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Archiv für den 05. Mai 2010

SHROOMS (Ascot Elite)

am 05. Mai 2010 unter Horror abgelegt

shromms

5 Freunde wollen ein paar Tage in Irland verbringen. Begleitet werden sie dabei von einem Einheimischen. Zusammen fährt man in einen beschaulichen Wald um die berühmten Magic Mushrooms zu testen, die einem extreme Trips bescheren. Tara futtert jedoch aus Versehen einen falschen Pilz und bekommt dadurch wüste Halluzinationen, in denen sie den Tod ihrer Freunde voraussieht – der dann auch genauso eintritt.

Bis es aber mal losgeht, bekommt man wieder die üblichen sexistischen Phrasen geboten. Der will mit dem ficken, die findet den geil usw. Anscheinend gibt es keine amerikanischen Teens und Twens, die auch mal ein intelligentes Gespräch führen können.

Kommt der Film mal ins Rollen, gibt es zumindest ein paar recht witzige Einfälle zu bewundern, wobei die sprechende Kuh da den absoluten Höhepunkt darstellt. Ansonsten tritt man hier doch so ziemlich jedes Horrorklischee platt und 80 Minuten Blaufilter machen eben noch keinen spannenden Film. Auch schauspielerisch ist das alles mehr als überschaubar.

Zudem ist keiner der Protagonisten dem Zuschauer in irgendeiner Form sympathisch, was dazu führt, dass man sich automatisch wünscht, dass alle draufgehen. Die Auflösung ist aber immerhin gelungen, kommt jedoch deutlich zu spät. Bis dahin kredenzt man dem Zuschauer einige ganz nette Morde, die aber auch nicht wirklich originell sind.

Fazit: Ganz nettes Horrorfilmchen, das in das Genre allerdings keinerlei neue Ideen einbringt und auf Dauer etwas ermüdet. Keine Zeitverschwendung, aber auch kein “Must-see”.

3chuckys

halberchucky

MICHAEL CLAYTON (Highlight)

am 05. Mai 2010 unter Drama, Suspense, Thriller abgelegt

mich

Michael Clayton ist bereits seit dreizehn Jahren in einer New Yorker Anwaltskanzlei tätig. Doch fungiert er hier als so genannter Ausputzer und nicht etwa als Rechtsanwalt. Wenn es ein Problem mit Klienten oder Mitarbeitern gibt, wird er gerufen, um dieses zu beseitigen. Arthur Edens, ein Kollege, genießt hingegen einen hervorragenden Ruf, bis er sich gegen den größten Klienten der eigenen Kanzlei wendet, weil ihn plötzlich Gewissensbisse plagen. Clayton soll den aus dem Ruder gelaufenen Kollegen wieder in die richtige Spur bringen, doch  dieses Vorhaben scheitert. Nun übernimmt die Chemiefirma selbst die Regie, was tödliche Folgen hat. Und plötzlich ist auch Clayton in deren Visier.

Der Film war für insgesamt 6 Oscars nominiert, doch nur Tilda Swindon bekam ihn für die beste Nebenrolle – warum dem so ist, kann ich nicht ganz nachvollziehen, denn ihre eher gelegentlichen Auftritte sind nicht sonderlich berauschend. Da hat man sie schon wesentlich besser gesehen. Clooney allerdings hätte ich das goldene Männchen gegönnt, denn er spielt hier die bislang beste und vor allem glaubwürdigste Rolle seiner Karriere, die ihm wie auf den Leib geschrieben scheint.

Anfangs ist der Film eher ein Drama, das, wenn ich mir so manche Reviews durchlese, sicherlich für den ein oder anderen zu langsam in die Gänge kommt und eigentlich erst in den letzten dreißig Minuten zum Thriller mutiert.

Ich persönlich fand nicht, dass der erste Abschnitt des Films öde geriet, denn er gibt uns einen interessanten Einblick in das Leben eines mit viel Hoffnung in eine Anwaltskarriere gestarteten Loser, der aber trotzdem seine Bestimmung gefunden hat, auch wenn ihn seine privaten Probleme zu erdrücken drohen. Zudem sind die Szenen in der Kanzlei und die dortigen Dialoge absolut brillant.

