese reagiert. Doch die Rapporte von Chloe fallen nicht nach Catherines Geschmack aus, denn laut ihrem Lackvogel verführt Madame den Gatten nun regelmäßig. Als sich Catherine aus Frust mit Chloe auf ein lesbisches Techtel-Mechtel einlässt, ist die Katastrophe vorprogrammiert, zumal die Dame ein doppeltes Spiel zu treiben scheint.

Das Problem dieses Streifens ist wieder einmal sein Trailer. Denn hat man den gesehen erwartet man hier einen spannenden Thriller. Dem ist mitnichten so, ohne das der Streifen nun schlecht wäre. Zwar gibt es durchaus ein paar spannende Momente, doch ist CHLOE eindeutig dem Drama zuzuordnen.

Die Story ist recht gut ausgetüftelt, die Reaktion der Hauptdarstellerin gegen Ende sind jedoch weit hergeholt.

Die wie immer großartige Julianne Moore liefert ebenso wie Liam Neeson eine Top-Leistung ab. Als Femme Fatale hätte ich allerdings nicht wirklich Glubschäuglein Amanda Seyfried besetzt, aber das ist natürlich Geschmackssache.

Zudem beweist Atom Egoyan wieder einmal Gespür für Stimmungen, denn davon lebt der Film zu großen Teilen. Ergänzend dazu gibt es einen sehr effektvollen und angemessenen Score.

Fazit: Als Thriller ein wenig zu unspannend, kann CHLOE als Drama überzeugen. Die darstellerischen Leistungen sind überdurchschnittlich, der Look sehr edel, wenn auch ein wenig steril, was manchen stören mag.

5chuckys

DON’T LOOK BACK (EuroVideo)

am 27. Oktober 2010 unter Drama, Thriller abgelegt

dontlook

Jeanne hatte als Kind einen schweren Unfall und kann sich an ihre ersten 8 Lebensjahre nicht mehr erinnern. Nachdem ihr Verleger ihre Autobiographie als zu langweilig empfindet und ihr rät doch weiter auf gewohntem journalistischem Gebiet zu bleiben, beginnt Jeanne Veränderungen in Ihrem Umfeld wahrzunehmen. Das fängt zuerst harmlos an, als sie glaubt dass sich diverse Gegenstände im Zimmer verschoben haben. Später verändert sich auch das Aussehen ihres Mannes, der Kinder und ihre eigene Mutter. Als sie ein altes Familienfoto entdeckt, werden in ihr Erinnerungen geweckt, ohne dass sie diese genau zuordnen könnte. Sie reist nach Italien um die Frau die sich neben ihr auf dem Foto befindet aufzuspüren und macht eine erstaunliche Entdeckung.

Wer auf gradlinige Thriller steht ist hier definitiv fehl am Platze. Menschen die Sachen wie STAY oder THE BROKEN mögen,dürften auch an diesem Streifen ihre Freude haben, denn der Film hat surrealistische Züge und die Auflösung folgt erst ganz zum Schluss.

So wie sich die Menschen in ihrer Umgebung verändern, verändert sich Jeanne auch, denn den ersten Teil des Streifens wird sie durch Sophie Marceau dargestellt, im zweiten übernimmt Monica Belluci ihre Rolle. Das hat sogar einen tieferen Sinn, den man ebenfalls noch erfährt.

Für den Zuschauer ist dieser Wechsel der Schauspieler sehr interessant, nicht nur weil man die beiden Ikonen mal im direkten Vergleich begutachten kann (wobei keine besonders heraussticht oder abfällt), sondern es so etwa bislang auch noch nicht oft gab.

Zudem besitzt der Streifen eine vollkommen ungewöhnliche Farbgebung, die das Mystische noch unterstützt.

Fazit: Völlig unbekannter, aber sehenswerter Streifen mit Top Besetzung und interessanter Story, Die Auflösung ist zwar nicht wirklich realistisch aber zumindest nachvollziehbar.

6chuckys

DAS LAGER (Sunfilm)

am 27. Oktober 2010 unter Drama abgelegt

lager

Winter 1946, Max und Klaus erleiden das Schicksal vieler deutscher Soldaten, sie werden in einem russischen Kriegsgefangenenlager interniert. Abgemagert und müde vom Krieg und Gefangenschaft hegen sie nur noch einen Wunsch, zurückzukehren zur Familie. Die brutale Kälte und die unmenschlichen Wärterinnen machen das Lagerleben zur eisigen Hölle. Nur die Lagerärztin Natalya behandelt die Deutschen wie Menschen und fühlt sich zu Max hingezogen. Als der russische Offizier Pavlov den Auftrag erteilt, die SS-Kriegsverbrecher unter den Gefangenen ausfindig zu machen, beginnt ein perfides Spiel um Liebe und Verrat…

Das ist der offizielle Text der Firma zu dem Streifen. Ich habe den hier mal frech reinkopiert, weil man es mit dieser Zusammenfassung wirklich schafft das Interesse zu wecken oder nicht?

