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Archiv für den 18. August 2010

FROZEN RIVER (Lighthouse)

am 18. August 2010 unter Drama abgelegt

frozen

Kurz vor Weihnachten verschwindet Ray Eddys Gatte mit allen Ersparnissen spurlos und lässt seine Familie zurück. Nun steht das gesamte Hab und Gut kurz vor der Pfändung und die alleinerziehende Mutter kann ihren Kindern nicht einmal Essen kaufen. Eher zufällig lernt sie die Mohawk Lila kennen. Nach anfänglichem Misstrauen gehen die beiden Frauen jedoch eine lukrative Geschäftsbeziehung ein indem sie illegale Einwanderer mit dem PKW ins Land einschmuggeln. Dies geschieht über den zugefrorenen Fluss, bei dem keinerlei Kontrollen von Seiten der Polizei erfolgen. Das geht auch eine Weile gut, doch als Ray Eddy das nötige Geld fast zusammenhat, passiert etwas Unvorhergesehenes.

Man kann ja vieles als Thriller verkaufen, doch dies hier ist definitiv keiner, auch wenn man das mit dem Trailer suggeriert bekommt. Hier handelt es sich um ein Drama zweier unterschiedlicher Frauen, die beide unter Geldnot zu zerbrechen drohen.

Das ist durchaus realitätsnah und glaubwürdig dargestellt und wird von den beiden Darstellerinnen auch gut vermittelt. In diesem Film gibt es nahezu keine Handlungsweisen die unlogisch, aufgesetzt oder nicht nachvollziehbar wären.

Allerdings schlägt der Film über weite Strecken schon ein eher gemächliches Tempo an, was insbesondere den Menschen die anfangs glauben, hier einen Thriller kredenzt zu bekommen, nicht zusagen dürfte. Aber für solche Infos gibt es ja videotie.de

Fazit: Gut gespieltes Drama, dass man sich auch aufgrund der recht originellen Handlung anschauen sollte.

5chuckys

HARRY BROWN (Ascot Elite)

am 18. August 2010 unter Drama, Thriller abgelegt

harry

Harry Brown lebt alleine in einem heruntergekommenen Viertel in London. Als seine Geliebte Ehefrau nach langer Krankheit im Hospital stirbt, bleibt ihm nur noch sein bester Freund Leonard. Doch dieser wird kurz darauf von einer Horde jugendlicher Randalierer ermordet. Die Polizei interessiert das Schicksal eines einzelnen alten Mannes jedoch nicht weiter und die Ermittlungen werden eingestellt. Nun hat Harry nichts mehr zu verlieren und setzt alles daran seinen Freund zu rächen. Dafür taucht tief in die Unterwelt Londons ein und gerät dabei in lebensgefährliche Situationen – und Harry ist nicht mehr der Jüngste.

Das hätte alles sehr leicht zu einem Selbstjustiz-Vehikel verkommen können, doch die absolut superbe und intensive Darstellung von Michael Caine verleiht dem Film, trotz seiner eigentlich eher banalen Grundstory, eine enorme Tiefe. In Kombination mit den wunderschönen aber auch bedrückenden, düsteren Bildern und Kameraeinstellungen, gerät der Streifen in manchen Teilen sogar zu einem kleinen Kunstwerk, denn zu einem öden Rachethriller in Charles Bronson Manier.

Unfassbar das dies das Regiedebüt von Daniel Barber ist, denn der Mann hat gleich in seinem ersten Werk alles richtig gemacht. Wenn die eigentlich recht simple Dramaturgie ab und an mal ins Stocken gerät, macht er das mit interessanten Einstellungen wieder wett und kann sich jederzeit auf seinen brillanten Hauptdarsteller verlassen.

Den Nachwuchskriminellen spielt übrigens Ben Drew der unter dem Pseudonym PLAN B gerade die europäischen Hitparaden stürmt (er sollte besser beim schauspielern bleiben, wenn ich mir die Bemerkung erlauben darf).

Fazit: Stilsicherer und von seinem Hauptdarsteller getragener Thriller mit dramatischen Momenten, der es fernab jeder Selbstjustiz Klischees schafft, gleichzeitig zu unterhalten und zu berühren, was in diesem Genre schon nicht ganz einfach ist. Hut ab vor den Herren Caine und Barber.

