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Archiv des Monats August 2010

2 TAGE PARIS (KNM)

am 30. August 2010 unter Komödie abgelegt

paris

Die aus Frankreich stammende Fotografin Marion und der Innenarchitekt Adam sind bereits seit zwei Jahren ein Paar und verbrachten gerade einen Traumurlaub in Venedig. Bevor sie wieder in die Staaten zurückfliegen, will Marion einen zweitägigen Abstecher nach Paris machen, wo ihre Familie lebt. Schon nach kurzer Zeit beginnt sich Adam über so einige Dinge zu wundern. Die Mutter war einmal mit Jim Morrison liiert, der Vater starrt allem nach, was weiblich ist und zwei Beine hat, und auch Marion trifft ständig auf irgendeinen Ex-Freund. Noch dazu bekommt sie ziemlich versaute SMS auf ihr Handy geschickt und Adam kommen langsam Zweifel, ob sie die richtige Frau für ihn ist.

Viel mehr gibt es zu dem Film nicht zu sagen, denn die Grundidee des Streifens ist relativ simpel. Ein Amerikaner in Paris – das kann ja nicht gut gehen, da diese Menschen im Allgemeinen eine ganz andere Mentalität besitzen. Da Adam eh schon stark zum Hypochonder neigt, hat er auch ständig Angst von Krankheiten befallen zu werden. Die witzigen Situationen entstehen allerdings hauptsächlich auch aus der Tatsache, dass sich seine französischen Sprachkenntnisse auf zehn Worte beschränken. So kommt es immer wieder zu sehr skurillen Situationen.

Am gelungensten werden wohl diejenigen den Film finden, die des Französischen mächtig sind, zu denen ich mich leider nicht zählen darf. Zwar wird das Gesprochene immer als Untertitel übersetzt, aber wenn man das ganze als gesprochenen Witz hört, kommt alles natürlich noch eine Spur lustiger rüber.

„Zwei Tage Paris” ist keine Komödie, bei der man sich andauernd auf die Schenkel klopft vor Lachen, sondern eher eine der Sorte, bei der die Gags nicht im Minutentakt erfolgen – dafür sind sie dann umso witziger, weil überraschender. Außerdem wird hier eher feinsinniger Humor geboten, der zum Beispiel Freunden der Loriot-Filme zusagen dürfte.

Wenn ich nun auch wahrlich nicht der Komödienspezialist bin und selten Lust habe mir eine anzusehen, weil ich lieber zur Spannung denn zu Komik tendiere, werde ich dann, wenn ich es mal tue, doch öfters überrascht. Es gibt wirklich einige Filme in diesem Genre, die einen anspruchsvollen und hintergründigen Humor besitzen und nicht nur aus albernen Zoten und Fäkalhumor bestehen.

Fazit: Amüsanter und trotz relativ hoher Laufzeit unterhaltsamer Kulturencrash, der viele Klischees beider Länder aufzeigt und mit ihnen kokettiert. Schauspielerisch ebenfalls in Ordnung ist „Zwei Tage in Paris” amüsante Abendunterhaltung für Menschen, die auf Situationskomik und feinsinnigen Humor stehen.

6chuckys

FROZEN RIVER (Lighthouse)

am 18. August 2010 unter Drama abgelegt

frozen

Kurz vor Weihnachten verschwindet Ray Eddys Gatte mit allen Ersparnissen spurlos und lässt seine Familie zurück. Nun steht das gesamte Hab und Gut kurz vor der Pfändung und die alleinerziehende Mutter kann ihren Kindern nicht einmal Essen kaufen. Eher zufällig lernt sie die Mohawk Lila kennen. Nach anfänglichem Misstrauen gehen die beiden Frauen jedoch eine lukrative Geschäftsbeziehung ein indem sie illegale Einwanderer mit dem PKW ins Land einschmuggeln. Dies geschieht über den zugefrorenen Fluss, bei dem keinerlei Kontrollen von Seiten der Polizei erfolgen. Das geht auch eine Weile gut, doch als Ray Eddy das nötige Geld fast zusammenhat, passiert etwas Unvorhergesehenes.

