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Archiv für den 03. Mai 2010

WHISPER (Concorde)

am 03. Mai 2010 unter Horror abgelegt

whis

Der vorbestrafte Max hatte eigentlich vor, sein komplettes Leben zu ändern und sich eine Existenz aufzubauen. Leider scheitert dieser Plan, da ihm keine Bank Geld gibt um sein Vorhaben zu verwirklichen. Deshalb sieht er sich gezwungen die Kohle anderweitig besorgen und entführt zusammen mit seiner Verlobten Sarah und zwei anderen abgefuckten Typen den achtjährigen David. Dabei geht alles reibungslos über die Bühne. In einem abgelegenen Blockhaus wartet das ungleiche Quartett auf die Lösegeldübergabe und auf Anweisungen des eigentlichen Drahtziehers. Doch was die Entführer nicht ahnen – mit David haben sie sich nicht unbedingt das angenehmste Entführungsopfer ausgesucht, denn das so harmlos dreinblickende Kerlchen hat übernatürliche Fähigkeiten und genießt es, die Entführer zu quälen und gegeneinander aufzuhetzen.

Mehr will ich auf keinen Fall verraten, denn der Film hält im Laufe seiner durchweg unterhaltsamen 91 Minuten einiges an Überraschungen für den Zuschauer bereit. Natürlich erinnert das alles sehr oft an den Kultklassiker „Das Omen”, aber trotzdem gelingt es Stewart Hendler dem Genre einige neue Aspekte abzugewinnen. Außerdem hat der noch sehr junge Regisseur ein sehr gutes Gespür für Spannungsaufbau und Kameraführung. Insbesondere die immer wiederkehrenden eingestreuten Aufnahmen aus der Vogelperspektive sind äußerst gelungen und unterstreichen das mysteriöse Ambiente.

„Lost”-Star Josh Holloway, den ich zum ersten mal in einer anderen Rolle gesehen habe, macht seine Sache ebenfalls gut und schafft es, dass der Zuschauer sogar Symphatie für seine Figur entwickelt, da er diese Aktion eben nur aus Verzweiflung durchzieht. Michael Rooker ist als Krimineller eh immer richtig besetzt, genauso wie Joel Edgerton. Heimlicher Star des Streifens ist jedoch der kleine Blake Woodruff, der hier eine Performance der Spitzenklasse hinlegt. Es ist unglaublich wie der Zwerg die perfekte Mischung aus unschuldigen und fiesen Blicken findet. In den Extras erfährt man, dass der 12-jährige erst kurz vor Schluss des Castings entdeckt wurde und man eigentlich die Rolle schon für Dakota Fenning umschreiben wollte.

Fazit: Durchweg spannender und glänzend gespielter Horrorthriller der einiges an Schockeffekten bereithält und gegen Ende noch dazu mit einem (für mich) völlig überraschenden Schlusstwist aufwartet.

6chuckys


CATACOMBS (Universum)

am 03. Mai 2010 unter Horror abgelegt

cata

Die labile Victoria unternimmt einen Trip nach Paris, um ihre dort lebende Schwester Carolyn zu besuchen. Die stellt das genaue Gegenteil von ihr da. Lebensfroh, quirlig und cool. Daher haben sich die beiden auch nie so recht verstanden. Am ersten Abend wird Victoria bereits überredet, eine Party zu besuchen, die in den unterirdischen Katakomben von Paris stattfindet. Diese Treffen sind eigentlich verboten, geben aber den Anwesenden erst den richtigen Kick. Doch dann verlaufen sich die beiden in den vielen Gängen. Aus dem Nichts werden die Schwestern plötzlich von einem fremden Angreifer attackiert und Carolyn dabei ermordet. In panischer Angst flieht Victoria vor dem Fremden und verirrt sich immer weiter in den unterirdischen Irrwegen. Es beginnt eine wilde Hetzjagd.

Mehr kann man über diesem Film eigentlich nicht verraten, denn viel mehr gibt es auch nicht zu erzählen. Das Ende ist noch relativ überraschend, aber zwischendrin geht es fast ausschließlich um die Verfolgungsjagd in dem unterirdischen Labyrinth. Und da beginnt das Problem von Catacombs. Die ersten 45 Minuten ist der Film sehr spannend und die beiden Regisseure nutzen auch nahezu alle kameratechnischen Tricks, um das alles höchst effizient in Szene zu setzen. Natürlich ist die Location dafür auch prädestiniert.