Nochmals ein dickes Lob an Clooney, der sich mit Ausnahme der drei “Oceans”-Filme in den letzten Jahren doch eher auf anspruchsvolle Kost spezialisiert hat (Syriana, Good night and good luck) und eindrucksvoll zeigt, dass er mehr kann, als für die Frauenwelt jenseits der 40 den charmanten Lover zu mimen.

7chuckys

SENSELESS (Ascot Elite)

am 05. Mai 2010 unter Drama, Horror, Thriller abgelegt

sense

Kurz nach einem Abendessen wird der Amerikaner Elliott in ein Auto gezerrt und entführt. Als er wieder aufwacht, befindet er sich in einer spartanisch ausgestatteten Wohnung, die sich für ihn allerdings schon bald als Gefängnis erweist. Anfangs macht ihm nur die Langeweile zu schaffen, doch spätestens als mehrere Personen auftauchen und damit beginnen, ihn körperlich zu quälen und zu entstellen, weiß er, das etwas anderes dahinter steckt. Seine Peiniger übertragen seine Qualen weltweit im Internet und wollen ihn für die Außenpolitik seines Landes bestrafen. Durch eine junge Frau, die bei den Folterungen dabei  ist, schöpft er wieder Hoffnung, denn sie sagt, dass sie ihm helfen will – aber kann er ihr trauen?

Diese Frage lasse ich natürlich unbeantwortet. Fakt ist, dass man mit “Senseless” einen durchaus unterhaltsamen Low Budget Streifen auf die Beine gestellt hat mit einer ganz guten Grundidee. Tragischerweise führt diese aber auch zu Punktabzügen. Wieso?

Die Idee, die Folterungen Elliotts im Internet zu übertragen und die Zuschauer voten zu lassen, ob es damit weitergehen soll, hat ein gewisses Potenzial, welches bei UNTRACEABLE auch schon nicht ausgeschöpft wurde. Allerdings sieht man hier keinerlei Belege für diese Übertragungen – man muss als Zuschauer den Worten der Entführer glauben. Die politischen Hintergründe des Ganzen halte ich jedoch für an den Haaren herbeigezogen und wirken mir persönlich zu weit hergeholt.

Zudem ist mir Elliots Verhalten in manchen Szenen einen Tick zu aufgesetzt und nicht zwingend glaubwürdig, obwohl Jason Behr (der mir schon in “Tattooist” positiv auffiel) seine Rolle durchaus ansprechend erledigt. Doch wenn ich kurz davor bin meines Hörnervs zu beraubt werden, mache ich nicht noch einen coolen Spruch – das passt einfach nicht.

Die Folterszenen sieht man nicht direkt im Detail, sind aber trotzdem oder gerade dadurch sehr intensiv geworden, zumal man als Werkzeuge ganz normale Haushaltsgegenstände wie Bügeleisen oder Löffel benutzt. Zudem handelt es sich bei dem Genre eher um ein Drama denn um einen Horrorfilm und alle die glauben, sie bekommen hier eventuell Hostel 3 geboten, dürften enttäuscht sein.

Fazit: Mit wenig Budget hat man hier recht viel herausgeholt. Die Grundidee ist wirklich nicht übel, der politische Aspekt aber zu weit hergeholt. Die Klientel hierfür ist allerdings denkbar gering. Wer sieht schon gerne Dramen mit Folterszenen? Die  Horrorfreaks nicht und die Menschen, die klassische Dramen mögen schon gar nicht.

4chuckys

COLUMBUS DAY (Koch Media)

am 05. Mai 2010 unter Drama, Suspense, Thriller abgelegt

columbuzs

n diesem Falle muss ich einfach mal wieder die Rückseite des Covers zitieren. “Ohne zu zögern unterbreitet er dem Mann ein Angebot, den er nur wenige Minuten zuvor bestohlen hat – einen knallharten Gangster der für Geld sogar sein eigene Mutter töten würde. John bleibt eine Stunde um den Deal seines Lebens zu machen – oder alles zu verlieren”.