Man kann ja vieles als Thriller verkaufen, doch dies hier ist definitiv keiner, auch wenn man das mit dem Trailer suggeriert bekommt. Hier handelt es sich um ein Drama zweier unterschiedlicher Frauen, die beide unter Geldnot zu zerbrechen drohen.

Das ist durchaus realitätsnah und glaubwürdig dargestellt und wird von den beiden Darstellerinnen auch gut vermittelt. In diesem Film gibt es nahezu keine Handlungsweisen die unlogisch, aufgesetzt oder nicht nachvollziehbar wären.

Allerdings schlägt der Film über weite Strecken schon ein eher gemächliches Tempo an, was insbesondere den Menschen die anfangs glauben, hier einen Thriller kredenzt zu bekommen, nicht zusagen dürfte. Aber für solche Infos gibt es ja videotie.de

Fazit: Gut gespieltes Drama, dass man sich auch aufgrund der recht originellen Handlung anschauen sollte.

5chuckys

HARRY BROWN (Ascot Elite)

am 18. August 2010 unter Drama, Thriller abgelegt

harry

Harry Brown lebt alleine in einem heruntergekommenen Viertel in London. Als seine Geliebte Ehefrau nach langer Krankheit im Hospital stirbt, bleibt ihm nur noch sein bester Freund Leonard. Doch dieser wird kurz darauf von einer Horde jugendlicher Randalierer ermordet. Die Polizei interessiert das Schicksal eines einzelnen alten Mannes jedoch nicht weiter und die Ermittlungen werden eingestellt. Nun hat Harry nichts mehr zu verlieren und setzt alles daran seinen Freund zu rächen. Dafür taucht tief in die Unterwelt Londons ein und gerät dabei in lebensgefährliche Situationen – und Harry ist nicht mehr der Jüngste.

Das hätte alles sehr leicht zu einem Selbstjustiz-Vehikel verkommen können, doch die absolut superbe und intensive Darstellung von Michael Caine verleiht dem Film, trotz seiner eigentlich eher banalen Grundstory, eine enorme Tiefe. In Kombination mit den wunderschönen aber auch bedrückenden, düsteren Bildern und Kameraeinstellungen, gerät der Streifen in manchen Teilen sogar zu einem kleinen Kunstwerk, denn zu einem öden Rachethriller in Charles Bronson Manier.

Unfassbar das dies das Regiedebüt von Daniel Barber ist, denn der Mann hat gleich in seinem ersten Werk alles richtig gemacht. Wenn die eigentlich recht simple Dramaturgie ab und an mal ins Stocken gerät, macht er das mit interessanten Einstellungen wieder wett und kann sich jederzeit auf seinen brillanten Hauptdarsteller verlassen.

Den Nachwuchskriminellen spielt übrigens Ben Drew der unter dem Pseudonym PLAN B gerade die europäischen Hitparaden stürmt (er sollte besser beim schauspielern bleiben, wenn ich mir die Bemerkung erlauben darf).

Fazit: Stilsicherer und von seinem Hauptdarsteller getragener Thriller mit dramatischen Momenten, der es fernab jeder Selbstjustiz Klischees schafft, gleichzeitig zu unterhalten und zu berühren, was in diesem Genre schon nicht ganz einfach ist. Hut ab vor den Herren Caine und Barber.

7chuckys

SLAUGHTER (WVG)

am 18. August 2010 unter Drama, Thriller abgelegt

slaughter

Faith ist auf der Flucht vor ihrem gewalttätigen Liebhaber. Nur ihre beste Freundin weiß, wo sie hingezogen ist. Das Alleinsein in einer fremden Gegend fällt ihr jedoch schwer. In einer Disco lernt sie zufällig die etwas jüngere Lola kennen und die beiden Mädchen freunden sich an. Letztere lebt mit ihrem Vater und den beiden Brüdern auf einer Farm. Das Verhältnis innerhalb der Familie ist seit dem Tode der Mutter allerdings zerrüttet, so dass Lola dem gerne entfliehen würde. Dies setzt sie als bald auch in die Tat um, doch statt einfach abzuhauen benutzt sie Faith für ihre Zwecke, der ihrerseits langsam dämmert, dass mit ihrer Freundin etwas nicht stimmt, zumal ständig Menschen in ihrem Umfeld verschwinden..

