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AN AMERICAN CRIME (Capelight/Alive)

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Wir befinden uns im Amerika der 60er. Sylvia und Jennie sind Schwestern, deren Eltern ihr Geld auf verschiedenen Rummelplätzen verdienen. Das bedeutet für die beiden, dass sie ständig umziehen müssen. Ihr Vater will ihnen das diesmal ersparen und gibt sie in die Hände einer Pflegemutter, die er allerdings kaum kennt. 20 Dollar die Woche verlangt Gertrude Baniszewski, die bereits sieben eigene Kinder aufzieht, aber jeden Cent benötigt, auch weil ihr 20 Jahre jüngerer Freund sie ständig finanziell anbettelt und sie immer wieder nachgibt. Anfangs scheint auch alles harmonisch zu verlaufen und Sylvia freundet sich mit Paula, der ältesten Tochter, an. Diese vertraut ihr an, dass sie von ihrem verheirateten Freund schwanger ist. Als dieser Paula bedrängt, versucht Sylvia ihr zu helfen und verplappert sich dabei. Kurz darauf weiß die halbe Stadt von der ungewollten Schwangerschaft. Daraufhin ist Paula extrem angefressen und erzählt ihrer Mutter, dass Sylvia Gerüchte verbreite, die sie als Nutte darstellen, was natürlich nicht den Tatsachen entspricht. Trotzdem ist es für die labile Gertrude ein Grund, ihrem Pflegekind eine Lektion zu erteilen. Anfangs gestaltet sich das noch relativ harmlos, doch dann verbannt sie Sylvia in den Keller und fügt ihr dort über Wochen fürchterliche Qualen zu. Davon wissen auch die Nachbarskinder. Doch statt zu helfen, beteiligen sich diese an den Folterungen, bis es zur Katastrophe kommt.

„An american crime” bekommt durchweg überragende Kritiken, denen ich mich allerdings nur mit Einschränkungen anschließen kann. Schauspielerisch ist das ganze wirklich gelungen. Auch wenn ich finde, dass Ellen Page schon bessere Performances hingelegt hat, ist ihre Darstellung der Sylvia durchaus glaubhaft. Cathrine Keener als Pflegemutter, die sogar 17-jährige angräbt um Bestätigung zu erhalten und sich von der netten Gerti zur besessenen Furie verändert, gefällt mir aber noch ein ganzes Stück besser.

Dieser Fall soll sich zur damaligen Zeit wirklich zugetragen haben, da dieser Film auf den Prozessakten aufgebaut ist. So werden dem Zuschauer zwischen den Geschehnissen immer die Zeugenbefragungen des Staatsanwaltes eingeblendet, ähnlich wie man das schon von „Emily Rose” kennt.

Dennoch ist die Geschichte für mich in dieser Form nicht ganz glaubwürdig. Die Neuigkeit der ungewollten Schwangerschaft verbreitet sich innerhalb von 2 Tagen in der kompletten Stadt. Dass im Keller des Hauses von Madame Baniszewski ein Teenager wochenlang gefangen gehalten und gefoltert wird, aber nicht. Oder ist der ganze Ort so gestört, dass nicht einer sich erbarmt, die Sache der Polizei zu melden? Auch dass nahezu alle Nachbarskinder in das Haus kommen um Sylvia zu quälen und keiner von ihnen auch nur den Ansatz eines schlechten Gewissens hat, erscheint mir doch sehr weit hergeholt.

Sehr überzeugend hingegen sind die letzten zwanzig Minuten mit einer wirklich gelungenen Traumsequenz, die sich erst im Nachhinein als solche entpuppt. Ansonsten bleibt die Regie eher unaufgeregt und konzentriert sich auf die Geschichte.

Insgesamt weiß „An american crime” hauptsächlich aufgrund seiner guten Darsteller zu punkten. Auch wenn alles angeblich genauso abgelaufen sein soll, erscheinen mir manche Dinge sehr unwahrscheinlich. Außerdem hat der Film anfangs durchaus mit einer gewissen Langatmigkeit zu kämpfen. Trotzdem gibt es hierfür 5 Chuckys – jedoch kann ich mich den nahezu euphorischen Kritiken nicht ganz anschließen – oder meine Erwartungshaltung war einfach zu hoch.

5chuckys

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