Grundsätzlich ist das zwar nicht unbedingt gelogen, doch trotzdem bekommt man eine falsche Vorstellung von dem, was man zu sehen bekommt. Hier geht es vielmehr um einen Mann, der sich plötzlich bewusst wird, welchen Mist er in der Vergangenheit gebaut hat – unter anderem hat er seine Frau verloren und die Tochter gleich mit.

Während er auf die Geldübergabe wartet, versucht er per Handy alles wieder ins Reine zu bekommen. Die Freundschaft mit dem kleinen Esteban, den er im Park kennen lernt, nimmt zudem eine größere Zeit der Handlung ein. Der Zwerg macht ihm nämlich auch bewusst, dass er in seinem Leben dringend etwas ändern muss. Daher handelt es sich hier vielmehr um ein Drama, denn um einen (wie auf der Rückseite ebenfalls vermerkt) “Action-Kracher“.

Kilmer spielt wie immer souverän und man fragt sich wieder einmal, wieso es der Mann nie geschafft hat in die A-Riege Hollywoods aufzusteigen, während da andere einen Stammplatz besitzen, obwohl sie viel schlechter sind als er. Sein Ruf, ein sehr schwieriger Mensch zu sein, war ihm dabei wohl auch nicht unbedingt behilflich.

Ein echter Knaller ist der kleine Bobb’e J. Thompson als Esteban. Die Sprüche und Lebensweisheiten die er da so nebenbei loslässt sind wirklich sensationell und er schafft es erstaunlicherweise mühelos, neben Kilmer zu bestehen.

Die Ereignisse spielen sich fast komplett in dem einen Park ab, was dazu führt, dass man sich als Zuschauer nach einer halben Stunde dort sehr heimisch fühlt. Burmeisters Regie bleibt dabei relativ unaufgeregt, was aber ganz gut zu der Story passt. Schnelle Schnitte oder optische Spielereien wären hier unangebracht. Der Film wurde übrigens von Kevin Spacey mitproduziert.

Fazit: Wenn man ein relativ ruhiges Drama um einen Mann sehen möchte, der erkannt hat, dass er in seinem Leben etwas ändern muss, dürfte man nicht enttäuscht sein. Der angekündigte “Action-Kracher” ist das allerdings nicht, und die Menschen, die sich durch so einen Spruch verleiten lassen und den Film leihen oder kaufen werden schimpfen wie die Rohrspatze.

4chuckys

JERICHO MANSIONS (EuroVideo)

am 05. Mai 2010 unter Drama, Komödie, Thriller abgelegt

jericho

Leonard Grey ist Hausmeister in der Wohnanlage “Jericho Mansions” die auch schon bessere Tage gesehen hat – genau wie er, denn neben ständig wiederkehrenden Erinnerungsfetzen aus seiner Vergangenheit und Albträumen, leidet der Mann zusätzlich an Agoraphobie. Mit der Hausbesitzerin Lily Melnick ist er verfeindet und auch sonst hält er nicht sehr viel von den meisten seiner Mitbewohner. Nur mit Donna Cherry und deren kleiner Tochter versteht er sich gut. Plötzlich wird der Mann dieser Dame ermordet und auch Leonard ist verdächtig.

Das große Problem bei der Zusammenfassung dieses Film ist, dass die eigentliche Handlung eher Nebensache ist. Regisseur Sciamma konzentriert sich viel mehr auf Optik und hat sich einige wirklich nette Spielereien ausgedacht.

Das beginnt schon in den ersten Minuten, als die Kamera durch die Rohre und Wände in die verschiedenen Wohnungen fährt und wir damit einen Einblick in das Leben der dort ansässigen Personen erhalten. Solche skurillen Ideen behält er auch den ganzen Film hindurch bei, genau wie vollkommen überzeichnete Farben, die zwar keinen besonderen Zweck zu erfüllen scheinen, aber trotzdem irgendwie zu der Atmosphäre des Streifens passen.