Slaughter ist ein durchaus ansprechender Thriller geworden, der allerdings das Problem hat, das der zweite Abschnitt komplett anders gelagert ist, als der erste. Das ganze beginnt als lupenreines Drama und mutiert dann später zu einem garstigen Horrorthriller mit einem wirklich fiesen Ende (letzte Szene).

Das Problem könnte sein, dass den Horrorfreaks der Einstig zu lange ist, denn die wollen ja keine Problembewältigung verstörter Teenies, sondern Gemetzel oder zumindest Thrill serviert bekommen. Davon gibt es jedoch nichts in den ersten 45 Minuten.

Die beiden Protagonisten spielen das ganze durchaus glaubwürdig und der Film ist zudem kurzweilig geworden.

Wen die Genrekreuzung nicht stört, sollte sich Slaughter (vollkommen bescheuerter Titel übrigens) ruhig mal anschauen. Wer subtilere Abschnitte nicht mag, kann sich die Ausleihgebühr schenken.

4chuckys

halberchucky

GHOST MACHINE (Sunfilm)

am 18. August 2010 unter Action, Horror abgelegt

ghost

Tom hat eine Kampfsimulations-Software fürs Militär entwickelt, bei der man mitten im Geschehen ist und sich daher verhält wie im realen Leben auch. Nebenbei benutzt er sein Programm dazu, sich mit seinen Kumpels die Abende zu vertreiben und in verfallenen Gebäuden eine Runde Reality Fürchten zu spielen. Doch diesmal hat man sich das falsche Haus ausgesucht, denn in das Spiel greift ein weiblicher Geist ein, der dort gefangen ist – und wen Madame im Spiel tötet, der segnet auch im realen Leben das Zeitliche.

Klingt völlig bescheuert? Ist es über weite Strecken auch, denn manche Ideen sind dermaßen hanebüchen, dass dagegen sogar eine Mehrwertsteuersenkung der CDU realistisch erscheint.

Der Hauptdarsteller sieht aus wie der uneheliche Bruder von Tom Cruise und bietet sogar eine recht ordentliche darstellerische Leistung. Die Effekte sind für so eine kleine Produktion auch gar nicht mal übel, doch die Banalität der Story macht einiges zunichte. Auch der Zusammenhang zwischen dem Leiter des Militärbasis und dem Geist und deren Zusammenführung ist vollkommener Unfug.

Insgesamt ein bisschen schade, denn man hätte hier zumindest einen spannenden Sci Fi Thriller schneidern können, doch für eine bessere Bewertung, gibt es neben dem schwachsinnigen Plot auch zu viel Leerlauf. Keine totale Zeitverschwendung, aber wenn man den Streifen nicht gesehen hat, hält sich der cineastische Verlust auch in Grenzen.

3chuckys

INTO THE GANGLAND (KNM)

am 18. August 2010 unter Action, Drama abgelegt

gang

Freddy gehört der gewaltbereiten Gang Latin Crowns an. Deren Leben findet einzig und alleine im Viertel und auf der Straße statt. Eines Tages wird Freddys Bruder getötet und ihm geht langsam ein Licht auf, dass er sein Leben verändern sollte. Mit Hilfe seiner hübschen und intelligenten Freundin scheint das auch zu gelingen, doch der Weg aus der Gang heraus ist steiniger als zunächst geglaubt. Als sein behinderter Bruder ebenfalls stirbt, droht Freddy wieder in sein altes Leben zurückzufallen.

Wenn ich nun wieder einmal das weltberühmte Wort „Authentisch“ benutze, lehne ich mich sehr weit aus dem Fenster. Die Inszenierung ist zwar so aufgezogen, dass man sich als Zuschauer mittendrin fühlt – ob es in einer Latino-Gang aber wirklich so zugeht kann ich als Europäer ja gar nicht beurteilen.