Doch das interessante des Films wird auch gleichzeitig zu seinem Problem. Die Story gibt einfach keinen Stoff für einen 90-minütigen Spielfilm her. Irgendwann werden die Verfolgungen für den Zuschauer dann doch etwas ermüdend, da nur sehr wenige neue Aspekte hinzukommen.

Schauspielerisch ist das ganze durchaus akzeptabel. Die mir gänzlich unbekannte Shannyn Sossamon spielt ihre Rolle ausgezeichnet – der Zuschauer lebt ihre Angst mit. Auch PINK in ihrer ersten größeren Filmrolle (aber doofer Frisur) macht ihre Sache gut. Die Rolle der toughen Schwester ist ihr allerdings auch auf den Leib geschrieben.

Fazit: Durchaus spannender Horrorthriller, der im Grunde nur den Fehler begeht, zwanzig Minuten zu lange zu sein. Ansonsten bekommt man hier eine wirklich düstere Atmosphäre und einiges an Schockmomenten geboten.

4chuckys

THE ROOM (Sunfilm)

am 03. Mai 2010 unter Drama, Horror abgelegt

room

Also, ich habe in meiner „Karriere” ja schon so einiges an Filmen gesehen – von anspruchsvollen Dramen bis hin zum billigsten Horrortrash befindet sich so ziemlich alles in meiner Sammlung. Das mir aber das letzte Mal so etwas wie „The Room” unter die Augen gekommen ist, dürfte schon lange her sein, denn hier fragt man sich die ganze Zeit: Was soll das bitte?

Ich versuche diesen Humbug mal in irgendeiner Form zusammenzufassen: Wir befinden uns im Haus einer belgischen Familie. Die 29-jährige Tochter ist schwanger und will daher ausziehen. Das passt wiederum ihrem Vater und seiner Gattin gar nicht, denn wer soll sich denn dann um den mongoloiden Sohn kümmern? Die Mutter ist eine Hysterikerin, der Herr des Hauses ein erfolgloser Musiker. Über Wasser halten kann sich die Familie nur, weil sie ein Haus und eine größere Summe Geld geerbt hat. Eines Tages verschwindet der jüngste Spross der Familie spurlos, aber nicht irgendwo im Wald, sondern in einem Raum des Hauses (der plötzlich einfach mal da ist !!!!), dessen Tür mit dubiosen Zeichen bekritzelt ist. Außerdem sind plötzlich alle Türen und Fenster nach draußen verschlossen und die Familie kann das Haus nicht mehr verlassen. Als die Mutter versucht den Sprössling aus diesem ominösen Raum zu befreien, verschwindet diese ebenfalls, nachdem sie ihrer Tochter (die sie die ganze Zeit noch wüst beschimpft hat) einen herzzerreißenden Brief geschrieben hat (!!!???). Sollte der behinderte Sohn der Familie etwas mit dem Verschwinden zu tun haben? Zumindest wird der Zuschauer mit reichlich Bildsprache auf diese Fährte gelockt.

Regisseur Giles Daoust dachte sich – Ha, ich kreuze jetzt mal zwei total verschiedene Genre – nämlich einen Mystery-Thriller und ein Familiendrama und kreiere damit mal was ganz Neues. Tolle Idee. Heraus kam dabei jedoch ein vollkommen konfuses Machwerk, dass keinerlei Sinn ergibt. Oder sollte sich in den letzten 10 Minuten (die ich nur noch im Halbschlaf mitbekommen habe) noch sensationelles ereignet haben? Kann natürlich auch sein, dass mir das geistige Ambiente fehlt, um diesen Quatsch zu kapieren.

Die Dialoge des „Familiendrama”-Abschnitts sind vollkommen unrealistisch, aufgesetzt und hohl und für den Zuschauer überhaupt nicht nachvollziehbar. Die schauspielerischen Leistungen der Darsteller halten sich zudem in Grenzen, aber wenn man so behämmerte Worthülsen und Handlungsweisen vortragen muss, kann man denen wohl die geringste Schuld an diesem Mist geben.