Die Auflösung der Visionen von Caans Charakter, sowie die Präsentation des Mörders sind insgesamt natürlich totaler Blödsinn – interessieren aber irgendwie auch nicht wirklich. Schon eher erwähnenswert ist, wie es denn dazu kommt, dass der Hausmeister die Wahrheit entdeckt. (kleiner Spoiler: Schwester der Hausbesitzerin – ein wirklich gelungener Einfall)

Zudem hat sich hier ein recht ansehnlicher Cast eingefunden. Neben James Caan agieren unter anderem Jennifer Tilly (gebt der Frau doch mal eine gescheite Synchronstimme), sowie Genevieve Bujold, die ja bereits in Klassikern wie “Erdbeben” und “Coma” mitspielte.

Fazit: Ein wirklich netter, kleiner Independent-Streifen, von dem ich aber denke, dass er eher Kritikern gefällt. Für die große Masse ist der Film einfach eine Spur zu schräg.

5chuckys

DAS ROTE EICHHÖRNCHEN (Kinowelt)

am 05. Mai 2010 unter Drama abgelegt

rot

Jota steht kurz davor Selbstmord zu begehen, kann sich aber nicht überwinden, den Abhang hinunter zu springen. Plötzlich kracht ein Motorrad nur unweit von ihm entfernt gegen das Geländer der Brücke und die Fahrerin landet in hohem Bogen auf dem Sand. Jota eilt zu ihr und versucht zu helfen. Als die Sanitäter angekommen sind, gibt er sich als ihr Freund aus, um mit ins Krankenhaus fahren zu dürfen. Als die geheimnisvolle Dame auch noch unter Amnesie leidet, sieht er einen neuen Sinn in seinem Leben und gaukelt ihr vor, mit ihr liiert zu sein. Das geht auch eine zeitlang gut, doch dann beginnt Madames Freund per Radio nach ihr zu suchen und Jota verstrickt sich immer mehr in ein Netz voller Lügen. Kann er zudem sicher sein, dass sich seine neue Angebetete wirklich an nichts erinnert?

Grundsätzlich hört sich das gar nicht mal uninteressant an und ein Alfred Hitchcock oder David Fincher hätten aus dieser Story auch sicherlich einiges herausgeholt, doch Julio Medem gelingt das nicht. Die Handlungsweisen der Protagonisten sind vollkommen unsinnig und viele der Dialoge unfreiwillig komisch (”Du bist ja gefährlich”).

Zudem sind die Darsteller komplett unsympathisch und die Nebenhandlungen totaler Blödsinn. Vor allem der surrealistische Touch, den Medem kurzfristig einführt, geht total in die Hose, weil das Ganze nicht nur deplatziert wirkt, sondern auch noch vollkommen billig inszeniert wurde. Da war wohl kein Budget mehr da. Und was soll zum Beispiel der Handlungsstrang mit dem Teenager, der angeblich Menschen hypnotisieren kann? Was soll eigentlich der ganze Film?

Entsetzen befällt mich allerdings, wenn ich sehe, dass Streifen überall gut bewertet wird. Sollte hier vielleicht die Hypnose des oben erwähnten Darstellers doch gewirkt haben und alle Zuschauer gaben dem grausigen Machwerk in diesem Zustand eine hohe Bewertung? Oder sollte ich hier ein Meisterwerk der Filmgeschichte nicht entsprechend zu würdigen wissen?

Fazit: Eine Tierdokumentation über das Leben der Eichhörnchen ist deutlich interessanter als dieser Streifen, der noch dazu nahezu quälend lange 110 Minuten Laufzeit vorzuweisen hat. Lustig sind hier allerdings die Extras und der Kommentar des Regisseurs, der sich sicher ist, hier eine grandiose Bereicherung für die Filmwelt abgeliefert zu haben. Dem ist mitnichten so!