Größtenteils hat man hier mit Laien gearbeitet und auch Hauptdarsteller Andrew Navarro hat bis heute (der Streifen ist aus dem Jahre 2004) nicht wirklich viel abgeliefert. Umso überraschender ist seine wirklich eindrucksvolle Darstellung.

Grundsätzlich geht das schon in die Richtung von Filmen wie Boyzn the hood, ist aber wesentlich weniger kommerziell gedreht und wirkt daher irgendwie „echter“ (nein ich benutze nicht das Wort authentisch).

Fazit: Wer gerne Ghettodramen sieht und kein Problem mit dem doch bewusst „dreckigen“ Look des Streifens hat, der damit fernab jeglicher Hollywoodproduktionen anzusiedeln ist, kann einen Blick riskieren.

4chuckys

GREEN ZONE (Universal)

am 18. August 2010 unter Action, Drama, Thriller abgelegt

green

Wir schreiben das Jahr 2003. Im amerikanisch besetzten Bagdad haben Roy Miller und sein Team den Auftrag, außerhalb der sicheren GREEN ZONE geheime Massenvernichtungslager der Irakis aufzuspüren. Nach mehreren Fehleinsätzen, bei denen nichts gefunden wird, dämmert es Miller jedoch, dass es hier nicht mit rechten Dingen zugehen kann und die Informationen bewusst falsch gestreut werden. Unterstützung der These erhält er von CIA Agent Martin Brown. Als Miller weiterforscht muss er feststellen, das seine eigenen Leute in verschiedenen Teams spielen.

Nach den beiden Bourne Filmen „Verschwörung“ und „Ultimatum“ arbeiten Regisseur Greengrass und Matt Damon erneut zusammen. So ist der Streifen auch eine Art Bourne 4 in Armyklamotten geworden, in dem Damon allerdings den Jäger spielt, statt selbst gejagt zu werden.

Im Gegensatz zu vielen ansonsten geschätzten Menschen wie Uwe Meyer sehe ich Damon immer wieder gerne, weil er eine gewisse Ausstrahlung hat, die vielen anderen fehlt und alle seine Rollen durchaus glaubwürdig ausfüllt. Auch hier liefert er einen guten Job ab, wird dabei aber auch von seinen Mitstreitern Brendan Glesson (mal ausnahmsweise in der Rolle des Guten) und Greg Kinnear (mal ausnahmsweise in der Rolle des, na ja Semibösen) gut unterstützt.

Die Story ist nicht uninteressant und die Auflösung (die man allerdings schnell ahnt) eine durchaus interessante These. Daher wundert mich, das es zu diesem Film in Amerika von Seiten der Politiker keine größeren Einsprüche gab.

Fazit;: Spannender Streifen ohne jeglichen Leerlauf, bei dem man allerdings ab und an aufgrund der vielen Namen Gefahr läuft, den Überblick zu verlieren.

5chuckys

halberchucky

SANCTUARY (Koch Media)

am 18. August 2010 unter SciFi abgelegt

sanc

Dr. Magnus ist eine brillante Wissenschaftlerin, die sich für ihr hohes Alter von 150 Jahren recht ordentlich gehalten hat, was an einer ihr entwickelten Rezeptur zur Verlängerung des Lebens liegt. Sie hat es sich zur Aufgabe gemacht, sogenannte „Andersartige“ im Sanctuary, eine neue Heimat zu geben, einem riesigen Komplex, in denen sie spezielle Räume für spezielle Lebewesen eingerichtet hat. Magnus und ihr Team spüren diese „Andersartigen“ auf der ganzen Welt auf und versuchen ihnen ein Zuhause zu geben, das sie in der Gesellschaft nicht haben. Unterstützung unterhält sie hierbei vom ehemaligen FBI Profiler Will Zimmermann, ihrer Tochter Ashley, dem Techniker Henry, sowie einem Butler der als Bruder von Bigfoot durchgehen könnte.