1chuckys

HELLPHONE (Sunfilm)

am 03. Mai 2010 unter Komödie abgelegt

hell

Als ich auf der Presse-DVD zunächst den Titel „Hellphone” las, dachte ich sofort an einen asiatischen Horrorfilm. Doch weit gefehlt, der Streifen ist aus Frankreich und hat auch mit dem Genre Horror nur in sehr geringem Maße zu tun.

Der 17-jährige Skater Sid hat es nicht eben leicht. Jeden Tag muss er seine Traumfrau sehen – doch trotzdem ist sie so weit entfernt wie der Eifelturm von der Freiheitsstatue. Einzig und allein sein Kumpel Pierre mit dem er alles (unter anderem auch seine Chucks) teilt, steht ihm immer mit Rat und Tat zur Seite. Als er versucht „Angie” durch eine Vorführung seiner Skateboard-Künste zu beeindrucken und dabei böse auf dem Hosenboden landet, erntet er viel Spott von ihren Freundinnen und sieht die letzte Chance dahin schwinden. Außerdem hat er nicht mal ein cooles Handy und das braucht man ja mindestens mal um eine Frau zu beeindrucken – glaubt er zumindest. Also besorgt er sich für eher schlappe 30 EURO ein stylisches Teil aus einem kleinen Laden. Und siehe da, das Gerät kann so einiges was andere nicht können, zum Beispiel selbständig Nummern wählen und Menschen bestrafen, die seinen neuen Besitzer geärgert haben. Das bekommt besonders der Mathelehrer zu spüren. Mit der Zeit kommt natürlich auch Sid dahinter, dass sein Handy ihm fast jeden Wunsch erfüllen kann, zum Beispiel auch ein Date mit seiner unerreichbaren Traumfrau und so nutzt er die neuen Möglichkeiten auch reichlich aus. Als jedoch diverse Unfälle passieren und ein Mitschüler sogar stirbt, kapiert er, dass er das Gerät vernichten muss. Doch das passt dem Handy absolut nicht und es dürstet nach Rache.

Hört sich im ersten Moment leicht bescheuert an, ist es aber gar nicht. Der Streifen ist auch weit entfernt von einem Horrorfilm, sondern eher eine etwas abgedrehte Komödie, die sogar eine FSK 12er Freigabe bekam. Bei einem Film mit dem Namen „Hellphone” nicht unbedingt ein Vorteil.

Die wenigen etwas brutaleren Szenen werden auch nicht unbedingt in aller Deutlichkeit gezeigt, wobei ich denke, dass das auch nicht unbedingt die Intention von Regisseur James Huth ist. Letzterer hat ja vor knapp 10 Jahren schon eine Kostprobe in Sachen schwarzen Humors in Form seines genialen Erstlings „Serial Lover” abgegeben.

Auch hier macht er fast alles richtig. Der Film ist mit einem knuffigen Hauptdarsteller besetzt, flüssig (aber nicht hektisch) geschnitten und beinhaltet so gut wie keinerlei Leerlauf. Über die, durch die abstruse Handlungen vorhandenen Logiklöcher, kann man dabei getrost hinwegsehen.

Die Nebendarsteller, wie zum Beispiel, Sids Chef, dem Direktor oder auch der Besitzer des Skaterladens sind bewusst gnadenlos überzeichnet, so dass man sie auch ja nicht ausstehen kann und sich sofort eine gewisse Schadenfreude einstellt, wenn diese Personen ihr Fett weg bekommen.

Einen kleinen Punktabzug könnte man höchstens für das allzu voraussehbare Happy-End abziehen, aber dies ist nun mal eine Komödie. Zudem ist die allerletzte Einstellung des Films wiederum klasse, denn dort wo das Handy da landet kann es mit Sicherheit wenig Unheil anrichten.

Fazit. Sehr unterhaltsamer Streifen, der flüssig inszeniert wurde und glücklicherweise auf peinliche sexistische Sprüche verzichtet. Der wahre Star dieses Films ist natürlich das Handy. Ich werde umgehend mal den Vertreter der Firma Sunfilm anrufen und ihm mitteilen, dass er mit beim nächsten Besuch so ein Teil mit bringt. Hach, was hätte ich da für tolle Einfälle, aber die behalte ich besser für mich.

6chuckys