1chuckys

THE SNAKE (Universum Film)

am 05. Mai 2010 unter Suspense, Thriller abgelegt

snake

Vincent ist ein renommierter Fotograf, hatte allerdings auch das Glück, mit Helene die Tochter eines reichen Geschäftsmannes zu heiraten. Doch die Ehe steht kurz vor dem Aus und der Streit um das Sorgerecht für die Kinder ist bereits entbrannt. Daher stürzt sich Vincent in seine Arbeit. Als er ein Shooting für Unterwäsche machen soll und statt dem eigentlichen Modell mit Sofia Ersatz an seine Tür klopft, denkt er sich eher wenig dabei. Doch kurz darauf wird er von Madame der Vergewaltigung bezichtigt. Die Anzeige wird aber schnell wieder zurückgezogen. Für Vincent scheint die Sache erledigt, doch dann steht Sofia vor seiner Tür und erzählt ihm eine interessante Geschichte. Diese ist jedoch nur ein Vorwand um ihm ein Sedativum in sein Bier zu schütten, um dann mit ihm kompromittierende Fotos aufzunehmen. Damit beginnt für den Fotografen ein Albtraum. Doch Hilfe naht, denn sein alter Schulfreund Plender bietet ihm seine Unterstützung an – doch auch der spielt ein falsches Spiel.

Die Story dieses französischen Thrillers ist sehr komplex und im Laufe der sehr kurzweiligen knappen zwei Stunden gibt es massenweise Wendungen. Der Film ist rasant geschnitten und hat nahezu keinerlei Längen. Lediglich im letzten Abschnitt geht es storybedingt etwas ruhiger zu.

Eine wirklich gute Performance liefern die beiden Hauptdarsteller Yvan Attal und Clovis Cornillac ab. Die Darstellungen sind glaubwürdig und für den Zuschauer jederzeit nachvollziehbar. Auch die Nebendarsteller sind durch die Bank weg exquisit besetzt. Das Einzige, was man bemängeln könnte, sind einige Passagen, die einen Tick zu konstruiert wirken – aber bei welchem Thriller ist das eigentlich nicht so?

Fazit: Die Franzosen holen im Filmbereich immer mehr auf. Interessierten mich Produktionen aus dem Land des Baguettes bis vor wenigen Jahren nahezu überhaupt nicht, besitze ich mittlerweile doch eine Menge Filme, die dort produziert wurden. Sei es im Bereich Horror (”Them”, “High tension” oder “Inside”), Thriller (”Vidocq”, “36″) oder auch Drama (”Das Mädchen, das die Seiten umblättert”). Auch “Snake” wird mit Sicherheit meine Filmsammlung bereichern

6chuckys

DAS HERZ IST EIN DUNKLER WALD (Warner Home Video)

am 05. Mai 2010 unter Drama abgelegt

herz

Marie ist mit dem Musiker Thomas verheiratet und führt anscheinend eine glückliche Ehe. Als deren Tochter eines Tages Papas Geige aus dem Kasten holt und durch einen Teddy ersetzt, radelt Marie ihrem Gatten hinterher, um ihm das Instrument zu bringen. Doch dann fährt dieser an seiner Arbeitsstelle vorbei und biegt in eine Seitenstraße ab. Dort betritt er das Haus einer Musikerkollegin. Zuerst ahnt Marie nichts Böses, doch dann macht sie eine Entdeckung, die sie völlig aus der Bahn wirft. Thomas hat noch eine zweite Familie und sitzt fröhlich mit (s)einem Kind am Frühstückstisch. Nachdem der erste Schock vorbei ist, versucht sie Thomas am Telefon ein schlechtes Gewissen zu machen. Dieser revanchiert sich, indem er ihr den Sozialdienst auf den Hals hetzt. Bei einem nächtlichen Konzert auf einer abgelegenen Burg stellt sie ihren Mann dann kurze Zeit später zur Rede…

Die erste Hälfte des Streifens ist sehr gut zu bewerten. Nina Hoss spielt die Rolle der entsetzten Ehefrau souverän und auch Devid Striesow weiß durchaus zu überzeugen. Zudem hat Regisseurin Krebitz (die als Schauspielerin bei mir einen Stein im Brett hat) einige nette kleine Einfälle und Kunstgriffe parat (Autoverfolgung, imaginäre Unterhaltung des Ehepaares, ohne zu viel zu spoilern).