Ich bin zunächst immer skeptisch bei neuen Serien. Das Hauptproblem was sich mir immer stellt – man muss die Darsteller mögen. Passiert das nicht von Anfang an, kann die Serie noch so gut sein – sie wird mich nie begeistern können.

In diesem Falle hat man eigentlich alles richtig gemacht,. Amanda Tapping hat ihre Stargate Reisen gegen den Job im Sancutary eingetauscht und auch die sonstigen Figuren sind dem Zuschauer von Anfang an sympathisch.

Lustigerweise spielt hier in Nebenrollen praktisch die Hälfte des Teams von Re-Genesis mit, was wohl daran liegt, dass es sich ebenfalls um eine kanadische Serie handelt.

Die Spezialeffekte sind zwar nicht der Hit, aber die meisten der Figuren und Andersartigen sind originell und/oder putzig wie die knuddeligen aber auch nervigen weil sich ständig vermehrenden Nubbins. Zufälligkeiten mit den Tribbles von der Enterprise sind wohl keineswegs ungewollt.

Fazit: Unterhaltsame Sci Fi Serie mit nettem Team und interessanter Grundidee. Für die erste Staffel gibts dafür 6 Chuckys, allerdings bewerte ich TV Serien etwas anders als Filme.

6chuckys

ABANDONED (KNM)

am 10. August 2010 unter Horror abgelegt

aba

Nach über vierzig Jahren kehrt Marie an ihre Geburtstätte zurück, denn sie hat das Haus ihrer Eltern geerbt, die sie niemals kennen lernte. Als sie noch sehr klein war, wurde sie adoptiert und will jetzt im Zuge der Hausbesichtigung auch herausfinden, was sich damals abgespielt hat. Dort angekommen will ihr Fahrer nachsehen, ob alles in Ordnung ist, da es mittlerweile schon stockduster ist und das Anwesen sehr verlassen liegt. Doch er kehrt nicht zurück. Also untersucht Marie die Ruine im Alleingang und spürt von Anfang an, dass sie von jemandem verfolgt wird. Als diese Person sich zeigt und schließlich zur ernsten Bedrohung entwickelt, flüchtet sie panisch und fällt über eine Klippe in einen Fluss. Als sie wieder aufwacht, befindet sie sich wieder in ihrem Elternhaus. Ein Mann hat sie vor dem Ertrinken gerettet. Dieser gibt sich als ihr Zwillingsbruder aus, doch zunächst vertraut sie ihm nicht. Doch Nikolai ist das mit Abstand kleinste Problem an der Sache. In der Ruine gehen merkwürdige Dinge vor, die sich beide zunächst nicht erklären können. Mit zunehmender Dauer kommen die beiden hinter ein schreckliches Geheimnis und geraten in Lebensgefahr – doch eine Flucht ist unmöglich.

„Abandoned” ist eigentlich ein Horrorfilm der guten alten Schule. Hier erwartet den Zuschauer keine „Special Effects”-Orgie und auch keine schreienden Teenager, die einer nach dem anderen niedergemetzelt werden. Ähnlich wie bei „The Others” bezieht der Film seine Spannung fast ausschließlich über die Kulissen und die Kamera. Erst gegen Ende werden auch einige Effekte eingesetzt, die aber nötig sind, um die Handlung voranzubringen.

Ein wirklich großes Problem bei dieser Rezension war die Zusammenfassung der Handlung. Diese ist in ihren Grundzügen eigentlich ganz einfach und theoretisch auch in zwei Sätzen zu bewerkstelligen, aber so ganz ohne Informationen wollte ich sie dann auch nicht belassen. Allerdings musste ich schon einiges wieder herausnehmen, weil ich ständig kurz vorm spoilern stand

Das sagt schon viel über den Film aus. Zwar ist die Handlung relativ simpel, doch was Regisseur Nacho Cherda daraus gemacht hat, ist durchaus bemerkenswert. Gegen Ende verliert der Zuschauer zwar kurzfristig den Durchblick, der sich im Laufe der letzten Minuten aber wieder einstellt. Trotzdem bleiben hier viele Fragen offen und das ist meiner Meinung nach auch genau so gewollt. Automatisch denkt man während des Abspanns noch einmal darüber nach, ob alles zusammenpasst. Und wenn ein Film so etwas erreicht, dann ist das immer ein positives Zeichen.