7chuckys

SLAUGHTER (WVG)

am 18. August 2010 unter Drama, Thriller abgelegt

slaughter

Faith ist auf der Flucht vor ihrem gewalttätigen Liebhaber. Nur ihre beste Freundin weiß, wo sie hingezogen ist. Das Alleinsein in einer fremden Gegend fällt ihr jedoch schwer. In einer Disco lernt sie zufällig die etwas jüngere Lola kennen und die beiden Mädchen freunden sich an. Letztere lebt mit ihrem Vater und den beiden Brüdern auf einer Farm. Das Verhältnis innerhalb der Familie ist seit dem Tode der Mutter allerdings zerrüttet, so dass Lola dem gerne entfliehen würde. Dies setzt sie als bald auch in die Tat um, doch statt einfach abzuhauen benutzt sie Faith für ihre Zwecke, der ihrerseits langsam dämmert, dass mit ihrer Freundin etwas nicht stimmt, zumal ständig Menschen in ihrem Umfeld verschwinden..

Slaughter ist ein durchaus ansprechender Thriller geworden, der allerdings das Problem hat, das der zweite Abschnitt komplett anders gelagert ist, als der erste. Das ganze beginnt als lupenreines Drama und mutiert dann später zu einem garstigen Horrorthriller mit einem wirklich fiesen Ende (letzte Szene).

Das Problem könnte sein, dass den Horrorfreaks der Einstig zu lange ist, denn die wollen ja keine Problembewältigung verstörter Teenies, sondern Gemetzel oder zumindest Thrill serviert bekommen. Davon gibt es jedoch nichts in den ersten 45 Minuten.

Die beiden Protagonisten spielen das ganze durchaus glaubwürdig und der Film ist zudem kurzweilig geworden.

Wen die Genrekreuzung nicht stört, sollte sich Slaughter (vollkommen bescheuerter Titel übrigens) ruhig mal anschauen. Wer subtilere Abschnitte nicht mag, kann sich die Ausleihgebühr schenken.

4chuckys

halberchucky

GHOST MACHINE (Sunfilm)

am 18. August 2010 unter Action, Horror abgelegt

ghost

Tom hat eine Kampfsimulations-Software fürs Militär entwickelt, bei der man mitten im Geschehen ist und sich daher verhält wie im realen Leben auch. Nebenbei benutzt er sein Programm dazu, sich mit seinen Kumpels die Abende zu vertreiben und in verfallenen Gebäuden eine Runde Reality Fürchten zu spielen. Doch diesmal hat man sich das falsche Haus ausgesucht, denn in das Spiel greift ein weiblicher Geist ein, der dort gefangen ist – und wen Madame im Spiel tötet, der segnet auch im realen Leben das Zeitliche.

Klingt völlig bescheuert? Ist es über weite Strecken auch, denn manche Ideen sind dermaßen hanebüchen, dass dagegen sogar eine Mehrwertsteuersenkung der CDU realistisch erscheint.

Der Hauptdarsteller sieht aus wie der uneheliche Bruder von Tom Cruise und bietet sogar eine recht ordentliche darstellerische Leistung. Die Effekte sind für so eine kleine Produktion auch gar nicht mal übel, doch die Banalität der Story macht einiges zunichte. Auch der Zusammenhang zwischen dem Leiter des Militärbasis und dem Geist und deren Zusammenführung ist vollkommener Unfug.

Insgesamt ein bisschen schade, denn man hätte hier zumindest einen spannenden Sci Fi Thriller schneidern können, doch für eine bessere Bewertung, gibt es neben dem schwachsinnigen Plot auch zu viel Leerlauf. Keine totale Zeitverschwendung, aber wenn man den Streifen nicht gesehen hat, hält sich der cineastische Verlust auch in Grenzen.

3chuckys

INTO THE GANGLAND (KNM)

am 18. August 2010 unter Action, Drama abgelegt

gang

Freddy gehört der gewaltbereiten Gang Latin Crowns an. Deren Leben findet einzig und alleine im Viertel und auf der Straße statt. Eines Tages wird Freddys Bruder getötet und ihm geht langsam ein Licht auf, dass er sein Leben verändern sollte. Mit Hilfe seiner hübschen und intelligenten Freundin scheint das auch zu gelingen, doch der Weg aus der Gang heraus ist steiniger als zunächst geglaubt. Als sein behinderter Bruder ebenfalls stirbt, droht Freddy wieder in sein altes Leben zurückzufallen.

Wenn ich nun wieder einmal das weltberühmte Wort „Authentisch“ benutze, lehne ich mich sehr weit aus dem Fenster. Die Inszenierung ist zwar so aufgezogen, dass man sich als Zuschauer mittendrin fühlt – ob es in einer Latino-Gang aber wirklich so zugeht kann ich als Europäer ja gar nicht beurteilen.

Größtenteils hat man hier mit Laien gearbeitet und auch Hauptdarsteller Andrew Navarro hat bis heute (der Streifen ist aus dem Jahre 2004) nicht wirklich viel abgeliefert. Umso überraschender ist seine wirklich eindrucksvolle Darstellung.

Grundsätzlich geht das schon in die Richtung von Filmen wie Boyzn the hood, ist aber wesentlich weniger kommerziell gedreht und wirkt daher irgendwie „echter“ (nein ich benutze nicht das Wort authentisch).