Leider gerät dieses Drama nicht halb so gut wie man annehmen könnte. Selbstverständlich basiert das alles, wie mittlerweile jeder dritte Film, auf einer wahren Begebenheit. Doch leider hat der Streifen nicht wirklich etwas Wichtiges zu erzählen und trotz der wirklich erstaunlich starken Besetzung, bleibt man merkwürdig unberührt, zumal man auch Gut und Böse nicht wirklich unterscheiden kann

Malkovich ist mal wieder toll in der Rolle des Bösen, während die sonst großartige Vera Farmiga sehr blass bleibt. Daniel Brühl ist verschenkt und Thomas Kretschmann hat eine doofe Rolle.

Auch wenn Regisseur Tom Roberts das ganze in durchaus hochwertige Bilder verpackt hat, bei denen man als Zuschauer die damals vorherrschende Kälte förmlich spüren kann, gibt seine Geschichte nicht wirklich genug her, um einen Streifen über so eine lange Laufzeit interessant zu gestalten. Dazu gesellt sich ein äußerst pathetisches Ende.

Fazit: Der Untertitel „Wir gingen durch die Hölle“ wäre zwar als Beschreibung zu viel des Guten, für das was der Zuschauer erlebt, doch wirklich überzeugen kann der Film nicht. Zu steril und zu blass bleiben die einzelnen Figuren.

3chuckys

halberchucky

AUFTRAG RACHE (Universal Pictures)

am 27. Oktober 2010 unter Action, Thriller abgelegt

auftrag

Thomas Craven hat seine Tochter schon lange nicht mehr getroffen, die mittlerweile zu einer jungen Frau gereift ist. Als man sich nach dem Wiedersehen kurz die Beine vertreten will, eröffnet ein Unbekannter das Feuer auf Madame, die an den Folgen stirbt. Der schwer angeschlagene Craven ist sich sicher, dass es der Angreifer auf seine Person abgesehen hatte. Doch bei seinen Nachforschungen findet er heraus, dass seine Tochter in einige merkwürdige Dinge verstrickt war, bei denen unter anderem ihr Arbeitgeber, die Nuklearprodukte herstellende Firma NORTHMOOR, eine entscheidende Rolle zu spielen scheint, Bei der Aufklärung des Falles geht Craven über Leichen, denn er hat eh nichts mehr zu verlieren.

Dieser Film hatte wenige Chancen bei mir Anklang zu finden, denn ich mag weder Mel Gibson besonders, noch diese klassischen „verletzter Cop macht sich auf den Rachefeldzug“ -Geschichten.

Was aber auch schon in TAKEN mit dem fast gleichaltrigen Liam Neeson funktionierte, passt auch hier zusammen. Allerdings gibt es hier wesentlich weniger Action als in dem v.g. Streifen. AUFTRAG RACHE ist mehr als Drama angelegt und bleibt daher auch etwas realistischer. Gibson glänzt mit einem überraschend starken Auftritt.

Wirkt manches allerdings schon etwas konstruiert, orientiert sich der Film deutlich an den „Ein Mann sieht rot“ – Filmen, erreicht aber eine ganz andere Qualität und beinhaltet auch eine wesentlich subtilere Erzählweise.

Fazit: Ein erstaunlich guter Hauptdarsteller in einem, trotz relativ simpler Story, durchaus gelungenen Streifen, der sehr oldschoolig daherkommt.

6chuckys

WILD THINGS 4 (Sony Pictures)

am 27. Oktober 2010 unter Thriller abgelegt

wild

Mittlerweile sind wir also schon beim vierten Teil der Reihe angekommen, ohne dass einer von denen auch nur irgend etwas mit dem allerersten zu tun hätte.

Hier geht es um einen Millionärssohn der in Saus und Braus lebt und mit nem „heißen Feger“ (Filmzitat) zusammen ist. Doch dann droht Papi den Geldhahn abzudrehen. Wenig später hat er das Zeitliche gesegnet. Und schon gerät der Filius unter Verdacht oder steckt seine Gattin spe dahinter oder die Dame die er angeblich vergewaltigt hat?

So kommt es zu vielen Irrungen und Wirrungen, (sowie reichlich Geschlechtsverkehr) zwischen allen Beteiligten, bei dem der Regisseur irgendwann selbst den Überblick verliert. Nichts gegen Wendungen, aber zehn Stück in einem Film sind dann doch etwas viel und wirken sehr aufgesetzt.

Zudem hat man hier wirklich ganz tief in die Klischeekiste gegriffen und die Oberweite der Damen bzw das Sixpack der Herren war wohl auch wichtiger als schaupielerisches Können.

Trotzdem: Die Story ist eigentlich gar nicht mal unclever und hätte ein gewisses Potential gehabt. Doch hier fehlt jeglicher Symphatieträger, was den Film als sehr seelenlos erscheinen lässt. Kann man getrost liegen lassen, trotz erstaunlich guter Synchro.

3chuckys