Anastasia Hille, die ich vorher wissentlich in noch keinem Film gesehen habe, muss den überwiegenden Teil des Films alleine tragen und erledigt ihre Sache vorzüglich. Auch Karel Roden, der mir immerhin schon mal bei Running Scared auffiel, spielt seinen Part als Bruder glaubwürdig.

Fazit: Endlich mal wieder absoluter Old School Horror, der ohne entstellte Zombies, brachiale Ekeleffekte oder nervige Schlachtopfer-Teenies auskommt und sich zu 80% nur auf seine Atmosphäre verlässt. Menschen, die Filme wie den bereits oben erwähnten „The Others” mögen oder auch den Klassiker „Schloss des Schreckens”, werden ihre Freude an dieser Inszenierung haben.

6chuckys

DIE SCHACHSPIELERIN (Concorde)

am 01. August 2010 unter Drama abgelegt

schach

Helene hat mehrere Jobs um ihre Familie durchzubringen, denn auch ihr Mann verdient nicht gerade üppig, so dass die Familie gerade so über die Runden kommt. Als sie in einem Zimmer des Hotels, in dem sie arbeitet, die Betten macht, beobachtet sie ein junges Paar, das während des Schachspielens romantische Zärtlichkeiten austauscht. Von da an will auch Helene das Spiel erlernen. Zuerst legt sie sich einen Schachcomputer zu, entwickelt jedoch bald Interesse, das Spiel auch gegen einen menschlichen Gegner zu versuchen. Also bittet sie den eigenbrötlerischen Dr. Kröger, bei dem sie für wenig Geld die Wohnung reinigt, mit ihr Schach zu spielen. Anfangs weigert sich der störrische und verbitterte Mann, doch als man sich einmal verabredet hat, wiederholt man diese Treffen in regelmäßigen Abständen. Das Spiel wird für beide zur Obsession.

In dieser Zusammenfassung ist das Problem dieses Streifens schon vorhanden, denn wie Madame ihre Leidenschaft für das Spiel entwickelt, nämlich die Szenerie (Minirolle für Flashdance Star Jennifer Beals) mit dem Pärchen, ist schon reichlich weit hergeholt. Natürlich kann man da vieles hinein interpretieren, eben das sie mit ihrem einfachen Leben nicht zufrieden ist und sich nach mehr Aufmerksamkeit auch von Seiten ihres Mannes sehnt, doch wirklich nachvollziehen kann ich die daraus resultierende Obsession nicht.

Eigentlich schade, da hätte man sich etwas besseres einfallen lassen können, für diesen sehr schön photographierten und mit einem wirklich wunderschönen Soundtrack ausgestatteten Streifen, in dem vor allem Kevin Kline als stoischer und unnahbarer Doktor eine richtig gute Show liefert. Frau Bonnaire übertreibt es an manchen Stellen etwas mit ihrer Leidensmiene, gibt ihrer Figur aber dennoch markante Züge und beweist Mut zur Hässlichkeit. Insbesondere wenn sie allmählich dem Spiel verfällt, und darin ein Ventil sieht, ihrem langweiligen und deprimierenden Alltag zu entfliehen, ist ihre Darstellung sehr gelungen..

Fazit: Eine ungewöhnliche Handlung, gepackt in ein schickes Ambiente und guten darstellerischen Leistungen. Allerdings muss man für oder auch durch die schönen Bilder, einige kleinere Längen in Kauf nehmen. Zudem bleibt die oben erwähnte Schwachstelle, die aber praktisch nur zehn Minuten des Films ausmacht. Für Menschen, die Filme wie „Das Piano“ mögen, geeignet.

5chuckys