Fazit: Wer gerne Ghettodramen sieht und kein Problem mit dem doch bewusst „dreckigen“ Look des Streifens hat, der damit fernab jeglicher Hollywoodproduktionen anzusiedeln ist, kann einen Blick riskieren.

4chuckys

GREEN ZONE (Universal)

am 18. August 2010 unter Action, Drama, Thriller abgelegt

green

Wir schreiben das Jahr 2003. Im amerikanisch besetzten Bagdad haben Roy Miller und sein Team den Auftrag, außerhalb der sicheren GREEN ZONE geheime Massenvernichtungslager der Irakis aufzuspüren. Nach mehreren Fehleinsätzen, bei denen nichts gefunden wird, dämmert es Miller jedoch, dass es hier nicht mit rechten Dingen zugehen kann und die Informationen bewusst falsch gestreut werden. Unterstützung der These erhält er von CIA Agent Martin Brown. Als Miller weiterforscht muss er feststellen, das seine eigenen Leute in verschiedenen Teams spielen.

Nach den beiden Bourne Filmen „Verschwörung“ und „Ultimatum“ arbeiten Regisseur Greengrass und Matt Damon erneut zusammen. So ist der Streifen auch eine Art Bourne 4 in Armyklamotten geworden, in dem Damon allerdings den Jäger spielt, statt selbst gejagt zu werden.

Im Gegensatz zu vielen ansonsten geschätzten Menschen wie Uwe Meyer sehe ich Damon immer wieder gerne, weil er eine gewisse Ausstrahlung hat, die vielen anderen fehlt und alle seine Rollen durchaus glaubwürdig ausfüllt. Auch hier liefert er einen guten Job ab, wird dabei aber auch von seinen Mitstreitern Brendan Glesson (mal ausnahmsweise in der Rolle des Guten) und Greg Kinnear (mal ausnahmsweise in der Rolle des, na ja Semibösen) gut unterstützt.

Die Story ist nicht uninteressant und die Auflösung (die man allerdings schnell ahnt) eine durchaus interessante These. Daher wundert mich, das es zu diesem Film in Amerika von Seiten der Politiker keine größeren Einsprüche gab.

Fazit;: Spannender Streifen ohne jeglichen Leerlauf, bei dem man allerdings ab und an aufgrund der vielen Namen Gefahr läuft, den Überblick zu verlieren.

5chuckys

halberchucky

SANCTUARY (Koch Media)

am 18. August 2010 unter SciFi abgelegt

sanc

Dr. Magnus ist eine brillante Wissenschaftlerin, die sich für ihr hohes Alter von 150 Jahren recht ordentlich gehalten hat, was an einer ihr entwickelten Rezeptur zur Verlängerung des Lebens liegt. Sie hat es sich zur Aufgabe gemacht, sogenannte „Andersartige“ im Sanctuary, eine neue Heimat zu geben, einem riesigen Komplex, in denen sie spezielle Räume für spezielle Lebewesen eingerichtet hat. Magnus und ihr Team spüren diese „Andersartigen“ auf der ganzen Welt auf und versuchen ihnen ein Zuhause zu geben, das sie in der Gesellschaft nicht haben. Unterstützung unterhält sie hierbei vom ehemaligen FBI Profiler Will Zimmermann, ihrer Tochter Ashley, dem Techniker Henry, sowie einem Butler der als Bruder von Bigfoot durchgehen könnte.

Ich bin zunächst immer skeptisch bei neuen Serien. Das Hauptproblem was sich mir immer stellt – man muss die Darsteller mögen. Passiert das nicht von Anfang an, kann die Serie noch so gut sein – sie wird mich nie begeistern können.

In diesem Falle hat man eigentlich alles richtig gemacht,. Amanda Tapping hat ihre Stargate Reisen gegen den Job im Sancutary eingetauscht und auch die sonstigen Figuren sind dem Zuschauer von Anfang an sympathisch.

Lustigerweise spielt hier in Nebenrollen praktisch die Hälfte des Teams von Re-Genesis mit, was wohl daran liegt, dass es sich ebenfalls um eine kanadische Serie handelt.

Die Spezialeffekte sind zwar nicht der Hit, aber die meisten der Figuren und Andersartigen sind originell und/oder putzig wie die knuddeligen aber auch nervigen weil sich ständig vermehrenden Nubbins. Zufälligkeiten mit den Tribbles von der Enterprise sind wohl keineswegs ungewollt.

Fazit: Unterhaltsame Sci Fi Serie mit nettem Team und interessanter Grundidee. Für die erste Staffel gibts dafür 6 Chuckys, allerdings bewerte ich TV Serien etwas anders als Filme.

6chuckys