Doch im zweiten Teil wird ihr genau dieser künstlerische Touch zum Verhängnis, weil dort alles zu aufgesetzt wirkt und nicht mehr nur als Stilmittel fungiert, sondern im Endeffekt in dauerhaft seltsame Dialoge und Handlungsweisen der Protagonisten ausartet. Auch das Zusammentreffen mit dem Vater wirkt irgendwie vollkommen deplatziert und unglaubwürdig. Die letzten zehn Minuten hingegen sind wieder in Ordnung und das konsequente Ende bietet einen gelungenen Abschluss.

Was jedoch der vollkommen überstilisierte Mittelteil soll, wird Madame Krebitz wohl für sich behalten. Auch in den Extras finde ich hier keinerlei Erklärung. Vielleicht sieht sie das selbst auch gar nicht so. Überhaupt besteht das ganze Making of fast nur aus Lobhudeleien von Produzent Tykwer an seine Regisseurin, und diese schwärmt von ihrer Hauptdarstellerin. Da wären Fakten bezüglich des merkwürdigen Drehbuchs wesentlich interessanter gewesen.

Fazit: Anfangs sehr stimmiges und glaubwürdiges Drama, das durch übertriebene künstlerische Spielereien ins Unglaubwürdige abdriftet und zwischenzeitlich den Faden verliert.

4chuckys

ONCE (Kinowelt)

am 05. Mai 2010 unter Drama abgelegt

once

Über die Story von “Once” mehr als zwei Sätze zusammen zu bekommen, ist schon eine Kunst für sich. Denn letztendlich geht es nur um einen Straßenmusiker in Irland, der von einer jungen Dame angesprochen wird, weil sie seine Mucke schön findet und ein gewisses Talent erkennt. Die beiden kommen sich dann im Laufe der Zeit näher und musizieren gemeinsam. Am Ende fliegt er nach London zu seiner Ex-Freundin, während sie Besuch von ihrem Ehegatten aus der Tschechei bekommt. Das war es eigentlich schon.

Doch was sich im ersten Moment eher banal und langweilig anhört, ist ein kleines Juwel des Independent-Films geworden. Bereits auf dem berühmten Sundance-Festival wurde der Streifen ja schon entsprechend gewürdigt und auch Steven Spielberg war begeistert.

Das Problem, das “Once” mitbringt, liegt jedoch auf der Hand. Etwa dreißig Prozent des kompletten Films bestehen nur aus eingespielten Songs. Wenn einem diese nicht zusagen, mag man natürlich auch den Streifen insgesamt nicht, denn die eigentliche Story ist, wie bereits erwähnt, relativ dürftig. Wer jedoch mit der Musik etwas anfangen kann, der wird diesen Film ganz schnell in sein Herz schließen.

Ich persönlich komme musikalisch aus einer völlig anderen Ecke, doch die von Hauptdarsteller Glen Hasard (der in Irland wohl eine bekannte Nummer sein muss) beigesteuerten Songs sind wirklich nahezu durchgehend fantastisch. Besonders die Texte gehen einem wirklich ans Herz und ergänzen sich glänzend zur Rahmenhandlung und ich ertappte mich ja wirklich dabei, auf ein Happy-End zu hoffen, was ich normalerweise eher nicht mag.

Natürlich ist vieles in dem Film schon hanebüchen. Dass gegen Ende fünf Leute ins Studio gehen, die sich kaum kennen und dort problemlos Songs einspielen, die sie vielleicht einmal geprobt haben, ist natürlich wenig realistisch. Auch die durchaus schwierigen Bedingungen für tschechische Emigranten in Dublin werden nicht groß erwähnt, bestenfalls angedeutet.

Doch wen interessiert das eigentlich? Hier geht es um die simple Kernaussage “Musik verbindet Völker und Menschen”, und mehr will der Streifen auch gar nicht bewirken. Die Chemie zwischen den Hauptdarstellern (die beide absolute Laien sind und zum ersten Mal vor der Kamera standen – zumindest als Schauspieler) stimmt zudem erstaunlicherweise vom ersten Moment an, was dem Film sehr zu Gute kommt.

Zudem hat man bei Kinowelt ein wirklich feines Paket mit Extras geschnürt. Nach dem Film kann man sich noch mindestens 2 Stunden mit der Entstehung des Streifens, dessen Musik und deren Hauptdarsteller beschäftigen. Insbesondere Hasard hat unglaublich viel zu erzählen und erledigt das in einer sehr unterhaltsamen und humorvollen Weise. Schade, dass man nicht noch den Soundtrack beigelegt hat, denn den muss ich mir jetzt noch gesondert besorgen.

Fazit: Sicherlich ist “Once” ein Streifen, der auch eine gewisse Naivität an den Tag legt. Wenn man sich jedoch auf die Musik und auf die beiden hervorragenden Darsteller einlässt, kann man eigentlich nicht enttäuscht werden.

6chuckys

BLACKHOUSE (WVG)

am 05. Mai 2010 unter Drama, Horror abgelegt

black

„Als subtiler Psychothriller fesselt “Black House” von der ersten Minute an um den Zuschauer mit einer atmosphärisch dichten und atemberaubend spannenden Handlung in seinen Bann zu ziehen. Clever, kaltblütig brutal – mit unheilvollen Bildern, die durchaus an SAW erinnern und derben Slasher-Szenen gespickt, taucht man in die Welt eines Psychopathen, der uns in Angst und Schrecken versetzt.”

Dies ist der Text, der auf der Rückseite des Covers von “Black House” geschrieben steht. Und was haben diese prägnanten Sätze mit dem Streifen zu tun? So gut wie nichts. Wer sich solche Formulierungen einfallen lässt, hat die Filme, die er beschreibt, bestimmt niemals gesehen. Dabei hat Black House solche Übertreibungen gar nicht nötig.

Der gutmütige Versicherungsagent Jeong Juno erhält den Auftrag, in eine abgelegene Ortschaft zu fahren, um einen neuen Kunden zu treffen. Dieser hatte sich über den letzten Außendienstler beschwert und nun Jeong Juno angefordert. Dort angekommen macht der Versicherungsmann eine grausige Entdeckung. Der Sohn seines Klienten hat sich erhängt. Da dies “zufälligerweise” gerade in der Zeit passierte, als er diesem seinen Besuch abstattete, deutet darauf hin, dass der Vater die Prämie in Höhe von 30.000 Dollar kassieren will. Doch die Versicherung sträubt sich, dem Mann das Geld auszuhändigen. Als Jeong Juno entdeckt, dass noch eine weitere Police besteht, die beim Ableben der Ehegattin ausgezahlt werden müsste, versucht er die verbitterte Frau zu warnen. Die ignoriert seine Worte. Doch dann passiert etwas, womit niemand rechnen konnte….

Besonders auffällig an diesem koreanischen Streifen ist, dass nahezu alle Darsteller erstaunlich zurückhaltend agieren. Regisseur Shin Terra baut zwar besonders gegen Ende hin einige Ekeleffekte ein, doch größtenteils verlässt er sich eher auf seine Bildersprache und den angenehmen Score. Zudem ist sein Film weitestgehend eher ein Drama denn ein Thriller, zumal erst im zweiten Abschnitt die Spannung erhöht wird.

Trotzdem ist “Black House” zu keiner Zeit langweilig, zumal auch die Story einige Wendungen parat hält, mit denen man nicht unbedingt rechnet. Der Showdown (es sind eigentlich sogar deren zwei) ist dann allerdings unverhältnismäßig lange geraten und hätte durchaus gestrafft werden können.

Wer sich oben genannten Text nicht durchliest und keinen Psycho-Horror Schocker im Stile von SAW erwartet, sondern eher einen subtilen Thriller, wird nach dem Abspann nicht enttäuscht sein. Schade, dass man auf das Cover so einen Nonsens druckt, denn damit lockt man die vollkommen falsche Klientel an, die sich dann (nicht ganz zu Unrecht) über den Streifen ärgern wird.

5chuckys